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‎Cotta, Bernhard von, Geologe (1808-1879).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Freiberg [Sachsen], 20. IX. 1864.‎

‎1 S. 8vo. Wohl an seinen Verleger Wilhelm Braumüller in Wien, der in diesem Jahr Cottas "Erzlagerstätten im Banat und Serbien" veröffentlicht hatte: "Vorgestern erhielt ich Ihre Sendung, bestehend aus 16 Exemplaren Erzlagerstätten und 78 rth. [...] Honorar. Das Buch ist wohl schön geworden, nur bedauere ich daß auf dem Umschlag kein Originalquerschnitt gekommen ist, sondern gerade der einzige den ich [Carl Ferdinand] Peters entlehnte, u. der weder das Banat noch Serbien betrifft, sondern die Fortsetzung in Ungarn. Nun das ist doch eine Nebensache. Beiliegend erhalten Sie Ihrem Wunsche gemäß, eine kurze Anzeige. Wünschen Sie mehr Anpreisung hinein, so wird dazu mein Schwager [...] sicher gern bereit sein. Mir ist noch wünschenswerth zu wissen wieviel das Buch im Handel kostet? In der Hoffnung, daß unser Verkehr fortdauern möge [...]". - Mit kleinen Einrissen am oberen und rechten Blattrand.‎

‎Crelle, August Leopold, Mathematiker (1780-1855).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 1. XI. 1852.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den deutschen Mathematiker Ludwig Oettinger (1797-1869): "Melde vorläufig ganz ergebenst, daß ich Ihr gefälliges Schreiben vom 21. v. M., mit den demselben beigefügten 32 Thalern für 12 Bände des Journals der Mathematik und Ihrer Abhandlung über das Interusurium, vom 29. v. M. richtig erhalten habe [...]". - Neben der Abwicklung einer Bestellung mehrerer Bände des von Crelle herausgegebenen "Journals für die reine und angewandte Mathematik" handelt der Brief vom Austausch mathematischer Schriften und Beiträgen Oettingers für Crelles Journal: "Für die möglichste Förderung des Druckes der neuen, dem Journale gewidmeten Abhandlung, so wie der noch ausständigen Abhandlungen, für welche ich Ihnen meinen besten Dank wiederhole, werde ich sorgen [...]". - Wahrscheinlich handelt es sich um den 1852 in zwei Teilen in Band 44 erschienenen Aufsatz zur "Theorie der analytischen Facultäten". - Siegelreste und Ausriss durch Siegelöffnung; vollständige Transkription auf Anfrage erhältlich.‎

‎Curtius, Georg, Philologe (1820-1885).‎

‎Eigenh. Vorlesungsankündigung mit U. Leipzig, 21. X. 1870.‎

‎4 Zeilen. Qu.-8vo. Über den Beginn seiner Lehrveranstaltungen im Wintersemester 1870: "Meine Vorlesungen über griechische Grammatik gedenke ich Dienstag 25 October, die Uebungen des philologischen Seminars am 29 October, die Uebungen der grammatischen Gesellschaft am 7 November zu beginnen [...]". - Curtius wechselte 1862 von der Universität in Kiel nach Leipzig. - Spuren alter Heftung in den Ecken; etwas gebräunt.‎

‎Cuvier, Frédéric, zoologist and palaeontologist (1773-1838).‎

‎Autograph letter signed. No place, "ce 31", no year.‎

‎8vo. 1 page. To an unidentified recipient ("m[on] c[her] a[mi]") about an approaching journey on the following Sunday morning, at seven o'clock at the latest. The recipient should therefore arrive at half past six, the meeting point is the "jardin de plantes", travelling companions will be Cuvier's sister Sophie and Clémentine: "Nous ne partirons que Dimanche Matin; mais au plutard à sept heures; ainsi soyez au jardin des plantes à six heures et demi. Vous seriez bien aimable de venir nous voir demain soir. C'est avec mon Soeur Sophie et Clémentine que nous ferons le voyage [...]". - Frédéric joined his brother Georges in Paris in 1797. Frédéric Cuvier was scientific director of the zoo of the "jardin de plants" in the years 1805-36. - On stationery with printed letterhead "Commission de l'Instruction publique". The "Commission", of which Georges Cuvier was chancellor and president, was in charge of the direction of national education between 1815 and 1820.‎

‎Hauffen, Adolf, Literaturhistoriker und Ethnologe (1863-1930).‎

‎Visitenkarte mit eigenh. Widmung. O. O., 6. IV. 1900.‎

‎2 Zeilen. Visitkartenformat. "Mit den herzlichsten Glückwünschen [...]". - Auf lithogr. Visitenkarte: "Dr. Adolf Hauffen a.o. Professor an der k. k. deutschen Universität in Prag". - Mit Sammlervermerk in Blei recto: "Grazer Studiencollege".‎

‎Haushofer, Max (d. J.), Nationalökonom, Politiker und Schriftsteller (1840-1907).‎

‎Eigenh. Postkarte mit U. München, 5. XI. 1898.‎

‎7 Zeilen. 8vo. Mit eh. Adresse. An die deutsche Schriftstellerin Christine von Thaler: "Ein Gruss aus München. Was ist dies? | Die Isar springt über Fels und Kies ; | Aus Alpenschluchten kommt sie daher | Und fällt in die Donau und rauscht ins Meer". - Die Empfängerin war als Journalistin (Gartenlaube) und freie Schriftstellerin in Wien tätig. - Farblithogr. Bildpostkarte mit einem Blick über die Isar auf das Maximilianeum. Eigenh. Bildunterschrift: "Isar an der Maximiliansbrücke". Bildverlust von ausgeschnittener Briefmarke.‎

‎Hayek, Gustav von, Gymnasialprofessor und Ornithologe (1836-1911).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 30. XII. 1886.‎

‎1 S. Folio. An einen namentlich nicht genannten Empfänger: "Hochgeehrter Herr! Ich erlaube mir, Euer Hochwohlgeborenen ein Tafelwerk zum Verkaufe anzubieten, und eine Tafel, um deren gütige Rückstellung ich jedenfalls bitte, zur Ansicht beizuschließen, das Werk soll in 60 Tafeln das ganze Thierreich umfassen, soweit dasselbe in Mittelschulen in Behandlung kommt, und durch Aufdruck der Bezeichnungen in allen Sprachen ein internationales werden. Ich beanspruche für jede Tafel, sofort nach deren Absendung 60 fl, und werde Alles übrige Euer Hochwohlgeboren überlassen. Für die zweite und jede folgende Auflage (2000 Exemplare als Auflage gerechnet) würde ich ein Autoren-Honorar von 1000 fl beanspruchen [...]". - Gustav von Hayek war ein Pionier der Ornithologie in Österreich und darüber dem begeisterten Ornithologen Kronprinz Rudolf von Österreich verbunden. Rudolf fungierte als Protektor des auf seine Anregung hin gegründeten internationalen ornithologischen Komitees in Wien und verfasste Beiträge zu dessen "Mittheilungen". - Bei der angepriesenen Publikation handelt es sich um den "Großen Handatlas der Naturgeschichte aller drei Reiche", der zuerst 1885 in Wien und Leipzig bei Perles erschienen ist und mehrere Neuauflagen erlebt hat. - Auf Briefpapier mit lithogr. Briefkopf des internationalen permanenten ornithologischen Komitees: "Protector: Seine kaiserliche und königliche Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog RUDOLF".‎

