|
|
|
Leonhard, Karl Cäsar von, Mineraloge (1779-1862).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 4. VII. 1841.
½ S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Geografen Johann Gottfried Lüdde: "Euer Wohlgeboren bin ich sehr dankbar für Ihre geneigte Zuschrift und für Ihr ehrenwerthes Vertrauen. Leider vermag ich - vor Vollendung meiner 'Naturgeschichte der Erde', die, neben dem mineralogischen Journal, meine ganze Thätigkeit in Anspruch nimmt - Ihnen nur den [unterstrichen: besten Willen] zuzusagen; später soll, [willes Gott]! auch die That folgen. | Vielleicht könnten Sie an unseren hl. Hofrath u. Prof. Kapp einen Mitwirkenden erwarten. Besser ist, Sie nennen mich nicht [...]". - Ausschnitt und Ausriss durch Siegelöffnung. Notizen des Empfängers "(Empfangen 27.Juli!). Nr. 5 [durchgestrichen: (zu Nr. 7)]. v. Leonhard", und bei der Adresse ist hinzugefügt "durch Einschluß dhr. Bänsch". Spur einer alten Montage.
|
|
|
Lepsius, Karl Richard, Ägyptologe und Bibliothekar (1810-1884).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 18. XII. 1881.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Neuigkeiten von einer Versammlung der Ritter des Ordens Pour le Mérite. Die Kandidaten Wagner und Brahms seien abgelehnt worden, dafür stünde die Aufnahme des Malers Gustav Karl Ludwig Richter bevor: "Ich sende zu meinem vorgestrigen Briefe noch einen unerwarteten Nachtrag. Die Situation hier hat sich verändert. Wagner ist in der gestern gehaltenen Versammlung der Ritter bereits hier abgelehnt worden und mit ihm sein Gegenkandidat Brahms. Es wurde Gustav Richter, der Maler einstimmig angenommen und wird daher vorausichtlich gewählt werden [...]". - Tatsächlich erfolgte die Aufnahme Gustav Richters in den Orden Pour le Mérite im Jahr 1882; Johannes Brahms erhielt die notwendige Zustimmung zur Aufnahme in den Orden 1887, Richard Wagner wurde diese Ehrung nie zuteil. - Mit vorgedr. Briefkopf: "Königliche Bibliothek zu Berlin, C. 188".
|
|
|
Levasseur, Pierre Émile, Historiker, Wirtschaftswissenschafter und Geograf (1828-1911).
Eigenh. Brief mit U. Paris, 20. IV. 1885.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen nicht namentlich genannten Adressaten bezüglich eines Publikationsvorhabens im Journal des économistes. Levasseur heißt die Korrektur des Wortes Freiheit in Aktivität gut, da diese Wort mehr beinhalte, und verweist auf Herrn Molinari als Verantwortlichen für die Veröffentlichung der Artikel: "La correction que vous avez faité est bonne : le mot activité convient mieux que le mot de liberté. Le redacteur en chef de Journal des economistes est M. de Molinari. C'est à lui (14, rue de Richelieu) que vous devez vous adresser pour l'insertion d'un article [...]". - Auf Briefpapier mit vorgedr. Briefkopf: "26, RUE MONSIEUR-LE-PRINCE".
|
|
|
Lexer, Matthias, Mediävist und Lexikograph (1830-1892).
Eigenh. Brief mit U. Würzburg, 18. XII. 1868.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Kollegen mit Auskünften über verschiedene junge Philologen als mögliche Kandidaten für eine Stelle: "Diez und Delius haben wieder auf Ten Brink (als Extraord.) und auf Tobler als Ordin. hingewiesen. Außerdem nennt Diez einen Dr. Schuchardt, gegenwärtig in Rom [...]". Im letzten Absatz bittet Lexer den Adressaten seinerseits um Rat: "Nun darf ich Sie wol noch einmal um Ihre Meinung bitten: morgen über acht Tage soll ich in der facult. referieren [...]". - Mit minimalem Tintenabklatsch.
|
|
|
Lichtenstein, Martin Hinrich, Arzt, Forscher und Zoologe (1780-1857).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 26. XI. 1810.
1 S. 4to. An einen nicht namentlich genannten Adressaten mit einer Einladung des deutschen Naturforschers Johann Centurius von Hoffmannsegg: "Euer Wohlgebohren habe ich die Ehre, hierdurch anzuzeigen, daß der Herr Graf Hoffmannsegg, den ich erst heute zu sprechen Gelegenheit gefunden habe, Sie am nächsten Mittwoch Morgen um 11 Uhr mit Vergnügen in seinem Haus erwarten wird. Wen Sie von Ihrer werthen Familie oder sonstigen Bekanntschaft mit zu ihm führen wollen, der wird ihm ebenfalls angenehm sein. Im Fall Sie damit zufrieden sind, werde ich das Vergnügen haben, Sie zu der genannten Zeit in Ihrer Wohnung abzuhohlen [!] [...]". - Kleine Ausrisse durch Öffnung des Briefes und etwas fleckig.
|
|
|
Lichtenstein, Martin Hinrich, Arzt, Forscher und Zoologe (1780-1857).
Eigenh. Liste mit U. Helmstedt, 5. XII. 1814.
2 SS. 4to. Liste von meist außereuropäischen Pflanzenspezies mit 133 Positionen, davon eine durchgestrichen. Die Nummerierung der Spezies wurde aus der unbekannten Quelle übernommen und korrespondiert nicht mit der Auflistung.
|
|
|
Liliencron, Rochus von, Germanist (1820-1912).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D. ["Schwanthalerstr. 78/3"], [nach 1868].
3 Zeilen. Qu.-8vo. Dem Müncher Maler, Illustrator und Schirftsteller Eduard Ille (1823-1900): "Mit vielen Empfehlungen und noch viel mehr Entschuldigungen [...]".
|
|
|
Lippert, Julius, Religionshistoriker und Politiker (1839-1909).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 18. XI. 1881.
7 SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An einen "Redakteur Fischer" in Stettin, eventuell den österreichischen Journalisten, Autor und Autographensammler Eduard Fischer von Röslerstamm, der von 1872-1878 als Journalist in Stettin lebte. Lippert erklärt in seiner Funktion als Generalsekretär der "Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" wie es zu Problemen bei der Einhebung von Mitgliedsbeiträgen in Stettin kam und entschuldigt sich für die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten: "Auf Ihre freundliche Zuschrift beehre ich mich, Ihnen ergebenst zu erwiedern, daß es der Kassenverwaltung unserer Gesellschaft höchst unangenehm ist, in der angegebenen Weise vorgehen zu müssen, und daß sie die Bedenklichkeit dieses Vorgehens sehr wol [sic] erkannt hat. Nichtsdestoweniger kann sich der Vorstand über die ihm statutenmäßig auferlegte Pflicht nicht hinaussetzen, sondern ist gezwungen, die Angelegenheit in irgend einer Weise zum Abschluß zu bringen [...]". - Mit lith. vorgedr. Briefkopf: "Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. | Büreau der Gesellschaft und Redaktion des Bildungs-Vereins. | Berlin, W., Derfflingerstr. 201, II.- den...188".
|
|
|
Ludwig, Carl, deutscher Anatom und Physiologe
Eigenh. Brief mit U. Wien, 27. X. 1864.
1½ SS. 8vo. An den Generalsekretär eines Verlages bezüglich der Vollendung und Drucklegung eines Manuskripts: "Beiliegend übersende ich Ihnen die och restirende Tafel zu Leber's Abhandlung; ich ersuche höflichst diese Dr. Heismann zur Ausführung zu geben. Ferner beeile ich mich das M.S. der Leber'schen Abhandlung einzuliefern, deren Druck am vortheilhaftesten erst dann beginnt wenn die Tafeln schon ihrer Vollendung entgegengehen; ich werde seiner Zeit darauf aufmerksam machen. Dem M.S. ist eine Chromoxylographie beigegeben welche ich ebenfalls nocht nicht in Angriff zu nehmen bitte, da ich mit Hg. H. Leber noch eine kleine Aenderung verabredet habe. Endlich drücke ich Ihnen meinen herzlichsten dank fur [!] die Beschleunigung des Drucks der MacGillavry'schen Abandlung aus; das mir eingesandte Schriftstück beehre ich mich zurückzustellen [...]". - Theodor Leber (1840-1917) war ein deutscher Ophthalmologe und kurzzeitig Student Carl Ludwigs in Wien. Bei der gegenständlichen Abhandlungen handelt es sich zweifellos um Lebers 1865 in Wien publizierte "Anatomische Untersuchungen über die Blutgefässe des menschlichen Auges". Theodorus Hendrik Mac Gillavry (1835-1921) veröffentlichte 1864 sein Werk "Die Anatomie der Leber". Beide Abhandlungen wurde von der k. k. Hof- und Staatsdruckerei gedruckt und waren bei Gerold in Kommision.
|
|
|
Ludwig, Ernst, österreichischer Chemiker (1842-1915).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 5. IV. 1882.
