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‎Redlich, Oswald, Historiker (1858-1944).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. und eh. Postkarte mit U. Wien, 1910-1919.‎

‎Zusammen 7 SS. auf 5 Bll. Gr.-8vo und qu.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Sektionschef mit Dank für Wünsche zu seinem Geburtstag (September 1918) und über ein nicht zustandegekommenes Vorhaben: "[...] Die Aussicht die wir bezüglich eines Plätzchens in Waidhofen a. d. Ips [!] hatten, ist zerronnen und entschwunden. Denn die Wohnung, die wir ja allerdings hätten haben können, erwies sich nach den genaueren Nachrichten [...] aus verschiedenen Gründen als für unmöglich - und so müssen wir auf Waidhofen verzichten und stehen nun wieder vor u. in neuer Suche, die sich jetzt nach Tirol richtet [...]". - Der Brief v. 30. XII. 1910 der Herausgabe der Reichsabschiede von Maximilian I. bis 1806 durch die Histor. Kommission in München. - Oswald Redlich, "einer der bedeutendsten Repräsentanten der Wiener Schule der Geschichtswissenschaften" (DBE), war von 1919 bis 1938 Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und prägte in seiner knapp vier Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit an der Universität maßgeblich die historische Forschung über Österreich; als Leiter des Haus-, Hof- und Staatsarchivs verhinderte er 1918 dessen Zersplitterung auf die Nachfolgestatten der Monarchie. Vgl. Öst. Lex. II, 252f.‎

‎Reich, Eduard, Mediziner (1836-1919).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Kiel, 22. IV. 1870.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 4to. Kondoliert dem Hauptmann und Historiker Alfred Rt. von Vivenot (1836-1874) zum Tode von dessen Bruder Rudolph (geb. 1833): "Für die Wissenschaft ist der Verlust Ihres theueren Bruders ein unersetzlicher, und die Menschheit hat in ihm einen ihrer Edelsten und Besten verloren. Ich beweine seinen Tod [...]". - Reich habilitierte sich 1860 in Bern "für die gesamte Hygiene", mußte die Stadt jedoch 1861 aufgrund seiner revolutionären Betätigung gegen Österreich-Ungarn verlassen. Nach mehrjähriger Tätigkeit in Gotha, wo er Bibliothekar an der Herzoglichen Bibliothek war, zog er an die Ostsee und ließ sich später in Belgien nieder. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 flüchtete er in die Niederlande. Sein literarisches Werk umfaßt eine große Zahl von medizinischen Schriften, die sich vorwiegend mit hygienischen Themen befassen. - Alfred Rt. von Vivenot, Sohn des berühmten Arztes Rudolph Rt. von Vivenot, widmete sich nach dem österreichisch-preußischen Krieg, in dem er militärisch geglänzt hatte, vorwiegend wissenschaftlichen Arbeiten und verfaßte zahlreiche Aufsätze und Bücher zu militärhistorischen Themen.‎

‎Renan, Ernest, französischer Gelehrter (1823-1892).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("ERenan"). Rom, 20. X. 1884.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo An einen Monsieur Paufilet, dem er ein Blatt Nr. 25 mit einem kleine Zusatz zurückschickt. Er erläutert einige Korrekturen in Orthographie und Interpunktion und drückt sein Bedauern darüber aus, daß er für all diese Gründlichkeiten im Moment nicht in Paris sein könne, sondern erst am 1. November. Falls der Druck noch nicht vorangekommen sei, so möge er ihn in Absprache mit M. Lévy noch aufschieben. - Die Verso-Seite von Bl. 2 mit kl. Registraturetikett, hs. Numerierung "172" und dem verschlungenen Monogrammstempel "LS".‎

‎Reslhuber, Augustin, Astronom und Meteorologe (1808-1875).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Kremsmünster, 25. IX. 1851.‎

‎1½ SS. 8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): "Ich fühle mich Sr. Hochwohlgeboren zum besonderen Danke verpflichtet für das schöne Geschenk, welches Sie unserer ornithologischen Sammlung machten [...]". - Reslhuber war nach abgeschlossenem Studium der Theologie und Astronomie als Adjunkt der Sternwarte, als Professor der Naturgeschichte und als Direktor der Sternwarte tätig. Nebenher auch politisch umtriebig, war er Stellvertreter des oberösterreichischen Landeshauptmanns und Mitglied des Herrenhauses. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 30. X. 1905.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von "Petermanns Geographischen Mitteilungen" und den "Mitteilungen der Hamburger Geographischen Gesellschaft". - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 1. XII. 1905.‎

‎1 S. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von August Siebergs "Handbuch der Erdbebenkunde". - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 21. V. 1906.‎

‎1 S. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von Dechens "Geologische und paläontologische Übersicht der Rheinprovinzen und der Provinz Westfalen". - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 1. VI. 1906.‎

‎1 S. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von Römers "Geologie von Oberschlesien". - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 20. III. 1907.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung des XIV. Bandes des Jahrbuchs der k. k. geol. Reichsanstalt sowie von Tschermaks Mineralogischen und geologischen Mitteilungen. - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 29. XI. 1907.‎

‎¾ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von auf einer separaten Liste angeführten Werken. - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk; ohne die erwähnte Liste.‎

‎Richarz, Stefan, Theologe und Geistlicher (1874-1934).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Gabriel bei Mödling, 2. I. 1908.‎

‎¾ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Verlängerung von Sophus Müllers "Urgeschichte Europas". - Richarz studierte nach seiner Priesterweihe 1901 Geologie, Paläontologie, Petrographie und Chemie, wurde 1919 promoviert und lehrte als Professor der Geologie und Astronomie an der Missionsanstalt St. Gabriel. 1921 ging er als Professor der Geologie an das St. Mary’s College in Techny (USA) und 1931 nach Peking, wo die Steyler Missionare die katholische Universität übernahmen und er Vorlesungen über Geologie, Petrographie und Mineralogie hielt. - Mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Richter, Hermann, Mediziner (1808-1876).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Dresden, 1865 und 1869.‎

