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Pestalozzi, Hans A., Schweizer Gesellschaftskritiker und Schriftsteller (1929-2004).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., März 1995.
1 S. Qu.-8vo. "Für Herrn Dr. Eduard Gibiser" - Einst selbst Konzern-Manager, wurde Pestalozzi nach seiner fristlosen Entlassung aus dem Migros-Konzern zu seinem härtesten Kritiker. Er führte ab 1980 die Demokratisierungs-Bewegung "M-Frühling" gegen die Migros. Bekannt wurde sein Engagement auch durch den Dokumentarfilm "Pestalozzi" von Roman Brodmann. 1982 plädierte er für die Abschaffung der Schweizer Armee - der er selber als Major gedient hatte - mit seinem Buch "Rettet die Schweiz"; im selben Jahr gründete er die "Gruppe für eine Schweiz ohne Armee" (GSoA) mit. Er war befreundet mit Frederic Vester, dessen Ausstellung "Unsere Welt - ein vernetztes System" er förderte, und mit dem Bioarchitekten Rudolf Doernach; die drei traten oft gemeinsam auf.
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Peter, Johann, Schriftsteller (1858-1935).
Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O. u. D.
30 SS. 4to. "Wenn man so oft vor seinen Lesern als Erzähler und Schilderer gestanden, so wird es wohl gestattet sein, auch einmal von sich selbst etwas zum besten zu geben. So will ich denn zurückkehren in den Sonnenschein meines Lebens und dem freundlichen Leser einen kleinen Walddorf-Spielmann vor Augen führen, der ich selbst gewesen. Wenn man vier Jahrzehnte auf seinen Schultern trägt und sich das Haar langsam mit den gewissen silbernen Fäden zu schmücken beginnt, dann ist die Zeit der inneren Einkehr, des zaghaften Vorwärts- und beglückenden Rückwärtsschauens gekommen, wo man so gern im weichen Schatze der Erinnerung schwelgt […]. Mein Leben hat das nicht erfüllt, was ich von ihm gehofft. Doch war mir eine lichte, freudenreiche Kindheit beschieden, um die mich mancher hätte beneiden können […]. Der stolze Böhmerwald mit seinen unerforschlichen Nadelforsten und gewaltigen Kiefern und grünen Auen hat seine gewaltige Sprache tief in mein Herz geredet. Im Wald und auf der Heide war ich daheim, Sommer wie Winter, keine Witterung war mir zu schlecht, keine Krankheit war mir im Wege, um meinen angeborene Naturfreude zu betätigen […]. In meinem Vaterhause war die Musik ein vielgeschätzter Gast […]. Als ich sechs Jahre alt war und kaum noch recht wusste wie man die Fibel in die Hand zu nehmen habe, da war's um die Ruhe meines Vaters geschehen. Auf Schritt und Tritt verfolgte ich ihn mit der ungestümen Bitte, mich nun auch endlich in die Geheimnisse des Gegenspielens einzuweihen, trotzdem er immer wieder versicherte, dass ich dazu noch viel zu klein wäre und keine Geige halten könne […]". - Johann Peter schrieb in der literarischen Tradition seines Vorbilds Adalbert Stifter u. a. "Charakter- und Sittenbilder aus dem Böhmerwald".
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Petzold, Alfons, Schriftsteller (1882-1923).
2 eigenh. Briefe mit U. Alland und Kitzbühel, 1912 und 1920.
Zusammen (1+¾ =) 1¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. Gr.-8vo. Jeweils mit eh. adr. Kuvert. Mit zwei Beilagen (s. u.). An den Schriftsteller Philipp Munk (1892-1920): "Ich erfülle Ihre Bite recht gerne. Leider kann ich dies aber nur zur Hälfte tun. Da mir der Arzt aufs neue das viele Schreiben verboten hat müssen Sie sich schon das Buch kaufen in dem die Skizze 'Einsames Sterben' enthalten ist, ebenso die Gedichtsamlung 'Seltsame Musik['] der eine kurze Biographie vorangesetzt ist. Ich werde meinen Verleger verständigen, daß er Ihnen die Bücher sofort zuschickt [...]" (Br. v. 19. II. 1912 aus Alland; mit kleinen Einrissen im Mittelfalz und einem kleinen Randausriß). - Der Brief vom 10. I. 1920 aus Kitzbühel mit "Dank für die Widmung Ihres Versbuch[es]". - Alfons Petzold schrieb vor seiner Begegnung mit Joseph Luitpold Stern vorwiegend Couplets und kleinere dramatische Arbeiten, veröffentlichte mit dessen Hilfe 1910 den Gedichtband "Trotz alledem!" und wurde mit seinem Werk zum Wegbereiter der österreichischen sozialistischen Literatur. Mit Freunden gemeinsam gründete Petzold den Ikarus-Bund, veröffentlichte Gedichte in anarchistischen Zeitschriften und war mit Franz Karl Ginzkey befreundet; 1917 übersiedelte er nach Kitzbühel und war hier bis zu seinem Tod als Funktionär der Sozialdemokratischen Partei tätig. - Beiliegend ein Liefer- sowie ein Empfangsschein der Antiquariatsbuchhandlung Brüder Suschitzky.
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Petzold, Alfons, Schriftsteller (1882-1923).
"Der schöne Traum". Eigenh. Gedicht (18 Zeilen) mit U. Kitzbühel, 24. X. 1917.