1 S. 8vo. An einen nicht namentlich genannten Adressaten: "Ich sende beifolgend 4 Zeichnungen, drei davon gehören zu einer Abhandlung des Herrn Dr. O. Chiari, eine zu der Abhandlung des Herrn Prof. J. Neumann über Cavernitis. Diese beiden Abhandlungen sind für das 2. diesjährige Heft des Jahrb. bestimmt. Ich ersuche die entsprechenden Lithographien anfertigen zu lassen [...]". - Mit vorgedr. Briefkopf: "REDACTION der MEDIC. JAHRBÜCHER".
|
|
|
Lübke, Wilhelm, Kunsthistoriker (1826-1893).
Eigenh. Brief mit U. Freiburg, 14. VIII. 1872.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Beiliegende Portraitlithographie. 4to. An einen Freund mit einem Reisebericht von einer Forschungsreise zur deutschen Renaissance, die Lübke mit seiner Frau unternahm: von Wilhemshöhe über Liebenstein, Schmalkalden, Gotha, Erfurt, Weimar, hier trennten sich die Wege: "[...] meine Frau fuhr direkt nach Berlin, ich aber trat nun die eigentliche Wanderung an, davon wechselnde Schichsale ich gleich in den ersten Tagen durchkostete: in Zeitz, einem erbärmlichen Neste 5 Stunden Aufenthalt ohne irgend eine Ausbeute; in Altenburg ingegen eines der Schönsten Rathhäuser der Renaissance. Zwickau bot in seiner züchtigen Martinkirche nur dem großartigen Altarwerke Wohlgenüsses Anregendes genug, wenn es auch für meinen speciellen Zwecke wenig ergiebig war. Gestern Abend 9 Uhr kam ich hier an und fand nach einigem Umherrirren in den Gasthöfen endlich ein Dachkämmerchen im Rothen Hischen; | 'Je im Rothen Hirschen | Auf Renaissance er thut pirschen.' | (der Reim ist für Frln Ida vorzugsweise bestimmt.) Früh habe ich in hartnäckigem mehrstündigen Dauerlaufe die Stadt bereits auf Ren. protokollarisch vernommmen; nun will ich, nun auszuruhen, mit den Freunden daheim mich etwas in Fühlung setzen. Ich hatte mir fest vorgenommen, auch meiner verehrten Lehrerin, die freilich wohl schon am Rheine weilst, einmal von der Reise aus ein Lebenszeichen zu senden, allein ich sehe wohl, daß ich zu meinem speciellen Briefe nicht komme, weil meine Kopf- u. Augenkräfte doch recht angegriffen sind u. der Schonung bedürfen [...]". Am darauffolgenden Tag möchte Lübke über Görlitz und Liegnitz nach Breslau weiterfahren und merkt dazu an: "Die Eisenbahn ist bei Tage wieder entsetzlich bei der Sonnengluth". - Lübkes Werk "Geschichte der deutschen Renaissance" (Ebner & Seubert) erschien 1872. - Beiliegende Portraitlithographie von Johann Leonard Raab mit der lith. U. Lübkes.
|
|
|
Lützow, Karl von, Kunsthistoriker (1832-1897).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 10. II. 1880.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ihrer freundlichen Erinnerung entspreche ich gerne, vorausgesetzt, daß Sie sich mit diesen kurzen Worten begnügen wollen, da mir zu mehr leider die Zeit fehlt. Ich füge nur noch meinen Wunsch für das Gedeihen Ihrer Sammlung bei und bin Ihr ganz ergebener Lützow". - Mit lith. vorgedr. Briefkopf "Carl von Lützow. Wien, am ... 18 ... | (Theresianumgasse 25)". Beiliegend ein Zeitungsausschnitt, ein Nachruf, aus zwei Teilen zusammenmontiert. Spuren alter Montage und Aquisitionsvermerk in Rotstift verso.
|
|
|
Lützow, Karl von, Kunsthistoriker (1832-1897).
Eigenh. Brief mit U. Wien ["IV. Theresianumgasse 25"], 18. II. 1886.
1 S. auf Doppelblatt. Qu.-8vo. An einen nicht namentlich genannten Adressaten: "Ein mehrtägiges Unwohlsein behinderte mich, Ihre werthe Zuschrift vom 12. d. M. früher zu beantworten. Wenn ich mich auch an Ihrem Unternehmen schwerlich als Textverfasser werde betheiligen können, da mir dazu die Zeit fehlt, so bin ich doch gern bereit, an den Vorberathungen Theil zu nehmen, da Ihnen meine Erfahrungen vielleicht nützlich sein können [...]".
|
|
|
Luschin von Ebengreuth, Arnold, österreichischer Rechtshistoriker und Numismatiker (1841-1932).
Briefumschlag mit eigenh. Adresse. Graz, 6. XII. 1909.
117:90 mm. An Pater Gabriel Kozell, Prior des Stiftes in Melk. - Mit 10-Heller Marke.
|
|
|
Lustkandl, Wenzel, österreichischer Politiker und Jurist (1832-1906).
Eigenh. Brief m. U. Wien, 22. III. 1902.
1 S. auf Doppelblatt. 12mo (84:124 mm). Beiliegend ein Umschlag mit eh. Adresse. An den österreichischen Journalisten und Statistiker Isidor Singer: "für die freundlichen Wünsche zu meinem siebzigsten Geburtstage spreche ich Ihnen meinen besten Dank aus [...]". - Mit gedr. u. gepr. Blumenmotiv und gestanztem Rand. Mit orangefarbener 6-Heller Briefmarke.
|
|
|
Luynes, Honoré Théodoric d’Albert de, französischer Archäologe und Numismatiker (1802-1867).
Eigenh. Brief mit U. Paris, 14. IV. 1831.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso. An Conte Rafaele Milano in Neapel mit dem Bericht über den Verlust einer Medaille aus Milanos Besitz, wobei Luynes finanzielle Kompensation dafür ankündigt: "Un connaisseur auquel j'avais confié votre Medaille l'a égarée il y a quelque temps. En conséquence de cette perte je reconnais vous devoir le prix que vous m'en aviez dabord demandé c'est à dire Cinquante louis; [...]". - Ausriss durch Siegelöffnung. Siegelreste.
|
|
|
Meusebach, Karl Hartwig Gregor von, Jurist, Literaturwissenschaftler und Bibliophiler (1781-1847).
Eigenh. Brief mit U. Baumgartenbrück, 10. XI. 1836.
1 S. 8vo. Mit eigenh. Adresse verso (Faltbrief). An den Augsburger Antiquar Wilhelm Birntt: "Nun, daß wir nur endlich wieder einen Anfang neuer Geschäfte haben, schicken Sie das Kistchen mit den am 28. Okt. zurückgestellten Büchern aus Ihrer K. XI ab [...]". - Mit Siegelrest, etwas gebräunt.
|
|
|
Meyer, Jürgen Bona, deutscher Philosoph (1829-1897).
Eigenh. Brief mit U. Bonn, 21. VII. 1887.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Kollegen. - Mit gedr. Briefkopf der "Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität", auf der er 1886/87 als Rektor amtierte.
|
|
|
Meyer, Jürgen Bona, deutscher Philosoph (1829-1897).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. Bonn, o. D.
Visitkartenformat (102:63 mm). An einen namentlich nicht genannten Adressaten "zur Erwiderung Ihres Neujarswunsches".
|
|
|
Meyer, Oskar, Bibliothekar (1844-1919).
Ms. Brief mit eigenh. U. Straßburg, 28. XI. 1901.