‎Hermann, Gottfried, klassischer Philologe (1772-1848).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D., [1843].‎

‎½ S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An Dr. Woldemar Ludwig Grenser, dem er einen altgriechischen Neologismus als Übersetzung von "Geburtshilfe" anbietet und mit einem Zitat aus Pindars erster Nemeischer Ode untermauert: "Ganz wörtlich läßt sich Geburtshilfe Griechisch durch 'tokárexis' ausdrücken, das mithin im Lateinischen in den casibus obliquis tocarexis, tocarexi, tocarexin zu declinieren ist. Zu statten kommt diesem Worte, daß das Verbum 'arégein' bei dem Pindar Nem, 1.72. von den Frauen, die der Alkmene bei der Geburt des Heracles beistanden, gebraucht ist: 'gynaíkas, hósai tychon Alkménas arégoisai léchei'. Hochachtungsvoll [...]". - Gottfried Hermann wirkte als Professor der Beredsamkeit und Poesie an der Universität Leipzig. Das Zitat in der zeitgenössischen Übersetzung von Tycho Mommsen: "die Frauen, die Beistand thaten bei Alkmenes Bett" [Des Pindaros Werke in die Versmaasse des Originals übersetzt, Leipzig 1846, S. 127, Gegenvers 3,49]. Grenser war Universitätsprofessor für Gynäkologe und Geburtshilfe in Leipzig und Dresden, wo er auch die Leitung des kgl. sächsischen Entbindungsinstituts übernahm. Hermanns Auskunft über altgriechische Begrifflichkeiten zur Geburtshilfe dürften Grensers Zeit in Leipzig (1843-1845) zuzuordnen sein, wo er den Begriff eventuell für eine Vorlesung oder Publikation benötigte. - Sammlervermerk in Blei: "ex to 1843." Mit Siegelresten und Ausrissen.‎

‎Herschel, John Frederick William, British astronomer and naturalist (1792-1871).‎

‎Autograph letter signed. London, 30 Dec. 1850.‎

‎Oblong 8vo. 1 p. on bifolium with integral address panel. To the Austrian physicist and mathematician Andreas von Ettingshausen (1796-1878): "The enclosed was addressed by me to the Lord von Hammer-Purgstall President of the Imperial Academy in Vienna. - It has now been returned to my hands from Vienna by the Post office, as having been refused being written on 'nicht angenommen'. - Permit me therefore to request you as Secretary to the Academy to receive it as conveying my thanks to that body and to request your attention to the Post-scriptum and believe me to be [...]". - Paper slightly torn from breaking the seal.‎

MareMagnum

Inlibris
Wien, AT
[Books from Inlibris]

€ 1.200,00 Informazioni/Compera

‎Hettner, Hermann, Literaturhistoriker und Kunsthistoriker (1821-1882).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 28. IV. 1850.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An die Redaktion der "Allgemeinen Zeitung" in Augsburg: "Möchten Sie verzeihen daß ich Sie mit einer Bitte belästige. Sie werden meinen Aufsatz 'B. Auerbach als Dramatiker' erhalten haben. In diesem Augenblicke sehe ich nun, daß Ihre Zeitung bereits eine andere Besprechung des Werkes bringt. Trotzdem wage ich die Bitte, meiner Arbeit die Aufnahme nicht zu versagen und ich glaube auch dass dies im Interesse der Redaktion liegt [...]." - Bei dem zweifach rezensierten Werk handelt es sich um Berthold Auerbachs Tragödie "Andreas Hofer" von 1850. Hettner bezieht sich auf eine Rezension, die am 27. IV. 1850 in der "Allgemeinen Zeitung" erschienen ist. Auf die im Brief geäußerte Bitte wurde nicht eingegangen. - Nach seiner Habilitation 1847 war Hermann Hettner Privatdozent in Heidelberg und ab 1851 außerordentlicher Professor der Ästhetik, Kunst- und Literaturgeschichte in Jena. 1855 wurde er als Direktor der königlichen Antikensammlung und Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der bildenden Künste nach Dresden berufen. Später kamen eine Professur am königlichen Polytechnikum und die Direktion des historischen Museums hinzu. - Mit Ausriss durch Siegelbruch und Spuren alter Montage.‎

‎Hettner, Hermann, Literaturhistoriker und Kunsthistoriker (1821-1882).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Dresden, 14. I. 1874.‎

‎7 Zeilen auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Kuvert. An einen "Postdirector a. D. von Scholl" in Stuttgart: "Herzlichsten Dank für Ihr freundliches Schreiben. Bewahren Sie mir Ihr gütiges Wohlwollen auch fernerhin. Möge Ihnen ein glückliches neues Jahr u. noch ein recht langes kräftiges Alter verliehen sein! [...]". - Nach seiner Habilitation 1847 war Hermann Hettner Privatdozent in Heidelberg und ab 1851 außerordentlicher Professor der Ästhetik, Kunst- und Literaturgeschichte in Jena. 1855 wurde er als Direktor der königlichen Antikensammlung und Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der bildenden Künste nach Dresden berufen. Später kamen eine Professur am königlichen Polytechnikum und die Direktion des historischen Museums hinzu.‎

‎Höfken von Hattingsheim, Rudolf, Numismatiker (1861-1921).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Reichenhall, 17. VIII. 1915.‎

