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‎Keil, Robert, Schriftsteller (geb. 1826).‎

‎Brief mit eigenh. U. Weimar, 25. II. 1883.‎

‎1½ SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ihr werthes Schreiben vom 21. d. Mts. habe ich empfangen und würde Ihrem Wunsche gern entsprechen, wenn es mir nur möglich wäre: Ich habe aber die Freiexemplare meiner bisher erschienenen kultur- und literaturgeschichtlichen Schriften längst verschenkt und besitze selbst nur mein Exemplar davon [...]". - Keil war als Rechtsanwalt in Weimar tätig und wurde literarisch als Verfasser von Schriften über Studenten und Burschenschafter bekannt; später wandte er sich literaturgeschichtlichen Fragen und hier insbesondere solchen zu Goethe zu ("Goethe, Weimar und Jena im Jahre 1806", 1882; "Frau Rath. Briefwechsel von Katharina Elisabeth Goethe. Nach den Originalen mitgetheilt", 1871). - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.‎

‎Keim, Franz, Schriftsteller (1840-1918).‎

‎Eigenh. Portraitpostkarte mit U. O. O. u. D.‎

‎1 S. Qu.-8vo. An einen namentlich nicht genannten "Herrn und Freund": "Ich sende das Gewünschte | Aufsatz, Bücher & Bilder! Um die Prager Adresse gelegentlich ersuchend | mit Empfehlungen von meiner Frau [...]". - Die Bildseite mit einer Ansicht von Keims Geburtshaus in Gmunden (nach einem Bild von Johann Fischer) und einer Portraitvignette des Dramatikers am linken oberen Blattrand. - Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrer ließ sich der aus dem oberösterreichischen Stadl-Paura stammende Dichter 62jährig als freier Schriftsteller in Wien, später in Brunn am Gebirge nieder. Seit 1875 als Dramatiker bekannt, wandte sich Keim später in Anlehnung an Ludwig Anzengruber und Peter Rosegger vor allem dem Volksstück zu, verarbeitete Stoffe aus der Geschichte und Sagenwelt der Wachau und schrieb Balladen, Gelegenheitslyrik, Mundartdichtung sowie den Gedichtzyklus "Stefan Fadinger. Ein deutsches Bauernlied auf fliegenden Blättern" (1885).‎

‎Keindl, Othmar, Journalist und Dramaturg (geb. 1877).‎

‎3 (davon 2 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit U. Berlin, 1950-55.‎

‎Zusammen 5½ SS. 8vo. An die Schauspielerin Lili Marberg: "Wissen Sie, welch' Gedenktag heute zu feiern ist? Vor ...zig Jahren betraten Sie, vom Stadttheater Barmen kommend, zum ersten Male die Bühne des alten Thaliatheaters in Hamburg als Soghra in 'Kismet' .... Ich schwärmte gleich am ersten Abend für Sie, die 'wilde Katze', wie sie der Verfasser Adolph Rosée im Stück nannte. Das erste Jahr meines Theaterwirkens (ich hatte ja eben meine sogenannte Laufbahn begonnen) brachte Ihnen leider nicht allzu viel Freude, die Beschäftigung in all den belanglosen Stücken war für die junge Schauspielerin wenig Befriedigung. Wie hiessen doch all die 'Werke', in denen Sie mehr oder weniger schöne Aufgaben hatten? Dora - Grosskaufmann - Heiterethei - Fall Clemenceau - Denise - Pension Schöller - Der Zweite - Blaue Stein [...] Dann kehrten Sie Hamburg den Rücken und gingen nach München, wo der mächtige Salomeerfolg stieg [...]". - Keindl war lange Zeit als Theatersekretär und Dramaturg am Thalia-Theater in Hamburg, später am Deutschen Theater ind Berlin und am Kleinen Schauspielhaus Berlin-Charlottenburg tätig. Seit 1928, der Gründung des Theaters in der Behrenstraße, war Keindl als Verwaltungsdirektor daselbst tätig.‎

‎Keller, Paul, Schriftsteller (1873-1932).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. Breslau, 6. I. 1910.‎

‎2 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Dame: “Zunächst bitte ich recht herzlich um Entschuldigung, daß ich Ihren lieben Novemberbrief erst heute beantworte. Ich bekam das Schreiben einmal unterwegs, freute mich seiner - und verlor es. Nun habe ich solange gesucht, bis ich es wiedergefunden habe und mit ihm Ihre Adresse. Den von Ihnen gesandten hübschen Scherz habe ich aus dem Gedächtnis reproduziert und inzwischen im ‘Guckkasten’ verwendet. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen sagen, wie sehr ich die drei Bilder liebhab, die Sie zu meinem ‘Wintermärchen’ geschaffen haben [...]”. - Der Schriftsteller gab von 1909 bis 1912 die Zeitschrift "Der Guckkasten" heraus, später gründete er "Die Bergstadt". Häufige Reisen führten ihn durch ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika. Mit seinem umfangreichen Werk gehörte Keller "zu den meistgelesenen Autoren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; die Gesamtauflage seiner Bücher lag 1931 bei 5 Millionen, es gab Übersetzungen in 17 Sprachen" (BBKL II, s. v.); einige seiner Romane (darunter "Waldwinter", "Die Heimat", "Der Sohn der Hagar" und "Ferien vom Ich") wurden auch verfilmt. Vgl. Kosch II, 1247. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; mit kl. Ausr. in der linken oberen Ecke (keine Textberührung).‎

‎Keller, Paul, Schriftsteller (1873-1932).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Breslau, 25. X. 1912.‎

‎1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to. An eine Gräfin mit Dank für deren Zuschrift: "[...] Es gereicht mir zur grössten Genugtuung, dass sich eine Dame aus so berühmter Familie für meine Bücher und meine Bergstadt interessiert. Was ich tue, ist nicht mehr, als dass ich mir Mühe gebe, das mir von Gott verliehene Pfundrecht zu verwalten. Was die böhmische Sprache anlangt, und den rechten heiligen Geist der Pfingsten, so habe ich meine Stellung zur Nationalitäten[-] und Sprachenfrage in meinem Buche 'Das letzte Märchen["] (Seite 69) gekennzeichnet [...]". - Der Schriftsteller gab von 1909 bis 1912 die Zeitschrift "Der Guckkasten" heraus, später gründete er "Die Bergstadt". Häufige Reisen führten ihn durch ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika. Mit seinem umfangreichen Werk gehörte Keller "zu den meistgelesenen Autoren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; die Gesamtauflage seiner Bücher lag 1931 bei 5 Millionen, es gab Übersetzungen in 17 Sprachen" (BBKL II, s. v.); einige seiner Romane (darunter "Waldwinter", "Die Heimat", "Der Sohn der Hagar" und "Ferien vom Ich") wurden auch verfilmt. Vgl. Kosch II, 1247. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Bergstadt" und mit einem kleinen Randeinriß.‎

‎Kellermann, Bernhard, Schriftsteller (1879-1951).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Seit 1926 Mitglied der Preußischen Dichterakademie, wurde Kellermann 1933 von den Nationalsozialisten ausgeschlossen, sein Revolutionsroman "Der 9. November" wurde verboten und verbrannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kellermann Mitbegründer und Vizepräsident des Kulturbundes zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands, 1949 erhielt er den Nationalpreis der DDR. Vgl. Kosch II, 1249. - Mit hinterlegtem Einriß, sonst schönes Blatt.‎