1 S. Gr.-4to. "O du mein zermartertes Land | O, ihr meine totwunden Brüder und Schwestern | sagt, habt Ihr nicht einmal den Frieden gekannt, | war das nicht noch gestern? | Du Himmerl, jetzt ein Spiegel voll Blut | Ihre Meere, ohne die eilenden Schiffe | Ihr Häuser und Hütten ohne das Lachen | Ihr Kirchen mit dem verschütteten Gott | sagt mir, wann hat euch der Friede verlassen, | war das nicht erst gestern? [...]". - Alfons Petzold schrieb vor seiner Begegnung mit Joseph Luitpold Stern vorwiegend Couplets und kleinere dramatische Arbeiten, veröffentlichte mit dessen Hilfe 1910 den Gedichtband "Trotz alledem!" und wurde mit seinem Werk zum Wegbereiter der österreichischen sozialistischen Literatur. Mit Freunden gemeinsam gründete Petzold den Ikarus-Bund, veröffentlichte Gedichte in anarchistischen Zeitschriften und war mit Franz Karl Ginzkey befreundet; 1917 übersiedelte er nach Kitzbühel und war hier bis zu seinem Tod als Funktionär der Sozialdemokratischen Partei tätig.
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Pflagner, Margit, Schriftstellerin (1914-2010).
"Die Krähen". Eigenh. Gedichtmanuskript (25 Zeilen) mit U. O. O. u. D.
1 S. Kl.-4to. "Immer, | wenn im Winter | die schwarzen Krähen ziehen, | mit heiserem Schrei | auf kahlen Bäumen hocken, | erschrickt mein Herz. | Immer dann | seh ich die Frauen | in schwarzen Tüchern - | endlose Züge - entlangziehn, | sich heiser rufen, | an kahlen Straßen hocken | und warten. | Warten | auf den, | der nimmermehr kommt, | Mann, Geliebter und Sohn, | der nimmermehr kommt [...]".
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Pfordten, Otto Friedrich, Schriftsteller, Philosoph (1861-1918).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. V. 1894.
3 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Gräfin: "Gestatten Sie einem Ihnen unbekannten Verehrer Ihrer darstellenden Künste Ihnen ein Werk zu überreichen, für das er um Ihr persönliches Interesse bitten möchte. Es ist gleichzeitig der Direktion des k. k. Hofburgtheaters zur Aufführung eingereicht; speziell aber ist es des Verfassers Wunsch, die größte Herrin, die er auf der Bühne sehen dürfte, um Ihre Beehrung zu bitten und Ihr seine Arbeit vorlegen zu dürfen. Es ist die Rolle der Hind, als deren denkbar wirkungsvollste Vertretung mir Ihre Gestaltungskunst vorschwebt - die Rolle ist an sich nicht dankbar - sie würde es aber in Ihrer Hand werden […]". - Pfordten war Erzähler, Dramatiker und Verfasser von philosophischen Werken.
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Pichler, Fritz, Schriftsteller, Historiker und Archäologe (1834-1911).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 28. II. 1887.
4 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin: "Wenn es Ihren Intentionen entspricht, so würde ich mir erlauben, die 3 Porzellanstücke für das Joanneum um 5 fl. zu erwerben [...]".
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Pizziny, Ricco
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. , 20. X. 1934.
1 S. 8vo. Vielen Dank Dir lieber Herbert für den mir erteilten Impuls.
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[Pleyer, Wilhelm, Schriftsteller und Journalist (1901-1974].
Eigenh. Brief mit U. sowie eigenh. Schriftstück. [Löcking, 6. III. 1977].
Zusammen 3 SS. Qu.-8vo. Hildegard Pleyer informiert Herrn Kollebrandt über den Tod ihres Gattens am 14.12.1974 und übermittelt ihm im Sinne ihres Mannes "etwas Handschriftliches".
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Polgar, Alfred, Schriftsteller (1873-1955).
Eigenh. Brief mit U. New York, 9. XI. 1950.
1 S. Gr.-8vo. An eine Frau Koehler: "Vielen schönen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Sie kamen gerade zurecht, am Tag m. Rückkehr hieher von 1½ Jahren in Europa. Nochmals: es war besonders lieb von Ihnen, sich m. Geburtstages zu erinnern, und Ihre guten Worte haben mir wohl getan [...]". - Mit einem kleinen Ausriß am oberen Rand.
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Port, Frieda, Schriftstellerin (1854-1926).
Korrespondenz mit Julie Kalbeck, der Gattin des Musikschriftstellers und -kritikers Max Kalbeck, bestehend aus 17 eigenh. Briefen (mit 11 eigenh. Kuverts), 4 eigenh. Postkarten und einer eigenh. beschriebenen Visitkarte. München u.a., 1883-1913.
Zusammen 87 SS. Meist 8vo. Die Münchner Schriftstellerin Frieda Port (1854-1926) war zuerst Erzieherin in Nürnberg. Später lebte die u.a. mit Paul Heyse befreundete Übersetzerin und Lyrikerin in München. Ihr Nachlaß befindet sich in der StB München (vgl. Kosch XII, 189; Pataky II, 149 u. DBA, Fiche I 973,97). - "[...] Daß Sie sich bald wieder fotographieren lassen (taten Sie's vielleicht schon?) las ich gleich Heyse, der gerade zu mir kam, als ich Ihren Brief erhalten hatte, vor und wir billigten beide Ihren Entschluß sehr und freuen und auf die neuen Bilder [...]. Ich nahm mir vor, Ihnen recht ausführlich von Heyses Geburtstag zu berichten, da ich weiß, wie sehr Sie diese lieben Menschen verehren und möglichst viel von Ihnen hören wollen! Ihre Grüße machten ihnen viel Freude, und als wir Abends kamen, las Heyse Max Kalbecks Gedicht vor [...]. Am Abend [las Heyse] zuerst einen Einakter dem alle großen Beifall spendeten [...]" (München, 19. März 1884). - "[...] Eben habe ich ein Gedicht verschönert [...], worüber Ihr kritischer Mann sich im Tadel erging und was allerdings auch selbst nicht recht war. Sagen Sie ihm aber, wie sehr seine Ermahnungen nachwirken und daß er mich für meine schülerhafte Folgsamkeit bewundern soll [...]" (München, 7. September 1886). - "[...] Brahms' Sapphische Ode kenne ich nun, möchte sie aber wo[h]l einmal von Brahms selbst oder von Kalbeck spielen hören; ich fürchte, meine liebe Sängerin, der ich einen eigenen Text dazu schreiben mußte, singt sie mir zu wenig streng im Rhythmus. Warum hat Brahms eine gereimte Ode genommen! Der Reim paßt doch so gar nicht zur antiken Form [...]" (München, 16. Jänner 1889).