‎Zusammen 5 SS. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-70), dem er u. a. für die Zusendung von dessen Arbeit "Leitende Gesichtspunkte" dankt und den Adressaten ersucht, "ein Exemplar derselben an den Vorsitzenden der für die Medicinalreform zur Innsbrucker Forscherversammlung 1869 gewählten Commission, den Herrn Dr. med. Spiehs senior in Frankfurt a. M. zu senden [...]" (Br. v. 19. II. 1869). - Richter wurde aufgrund der Teilnahme an den Unruhen 1849 des Hochverrats angeklagt, verlor trotz Freispruchs seine Professur und widmete sich hernach einer freien Praxistätigkeit, redigierte seit 1850 "Schmidts Jahrbücher der gesammten Medizin" und wurde 1864 außerordentliches Mitglied des Sächsischen Landes-Medicinal-Collegiums an. Auf seine Initiative hin erfolgte 1872 auf der Naturforscherversammlung in Leipzig die Gründung des Deutschen Ärztevereinsbundes. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.‎

‎Riedel, Josef Gottfried Ritter von, Psychiater (1803-1870).‎

‎Eigenh. Brief mit U. [Prag], 31. XII. 1830.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Wohl an die Calve’sche Buchhandlung in Prag: “Ich bitte um gefällige Uibersendung des 2t. Heftes der Ammonschen ophtalmologischen Zeitschrift, wenn es bereits hier ist [...]”. - Seit 1837 als Primararzt an der Prager Irrenanstalt tätig, erfolgte auf sein Bestreben hin die Trennung der Irrenanstalt vom Prager Allgemeinen Krankenhaus und die Errichtung eines neuen Baus. Seit 1847 dieser Anstalt vorstehend, war Riedel zudem supplierender Direktor aller Kranken- und Wohltätigkeitsanstalten und ging 1851 als Direktor der Irrenanstalt nach Wien, deren Neubau und Neuorganistation er veranlaßte. “Als Befürworter der ‘humanistischen Richtung’ gehörte er zu bedeutenden Reformern der österreichischen Psychiatrie und setzte sich für gezielte Förderung und Beschäftigung der Patienten anstelle von Zwangsmaßnahmen ein” (DBE). - Friedrich August Ammon war “einer der bedeutenden deutschen Chirurgo-Ophthalmologen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts” (ebd.).‎

‎Riedl, Joseph Rt. von, Mediziner (1803-1870).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Prag, 1849-1865.‎

‎Zusammen 9 SS. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Ich bin seit meiner Abreise von Wien so in Anspruch genommen, daß mir nicht die Zeit erübrigte Ihnen zu schreiben u. über die Reise u. unsere Ankunft zu berichten. Daß die Reise gut von Statten ging werden Sie nun schon wissen; bald nach der Ankunft war jedoch der Hr. Graf furibund, ohne, daß er sich seines neuen Aufenthaltes bewußt war. Die Aufregung stieg von Stunde zu Stunde u. wir konnten uns nur Glück wünschen ihn in Sicherheit zu wissen. Die Verworrenheit seiner Ideen u. Vorstellungen ließ keinen klaren Moment durchblicken; eine psychische Einwirkung war unmöglich u. fruchtlos [...]“ (Br. v. 24. V. o. J.). - „Daß Ihre Kranke M. M. glücklich in Prag angekommen ist, wird Ihnen Hr. Dr. Langer bereits berichtet haben und obgleich ich nach der kurzen Beobachtung von 2 Tagen noch nichts über ihren psych. Zustand beifügen kann, weil dieselbe jede Antwort verweigert, so glaube ich doch zu bemerken, daß sie sich bald in die Verhältnisse unserer Anstalt gewöhnen und Vertrauen gewinnen wird, was zu einer erfolgreichen Behandlung unumgänglich nothwendig ist. Tief in ein düstres Traumleben versunken, aus welchem sie noch nicht einmal momentan herausgerissen werden kann, wird es viel Zeit u. viel Geduld erfordern, diese fest gewurzelten, verkehrten Ideen zu zerstreuen u. dieselben [...] zur Norm zurückzuführen [...] „(Br. v. 23. [?] 1849; auf Briefpapier mit gepr. Vignette; mit eh. Kuvert und gänzlich erhaltenem Siegel). - Riedel war noch vor seiner Promotion als Sekundararzt an der Prager Irrenanstalt tätig. „Seinem Einflusse war die 1842 vollzogene Trennung der Anstalt von dem allgemeinen Krankenhause, der Neubau einer Anstalt, die sich bald den Ruf, eine der besten zu sein, erwarb, die Einführung eines klinischen Unterrichts der Psychiatrie (zuerst in Österreich) zu danken [...]“ (Hirsch V, 26). Lebenslang der Anstalt verbunden, „kann Riedl als Reformator des Irrenwesens in Oesterreich angesehen werden, indem ihm vornehmlich die humanistische Richtung in der Behandlung der Irren daselbst zu danken ist“ (ebd.). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Rigoni, Mediziner.‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, 15. IX. 1834.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Rigoni war, wie am beiliegenden Sammlungsumschlag vermerkt, als Arzt in Pavia tätig. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.‎

‎Rintelen, Max, Jurist (1880-1965).‎

‎Gedr. Visitkarte mit 3 eigenh. Zeilen. O. O. u. D.‎

‎1 S. Kondoliert einem namentlich nicht genannten Adressaten “zu dem herben Verluste, der Sie betroffen”. - Der Bruder des späteren steirischen Landeshauptmannes und Nazikollobarateurs Anton Rintelen wurde 1909 Professor an der Deutschen Universität Prag, später lehrte er in Graz. Zu seinen Forschungsgebieten gehörten das deutsche Recht, die österreichische Rechtsgeschichte, die Geschichte des Handelsrechts und das Urheberrecht.‎

‎Rittmann, Alexander, Mediziner (1827-1882).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Brünn, 1868 und 1869.‎

‎Zusammen 4½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. Mit zwei eh. adr. Kuverts. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Die Brünnerzeitung brachte in diesen Tagen aus Ihrer geschätzten Feder eine Besprechung meines Werkchens 'Grundzüge einer Geschichte der Krankheitslehre im Mittelalter'. So sehr ich mich durch die gütige Nachsicht mit der Euer Hochwohlgeboren meine Arbeit beurtheilten beschämt fühlte, so sehr wurde mein lohnendes Bewußtsein dadurch gehoben, daß ich die Überzeugung gewann - Euer Hochwohlgeboren seien mit tiefem Verständnisse in den Geist meiner Intention eingedrungen [...]" (Br. v. 10. XI. 1868). - Rittmann war Leiter der Augenabteilung des Brünner Krankenhauses und einige Jahre Dozent an der Brünner technischen Hochschule. Im Mittelpunkt seines schriftstellerischen Interesses standen Fragen und Darstellungen zur Geschichte der Medizin. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.‎

