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‎Biro, Ladislaus, Titularbischof und Hofrat der ungarischen Hofkanzlei.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 28. V. 1866.‎

‎1 S. 4to. Wohl an den namentlich nicht genannten Staatsmann und Historiker Joseph Alexander Frh. von Helfert (1820-1910), Präsident der k. k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale, mit der Bestätigung über den Erhalt von 42 Gulden und 42 Kreuzern zu Gunsten der Verlassenschaft des jüngst verstorbenen Bischofs Michael Haas. - J. A. Frh. v. Helfert war seit 1848 im Wiener Unterrichtsministerium tätig, gründete das Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, war Präsident der Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und vertrat seit seiner Aufnahme ins Herrenhaus 1881 eine konservativ-patriotische Linie. Daneben war der Jurist und Historiker Präsident der Leo-Gesellschaft, Schwester der deutschen Görres-Gesellschaft, und Verfasser zahlreicher historischer Arbeiten.‎

‎Bismarck, Friedrich Wilhelm Graf von, Militär, Diplomat und Schriftsteller (1783-1860).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Graf von Bismarck"). Karlsruhe, 28. VII. 1846.‎

‎1 S. Gr.-4to. An Hauptmann Georg Schuster in Komorn (Ungarn): "Euer Hochwohlgeboren hatten die Gefälligkeit mir die 2te Auflage Ihrer Militärischen Stylistik zu übersenden deren Durchblick mir sehr großen Genuß gewährte. Eine Critik hierüber schickte ich Ihrem Wunsch gemäß zur Annahme an die Expedition der Augsburger Allgemeinen Zeitung [...]". - F. W. Graf Bismarck stand in hannoverschem und nassauischem Dienst, wurde jedoch aus letzterem wegen eines Verhältnisses entlassen, das er mit der Tochter von Fürst Friedrich August von Nassau-Usingen - die später dennoch seine Frau werden sollte - unterhalten hatte. Er trat dann in englische und seit 1807 in württembergische Militärdienste und zeichnete sich im Krieg von 1809, in dem die Württemberger auf Seiten Napoleons kämpften, unter General Masséna aus; 1812 nahm er an allen Kampfeinsätzen des Korps von General Ney teil. "Seit 1820 war er württembergischer Gesandter in Karlsruhe, 1825-45 in Dresden, Berlin, Hannover und dann wieder in Karlsruhe; 1848 trat er in den Ruhestand" (DBE). Zu Bismarcks zahlreichen Auszeichnungen zählte auch das Kreuz der Ehrenlegion, das ihm 1809 von Napoleon selbst verliehen worden war. - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren.‎

‎Bismarck, Herbert Graf von, Staatsmann (1849-1904).‎

‎2 (davon 1 hs. und 1 ms.) Briefe mit eigenh. U. sowie zwei Visitkarten mit jeweils 2 eigenh. Zeilen und Datum. Berlin, 12. bzw. 27. II. 1902.‎

‎Zusammen 4 SS. Verschiedene Formate. Mit zwei adr. Kuverts. Beiliegend zwei unbeschr. Visitkarten sowie zwei gedr. Retourpostkarten von Otto Fst. Bismarck. Zusammen 4 Bll. Mit weiteren Beilagen. An Frau Stadtbaumeister Elly Staerk in Graz, der er "für die freundliche Übersendung des schönen Gedichte auf meinen Vater, welches Sie die Güte hatten, hier vorzutragen" (Br. v. 12. II. 1902) ebnso dankt wie für die "Einladung zur Bühnenaufführung des Lese- und Redevereins 'Germania'", an der teilzunehmen er jedoch aufgrund seiner Unabkömmlichkeit nicht möglich sei. - Weiters beiliegend: 1) Otto Geyer: Rede zum Gedächtnis des Fürsten Otto Bismarck. Sonderabdruck aus Nr. 183 des "Sächsischen Postillon". 16 SS. Unaufgeschn. OBr. 8vo. Mit eh. Widmung d. Verf. - 2) N. N.: Festschrift zum 30. Gedenktage der Schlacht von Sedan. Festfeier der Deutschvölkischen Wiens. Wien, Friedrich Schalk, 1900. 8 Bll. Folio. - 3) Sammelmappe hervorragender Concurrenz-Entwuerfe. Entwuerfe zu dem Denkmal für seine Durchlaucht den Fürsten Bismarck. Heft XXII. Berlin, Ernst Wasmuth Verlag 1892. Titel, 3 Bll. und zahlr. Abb. auf 25 Tfln. Bedr. OBr. 4to. Bl. 2 recto mit eigenh. Widmung Gustav Starkes an Franz und Ella Stärck. - 4) Zeitungen d. Zt. aus Anlaß des Ablebens von Otto Fst. von Bismarck: i) Ostdeutsche Rundschau. Nr. 211 vom 1. VIII. 1898. - ii) Dass. Nr. 212 vom 2. VIII. 1898. - iii) Dass. Nr. 213 vom 3. VIII. 1898. - iv) Dass. Nr. 214 v. 4. VIII. 1898. - v) Dass. Nr. 215 vom 5. VIII. 1898. - vi) Dass. Nr. 217 vom 7. VIII. 1898. - vi) Grazer Tagblatt. Nr. 211 vom 1. VIII. 1898. Morgen- und Abendausgabe. - vii) Dass. Nr. 212 vom 2. VIII. 1898. Morgen- und Abendausgabe. - viii) Dass. Nr. 213 vom 3. VIII. 1898. Morgen- und Abendausgabe. - viii) Dass. Nr. 214 vom 4. VIII. 1898. Morgen- und Abendausgabe. - ix) Dass. Nr. 215 vom 5. VIII. 1898. Morgen- und Abendausgabe. - x) Grazer Wochenblatt. Nr. 32 vom 7. VIII. 1898. - xi) Unverfälschte Deutsche Worte. Nr. 16 vom 16. VIII. 1898. xii) Sonderausgabe des Obersteirerblatts. 1 S. Folio. - xiii) Sonderbeilage einer nicht genannten Zeitung. 8 SS. auf 4 Bll. Folio. xiv) ein Zeitungsausschnitt aus der Ostdeutschen Rundschau.‎

‎Bismarck, Klaus von, Journalist und Intendant des WDR und Vorsitzender der ARD (1912-1997).‎

‎Ms. Brief mit U. Friedrichsruh bei Hamburg, 8. X. 1964.‎

‎½ S. 8vo. Mit ms. adr. Kuvert. An Joseph Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Klaus von Bismarck wurde 1960 als parteipolitisch neutraler, evangelischer Kandidat zum Intendanten des inzwischen gegründeten WDR gewählt. Während seiner Amtszeit von 1961 bis 1976 versuchte er, sich aus den Auseinandersetzungen der Parteien um Einfluss auf den Sender herauszuhalten und sich auf die Qualität des Programms zu konzentrieren. Als Präsident des Goethe-Instituts (1977-89) bemühte er sich besonders um die Vertiefung der Kulturbeziehungen zu den sozialistischen Ländern. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.‎