‎Kemal, Yasar, türkischer Schriftsteller (1923-2015).‎

‎Billett mit eigenh. U. [Basinköy], Dezember 1976.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to. Mit hs. adr. Kuvert. Wünsche aus der Hand seiner Frau zu Weihnachten an einen Sammler.‎

‎Kemal, Yasar, Schriftsteller (geb. 1923).‎

‎Ms. Brief mit eigenh. U. [Basinköy], 1. VIII. 1974.‎

‎½ S. Gr.-4to. Mit ms. adr. Kuvert. An einen Sammler: "[...] you sent me another letter before and in it you were asking something of me, but I did not quite understand what. Is it a signed book you want? Which one? In Swedish? In English? Please write again clearly, and never mind upon the coupons [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Kernmayr, Erich, Schriftsteller (geb. 1906).‎

‎Ms. Brief und ms. Postkarte mit eigenh. U. München, 1958 und 1967.‎

‎Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Kernmayr, 1939 vom damaligen Wiener Gauleiter Joseph Bürckel zum "Gaupresseamtsleiter" für Wien ernannt und seit 1941 im Dienst in der Waffen-SS stehend, wo er in der Division "Das Reich" seine Laufbahn fortsetzte, war nach Kriegsende und einer vorübergehenden Internierung publizistisch weiterhin einschlägig tätig; 1982 wurde er mit dem "Dichtersteinsschild", dem "Joseph-Hieß-Gedenkpreis" ausgezeichnet. Vgl. Kosch VIII, 1078f. (Kern). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Kernmayr, Hans Gustl, Schriftsteller (1906-1977).‎

‎5 (davon 1 eigenh. und 4 ms) (Bild-)Postkarten mit U. bzw. Initialen und 3 eh. signierte Autorenportraits. Verschiedene Orte, 1951 bis 1968.‎

‎Zusammen 8 SS. auf 8 Bll. Meist qu.-8vo. Beiliegend 2 Kuverts sowie ein unbeschr. Autorenportrait. An Josef Wesely: "Viel Feind' - viel Ehr' - Mein neuer Film - 'Weil Du arm bist - mußt Du früher sterben' - wird eine Revolte auslösen. Ich muß mein Leben - u. mein Schaffen - schon so wie'[s] ist - ausleben [...]" (Bildpostkarte v. 8. II. 1956). - "Da ich ja um einige Wochen älter bin als Sie, biete ich Ihnen, obwohl wir uns noch nie gesehen haben, das brüderliche Du an - und wünsche Dir, daß Du Deinen 60iger und die weiteren fünfzig Jahre in Fröhlichkeit und Gesundheit verleben sollst [...]" (ms. Briefkarte v. 10. II. 1960). - Im Laufe seines Lebens mehreren Berufen nachgehend - so war Kernmayr u. a. als Tanz- und Sprachlehrer, Kumpel am steirischen Erzberg, Holzknecht, Kabarettsänger und Modevertreter tätig - war der Schriftsteller zuletzt im Oberbayerischen gesehen. Dem Nationalsozialismus seinerzeit huldigend und Soldatenromane verfassend, war Kernmayr recht umtriebig, ehelichte 1957 als vierte Gattin die Schriftstellerin Marie Louise Fischer und schenkte sich, seinerseits 22 Jahre älter, nach zwölf Jahren Ehe noch eine Tochter aus einer außerhäuslichen Liaison. Seinem Vorhaben, ihre Romane unter seinem Namen herauszubringen, konnte der Verleger gerade noch Einhalt gebieten.‎

‎Kernstock, Ottokar, Dichter und Pfarrer zu Schloß Festenburg (1848-1928).‎

‎Bildpostkarte mit eigenh. U. Vorau (Steiermark), 17. VIII. 1928.‎

‎1 S. 8vo. Mit 2 Beilagen. Auf einer Sammelpostkarte einer Reisegesellschaft an Chordirektor Josef Brauneis in Spitz a. d. Donau. - Beiliegend zwei gleichfalls an Brauneis gerichtete Bildpostkarten mit Aufnahmen von Ottokar Kernstocks Arbeitszimmer sowie von Burg Festenburg nebst einem Portrait des Dichters.‎

‎Kernstock, Ottokar, Dichter und Pfarrer zu Schloß Festenburg (1848-1928).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. Festenburg, 1928.‎

‎1 S. Qu.-12mo. "Nichts Verwelschtes, nichts Gefälschtes! | Deutsch und g'rad in Wort und Tat!" -‎

‎Kernstock, Ottokar, Dichter und Pfarrer zu Schloss Festenburg (1848-1928).‎

‎Hektographiertes, hs. Gedicht. Festenburg, 1923.‎

‎1 S. Folio. 16zeiliges, “Den deutschen Turnern zum Gruss!” betiteltes Gedicht mit gleichfalls hektogr. Datum und U. “In Trümmern trauern unsre alten Festen, | Verfallen liegt manch ritterliches Haus, | Der Geist jedoch, das mag uns Enkel trösten, | Der Geist, der Deiner lebte, stirbt nicht aus [...]”.‎

‎Kessel, Martin, Schriftsteller (1901-1990).‎

‎Eigenh. Postkarte mit U. Berlin, 15. IV. 1943.‎

‎1 S. 8vo. Mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche: “Freut mich, freut mich, daß Sie meiner gedachten; aber wenn ich nur wüßte, wie ich zu dieser Ehre gelange [...]”. - Als freier Schriftsteller in Berlin lebend, veröffentlichte Kessel Gedichte, Erzählungen und Romane. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane ‘Herrn Brechers Fiasko’ (1932) und ‘Lydia Faude’ (1965). Vgl. Kosch VIII, 1103.‎

‎Key, Ellen, Reformpädagogin und Schriftstellerin (1849-1926).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. ("E. Key"). O. O., 22. V. 1909.‎

‎1 S. 8vo. Auf der Rückseite einer Bildpostkarte mit der Abbildung einer Plastik: "Erinnerung an eine schöne Stunden [!] mit Heiligen und Gotteskinder[n] aus der Zeit wo noch die Welt klein aber die Herzen groß waren und die Kunst wunderbar aber die Künstler Nahmenlos [!]". - Minimal fleckig.‎

‎Khuenberg, Sophie von, Schriftstellerin (1863-1937).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 11. I. 1899.‎

‎3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Hier sende ich Ihnen das so sehr gewünschte Gedicht u. bitte um Entschuldigung, wenn es nicht so schön aussieht, als Sie vielleicht gehofft haben [...]. Früher konnte ich es unmöglich senden, - Sie haben keine Ahnung wie belastet meine Zeit ist, - können sich's aber wohl erklären, wenn Sie zur literarischen Arbeit noch Secundaner, Volksschüler, Hauswirtschaft und Correspondenz mit dem fernen Gatten addieren [...]". - Von Peter Rosegger und Robert Hamerling zum Schreiben ermutigt, war die Gattin des Schriftstellers und Kunstkritikers Karl Erasmus Kleinert Mitarbeiterin der Zeitschrift "Moderne Dichtung" und des Witzblattes "Der liebe Augustin" und schrieb Schauspiele, Gedichte und Erzählungen. - Ohne das erwähnte Gedicht.‎

‎Kienzl, Hermann, Schriftsteller (1865-1928).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. VII. 1890.‎