‎Röhr, Johann, Theologe (1777-1848).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. Weimar, 24. VI. 1841.‎

‎½ S. Qu.-8vo. “Das Wahre und das Rechte muß ewig siegen”. - Seit 1820 als Oberpfarrer und Generalsuperintendent in Weimar tätig, hielt Röhr 1832 die Trauerrede bei der Beerdigung Goethes. Lange Zeit gab er u. a. eine Reihe von Zeitschriften vorwiegend polemischen Inhalts heraus, darunter die ‘Predigerlitteratur’ (1810-14), die ‘Neue und Neueste Predigerlitteratur’ (1815-19) sowie die ‘Kritische Prediger Bibliothek’ (1820-48).‎

‎Röhr, Johann, Theologe (1777-1848).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Frankfurt, 29. VII. 1847.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. An den Maler Johann Heinrich Schramm (1810-65): “Abermals muß ich bekennen Sie hoch geehrter Freund nicht gesehen zu haben, weshalb ich diese Art ergreifen muß um Ihnen Lebe wohl zu sagen [...]”. - Seit 1820 als Oberpfarrer und Generalsuperintendent in Weimar tätig, hielt Röhr 1832 die Trauerrede bei der Beerdigung Goethes. Lange Zeit gab er u. a. eine Reihe von Zeitschriften vorwiegend polemischen Inhalts heraus, darunter die ‘Predigerlitteratur’ (1810-14), die ‘Neue und Neueste Predigerlitteratur’ (1815-19) sowie die ‘Kritische Prediger Bibliothek’ (1820-48). - J. H. Schramm war bekannt für seine teils in Bleistift, teils in Aquarell ausgeführten Portraits von berühmten Zeitgenossen, darunter Alexander von Humboldt, Jakob Grimm, Friedrich Rückert, Heinrich Laube, Ludwig Tieck und Clemens Wenzel Fürst Metternich.‎

‎Roerbye, John, Mediziner (1801-1874).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. [Wien], 4. VII. 1838.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Der „hervorragende dänische Militärarzt“ (Hirsch V, 58) war Zeit seines Lebens in verschiedenen Chargen mit dem Militär verbunden. „Seine literarische Production ist nicht bedeutend, er war aber ein sehr einsichtsvoller und mit administrativem Talente ausgestatteter Arzt“ (ebd.). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Roger, Henri, Mediziner (1809-1891).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. [Wien], 16. VIII. 1841.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Sich vorzugsweise dem Gebiet der Kinderkrankheiten widmend, wurde Roger 1860 Arzt am Hopital Sainte-Eugénie. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Rosa, Johann, Mediziner.‎

‎Brief mit eigenh. U. Venedig, 26. VI. 1846.‎

‎2 SS. 4to. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Ich habe bis jetzt die Beantwortung Ihres geehrten Schreibens verzögert, da ich antworten wollte, wann über die Reise des vizeköniglichen Sohns nach Wien entschieden sein würde, um Ihren Wunsche zur hohen Kenntnis zu bringen, und es freut mich ungemein, Sie versichern zu können, daß Se. kais. Hoheit Ihre ausgezeichneten Kenntnisse und Verdienste zu schätzen weiß [...]“. - Rosa war, wie auf beiliegendem Sammlungsumschlag vermerkt, Leibarzt von Erzherzog Rainer in Mailand. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.‎

‎Roscher, Wilhelm, German economist (1817-1894).‎

‎Autograph envelope. [Leipzig], n. d.‎

‎Oblong small 8vo. 1 p. To the theologian Karl Wieseler (1813-83) in Göttingen. Wilhelm Roscher is considered the founder of the older German historical school of economics; his work set the trend for subsequent generations of scholars.‎

‎Roser, Franz, Arzt und Politiker (1818-1906).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 17. II. 1870.‎

‎2 SS. 8vo. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-70): "Ich kann Ihnen die angenehme Mittheilung machen, daß ich heute mit dem Minister Stremayr in einer längeren Conferenz über die Mängel des mediz[inischen] Unterrichts gesprochen habe u. ihn besonders aufmerksam machte, daß er nicht allein die Stimmen der Professoren sondern mehr die der Doktoren u. Studenten hören möge [...]". - Roser war Sekundararzt an der Prager Augenklinik, ließ sich in Braunau als Augenarzt nieder, wandte sich aber zunehmend der Wasserheilkunde zu und leitete u. a. die Wasserheilanstalt Centnerbrunn bei Neurode. Als Abgeordneter zum Landtag und später zum Reichsrat fiel er insbesondere durch Reformanträge auf, die u. a. die Abschaffung der Nachtarbeit für Frauen und Kinder, die Bekämpfung der Spiel- und Trunksucht etc. zum Gegenstand hatten. "1869 wurde er in Arbeiterversammlungen als der erste sozialdemokratische Abgeordnete in Österreich gefeiert. Obwohl er im Reichsrat zum Fortschrittsklub gehörte, blieb er in der Politik ein Außenseiter" (ÖBL IX, s. v.). - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Der erwähnte Karl von Stremayr (1823-1904) war in dem Jahr, aus dem unser Brief datiert, Unterrichtsminister geworden; 1889 wurde er Mitglied des österreichischen Herrenhauses, von 1891-99 war er als Erster Präsident des österreichischen Obersten Gerichtshofs tätig. - Die Recto-Seite mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand und mit kl. Einriß am linken Blattrand (unbedeutende Buchstabenberührung).‎

‎Rudolphi, C., Mediziner.‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Berlin, 1832 und 1837.‎

‎Zusammen 3 SS. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): „Im Vertrauen auf die große Gefälligkeit, die ich von Dir und Deinem theuren Vater genossen, empfehle ich Dir den Ueberbringer dieses, den Dr. Ed. Müller, der zu gleichen Zwecken, wie ich damals, eine größere Reise zu machen gedenkt [...]“ (Br. v. 17. VII. 1832). - „Darf ich Dich bitten, Mr. H. Curling aus London u. Dr. Monro aus Edinburgh mit Deiner gewohnten Freundlichkeit aufzunehmen u. ihnen während ihres Aufenthalts in Wien behilflich zu sein [...]“ (Br. v. 17. XII. 1837). - Rudolphi war, wie auf beiliegendem Sammlungsumschlag vermerkt, Professor in Berlin. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.‎