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Portisch, Hugo., österr.
Broschüre mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Gr.-4to. Beiliegend eine weitere Broschüre.
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Potts, Jean., Schriftstellerin (1910-1999).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Format: 125:45 mm. Montiert auf Karton. "to Sabrina with best wishes" - Einriss am Albumblatt.
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Pretterebner, Hans, österr. Journalist (geb. 1944).
Eigenh. Albumblatt mit U. sowie Titelblatt seiner Publikation "Der Fall Lucona" mit eigenh. U. O. O. , 19.05.1993 und 15.05.1995.
2 SS. 8vo. Pretterebner deckte den Versicherungsskandal "Lucona", welcher von Udo Proksch initiiert wurde, auf. Dies in Kooperation mit dem Journalisten Geraldfreihofer. Die juristische Aufarbeitung des Vorfalls stürzte das Land in einen nie da gewesenen Politskandal: 16 Politiker, Juristen und Spitzenbeamte wurden von ihren Posten entfernt, angeklagt oder verurteilt; der österreichische Verteidigungsminister Karl Lütgendorf beging vermutlich Selbstmord.
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Pribitzer, Fritz, Kulturphilosoph (1881-1969).
3 eigenh. Postkarten mit U. und eine Grußkarte mit U. Wien, 1953-1957.
Zusammen 4 SS. 8vo. und Carte de visite. Mit einem eigenh. beschr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für sein Gedenken anlässlich Pribitzers Geburtstages. Weiters beglückwünscht er Josef Wesely zur Bestellung zum Landesschulrat.
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Price, Anthony, Schriftsteller (geb. 1928).
Albumblatt mit eigenh. Widmung u. U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. "To Sabrina best wishes from Anthony Price". - Nach seinem Besuch der King’s School in Canterbury diente Price von 1947 bis 1949 in der British Army, die er mit dem Rang eines Captain verließ. Sein Studium am Merton College in Oxford schloss er 1952 mit dem M.A. ab. Von 1952 bis 1988 arbeitete Price als Journalist bei der Westminster Press, von 1972 bis 1988 außerdem als ein Herausgeber der Oxford Times.
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Priestley, J. B., Schriftsteller (1894-1984).
Ms. Brief mit eigenh. U. [London], 16. XI. 1943.
¾ S. Kl.-4to. An den Manager der German/Austrian Labour Exchange: "I have already made application to the Marylebone Labour Exchange for the service of Mrs Weiz as cook-housekeeper, and I shall be obliged if you will direct her for this duty [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Prior, Allan , Schriftsteller (1922-2006).
Albumblatt mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Format: 125:100 mm. Allan Prior wirkte als Drehbuchautor und Romancier. Seit den 1950er Jahren schrieb er Drehbücher zu 300 Fernsehsendungen.
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Prölß, Johannes, Schriftsteller und Journalist (1853-1911).
Eigenh. Brief mit U. ("Joh[anne]s Prölß"). Frankfurt a. M., 8. IX. 1887.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An Julie Kalbeck, die Gattin des Musikschriftstellers u. -kritikers Max Kalbeck: "Mit herzlicher Theilnahme haben wir den Zeitungen die Nachricht entnommen, [welch] schwerer Verlust Sie betroffen hat. Sie stand in so grellem Contrast zu den sonnig-heiteren Tagen - sie waren es trotz des Regens - welche uns vergönnt waren in gemüthlichem Verkehr mit Ihnen im schönen Salzburg zu verleben, daß dieser Gruß aus Frankfurt deshalb etwas verspätet eintrifft [...]". - Der Sohn des Schriftstellers Robert Prölß studierte Philosophie und Geschichte und war anschließend als Journalist in verschiedenen Redaktionen (u. a. 1874/75 in London und von 1877 bis 80 für die Redaktion von "Meyers Konversations-Lexikon" in Leipzig) tätig. Von 1880 bis 88 Chefredakteur des Feuilletons der "Frankfurter Zeitung" und anschließend Redakteur der Zeitschrift "Von Fels zu Meer" in Stuttgart sowie von 1894 bis 1903 Mitarbeiter der "Gartenlaube", trat Prölß auch als Erzähler und Dramatiker hervor. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Frankfurter Zeitung"; mit mehreren kl. Randeinrissen und -läsuren.
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Proschwitzer, Erhart, Schriftsteller und Bibliothekar (1877-1931).
Eigenh. Brief mit U. Ausche, 15. VIII. 1901.
1 S. Folio. Mit eh. Zeichnung einer Schalmei aus Museumsbeständen. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ihrem Wunsche, Musikalien betreffend, will ich nachkommen, so weit es mir irgend möglich ist. Hinzufügen will ich nur, dass ich musikalisch nichts kann und blutwenig verstehe [...]". - Mit Zeichnung einer Schalmei aus Museumsbeständen.
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Proust, Marcel, French writer (1871-1922).
Autograph letter signed. N. p. o. d.
8vo. 3¼ pp. on bifolium. Apparently to the French aesthete, Symbolist poet, art collector and dandy Robert de Montesquiou (1855-1921), who had been the inspiration both for des Esseintes in Joris-Karl Huysmans' "À rebours" (1884) and for Baron de Charlus in Proust's "À la recherche du temps perdu" (1913-27), discussing his attending a conference and a novel by Gabriele D'Annunzio: "Vous 'ne doutez pas' comme disent les gens du monde, que je ne souhaite - sans guère l'espérer - d'être en état d'assister à la Conférence. Je serais heureux de me rendre compte par moi-même ce qu'en penserait la Petite (non, la Grande!) Mademoiselle. Elle a toujours eu un faible pour nous (ce qui est son fort!) Et le merveilleux roman de d'Annunzio me semble par son sujet convenir merveilleusement à l'instruction des enfants confiés à Miss Winter. Je vois là le thème tout indiqué pour les représentations de théâtre jouées au naturel entre frère et sœur. Vous voyez que je ne fais pas comme les gens qui font semblant de ne pas connaitre l'existence des enfants dont on ne leur a pas notifié la venue au monde. Je n'ai pas moins ressenti de cette omission, au tort de mes sentiments, d'une façon cruelle et durable 'car enfin mon respect et mon obéissance semblent dignes à mes yeux d'une autre récompense'. Mais cela ne m'empêche pas de les admirer tout de même beaucoup ! Votre très dévoué | Marcel Proust"'. - Slightly browned and spotty; small collection stamp on p. 1.