‎4 SS. auf Doppelblättern. 8vo. “Ich bin gerne bereit [...] an Ihrem Blatte von Berlin aus regelmäßig mitzuarbeiten, da Ihre Unternehmung zu den wenigen gehört, deren Tendenz meinen schriftstellerischen Grundsätzen entspricht [...]”. - Der Bruder Wilhelm Kienzls studierte in Graz, Innsbruck und Berlin Philosophie und Germanistik und arbeitete seit 1889 als Kunstkritiker und Redakteur zunächst in Wien, dann in Berlin. Anschließend in den Redaktionen des ‘Grazer Tagblatts’ und des ‘Wiener deutschen Volksblatts’ tätig, hatte er 1897-1904 die Chefredaktion des ‘Grazer Tagblatts’ inne. Seit 1905 lebte Kienzl als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Dramatiker in Berlin. Vgl. Kosch II, 1266. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Kinderfreund, Karl Joseph, Schriftsteller und Musiker (geb. 1793).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 13.?. 1864 und 9.IX. 1866.‎

‎Zusammen 2 SS. Mit eh. Adr. und Siegel. 4to und 8vo. An [Johann] Janatka (geb. 1800), "Professor am Musikconservatorium in Prag": "Indem von mir zum neuen Jahr ein gedrucktes Journal unter dem Titel 'Welt-Curier' erscheint [...]" (Br. v. 13.1864). - Durch seine "Lehrmethode, mittelst welcher er Kinder von 7-8 Jahren fähig machte, schwierigere Compositionen [...] vorzutragen" (Wurzbach, zit. n. DBA I 649, 1), bekannt geworden, "veranstaltete [Kinderfreund] zum Besten der leidenden Menschheit öffentliche Concerte" (ebd.) und suchte, da ihm dies nicht ausreichte, "auch auf literarischem Gebiete [...] wenngleich weniger glücklich [...] Lorbern zu pflücken [...]" (ebd.), so etwa in Adolph Bäuerles ‘Theater-Zeitung’. - Der im Brief erwähnte ‘Welt-Courier’ erschien als Monatsbeilage zu der von ihm seit 1858 oder 1859 redigierten Zeitschrift ‘Österreichische Signale für Theater, Kunst usw.’ - Zum Adressaten vgl. DBA I 599, 244-245.‎

‎Kinkel, Gottfried, Dichter und Politiker (1815-1882).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Unterstraß bei Zürich, 16. IV. 1877.‎

‎2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Spät, aber nicht minder verbindlich danke ich Ihnen für den Abdruck meiner Rede über Leichenverbrennung und Verbreitung derselben in Ihren angeregten Kreisen [u.] für die Exemplare derselben [u.] für die 2 Ex. der 'Fadinger'- und Ihren Kalender für 1877 [...] Der Kalender ist gut gemacht und muthvoll, obgleich vorsichtig geschrieben. Leider sehe ich wenig Hoffnung mitarbeiten zu können [...]". - Mit kl. Einr. am oberen Blattrand und etwas lappig. MEGA III/2, 554; III/3, 30, 99, 130, 233, 377, 534, 536, 537, 544, 557, 558, 582, 685, 712; III/4, 48, 74, 79-83, 91, 98, 104, 105, 107, 117, 119, 121, 128, 129, 139, 147, 160, 164, 183, 184, 187-196, 204, 206, 211, 222, 228, 239, 242, 253-258, 278, 325, 333, 342, 344, 356, 365-368, 373, 375, 392, 401, 404, 418, 420, 467, 473, 503, 515, 516, 527, 528, 541, 542, 556, 557; III/6, 7, 8, 10, 27, 36-38, 40, 47, 62, 69, 74, 75, 81, 86, 104-108, 116, 118, 128, 148, 153, 158, 160, 164, 179, 186, 204, 205, 218, 229-231, 247, 250, 251, 253, 268, 271, 272, 281, 282, 287, 298, 308, 309, 316, 318, 319, 362, 375, 393, 395, 400, 402, 419, 434, 436, 442, 444, 448, 453, 455, 457, 477, 478, 485, 493, 500, 505, 511, 512, 518, 527, 533, 551, 552, 554, 555, 568, 571-574, 580, 581, 591, 592, 596.‎

MareMagnum

Inlibris
Wien, AT
[Books from Inlibris]

€ 1.400,00 Informazioni/Compera

‎Kipling, Rudyard, English poet and novelist (1865-1936).‎

‎Clipped signature. N. p. o. d.‎

‎95 x 75 mm. Includes a portrait.‎

‎Kirst, Hans Hellmut, German writer (1914-1989).‎

‎2 autogr. picture postcards and 1 autogr. postcard signed. Munich and Starnberg, 1965-1967.‎

‎8vo. 3 pp. With an autogr. envelope. Collection of postcards to the collector Josef Wesely. - The prolific Kirst was one of Germany's most successful novelists of the post-war period and the first German member of the American "Author's Guild".‎

‎Kirst, Hans Hellmut, Schriftsteller (1914-1989).‎

‎3 eigenh. Briefkarten und 1 eh. Bildpostkarte mit U. O. O. , 1960 bis 1970.‎

‎Zusammen 4 SS. auf 4 Bll. Qu.-8vo. Mit 3 eh. adr. Kuverts. Dankt Josef Wesely für ihm wiederholt übersandte Geburtstags- und Neujahrswünsche. - H. H. Kirst war von 1933 bis 1945 Berufssoldat; seit 1944 im Rang eines Oberleutnants, war er bei Kriegsende nebenamtlicher NS-Führungsoffizier und an der Kriegsschule als Chef der Stabsbatterie tätig. Von dem gleichfalls dort unterrichtenden späteren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß nach Kriegsende als Nationalsozialist denunziert und für neun Monate in Kriegsgefangenschaft genommen, entspann sich daraus eine jahrelang persönlich und politisch ausgetragene Kontroverse. Anschließend vorübergehend als Gärtner, Straßenarbeiter, Dramaturg und Gemeindeschreiber tätig, begann Kirst schließlich 1947 als Filmkritiker beim "Münchner Mittag", dem späteren "Münchener Merkur". Seine von der Kritik generell als sprachlich durchschnittlich eingestuften Romane hinderten nicht, den Verfasser von knapp 40 Büchern zu einem der erfolgreichsten und meistgelesenen deutschen Nachkriegsautoren werden zu lassen, dessen Romane sich durch eine dem Film nahestehende Spannungsdramaturgie auszeichnen. Von Kriegserfahrungen gezeichnet und jede Form des Militarismus hinfort ablehnend, wurde der Schriftsteller zu einem strikten Gegner der deutschen Wiederbewaffnung und des als Bundesverteidigungsminister (1956-62) den Aufbau der Bundeswehr vorantreibenden F. J. Strauß. Von 1964 bis 1978 Mitglied des P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik und seit 1979 des P.E.N.-Zentrums Liechtenstein, gehörte Kirst seit 1966 als erster deutscher Schriftsteller der amerikanischen Schriftstellervereinigung "Author's Guild" an, nachdem er dort 1965 als vermutlich erster deutscher Krimi-Autor einen der renommierten "Edgar Allan Poe Awards" erhalten hatte; die Universität Boston legte 1967 eine "Kirst Collection" als "Dokument der Zeitgeschichte" an. - Die Briefkarten auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Kirst, Hans Hellmut, Schriftsteller (1914-1989).‎