‎Ruland, Karl, Kunsthistoriker und Goetheforscher (1834-1907).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Weimar, 31. I. 1890.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adressiertem Kuvert. An Univ.-Assistent Dr. T. Ginzberger, Inspektor der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn, dem er auf dessen Anfrage hin mitteilt, “daß laut eingezogener Erkundigung von der neuen Goethe-Ausgabe im Jahre 1890 erscheinen sollen: 1 Band Dramen | Dichtung u. Wahrheit 3 u. 4 [...]”. - Nach achtjähriger Tätigkeit als Bibliothekar, Privatsekretär und Verwalter der Kunstsammlung des englischen Prinzgemahls Albert in London aus dem Dienst ausscheidend, wurde Ruland 1870 als Direktor der Großherzoglichen Kunstsammlungen und Museen in Weimar bestellt; seit 1885 war er mit der Organisation und Einrichtung der Goetheschen Sammlungen betraut und gleichzeitig Präsident der neugegründeten Goethe-Gesellschaft. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der “Goethe-Gesellschaft Weimar”, der Umschlag gestempelt.‎

‎Safarik, Adalbert, Chemiker (1829-1902).‎

‎Eigenh. Briefkarte mit U. Prag, 16. I. 1889.‎

‎1 S. Qu.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank “für das werthvolle Geschenk Ihrer Abhandlung über den Winneckeschen Kometen [...] Besonders erfreut es mich, daß Schur’s Resultate für die Jupitermaße eine so überrschende Bestätigung gefunden haben, und daß nunmehr diese wichtige Constante mit einer Annäherung bestimmt ist, welche es nicht leicht sein wird zu übertreffen [...]”. - Safarik, Professor für Chemie an der Karlsuniversität Prag, beschäftigte sich vornehmlich mit der Herstellung optischer Spiegel und mit astronomischen Beobachtungen.‎

‎Sano, Luis, Mediziner.‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. [Wien], 17. X. 1832.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Sano war, wie auf beiliegendem Sammlungsumschlag sowie dem Albumblatt selbst vermerkt, Chirurg am Grand Hopital de Milan. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Scala, Rudolf von, Historiker (1860-1919).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Innsbruck, 17. VII. 1905.‎

‎1 S. 8vo. An eine Redaktion: “Darf ich bitten, in Angelegenheit der für unsere Volksbildung so wertvollen Universitätsferialkurse für Lehrer noch ein Mal eine Nachricht zu bringen? Ein Auszug aus der beiliegenden Vortragsordnung würde in Ihrem geschätzten Blatte sicher wirken [...]”. - Scala war seit 1894 Ordinarius für Alte Geschichte an der Universität Innsbruck und Verfasser mehrerer einschlägiger Arbeiten zur griechischen und römischen Geschichte.‎

‎Schalk, Karl, Historiker und Schriftsteller (geb. 1851).‎

‎13 eigenh. Briefe mit U. Mödling, 1912-1917.‎

‎Zusammen 47½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. Mit 6 eh. adr. Kuverts. Beiliegend: I) Ders.: Die Judenfrage in der Sozialdemokratie. Perchtoldsdorf, Selbstverlag des Verfassers, o. J. Flugschrift auf gefalt. Doppelblatt. 2½ SS. 8vo. II) Karl Friedrich Schalk: König Maximilian vor Wien im Jahre 1490. Das Geburtsjahr der österreichischen Armee. 5 SS. auf 3 Bll. 8vo. Inhaltsreiche Korrespondenz über seine Arbeit. “Ich bin sehr erfreut, wenn meine Darstellung der Handelsbeziehungen zwischen Wien und Venedig einiges Interesse bei Ihnen geweckt hat [...]” (Br. v. 15. VIII. 1912). - “Ich habe nach Vorarbeiten, die in das Jahr 1878 zurückreichen, im Jahre 1915 nach neunmonatlicher ununterbrochener Arbeit ein Manuskript aus der Geschichte Wiens zusammengestellt mit dem Titel: ‘Aus der Zeit des österreichischen Faustrechts 1440-1463. Das Wiener Patriziat und der Aufstand des Jahres 1462’. Dieses Manuskript, das im Druck von der Firma Holzhausen auf 24 Druckbogen geschätzt wurde, habe ich unentgeltlich dem Wiener Altertumsverein überreicht [...]” (Br. v. 4. III. 1916). - Dem Brief vom 6. IX. 1916 liegt ein eineinhalbseitiges Manuskript bei, das als Vorwort zu einer nicht näher genannten Arbeit zu verstehen ist. - Schalk war Kustos der städtischen Sammlungen und veröffentlichte neben zahlreichen historischen Schriften das historische Drama ‘Der Fall von Perchtoldsdorf’ (vgl. Wer ist’s 1909, s. v.). Sein Sohn war der akademische Maler und Radierer Karl Friedrich Schalk (geb. 1878). - Einige Briefe im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung); ‘Die Judenfrage in der Sozialdemokratie’ mit einigen eh. Anmerkungen; ‘König Maximilian’ beinhaltet neben einem kurzen geschichtlichen Abriß eine Beschreibung von Schalks aus 30 Bildern bestehendem Wandfries. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Schauenstein, Adolf, Gerichtsmediziner (1827-1891).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 24. VIII. 1862.‎

‎1 S. 4to. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Es gereicht mir zu besonderem Vergnügen, Ihnen im Anschlusse den Brief des Badearztes in Baden-Baden, welchen ich gestern erhielt, zur gefälligen Einsichtnahme vorzulegen, da ich glaube, es werde Ihnen vielleicht erwünscht sein, mit dem Briefsteller über die Einricht[un]g der Apparate zur Anwendung comprimirter Luft in Korrespondenz zu treten [...]" (ohne den erwähnten Brief). - Schauenstein wurde 1863 a.o.Prof. der Gerichtsmedizin; im selben Jahr folgte er einem Ruf als o.Prof. auf die neu errichtete Lehrkanzel für gerichtliche Medizin nach Graz. Er veröffentlichte u. a. ein "Lehrbuch der gerichtlichen Medizin". - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.‎