‎Bissingen und Nippenburg, Cajetan Gf. von, Staatsmann (1806-1890).‎

‎Brief mit eigenh. U. ("Bissingen"). Innsbruck, 3. XI. 1852.‎

‎1 S. Gr.-8vo. An die k. k. Landeshauptkasse betr. der von Schlossermeister Josef Aicher angefertigten Gartenbänke und -sessel. - Cajetan Gf. von Bissingen und Nippenburg war 1848 Mitglied des Fünfzigerausschusses des Vorparlaments und des Verfassungsausschusses in Frankfurt a. M. gewesen, schied dann jedoch aus dem Parlament aus und trat in österreichische Dienste. "und wurde 1849 Statthalter von Tirol. In dieser Funktion eröffnete er u. a. die zentralen Gerichte in Innsbruck und förderte die Einführung der Telegraphie. Nach einjähriger Tätigkeit als Statthalter in Venedig trat er 1860 in den Ruhestand, blieb aber als Mitglied der Zentrumspartei weiterhin politisch tätig" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Statthalters in Tirol und Vorarlberg.‎

‎Bixio, Nino, Italian soldier and politician; fought for Italian unification at Garibaldi's side (1821-1873).‎

‎Autograph letter signed ("Nino Bixio"). Paris, 12 April 1861.‎

‎8vo. ½ pp. on bifolium. To a lady, apologizing for not having found the time to pay her a visit. - With small label and ms. number on the reverse. - Rare.‎

‎Blackwood, Frederick Temple, Staatsmann und Diplomat (1826-1902).‎

‎9 eigenh. Briefe mit U. London, Paris u. a., 1858-1892.‎

‎Zusammen 36 SS. auf 24 Bll. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. Beiliegend zwei Zeitungsausschnitte. Freundschaftliche Korrespondenz mit Madame Todesco und Prinzessin Batthyany: "[...] We are now steaming down the Red Sea , and it is so cold that I was obliged to wear a thick overcoat at the breakfast table. Every day they promise me a little warmth and every day the climate becomes more arctic in its severity [...]" (a. d. Br. v. 28. XI. 1884). - Der britische Diplomat war von 1872 bis 1878 Generalgouverneur von Kanada und folgte i. J. 1884 George Robinson, 1. Marquess of Ripon, als Vizekönig von Indien. "Während der Amtszeit des Earls wurde die British Indian Army modernisiert. Schwerpunkt seiner Amtszeit waren aber außerpolitische Konflikte mit Rußland um die Vorherrschaft in Zentralasien im Rahmen des Great Game. Dufferin gelang es auch hier, militärische Konflikte durch Verhandlungen zu vermeiden" (Wikipedia). Nach dem Ende seiner Amtszeit war Blackwood als britischer Botschafter in Rom und Paris tätig, 1888 wurde er zum Marquess of Dufferin and Ava erhoben.‎

‎Blanc, Louis, Politiker (1811-1882).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 9,8:18,3 cm. Mit eh. Adresse. An Madame Milner Gibson, der er für eine Einladung dankt, die er nur leider nicht wahrnehmen werde können. - Der überzeugte Demokrat, Theoretiker der sozialistischen Linken und Gegner gewaltsamer Revolutionen war nach der Februarrevolution 1848 Mitglied der provisorischen Regierung und Präsident der neu eingesetzten aber machtlosen Arbeiterkommissionen. Nach dem 15. Mai unter Anklage gestellt, floh er ins belgische und später ins englische Exil, von wo er nach dem Sturz des Empire 1870 nach Frankreich zurückkehrte, Mitglied der Nationalversammlung wurde und bis zu seinem Tod sich als Abgeordneter für die Anliegen des dritten Standes. Vgl. Brockhaus, 17. Aufl., s.v. - Mit horizontalen und vertikalen Faltspuren.‎

‎Blome, Gustav Gf. von, Politiker (1829-1906).‎

‎Eigenh. Brief mit U. München, 1. V. 1864.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Beiliegend ein Brieffragment mit eigenh. Namenszug. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Euer Hochwohlgeboren bitte ich ergebenst dem Courrier Uhl der mir in Paris einige Commissionen besorgte den kleinen Betrag von [...] verabfolgen zu lassen. Ich bin hier glücklich wieder angelangt, aber auch in den Winter zurückgefallen [...]". - Gf. Blome trat nach seiner Teilnahme am dänischen Krieg 1848/49 in den österreichischen diplomatischen Dienst, der ihn nach St. Petersburg, Paris, ins Wiener Außenministerium und als Gesandter nach Hamburg und München führte. 1865 war er an den Vorbereitungen des Gasteiner Vertrags über die Elbherzogtümer beteiligt. Blome, der nachhaltig für sozialpolitische Reformen sprach, trat für die berufsständische Organisation der Wirtschaft, für eine Arbeiterunfallversicherung, für Sonntagsruhe und für ein Verbot der Nachtarbeit für Frauen ein. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Blumenthal, Leonhart Gf. von, Militär (1810-1900).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Interlaken, 14. VII. 1893.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An das Hotel Straubinger in Wildbad Gastein betr. einer Zimmerreservierung: “Ich beabsichtige am 20t. über Innspruck [!] in Wildbad Gastein einzutreffen u. dort einige Zeit zu bleiben. Zu meiner Begleitung sind 2 meiner Enkelinnen Fräuleins von Möllendorff u. ein Diener [...]”. - Der aus einer märkischen Offiziersfamilie stammende Militär nahm 1848 am dänischen Feldzug teil, wurde im Jahr darauf Chef des Generalstabs der schleswig-holsteinischen Armee und 1858 Adjutant des Prinzen Friedrich Karl. Als Befehlshaber der Armee des Kronprinzen machte er die Erstürmung der Düppeler Schanzen, den Übergang nach Aalsen, die Schlacht von Königgrätz und den Deutsch-Französischen Krieg mit.‎

‎Böheim, Wendelin, Historiker (1832-1900).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 14. X. 1881.‎

‎2 SS. 8vo. Gratuliert einem namentlich nicht genannten Direktor “zu der Ihnen verliehenen, ebenso verdienten, als wie auch sicher erwarteten Auszeichnung [...] Mögen Sie diesen Orden recht lange Zeit tragen [...]”, und setzt ihn weiters davon in Kenntnis, “daß die bewußten Metallaufschriften für die Waffensammlung [...] in Arbeit sind. Sie sind bis Ende des Mts. fertig und kosten nachdem ich eine ergiebige Preisreduktion vorgenommen habe 67fl 80 Kr. Sie werden von der Firma Anton Büchler VI. Stumpergasse 51 geliefert [...]”. - Aus Gesundheitsgründen 1877 aus dem militärischen Dienst entlassen, wurde Böheim 1878 zum Kustos der kaiserlichen Waffensammlung in Wien ernannt, die er als deren erster Direktor dem Kunsthistorischen Museum angliederte. Als Mitbegründer der historischen Waffenkunde erhob er diese zu einer eigenständigen Wissenschaft. Neben zahlreichen anderen waffenhistorischen Werken veröffentlichte Böheim 1890 ein ‘Handbuch der Waffenkunde’. - Auf Briefpapier mit farb. gepr. kalligr. Monogramm.‎