4 SS. 4to. Ausführlicher Brief an einen Musikschriftsteller bezüglich der Oper Guntram von Richard Strauss. - Etwas angestaubt und mit kleinen Rissen.
|
|
|
Meyer, Wilhelm, Astronom und Schriftsteller (1853-1910).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, November 1884.
157 x 105 mm. "Das Schönste und Wünschenswertheste in der Welt ist die Ordnung. Durch sie offenbart sich ein göttlicher Willen in den vielverschlungenen Bewegungen der Natur".
|
|
|
Michelet, Jules, französischer Historiker (1798-1874).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 2. III. 1857.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Teilt einem namentlich nicht genannten Adressaten sein Bedauern mit Billets nicht benützen zu können, da seine Gattin Madame Michelet an der Grippe leide. - In Französischer Sprache.
|
|
|
Minckwitz, Johannes, Dichter und Philologe (1812-1885).
Eigenh. Schriftstück mit U. Leipzig, 26. IV. 1859.
1 S. Qu.-8vo. Teilt seine Pläne für das kommende Semester mit: "In diesem Sommerhalbjahr gedenke ich Vorträge zu halten über 'Die deutsche Dichtkunst seit Schillers Tode', geschichtlich betrachtet, Mittwochs und Sonnabends von 6-7 Uhr [...] Außderdem setze ich fort: 'Die Gesellschaft für praktische Uebungen in deutscher Sprache' [...]". - Nach seinem Studium bekam Minckwitz 1840 für die Dauer von zwei Jahren eine Anstellung als Lehrer am Blochmannschen Institut in Dresden. 1855 konnte er sich an der Universität Leipzig habilitieren und hielt anschließend als Privatdozent Vorlesungen griechische und deutsche Dichtung". Gegengezeichnet von Anton Westermann.
|
|
|
Möbius, Karl August, Zoologe und Ökologe (1825-1908).
Albumblatt mit eigenh. U. Kiel, 10. IX. 1881.
130 x 115 mm. Auf Trägerkarton montiert. "Die Opferung einer großen Menge junger Keime ist das Mittel der Natur, wenigen Keimen die Reife zu sichern".
|
|
|
Mohl, Moritz, Nationalökonom und Wirtschaftspolitiker (1802-1888).
Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 24. X. 1868.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. "Erlaube mir, auf Ihr hochverehrliches Schreiben vom 6. d. M. die ganz ergebenste Mittheilung zu machen, daß wir, in Erwägung der verschiedenen Schwierigkeiten der Sache, hier einstimmig den Beschluß gefasst haben, die beabsichtigt gewesene Gründung einer Zeitung für jezt nicht weiter zu verfolgen, worauf das von Grüninger in Aussicht genommene Rundschreiben zur Einladung für Miteinzeichnungen unterbleibt [...]".
|
|
|
Moleschott, Jakob, Arzt und Physiologe (1822-1893).
Eigenh. Brief mit U. Zürich, 26. II. 1859.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank für die Übersendung einer "Probenummer" und einer Entschuldigung für seine späte Antwort: "Ich sehe weder rechts, noch links, nur um meine Physiologie der Nahrungsmittel zum Abschluß zu bringen - und habe Liebig's neue Ausgabe nicht bloß noch nicht gelesen, sondern nicht einmal gesehen [...] Dazu kam daß ich in der letzten Zeit vielfach verstimmt war [...] Hätte ich den Entschluß noch einmal zu fassen, ich ginge nicht nach Zürich, aber das ist nun einmal nicht zu ändern. Ich nähre mich mit der Hoffnung, daß ich doch noch einmal nach Deutschland zurückkehren werde, wo trotz aller politischen Schranken doch unsere Heimath ist. Verzeihe mir diesen Stoßseufzer! [...]". - Nach dem Studium in Heidelberg arbeitete Moleschott von 1845 bis 1847 als Arzt in Utrecht und lehrte seit 1847 als Privatdozent in Heidelberg Physiologie. Aufgrund des materialistischen und atheistischen Charakters seines Buches "Der Kreislauf des Lebens" (1852) drohte ihm 1854 der Entzug der Lehrberechtigung. Daraufhin verzichtete Moleschott gegenüber dem badischen Kultusminister brieflich auf jede Lehrtätigkeit, weil er die Lehrfreiheit nicht mehr gewährleistet sah. Anschließend leitete Moleschott in Heidelberg ein privates Laboratorium, bevor er 1856 einem Ruf nach Zürich folgte.
|
|
|
Molisch, Hans, Botaniker (1856-1937).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 13. XII. 1926.
½ S. Folio. An Dr. Fritz Kretz in Zipf: "Unter den vielen mir anlässlich meines 70. Geburtstages zugekommenen Glückwünschen haben mich die Ihren, denen Sie in so warmen Worten Ausdruck verliehen haben, ganz besonders erfreut und geehrt und ich danke Ihnen von Herzen für diesen Beweis Ihres treuen Gedenkens [...]". - Mit gedr. Briefkopf "Der Rektor der Universität Wien".
|
|
|
Montucla, Jean-Étienne, französischer Methematiker und Beamter der königlichen Gebäudeverwaltung (1725-1799).
Eigenh. Brief mit U. Paris, 29. VIII. 1767.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Brief an einen namentlich nicht genannten Adressaten aus der königlichen Gebäudeverwaltung. Montucla übermittelt Neuigkeiten und Instruktionen zu mehreren laufenden Projekte der Behörde, wie z.B. das Bauvorhaben eines Schuppens und Stalls der Gräfin de Feillens. Auch Briefdokumente zur Unterschrift an den Marquis de Marigny werden erwähnt, wie die Gewährung eines Rabatts für die Bestellung eines Werks durch Madame de Montmartel. Montucla erwähnt ein kürzliches Treffen mit dem Goblinkünstler Cozette und den geplanten Umzug des Bildhauers Coustou in das Hôtel de Beuvron. Auch wird eine angemessene Unterbringung für einer Woche des Baumeisters und Ornamentstechers Francois Cuvilliès angedacht sowie eine Strategie zur Kostensenkung: "M. le Directeur General, monsieur, me chargea a son depart d'écrire a mad.e la comtesse de Feillens qu'elle pouvoit aller en avant sur la construction de son petit batiment de remises et ecuries, mais en se conformant a vos observations, scavoir celle qui regarde la forme du toit et le pan-coupé. j'ai l'honneur de vous en prevenir afin que lorsque mad.e de Feillens commencera à faire travailler, vous n'y mettrez aucune opposition [...] M. de Marigny a été effrayé de la depense portée dans votre Etat de reparation et arrangemens à faire à l'hotel de Beuvron, pour y loger M. Coustou - d'une maniere commode et que reponde a celle dont il est logé dans la maison qu'il occupe actuellement. il me dit en consequence qu'il acceptoit la proposition que faisait M. Costou de rester dans sa maison. où il auroit à la verité l'incommodité d'être obligé de sortir pour aller à son attelier, mais ou il se plaisoit. comme je ne doute point que l'Etat en question tel que vous l'avés proposé, ne soit reduit autant qu'il est possible [...]". Die grobe Skizze eines Grundrisses findet sich auf der letzten Seite des Briefes und bleibt ohne Erläuterung. - Montucla war von 1766-1792 Oberaufseher der kgl. Gebäude. Abel-François Poisson de Vandières (1727-1781), Marquis de Marigny, war von 1751-1773 Generaldirektor der kgl. Gebäude. Guillaume Coustou Sohn (1716-1777) lebte von einer Rente des Königs und gedachte 1767 in das Hôtel de Beuvron, das ebenfalls dem König gehörte, umzuziehen, da es näher an seinem Atelier lag. Diese Pläne wurden jedoch nicht realisiert (siehe: Trousson, Raymond: Thème et Figure du Siècle des Lumières. Melanges offerts à Roland Mortier. Genève: Librairie Dorz S. A., 1980, S.267). - Spur einer alten Montage.
|
|
|
Morcelli, Stefano Antonio, Italian Jesuit scholar and epigraphist (1737-1822).
Autograph album leaf signed. No place, 7. XII. 1799.