‎Eigenh. Brief mit U. und eh. Briefkarte mit U. Feldafing am Starnberger See, 1972.‎

‎Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 2 Bll. Gr.-4to und qu.-8vo.Mit zwei eh. adr. Kuverts. An einen Sammler: "Ihre Frage ist die bedeutsamste und wohl auch die verwegendste, die man einem Autor stellen kann - ich will dennoch versuchen, sie zu beantworten. Hätten Sie mich von [!] 10 oder 5 Jahre[n] danach gefragt , warum ich schreibe, würde ich Ihnen vermutlich geantwortet haben: um diese Welt, wenigstens doch Teile davon, zu verändern! Nunmehr jedoch - nach bitteren Erfahrungen - wäre ich schon beglückt, wenn mir dies gelingen könnte: einige wenige Menschen, also Leser, zu einer kritischen Funktion zu bewegen; sie sollen nichts einfach hinnehmen, was auch immer ihnen begegnen mag. Sie sollen ihren Verstand gegen die Macht, die Mächtigen benützen - und wenn nur, um zu überleben! Und um dabei ihre ureigene Welt zu finden - in sich selber [...]" (a. d. Br. v. 18. V. 1972). - H. H. Kirst war von 1933 bis 1945 Berufssoldat; seit 1944 im Rang eines Oberleutnants, war er bei Kriegsende nebenamtlicher NS-Führungsoffizier und an der Kriegsschule als Chef der Stabsbatterie tätig. Von dem gleichfalls dort unterrichtenden späteren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß nach Kriegsende als Nationalsozialist denunziert und für neun Monate in Kriegsgefangenschaft genommen, entspann sich daraus eine jahrelang persönlich und politisch ausgetragene Kontroverse. Anschließend vorübergehend als Gärtner, Straßenarbeiter, Dramaturg und Gemeindeschreiber tätig, begann Kirst schließlich 1947 als Filmkritiker beim "Münchner Mittag", dem späteren "Münchener Merkur". Seine von der Kritik generell als sprachlich durchschnittlich eingestuften Romane hinderten nicht, den Verfasser von knapp 40 Büchern zu einem der erfolgreichsten und meistgelesenen deutschen Nachkriegsautoren werden zu lassen, dessen Romane sich durch eine dem Film nahestehende Spannungsdramaturgie auszeichnen. Von Kriegserfahrungen gezeichnet und jede Form des Militarismus hinfort ablehnend, wurde der Schriftsteller zu einem strikten Gegner der deutschen Wiederbewaffnung und des als Bundesverteidigungsminister (1956-62) den Aufbau der Bundeswehr vorantreibenden F. J. Strauß. Von 1964 bis 1978 Mitglied des P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik und seit 1979 des P.E.N.-Zentrums Liechtenstein, gehörte Kirst seit 1966 als erster deutscher Schriftsteller der amerikanischen Schriftstellervereinigung "Author's Guild" an, nachdem er dort 1965 als vermutlich erster deutscher Krimi-Autor einen der renommierten "Edgar Allan Poe Awards" erhalten hatte; die Universität Boston legte 1967 eine "Kirst Collection" als "Dokument der Zeitgeschichte" an. - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Klaar, Alfred, Literaturhistoriker (1848-1927).‎

‎Eigenh. Brief mit U. (“Prof. Dr. Klaar”). Berlin, 5. IV. 1905.‎

‎4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Autor: “Sie sind empfindlich darüber, daß Sie über Ihr Feuilleton sechs Wochen nichts vernommen haben. Glauben Sie mir: Der Fall ist kein außerordentlicher [...] Sie haben bei Abfassung Ihres Feuilletons übersehn, daß Herr Marschall kein todtes Object, kein bloßes ‘Motiv’, sondern ein sehr lebendiger Herr ist und daß der verbitterte streitlustige Mann durch nichts gehindert wird, uns hier in Berlin zu klagen und sich so - vielleicht - eine Genugtuung zu holen [...] Sehr dankbar aber wäre ich Ihnen wenn Sie die Arbeit anderweitig verwerten, da sie dem Interessenkreise unserer Leser recht fern liegt [...]”. - Seiner regen publizistischen Tätigkeit als Theaterkritiker und Literaturhistoriker wegen kommt Klaar eine besondere Rolle im Prager literarischen Leben zu; als Vorsitzender des Vereins deutscher Schriftsteller "Concordia" setzte er sich für die Förderung damals noch junger Nachwuchstalente wie Rainer Maria Rilke und Hugo Salus ein, Abhandlungen über das Werk Grillparzers trugen ihm den Ruf eines Experten ein. Nach seiner zweiten Heirat mit der Schauspielerin Paula Eberty gab Klaar seine Professur an der TH Prag auf und ließ sich 1899 in Berlin nieder, wo er seit 1922 wieder eine leitende Position bei der ‘Vossischen Zeitung’ innehatte. Vgl. Kosch II, 1281f. - Minimal knittrig und angestaubt. Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der “Redaktion der Vossischen Zeitung”.‎

‎Kleinert, Karl Erasmus, Schriftsteller (1857-1933).‎

‎2 eigenh. Postkarten und ein mehrzeiliger eh. Briefzusatz auf einem hektogr. Rundschreiben. Wien, September und November 1929.‎

‎Zusammen 5 SS. auf 3 Bll. Folio (Rundschreiben) bzw. 8vo (Postkarten, jeweils mit eh. Adresse). An den Pädagogen und Literarhistoriker Michael Maria Rabenlechner (1868-1952): "Im Juli d. J., als ich noch in Franzensbad weilte, haben wir einige Briefe gewechselt und Sie teilten mir die Absicht mit, einen Artikel aus Anlaß des 40. Todestages unseres edlen Dichters Robert Hamerling zu veröffentlichen [...]" (Postkarte v. 10. IX. 1929). - Auch die andere Postkarte sowie das hektogr. Rundschreiben des "Arbeitsausschusses für die Errichtung eines Hamerling-Denkmales in Wien" betreffen die Ehrung des Andenkens an den 1889 verstorbenen Dichter. - Kleinert studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien, wandte sich aber auf Anraten Robert Hamerlings der Schriftstellerei zu. Zunächst Redakteur der "Grazer Tagespost", wurde er Chefredakteur des "Hamburger Tagblatts", später der "Grazer Zeitung"; ansschließend war er - von einer mehrjährigen Unterbrechung abgesehen - lange Jahre für die "Wiener Zeitung" tätig. Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er Novellen, Gedichte und Essays und war als Vortragskünstler erfolgreich. Zudem Präsident des Deutschen Schriftstellerverbandes (Landesgruppe Österreich), wurde Kleinert mit dem Titel eines Kaiserlichen Rats (1904) sowie mit dem Franz-Joseph-Orden (1908) ausgezeichnet.‎