‎3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Empfänger: "Eigentlich wollte ich (als Kriegs-Redacteur des Exlibr. Jahrbuches) mit einem Artikel Professor Strobl über Kreuzenstein überraschen. Nun wünscht aber Ksl. Rat Bürger, den ich um Illustrationen (etwa 1 Totalansicht, je 1 vor u. nach dem Brande voran der 'Exlibris-Gegend') bat, Eurer Excellenz Genehmigung; so bringt er mich in correktester Weise um eine Freude! Ich erlaube mir aber zu bitten; dem Herrn Ksl. Rat die erhoffte Genehmigung direct kund tun lassen zu wollen. Einzig gnädig und barmherzig wäre es, wollten Excellenz in Anbetracht unserer betrübenden Finanzen zugleich auch die Klischirungskosten huldvollst übernehmen und K. R. Bürger diesbezügliche Weisung geben. Auch ich und Andere stifteten Kupfertafeln etc., um die Zeitschrift zu ermöglichen; der Krieg unterbindet den Eingang des grösseren Teiles unserer Mitglieds-Beiträge. Und doch sollen wir trachten, Kunst u. Wissenschaft nicht erdrücken zu lassen. Heil und Sieg!". - Höfken von Hattingsheim war 1903 Mitbegründer der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft, die seit ihrer Gründung bis heute Jahrbücher publiziert. Das Bittgesuch richtet sich wahrschenlich an den Schlossherrn von Kreuzenstein und Kunstmäzen Graf Johann Nepomuk Wilczek (1837-1922). Wilczek war dem Autor des Briefes über die "Österreichische Numismatische Gesellschaft" verbunden, deren Mitglieder beide waren. Der Brief zeugt von finanziellen Schwierigkeiten kultureller Initiativen in der frühen Phase der Kriegswirtschaft, aber auch vom Streben danach, den Krieg auf kultureller Ebene zu unterstützen. - Auf Briefpapier mit lithogr. Briefkopf.‎

‎Hoensbroech, Paul Graf von, Jurist und Philosoph (1852-1923).‎

‎Eigenh. Postkarte mit U. Groß-Lichterfelde (Berlin), 24. III. 1907.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Redakteur Morré in Berlin: "Wegen Karten müssen Sie sich an die Konzertdirektion Jules Sachs [...] wenden [...]".‎

‎Hofmeister, Franz, Biochemiker (1850-1922).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Straßburg, 25. VII. 1908.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Empfänger: "Im Hinblick auf den bevorstehenden Schluss des Laboratoriums erlaube ich mir vorläufig den besten Dank für Ihr Entgegenkommen in pcto Zusendung von Amyloidorganen auszusprechen. Für den Fall des Bedarfs werde ich mir gestatten im Wintersemester neuerdings Ihre Güte in Anspruch zu nehmen". - Auf Briefpapier mit Wasserzeichen Heinrich Arthur Hoesch, Kreuzau.‎

‎Hommel, Karl Ferdinand, Jurist und Strafrechtsreformer (1722-1781).‎

‎Schreiben mit eigenh. U. Leipzig, 14. I. 1764.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Papiergedecktes Siegel. Zulassungsurkunde des Kandidaten der Jurisprudenz Carl Gustav Schönermarck aus Friedland in der böhmischen Lausitz zum Rigorosum. - Hommel, seit 1750 Professor für Staatsrecht in Leipzig, warb für die Anwendung aufklärerischer Prinzipien im Strafrecht und sprach sich gegen Todesstrafe, Folter und Landesverweisung aus. 1770 erreichte er die gesetzliche Abschaffung der Inquisitionsverfahren sowie der Folter; als Übersetzer von Cesare Beccarias Hauptwerk "Dei delitti e delle pene" erwarb er sich den Ehrennamen eines "deutschen Beccaria". - Auf 1-Groschen-Stempelpapier. Gegengezeichnet von den Leipziger Rechtswissenschaftlern Adrian Steyer d. Ä., August Florens Rivinus (1707-69), Traugott Thomasius (1709-75), Friedrich Gottlieb Zoller (1717-82), Christian Wilhelm Küstner (1721-85), Carl Gottfried Winckler (1722-90), Friedrich Heinrich Mylius (geb. 1725) und Heinrich Gottfried Bauer (1733-1811). Leicht gebräunt bzw. angestaubt; einige kl. Randläsuren zum Teil hinterlegt.‎

‎Huschke, Philipp Eduard, Rechtsgelehrter (1801-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 19. III. 1854.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Darin daß Sie mir die Verlobung Ihrer Tochter mit dem Sohn eines mir nahe verbundenen und von mir sehr hochgeachteten Mannes angezeigt haben muß ich eine besondere Freundlichkeit von Ihnen erkennen, die ich nicht erfahren und hinnehmen kann, ohne Ihnen wenigstens mit einem Worte dafür zu danken. Ich nehme den freudigsten und wärmsten Antheil an diesem Ereignis und wünschte von Herzen daß es für Sie eine unversiegliche Quelle väterlicher Freuden werden und den Verlobten selbst zum Segen in Zeit und Ewigkeit gereichen möge [...]". - Nach einem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen unterrichtete Huschke zunächst als Privatdozent und wurde 1824 ordentlicher Professor in Rostock. Drei Jahre später wechselte er an die Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau, an der er zweimal das Rektoramt innehatte und war ab 1841 Direktor des Oberkirchenkollegiums der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Preußen, die 1845 vom Staat anerkannt wurde.‎

‎Ideler, Christian Ludwig, Astronom (1766-1846).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 4. V. 1838.‎

‎1 S. 4to. Ein leicht abgewandeltes Zitat aus Pascals "Pensées": "Que chacun examine sa pensée, il la trouvera toujours occupée au passé et a l'avenir. Nous ne pensons presque point au présent, et si nous y pensons, ce n'est que pour en prendre la lumière pour disposer de l'avenir. Le présent n'est jamais notre b[o]ut. Le passé et le présent sont nos moyens; le seul avenir est notre objet. Ainsi nous ne vivons jamais, mais nous espérons de vivre; et nous disposant toujours à être heureux, il est indubitable que nous ne le serons jamais [...]". - Gering fleckig und mit einem kleinen Einriss im Mittelfalz.‎

‎Jacobsen, Friedrich Heinrich, kirchenrechtlicher Schriftsteller (1804-1868).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Königsberg, 8. XII. 1835.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ew. Hochwohlgeboren erlaube ich mir beiliegend einen Aufsatz über die Preußischen Klöster für Ihr 'Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preuß. Staats' zu überschicken. Die Data beruhen in der Hauptsache auf Akten des hiesigen geheimen Archivs und der Oberpräsidial Registratur. Dieser Aufsatz soll zur Einleitung für die Geschichte einzelner Klöster selbst dienen, welche ich Ihnen sogleich nach erfolgtem Abdrucke successive übersenden werde, so daß in dem nächsten Hefte bereits ein 2ter Beitrag wird mitgetheilt werden können, wenn es Ihnen so genehm ist [...]".‎

‎Jacquin, Joseph Franz von, Botaniker (1766-1839).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 8. V. 1838.‎

‎1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Gynäkologen Ludwig Friedrich von Froriep: "Sie haben in Ihren vortrefflichen Notizen schon einige Mahle der in England leyder Statt findenden Kerzenvergiftung durch Arsenik erwähnt, theils aus der Lancet, theils aus nicht angegebenen Quellen. Diese Notizen lassen indessen diese Angelegenheit noch bey Weitem unaufgeklärt, und da es zu wünschen ist, daß bey der so ausgezeichneten Nützlichkeit der neuen Fortschritte in der Bereitung von Kerzen aus Stearin- und Margarinsäure, welches sich [...] über das ganze Nördliche und Mittel-Europa verbreiten wird, es der guten Sache nicht hinderlich werde, wenn allgemeines Mißtrauen in Hinsicht ihres Gebrauches für die Gesundheit veranlaßt wird; so fanden sich mehrere wissenschaftliche Freunde (die Ihnen großen Theils bekannt sind) mit mir bewogen, beyliegenden Aufsatz abdrucken zu lassen [...]". - Mit kleinem Ausschnitt durch Siegelbruch (geringf. Textberührung); stellenweise etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren.‎