1 p. Oblong 8vo. Epigraph in Latin language: "Pro Acerbo Fvnere Favstini Al F Tadini Com Ad Omnem Ingenii Et Virtvtis Lavdem Adolescentis Qvem Parentes Vnigenam Improvida Rvina Exstinctvm Lvxere Insolabiliter Et Lvgent A Die VII Idvs Decembr An M DCC LXXXXVIIII Hev Raptvm Sibi Qvvm Annvm Ageret Florentis Aevi XXV. Receptae Instar Vitae Habete Loverenses Signum Hoc Pulcrvm Amabile Magni Eq Canovae Manv [...]". - Morcelli declined the election as archbishop after the death of the Franciscan Luigi Spagnoletti in 1799. - The Epigraph is noted in "Lexicon Epigraphum Morcellianus Vol. II." (Bononiae, ex officina Annesii Nobilii et Soc. A - MDCCCXXXVIII). - Calligraphic handwriting capitalized.
|
|
|
Moser, Friedrich Karl von, deutscher Jurist, Autor und Politiker (1723-1798).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, 11. XI. 1767.
1 S. Qu.-8vo. "O seelig, wen sein gut Geschicke | Bewahrt vor großem Ruhm und Glücke, | Wer, was die Welt verehrt, verlacht, | Wer selbst im Joche der Geschäfte | des Leibes und der Seelen Kräfte | Zum Werkzeug vor die Tugend macht [...]" (aus Albrecht von Hallers "Über die Ehre"). - Der Eintrag stammt aus der Zeit des Beginns von Mosers Funktion als Reichhofrat unter Kaiser Joseph II. in Wien. - Etwas fleckig.
|
|
|
Müllenhoff, Karl, deutscher Philologe und Mediävist (1818-1884).
Eigenh. Postkarte. [Ort u. Datum des Poststempel: "Berlin, 2. X. 1881"].
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. Glückwunschschreiben an den österreichischen Germanisten Anton Emanuel Schönbach, Professor in Graz: "Dem Herrn Regierungsrat Schönbach ein herzlicher Gruß und Glückwunsch von einem Collegen in Berlin und den Seinen". - Lithogr. "Deutsche Reichspost. Postkarte" mit lila lithogr. Marke.
|
|
|
Müller, Friedrich Max, Philologe und Religionswissenschafter (1823-1900).
Eigenh. Brief mit U. Oxford, 23. V. 1891.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Bibliothekar und Theologen Wilhelm Hosäus. Müller schreibt im Zusammenhang des 1890 mit Hilfe einer Subskription errichteten und 1938 zerstörten Moses-Mendelssohn-Brunnendenkmals in Dessau, an dem sich Sender und Adressat offenbar beteiligt hatten. Im ersten Teil des Briefes thematisiert Müller Kommunikationsprobleme mit dem Oberbürgermeister von Dessau. Im letzten Absatz folgt eine kritische Bemerkung zur Denkmal-Inschrift und eine Klage über die seiner Meinung nach zu geringe Spendenbereitschaft der Familie Mendelssohn bei der Finanzierung des Projekts: "[...] Es wundert mich daß die Juden nicht generöser für Mendelssohn gewesen sind. Meine Familie bemüht sich des Vergleichs mit den Mendelssohnschen nicht zu schämen, wenn man bedenkt welchen Reichthum sie besitzen. Einige kleine Beiträge erwarte ich schon noch, aber nichts Bedeutendes [...]". - Briefpapier mit gedr. Adresse.
|
|
|
Müller, Karl Otfried, Altphilologe und Archäologe (1797-1840).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 28. XII. 1832.
1 S. 4to. Betreffend die Aufnahme des Göttinger Geologen Wolfgang Sartorius von Waltershausen als außerodentliches Mitglied in einen mit C. M. abgekürzten Verein: "Herr Sartorius von Waltershausen hat durch den Herrn Dr. Goldschmidt sich von neuem für dies Halbjahr zum außerordentlichen Mitgliede des C. M. melden lassen. Da aber Herr Dr. Goldschmidt selbst außerordentliches Mitglied ist, habe ich bei Herrn Prof. Marx angefragt, ob er seine frühere Empfehlung neuern wolle. Dieser gibt aber des beifolgende Bittes nicht die volle Einwilligung. Da nun meines Wissens früher gegen Herrn Stud. Sartorius Nichts zu bemerken war: so sehe ich keine Gefahr darin, seine Empfehlung zu übernehmen, und frage [...] an, ob in diesem Fall die werthen Herrn Collegen für seine Aufnahme zum außerordentl. Mitgleide des C. M. stimmen [...]". - Eh. Hinzufügung mit U. von Hausmann: "Herr Sartorius v. W. stand in genauer Verbindung mit Hl. v. Struwe und gehörte zu denen, die sich gegen die bestehende Ordnung auflehnten. Wenn ich nun gleich im Allgemeinen Nichts gegen seine Wiederaufnahme zu erinnern habe, so möchte ich doch dafür stimmen, daß ihm erwiedert [!] würde, daß er sich mit seiner Bitte um Empfehlung direct an ein ordentliches Mitglied zu wenden habe [...]" - Eh. Hinzufügung und U. von Kraut: "Ich stimme der Ansicht des GeHofr. Hausmann vollkommen bei [...]", mit einer weiteren eh. U. von Blume. - Drei Stellen mit Ausrissen durch Siegelöffnung restauriert. Siegelreste verso. Papiereinriss entlang des Siegelrestes. Winziges Loch an der mittigen Faltlinie. Durchgestrichene Notiz verso. Etwas fleckig und knittrig.
|
|
|
Müller, Wilhelm Konrad Hermann, Germanist (1812-1890).
Eigenh. Albumblatt mit U. Göttingen, 16. IX. 1881.
1 S. Qu.-8vo (110:115 mm). Auf Papierträger montiert. "Gebraucht der Zeit! Sie geht so schnell von hinnen (Goethe) [...]".
|
|
|
Muncker, Franz, Literaturhistoriker (1855-1926).
Eigenh. Postkarte mit U. München, 1. II. 1888.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An den Bibliothekar Ernst am Ende in Dresden: "Für Ihre freundliche Uebersendung Ihrer Schrift über Klopstocks Lehrer am Ende meinen besten Dank. Das Buch war mir hier entgangen oder wäre mir vermuthlich überhaupt nicht zugänglich gewesen. Ich mußte das Wenige, was ich über Ihren Stammesgenossen sagen konnte, aus entlegenen, z. T. zerstreuten Quellen zusammentragen u. bin nunmehr froh, daß ich daraus nicht mehr Falsches als den 'Generalsuperintendenten' abgeschrieben habe. Von dem Brief, den ich erwähnte, wird Hr. Prof. Litzmann (in dessen Händen noch einige auf am Ende bezügliche Briefe sind) Ihnen sicherlich gern eine Abschrift verschaffen [...]". - Muncker wurde 1896 Nachfolger seines Lehrers Michael Bernays als Ordinarius für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München. Sein Werk umfaßt zahlreiche biographische Arbeiten über Schriftsteller des 18. Jahrhunderts.
|
|
|
Mussafia, Adolf, Romanist (1835-1905).
Eigenh. Quittung mit U. Wien, 1. XI. 1862.
1 S. Folio. Quittung über 75 Kreuzer, "welche der Unterzeichnete mit hoher obersthofmeisterämtlicher Bewilligung vom 20. Februar 1858 [...] als Monatsrate des ihm bewilligten Bezuges jährlicher Fünfhunder zwanzig fünf Gulden für den Monat November 1862 vom K. K. Hofzahlamte richtig empfangen hat [...]". - Seit 1867 Professor der romanischen Sprachen und Literatur und seit 1871 wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, hatte Mussafia “maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Wiener romanistischen Schule, die in den neunziger Jahren des 19. Jh. Weltgeltung erlangte” (DBE). Sein über 300 Veröffentlichungen umfassendes Werk erstreckt sich über sprach- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen, Studien zum praktischen Gebrauch des Italienischen und des Rumänischen sowie über historische Aspekte der romanischen Sprachen. Zahlreiche altfranzösische und -italienische sowie franco-venetische Texte edierend, fand seine mehrfach aufgelegte ‘Italienische Sprachlehre in Regeln und Beispielen’ (1860) als ‘Neuer Mussafia’ noch lange nach seinem Tod Verwendung. Vgl. Öst. Lex. II, 87 und Czeike IV, 340 (M.-Denkmal). - Geringer Textverlust durch Ausschnitt. Gegengezeichnet und mit Registraturvermerken.
|
|
|
Einem, Gottfried von, Komponist (1918-1996).