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Proust, Marcel - Hahn, Reynaldo.
3 lettres autographes signées, dont 2 de Proust à Reynaldo et une de Reynaldo. S. l. n. d.
2 p. in-8 (175 x 115 mm) sur papier de deuil, waterford, lettre non datée [1905-1906], trace de double feuillet (sur la page en vis à vis manquante devait figurer un dessin qui semble avoir été découpé). "KKKKKWA? - HHHHOE. - NNNNNAN Bonjours Fasché? NNNNNAN [...] au sujet "d'un dessin synthétique (purement imaginé de tous les dessins de mythologiques Turner. Et le commentaire que Ruskin eut écrit sur ce dessin. Ce commentaire est d'une justesse telle (Reynaldo) d'une facilité si convaincante (Reynaldo) d'une science si profuse (Reynaldo) d'une ressemblance si réussie (Reynaldo) d'une élocution si charmeresse (Reynaldo) et d'une si transcendante philosophie, que je vous prie de me le renvhoyier ou de le garsder, mais en me corrigeant les fautes d'anglais [...]" Et termine sa lettre avec une portée de musique sur laquelle figure le nom de Paul Gold Schmidt. Le 19 avril 1913, Proust va entendre la Sonate pour piano et violon de César Franck jouée par Paul Goldschmidt (1877-1957) et Georges Enesco. Il s'en inspirera pour un passage sur la sonate de Vinteuil. Céleste l'évoquait comme "richissime", "collet monté", "du côté de Sodome", ami d'un jeune Anglais du nom de Charlie [Humphries]. - "Mon petit Genstil. Mon petit genstil. Mon Buncht. Dites genstil si calmants ont réussi, s'ils ont produit un bon effet moral et consultation [ ?] de même. Je caresse votre petite tête mon petit genstil" (S.l.n.d., un feuillet in-8 écrit au recto à l'encre noire, 174 x 111 mm). - Lettre de Reynaldo à un destinataire inconnu, signée Hahn, pour lui rendre compte de sa soirée : "Je rentre du concert [...] et je t'envoie quelques lignes de renseignements. Symphonie de Beethoven fort bien jouée, l'orchestre a fait de grand progrès. Mélodie de Lefèbre très emmerdante et [ ...] toutes deux chantées par Mlle Montabant". Il continue sa lettre sur la page en vis-à-vis: "je devais coucher chez toi ce soir mais je suis si fatigué que je reste chez moi, à travailler un peu. Mille embrassades. Hahn. Je vais te faire voir bien des choses et je t'enverrai ces jours ci […]". La lettre se termine sur le dernier feuillet par trois cœurs fléchés. (S.l.n.d., 4 p. in-8 sur un feuillet double, encre noire).
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Pulszky, Therese, Schriftstellerin (1819-1866).
Eigenh. Gedichtmanuskript mit Widmung und U. Turin, 25. I. 1861.
1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. "Ist die Neig' auch trüb v. Zechen | Trinke Du sie gar | Dankbar daß in Deinem Becher | Oben Lautres war. | Nur dem Werthesten der Gäste | Schenkt's der Wirth bei diesem Feste | Bis zum Grundeklar". - Gewidmet "meinem alten geehrten Freund Castelli" [d. i. der Schriftsteller Ignaz Franz Castelli (1781-1862)]. - Therese Pulszky, die Tochter eines Wiener Bankiers, hatte zusammen mit ihrem Gatten, dem Schriftsteller und Politiker Ferenc Pulszky (1814-1897), Lajos Kossuth - der seit 1849 im Londoner Exil lebte - auf dessen Rundreise durch Amerika begleitet und gemeinsam mit ihrem Gatten den Reisebericht ""White, red, black" (London 1852, 3 Bde.; deutsch, Kassel 1853, 5 Bde.) darüber verfaßt; sie selbst veröffentlichte "Aus dem Tagebuche einer ungarischen Dame" (Leipzig 1850) und "Sagen und Erzählungen aus Ungarn" (Berlin 1851). 1866 begab sie sich in Begleitung ihrer Tochter nach Ungarn, "um die Zurücknahme ihrer Vermögenskonfiskation zu betreiben", und erkrankte zu Ofen an der Cholera. Als ihr Mann Ferenc im September 1866 von der österreichischen Regierung die Erlaubnis zu einer Reise nach Ofen erhielt, fand er aber "Frau wie Tochter bei seiner Ankunft bereits gestorben" (Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage, 1885-1892, Bd. XIII., S. 459).
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Rachmanowa, Alja, Schriftstellerin (1898-1991).
Gedr. Portrait auf Blatt mit eigenh. U. sowie eigenh. Albumblatt mit U. O. O., März 1936
2 SS. 8vo. An die Künstlerin Irene Hölzer-Weinek (1888-1965): "Der lieben Frau Irene Hölzer-Weinek in besonderer Schätzung" - Leicht knittrig mit Gebrauchsspuren. Stempel der Buchhandlung Ulr. Moser in Graz auf der Vorderseite.
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Rade, Martin, evang. Theologe, Publizist und Politiker (1857-1940).
Eigenh. Brief mit U. Kleinmachnow, 8. X. 1937.