‎Böhm, Johann, Politiker (1886-1959).‎

‎5 ms. Briefe mit eigenh. U. Wien, 1945-1951.‎

‎Zusammen 5 SS. 4to und 8vo. An Tina (1) und Dr. Josef Barnert (4). Dankt für übersandte Glückwünsche und bedauert, an den Feierlichkeiten zum 25jährigen Dienstjubiläums von Josef Zach nicht teilnehmen zu können. - In der Zwischenkriegszeit hauptamtlich in der Gewerkschaftsbewegung, von 1930-34 auch als SPÖ-Abgeordneter im Nationalrat tätig, wurde Johann Böhm zwischen 1934 und 1945 politisch verfolgt und mehrfach verhaftet. Nach Kriegsende maßgeblich am Wiederaufbau des gewerkschaftlichen Lebens beteiligt, wurde Böhm 1945 Staatssekretär für soziale Verwaltung sowie 2. Präsident des Nationalrats und 1948 erster Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der jeweiligen politischen Funktion.‎

‎Bösendorfer, Celestine, geb. Possbach.‎

‎2 Visitkarten mit jeweils mehreren eigenh. Zeilen. O. O. u. D.‎

‎Zusammen 3 SS. Wohl an den namentlich nicht genannten Baurat Julian Niedzielski, dem die Gattin des bekannten Instrumentenbauers Ludwig zur Vermählung (vermutlich 1877/78) gratuliert: "Darf ich den Worten meines Mannes glauben? Sie verheiraten sich? Seien Sie für diesen, wie für alle Glücksfälle Ihres Lebens meiner freudigsten Anteilnahme gewiß". - Geboren im polnischen Stryszow, studierte Julian Niedzielski (1849-1901) an der technischen Hochschule in Wien bei Heinrich Frh. von Ferstel, brachte im Sinne seines Lehrers die Restaurierung der Wiener Schottenkirche zum Abschluß und errichtete als Mitinhaber der Firma Miksch & Niedzielski mehrere Villen sowie private und auch öffentliche Gebäude, darunter die Marienbader Kolonnaden, das Kurhaus und die Sparkasse in Reichenberg.‎

‎Bofondi, Giuseppe, Kardinalstaatssekretär (1795-1867).‎

‎Brief mit eigenh. U. Rom, 30. XI. 1866.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Groß-4to. An den Wiener Erzbischof Joseph Othmar von Rauscher (1797-1875) mit Dank für Weihnachtswünsche: "Agli innumerevoli auguri inviatimi nella vicina sopravvenienza della solennità natalizia di pienissima prosperità e benedizioni, essendosi la Eminenza Vostra reverendissima degnata di unire nella sua benignità singolare le più cortesi e gentili espressioni, io ne sono rimasto eccessivamente mortificato, conoscendomi incapace di meritare cotanto da Vostra Eminenza [...]". - In seiner Zeit als Priester und Direktor der orientalischen Akademie in Wien war Joseph Othmar von Rauscher (1797-1875) einer der Prinzenerzieher des späteren Kaisers Franz Joseph I., mit dem ihm seither ein enges Vertrauensverhältnis verband. 1849 wurde er zum Fürstbischof von Seckau ernannt, 1853 erfolgte die Weihe zum Erzbischof von Wien. In dieser Funktion traute er am 24. April 1854 das Kaiserpaar Franz Joseph I. und Elisabeth in der Wiener Augustinerkirche. Als Erzbischof war Rauscher maßgeblich am Zustandekommen des 1. Konkordates beteiligt, das am 18. August 1855 unterzeichnet wurde und den Josephinismus beendete. Am 17. Dezember 1855 kreierte Papst Pius IX. Rauscher zum Kardinal. Am Ersten Vatikanischen Konzil nahm Raucher als Konzilvater teil. Er führte die Fraktion der „Inopportunisten“ an, die das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes aus kirchenpolitischen Gründen ablehnten. - Wohl erhalten.‎

‎Bole, Prosper, Jesuit und Pädagoge (1810-1890).‎

‎2 Briefe mit eigenh. Namenszug. Schloß Frohsdorf bei Wiener Neustadt, 23. IX. und 10. XI. 1871.‎

‎Zusammen 4 SS. auf Doppelbll. Gr.-8vo. Beiliegend zwei gleichfalls eh. Notizzettel zur Erinnerung an seine Bestellung und darauf bezügliche Ersuchen an den Buchhändler. An den Buchhändler und Verleger Mayer in Wien, Singerstraße 7, mit der Bitte, die "Fontes Rerum Austriacarum" in sein Haus in Maria-Lach und die Rechnung zu ihm nach Schloss Frohsdorf zu senden. "Den letzten Band, den Sie mir gezeigt haben, als ich vor 15 Tagen in Wien war, war der 34., aber es gibt Neuere, da im Gerold-Katalog des Jahres 1869, der der Verleger dieser Historischen Kollektion ist, mehr als 36 aufgezählt werden [...] Wie auch immer, bitte ich Sie alle Werke aus dieser Reihe, die erschienen sind, an folgende Adresse zu schicken [...]". Weiters ersucht er um einen Rabatt, um Benachrichtigung, wenn die Bücher verschickt werden, und um eine detaillierte Rechnung mit den Namen aller Historiker, die Beiträge geschrieben haben. - Der aus Thise (Doubs) gebürtige Jesuit Prosper Bole lehrte Grammatik und Rhetorik in der Schweiz, in Belgien, Österreich und in seiner Heimat Frankreich. "Chargé, en 1865, à Feldkirch, de l'éducation du Comte de Bardi, il resta, pendant sept ans, attaché à sa personne, soit à Feldkirch, soit à Frohsdorf" (de Backer/Sommervogel I, 1611).‎

‎Bombelles, Heinrich Graf von, Diplomat und Erzieher (1789-1850).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Mailand, 11. II. 1850.‎

‎1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An einen Joseph Geiger, "Chevalier des [Lég]ion d'honneur": "Ich danke Ihnen recht sehr für Ihre freundlichen Zeilen, und würde mich recht glücklich schätzen wenn ich, wie Sie sagen, etwas zu Ihrer Heirath beytragen könnte. Sie wissen aber selbst daß ich ganz aus dem Wirkungskreis heraus bin, wo dieses Geschäft zu Ihrer Befriedigung, und wie Sie es gewiß verdienen, geregelt werden könnte. Bey Hofe bin ich nur noch mit der guten Gräfin Schönborn im spärlichen Verkehre, und ich habe es nicht unterlassen Ihrer in meinem letzten Briefe so warm ich konnte zu erwähnen. Ob sie aber in der Lage seyn wird etwas zu thun - weiß ich nicht [...]". - Seit 1805 im österreichischen Kriegsdienst stehend, kämpfte der Sohn des französischen Generals, Diplomaten und späteren Bischofs von Amiens Marc Marie Marquis de Bombelles und Prinzessin Angélique de Mackau in Italien und 1813 als Hauptmann in der Völkerschlacht bei Leipzig, begleitete den Grafen Merveldt nach London und machte den Feldzug 1815 als Adjutant des Erzherzogs Ferdinand mit. "Später wurde er Gesandter in Petersburg, dann am portugiesischen und endlich am Turiner Hof. Im Jahr 1836 übernahm er in Wien die Erziehung der Enkel des Kaisers Franz II., des späteren Kaisers Franz Joseph und seiner Brüder, und begleitete sie im Mai 1848 auf ihrer Flucht nach Innsbruck. Metternich hielt Heinrich Franz von Bombelles für den geeigneten Erzieher des zukünftigen Thronfolgers [...] [Er] galt als eine der hervorragendsten Stützen des kirchlichen Einflusses bei Hof. Infolgedessen war er bei der österreichischen Bevölkerung verhaßt. Während der Revolution von 1848/49 bezeichneten die Revolutionäre ihn als 'Judas, den Erzschelm' und hängten ihn darstellende Strohpuppen als 'Urheber allen Übels'" (Wikipedia). - Bl. 1 mit einem kleinen Ausriß am unteren Rand (keine Textberührung).‎