26 eigenh. Briefe und 16 eh. (Bild-)Postkarten mit U. Verschiedene Orte, meist 1960er Jahre.
Zusammen 79 SS. auf 48 Bll. Meist (qu.-)8vo. Größtenteils mit eh. adr. Kuvert. Freundschaftliche Korrespondenz mit (Hans) Wolfgang Ploderer (1915-2004) u. a. über die Belange der Austro Mechana, seine Arbeit und Lektüre, Gesundheit u. a. - "Nun wird es trotz aller Vorbereitung und Freude nichts mit meiner Reise nach Paris. Eine Katastrophe, ich weiss. Ich habe nun seit drei Tagen schon die ärgsten Herzbeschwerden, darf nicht aufstehen, habe mich in den Turm zurückgezogen, um dem Telephon zu entgehen und schlafe nächtens 1½ Stunden. An Reisen ist absolut nicht zu denken und der Eingriff im Spital mußte auch verschoben werden! [...]" (Br. v. 20. Februar 1965). - "Heute wieder einige Bücherwünsche: Könntest Du den Briefwechsel Otto Brahms' mit Hofmannsthal, Lorca's Briefe und Fontanes Kritiken (Nymphenburger Verlag) mir hierher senden lassen? [...]" (Postkarte v. 29. August 1966). - "Ich liege seit einigen Tagen mit Grippe und bin entsprechend agil [...] Aus diesem Grunde mußte ich auf die Unterredung mit Minister Dr. Piffl verzichten. Ich bat aber um eine Audienz im Ministerium [...]" (Br. v. 19. November 1964). - Wolfgang Ploderer, Direktor der Urheberrechtsverwertungsgesellschaft "Austro Mechana", war mit dem Komponisten seit vielen Jahren befreundet und seit 1965 auch als dessen Bevollmächtigter und Berater tätig gewesen. - Beiliegend ein eigenh. Brief mit U. an einen namentlich nicht genannten Direktor (wohl nicht mit Ploderer identisch): "Seit einigen Tagen liege ich im Spital von St. Anna in Luzern. Ich habe meinen linken Fuß zweimal gebrochen und daran anschließend mit meinem Herzen einige Erfahrungen gemacht, die mich zwingen, Ihnen Folgendes zu sagen: mit Reisen zu Congressen, Besprechungen etc. ist es vorbei. Ich will Ihnen das Vergnügen Ihres Londoner Sieges nicht vergällen, ich werde aber, sobald es ohne Beleidigung möglich ist, das ‚Präsidenten' Amt abgeben. Von einer leitenden Tätigkeit in der A. K. M. wird nichts von mir realisiert werden. Nach wie vor bin ich bereit, meinen Einfluß zum Besten der Austro Mechana zur Verfügung zu stellen. Von stundenlangen Sitzungen oder aber ernsteren Strapazen darf ich nichts mehr auf mich nehmen [...]" (Br. v. 11. September 1964). - Weiters beiliegend 2 Bll. mit Blanko-Unterschriften.
|
|
|
[Album amicorum].
Album amicorum des Johann Friedrich Ludwig Sahl (1765-1814). Überwiegend Buchsweiler/Elsass (38); ferner Pirmasens (8), Braunfels (6), Tournay (5), Cloppenburg (4), Nimwegen (4), Antwerpen (3), außerdem Godesberg, Arnheim, Quakenbrück, Greven, Gehrden, Osnabrück, Bremen, Sprenglingen und Duisburg, 1792-1795.
(5), 135 (statt 146) Bll. mit 110 Einträgen (davon 87 im Register verzeichnet). Originaler blau marmorierter Pappband (berieben und bestoßen). Dreiseitiger Rotschnitt. Qu.-8vo (ca. 180 x 103 mm). J. F. L. Sahl war Sohn des fürstlichen Lustgärtners Johannes Lorenz Sahl aus dem Hofgärtnergeschlecht Sahl in Gotha; der Onkel Johann Conrad Sahl (1744-88) war ab 1762 Obergärtner zu Gotha. Die Eintragungen reflektieren die Lebensstationen der Familie in den Jahren kurz vor der revolutionsbedingten Vertreibung aus Buchsweiler (Unterelsass) im Jahre 1793 und Sahls anschließenden Jahren als Kanzlist bei der Provisorischen Regierung in Pirmasens (bis 1794) sowie als Kassensekretär bei der Hessischen Brigade in den Niederlanden (ab 1794-95). - Am 9. Jänner 1792 widmet der landgräfliche Archivar Christian Carl Kuder (1757-1820) Sahl das Wort: "Wo es uns wol gehet, da sey unser Vaterland" (7r); am Folgetag schreibt sich Magdalena Sophia Pfersdorff (1734-99) ein, Mutter des elsässischen Dichters und Wieland-Freundes Karl Friedrich Kasimir Pfersdorff (1769-1847) und über ihren Mann mit der Familie Händels verwandt: "Die Tugend dienst sich selbst zum Lohn / Sie ists allein die uns erhöht / Und der hat mehr als eine Kron / Der sie verdient und nie verschmäht" (16r). Drei Tage später wiederum schreibt sich Sahls Schwester Louise ein: "Sei Edel und gut, so wirst Du auch glüklich sein" (26v). Louise sollte 1794 Johann Conrad Sckell (1768-1834) heiraten, den späteren Hofgärtner in Belvedere, und wurde so Mutter des Dornburger Hofgärtners Karl August Sckell, der für Goethe den Weimarer Gingkobaum pflanzte und dessen Gespräche mit Goethe in dessen Tagebüchern verewigt sind. - "Freund! Der Mann mit edler Seele / ist ein Engel in der Welt, / er sey König oder zähle / sein erbettelt Kupfergeld" (55r), schreibt am 2. Juli 1794 in Antwerpen der Theologe Friedrich Ludwig Lichtenberg (1770-1846), Großneffe von Georg Christoph Lichtenberg, in Sahls Stammbuch. Am 10. September trägt sich der jungverstorbene Lichtenberg-Freund Friedrich Bechstatt (1775-99) ein: "Der Freundschaft heiliges Band trennt ewiges Nichtsseyn nur" (8v). Die undatierte Widmung "Die Wahrheit ist dem Biedermann das Heiligste, Schmeichelei und kriechende Gefälligkeit sind seiner Natur zuwider" (39r) stammt von Daniel Gottlieb Auber (1784-1835), Schwiegervater der Amalie Buff, einer Nichte der Charlotte Buff, die Goethe die Vorlage zur "Lotte" im Werther lieferte. Weiters zu nennen sind auch der elsässische Radierer, Maler und Sammler Friedrich Koch (1771-1832, 139v), der Generalstabsarzt Georg Friedrich Reuling (1739-99, 60r) sowie der Theologe und Schriftsteller Friedrich Ludwig Textor (1765-1822): "Menschenliebe ist besser, als Orthodoxie" (54r). - Der Großteil der Einträge sind in deutscher, sechs in französischer, zwei in niederländischer und drei in lateinischer Sprache abgefasst. Eingetragen haben sich neben den Honoratioren von Buchsweiler, Freunden und Kollegen im Verlauf der jahrelangen Feldzüge auch viele Offiziere der hessischen Truppen, aber auch Kaufleute, Schiffer und Kellermeister der besuchten Orte, daneben eine Reihe von Geistlichen. Beachtlich sind insbesondere die Bezüge zu Georg Lichtenberg und den Sckells, die im Goetheschen Kosmos eine feste Stelle haben. Insgesamt erzählt das Stammbuch eine Vertreibungsgeschichte: die Einträge 1792 in Buchsweiler künden von der noch heilen Welt des Zentrums Hanau-Lichtenbergischer Herrlichkeit vor der Vertreibung durch die französischen Revolutionstruppen, die weiteren Einträge von den kriegsbedingten Ortsveränderungen und Sozialkontakten in den Folgejahren. Ein kulturgeschichtliches Dokument.
|
|
|
[Frauenkloster].
Manuskriptpläne. Grundrisse eines nicht identifizierten Frauenklosters. Wohl Österreich, 17./18. Jh.
