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HAJEK, Egon:
Wanderung unter Sternen. Erlebtes, Erhörtes und Ersonnenes. Umschlag und Einband von Erwin Maier. Mit einem Frontispiz nach einem in der Platte signierten Porträtfoto des Autors.
Widmungsexemplar dieser Autobiographie des aus dem Siebenbürgischen Kronstadt (Bra?ov, Rumänien) gebürtigen evang. Theologen Egon Hajek (1888-1963), Musikschriftsteller und produktiver Literat (u.a. Gedichte, Novellen und Romane). Hajek war 1927 nach Wien übersiedelt, wo er neben der Leitung der Pfarre Währing und der Gründung bzw. Führung der Wiener Bach-Kantorei auf universitärer Ebene auch Musik und evangelische Theologie lehrte. Mit neunzeiliger, signierter und datierter Widmung des Autors auf dem vorderen Vorsatz an den ehemaligen Austrofaschisten, Widerständler gegen die Nazis und hochrangigen ÖVP-Politiker Alois (Lois) Weinberger (1902-61): "Seiner Exzellenz / Herrn Minister a. D. / Alois Weinberger / Vizebürgermeister / ergebenst u. dankbarst / überreicht / vom Verfasser / Egon Hajek / Wien, den 19. XI. 58". – Kosch VII, 164; Sutter, Siebenbürger Sachsen in Österreichs Vergangenheit und Gegenwart, 1976 zit. nach DBA 3.0343.051 (Hajek); Czeike, Historisches Lexikon Wien, Bd. 5, 1997 zit. nach DBA 3.0974.448 (Weinberger).
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[TEGETTHOFF, Wilhelm von]; HARTMANN, Carl:
Die Wunder der Erdrinde. Gemeinfaßliche Darstellung der Geologie und Mineralogie. 2 Aufl. Mit 384 Abb. auf 24 lithograf. Taf.
Zweite Aufl. des zuerst 1838 erschienenen, umfangreichen geologischen und mineralogischen Fachbuchs des deutschen Mineralogen, Hütteningenieurs und Fachschriftstellers Carl Friedrich Alexander Hartmann (1796-1863), im Titel als »Seitenstück« zur 5. Aufl. von Hoffmanns im gleichen Verlag veröffentlichten Handbuch »Die Erde und ihre Bewohner« angekündigt. Die kräftig und sauber lithografierten Tafeln zeigen die Eisschmelze auf Gletschern, Vulkanausbrüche, fossile Funde (Tierknochen, Muscheln, Schnecken), die Krystallographie von Mineralien, Illustrationen zum Behelf der angewandten Geologie für Ackerbau, die Errichtung von Bergwerken, Straßen, Kanälen, Brunnen etc. - Vorliegendes Exemplar stammt ursprünglich aus dem Besitz des Kommandanten der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine, Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff (1827-71). Auf dem vorderen Vorsatz recto befindet sich der mit Tinte geschriebene Namenszug Tegetthoffs, und auch ein Vorbesitzer, ein Neffe von Tegetthoffs Vertrautem Georg Ritter von Leitgeb, weist in einem auf der Innenseite des Vorderdeckels eingeklebten, mit Bleistift verfassten dreiseitigen Brief, der an einen mit diesem Exemplar im Jahr 1906 beschenkten »Herbert« gerichtet ist, auf diesen Umstand hin: »Das Ihnen mit d. Post gesandte Buch hat mein Onkel Oberst Georg v. Leitgeb als ex Kommandant der Marine-Artillerie vom Admiralen Tegetthoff erhalten. Tegetthoff war mit uns. Familie eng befreundet & habe ich das Buch nach dem Tod des Onkels geerbt. Auf der ersten Seite finden Sie den eigenhändigen Namenszug des Admirales.« Oberstleutnant Georg Ritter von Leitgeb war erfolgreicher Kommandant der Strandbatterie bei der italienischen Blockade von Triest (1848) und der Marine-Artillerie bei der Verteidigung von Venedig (1859) gewesen, gehörte später dem Generalstab an, und wurde schließlich von seinem Freund Tegetthoff als Professor für Mathematik und Physik an die Marine-Akademie von Triest bzw. Fiume berufen. - Lederrücken stellenweise gebrochen, abgesplittert und berieben, Einbandeckeln etwas berieben, teils gering stockfleckig, insgesamt gut erhaltenes Exemplar dieses Werks, mit einer militärhistorisch äußerst interessanten Provenienz. - Zimmermann, Franz X.: Otto von Leitgeb. Eine Studie. In: 61. Jahresbericht über das Schuljahr 1910-1911 des Staatsgymnasiums in Görtz. Görtz: Selbstvlg. 1911, Ss. 2-91, hier: S. 9f. (zu Leitgeb).