‎Jahn, Friedrich Ludwig, auch "Turnvater Jahn", Pädagoge und Begründer der deutschen Turnbewegung (1778-1852).‎

‎Eigenh. Schriftstück mit U. Freyburg (Unstrut), 30. XI. 1826.‎

‎¾ S. Kl.-4to. "Herr Karl Reimer (Weidmannische Buchhandlung zu Leipzig, im Bosischen Garten) erhalten 2 Säcke, worin rohe Bücher, gezeichnet H. K. Reimer, Weidmannische Buchhandlung zu Leipzig No. I. u. No. II | Friedrich Ludwig Jahn | Dr. der Philosophie".‎

‎Jannasch, Robert, Volkswirt und Kolonialpolitiker (1845-1919).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Dresden, 21. XII. 1875.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Regierungsrat: "In Angelegenheit der Bibliotheken des Gemeinnützigen Vereins bedarf ich der Abhandlung des Dr. E. Heitz: 'Die öffentlichen Bibliotheken der Schweiz im Jahre 1868'. Ich erlaube mir die Frage an Sie zu richten, ob Sie dieses Opus besitzen & gewillt sind es mir zu leihen".‎

‎Jodl, Friedrich, Philosoph und Psychologe (1849-1914).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Siegenfeld bei Baden (NÖ), 22. VII. 1904.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An eine Redaktion: "Zu meinem größten Bedauern vermag ich Ihrer freundlichen Einladung nicht Folge zu leisten, da ich bereits vor längerer Zeit u. nach mehreren Seiten hin Similär-Aufsätze zum Andenken L. Feuerbachs zugesagt habe [...]".‎

‎Jordan, Henri, Philologe (1833-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Seebad Neuhausen bei Königsberg, 8. IX. 1881.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Hrn. Hublot (?): "Besten Dank für Deine Zusendung [...] und für Deinen Brief. Ich kann mir denken, daß die Wiederkehr nach Bonn für Dich ein Ereignis freudigster Art gewesen ist. Was mich anlangt so wirst Du aus meiner Ablehnung des Kieler Rufs ersehen haben daß ich nicht mehr wie früher unter allen Umständen meine hiesige Stellung aufzugeben geneigt bin. Ob mein Wunsch sie gegen eine behaglichere einzutauschen noch einmal in Erfüllung gehen wird bezweifle ich, habe auch wenig Lust diesem Gedanken nachzuhängen. Aus der Vorrede zu dem von mir bearbeiteten römischen Preller wirst Du ersehen daß ich die Osterferien wieder in Rom war, hauptsächlich um Theognis zu collationiren und endlich die leidige Topographie fertig zu machen [...]". - Mit dem "römischen Preller" ist Ludwig Preller's "Römische Mythologie" gemeint, deren dritte Auflage Jordan herausgab und die noch im selben Jahr erscheinen sollte.‎

‎Jordan, Max, Kunsthistoriker und Direktor der königlichen Nationalgalerie in Berlin (1837-1906).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 15. II. 1871.‎

‎¾ S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Besten Dank für das erste freundliche Zeichen, das Sie dem neuen Reiche geben. Wir beklagen nur lebhaft, daß Ihre Correspondenz nicht mehr im Hefte dieser Woche Platz hat. Sie kann erst im nächsten stehen. Sollten Sie also Wichtiges nachzutragen haben, so bitten wir bis Sonntag oder Montag darum [...]".‎

‎Jordan, Max, Kunsthistoriker und Direktor der königlichen Nationalgalerie in Berlin (1837-1906).‎

‎Visitenkarte mit eigenh. Widmung. O. O. u. D.‎

‎1 S. Visitkartenformat. Dr. M. Jordan Geh. Ober Reg. Rath (dies gedruckt) "erlaubt sich, Herr[n] O. Trolitzsch aus Berlin bestens zu empfehlen".‎

‎Jordan, Sylvester, Jurist und Politiker (1792-1861).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Marburg, 28. IV. 1824.‎

‎4 SS. 4to. An einen nicht namentlich genannten Freund mit Dank für die Publikation seines Aufsatzes in dessen "Jahrbüchern" sowie für dessen wohlwollende Rezension und kritisiert die Lage der Universität Marburg sowie die fehlende religiöse Liberalität in Leipzig, dem Aufenthaltsort des Adressaten: "Für die schnelle Aufnahme meines zweiten, Ihnen übersendeten Aufsazes 'Andeutungen' in Ihren 'Jahrbüchern' [...] so wie für die Uebersendung der beiden Recensionen meiner Schrift danke ich Ihnen recht herzlich [...] Ueber Ihre Rec. [...] kann ich nichts anderes als den innigsten Dank äußern [...] Gewiß wird diese Rec. zur Empfehlung u. Verbreitung des Werkes [...] ungemein viel beitragen [...] Ich bin zwar [...] nicht ungern in Marburg, ja ich würde mir sogar nie einen andern Aufenthaltsort wünschen, wenn von oben herab etwas für die Universität gethan würde; da man aber gerade höchsten Orts beschlossen zu haben scheint, die Universität an Schwindsucht langsam dahinsterben zu lassen, so muß natürlich ein Jeder, der die Universität wahrhaft liebt, wünschen, sie nicht einst zum Grabe begleiten zu müssen [...] Euer Leipzig [...] ist wahrlich in Bezug auf religiöse Liberalität noch sehr weit zurück. Während auf den Universitäten des südlichen Deutschlands [...] die religiöse Duldung im Leben geübt wird, u. Protestanten, Reformierte u. Katholiken in einem wahrhaft christlichen Frieden zusammen leben u. für die Wissenschaften wirken, wird bei Euch über religiöse Duldung nur - geschrieben [...] Wahrlich! auf deutschen Hochschulen soll man im 19ten Jahrhundert bei christlichen Religionsverwandten [...] nicht mehr nach der Confession, sondern nur nach dem Wissen fragen [...]". - Nach einem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften wurde Jordan 1821 Professor für Staatsrecht an der Universität Marburg, deren Rektor er 1825/26 war. Er war auch politisch aktiv und wurde 1830 in die Ständeversammlung des Kurfürstentums Hessen gewählt, aber aufgrund seiner liberalen Gesinnung und angeblicher revolutionärer Bestrebungen 1839 in Untersuchungshaft genommen und ab 1843 für zwei Jahre im Marburger Schloss inhaftiert. In den Jahren 1848/49 gehörte Jordan zunächst dem Vorparlament und später der Frankfurter Nationalversammlung an.‎