‎Schenk, Samuel Leopold, Mediziner (1840-1902).‎

‎Portraitphotographie mit eigenh. Namenszug. O. O. u. D.‎

‎16:10,6 cm. Schönes Brustbild aus dem Atelier Olga, Wien. - Seit 1866 Assistent des Physiologen Ernst Wilhelm von Brücke (1819-1892), habilitierte Schenk sich für die Lehre von der Zeugung und Entwicklung des Menschen und der Wirbeltiere, wurde 1873 a.o. Professor der Entwicklungsgeschichte und im Jahr darauf Vorstand des von ihm begründeten Instituts für Entwicklungsgeschichte an der Universität Wien, wo er “eine aufsehenerregende Theorie von der Bestimmung des Geschlechts bei Ungeborenen” (DBE) entwickelte. - Auf Untersatzkarton montiert.‎

‎Scheuthauer, Gustav, Mediziner (geb. 1832).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 8. IV. 1871.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mitteilung des Obduktionsbefundes von Rudolf Rt. von Vivenot jun. an dessen Vater, den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884) : "Außer einer geheilten Tuberculose der Lungenspitzen, einem leichten Bronchialcatarrh, mäßiger Durchfeuchtung der Hirnhäute ward Nichts als eine nicht einmal hochgradige Verfettung des Herzfleisches gefunden. Letztere mußte als Todesursache betrachtet werden [...]". - Der aus Budapest stammende Mediziner war unter Rokitansky am Wr. pathologischen Institut tätig, wurde 1870 Dozent, später auch Primar-Prosektor des Brünner Krankenhauses und Professor der pathologischen Anatomie an der Universität Budapest. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.‎

‎Schiaparelli, Giovanni, astronomer (1835-1910).‎

‎ALS ("G. Schiaparelli"). Milano, 13 June 1875.‎

‎Large 4to. ½ p. on bifolium. To an undisclosed recipient, concerning the the first part of his 1873 "Effemeride"; the second part, scheduled for 1874, is now at the printer's, and he will forward it after publication. - Slight defects to folds (contemporarily rebacked, no loss to text). Traces of handling; wants the publication mentioned in the text. - Fol. 1 with ms. numbering and small label, reverse with monogram stamp "LS".‎

‎Schlager, Ludwig, Psychiater (1828-1885).‎

‎3 eigenh. Briefe mit U. Wien, 1865.‎

‎Zusammen 2½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Im Namen der Redaktion der Zeitschrift der KK Gesellschaft der Ärzte beehre ich mich Ihnen für den uns zugewandten Aufsatz unseren Dank auszusprechen [...]" (Br. v. 4. VII. 1865). - "In Erwiderung Ihrer sehr geehrten Zuschrift beehre ich mich im Namen der Redaktion bekannt zu geben, daß bis inclusive 1. Heft 1866 bereits Originalarbeiten vorliegen, so daß wir Ihre geschätzte Arbeit erst ins 2. eventuell 3. Heft aufnehmen könnten [...]" (Br. v. 29. VIII. 1865). - Schlager übernahm 1869 die Leitung der Beobachtungsabteilung für zweifelhafte Geistesstörungen im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und wurde 1873 Direktor der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt, die er bis 1885 leitete. Als Schüler von Josef Gottfried von Riedel praktizierte er die Methode der zwanglosen Behandlung und der Beschäftigungstherapie für Geisteskranke und plädierte für eine zeitgemäße Irrengesetzgebung in Österreich; als Mitglied des Wiener Gemeinderats trat er für eine Reform des Sanitätswesens ein, konnte sich aber nicht durchsetzen. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfaßte er das Libretto zu der von Hans Schläger vertonten Oper "Heinrich und Ilse", die 1868 in Salzburg uraufgeführt wurde. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.‎

‎Schlesinger, Josef, Geodät und Naturphilosoph (1831-1901).‎

‎2 eigenh. Briefe, 1 eh. Bildpostkarte und 1 gedr. Visitkarte mit mehreren eh. Zeilen und U. Bad Reichenhall und Wien, 1896-1899.‎

‎Zusammen 5 SS. Verschiedene Formate. Mit einem eh. adr. Kuvert. “Mein Lebensbild ist zu breit angelegt und läßt daher das Allerwichtigste weg, weil der Zeilenraum ein eng begrenzter ist. Ich habe nun die Sache umgearbeitet, auf denselben Umfang wie Ihre Arbeit ausgetüpfelt und schließe das Manuscript hier mit der innigen Bitte bei, die Kosten des Neusatzes zu tragen [...]” (Br. v. 22. IX. 1896; ohne das erwähnte Mskpt.). - Seit 1870 Professor für Mathematik, Geometrie und Mechanik an der Forstakademie Mariabrunn und seit 1875 Prof. für darstellende und praktische Geometrie an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, befaßte sich Schlesinger vor allem mit Vermessungswesen, modernisierte den Geodäsieunterricht an der Hochschule für Bodenkultur, verbesserte Meßgeräte und Arbeitsverfahren und entwickelte neue Instrumente ("Der Geodätische Tachygraph und der Tachygraph-Planimeter", 1877). Als christlich-sozialer Politiker gehörte er seit 1891 dem Reichsrat, seit 1896 dem Wiener Gemeinderat und dem niederösterreichischen Landtag an (vgl. Czeike V, 96). - Die Bildpostkarte mit einer Ansicht von Bad Reichenhall. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Schmidt, Erich, Germanist (1853-1913).‎

‎Visitkarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. Wien, 7. XII. 1881.‎

‎1½ SS. Visitkartenformat. An ein Fräulein: "Beiliegendes Blatt aus Ihrem Besitz [...] ist kein Autograph von Schiller, sondern nur das halbe Facsimile eines in Maltzahns Ausgabe von 'Schillers Briefwechsel [...]' [...] (übrigens auch schon 1851 im Morgenblatt) gedruckten Briefes. Das Original befindet sich im Weimarer Schillerhaus, wo Facsimiles davon zu kaufen sind, daher stammt jedenfalls auch Ihr Blatt [...]". - Erich Schmidt war seit 1880 Ordinarius in Wien gewesen, wurde 1885 Direktor des Goethe-Archivs in Weimar und lehrte seit 1887 als Nachfolger Wilhelm Scherers in Berlin. "Als Schüler Scherers wandte Schmidt dessen positivistische Methode vor allem auf Dichter, Werke und Probleme der deutschen Literatur des 18. und 19. Jhs. an und machte sich besonders um die Goetheschen Werkausgaben verdient. Er war Herausgeber der Reihe 'Quellen und Forschungen zur Sprach- und Culturgeschichte der germanischen Völker' [und] schrieb u. a. 'Richardson, Rousseau und Goethe' (1875, Nachdruck 1924)" (DBE). - Die Verso-Seite mit kl. Registraturetikett.‎