‎[Klesheim, Anton Frh. von, Schriftsteller und Schauspieler (1812-1884)].‎

‎Eigenh. Brief mit U. von Klesheims Adoptivsohn Julius. Wien, 7. VI. 1896.‎

‎1½ SS. auf Doppelblatt. 4to. “In Ihrem geschätzten Blatte von heute bringen Sie unter der Aufschrift ‘’s Ringerl und ‘s Röserl’ eine Episode aus dem Leben des österr. Dialektdichters Anton Baron Klesheim, erzählt von Josefine Jurik. Für diese freundliche Erinnerung an meinen, nach seinem Ableben am 6. Juli 1884 nunmehr gänzlich vergessenen Adoptiv-Vater, gestatten Sie mir Ihnen meinen herzlichen, verbindlichsten Dank zum Ausdrucke zu bringen [...]”. - Anfangs Schauspieler in Wien und Preßburg, wandte sich der aus Peterwardein stammende Adoptivvater des Südbahnadjunkten Julius Frh. von Klesheim der Schriftstellerei zu. "Besonders erfolgreich war er mit seinen mundartlichen Dichtungen, die er in den allerhöchsten Kreisen selbst vortrug. Einige seiner Gedichte wurden volkstümlich, u. a. 'Wanns Mailüfterl waht". Als Theaterdichter war er mit romantischen Märchen und Lustspielen erfolgreich" (DBE). Vgl. auch Kosch II, 1298. - Mit kl. Einr. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Kloepfer, Hans, Schriftsteller und Mediziner (1867-1944).‎

‎Eigenh. Portraitpostkarte mit U. Köflach, August 1937.‎

‎1 S. 8vo. Mit Dank "für die lieben Glückwünsche zum siebzigsten Geburtstag". - Halbfigürliche Aufnahme an einer Parkbank sitzend.‎

‎Knittel, John, Schriftsteller (1891-1970).‎

‎Gedr. Billett mit eigenh. U. Bennigsen bei Hannover, 27. III. 1961.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Qu.-8vo. Mit von seiner Gattin Frances adr. Kuvert. Beiliegend eh. Weihnachtskarten seiner Frau. An Josef Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche zum 70. Geburtstag. - Als Sohn eines Missionars in Indien geboren, lebte Knittel Anfang der 1920er Jahre in London, war bei einer Bank beschäftigt und betätigte sich auch als Filmhändler. "Zu Beginn schrieb er in englischer Sprache, um dann in Deutsch zu publizieren. Knittel lebte lange Jahre in Ägypten, Algerien und Tunesien, dadurch war er imstande die Länder Nordafrikas bis in das kleinste Detail hinein wirklichkeitsnah darzustellen" (Wikipedia). Als sein wohl bekanntester Roman gilt "Via Mala" a. d. J. 1934.‎

‎Kobald, Karl, Schriftsteller und Kulturhistoriker (1878-1957).‎

‎Eigenh. Brief mit U. [Wien], 16. IV. 1928.‎

‎1 S. 8vo. Dankt für die Übersendung eines Aufsatzes: “[...] Ich freue mich wahrhaftig auf die Lektüre, die mir als begeistertem Verehrer Wagners sicher viel Interessantes und Schönes bringen wird [...]”. Geboren in Brünn, studierte Kobald in Wien Rechtswissenschaften, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte, besuchte als Schüler Anton Bruckners und Joseph Hellmesbergers d. J. das Wiener Konservatorium und war anschließend (1906-32) Kunstreferent im Unterrichtsministerium und zugleich seit 1919 dessen interimistischer Leiter. 1932 wurde er Professor an der Akademie für Musik und darstellende Kunst, von 1933-38 und 1945/46 war er zudem als deren Präsident tätig. “Neben Gedichten und Novellen, die von tiefer Naturbegeisterung erfüllt sind, schrieb er kulturhistorische Werke, die das Kunst-, Musik- und Theaterleben Alt-Wiens behandeln” (Kosch II, 1320). Vgl. auch Czeike III, 544.‎

‎Kögl, Ferdinand, Schriftsteller und Musiker (1890-1956).‎

‎4 (davon 2 eigenh. und 2 ms.) Briefe und Briefkarten mit eh. U. Wien, 1936-1953.‎

‎Zusammen 4 SS. 4to und 8vo. Mit 4 ms. Kuverts Dankt Josef Wesely für ihm wiederholt übersandte Geburtstagswünsche. - Kögl war bis 1932 Flötist in großen Orchestern, darunter auch bei den Wiener Philharmonikern. Seit 1933 widmete er sich der Schriftstellerei und war von 1945-51 Generalsekretär des Verbandes demokratischer Schriftsteller und Journalisten. Sein Werk umfaßt Trauerspiele, Komödien, Erzählungen und Romane. Vgl. Kosch IX, 52.‎

‎König, Eberhard, Dramatiker und Erzähler (1871-1949).‎

‎Eigenh. Manuskript. O. O. u. D.‎

‎1 S. Gr.-4to. Vermutlich ein Blatt des Manuskriptes der Trilogie ‘Dietrich von Bern’.‎

‎Köpken, Friedrich von, Lyriker, Übersetzer und Publizist (1737-1811).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Magdeb[ur]g, 7. IV. 1804.‎

‎3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Herr Schütz, den Sie, mein verehrter Freund, aus einigen Beyträgen, die er Ihnen zu Ihrem Taschenbuch geliefert hat, als einen guten Kopf schon kennen, bringt Ihnen diesen Brief. Ich freue mich, daß er mir Gelegenheit giebt [!], mein Andenken bei Ihnen zu erneuern und Ihnen meine unwandelbare Hochschätzung zu bezeugen. Zugleich kan[n] ich mich dadurch eines Auftrages entledigen. Beykommendes Klavi[e]r Lied ist von einem unserer würdigsten und angesehensten Staatsmänner, den ich Ihnen aber nur im Vertrauen nenne: dem hiesigen Herrn Regierungs Präsident von Vangerow. Er hat es auf seine vortreffliche Frau, die Tochter des auch Ihnen bekannten Herrn Doctor Volkmanns - Verf[asser] der Reisen nach Italien [-] gemacht. Er hat die Salomonischen Lobgesänge, dünkt mich, sehr gut und natürlich darin verwebt, u. es hat mehrere sehr gut gelungene Stellen, wie wohl dies Talent das kleinste Verdienst des würdigsten Mannes ist [...]". - Der Sohn eines Magdeburger Kanonikus studierte 1756-59 Rechtswissenschaften in Halle, wurde 1761 Advokat in Magdeburg und wirkte hier später auch als Syndikus. Literarisch umfassend gebildet, gründete er 1760 u. a. zusammen mit August Friedrich Wilhelm Sack den "Gelehrten Club", der später in "Mittwochsgesellschaft" umbenannt wurde, seit 1775 "Litterarische Gesellschaft" hieß und bald eine bedeutende Stellung im Magdeburger literarischen Leben einnahm. Seit 1760 auch veröffentlichte Köpken Rezensionen und kleine poetische und prosaische Schriften, vorwiegend Übersetzungen, in der Wochenschrift "Der Greis", und verfaßte erst nach 1792 einige, für seine Freunde bestimmte lyrische Sammlungen, die neben seinem Hauptwerk, dem Singstück "Hymnus auf Gott", geistliche Lieder, Gedichte, poetische Episteln und Trinklieder enthalten; von 1787-97 schrieb er auch Beiträge für den "Teutschen Merkur" und übersetzte französische Komödien für das Magdeburger Theater. - Wilhelm Gottlieb von Vangerow (1745-1816) erhielt 1797 an der Kriegs- und Domänenkammer in Magdeburg die Stellung und den Titel eines preußischen Regierungspräsidenten. Zu seinen umfangreichen Tätigkeiten gehörte u. a. die Mitgliedschaft in der "Literarischen Gesellschaft" und die Redaktion der "Magdeburgischen gemeinnützigen Blätter" (1789-90); besondere Verdienste erwarb sich von Vangerow in Armenpflege und Schulwesen. - Erwähnter Dr. Volkmann ist wohl Johann Jacob Volkmann (1732-1803), dessen "Historisch-kritische Nachrichten von Italien" den wirkungsvollsten deutschen Italienführer des späten 18. Jahrhunderts darstellen, der u. a. die Reiseerlebnisse von Lessing, Karl Philipp Moritz und Goethe beinflußte.‎