‎Junk, Viktor, Germanist, Tanzwissenschaftler und Komponist (1875-1948).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. IV. 1912.‎

‎2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich bin so frei, Ihnen anbei eine Composition zuzusenden mit der herzlichen Bitte, sie für den 'Kunstwart' als Musikbeilage anzunehmen und gelegentlich zu veröffentlichen. Ich darf dabei wol erinnern, daß von meinen Liedern bisher bloß der 'Merker' zwei gedruckt hat [...] Ich bitte Sie recht sehr, das beiliegende 'Kött'-Lied ('Blumen kann ich dir geben') im 'Kunstwart' zu bringen [...]". - Als Sprachwissenschaftler beschäftigte sich Junk vor allem mit dem mittelhochdeutschen Dichter Rudolf von Ems und setzte sich später mit der wissenschaftlichen Behandlung des Tanzes auseinander, was in einem "Handbuch des Tanzes" mündete, wobei er unter anderem den Ursprung des Prinz-Eugen-Liedes in einer bayerisch-oberpfälzischen Tanzweise entdeckte. Er war Begründer und Leiter der Bachgemeinde und verfasste zahlreiche Kompositionen sowie musikkritische Arbeiten.‎

‎Kästner, Abraham Gotthelf, Mathematiker und Epigrammdichter (1719-1800).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. Göttingen, 9. V. 1771.‎

‎1 S. Qu.-8vo. Griechische Sentenz, überliefert bei Sextus Pomponius und meist dem Juristen Salvius Julianus zugeschrieben: "kan ton heteron poda en te soro echo, prosmathein ti bouloimen" ("Und stehe ich auch mit einem Fuß im Grabe, so möchte ich doch noch immer etwas dazulernen"). Nachempfunden ist das Wort einem berühmten Vers des Solon, "gerasko d' aiei polla didaskomenos" ("Ich altere immerfort viel lernend", Fr. 22,7) - ein Gedanke, in dem "zum ersten Mal das Lernen als geistige[r] Prozeß erfaßt" ist (Snell, Entdeckung des Geistes, S. 75). - Obere rechte Ecke unbedeutend fleckig; in der oberen linken Ecke alt numeriert "70". Verso eine lateinische Sentenz ("Sola bona quae honesta") geschrieben vom Göttinger Juristen Christian Friedrich Georg Meister (1718-82), datiert 16. XI. 1769.‎

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Inlibris
Wien, AT
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‎Karajan, Theodor Georg Ritter von, Historiker und Germanist (1810-1873).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 28. IV. 1868.‎

‎1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Gestern Abends erhielt ich die beiliegende Einladung. Es wird nichts übrig bleiben, als durch Circulandum oder noch besser durch lithographirte Briefe sämtliche Mitglieder von derselben in Kenntniß zu setzen [...]". - Ohne die erwähnte Einladung.‎

‎Karrer, Felix, Geologe (1825-1903).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 6. VII. 1882.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Als Sekretär des wissenschaftlichen Clubs in Wien an einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Wie ich soeben vernehme, wurde bei Euer Wohlgeboren der Jahresbeitrag für unsere Monatsblätter einkassirt. Es ist durchaus nicht unsere Absicht von Persönlichkeiten, welche dem wissenschaftlichen Club von seinem Entstehen an so viele Sympathien entgegengebracht und denselben so werkthätig unterstützt haben, diese Beiträge erheben zu lassen. Wir sind im Gegentheile glücklich diesen geehrten Herrn einen kleinen Beweis unserer Dankbarkeit durch Übersendung unserer Blätter entgegenbringen zu können [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Kanzlei des Wissenschaftlichen Clubs in Wien.‎

‎Karsten, Carl, Mineraloge und Metallurge (1782-1853).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Chemiker und Pharmakologen Johann Friedrich John (1782-1847): "Für die gütige Uebersendung der Analyse des Sibirischen Erzes bin ich Ew. Wohlgeb. recht sehr verbunden. Es soll mir eine angenehme Lecture am 1. Feiertage, morgen nemlich, sein, den ich bei meiner Familie auf dem Lande zubringe. Da ich das Vergnügen entbehrt habe Ihre Abhandlung über das Mangan Metall und das in seinem Erze von Ihnen entdeckte ganz neue Metall zu hören, so darf ich vielleicht auf die gütige Mitteilung der selben ebenfalls hoffen. Wegen des Nahmens jenes Fossils erkenne ich zwar Ihre Freundschaft und Achtung für mich mit vielem Danke muß aber bemerken daß es schon anderweitig durch den Nahmen Nadelerz sehr gut bezeichnet ist [...]".‎

‎Karsten, Gustav, Mineraloge und Physiker (1820-1900).‎

‎Ausschnitt mit eigenh. U. Kiel, 11. VIII. 1880.‎

‎1 S. Qu.-schmal 8vo. Bestätigung darüber, daß ein Student "meine Vorlesungen: 1) Experimentalphysik, Elektricität u. Magnetismus 2) Physikalische Geographie 3) Meteorologie u Klimatologie in diesem Sommersemester regelmäßig besucht hat". - Mit kleinen Randläsuren.‎

‎Karsten, Wenceslaus Johann Gustav, Mathematiker (1732-1787).‎

‎Eigenh. Schriftstück mit U. Halle a. d. Saale, 10. XI. 1781.‎

‎1 S. Kl.-4to. "Daß Herr Friedrich Herz aus Aschersleben im Halberstädtschen seit Michaelis dieses Jahres meine Vorlesungen über die theoretische Mathematik mit allem Fleiße besuche, solches habe auf desselben Verlangen hiemit attestiren wollen | Halle den 10 Novemb. 1791 | Wencesl. Joh. Gustav Karsten | der Math. und Natur Professor".‎

‎Kerschagl, Richard, Nationalökonom (1896-1976).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 12. XII. 1923.‎

‎½ S. Gr.-4to. An die Schriftleitung der damals neugegründeten Zeitschrift "Die Arbeit": "Ihrer frdlch. Aufforderung Folge leistend stelle ich Ihnen in der Anlage einen Artikel über die Währungen in den Oststaaten zur Verfügung [...]". Der Beitrag dürfte nicht erschienen sein. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Oesterreichischen Nationalbank; beiliegend ein Ausschnitt mit eh. Überschrift und Namenszug im Titel.‎