2 SS. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An Friedrich Herrmann, Herstellungsleiter beim S. Fischer- und Suhrkamp Verlag, dem er den Kulturredakteur Hans Friedrich empfiehlt: "[...] Ich kenne ihn sehr gut u. habe mit ihm gesprochen. Er wartet darauf, daß Sie ihn anrufen. Die Schrift von Werdermann [wohl der Pädagoge und Schriftsteller Hermann Werdermann, 1888-1931] habe ich mit großem Interesse gelesen, sie wird Ihnen wieder zugehn. Er sagt klar und gut seine Meinung - wie man sie beurteilt, das kommt auf des Betreffenden Standpunkt an [...]". - Martin Rade war Mitbegründer und von 1887 bis 1931 Herausgeber der Zeitschrift "Christliche Welt", "die er zum bedeutendsten Organ des kirchlich-theologischen Liberalismus in Deutschland ausbaute. 1899 habilitierte er sich für systematische Theologie in Marburg, begann hier 1900 seine Lehrtätigkeit und wurde 1904 a.o., 1917 o.Professor. Seit 1907 wandte er sich als Mitglied des Verbandes für internationale Verständigung und der deutschen Friedensgesellschaft verstärkt der Politik zu, setzte sich für die Rechte nationaler Minderheiten ein und war 1919-21 als Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei und stellvertretender Fraktionsvorsitzender an der preuß. Verfassunggebenden Versammlung beteiligt. Rade kämpfte für die Durchsetzung demokratischen Geistes in Kirche und Gesellschaft. 1933 wurde er wegen seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus entlassen. Er schrieb u. a. 'Religion und Moral' (1898) und eine 'Glaubenslehre' (3 Bde., 1924-27)" (DBE).
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Rademacher, Hanna, deutsche Schriftstellerin (1881-1979).
2 eigenh. und eine ms. Bildpostkarte mit U. [Fleckenberg], [1943-1947].
3 SS. 8vo. Dankt Josef Wesely wiederholt für übersandte Geburtstagswünsche.
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Rae, Hugh C., schottischer Schriftsteller (geb. 1935)
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. With best wishes
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Rainalter, Erwin Herbert, Schriftsteller (1892-1960).
Eigenh. Postkarte mit U. [Wien], 6. VI. 1958.
1 S. 8vo. Dankt Josef Wesely für seine Glückwünsche anlässlich Rainalters Geburtstag.
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Raja, Erich, österr. Jurist (1905-1988).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., Juni 1970
1 S. Gr.-8vo. "Herrn Komm. Rat Dr. Herbert Wiesler in Verehrung" - Mit beschädigtem Schutzumschlag des Werkes "Kopfjagd auf Rajakowitsch" von Erich Raja.
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Ranke-Heinemann, Uta, deutsche Schriftstellerin (geb. 1927).
Eigenh. Albumblatt mit U. sowie Portraitfoto mit U. O. O., 31. X. 1996.
Zus. 2 SS. 8vo. Mit Informationsblatt für die Presse sowie masch. beschr. Kuvert. "Erwin Grazarolli-Thurnlackh mit herzlichem Gruß".
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Ransmayr, Christoph, Schriftsteller (geb. 1954).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 26. III. 1996.
1 S. Gr.-8vo. Mit Foto des Autors. Unterschrift auf dem Titelblatt seines Romans "Die letzte Welt".
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Ranzoni, Em(m)erich, Schriftsteller und Journalist (1823-1898).
Eigenh. Brief mit U. ("Em. Ranzoni"). [Wien], o. D.
1 S. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten zur Übersendung eines (hier nicht beiliegenden) Couplets. - Der im niederösterreichischen Unternalb geborene Bruder des Malers Gustav Ranzoni wandte sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften dem Journalismus zu, schrieb 1848 für oppositionelle Zeitungen wie den "Der Radikalen" oder "Die Reform", wandte sich aber nach kurzer schauspielerischer Tätigkeit 1850/51 als Mitglied des Hofburgtheaters erneut einer schriftstellerischen Tätigkeit zu und wurde Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen ("Ost-Deutsche Post", "Tribüne", "Der Wanderer", "Der Salon"), in denen seine Gedichte, Erzählungen, Romane und Feuilletons erschienen. Seit ihrer Gründung war Ranzoni für die "Neue Freie Presse" tätig, bis 1873 als Leiter der "Kleinen Chronik", dann als Kulturberichterstatter. 1891 veröffentlichte der Vater des Malers Hans Ranzoni drei Erzählungen unter dem Titel "Jagd- und Schießstand". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Neuen Freien Presse; etwas gebräunt und mit stärkeren Randläsuren.
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Ranzoni, Em(m)erich, Schriftsteller und Journalist (1823-1898).
Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Empfehlung eines Violinisten. - Der im niederösterreichischen Unternalb geborene Bruder des Malers Gustav Ranzoni wandte sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften dem Journalismus zu, schrieb 1848 für oppositionelle Zeitungen wie den "Der Radikalen" oder "Die Reform", wandte sich aber nach kurzer schauspielerischer Tätigkeit 1850/51 als Mitglied des Hofburgtheaters erneut einer schriftstellerischen Tätigkeit zu und wurde Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen ("Ost-Deutsche Post", "Tribüne", "Der Wanderer", "Der Salon"), in denen seine Gedichte, Erzählungen, Romane und Feuilletons erschienen. Seit ihrer Gründung war Ranzoni für die "Neue Freie Presse" tätig, bis 1873 als Leiter der "Kleinen Chronik", dann als Kulturberichterstatter. 1891 veröffentlichte der Vater des Malers Hans Ranzoni drei Erzählungen unter dem Titel "Jagd- und Schießstand".
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Raupach, Ernst, Schriftsteller (1784-1852).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 21. IV. 1833.