‎Bombelles, Graf Carl von, Obersthofmeister und Minister am Hof von Parma (1784-1856).‎

‎Brief mit eigenh. U. O. O. u. D.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Folio. An Ignaz Franz Castelli mit dem Ausdruck des Einverständnisses von Erzherzogin Maria Ludovica, ihr sein Taschenbuch "Huldigung der Frauen" für das Jahr 1842 widmen zu dürfen. - Gf. v. Bombelles war Offizier der Marine und begleitete Erzhzg. Ferdinand Maximilian nach Mexiko. Nach seiner Rückkehr als Kämmerer Erzherzog Franz Karls und Obersthofmeister von Kronprinz Rudolf tätig, war er u. a. an der Überstellung der Leiche seines durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Herren beteiligt. Musisch sich betätigend, verfaßte und komponierte der Neffe des Diplomaten Ludwig Gf. Bombelles Liedtexte, Lustspiele, Klavierstücke und Quartett. - Mit gut erhaltenem Siegel und einem in die Blatthälfte hineinreichenden Einriß.‎

‎Bonaparte, Joseph, Napoleons ältester Bruder und König von Neapel und Spanien (1768-1844).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Joseph"). Neapel, 10. III. 1808.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. 4to. An M. de Clermont mit einer Nachricht über Admiral Ganteaume, der auf Korfu war und den man am 2. März auf der Höhe von "Zante" (Zakynthos) wähnte. Ein Brief von ihm sollte dem Konteradmiral Cosmao am 4. März überbracht worden sein und ihn zur (Ver-?)Sammlung aufgerufen haben: "[…] d’une lettre de l’amiral qui prescrivait au contre amiral Cosmao de le[s?] rallier: cette lettre doit être parvenue au contre amiral le 4 mars, il sera parti [...]". Möglicherweise würde das gesamte Geschwader nach Tarent kommen. Er möge die Einheiten weiter arbeiten lassen und ihn über interessante Neuigkeiten auf dem Laufenden halten: "[...] il est dans l’ordre des choses possibles que toute l’escadre vienne à tarente. Continuez à faire travailler aux batteries et mandez-moi par des coursiers les nouvelles qui peuvent m’intéresser [...]". - Mit drei kleinen Stecknadeldurchstichen und leicht angestaubt, insgesamt jedoch wohlerhalten.‎

‎Bonaparte, Mathilde, Nichte von Napoleon (1820-1904).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Mathilde"). Saint-Gratien, "mardi matin".‎

‎¾ S. Kl.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An Mademoiselle Valentine Franck mit der Anfrage, ob diese nicht Freitagabend zum Diner kommen möge. - Die Tochter von Napoléons jüngstem Bruder Jérôme Bonaparte und dessen 2. Ehefrau Katharina von Württemberg widmete sich leidenschaftlich der Pastell- und der Aquarellmalerei und unterhielt ab den 1850er Jahren in ihrem Pariser Hôtel particulier einen künstlerischen und literarischen Salon. - Auf Briefpapier mit gestemp. Adresse; das Kuvert mit ausgerissenem linken Rand (die Adresse selbst intakt).‎

‎Boncompagni-Ludovisi, Antonio, VII principe di Piombino, Italian nobleman and politician (1808-1883).‎

‎Autograph letter signed ("Principe di Piombino"). Albano, 20 July, n. y.‎

‎4to. 1 p. In Italian. To a doctor Wahle, who was treating the sender's wife, Donna Guglielma Massimo: "My wife had a very bad day today and had to stay in bed most of the time. This morning she took one of those medicine envelopes you had left her [...] We're hoping to have a less bad day tomorrow [...] If you have any means to soothe the present pain, I shall be much obliged to you; and in that case you can deliver the remedy to my servant Alfredo who will send it to Albano tomorrow [...]" (transl.). - From the collection of Eduard Fischer von Röslerstamm (1848-1915). - Somewhat browned and spotty.‎

‎Boncompagni-Ludovisi, Guglielma, principessa di Piombino, Italian noblewoman (1811-1899).‎

‎Autograph letter signed ("P[rincipe]ssa di Piombino"). N. p., "sabato 19", n. y.‎

‎8vo. 1 p. To her doctor named Wahle, despairingly reporting on an increasing pain: "oggi il dolore è molto più forte di ieri che mi obbliga spesso a mettermi sul canapè stesa [...] vorrei domani star meglio, ma non ci credo [...]". - Somewhat browned and with slight damage to the upper edge. From the collection of Eduard Fischer von Röslerstamm (1848-1915).‎

‎Boncompagni-Ludovisi, Maddalena, principessa di Piombino, Italian noblewoman (1782-1846).‎

‎Autograph letter signed ("La P[rincipes]sa di Piombino"). N. p. o. d.‎

‎8vo. 1 p. To a doctor named Wahle, describing the worsening state of a female family member and the fruitless attempts at soothing her pain: "Caro dottore, questa mattina circa le undici e mezza sono stata chiamata in Casa Altieri; [...] ed ho trovato il mio nipote Pri[nci]pe di Viano disperato per lo stato della moglie che dalla mezzanotte soffriva dolori atrocissimi di stomaco; interrogati ambedue da me, se voi eravate stato chiamato, mi hanno detto di sì; mi ha rassicurata la principessa di aver presa la cartina, senza avere avuto alcun sollievo; in questo stato di cose visto le smanie della giovine e il suo soffrire si è tenuto consiglio e si è preso il calmante allopatico. lo sono incaricata di farvi questa confessione; la faccio con rincrescimento, ma voi ben capirete, che manca il coraggio di resistere, quando si vede un patimento tanto eccessivo maggiore in una persona [...]". - The patient in question could be Vittoria Boncompagni Ludovisi (1799-1840), who had married Clemente Altieri, VI principe di Oriolo in 1817 in Rome. - From the collection of Eduard Fischer von Röslerstamm (1848-1915).‎