‎Kohn, Maximilian, Literaturhistoriker (1847-1908).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Bad Gastein, 21. IV. 1891.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Falix Dahn wohnt in demselben Hotel mit mir hier; da ich Sammler von Autogrammen weiß [...] ersuchete ich ihn um sein Autogramm [...]". - Der aus Posen stammende Bibliograph, Literatur- und Kulturhistoriker verstarb 1908 in Hamburg.‎

‎Kolbenheyer, Erwin Guido, Schriftsteller (1878-1962).‎

‎2 gedr. Briefkarten mit eigenh. U. Wolfratshausen , o. D.‎

‎Zusammen 2 SS. Qu.-kl.-8vo. Mit 2 eh. adr. Kuverts. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Mit Stefan Zweig freundschaftlich verbunden und von diesem gefördert, promovierte Kolbenheyer 1905, wurde drei Jahre später mit dem Roman "Amor Dei" einer größeren Öffentlichkeit bekannt, lebte seit 1919 als freier Schriftsteller in Tübingen und ging 1932 nach München. Kolbenheyer - der "als einer der Hauptvertreter einer biologistischen, sozialdarwinistischen Geschichtskonzeption, die er in seiner Schrift 'Die Bauhütte. Grundzüge einer Metaphysik der Gegenwart' (1925) darlegt" (DBE) gilt - wurde 1925 mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet und 1926 als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen, die er 1931 aus Protest wieder verließ, um zwei Jahre später erneut einzutreten. Zahlreiche seiner Schriften, "in denen er seine völkische und antikirchliche Einstellung propagierte, weisen ideologische Berührungspunkte mit dem Nationalsozialismus auf. 1945 erhielt Kolbenheyer ein fünfjähriges Berufsverbot und wurde 1950 zum Minderbelasteten erklärt" (ebd.), stand aber weiterhin mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung. 1958 wurde er mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis ausgezeichnet. Vgl. auch Kosch IX, 187ff.‎

‎Kolbenheyer, Erwin Guido, Schriftsteller (1878-1962).‎

‎2 ms. Briefe mit eigenh. U. Gartenberg, 12. XII. 1957 und 15. VIII. 1958.‎

‎Zusammen 2 SS. 4to und 8vo. Beiliegend die mit eh. Korrekturen versehene Druckfahne zu “Vittoria Colonna und Michelangelo” (8 SS. auf 4 Bll. 8vo.). An die Redaktion der Zeitschrift ‘Kunst ins Volk’, der er für die Zusendung “der beiden schönen Hefte dankt und “zwei Prosabeiträge und ein Gedicht” übersendet (Brief v. 12. XII. 1957). Auch im zweiten Brief dankt der Schriftsteller für die Übersendung und hebt hervor: “[...] sie gefällt mir sehr. Einmal muß mit dem Narrenwahn in der bildenden Kunst aufgeräumt werden. Das läßt sich am besten tun, wenn man, wie Sie, wirkliche Kunst im Bilde bringt, und so die Narretei zu Vergleich stellt. | Vielleicht bekommen Sie in einem Antiquariat meine beiden Lyrikbücher, ich habe nur mehr ganz wenige und [Nach]drucke gibts für einen Boykottierten nicht [...]” (Brief v. 15. VIII. 1958). - Mit Stefan Zweig freundschaftlich verbunden und von diesem gefördert, promovierte Kolbenheyer 1905, wurde drei Jahre später mit dem Roman ‘Amor Dei’ einer größeren Öffentlichkeit bekannt, lebte seit 1919 als freier Schriftsteller in Tübingen und ging 1932 nach München. Kolbenheyer - der "als einer der Hauptvertreter einer biologistischen, sozialdarwinistischen Geschichtskonzeption, die er in seiner Schrift 'Die Bauhütte. Grundzüge einer Metaphysik der Gegenwart' (1925) darlegt" (DBE) gilt - wurde 1925 mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet und 1926 als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen, die er 1931 aus Protest wieder verließ, um zwei Jahre später erneut einzutreten. Zahlreiche seiner Schriften, "in denen er seine völkische und antikirchliche Einstellung propagierte, weisen ideologische Berührungspunkte mit dem Nationalsozialismus auf. 1945 erhielt Kolbenheyer ein fünfjähriges Berufsverbot und wurde 1950 zum Minderbelasteten erklärt" (ebd.), stand aber weiterhin mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung. 1958 wurde er mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis ausgezeichnet. Vgl. auch Kosch II, 1351f. - Auf Briefpapier mit gestemp. Briefkopf und mit kl. Rostspur durch (entfernte) Büroklammer; im linken Rand gelocht (keine Textberührung).‎

‎Kolbenheyer, Erwin Guido, Schriftsteller (1878-1962).‎

‎Ms. Postkarte mit eigenh. U. Solln, 2. I. 1943.‎

‎1 S. Qu.-8vo. An Max Hölzer: "Wollen Sie sich an meinen Verlag unter Berufung auf mich wenden. Er wird Ihnen dann die Buchhandlung namhaft machen, der er für Sie ein Exemplar des gewünschten Werkes zukommen lassen wird [...]". - Mit Stefan Zweig freundschaftlich verbunden und von diesem gefördert, promovierte Kolbenheyer 1905, wurde drei Jahre später mit dem Roman "Amor Dei" einer größeren Öffentlichkeit bekannt, lebte seit 1919 als freier Schriftsteller in Tübingen und ging 1932 nach München. Kolbenheyer - der "als einer der Hauptvertreter einer biologistischen, sozialdarwinistischen Geschichtskonzeption, die er in seiner Schrift 'Die Bauhütte. Grundzüge einer Metaphysik der Gegenwart' (1925) darlegt" (DBE) gilt - wurde 1925 mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet und 1926 als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen, die er 1931 aus Protest wieder verließ, um zwei Jahre später erneut einzutreten. Zahlreiche seiner Schriften, "in denen er seine völkische und antikirchliche Einstellung propagierte, weisen ideologische Berührungspunkte mit dem Nationalsozialismus auf. 1945 erhielt Kolbenheyer ein fünfjähriges Berufsverbot und wurde 1950 zum Minderbelasteten erklärt" (ebd.), stand aber weiterhin mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung. 1958 wurde er mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis ausgezeichnet. Vgl. auch Kosch II 1351f.‎