1 S. Gr.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "[...] Wenn diese Antwort etwas spät kommt, so bitte ich Sie, weder H. Beer noch mich der Säumigkeit zu beschuldigen: ich bin erst am 16. von Weimar zurückgekommen. Sie haben Recht gehabt, das Honorar für alle Provinzial-Theater gleich zu stellen: denn alle mögen wohl gleich armselig seyn, und wenn mehreres deßhalb gekauft wird, so ist kein Verlust dabey: nur Prag, und wie ich glaube auch Pesth, kann nicht in diese Kategorie gehören. Schicken Sie den Theatern die Abschriften postfrey zu? [I]ch pflege es nicht zu thun. - Es thut mir doch leid, daß mein Robert d[er] T[eufel] nicht gefallen hat. Meine größern Werke aus dem Cyclus der Hohenstaufen können in Wien nicht gegeben werden; Rührspiele bin ich nicht im Stande zu schreiben; meine Lustspiele haben nie angesprochen; wenn also auch das Romantische nicht gefällt, so muß ich auf Wien Verzicht leisten. Uebrigens habe ich von Deinhardstein bis jetzt weder Brief noch Geld erhalten; er scheint in dieser Hinsicht nicht so pünktlich zu seyn, wie unser verewigter Freund Schreivogel [!] [...]". - Faltspuren.
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Recke, Elisa von der Recke, Dichterin (1754-1833).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 9. I. 1829.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine "theure Cousine", wohl Anna (Annette) von Keyserling (geb. von Nolde), die 1801 Heinrich, Sohn von Otto Graf von Keyserling und seiner Ehefrau Charlotte (geb. von Medem), geheiratet hatte: "[ ] Als ich Sie, als holdes Kind, dann wieder, als lieblich aufgeblühte Jungfrau sah, wünschte ich dem Manne im voraus Glück, dessen Lebensgefährtin Sie einst werden würden! - Da wir nun hörten, daß unser Heinrich der Glückliche sey, dem Sie Ihre Hand und Ihr Herz versprachen, da dankten meine unvergeßliche Schwester [d. i. Dorothea Biron, Herzogin von Kurland, 1761-1823] und ich Gott, daß der Allweise, dem würdigen Sohne unserer geliebten Lotte, und unsers edlen Ottos, ein so glückliches Loos beschieden, und uns eine so liebenswürdige Verwandte gegeben habe! [U]nd als ich die Freude hatte, meine Enkelnichte Louise an mein Herz zu drücken, erhielt die Theure dadurch für mich einen noch größeren Werth, daß sie einige Aehnlichkeit von ihrer von mir, so innig geliebten Großmutter hatte [...]" .- Elisas Vater, Johann Friedrich von Medem, war in zweiter Ehe mit Luise Charlotte von Manteuffel (verw. von Nolde) verheiratet gewesen.
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Recke, Elisa von der Recke, Dichterin (1754-1833).
Teils eigenh. Brief mit U. Dresden, 6. II. 1828.
4 (davon 2 eh.) SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An Dorothee Therese Emilie von Wolzogen, die Gattin von General Ludwig Frh. von Wolzogen, über den Tod ihres Halbbruders, des kurländischen Landesbevollmächtigten Graf Carl von Medem (1762-1827). "[...] Die huldvolle Theilnahme unsrer hochverehrten Großfürstin [d. i. Maria Paulowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar 1786-1859] über den unersetzlichen Verlust [...] ist mir und seinen trostlosen Kindern eine wahre Beruhigung; so wie dies, daß der theure Selige, so lange unser vielgelieber Kaiser Alexander lebte, dessen hohes Wohlwollen und Vertrauen genoß [...] Daß Herr von Hahn [d. i. Paul Baron von Hahn; 1793-1862], dieser verläumderische Verfolger meines nun seligen Bruders, als Vice-Gouverneur nach Riga versetzt worden ist, dafür danken die mehresten Kurländer Gott! - Unser neuer Vice-Gouverneur, Herr von Brewern [d. i. Christoph von Brevern; 1782-1863], hat sich in der kurzen Zeit, daß er bei uns sein Amt verwaltet, schon viel Liebe erworben. [...] Mit welcher Begeisterung schrieb der theure Selige mir jedes mahl, wenn er das Glück genossen hatte der erhabenen Schwester unsers allgeliebten Kaisers Alexanders seine Verehrung zu bezeugen! Da sagte er dann immer: - 'Diese Großfürstin ist die wahre Seelenschwester, unsers ebenso erhabenen, als milden Kaiser Alexanders!' - [...] Leben Sie wohl, edle Freundin, Ihre holde Nichte drücke ich an mein Herz; Freund Tiedge ist Ihnen beyden recht innig ergeben, und mit Sehnsucht sehen wir den Stunden Eures Wiedersehens entgegen. Sie verzeihen es mir gewiß, daß der Anfang des Briefes nur diktiert ist. Ich wollte nur ein paar Zeilen eigenhändig hinzufügen, weil das schreiben mich angreift [...]". - Beiliegend ein gest. Portrait in Medaillonform (E. Henne fec., 165:102 mm; bis zum Plattenrand beschnitten).
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Redwitz, Oskar Frh. von, Schriftsteller (1823-1891).
Eigenh. Albumblatt mit U. Hamburg, Sommer 1887.
1 S. (12 Zeilen). 8vo. "Voll Gemeinheit ist die Welt, | Voll Gewaltthat, Trug und List; | Trotzdem, wie drob heil'ger Zorn | Oft das Mannesherz mir schwillt, | Bin ich doch kein Pessimist; | Denn an dreifach heil'gem Born | Halt' ich Kopf und Herz mir klar. | Vaterland und Haus und Kunst | Sind für mich der Weihaltar [...]". - Redwitz gehörte seit 1858 als Vertreter der liberalen Partei der Zweiten Kammer des bayerischen Abgeordnetenhauses an. Seit 1872 lebte er in seiner Villa "Schillerhof" in Meran. Er starb, schwer nervenkrank und morphiumabhängig, in der Heilanstalt St. Gilgenberg. - Aus einem Poesiealbum mit zwei gedr. Gedichten anderer Verfasser.
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Rehbein, Arthur, deutscher Schriftsteller (1867-1952).