‎Kind, Theodor, Jurist und Philologe (1799-1868).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 25. V. 1837.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Oberstleutnant: "Ew. Exzellenz erfolgreiche Bemühungen, den Orient in allen seinen Beziehungen dem forschenden Europa näher zu rücken, sind eben so bekannt, als anerkannt. Ihr darauf gerichtetes Interesse hat, seitdem Hochdieselben Oesterreichs Macht in Griechenland repraesentiren, auch der neugriechischen Volksdichtkunst sich zuzuwenden nicht verschmäht. Ich selbst habe mich seit längerer Zeit mit der neugriechischen Literatur beschäftigt (als einen schwachen Beweis dafür wollen Ew. Excellenz die Beilage ansehen), und namentlich gehe ich damit um, eine möglichst vollständige Sammlung neugriechischer Volksliteratur herauszugeben. Könnten und wollten nun Ew. Excellenz meine ganz ergebenste Bitte, mich mit dergleichen Originalgedichten zu unterstützen, erfüllen, so würde ich mich Hochderselben zu dem innigsten Danke verpflichtet fühlen [...]". - Ohne die erwähnte Beilage.‎

‎Kirchhoff, Gustav Robert, Physiker (1824-1887).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 17. V. 1879.‎

‎1 S. Kl.-4to. An einen Autographensammler: "Der Brief, den Sie an mich nach Heidelberg gerichtet haben, hat mich hier angetroffen, wohin ich vor über 4 Jahren von Heidelberg übergesiedelt bin. Ich erfülle Ihren Wunsch, meine Handschrift zu erhalten, indem ich Ihnen diese Zeilen sende [...]".‎

‎Kirchhoff, Gustav Robert, Physiker (1824-1887).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 11. I. 1863.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Regierungsrat: "Die Auszeichnung, die die Kaiserl. Akademie mir hat zu Theil werden lassen, indem sie mich zu ihrem auswärtigen correspondirenden Mitgliede erwählt hat, verdanke ich zweifellos zum großen Theile Ihrem Wohlwollen gegen mich, das Sie so oft schon mir gezeigt haben und das Sie neuerdings wieder bethätigt haben durch Ihre so freundlichen Zeilen vom 2ten d. M. und die Uebersendung der Mittheilung des Hrn. Otto v. Littrow, die mich in hohem Grade interessirt. Gestatten Sie mir, Ihnen meinen herzlichsten Dank für dieses Wohlwollen auszusprechen [...]".‎

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‎Klaproth, Martin Heinrich, Chemiker (1743-1817).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. I. 1794.‎

‎1 S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ew. Wohlgeb. sende gefälligst den communicirten Brief des H. Lampadius anbey mit vielen Dank zurück. Dieser junge Mann handelt klüglich, wenn er sich nicht [...] in Streitschriften, die ihm keinen Vortheil bringen können, verwickeln läßt. Ich habe ihn zu der Lehrerstelle der Chemie bey der Freyberger Bergacademie vorgeschlagen [...]". - Der Hüttentechniker, Chemiker und Agronom Wilhelm August Lampadius (1772-1842) sollte dann während seiner Tätigkeit in Freiberg 1796 den Schwefelkohlenstoff entdecken. - Mit kleinen Randläsuren.‎

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‎Klein, Hermann Joseph, Astronom und Meteorologe (1844-1914).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Köln, 3. II. 1881.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Dr. Gronen: "Ihr zuerst übersandter Artikel wird im 3. Hefte d. 'Gaea' zum Abdruck gelangen. Der zweite Aufsatz ist jedoch von zu wenig allgemeinen Interesse für die Gaea, weshalb er anbei wieder zurückgeht [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf; ohne die erwähnte Beilage; stellenweise gering fleckig.‎

‎Kupffer, Adolph Theodor, Physiker und Chemiker (1799-1865).‎

‎Eigenh. Brief mit U. St. Petersburg, 23. VII. 1851.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse. Informiert Eugène Arnolt über die Sendung der Annalen des physikalischen Observatoriums in St. Petersburg an das römische Generalkonsulat in Paris, bedankt sich für das seiner Publikation in der Zeitschrift des Konsulats ausgesprochene Lob und kündigt die Übersendung weiterer Schriften des Observatoriums an, darunter sein erstes "compte-rendu": "Je viens d'expédier au Consulat général d. Rome à Paris un exemplaire des Annales d. l'observatoire physique central de St. Petersbourg [...] Pour le no de votre journal, qui a été recu [?] le 29 janvier, vous avez bien voulu vous [...] d. ma publication: je vous prie d. recevoir mes remercimen [!] très précieux pour la manière honorable, dont vous en avez parlé. Par ce [...] article, j'ai vu que vous n'avez pas rien quelque vos des derniers volumes d. notre publication: je vous prie d. me faire savoir [...] ce que vous avez rien pour que je puisse prendre les moyens nécessaires pour que tout ce que vous ai envoyé et ce que je vous enverrai encore [...] ne reste [...] dans mes envois. Je vous enverrai dans peu d. jours mon premier compte-rendu, pour l'année 1850, relatif aux travaux exécuté à l'observatoire physique central [...]." - Kupffer lehrte seit 1824 als Professor der Physik und Chemie an der Universität Kasan und wurde 1828 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, die auf seine Anregung hin ab 1830 ein erdmagnetisches Observatorium errichten ließ, dem weitere Observatorien in ganz Russland folgten, die letztendlich ein magnetisch-meteorologisches Beobachtungsnetz bildeten. Die Leitung hatte seit 1843 das physikalische Zentralobservatorium in St. Petersburg inne, dessen Direktor Kupffer 1848 wurde, der seine Lehrtätigkeit noch bis 1851 weiterführte und sich danach ausschließlich der Forschung widmete.‎

‎Kupffer, Adolph Theodor, Physiker und Chemiker (1799-1865).‎

‎Eigenh. Schriftstück mit U. O. O. u. D.‎

‎3 SS. auf 2 Bll. Folio. Beschreibt (wohl für einen Lexikoneintrag) seine Leistungen auf dem Gebiet des Magnetismus, insbesondere bei der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Temperatur und Schwingung der Magnetnadel, wobei er feststellte, dass die Abweichungen innerhalb eines Bereiches von -20 bis +30 Grad flüchtig seien: "Kupffer membre de l'académie de St. Petersbourg et Directeur des observatoirs metéorologiques de l'Empire russe s'est particulièrement [...] livré á des études sur le magnetisme [...] On savait aussi que des changemens de temperature renfermées dans les limites de variations [...] de la temperature de l'atmosphère modifiait la puissance des [...] aiguilles magnetiques. Mais on n'avait aucune formule pour ramener la durée des oscillations à une temperature differente de celle à laquelle on les avait observées. M. Kupfer [...] a rempli cette lacune [...] Il a fait osciller depuis la temperature de -20 degrés jusqu'à +30 degrés. Il a d'abord reconnu que les modifications [...] l'intensité des aiguilles dans cet intervalle de 50 degrés ne sont que passagères [...]". - Kupffer lehrte seit 1824 als Professor der Physik und Chemie an der Universität Kasan und wurde 1828 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, die auf seine Anregung hin ab 1830 ein erdmagnetisches Observatorium errichten ließ, dem weitere Observatorien in ganz Russland folgten, die letztendlich ein magnetisch-meteorologisches Beobachtungsnetz bildeten. Die Leitung hatte seit 1843 das physikalische Zentralobservatorium in St. Petersburg inne, dessen Direktor Kupffer 1848 wurde, der seine Lehrtätigkeit noch bis 1851 weiterführte und sich danach ausschließlich der Forschung widmete. - Zahlreiche Streichungen und Korrekturen; leicht tintenfleckig, geringer Textverlust.‎