‎Bonghi, Ruggero, Altphilologe und Politiker (1826-1895).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Bonghi"). Neapel, 13. IX. 1861.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An Filippo de Blasio, "Segretario della Polizia & dell' Interno", betr. einer Angelegenheit mit einem Pächter. - Ruggero Bonghi war 1867 Gründer der Zeitung "La Stampa" (damals unter dem Namen "Gazzetta Piemontese") und amtierte von 1873 bis 76 als Bildungsminister. "In dieser Zeit reformierte er das italienische Bildungssystem und die Accademia della Crusca [...], beschnitt die Privilegien der Universität von Neapel [und] gab den Anstoß zur Gründung der italienischen Nationalbibliothek [...] Ferner begründete er die Direzione generale degli scavi e dei Musei ('Generalamt der archäologischen Ausgrabungen und der Museen') und initiierte den Parco Regionale dell'Appia Antica, den archäologischen Park längs der Via Appia" (Wikipedia). - Mit starken Läsuren an den Rändern und einigen kleineren Ein- bzw. Ausrissen. - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit kl. Registraturetikett, verso mit dem verschlungenen Monogrammstempel "LS".‎

‎Boromisza, István, Kanoniker und Pfarrer (gest. 1916).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Szatmár Németi (Siebenbürgen), 21. I. 1908.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Lange ist es her, dass ich immer und immer mich bedanken will für die lieben Zeilen, mit welchen Sie die Güte hatten, mich aufzusuchen; aber Tag für Tag bleibt es bei dem Vorsatz - und so vergeht die Zeit [...] Frau Stokles (Die 'Beichtmutter'!) hat im Herbst in Wien ausgestellt. Nach den Wiener Blättern hatte sie grossen Erfolg. - Durch einen Irrthum (schrieb sie mir) traf sie Ew. Hochwohlgeboren nicht - und so fielen alle ihre Pläne ins Wasser. - Ich selbst wollte nach Lainz zu den Patres, um meine Exercitien zu machen; aber zu selber Zeit war es keine Möglichkeit, mich im Hause aufzunehmen, - und so blieb ich schön zu Hause, und die Wiener Excursion blieb aus [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Bovet, Alfred, Industrieller und Autographensammler (1841-1900).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Valentigney, 14. VI. 1890.‎

‎3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten, dem er als Mitglied der "société' d'histoire diplomatique" und der "Académie de Besançon" von der Veröffentlichung eines Katalogs berichtet, der eine Sammlung von Autographen dokumentiert. Ein Exemplar soll dem Empfänger des Briefes zugeeignet werden: "[...] j'estimerais á grand honneur, Excellence, d'oser vous offrir un exemplaire de lire, et régulièrement flatté, á la pensée que l'illustre historien de Marie-Antoinette, puisse trouver quelque plaisir á parcourir ce volume." - Alfred Bovet war 1866 durch Heirat Teil der Industriellenfamilie Peugeot geworden; 1869 begann er eine umfangreiche Sammlung von bibliophilen Büchern, Portraits und Autographen anzulegen, die er 1884/85 von Etienne Charavay (1848-1899) in Paris versteigern ließ, wozu ein in Beschreibung und Ausstattung mustergültiger Katalog erschien, der "einen bis heute nicht wieder erreichten Höhepunkt in der buchmäßigen Darstellung einer Autographensammlung" (Mecklenburg, Vom Autographensammeln, S. 29) bildet. - Auf Briefpapier mit gedr. kalligr. Monogramm.‎

‎[Bozen].‎

‎Schriftstück betr. der Übertragung der Eigentumsrechte an zwei Grundstücken. Bozen, 15. III. 1673.‎

‎1 S. Imperial-Folio. Die zu Rede stehenden Grundstücke - das "Stuckh Perg" sowie "ain andres Stuckh, so von der Kolstath in Pigltahl grad hiniber an dei Want geeth" - standen zuvor im Besitz des Jörg Christoph zu Wolkenstein und Wanngen und gingen nunmehr in den Besitz von Hanns Heller aus Gries-Bozen über. - Mit papiergedecktem Siegel; kleine Papierdurchbrüche in den Faltungen, sonst tadellos.‎

‎Brady, Thomas Frh. von, General (1752-1827).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. An den Gf. von Geniceo am Stock im Eisen-Platz in Wien. - Der gebürtige Irländer stand von 1769 bis 1788 im Dienst des 15. Infanterieregiments Pallavicini, zeichnete sich im Türkenkrieg vor Dubiza und Novi aus. "In zwei Stürmen auf diese letztere Festung that er Wunder der Tapferkeit und ward verwundet. Er erwarb sich da das Maria Theresienkreuz" (Wurzbach II, 107). Bis zu seiner Pensionierung 1810 in Italien, Böhmen, Albanien und Dalmatien stationiert, wurde ihm 1815 vom Kaiser das Incolat für Böhmen verliehen. "Er hatte bei 40 Jahre gedient und war Inhaber eines Infanterie-Regiments und geheimer Rath" (ebd.). - Bl. 2 mit Randausr. durch Brieföffnung; beiliegend ein alter Sammlungsumschlag.‎

‎Brandl, Franz, Polizeidirektor und Schriftsteller (1875-1953).‎

‎4 eigenh. Postkarten mit U. Wien, 1948-1951.‎

‎Zusammen 4 SS. Qu.-8vo. Jeweils mit eh. Adr. Dankt Josef Wesely für ihm alljährlich übersandte Geburtstagswünsche. - Franz Brandl war ein knappes halbes Jahr, bis zu seiner Zwangspensionierung im März 1933, Amtsnachfolger von Johann Schober als Polizeipräsident und spielte bereits "vor dem Einmarsch Hitlers eine große Rolle als ‘Illegaler'; 1945 wurde er wegen Hochverrats zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt" (Kosch I, 878). "Im Alter veröffentlichte er Romane (ab 1952); 1935 erschienen seine Memoiren ‘Kaiser, Politiker, Menschen'" (Czeike I, 441).‎

‎Brasseur, A. Rt. von Kehldorf, Militär (1776-1844).‎

‎Eigenh. Leistungsbestätigung mit U. Wien, 31. VIII. 1831.‎

‎½ S. Folio. Wohl an die Eltern des Joseph Bayer: "Daß der diesseitige ausgemusterte Zögling Joseph Bayer von dem Gefertigten sowohl als von den Hrn. Professoren der 6ten Classe für tauglich erachtet wurde in das Genie-Corps aufgenommen zu werden [...] wird hiemit zum Troste und Beruhigung der Eltern dieses braven und fleißigen jungen Mannes bestättigt". - A. Brasseur Rt. von Kehldorf war General-Feldwachtmeister. - An den Rändern etwa angestaubt.‎

‎Brenner, Gesandter in Athen.‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Athen, 26. VI. und 11. XII. 1858.‎

‎Zusammen 5½ SS. 8vo. An Herrn von Zerboni: "Für Ihr Schreiben dto. Wien 8. d. M. bestens dankend, beeile ich mich Ihnen den weiteren Hergang in der Sache Melandri mitzutheilen. Als ich Ihnen schrieb um den Hrn. Potlis [?] als Advokaten für jene Dame empfehlen hatte ich noch selber nicht seine Bekanntschaft gemacht, da ich glücklicherweise seit meinem Hierseyn nichts mit Advokaten zu tun hatte. Derselbe war mir aber [...] eindringlich zu obigem Zwecke vorgeschlagen worden. Kaum hatte ich Ihr Schreiben vom 21. April nebst Beilagen erhalten, als ich mich selbst zu Hrn. Potlis [?] verfügte, um ihm die Angelegenheit zu übergeben. Sie können sich mein Erstaunen u. Ärger denken, als er mir sein lebhaftestes Bedauern ausdrückte die Vertretung der Frau M. nicht übernehmen zu können, da er bereits von ihrem Gegner Hrn. Leonides Cartari als Anwalt bestellt worden sei [...]".‎