‎Schmidt, Leopold, Philologe (1824-1892).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Marburg, 25. III. 1879.‎

‎1½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über eine Meinungsverschiedenheit "hinsichtlich der achten pythischen Ode": "Ich verkenne nicht das Gewicht des Grundes, den Sie von der Betonung der [Hybris] in diesem Gedichte hernehmen, allein ich kann ihn nicht als allein maßgebend ansehen, weil ich immer davon ausgehe, daß wir die bei Pindar berührten historischen Verhältnisse aus den uns sonst zugänglichen Quellen nur in den allerallgemeinsten Umrissen kennen, so daß das daher Geschöpfte am wenigsten die Handhaben bietet um uns in das zu versetzen, was dem Gefühle des Zeitgenossen darin als charakteristisch entgegentrat. Auf der andern Seite steht für mich der bestimmte Eindruck, daß die achte pythische Ode das Werk eines Greises und daß ein sechszigjähriger [!] Pindar für ihren Verfasser noch zu jung ist. Bei diesem Eindruck wirkt nicht bloß das gemütlich resignirte Herabschauen auf das menschliche Treiben in der Schlußpartie, sondern namentlich auch der starke Ausdruck des Gefühls der persönlichen Vaterfreude in V. 56-69, denn ich gestehe, daß meine Auslegung dieser Verse zu dem gehört, was ich am wenigsten preisgeben möchte [...]". - Leopold Schmidt war Professor für Klassische Philologie in Bonn und seit 1863 in Marburg, wo er bis zu seinem Tod wirkte. Der Fachwelt bekannt wurde er vor allem durch seine "Ethik der alten Griechen" (Berlin 1882). "Nachdem er im akademischen Jahr 1882/1883 das Rektorat der Universität bekleidet hatte, widmete sich Schmidt seinem letzten großen Projekt: Einer umfassenden Geschichte der Ethik, die von Platon und Aristoteles ausgehend bis in die Neuzeit reichen sollte. Das Werk kam allerdings nicht über die Anfänge hinaus, da Schmidt schon nach wenigen Jahren von einem Influenzaanfall stark geschwächt wurde. Seine Zusage an Georg Wissowa, für die Neubearbeitung der 'Paulyschen Realencyclopädie' Artikel zur griechischen Literaturgeschichte beizusteuern, konnte er nicht mehr einhalten: Noch vor der Drucklegung des ersten Teilbandes starb er im 68. Lebensjahr. Sein einziger Artikel im Pauly-Wissowa behandelte die Griechische Anthologie und wurde von Richard Reitzenstein revidiert" (Wikipedia).‎

‎Schmidt, Wilhelm, Theologe und Ethnologe (1868-1954).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Mödling, 1901-1903.‎

‎Zusammen 2 SS. auf Doppelblättern. 8vo. An die k. k. Universitätsbibliothek in Wien, die er einmal um Zusendung eines Buches und einmal darum ersucht, “als Entschuldigung für das längere Behalten der Bücher [die] eingetretene Krankheit des Gefertigten gelten zu lassen [...]”. - 1892 zum Priester geweiht und hernach in Berlin und Wien Theologie, Philosophie und orientalische Sprachen studierend, lehrte der aus Hörde (heute Dortmund) stammende Gelehrte seit 1895 Ethnologie und Linguistik am Missionshaus St. Gabriel in Mödling (Niederösterreich). 1906 gründete er die internationale Zeitschrift für Völker- und Sprachenkunde ‘Anthropos’, deren Herausgeber er 1906-22 und 1937-49 war. Sich 1921 für Völker- und Sprachenkunde in Wien habilitierend und später als Ordinarius, entwickelte Schmidt im Kreis von Martin Gusinde, Wilhelm Koppers und Paul Schebesta eine Wiener Schule der Ethnologie. Ende der zwanziger Jahre in Rom und seit 1938 als Ordinarius in der Schweiz, lehrte Schmidt gegen Ende der 40er Jahre noch einmal als Gastprofessor in Wien. Zu den “bedeutendsten Vertretern der Kulturkreislehre” zählend (DBE), versuchte Schmidt in seinem Hauptwerk (‘Der Ursprung der Gottesidee’, 1912-55) den Nachweis zu erbringen, daß die aus einem rationalen Kausalbedürfnis entstandene kultische Verehrung eines höchsten Wesens die Urform der Religion darstellt. Vgl. Brockhaus, 17. Aufl., s. v. - Der Brief vom 3. Mai mit Rundstempel des “Missionshaus St. Gabriel”.‎

‎Schmitt, Wilhelm, Gynäkologe (1760-1827).‎

‎Eigenh. Brief mit U. [Wien], 26. VII. 1817.‎

‎2¼ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. An den Mediziner Dominik Edler von Vivenot (1764-33): "In meinem Tagebuch finde ich, daß ich die Kranke unseres heutigen Consiliums zweymal explorirt habe [...] Bey der ersten Untersuchung [...] fand ich den Uterus so groß wie einen Kinderkopf, bey der zweiten [...] kaum mehr zur Hälfte so groß [...]". - Schmitt gewann 1795 als Chefarzt des k. k. Bombardierkorps in Wien den ersten Preis bei der wissenschaftlichen Ausschreibung zur Verbesserung des österreichischen Militär-Sanitätswesens. Seine medizinische Laufbahn sah ihn als Prosektor und Lehrer an der Josephsakademie, als externer, später auch Professor und Stabsarzt, sowie als Professor der Geburtshilfe und Arzneikunde. 1801 beschrieb er erstmals die sogenannte interstitielle Gravidität als Sonderform der außerhalb der Gebärmutter vorkommenden Schwangerschaftslokalisationen. - Dominik Edler von Vivenot studierte bei van Swieten, Jacquin, Stoll und Barth, war Armenarzt und „erwarb sich bald einen bedeutenden Ruf, übernahm 1831 freiwillig und unentgeltlich die Leitung des ersten Choleraspitals als Primararzt“ (Hirsch VI, 131) und war überdies „mit ganzer Seele Arzt und Menschenfreund“ (ebd.). - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Schneller, Julius Franz Borgias, Historiker und Dichter (1777-1833).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. ("Franz Schneller"). Linz, 1. IV. 1805.‎