‎Koller, Alexander Baron, Sektionsrat und Schriftsteller.‎

‎3 eigenh. Briefe und 1 eh. Postkarte mit U. Wien, o. J.‎

‎Zusammen 14 SS. 8vo. “Zur bezüglichen Notiz in Ihrem Abendblatte vom 19. d. erlaube mir zu bemerken, dass das Prädikat, welches sich der neue ungarische Judenbaron Doczy (vormals Dux) gewählt hat - nämlich: ‘de Német Keresztúr’ zu deutsch beiläufig ‘Deutsch-Kreuz’ heisst. Da nun der verhaftete Börsengauner A. Dux nach Ihrer obigen Notiz aus Deutsch-Kreuz stammt, so ist es in der That wahrscheinlich, dass beide Herren einem Stamme entsprossen sein mögen. Ich will Ihnen bei diesem Anlasse einen Scherz erzählen, der zwar wohl leider für eine Zeitung nicht geeignet, jedoch recht gut ist. Als nämlich der damalige Ministeriale Hofrat im Ministerium des Äusseren - v. Dux seinen Namen in v. Dóczy umänderte, erzählte man sich ironisch in jenem Ministerium, der dortige ebenfalls jüdische Hof- und Ministerialsekretär v. Fux würde nun nach Dóczys Muster seinen Namen in ‘v. Fóczy’ umändern [...]” (undat. Br.). Des weiteren über den Gesundheitszustand seines morphiumabhängigen Bruders: “Und so wurde mein Bruder (der [...] vor Abgabe ins Irrenhaus in der Nacht aus seinen Fenstern auf Passanten scharfe Schüsse wegen Einbrecherfurcht abgab) freigelassen [...]”. - Baron Koller war Präsident des Verbandes katholischer Schriftsteller und als solcher, wenngleich auch recht unbedeutend, tätig. Vgl. Degener (Hrsg.), Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen, 6. A., 1912, s. v. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Konrád, Edmond, Schriftsteller (1889-1957).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Prag, 24. IX. 1936.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Regisseur: “[...] unser allerflüchtiges Zusammentreffen, das bedauerlicherweise ohne Fortsetzung blieb, hat mir nicht genügt, um Ihnen für Ihre feine und taktvoll Kunst gebührend zu danken [...]”. - Adressat des Briefes, den Konrad “als Versuch, das nachzuholen” angesehen wissen möchte, ist möglicherweise Hugo Haas (1901-1968), der im Jahr darauf Konráds ‘Kvocna’ verfilmte. - Als Sohn einer Klaviervirtuosin geboren - die ihrerseits eine Tochter von Anton Rubinstein und mit Johannes Brahms und Antonin Dvorak befreundet gewesen war -, war der Prager Erzähler, Dramatiker und Theaterrezensent von ‘Lidove noviny’ auch im Kreise von Ferdinand Peroutkas (1895-1978) ‘Pøítomnost’ tätig, als deren letzte Sekretärin Kafkas Freundin Milena Jesenská fungierte.‎

‎Kotzebue, Wilhelm von, Schriftsteller und Militär (1813-1887).‎

‎3 eigenh. Briefe mit U. Baden, Karlsruhe und Dresden, 1865-1867.‎

‎Zusammen 7 SS. 8vo. An Herrn Adelung: “[...] ich habe heute früh Deinen Brief erhalten, und beantworte ihn sogleich. Alles, was ich durch meine anonyme Schriftstellerei gewinne, kommt in eine Kasse [...] Ich mache mir [...] gar keine Skrupel, anzunehmen, was man mir gutwillig zahlt - ohne ja etwas zu fordern. Will also Herr von Zelle mein kleines Stück mit einem Honorar ehren, so kann er mir das Geld unter meiner Adresse nach Karlsruhe schicken [...]”. - Als russischer Legationsrat in Dresden und als Minister in Karlsruhe, Dresden und Berlin tätig, veröffentlichte der Sohn des Dichters August von Kotzebue unter dem Pseudonym Wilhelm Augustsohn mehrere Dramen und Novellen und gab im Gedenken an seinen Vater die ‘Urtheile der Zeitgenossen und der Gegenwart’ heraus. Vgl. Kosch II, 1376f. - Der Brief vom 9. XII. 1865 in französischer Sprache; zwei Briefe auf Briefpapier mit kalligraph. gepr. Monogramm; alle Briefe mit hs. Eingangsvermerken.‎

‎Kraft, Zdenko Edler von Helmhacker, Schriftsteller (1886-1979).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 8. IX. 1919.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Für J. Friedrich in Wien: "Das Leben stürmt dahin mit wilder Melodie | Voll Hass und Qual und Not und Irrsinn und Verblendung, | Doch wer es ganz erfasst, dem wird's zur Symphonie, | In der's nur Schönheit gibt und Wohllaut und Vollendung". - Kraft war u. a. Regieassistent am Wiener Burgtheater und lebte seit 1912 als freier Schriftsteller in Stuttgart und Neckartailfingen; von 1955-69 war er Archivar des Richard-Wagner-Archivs in Bayreuth. Zu Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit von Ludwig Ganghofer beeinflußt, entwickelte er später eine Vorliebe für historisch-biographische Themen, schrieb Lyrik und Dramen, wurde insbesondere aber durch seine Romane bekannt.‎

‎Kraft, Zdenko Edler von Helmhacker, Schriftsteller (1886-1979).‎

‎Eigenh. Bildpostkarte mit U. Tübingen, 10. III. 1961.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An Josef Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Kraft war u. a. Regieassistent am Wiener Burgtheater und lebte seit 1912 als freier Schriftsteller in Stuttgart und Neckartailfingen; von 1955-69 war er Archivar des Richard-Wagner-Archivs in Bayreuth. Zu Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit von Ludwig Ganghofer beeinflußt, entwickelte er später eine Vorliebe für historisch-biographische Themen, schrieb Lyrik und Dramen, wurde insbesondere aber durch seine Romane bekannt.‎

‎[Kralik von Meyrswalden, Richard Rt., Schriftsteller und Kulturphilosoph (1852-1934)]. - Maria Kralik.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 17. XII. 1904.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Professor: “Ein seltsam liebliches, interessantes und reizendes Büchlein Gedichte ist uns zugeflogen, das uns große Freude bereitet. Mein Mann und ich danken Ihnen herzlich dafür und bitten Sie bei Ihrer bewundernswerten Frau Gemahlin ein liebenswürdiger Vermittler unseres Dankes und unserer Bewunderung zu sein [...]”. - Nach abgeschlossenem juristischem Studium als freier Schriftsteller in Wien lebend und durch Reisen nach Italien und Griechenland ideel gefestigt, führten Besuche in Bayreuth und Oberammergau “zum Entstehen eines ‘christlich-germanischen Kulturideals’, das auf der Antike sowie den Begriffen Nation und Religion aufbaute” (DBE). Als Wortführer in der katholischen Bewegung Österreichs tätig, gründete Kralik v. M. 1905 die katholische Schriftstellervereinigung "Gralbund" mit der Zeitschrift "Der Gral" (1906ff.), die als Gegengewicht zu der von Carl Muth herausgegebenen Zeitschrift ‘Hochland’ (1903ff.) gedacht war. In seinem im Geiste der katholischen Neuromantik stehenden Werk bemühte er sich, beeinflußt von Richard Wagner und Pedro Calderón de la Barca, um die Wiederbelebung mittelalterlicher Literatur. Vgl. Kosch IX, 354f. und Öst. Lex. I, 645. - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung).‎

‎Krassberger, Sigmund, Schriftsteller (1822-1882).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Graz, 25. III. 1879.‎

‎1½ SS. 8vo. An einen nicht identifizierten Adressaten: "Gewohnt Briefe zu erhalten, auf denen mein Name unrichtig geschrieben ist und darauf mit einer Bezeichnung beehrt zu werden, welche zu verdienen ich mir so wenig bewußt bin als ein Pudelscherer den Doctortitel[,] ließ ich mich verleiten Ihr geschätztes Schreiben zu öffnen, und ersah zu meiner unliebsamen Überraschung, daß diesesmal höchst wahrscheinlich der Name richtig aber der Empfänger der unrichtige ist [...]". - Krassberger studierte Jus und Philosophie in Graz und schrieb u. a. von 1853-82 für die ‘Fliegenden Blätter’ in München. Vgl. DBA II 752, 142.‎