Eigenh. Postkarte mit U. sowie ein gedr. Gedicht mit eigenh. Widmung. Berlin, 23.2.1947
3 SS. Qu.-8vo. Mit ms. beschr. Kuvert. An Josef Wesely: "Meine Karte dieser Art an Sie ist mit der Bezeichnung 'unzulässig' zurückgekommen, weil sie als Drucksache bezeichnet und frankiert war. Drucksachen sind eher, wie ich jetzt auf dem Postamt bei meiner Anfrage erfahre, im Verkehr Deutschland-Österreich nicht zugelassen. Hoffentlich wird diese zur Postkarte erhobene Drucksache Sie aber erreichen. Sie soll Ihnen sagen, wie sehr ich mich über Ihre gütige Aufmerksamkeit freue."
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Reisiger, Hans, Schriftsteller und Übersetzer (1884-1968).
3 eigenh. Briefe mit U. Partenkirchen und Berlin, 1940 und 1948.
Zusammen (1½+2+½ =) 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to. Mit einem eh. adr. Kuvert. An Friedrich Herrmann, Herstellungsleiter beim S. Fischer- und Suhrkamp Verlag, in Verlagsangelegenheiten: "Vielen Dank für den Whitman-Umbruch!- Ich freue mich immer, wenn ich Ihre Unterschrift wieder einmal sehe! Von der lieben guten Frau Fischer hatte ich übrigens vorgestern wieder einen Brief, sie schreibt immer rührend nett und treu. Gottfried Bermann war im Sommer bei mir, es war sehr nett. Nun aber zur Sache: Ich bin mit Ihrer Anordnung ganz einverstanden. Nur der Titel scheint mir seltsam. Er passt doch gar nicht für das ganze Büchlein. Da fände ich doch immer noch besser, man nähme den Titel des ersten grossen Gesanges: 'Von Paumanok kommend'. Aber es mag hingehen. 'Vorsprüche' (nicht 'Die V.') muss es heissen, weil dies nur einige der Vorsprüche sind, die im Original stehen [...]" (a. d. Br. v. 14. X. 1948). - Hans Reisigers "ersten Romanen und Novellen im Geist des Fin de siècle folgte 1919 die Übersetzung von Walt Whitmans Grashalmen, die eine lebenslange Beschäftigung mit dem Werk des amerikanischen Lyrikers einleitete. Neben seiner Tätigkeit als Übersetzer und Biograph Whitmans, die maßgeblichen Anteil an der Verbreitung von dessen Werk im deutschsprachigen Raum hatte, schrieb Reisiger biographische Romane, u. a. den Maria-Stuart-Roman 'Ein Kind befreit die Königin' (1939). Obgleich er 1938 vorübergehend in 'Schutzhaft' genommen wurde, lehnte Reisiger eine von Thomas Mann arrangierte Berufung an die Universität Berkeley ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung" (DBE). - Teils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und etwas knittrig bzw. mit Quetschfalten.
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Rémusat, Paul, comte de, écrivain et journaliste (1831-1897).
Lettre autographe signée. Montvert, 14. VI. 1883.
2p In-8 (50 lignes environ). Lettre à Charles Vincens, qui a du encenser ses critiques dans la revue musicale. Rémusat n'écrirait plus les mêmes choses pourtant, ses oreilles étaient pleines de Mébul, Berton, Nicolo et Boieldieu et il s'opposait à Rossini, ce qui n'est plus le cas maintenant. Cette lettre est écrite un mois avant l'élection de Vincens à l'Académie de Marseille (26 juillet). Rémusat va écrire sans retard à Saporta et si celui-ci revient plus rapidement, il lui fera la commission de vive voix.
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Rénan, Ernest, French writer (1823-1892).
Autograph memorandum. No place, [c. 1868].
8vo (206 x 134 mm). 3 pp. on a single bifolium. Autograph memorandum, bearing instructions for the preparation of the map appearing in his "Saint Paul" (1869), the third (and arguably best) part of Renan’s "Histoire des origines du christianisme", the magnum opus which had begun in 1863 with "Vie de Jésus" and became a succès de scandale. Published by Michel Lévy Frères in 1869, "Saint Paul" contained the fruits of the journey Renan made with his wife Cornélie Scheffer following in the footsteps of the historical Paul. It also contained a detailed map with coloured itineraries of each of the journeys. The present memorandum provides the colour-coding for each of these, together with no less than 33 amendments to the details of the map. - Offered with a carte de visite of the architect Edmond Guillaume (1826-94) with Renan’s autograph pencil notes to verso giving directions to his house in Sèvres (tipped to paper mount) and a letter (20 May 1893) from Noémie Psichari, Renan’s daughter. - Provenance: Von Scholl collection.
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Rendell, Ruth, Schriftstellerin (geb. 1930).
Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Gr.-8vo.
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Rendl, Georg, Schriftsteller (1903-1972).
2 eigenh. Briefe mit U. St. Georgen bei Oberndorf, 7. III. 1947 und 9. II. 1959.
2 SS. 4to und Qu.-8vo. Mit 2 eigenh. beschr. Kuverts. Nebst Dankesworte an Josef Wesely für übersandte Glückwünsche anlässlich Rendls Geburtstag schreibt jener 1947: "Sie haben recht: die Zeiten sind bös, aber wir müssen trotzdem leben. Und können wir es nicht bloß dadurch, daß wir uns des Schönen, das uns ja auch umgibt, freuen? Das ist die Kunst des Lebens überhaupt!".
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Renker, Gustav, Schriftsteller (1889-1967).
Gedr. Dankeskarte mit eigenh. U. Stuttgart-Möhringen, Juni/Juli 1965.
1 S. Qu.-8vo. Dankt allen Gratulanten für "so viele Zeichen menschlicher und künstlerischer Verbundenheit" welche Renker anlässlich seines 65. Geburtstags zugegangen sind.