4 aquarellierte Federzeichnungen auf Papier. Ca. 440 x 620 mm bzw. 320 x 400 mm. Die Pläne zeigen eine rechteckige Anlage mit Kirche und einer St. Michaelskapelle; zu sehen sind u. a. die Einfahrt ins Kloster, die Stube des Torwärters und die des Kantors, der Friedhof, Kirchenchor, Schuhkammer, Schlafstube der Handwerker, Kapelle, Kanzlei und Kirche. - Teils etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren.
|
|
|
[Lombardo-Veneto].
Wandanschlag über neu erlassene Vorschriften zur Gerichtsordnung. Venedig, 4. XII. 1820.
1 S. Imp.-Folio. In deutscher und italienischer Sprache namens des Gouverneurs Carlo Conte d'Izaghi veröffentlichte Ankündigung über Neubestimmungen zur Gerichtsbarkeit. - Durchwegs mit Randläsuren und kl. Papierdurchbrüchen mittig. Textverlust.
|
|
|
[Sacher, Anna.] Waissnix, Ludwig, österr. Gastronom (1883-1939).
Kochbuch der Spezialrezepte der Anna Sacher. [Wien], 1910.
125 beschr. SS., 3 Bll. Späterer Leinenband unter Verwendung des originalen, handgeschriebenen Deckelschildchens. 4to. Das Kochbuch, zusammengestellt und sorgfältig niedergeschrieben von dem einer bekannten Reichenauer Gastwirtsfamilie entstammenden Ludwig Waissnix, umfasst mehr als 500 Rezepte bzw. Zutatenlisten zu einzelnen Gerichten. Es wurde seinerzeit von Anna Sacher in Auftrag gegeben, die ihren damaligen Chefkoch Waissnix dazu anhielt, ihre umfangreiche Sammlung von Rezepten auf losen Zetteln in eine kompakte Fassung mit übersichtlicher Anordnung zu bringen. So finden sich 26 Rezepte in der Rubrik "Teige", 39 unter "Pudding", 119 in "kalte Mehlspeisen", 57 in "warme Mehlspeisen", 114 in "Torten", 11 in "Creme und Gefrorenes", 20 in "Gesülzte Creme" und 12 in "Einsieden"; weiters enthält die Rezeptsammlung noch Fleischgerichte (13¾ SS.), Eigerichte (4¼ SS.), Fischgerichte (5¼ SS.) und Suppen (5 SS.). - Nach Waissnix' Ausscheiden aus dem Hause Sacher durfte er das Kochbuch mitnehmen und schenkte es Jahre später seiner damaligen Freundin Gabriele Aite. Diese wiederum war nach 1928 Partnerin des Walter Kratochwil, den sie später auch heiratete und dem sie das Buch nach ihrem Ableben im Mai 1978 hinterließ. Dem Kochbuch liegt eine vom Bezirksgericht Döbling beglaubigte "Erklärung" Kratochwils in Kopie bei, worin dieser über Entstehung und Geschichte des Buches berichtet.
|
|
|
[Sugar trade]. Angus, [Alexander], Scottish sugar refiner (fl. 1820s).
Document signed. [Likely Greenock], 16. XII. 1819.
1¼ pp. on bifolium. Small folio. Discussing the quality of sugar due for export, with testimonies of various named customs officers. - Incomplete.
|
|
|
Malamud, Bernard, Schriftsteller (1914-1986).
5 typed letters signed. Bennington (Vermont), 1965-1979.
4to and 8vo. Altogether 5 pp. on 5 ff. With 3 typed envelopes. To the Swedish yournalist Ingmar Björkstén: "My purpose in going to Stockholm, Copenhagen, and Venice in October is to look into background material for my new novel. I'd like to know something about the life of an American ex-soldier in Sweden, though my purpose is to set up nothing more radical than a visit of a father to a stepson in Sweden. How would the young man, if he had deserted in Vietnam, now be living? The primary thing is the personal relationship of father and son or stepson" (from the letter of 26 Sept. 1973). - Mostly on headed paper of Bennington College.
|
|
|
Portraitpostkarten.
Sammlung von Postkarten des 19. Jahrhunderts von u. a. Anton Tschechow und Leo Tolstoi. O. O. u. D.
Zusammen 9 Bll. 8vo. Beiliegend 2 kleine auf Untersatzkarton montierte Darstellungen ("Schiller von 1768" und "Nanele Moser. Schillers Jugendfreundin"). Zu sehen sind die Dichter Franz Beyerlein, Björnstjerne Björnson, Anton Tschechow (gemeinsam mit Leo Tolstoi), Ludwig Ganghofer (2), Emanuel Geibel (mit Gattin), Mark Twain (2) und Leo Tolstoi (nach einem Gemälde von Ilya Repin).
|
|
|
Hochstetter, Ferdinand von, Geologe und Prähistoriker (1829-1884).
"Die Lettenmaierhöhle bei Kremsmünster". Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O., 1882.
9 SS. auf 9 Bll. Kl.-4to. In eh. beschriftetem Umschlag. Mit einer Beilage (s. u.). Stark bearbeitetes Manuskript mit mehreren montierten Einschüben, einer Handzeichnung und eh. U. des Zoologen Leopold Fitzinger, der die Vorlage des Berichts in der Kommissionssitzung am 9. Februar 1882 bestätigt. - Veröffentlicht in den "Sitzungsberichten der Kgl. Akademie der Wissenschaften in Wien" (LXXXV, 1. Abth., SS. 84 bis 90). - Beiliegend eine eh. Notiz Hochstetters, die mit dem Vermerk "für den Anzeiger" überschrieben ist und in der die Vorlage des "Berichts über die Resultate der im Auftrage [der prähistorischen] Commission vorgenommenen Untersuchungen in den mährischen Höhlen" angezeigt wird.
|
|
|
Sölle, Dorothee, theologische Schriftstellerin und Dichterin (1929-2003).
Eigenh. Manuskript (Fragment) mit Widmung und U. O. O., [um 1980].
1 S. 4to. "Im Nov. 79 hat die Nato beschlossen, atomare Mittelstreckenraketen in Europa zu stationieren. Das ist eins der wichtigsten Ereignisse in den letzten 10 Jahren. Eine neue Eskalation der Aufrüstung hat begonnen. Das bedeutet: / weltpolitisch: die Armen müssen noch ärmer werden, weil wir 30 mal mehr Geld für Aufrüstung als für Entwicklungshilfe haben [...] / ökonomisch: unser extrem hoher Lebensstandard soll mit militärischen Mitteln verteidigt werden. Was früher 'Volk ohne Raum' hieß, heißt heute 'Volk ohne Öl' [...]".
|
|
|
[Wagner, Richard]. - Slg. Marcel Hébert.
Sammlung von 66 meist eigenh. Briefen und einigen Karten an Hébert. Verschiedene Orte, 1893 bis 1898.