‎Kratzmann, Ernst, Schriftsteller (1889-1950).‎

‎2 ms. Briefe und 2 (davon 1 eh.) Postkarten mit U. sowie eine gedr. Visitkarte mit mehreren eh. Zeilen verso. Wien, 1938-1949.‎

‎Zusammen 4 SS. Verschiedene Formate. Mit 3 (davon 2 eh.) Kuverts. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag usf.: "Bei mir hat sich nichts geändert - gottlob, muß man sagen! Mit unserer alten Wohnung haben wir von Zeit zu Zeit immer wieder Ärger - ob wir sie je wieder beziehen werden, steht dahin [...]" (Br. v. 6. I. 1948; auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf). - Kratzmann verfaßte mehrere psychologische und kulturhistorische Arbeiten. Sein "Faust. Ein Buch vom deutschen Geist" (1932) wurde während des Nationalsozialismus mehrfach aufgelegt. Vgl. Kosch IX, 384f. - Der Visitkarte (in Kuvert v. 8. XII. 1938) beiliegend ein gedr. Verlagsprospekt des Adolf Luser Verlags mit einem Verzeichnis der von Kratzmann bei Luser erschienenen Bücher.‎

‎Kraus, Bernard K., Chefredakteur und Mediziner (1828-1887).‎

‎Eigenh. Brief mit U. [Wien], [1880].‎

‎1 S. 8vo. An Herrn Schäfer: "Ich war gestern bei Ihnen und habe Ihrem Burschen aufgetragen mir eine kleine Visitkarten-Büchse, so wie ein kleines Cigarren-Täschchen sofort zu senden. Habe bisher nichts erhalten [...]". - Der aus Kolin (Böhmen) stammende Kraus promovierte 1854, gründete die "Österreichische Zeitschrift für Kinderheilkunde", 1856 die "Allgemeine Wiener Medizinische Zeitung", die er als Chefredakteur bis zu seinem Lebensende leitete, und 1859 die Pariser "Clinique europèenne, Journal international de médicine". Darüber hinaus veröffentlichte Kraus auch zahlreiche selbständige Publikationen (darunter u. a. das "Compendium der neueren medicinischen Wissenschaften ", Wien/Perles/1875, und die "Diagnose und Therapie der Krankheiten des Menschen [...]", ebd., 1877). Vgl. DBA II 752, 450. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Allgemeinen Wiener mediz. Zeitung".‎

‎Krechel, Ursula, Schriftstellerin (geb. 1947).‎

‎Ms. Brief mit eigenh. U. Darmstadt, 27. IX. 1974.‎

‎¾ S. Gr.-4to. Mit ms. adr. Kuvert. An einen Sammler: "[...] Ich freue mich sehr, daß mein Stück 'Erika' in Schweden ein so großes Echo hervorruft. Zur Premiere war ich in Stockholm. Obwohl die Inszenierung ganz anders ist als ich mir vorstellte, daß eine Inszenierung sein könnte, überzeugt sie mich durch die Sorgfalt und gleichzeitig die Phantasie, mit der das Stück weitergedacht wurde [...]".‎

‎Krenn, Robert, Schriftsteller (1871-1937).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 29. X. o. J. [nach 1918].‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. “Nachdem nun die endliche Abräumung des Schmelzer Friedhofes bevorsteht, möchte ich mir in Bezug auf Ihre letzte Rede im Stadtrath eine vielleicht nicht uninteressante Mitteilung gestatten. Ein auch für seine Vaterstadt Wien hervorragender Künstler liegt draußen auf der Schmelz vergessen von Allen u. er würde es doch verdienen, daß man ihm ein bescheidenes Plätzchen auf dem Zentralfriedhof gönnt. Ich meine Josef Kreipl den Komponisten des Mailüfterl das auf der ganzen Welt gesungen wird [...]”. - Der Tenorsänger und Liedkomponist, dessen Namen eine Gasse im 7. Wr. Gemeindebezirk trägt, war 1866 verstorben; der Abriß des Schmelzer Friedhofs datiert nach dem Ersten Weltkrieg. - Robert Krenn besuchte das Wiener Konservatorium, mußte jedoch aus gesundheitlichen Gründen auf die angestrebte Sängerlaufbahn verzichten und wurde Beamter im städtischen Rechnungsdienst. Daneben verfaßte er zahlreiche Theaterstücke, die an in- und ausländischen Bühnen mit großem Erfolg aufgeführt wurden, darunter das Bauerndrama ‘Aberglaube’ (1898). Zeitweise war er auch für die Filmgesellschaft "IFUK" sowie als Theaterdirektor in Mährisch-Ostrau, Klagenfurt, Pilsen, Wiener Neustadt und Ödenburg tätig. Vgl. Giebisch-G. 214. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; im linken Rand gelocht (geringe Textberührung). - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Kretzer, Max, Schriftsteller (1854-1941).‎

‎Ms. Postkarte mit eigenh. U. Berlin, 3. I. 1934.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zu Neujahr. - Kretzer setze sich in seinen vorwiegend im Berliner Milieu angesiedelten Romanen kritisch mit den sozialen Folgen der Industrialisierung auseinander; in den nach der Jahrhundertwende erschienenen Romanen jedoch begann der sozialkritische Gestus zu verblassen. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der autobiographische Roman "Meister Timpe" (1888). 1933 arrangierte er sich mit den nationalsozialistischen Machthabern. Vgl. Kosch IX, 458f. - Mit Namensstempel des Verfassers auf der Adreßseite.‎

‎Kreutz, Rudolf Jeremias, d. i. Rudolf Krisch, Schriftsteller (1876-1949).‎

‎Eigenh. Bildpostkarte mit U. Grundlsee, 30. XII. 1947.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zu Neujahr. - Durch die Kriegsgefangenschaft in Ostsibirien zum Pazifisten geworden, quittierte Kreutz nach seiner Rückkehr in die Heimat 1920 den Dienst als Offizier und beschäftigte sich als freischaffender Schriftsteller der Verbreitung seiner Vision einer idealen menschlichen Gesellschaft ("Der neue Mensch", 1920). Seiner 1933 im P.E.N.-Club eingebrachten Resolution gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft folgte ein Publikationsverbot in Deutschland und 1938 in Österreich; 1944 wurde er für fünf Monate inhaftiert. Vgl. Kosch IX, 489 (s. v. Krisch). - Mit Namensstempel des Verfassers auf der Textseite.‎

‎Krome, Hermann, Musiker (geb. 1888).‎

‎Eigenh. Postkarte mit U. Groß-Glienicke, 15. VI. 1948.‎

‎1½ SS. 8vo. Mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag: "Durch das Leid der entsetzlichen Kriegsjahre hat mich ein guter Stern doch vor dem Schlimmsten bewahrt. Ich wohne noch immer in meinem Häuschen am See und kann wieder für meine Musik und für mein Gärtchen leben [...]". - Hermann Krome, ehedem Oberst im Ersten Weltkrieg, hatte 1924 in Münster die Westdeutsche Funkstunde AG (Wefag) gegründet; daneben schuf er zahlreiche Walzer, Märsche und Schlager.‎

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