‎Lacépède, Bernard Germain, frz. Naturwissenschaftler (1756-1825).‎

‎Eigenh. Brief. Épinay-sur-Seine, 29. V. 1819.‎

‎½ S. 4to. Mit rotem Siegel und eh. Adresse (Faltbrief). In französischer Sprache an einen Monsieur de Mangourit: "Je serais bien glorieux de la lettre que vous avez eu la bonté de m'adresser, sie je ne connoissais pas toute votre amité pour moi. Vous savez, Mon resp. fr., combien je désire la réunion à la quelle vous travaillez; mais d'après mon séjour habituel à la campagne, je ne pois que vous engager à vous concerter avec M. le chevalier le roy qui demeure rue mazarine n.o 9 ou 11. à choisir un jour et une heure pour la conférence, et d'avoir la compaisance de m'en faire informer. J'espère que si cette conférence ne se rencontre pas avec unce séance de la chambre, rien ne m'empêchera d'aller y profiter de vos lumières, et mêler mon voeu au vôtre [...]" (Übers.:"Ich wäre sehr stolz auf den Brief, den Sie an mich gerichtet haben, wenn ich nicht all Ihre Freundschaft für mich kennen würde. Sie wissen, wie sehr ich wünsche an der Konferenz teilzunehmen, an der Sie arbeiten; aber meinem gewohnten Aufenthalt auf dem Land zufolge kann ich Sie nur darum bitten mit Herrn Le Chevalier Le Roy, der in der Rue Mazarine [Paris] Nr. 9 oder 11 wohnt, eine Absprache zu treffen, um einen Tag und eine Stunde für die Konferenz zu wählen, und Sie bitte, so freundlich zu sein, mich darüber zu informieren. Ich hoffe, dass, falls diese Konferenz nicht mit einer Besprechung der Kammer zusammenfällt, mich nichts daran hindert wird, Ihr Wissen zu genießen und meinen Wunsch mit dem Ihrem zu vereinigen [...]"). - Die Ränder etwas gebräunt, mit Ausriss durch Siegelöffnung.‎

‎Lacroix, Paul, frz. Gelehrter und Schriftsteller (1806-1884).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Freund bezüglich eines Treffens am kommenden Tag: "Je rentre à 7 heures. On me dit que vous êtes venu me voir et que vous avez l'intention de revenir demain. Ma première pensée est de vous aller chercher, mais vous m'avez dit que vous n'étiez visible qu'à 5 h. ½. Il faut donc attendre à demain: si vous ne m'avez pas devancé en venant vous même [...]" (Übers.: "Ich komme um 7 Uhr zurück. Mir wird gesagt, dass Sie gekommen sind, um mich zu besuchen, und dass Sie morgen wiederkommen wollen. Mein erster Gedanke ist, Sie abzuholen, aber Sie haben mir gesagt, dass Sie erst um 5.30 Uhr zu sprechen sein werden. Wir müssen also bis morgen warten, wenn Sie mir nicht selbst zuvorgekommen sind [...]").‎

‎Lendlmayer von Lendenfeld, Robert, Zoologe und Alpinist (1858-1913).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Graz, 3. IV. 1881.‎

‎1 S. u. 3 Zeilen. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Beifolgen 8 fl für die 2 Fotografien aus der Primärgruppe und 5 andre die ich behalten habe. - Siehe Rechnung. Die übrigen Photografien [!] folgen unter einem zurück. Es wäre mir sehr angenehm wenn Sie vielleicht auch einmal die Montblanc-Bilder zur Auswahl schicken möchten [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.‎

‎Lenz, Oskar, Afrikaforscher, Mineraloge und Geologe (1848-1925).‎

‎"Skizzen aus Westafrika. Ein Weihnachtsabend im Okota-Lande". Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O., [1879].‎

‎17 SS. auf 17 Bll. 4to. Das Manuskript zu dem in der "Neuen Freien Presse" abgedruckten Feuilleton, das eine Begebenheit aus den Jahren 1874 bis 1877 schildert, die Lenz als Forschungsreisender im Dienst der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft Berlin in Gabun und dort hauptsächlich in der Umgebung des Flusses Ogowe zugebracht hatte. "[...] Am nächsten Tage aber beschlossen wir, den heiligen Abend mit möglichstem Pomp zu feiern. [...] Wol erkundigte sich die Okota-Bevölkerung bei meinen Dienern über unser räthselhaftes Beginnen, aber diese antworteten ihnen [...], 'the white man make him big fetisch'. [...] Als ich aber nach einigen Tagen dieses kleine Inselvolk der Okota verließ, erklärte mir der Chef des Dorfes, daß er die Hütte sammt dem Christbaum zum Andenken an mich für immer stehen lassen wollte; in Wirklichkeit getraute sich Niemand mehr darin zu wohnen, weil man sich vor dem Fetisch fürchtete, den der N'tangangi, der weiße Mann, in diesem Hause gefeiert hatte". - Mit eh. Korrekturen, Redaktions- und Absatzmarkierungen in Blaustift. Beiliegend ein Zeitungsausschnitt mit dem Abdruck von Lenz' Feuilleton in der "Neuen Freien Presse" (Nr. 5247 vom 5. April 1879, S. 1 und 2).‎

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‎Libelt, Karol, Publizist und Politiker (1807-1875).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎½ S. auf Doppelblatt. 8vo. In polnischer Sprache an Monsieur Professeur Fritz. - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette; mit kleinem Ausriss durch Öffnung der rosaroten Verschlussmarke mit weiß gedr. und gepr. Monogramm und Krone; minimaler Tintenabklatsch; Empfängernotiz "R 4 Mai".‎