Zusammen 220¾ SS. auf 129 Bll. Verschiedene Formate. Mit einigen Beilagen (s. u.). Inhaltsreiche Korrespondenz von u. a. Houston Stewart Chamberlain, Marcel Proust und Cosima Wagner mit dem katholischen Priester, Philosophen und Wagner-Forscher Marcel Hébert (1851-1916), die sich im Wesentlichen um die Themen Philosophie, Religion und Politik in Wagners Werk dreht, aber auch so manch anderes Thema anspricht, so etwa die Korrespondenz zwischen Wagners Assistenten Carl August Roeckel und Wagner (so Houston Stewart Chamberlain in seinem Brief vom 11. VIII. 1893), einen Besuch Chamberlains bei Cosima Wagner (Br. v. 5. I. 1894 und vom 15. III. desselben Jahres), Wagner und Hegel (16. V. 1894), den Plan einer Übersetzung von Héberts "Sentiment religieux dans l'œuvre de Richard Wagner" ins Deutsche (das Buch erschien dann 1895 im Verlag von August Schupp unter dem Titel "Das religiöse Gefühl im Werke Richard Wagners"), Chamberlains Arbeit an seinem Buch "Richard Wagner" (1895 im Bruckmann Verlag erschienen), eine neue Übersetzung Alfred Ernsts von Wagners "Walküre" (Br. v. 20. IX. 1893), Héberts Broschüre "Platon und Darwin" (Br. A. Ernsts vom 4. X. 1893), Ernsts Schrift "Richard Wagner et le drame contemporain" (Calmann Lévy, Paris, 1884), Héberts "Platon et Darwin. Dialogue philosophique" und Wagners "Religion und Kunst" (so Édouard Schuré in seinem Brief vom 17. VII. 1893) und zahlreiche weitere Veröffentlichungen Héberts und seiner Korrespondenzpartner. Cosima Wagner dankt Hébert in ihrem Brief vom 28. X. 1894 für die Zusendung von einer seiner Schriften über Wagner (wohl "Trois moments de la pensée de Richard Wagner") und auch Cosimas Tochter Blandine Gravina dankt für die Zusendung eines Buches, dürfte sich allerdings, wenn auch höchst elegant, darüber hinwegschummeln, daß sie es nicht gelesen hat ("Malheureusement, je n'ai pas le don de parler des choses profondes, même quand je les comprends, et puis je ne voudrais pas vous ennuyer […]", Br. v. 27. XI. 1894). Ein sehr ausführlicher Brief der Sprachwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin (so auch Héberts) Anna Brunnemann bespricht die "Edda" und ihren Einfluß auf Wagner (18. VI. 1893), und der Initiator des ersten Wagner-Zirkels in Paris, der Untersuchungsrichter Antoine Lascoux, berichtet von einem Gespräch mit Engelbert Humperdinck, der bezüglich der Frage, ob Wagner Englisch beherrscht hätte, antwortete, daß dem wohl so gewesen sein müsse: "Je n'en suis pas sûr, mais sans doute il a bien compris cette langue, puisqu'il lisait souvent Shakespeare en originale" (Br. v. 18. IX. 1893). Hans von Wolzogen, der von 1878 bis 1938 die Bayreuther Blätter redigierte und herausgab, den Allgemeinen Richard Wagner-Verein leitete und eng mit Cosima Wagner befreundet war, bespricht u. a. eine Meinungsverschiedenheit über sein Verständnis des Parsifalcharakters ("Parsifal est l'esprit enfantin de l'Evangile", 5. XI. 1894) und den Einfluß Schopenhauers auf Wagner ("Zu bedauern bleibt es, daß Sie nicht mehr die jüngst erschienenen Briefe Wagners an Röckel benützen konnten […] weil sie am deutlichsten den Umschwung in Wagners Geiste wiedergeben", Übers.). - Héberts Korrespondenzpartner sind im einzelnen: 1) Alfred Bovet: EBmU. 19. XII. 1895. - 2) Louis-Pilate Brinn'Gaubast: EBmU. 31. III. 1897. 1 S. 8vo. - 3) Anna Brunnemann: EBmU. 18. VI. 1893. 6 SS. auf 3 Bll. 8vo. - 4) Houston Stewart Chamberlain: 15 Briefe (davon 9 eh., 2 hs. 3 ms. und einer von seiner Gattin Anna). 1893 bis 1896. Zusammen 73½ SS. auf 41 Bll. Meist 8vo. Beiliegend ein eh. Blatt mit einer Lektürenotiz Chamberlains (2 SS., qu.-8vo.). - 5) Richard de Chelus: EBmU. 5. XI. 1895. 6 SS. auf 3 Bll. 8vo. - 6) Paul Desjardins: EBmU. Aix en Savoie, 17. IX. o. J. 5¼ SS. auf 3 Bll. 8vo. - 7) Hugo Dinger: EBmU. 10. XII. 1894. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 8) Auguste Ehrhard: EBmU. 9. VI. 1893. 2 SS. auf 1 Bl. 8vo. - 9) Balduin Elle: EBmU. 2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 10) Alfred Ernst: 3 eBmU. 1893. Zusammen 6 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 11) Émile Gallé: EBmU. 24. X. 1895. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 12) Blandine Gravina: EBmU. 27. XI. 1894. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 13) Maurice Kufferath: 2 eBmU. 1894 und 1895. Zusammen 6 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. - 14) Antoine Lascoux: 3 eBmU. Juli 1893. Zusammen 8½ SS. auf 6 Bll. 8vo. - 15) Henri Lichtenberger: 3 eBmU. 1897. Zusammen 7½ SS. auf 5 Bll. (Kl.-)8vo. - 16) Jaime Montero y de Madrazo: EBmU. 6. I. 1896. 1 S. 4to. - 17) Raoul Mercier: EBmU. März 1895. Zusammen 7 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 18) Eudoxe-Irénée Mignot, évêque de Fréjus: EBmU. 27. X. 1892. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 19) Arthur Mugnier: 2 eBmU. 1894 und 1895. Zusammen 7 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 20) Georges Noufflard: 2 eBmU. 1893 und 1894. Zusammen 4 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 21) Nicolaus Oesterlein: E. Postkarte mit U. 29. XI. 1894. 1 S. Qu.-8vo. - 22) Marcel Proust: Ms. Abschrift eines Briefes. O. O. u. D. 2 SS. auf 2 Bll. 4to. - 23) René de Récy: EBmU. 27. X. 1893. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 24) Edward Sapier: EBmU. 10. VIII. 1901. - 25) Édouard Schuré: 4 eBmU. 1893 und 1894. Zusammen 16 SS. auf 8 Bll. 8vo. - 26) Franz Servais: EBmU. 10. I. 1896. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 27) Jean Thorel: EBmU. Colombes (Seine), o. D. 2 SS. auf 1 Bl. Kl.-8vo. - 28) Cosima Wagner: EBmU. 28. X. 1894. 2 SS. Kl.-4to. Mit eh. adr. Kuvert. - 29) Hans von Wolzogen: 12 eBmU. 1893 bis 1898. Zusammen 23 SS. auf 14 Bll. - Die vorliegende Korrespondenzsammlung wurde in den 1920er Jahren von dem Musikwissenschaftler André Cœuroy (1891-1976) zusammengetragen und aufbewahrt. Von ihm, der selbst ein Standardwerk über Wagner verfaßte ("Wagner et l'esprit romantique", Gallimard, 1965), finden sich hier weiters zwei eh. Manuskripte. 1) "3 moments de la pensée de R. Wagner: Tétralogie - Tristan - Parsifal". 1894. 1 S. 8vo. 2) "L'évolution sentimentale de R. W.". 1896. 14½ SS. auf 9 Bll. 8vo.
|
|
|
Bilfinger, Georg Bernhard, philosopher, mathematician, theologian and architect (1693-1750).
Autograph letter signed. Stuttgart, 3. X. 1738.
Folio. 4 pp. on bifolium. To an unidentified "Monsieur", telling him that he has been in contact with the Academy of Sciences in Paris, whose Physics prize he won in 1720, and which only accepts a limited number of foreigners. Bilfinger explains that he has heard of the death of Herman Boerhave, a member of the Academy, in Leiden. Therefore, he has written to the physicist Jean-Jacques d'Ortous de Mairan (1678-1771) to recommend him as foreign candidate for the next election. Bilfinger begs the recipient to confirm the receipt of his letter before these news go public in Paris or Stuttgart. Further, Bilfinger requests detailed information regarding the application procedure, expressing what a great honour it would be to be a member of the Academy: "Il y a du tems, que je suis en relation avec l'Académie des Sciences à Paris; ayant même été couronné du prix de Physique, l'An 1720. Cet Académie a un certain nombre d'Étrangers Associés, qu'elle ne surpasse pas. C'est pourquoi je ne me suis jamais mis sur le lang. Mais ayant appris, que Mr. Boerhave, qui était de cette Académie, mourut le 23. Sept. à Leide, j'ecrivis par l'ordinaire dernier à Mr. D'Ortous de Mairan, Académicien Pensionaire, qui me connoit depuis long tems, & le priai de me nommer entre les competiteurs étrangers à la prochaine élection; étant persuadé, qu'il faut se déclarer d'avance. Comme je ne suis pas sur, si la lettre lui sera rendue, puisque je n'y ai pas mis d'addresse particuliere, je vous prie, Monsieur, de me faire la grace de vous en informer, [...] cependant que cela transpire au public, soit à Paris, soit à Stouccard. Je serois ravi, d'apprendre, s'il faut un Pro Memoria, pour le presenter à l'Académie; ou s'il faut s'adresser en même tems à quelque personne de la Cour; puisque c'est le Roi, qui choisit entre les sujets, que l'académie propose. Je n'y gagne rien que l'honneur d'être d'une compagnie, que j'estime infinèment. J'ai refusé des places dans d'autre Societés; & je demande une dans celle ci. C'est, que j'aime mieux d'être d'un petit nombre choisi, que d'un autre plus grand, & moins choisi. Vous me ferés, Monsieur, infinèment du plaisir, si vous voulés bien m'informer dans trois mots de ce, que Monsr. de Mairon trouve à propos [...]". - Bilfinger was the most important member of the regency council that was formed in 1737 as Carl Eugen inherited the regency as a minor. He retained his influence even after 1744, when Carl Eugen's accession. - Traces of old folds, two small needle holes, one tiny burnt hole. Browned. With near-contemporary biographical notes on Bilfinger in ink on the final page.
|
|
|
[Album amicorum].