‎Brestel, Rudolf, Staatsmann (1816-1881).‎

‎Brieffragment mit eigenh. U. Wien, 1. VI. 1861.‎

‎Ca. 34:203 mm. Schräg beschnitten. Beiliegend eine kleine Portraitphotographie. Brestel wurde 1848 in den österreichischen Reichstag gewählt, gehörte dem Verfassungsausschuß in Kremsier an, wurde vorübergehend politisch verfolgt und verlor seinen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Wien. Mitte der 50er Jahre an der Gründung der Wiener Creditanstalt beteiligt, wurde er im Jahrzehnt darauf in den Niederösterreichischen Landtag gewählt und in den Landesausschuß, später auch in das Abgeordnetenhaus entsandt. Als Finanzminister trug Brestel seit 1867 maßgeblich zur finanziellen Abwicklung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs bei.‎

‎Brin, Benedetto, Italian naval administrator and politician (1833-1898).‎

‎Letter signed ("BBrin"). With an autograph note by the politician Felice Vallegia. Rome, 24. X. 1884.‎

‎Large 8vo. 1¾ pp. on bifolium. In Italian. To the lawyer and politician Felice Vallegia, who had inquired about the possibility of purchasing a ship that had been decommissioned by the Italian Navy: "I hasten to confirm to Your Excellency that the Royal Navy does not now possess any ship in the condition you indicated, as all the ships considered by law for alienation have been sold or scrapped. Only the royal battleship 'Count Verder' remains, which has been disbarred from the naval cadres [...] but [...] is in such a state of decay that it could in no way be put back into service [...]" (transl.). - Vallegia's autograph note, dated Rome 24 October 1884, on fol. 2v reads: "just today was I able to speak with Brin. I wanted a written reply so that you may better know how things stand [...]" (transl.). - Brin held the post of Minister of the Navy several times between 1876 and 1896. Under Giolitti in 1892/93, he also served as Minister of Foreign Affairs. - On stationery with printed letterhead "Ministry of the Navy."‎

‎Broda, Christian, Politiker (1916-1987).‎

‎Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 12. X. 1960.‎

‎1 S. 4to. An den Chirurgen und Krebsforscher Leopold Schönbauer: "Mit Ihrem Schreiben vom 28. 9. 1960 haben Sie sich für die Überstellung des Zollwachbeamten Karl Klein in den Justizwachdienst verwendet. Ich möchte Ihnen [...] hiezu mitteilen, daß das Gesuch des Herrn Karl Klein im Wege des Bundesministeriums für Finanzen noch nicht im Bundesministerium für Justiz eingelangt ist [...]". - Christian Broda, der Bruder des Physikers und Chemikers Engelbert Broda, setzte als Bundesminister für Justiz von 1960 bis 1966 und von 1970 bis 1983 bedeutende Gesetzesänderungen u. a. im Familienrecht (Gleichstellung der Frau, Fristenlösung) durch und machte sich um die Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes sowie des Strafvollzugs verdient; 1987 erhielt er den Menschenrechtspreis des Europarats. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; im linken Rand gelocht (keine Textberührung); beiliegend ein ms. Schreiben des Leiters der Präsidialsektion im BMfF v. 12. I. 1961 in selbiger Sache.‎

‎[Broglie, Victor-François de, französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich (1718-1804)]. - Le Marquis de Rochoart (Adjutant des Grafen, D. n. b.).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Moringen, 13. XI. 1761.‎

‎1 S. 4to. "Dans l'absence de Mr Le Comte de Chabo Jay remis Monsiuer Votre Lettre 6 portefeuille que vous lui avez addresser a Mons. Le Comte de Broglie que lui la fera pervenir par le premier ordonnance qui partira [...] son Poste [...]". - Stark fleckig; alt auf Trägerpapier montiert; beiliegend ein alter Sammlungsumschlag.‎

‎[Broglie, Victor-François de, französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich (1718-1804)]. - Lefebre (sein Sekretär).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Kassel, 6. II. 1761.‎

‎1½ SS. Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Seine Durchl. der Herr Marechal Von Broglie haben dero Brieff sub 27. Januari richtig Erhalten und mir Befohlen Ihnen auff denselben zu antworthen [...] daß Er Ihnen Ihr Begehren willig gestatten thut, Sie können nur den Commandanten der frantzösischen troupen [...] umb Ihren Paß Ersuchen [...]". - Beiliegend ein alter Sammlungsumschlag.‎

‎Bruck, Karl Ludwig Frh. von, Austrian statesman, founder of the Trieste Exchange and the Austrian Lloyd (1798-1860).‎

‎Autograph letter signed ("Bruck"). Vienna, 18 April 1860.‎

‎Large 4to. 1 p. To an unnamed addressee, written a few days before his suicide. - Some slight defects.‎

‎Bruck, Karl Ludwig, Baron, statesman and minister of finance (1798-1860).‎

‎Fine collection of letters and other documents relating to the life and work of the founder of the Trieste stock exchange and the Austrian Lloyd. Contains letters from and to Heinrich Friedjung, Friedrich Baron Bruck and Ignaz Baron Plener. Various places, c. 1860-1913 [?].‎

‎Various sizes. 173½ pp. on 107 ff. (correspondence) and 31½ pp. on 24 ff. (other documents). Karl von Bruck was Austrian minister of commerce, reformed the postal and consular systems, instigated the development of Austrian trade law and created the Trieste marine agency and stock exchange. He did not live to materialize his plans for a central European commercial union which was to bring the customs, currency and tax systems of the German states and Austria into agreement. Wrongly accused of having personally enriched himself in his office, he was dismissed as minister of finance by the Emperor and took his own life.‎

‎Brüelmair, Johannes, Hofkaplan.‎

‎Eigenh. Empfangsbestätigung mit U. O. O., 27. IV. 1508.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Bestätigt "Vier Gulden Reinisch In abschlag unnsers Ruhegelts empfangen" zu haben. - Mit winzigem Papierdruchbruch im linken Rand.‎

‎Brunnow, Ernst Philipp Gf. von, Diplomat (1797-1875).‎

‎Eigenh. Brief mit U. "Ashburnham-house", "Samedi matin".‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Lt. beiliegendem altem Sammlungsumschlag an seinen österreichischen Kollegen August Frh. von Koller. - Der aus einer pommersch-kurländischen Familie stammende Diplomat war von 1840 bis 54 und 1858 bis 1860 als russischer Gesandter und Botschafter in London, später auch in Berlin tätig. Seine "Considerations sur l'esprit de secte" erschienen 1818 in Leipzig. - Bl. mit längsseitigem Ausschnitt im Umfang von etwa einem Viertel des Blattes (kein offensichtlicher Textverlust).‎