‎1 S. 8vo. Mit einer alt montierten Aquarellzeichnung (117:94 mm im Oval). "Die deutsche Treue, die aus diesen Zügen spricht, | Verläugnen [!] wir in unserm Handeln nicht". - Die gemeinten Züge sind jene des Mannes, der auf dem darüber montierten Portrait versonnen zur Seite blickt. - Der Sohn eines Juristen war als Erzieher und Lehrer tätig, kam als Reisebegleiter nach Paris, London, Venedig und Belgrad und unterrichtete seit 1805 als Professor für Welt- und österreichische Geschichte am Lyzeum in Linz und später in Graz. Nach seiner Promotion 1823 "ging er als Prof. der Philosophie und Geschichte nach Freiburg/Breisgau und wurde 1830 zum großherzoglich badischen Hofrat ernannt. Schneller schrieb u. a. 'Weltgeschichte' (4 Bde., 1808-13) und 'Staatengeschichte des Kaiserthums Österreich von der Geburt Christi bis zum Sturz Napoleons' (4 Bde., 1817-19)" (DBE).‎

‎Schönbauer, Leopold, Chirurg und Krebsforscher (1888-1963).‎

‎Originalphotographie und Briefkarte mit eigenh. Namenszug. O. O., 1948.‎

‎16,1:11 cm (Kabinettformat) bzw. 95:172 mm. Portraitphotographie en face aus dem Hause Willy Hlosta, Wien. - Nach Studium, Promotion und Studienreisen (u. a. zu Ferdinand Sauerbruch nach München) übernahm der im nö. Thaya geborene Mediziner 1930 die Leitung der Chirurgischen Abteilung des Lainzer Krankenhauses in Wien und später die Leitung des Strahlentherapeutischen Instituts. Seit 1933 a. o. Professor und seit 1939 Ordinarius und Vorstand der I. Chirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg auch deren Direktor. Als Mitglied der Österreichischen Volkspartei, vertrat Schönbauer deren Anliegen von 1959-62 als Abgeordneter zum Nationalrat. Seine vielseitige wissenschaftliche Tätigkeit fand u. a. ihren Niederschlag in über 500 Publikationen, darunter u. a. "Das medizinische Wien" (1944), das "Lehrbuch der Chirurgie" (2 Bde., 1949/50) und "Das österreichische Spital" (1959). 1944 wurde Schönbauer Mitglied der der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Vgl. Öst. Lex. II, 361 und Czeike V, 123. - Die Briefkarte mit gedr. Briefkopf "Steffi Chiavacci".‎

‎Schroetter von Kristelli, Leopold, Mediziner (1837-1908).‎

‎Bildpostkarte mit eigenh. U. Alland, 17. VI. 1900.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Auf der von “Euerm dankbaren Victor” an “Herrn u. Frau L. Frey” in Wien adressierten Karte findet sich unter der Abbildung der Lungenheilanstalt Alland die eh. U. von deren Gründer, dem Laryngologen Leopold Schrötter. Dem gebürtigen Grazer, der sich als Internist und Spezialist für Tuberkulose und Lungenkrankheit zeit seines Lebens “auch mit sozialen Fragen (u. a. der Errichtung von Ferienhorten für arme Gymnasiasten und eines Spitals für mittellose Studenten)” (Czeike V, 150) auseinandersetzte, ist neben der erwähnten Heilanstalt auch die Errichtung des ersten modern eingerichteten Hörsaals mit entsprechendem Laboratorium zu verdanken.‎

‎Schroff, Karl Damian Rt. von, Mediziner (1802-1887).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 23. VI. 1862.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Ihre Angelegenheit wird künftigen Samstag zur Versammlung kommen, indem an diesem Tage eine Professorensitzung abgehalten werden wird, in welcher ich auf Ihre Zulassung zum Colloquium antragen werde. Ich zweifle nicht, daß mein Antrag keinen Widerspruch erfährt [...]". - Schroff war Professor der allgemeinen Pathologie, Therapie und Materia medica an der Chirurgenschule in Olmütz, Primararzt an der Prager Irrenanstalt und Physikus des Prager Taubstummen-Instituts. Seit 1835 lehrte er an der Universität Wien, zunächst als Professor am Kurs für Wundärzte und später als Professor der allgemeinen Pathologie, Pharmakognosie und Pharmakologie; 1856 wurde er Rektor der Universität, 1860 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Mit seinem Bruder Emanuel Stephan gemeinsam, der dasselbe Lehrfach an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie vertrat, verfaßte er eine "Arzneimittellehre und Receptirkunde". Maßgeblichen Anteil hatte er an der völlig neu gestalteten 5. Ausgabe der "Österreichischen Pharmakopöe" (1855), welche die Arzneikörper erstmals in alphabetischer Reihenfolge erfaßte. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.‎

‎Seeburger, Johann Frh. von, Mediziner (geb. 1800).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 11. IV. 1853.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): „Entschuldige mich, denn nicht Vergessenheit, sondern Dienstpflicht hielten mich zurück zu der bestimmten Stunde zu erscheinen [...]“. - Geboren im ungarischen Kolocza, studierte Seeburger in Wien und wurde rasch zu einem prominenten Mediziner, der lange Jahre als Leibarzt Kaiser Franz Josefs wirkte. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - Auf Briefpapier mit kleiner, ca. 35:20 mm großer, wohl eh. gezeichneter und ausgemalter Miniatur. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Senfelder, Leopold, Arzt und Medizinhistoriker (1864-1935).‎