‎Liszt, Franz von, Jurist (1851-1919).‎

‎Brief mit eigenh. U. Marburg, 31. XII. 1886.‎

‎2 SS. Gr.-8vo. An einen Kollegen über strafrechtliche Debatten in Italien und ein Publikationsvorhaben des Empfängers: "Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen erst heute für Ihr MS u für die anderen mir nicht unbekannten Sendungen danke, welche aus der Hand des Verfassers mir von doppeltem Werte sind. Sehr interessant war mir was Sie aus Italien mitzuteilen die Freundlichkeit hatten. Colajanni [d. i. der Kriminalsoziologe Napoleone Colajanni] korrespondiert ab u zu auch mit mir und sendet mir seine Arbeiten. Ausser dem Alcoolismo in letzter Zeit auch einen Artikel aus Garrauds (u. Lacassagnes) Archives [d. s. René Garraud und Alexandre Lacassagne, die Herausgeber der "Archives de l'anthropologie criminelle"], in welchem er Ferri's [d. i. der Kriminologe und Politiker Enrico Ferri] Untersuchungen über den Einfluß der Temperatur auf das Verbrechen einer vernichtenden Kritik unterzieht. Ich hoffe von ihm noch in diesem Jahr eine Arbeit kriegen zu können u freue mich auf den II Bd seines 'Socialismo e Criminalità'. Criminalità' [...]".‎

‎Littrow, Joseph Johann von, Astronom (1781-1840).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 17. II. 1835.‎

‎2 SS. 8vo. An einen Professor: "Ich darf es Ihnen gewiß nicht erst beschwören, daß mich nichts mehr freuen würde, als die Nachricht von Ihrer Zufriedenheit mit Ludwig. Die andere sehe ich täglich um mich und da ich von jeher an sie gewohnt bin, so wird es mir oft schwer, nicht gleich aufzubrechen, um ihn auch wieder einmahl zu sehen. Ich komme mir oft vor wie ein Greis, der nur noch in seinen Kindern zu leben hat. Mögen sie glücklich seyn und, vor allem, mögen sie verdienen, es zu seyn. Ich weiß nicht ob Sie Dinge in der Art, wie das beyliegende in Ihren wohl nur seltenen müssigen Stunden gern zur Hand nehmen. Zudem bitte ich: aequi bonique consule. Die folgenden Hefte kommen noch, wie ich sie erhalte [...]". - Littrows Sohn Karl Ludwig, an dessen Werdegang er hier Anteil nimmt, sollte ihm 1842 als Direktor der Wiener Universitätssternwarte nachfolgen.‎

‎Littrow, Karl Ludwig von, Astronom (1811-1877).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 31. I. 1873.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Kollegen: "Ich sage Ihnen meinen wärmsten Dank für die interessanten Gaben, mit denen Sie mich letztlich wieder erfreuten, deren eine mich aber zu einer ganz kleinen Bemerkung veranlasst. Bei Ihrer nachgerade notorischen Weihnachtsliebe hoffe ich Ihnen damit nicht unangenehm zu sein. Sie vindiciren D'Arrest [d. i. der deutsch-dänische Astronom Heinrich Louis d'Arrest] die Priorität der Entdeckung des Zusammenhanges zwischen [folgt die Zeichnung eines Kometen] Biela und den Sternschnuppenfällen von Ende November oder Anfang Dezember. Wenn man sich an die eigentliche, ausgeführte Abhandlung von Weiss [d. i. der österreichische Astronom Edmund Weiss] und deren Erscheinen im Vergleich mit dem Datum von d'Arrets Briefe A. N. No 1633 LXIX. Band p. 10 (1867 Februar 25) hält, ist diess ganz richtig. Allein die vorläufige Anzeige von Weiss über seine Arbeit steht im LXVIII. Bande der A. N. No 1632 p. 381 und ist 1867 Februar 22. datirt also allerdings nur drei Tage aber doch immer älter. Ich finde mich zu dieser Bemerkung hauptsächlich bewogen durch den Wunsch vor Ihnen nicht als österreichischer Chauvinist zu erscheinen, wenn ich in dem Aufsatze, der aus der 'Wiener Zeitung' vom 20. Nov. 1872 in viele Zeitungen überging, D'Arrest in zweite Reihe gegen Weiss stellte. Also nichts für ungut und fein gewogen geblieben [...]". - In amikalem Ton trägt Littrow einen kleinen wissenschaftlichen Disput über die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen dem Kometen Biela und einem Sternschnuppenfall im Jahr 1872 aus. Biela war 1826 entdeckt worden und konnte entsprechend der damals berechneten Umlaufzeit 1832 u. a. von John Herschel wieder gesichtet werden. Die Ankündigung dreier von vier bekannten periodischen Kometen zwischen 1832 und 1836 führten in der österreichischen Öffentlichkeit zu düsteren Spekulationen, die Johann Nestroy in seinem "Kometenlied" parodierte. 1845/46 wurde an Biela erstmals das Zerbrechen eines Kometen beobachtet, wobei die zwei Bruchstücke nach der nächsten Sichtung 1852 nicht wiedergefunden werden konnten. Karl Ludwig von Littrow pocht gegenüber dem Empfänger darauf, dass Edmund Weiss, Professor für Astronomie an der Universität Wien, als erster Astronom einen Zusammenhang zwischen periodischen Beobachtungen von starken Sternschnuppenfällen mit dem verschwundenen Kometen hergestellt hat. 1872 konnte diese Annahme bestätigt werden. Der im Brief erwähnte Artikel Littrows in der Wiener Zeitung vom 30. November ist diesem Ereignis und seiner Vorgeschichte gewidmet. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf und einer hs. Empfangsbestätigung vom 5. II. 1873.‎

‎Lott, Franz Karl, Philosoph (1807-1874).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 26. I. 1861.‎

‎3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Philosophen Robert von Zimmermann (1824-98) bezüglich seiner Berufung an die Universität Wien und mit einigen persönlichen Anmerkungen zu früheren Kollegen: "Heute endl. ist mir Ihr Anstellungs- resp: Übersetzungs-Decret zugekommen! So lange Zeit brauchte d. Minister zur Erledigg unseres Briefes Antrags v. Anfange des vorigen Sommersamstages! Zwar hofft ich, zwei Prager (nebst Ihnen näml. auch Volkmann) oder Spezial-Collegen zu begrueßen, - u. meine Hoffung war vollständig begründet, wenn nicht V's Wiederstand selbst diese Hoffung vereitelt hätte. Daß nun die 3te Professur der Philos. noch offen bleibt, wiegt jetzt weit weniger als im vorigen Jahre, da sich die Aussichten später auch diese in vorzügl. Weise zu besetzen, wesentl. gebessert haben dürften. [...] Ich bitte sie, darauf, wie auf Fels zu bauen, daß sie meinerseits nicht bloß auf collegiales Benehmen sondern auch auf die lauterste collegiale Gesinnung rechnen können. Ich verspreche mir auf dieser Grundlage Erheiterung u. Veredlung unseres Berufslebens; mit meinen bisherigen Spezial-Collegen war ich, ohne meine Schuld, ohne erquickl. Verhältniß: Lichtenfels kennen Sie selbst, - u. daß Sie Scherer's College nicht sein mußten, dazu werde sie sich vielleicht noch gratuliern wenn Sie Näheren erfahren [...]". - Von alter Sammlerhand notiert: "von [...] Zimmermann erhalten 4/97". Vollständige Transkription auf Anfrage.‎

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