‎Brunswik von Korompa, Joseph, Obergespan und Reichsrichter (1750-1827).‎

‎Brief mit eigenh. U. Ofen, 6. II. 1823.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Empfehlungsschreiben an einen namentlich nicht genannten Adressaten für den mit Brunswiks Nichte "Graf Carl Stahremberg [!]" verheirateten "Graf Carl Stahremberg [!]", der ihn ersuchte hatte, sich für seine Bestellung als Kammerherr beim neu einzurichtenden Hofstaat von Erzherzog Franz Karl - dem Vater des späteren Kaisers Franz Joseph I. - zu verwenden. - Papierbedingt stärker gebräunt und mit zwei großen Einrissen im Mittelfalz.‎

‎Buchanan, Andrew, Diplomat (1807-1882).‎

‎3 eigenh. Briefentwürfe mit U. Wien, 1874-1875.‎

‎Zusammen 14 SS. auf Doppelblättern. Folio. Beiliegend ein eh. Br. mit U. des Schatzkanzlers Ralph Robert Wheeler, Baron Lingen. (London, 22. VII. 1875. 2 SS. Folio.) An das Office of Works in London: "I enclose, herewith, two accounts for coals supplied to the new Embassy House from the 22nd October 1874, to the 31st of March 1875, for heating and drying it during the winter with a view to its early occupation. The Russian coals were used in the Hot air stoves by which the Public Rooms an the principal BedRooms [!] are heated, and the Bohemian brown coal was burnt in the fire places and stoves in the lower & upper stoves & in the servants rooms [...]". - Seit 1825 im diplomatischen Dienst stehend, war Buchanan u. a. in Rio de Janeiro, Konstantinopel, Washington, St. Petersburg, Madrid und von 1871 bis 1878 auch in Wien tätig. - Baron Lingen war seit 1870 als Schatzkanzler tätig und "at all events a most successful resister of importunate claims, and his undoubted talents as a financier were most prominently displayed in the direction of parsimony" (Encyclopedia Britannica, 11th ed.).‎

‎Bucher, Lothar, Politiker und Publizist (1817-1892).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("L Bucher"). Lützowstraße 39, 12. IV. o. J.‎

‎1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. An ein namentlich nicht genanntes Fräulein über einen Besuch bei ihr: "[...] Indessen fürchte ich, Sie durch einen so frühen Besuch in die Seelenstimmung zu versetzen, die der Onkel Schulz mit mehr Kraft als Eleganz des Ausdrucks 'die reine Kratzbürste' zu nennen pflegte. Ich werde also morgen, Montag, zwischen 8 und 9 des Abends kommen [...]". - Lothar Bucher war Abgeordneter des linken Zentrums in der preußischen Nationalversammlung (1848) und der Zweiten Kammer (1849). "Wegen seiner Mitwirkung am Steuerverweigerungsbeschluß als einziger zu Gefängnis verurteilt, floh er 1850 nach London, wo er bis zu seiner Amnestierung 1861 als Korrespondent der 'Nationalzeitung' lebte. Von Bismarck 1864 ins Auswärtige Amt berufen, war er bis 1886 - seit 1865 Legationsrat, seit 1872 Geheimrat - einer seiner engsten Mitarbeiter. Bucher vermittelte Bismarcks Kontakt zu Lassalle (dessen Testamentsvollstrecker er war), übernahm mehrmals diplomatische Sonderaufgaben und zeichnete sich vor allem bei der Abfassung wichtiger Schriftstücke aus. Er folgte Bismarck in den Ruhestand und hatte großen Anteil an der Niederschrift von dessen 'Erinnerung und Gedanke'" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt. MEGA III/4, 48, 74, 81, 191, 195, 196.‎

‎[Bunsen, Christian Frh. v., Diplomat und Theologe (1791-1860)]. - Frances von Bunsen.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Karlsruhe, 10. VI. 1871.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An Frau Mohl (?): “Ich beantworte Ihren freundschaftlichen Brief mit Erwiederung des darin ausgesprochenen Wunsches, so gut ich solche machen kann, aber das Verlangen nach Autographen meines seligen Mannes wird mir immer schwüriger zu befriedigen, nicht daß es mir daran fehle, nur daß ich Briefe an mich eigentlich gerichtet, nicht geben kann, und ich nichts der Art sonst besitze als nur aus Papier-Körbe gerettete, weggeworfene Blätter - so ächt wie sie es nur sein können, aber natürlich ohne Unterschrift [...]”. - Christian von Bunsen gehörte zu den Mitbegründern des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom; in der Auseinandersetzung um das Breve Pius’ VIII. über die Mischehen (1830) und dem sich daraus entwickelnden Kölner Kirchenstreit wurde seine Stellung in Rom jedoch unhaltbar, so daß er demissionierte und Gesandter in Bern wurde. 1841 verhandelte er in England im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. über die Gründung eines anglikanisch-preußischen Bistums in Jerusalem. Seit 1844 als preußischer Gesandter in London tätig, wurde er wegen seiner englisch orientierten Haltung während des Krimkriegs 1854 abberufen und zog sich als Privatier nach Heidelberg zurück. Seine Gattin Frances, die älteste Tochter von Benjamin Waddington of Llanover, Monmouthshire, veröffentlichte 1868 seine Erinnerungen (‘A Memoir of Baron Bunsen’; dt. verm. Ausg. von Friedrich Nippold, 1868-71).‎

‎Bunsen, Christian von, preußischer Botschafter (1791-1860).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. ("Bunsen"). Passy [?] bzw. o. O., 1. IX. o. J. bzw. o. D.‎

‎Zusammen (1¼+2 =) 3¼ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. 8vo. Beiliegend ein lithogr. Portrait mit faks. Namenszug. An einen Herrn Grüner mit der Bitte um einen Gipsabguß der Princess royal, den er Lady Palmerston schenken möchte (Br. v. 1. September), bzw. mit Dank für die Übersendung einer Büste des Zeus (undat. Brief). - Christian von Bunsen gehörte zu den Mitbegründern des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom; in der Auseinandersetzung um das Breve Pius? VIII. über die Mischehen (1830) und dem sich daraus entwickelnden Kölner Kirchenstreit wurde seine Stellung in Rom jedoch unhaltbar, so daß er demissionierte und Gesandter in Bern wurde. 1841 verhandelte er in England im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. über die Gründung eines anglikanisch-preußischen Bistums in Jerusalem. Seit 1844 als preußischer Gesandter in London tätig, wurde er wegen seiner englisch orientierten Haltung während des Krimkriegs 1854 abberufen und zog sich als Privatier nach Heidelberg zurück. Seine Gattin Frances, die älteste Tochter von Benjamin Waddington of Llanover, Monmouthshire, veröffentlichte 1868 seine Erinnerungen ("A Memoir of Baron Bunsen"). - Das beiliegende Portrait stärker fleckig und angestaubt. - Aus der Autographensammlung des Heidelberger Chirurgen Benno Schmidt (1860-1935) mit dessen eh. beschr. Umschlag.‎

‎Bunsen, Christian von, preußischer Botschafter (1791-1860).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 22. III. 1828.‎

‎1 S. 4to. An seinen Freund, den Buchhändler Friedrich Gottlieb Becker in Gotha, dem er seine bevorstehende Abreise am "Oster-Montag" aus Berlin mitteilt: "[...] Bis dahin werden Briefe von allen Seiten, wenigstens von Bonn, für mich an Dich kommen, gieb sie doch gefälligst mit der Adresse; Berlin, auf die Post".‎