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Renn, Ludwig (d. i. Arnold Friedrich Vieth von Golßenau), Schriftsteller (1889-1979).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. Berlin-Kaulsdorf, 31. XII. 1966.
1 S. Qu.-8vo. Mit eigenh. bschr. Kuvert. An Josef Wesely schreibt Renn: "Ein Jahr voll Fortschritt und Freuden, Ihnen wie den lieben Wiener Freunden!"
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Ressel, Gustav Andreas, Schriftsteller (1861-1933).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. O. O., 6. IV. 1911.
1 S. Qu.-8vo. An Karl Klinger in Wien mit Dank "für die lieben Glückwünsche zum Geburtstag". - G. A. Ressel war Mitbegründer und von 1893 bis 1895 Sekretär des Wiener Raimundtheaters. Bekannt wurde er, der auch unter dem Namen Fritz Burger bzw. Bürger veröffentlichte, als vokstümlicher Erzähler und Lokalhistoriker. Vgl. Kosch III, 2214f. und Czeike IV, 663.
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Retzer, Joseph Friedrich Frh. von, Schriftsteller (1754-1824).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
1½ SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Diplomaten Franz Joseph Fürst Dietrichstein (1767-1854) über Neuigkeiten, "die ohne dies schon bekannt seyn, welches das Publicum nicht wenig in erstaunen sezt". - Retzer war seit 1782 Hofkonzipist und wurde - nach der Veröffentlichung seines Gedichts "Auf die verstorbene Kaiserinn, Beschützerinn der Wissenschaften" - mit dem Amt des Bücherzensors betraut. 1801 wurde ihm die Zensur historisch-politischer Bücher, 1819 das Zensorenamt vollständig entzogen. Seit 1782 Mitglied und später Meister der Loge "Zur wahren Eintracht", förderte er als Zensor aufklärerisches Schrifttum, war Mitarbeiter der Zeitschrift "Literarische Monate", später des "Wiener Musenalmanachs" und veröffentlichte Gedichte u. a. im "Teutschen Merkur" und im "Deutschen Museum". Auch pflegte Retzer eine umfangreiche Korrespondenz mit Gelehrten und Dichtern, darunter jahrzehntelang mit Friedrich Nicolai, übersetzte aus dem Lateinischen und Französischen und machte sich als Herausgeber deutscher und fremdsprachiger Werke verdient. - Das Respektblatt mit kleinem Ausriß durch Siegelbruch (keine Textberührung).
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Reuss, Alexander, Schriftsteller (1887-1968).
Ms. Postkarte mit eigenh. U. Straßburg, 2. XI. 1943.
1 S. Qu.-8vo. Dankt Josef Wesely für seine Geburtstagswünsche. Verbunden damit ist die Frage nach Weselys Kenntnis von Alexander Reuss' Geburtstag.
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Reynold, Gonzague de, Schriftsteller (1880-1970).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. [Graubünden], 19. VII. 1961.
1 S. Qu.-8vo. Gonuague de Reynold (eig. Frédéric G. Graf R. de Cressier) bedankt sich bei Joseph Wesely für Glückwünsche.
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Rheinhardt, Emil Alphons , Lyriker, Erzähler und Übersetzer (1889-1945).
Eigenh. Brief mit U. Le Lavandou, Villa Les Palmiers,, 2. I. 1930.
1 S. Gr.-4to. An Bernhard Bernson: "Ich habe gleich nach Erhalt Ihres Briefes an mehrere einflußreiche Bekannte in Paris geschrieben und sie gebeten, umzufragen, ob sich nicht eine Stellung von der Art, wie Sie sie wünschen, fände. Die Personen, an die ich mich gewandt habe, sind Damen jener internationalen snobischen Gesellschaft der rive droite, in deren Salons vieles von dem, was die 'Erfolge' schafft, zusammenkom[m]t. Ich bin dort seinerzeit sehr freundlichen aufgenom[m]en worden - man hat mich auch selbst zu 'fördern' gesucht, wozu ich mich jedoch nicht sehr zu eignen schien: ich glaube, man hat mir das nicht sehr hoch angerechnet. Immerhin konnte ich nach der Intensität der erhaltenen Sympathie-Versicherungen umso eher den Versuch unternehmen, eine Bitte dahin zu richten, als ich selber für mich um nichts gebeten habe. Ich habe zwei Antworten erhalten: beide [ein Wort durchgestrichen] enthalten das Versprechen, daß die Schreiberinnen das Möglichste tun werden, meinen Wunsch zu erfüllen; im Augenblicke aber hätten sie noch nichts Geeignetes ausfindig machen können. - Eine dritte Antwort steht noch aus. Nun, wenn das Resultat auch nicht sehr versprechensvoll ist: ich habe doch ein Fünklein Hoffnung ... ich hoffe, nach Beendigung meiner jetzigen Arbeit im Frühjahr einige Wochen in Paris zu sein. Hat sich bis dahin nichts Geeignetes für Sie ergeben, dann will ich persönlich meinen Versuch wiederholen ... Seien Sie überzeugt, daß ich herzlich froh wäre, wenn es mir gelänge, Ihnen einen Weg zu eröffnen, der Sie aus Ihrer dermaligen Lebensform herausführt ... Wenn ich irgendetwas Aussichtsvolles höre, schreibe ich Ihnen sogleich." - Emil Alphons Rheinhardt lebte seit 1928 in Le Lavandou, einer Ortschaft zwischen Nizza und Marseille; im April 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und am 25. Februar 1945 ist er im KZ Dachau gestorben. Vgl. Martin Krist, "Wir sterben alle unseren eigenen Tod!" E. A. Rheinhardt (1889-1945), in: E. A. Rheinhardt, Tagebuch aus den Jahren 1943/44, Wien, 2003, SS. 147-166. Erich Hackl, Verlorene Welt tut weh, in: Die Presse/Spectrum, 10. Mai 2003, S. VIII. Koller/Withalm, Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich, S. 54. Raabe, Autoren und Bücher, S. 391, Nr. 246.
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