‎Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 3. VI. 1911.‎

‎1 S. 4to. An Manfred Rt. von Vivenot: „Auf Ihre werte Anfrage [...] beehre ich mich zu erwidern, daß Ihr Herr Vater seinen letzten Vortrag am 30. 12. 1869 ‚Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Aerotherapie‘ im wissenschaftlichen Ausschuß hielt und ein Auszug davon in der Oesterr. Zeitschrift für praktische Heilkunde 1870 Pag. 30, 49 zu finden ist [...]“. - Senfelder „veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, welche [...] die Entwicklung der Wiener medizinischen Schule bis zum Jahre 1740 zum Gegenstand haben, gab eine historische Darstellung der Pest in Wien und Niederösterreich heraus“ (vgl. Planer, Jahrb. der Wr. Ges., 1929, s. v.) und behandelte in zahlreichen weiteren Arbeiten Aspekte der Wiener Lokalgeschichte, darunter auch des Sanitäts- und Bestattungswesens. - Manfred Rt. von Vivenot (geb. 1867) war Dr. der Rechte und Bezirks-Comissär. - Mit einigen Anmerkungen des Adressaten am linken Blattrand. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Wiener medizinischen Doktoren-Kollegiums.‎

‎Seyerlen, Rudolf, Philosoph (1831-1906).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 14. II. 1881.‎

‎1 S. 8vo. An Karl Sonklar von Innstädten: "Für die so über alles Erwarten wohlwollende Aufnahme, nachsichtige Beurtheilung und eingehende Besprechung unseres opusculum sowie für die so wichtige, treffliche klare Belehrung sage ich Ihnen meinen tiefgefühlten, aufrichtigen Dank [...]”. - Rudolf Seyerlen, Professor der Philosophie zu Jena, hatte während eines Studienaufenthaltes in Paris “den Fons vitae des Ibn Gebirol [entdeckt] und stellte die Philosophie dieses jüdisch-spanischen Denkers zum erstenmal quellenmäßig dar” (Neubert, Dt. Zeitgenossen-Lexikon 1905, s. v., zit. n. DBA II 1220, 174). - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-85) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm. - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).‎

‎Seyr, Franz, Gymnasiallehrer (geb. 1914).‎

‎2 ms. Briefe mit eigenh. U. Tulln, 18. XI. 1960 - 23. IV. 1961.‎

‎1½ SS. 8vo und 1 S. Gr.-4to. Beiliegend: Ferdinand Ebner. Schriften. Herausgegeben von Franz Seyr. München, Kösel, 1963-1965. 3 Bde. Leinenbände mit Original-Schutzumschlag. Lesebändchen. 8vo. An Hermann Hänsel (1918-2005), Sohn des Wittgensteinfreundes Ludwig Hänsel (1886-1959), in welchen er über den Fortgang seiner Arbeit am Nachlaß des Philosophen Ferdinand Ebner (1882-1931) und die Edition seiner Werke berichtet: "Meine Arbeit an der Ebner-Werkausgabe schreitet gut voran, obwohl sich immer wieder unvorhergesehene Hindernisse in den Weg stellen. Der Nachlaß ist zudem weit umfangreicher und schwieriger zu behandeln, als ich es erwartet hatte [...] Der Vertrag mit Kösel ist zwar im wesentlichen perfekt, aber noch nicht unterzeichnet, da immer wieder strittige Klauseln zu klären waren [...] Ich hoffe, Du hast mir meinen Brief neulich mit meiner Beurteilung der rechtlichen Lage bezüglich etwaiger Nachlaß-Ansprüche nicht übel genommen [...] An Herder können keine Ansprüche erhoben werden, an Kösel ebenfalls nicht. Und was als Autoren- bzw. Herausgeberhonorar zu erwarten ist, ist so geringfügig, daß sich eine Teilung, auch wenn rechtliche Ansprüche vorhanden wären, kaum lohnte. Was ich für meine Arbeit zu erwarten habe, erreicht, auf Stundenlohn umgerechnet, kaum Hilfsarbeiter-Niveau, und auch das nur, wenn alles gut geht [...]" (18. XI. 1960). - "Vielleicht hat Du's schon in der Zeitung gelesen: ich habe einen Förderungspreis der Körner-Stiftung erhalten. Außer Prof. Thurner hat sich auch Univ.-Prof. Heintel von der Wiener Universität [...] für mich eingesetzt [...] Wie umfangreich der ganze Nachlaß Ebners und wie groß die zu bewältigende Arbeit ist, darauf komme ich erst so nach und nach. Immer wieder tauchen Manuskripte auf, von deren Existenz ich vorher keine Arbeit [!] hatte und die dann einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Inzwischen sind schon gut zwei Drittel des Gesamt-Manuskripts in druckfertigen Zustand gebracht worden, etwa tausend Seiten habe ich selber geschrieben bzw. schreiben lassen. Etwa 800 Seiten sind noch zu schreiben, der Rest liegt schon in Druck oder in Korrekturfahnen vor und braucht nur noch überprüft zu werden. Ich hoffe daß ich meine Termine dem Verlag gegenüber einhalten kann: bis Jänner 1962 soll das ganze Manuskript druckfertig vorliegen [...]" (23. IV. 1961). - Seyr hatte schon 1952 an der ersten, von Ludwig Hänsel herausgegebenen Ebner-Ausgabe im Herder-Verlag mitgewirkt, von deren geplanten fünf Bänden nur der erste erschien. Seyrs 1963-65 bei Kösel erschienene dreibändige Ausgabe, die hier beiliegt, ist bis heute die einzige abgeschlossene Ebner-Edition.‎

‎Sigmund, Karl Ludwig von, Mediziner (1810-1883).‎

‎Eigenh. Rezept mit Namenszug. Wien, 28. VI. 1857.‎

‎1 S. 8vo. In charakteristisch unleserlicher Medizinerhandschrift verfaßtes Rezept. - Sigmund erwarb sich große Verdienste auf dem Gebiet der Seuchenhygiene, auf dem er - als ein Anhänger des großen Gynäkologen Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865) - schon früh dessen anti- und aseptische Grundsätze anwendete (vgl. Czeike V, 224). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.‎

‎Signorini, Bartolomeo, Mediziner (1797-1844).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Padua, 1831 und 1840.‎

‎Zusammen 3½ SS. 4to. Ein Br. mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Signorini war seit 1824 Professor in Pavia, seit 1830 in Padua. „Seine Versetzung [...] war hauptsächlich dadurch motivirt, dass die Neuerungen, die er bei Uebernahme seines Lehrstuhls eingeführt hatte und der Zudrang zu seinen Vorlesungen, sowie sein gerader, wenig Rücksicht nehmender Charakter Feindschaft, Neid und Intriguen erregt hatten, denen es gelang, bereits nach einjähriger Thätigkeit seine Suspension herbeizuführen, die indessen mit seiner völligen Rehabilitation endigte“ (Hirsch V, 400). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.‎

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