‎Bunsen, Christian von, preußischer Botschafter (1791-1860).‎

‎Visitenkarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. ("Bunsen"). Wohl London, 2. IX. 1853.‎

‎1 S. Visitkartenformat. Mit einer Beilage (s. u.). Empfehlungskärtchen für den Apotheker und Chemiker Carl Boedeker (1815-1895). - Christian von Bunsen gehörte zu den Mitbegründern des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom; in der Auseinandersetzung um das Breve Pius' VIII. über die Mischehen (1830) und dem sich daraus entwickelnden Kölner Kirchenstreit wurde seine Stellung in Rom jedoch unhaltbar, so daß er demissionierte und Gesandter in Bern wurde. 1841 verhandelte er in England im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. über die Gründung eines anglikanisch-preußischen Bistums in Jerusalem. Seit 1844 als preußischer Gesandter in London tätig, wurde er wegen seiner englisch orientierten Haltung während des Krimkriegs 1854 abberufen und zog sich als Privatier nach Heidelberg zurück. Seine Gattin Frances, die älteste Tochter von Benjamin Waddington of Llanover, Monmouthshire, veröffentlichte 1868 seine Erinnerungen ("A Memoir of Baron Bunsen"). - Mit kleinen Montagespuren und einer alt montierten Notiz zur Provenienz der Karte sowie zu der beiliegenden eh. Widmung an den Politiker Moritz August von Bethmann Hollweg, "seinem verehrten Freunde [...] zum Andenken an Freitag den 29sten August 1851 | Bunsen" (48:101 mm); beide Bll. etwas unfrisch. MEGA III/2, 303, 304, 317-319; III/3, 81, 736; III/4, 162; III/6, 383, 540.‎

‎Buol-Schauenstein, Karl Gf. von, Politiker (1797-1865).‎

‎8 eigenh. unterfertigte Schriftstücke. Wien, 1853-57.‎

‎Zusammen 19½ SS. Folio. Korrespondenz zwischen dem Ministerium des Äußeren - dem Buol-Schauenstein von 1852 bis 1859 vorstand - und den englischen Gesandten Gf. Westmorland (1 Brief, dat. 6. XII. 1853) und Sir George Hamilton Seymour (7 Briefe, 8. VI. 1856 bis 14. VIII. 1857) über die Erteilung von Vollmachten für englische Staatsbürger, über die Gründe für Wegweisungen u. a. - Gf. Buol-Schauenstein war lange Jahre als Diplomat in Karlsruhe, Stuttgart, Turin, St. Petersburg und London tätig und wurde als Vertreter der Politik Schwarzenbergs 1852 Außenminister. Sein Verhalten im Krimkrieg und die Niederlage im Krieg gegen Sardinien und Frankreich führten 1859 zu seiner Entlassung. - Beiliegend eine zeitgenössische biographische Notiz.‎

‎Buol-Schauenstein, Karl Gf. von, Politiker (1797-1865).‎

‎Hs. Entwurf einer telegr. Depesche mit eigenh. Namenszug. Pesth, 6. VI. 1852.‎

‎1 S. Folio. An Feldmarschallieutnant von Kempen: "Das Volksfest im Stadtwäldchen ist vorüber. Es war vom herrlichen Wetter begünstiget. Unzählige Menschenmassen. Se. Majestät wurden überall mit stürmischen Jubel empfangen. Die regste Theilnahme ist allgemein. Nicht die geringsten Störungen [...]". - Gf. Buol-Schauenstein war lange Jahre als Diplomat in Karlsruhe, Stuttgart, Turin, St. Petersburg und London tätig und wurde als Vertreter der Politik Schwarzenbergs 1852 Außenminister. Sein Verhalten im Krimkrieg und die Niederlage im Krieg gegen Sardinien und Frankreich führten 1859 zu seiner Entlassung. - Beiliegend eine zeitgenössische biographische Notiz. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Burian von Rajecz, Stephan Graf, Staatsmann und Diplomat (1851-1922).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. ("Gf. Burian"). Wien, 1919 und 1920.‎

‎Zusammen (1+¾ =) 1¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An einen Herrn Lahm vom Ullstein Verlag betr. der Publikation seiner Memoiren: "Ich bitte Sie an einem der nächsten Tage bei mir vorsprechen zu wollen (12-1 oder 2-4 Uhr), ich möchte wegen der Terminfrage ins Reine kommen, da meine Sommerdispositionen davon abhängen [...]" (a. d. Br. v. 6. II. 1920). - Stephan Graf Burian von Rajecz war nach mehrjähriger Tätigkeit im diplomatischen Dienst als Repräsentant der ungarischen Reichshälfte gemeinsamer Finanzminister der k. u. k. Monarchie. "In sein Ressort fiel die Finanzverwaltung der 1908 annektierten Länder Bosnien und Herzegowina. 1913-15 Minister am Hof in Wien, übernahm er 1915 das Außenministerium; seine Bemühungen um eine Neutralität Italiens im Ersten Weltkrieg blieben vergeblich. 1916-18 wieder Finanzminister, wurde B. v. R. nach dem Rücktritt Ottokar Czernins erneut Außenminister. Seine 'Erinnerungen' (1919) und 'Drei Jahre aus der Zeit meiner Amtsführung im Kriege' (1923) vermitteln ein aufschlußreiches Bild der dualistischen Ära in Österreichs Geschichte" (DBE). - Beiliegend ein ms. Vorvertrag sowie ein ms. Begleitschreiben hierzu (dat. 11. VIII. 1919).‎

‎Cadorna, Raffaele, General (1815-1897).‎

‎Visitkarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. ("GeneraleRCadorna"). Bad Gastein, 11. VIII. 1887 [?].‎

‎2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Mitteilung, heute die deutschen Zeitschriften bekommen zu haben, die ihn und seine Aktionen positiv bewerten und in denen der Adressat des Briefes sich wohlwollend über seine Person geäußert habe. - Kurz vor Ausbruch des zweiten italienischen Unabhängigkeitskrieges (Schlacht von San Martino) 1859 zum Oberstleutnant im Generalstab befördert, wurde Raffaele Cadorna im Jahr darauf zum General ernannt und "mit der Organisation der militärischen Angelegenheiten in der Toskana betraut. Nach der Annexion Süditaliens wurde Cadorna zum Militärkommandanten von Sizilien ernannt. In den Jahren danach bekämpfte er das so genannte ‚Brigantenunwesen' in den Abruzzen und in Molise. Im September 1866 entsandte man ihn nach Palermo, um den dortigen bourbonischen Aufstand zu unterdrücken, 1869 schlug Cadorna einen weiteren Aufstand in den Marken nieder. Im September 1870 befehligte er das IV. Armeekorps und nahm am 16. September 1870 Civitavecchia und nach kurzer Beschießung (Porta-Pia-Bresche und anschließender Durchbruch der Bersaglieri) am 20. September auch Rom ein. Am 1. Dezember 1873 übernahm er das Territiorialkommando (Korpskommando) von Turin. 1877 schied er aus dem aktiven Dienst aus" (Wikipedia).‎

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