Friendship album of Friederike Sophia Mielcke, née von Hamilton (1786 - after 1832). Mostly Königsberg but also Woplaucken, Rastenburg, Ragnitz, Rosendahl, Wolk, Wilkam, Queden, Partsch, Heinrichshöfen, 1801-1831.
Oblong 8vo (ca. 192 x 122 mm). (82) ff. with 87 entries and 16 illustrations (watercolours and pencil drawings of flowers, urns, and ruins, plant leaves, a silk sphinx etc.). Contemporary leather with giltstamped decoration. Coloured endpapers. All edges gilt. A fine East Prussian friendship album from the early 19th century, most entries by women, from local families including Goltz, Trenck, Quooß, Schenk von Tautenburg, Schönermarck, Lebbin, etc. The owner, Friederike Mielcke, was the daughter of the Prussian major general Ernst Wilhelm von Hamilton (1744-1811); from 1814 onwards she was the wife of the later Royal Councillor August Gottfried Mielcke (1774-1837). - All entries save for nine were composed before her marriage, mainly in Königsberg, and reflect the military milieu in which the general's daughter lived (with contributions by numerous generals and other staff officers, as well as several of their daughters). The most prominent contributor is probably the Prussian major general Johann Friedrich von Herrmann (1739-1818), who went down in history for a speech ("Prussia or death!") he gave to his officers at the French siege of Pillau. Here, the nearly 73-year-old enters a four-line poem: "Das Glück soll Dir an jedem Morgen / Der Freundschaft schönste Rosen streun, / Und niemals müßen finstre Sorgen / Beherrscher Deines Hertzens seyn" (6. Nov. 1812). Friederike's father composed his entry on 22 October 1806, only a few months before he was severely wounded in the Battle of Eylau: "Gott selbst hat Dir Dein Loos beschieden: / nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. / Erfülle jede Pflicht zufrieden, / die sie mit diesem Loos verband. // Bey allen vorkommenden Begebenheiten Deines Lebens erinnere Dich Deines aufrichtig liebenden Vaters". - The most noteworthy of the numerous illustrations, almost exclusively the work of feminine hands, is probably an Egyptian scene embroidered in silk (12 April 1803) by Ernestine Philippine Pascha (1787-1854), the daughter of the Königsberg merchant Carl Friedrich Pascha - a pun on her apparently oriental last name: the Great Sphinx of Giza before the Great Pyramid, surrounded by palm trees. But the more conventional watercolours of urns and flowers, as well as the plant leaves cut from green silk and mounted in the album, are all likewise executed with great care and skill. - The contributions offer a window into the social connections of eminent German military families and their complex kinship relations. It is, perhaps, all the more remarkable that the owner of this album did not herself marry an officer, but a jurist. Her husband's father Daniel Friedrich Mielcke (1739-1818), his uncle Christian Gottlieb Mielcke (1733-1807), and his grandfather Peter Gottlieb Mielcke (1692-1753) had been important figures of East Prussias cultural life in the 18th century and contributed to the literary history of Lithuania (cf. Zavinta Sidabraite, Neue Fakten zur Biographie von Christian Gottlieb Mielcke). - One leaf removed, otherwise very well preserved throughout and quite charmingly illustrated.
|
|
|
[Napoleonica].
"Sammlung betr. Fourage-Lieferung in Leipzig 1806/1806". Formulare der Leipziger Régie des Fourrages während des Vierten Koalitionskriegs. Leipzig, 1806-1807.
193 Fouragezettel mit den Unterschriften französischer Offiziere. Gruppenweise oder einzeln abgelegt in zeitgenöss. vorgedruckten Archivumschlägen der französischen Armee, diese ihrerseits in 4 Sammlungsmappen um 1900. Beiliegend 1 maschinschriftlicher "Katalog des Konvoluts von Formularen der Régie des Fourrages, Place de Leipzig, Okt. 1806-März 1807". 100 SS. Sämtlich in Halbleinen gebunden und mit handschriftl. Deckeltitel, jeweils Kl.-Folio (ca. 23:28 cm). Hübsche, umfassende Sammlung von Fouragequittungen aus dem während des Vierten Koalitionskriegs besetzten Leipzig mit den Unterschriften bedeutender napoleonischer (teils kommandierender) Offiziere, darunter Jacques Allain (1773-1851), Louis Hullin de Boischevalier (1770-1809), Louis-Jacques de Coehorn (1771-1813), Joseph Goll (1771-1850), Jean-Michel Haudebault (1766-1837), Louis-Joseph Maupoint (1766-1850), Simon Prévost de Vernois (1778-1859), Jean-Gaspard René (1769-1808), Auguste Talhouet (1788-1842), Jean-Marie de Varlet (1775-1857) und Charles-Louis Vimeux (1787-1859). - Obwohl das Rückgrat auch des napoleonischen Heers weiterhin die billigere und wendigere Infanterie bildete und Napoleons Hauptaugenmerk als Feldherr stets der Artillerie galt, waren Pferde unerlässlich nicht nur als Kavallerieeinheiten im Kampf, sondern auch für die Heereslogistik, gerade für den Transport der schweren Geschütze. Allerdings waren Pferde zu Beginn des 18. Jahrhunderts für die erschöpfte französische Staatskasse ein besonders rares Gut: Die meisten Gestüte lagen außerhalb der Landesgrenzen, und die mit der Flucht des Adels entstandenen Lücken unter der Kavallerieoffizieren hatten sich nur allmählich aus den nachrückenden Rängen sowie durch Remigranten füllen lassen. Umso peinlicher war die Buchführung über alle Ausgaben für die fast unvertretbar kostspieligen Tiere, insbesondere über die unablässige Fouragierung. Die vorliegende Sammlung von Quittungen, gemeinsam abgelegt in von der Armee vorgedruckten Umschlägen, zeugt von der genauen Organisation des Verpflegungsvorgangs. Als nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 Preußen und Sachsen von Frankreich besetzt wurden, zog Marschall Davoust am 18. Oktober in Leipzig ein; schon die erste hier überlieferte Fouragequittung datiert vom 19. Oktober. Die Quittungen sind von Sekretärshand - teils auf Vordrucken - geschrieben und von den verschiedenen Offizieren, Unteroffizieren, Soldaten und Militärbeamten unterschrieben und von Sekretären gegengezeichnet. Zumeist tadellos erhalten in den originalen Archivumschlägen, gegenüber deren zeitgenössischen Aufschriften nur wenige Blätter fehlen. Anfang des 20. Jahrhunderts in vier Mappen abgelegt und in einem maschinschriftlichen Katalog erfasst, die Schreiber biographisch erschlossen. Gegenüber dem um 1928 vorliegenden Bestand fehlt heute eine "kleine Mappe", hauptsächlich Quittungen von Bory, Guyardet, Siry, Souplet, Thevenet und Varlet umfassend (davon noch die Formularumschläge mit 2 Quittungen vorhanden). - Provenienz: Der ungenannte Bestandsbildner (nach seinem selbst angelegten Katalog wohnhaft in Zehlendorf und anscheinend aus in Appelwerder/Westpreußen begüterter Offiziersfamilie, noch 1918 an der Salonikifront; sein nicht identifiziertes Adelswappen auf S. 1 gestempelt) hatte die zwischenzeitlich verstreute Sammlung hauptsächlich zwischen 1918 und 1928 (mit zwei Ergänzungen bis 1938) aus Angeboten verschiedener Händler wieder zusammengetragen, darunter R. Hönisch und W. Hiersemann in Leipzig, H. Burmeister und J. A. Stargardt in Berlin. Erworben aus Privatbesitz.
|
|
|