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WILHELMI, Adolph:
Dmitri Iwanowitsch. Drama.
Erstausgabe, mit eigenhändiger, vierzeiliger, datierter und signierter Widmung des Autors. Höchstwahrscheinlich handelt es sich beim Verfasser um Ludwig Adolph Wilhelmi von Mosbach (1818-96), von 1853-61 großherzoglicher Stadtdirektor von Heidelberg: "To the philosophical child / dedicated by the author. / Baden-Baden. / Sept. 1869." - Hintergelenk geplatzt und am Kopf mit einer kleinen Fehlstelle, Papier gebräunt, sonst sauber. (Copyright Domenico Jacono. Verwendung der Titelaufnahme oder von Teilen daraus nur mit ausdrücklicher Genehmigung.)
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Wieland SCHMIED; Paul ELIASBERG:
Worte für Worte. 1. Tausend. Ausstattung von Horst Heiderhoff. (= Das neueste Gedicht, 8).
Erstausgabe dieses Gedichtbändchens des vor allem als Kunstkritiker namhaften Wieland Schmied, mit einer datierten und signierten Widmung des Autors an den 1983 verstorbenen, deutschfranzösischen Grafiker Paul Eliasberg, dessen Arbeiten Schmied immer wieder essayistisch begleitete (z. B. Radierungsfolge “Weg ins Ungewisse”, 1966). - Rücken geringfügig gebräunt, sonst sehr sauberes Exemplar. - Wilpert/Gühring, 2. Aufl., Pos. 13.
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Unleserlich [VERFASSER]; Johann Baptist BOLZA. Freiherr von. Truchsess (vermutl. Finanzbeamter) am Hof Maria Theresias [GEGENZEICHNUNG]:
Schriftstück der K.k. Hofkammer an die Banater Landesadministration betreffend der Bezahlung von Medikamenten für erkrankte Kolonisten. Unterschrift und Gegenzeichnung, Papiersiegel mit blindgeprägtem kaiserlichem Wappen und Adressierung.
Das Temescher Banat war nach der Eroberung durch Habsburgische Truppen unter Führung von Prinz Eugen von Savoyen im Jahr 1718 bis 1778 eine direkt dem Herrscherhaus gehörende Kron- und Kammerdomäne. Das Gebiet wurde von der Banater Landesadministration verwaltet, die in Geldangelegenheiten der Wiener Hofkammer, der zentralen Finanzbehörde der Monarchie, unterstellt war. Kolonisten aus verschiedenen Teilen der Monarchie waren zur Urbarmachung des teils sumpfigen Landstrichs angesiedelt worden. Viele davon erkrankten vor allem an Malaria, weshalb die Sanitätskommission der Banater Landesverwaltung Apotheken einrichten und auf Kosten der Hofkammer Medikamente verabfolgen ließ. Im Hof-Schematismus auf 1773 wird der vorliegendes Schriftstück gegenzeichnende Johann Baptist Freiherr von Bolza als Truchseß aufgeführt. Sein Bruder Johann Peter war seinerzeit einer der höchsten Finanzbeamten des Hofs. - Transkription des Texts: „Von der römisch. Kais. Zu Hungarn und Böheme / Königl. Majestät Erzherzogin zu Österreich u. Ungarn / Allergnädigsten Frauen wegen: dero Temeswarer / Landes Administration hiermit /somit (?) in Gnaden anzuzeigen: / Sie thr… (?) die mittels Berichts von 4 ten Sept.: Einge- / Reichte hier wieder zurückfolgende Aufträge des / Apotheker Praticens zu Temeswar Bernardin (?) Koell / Über die für die erkrankten Kolonisten verabfolgte / Medicamenten in einem Betrag zu 1400 Fl 54 ¼ Kr. Von der / Daruntigen Buchhaltung schon adjustiert worden, so / Mag es hierbey für diesmal freiverblieben haben / Und himmit die Erlaubnis ertheilet, daß der dies- / Fällige Betrag zu: 1400 Fl 54 ¼ Kr. Gehörig gezahlet / Werden möge; Künftig sei aber und dergleichen / Apotheker Conti nicht nur von den daruntigen / Medico einzusehen, und zu verifizieren, sondern auch / Von der dortuntigen Buchhaltung zu adjus- / Tieren, und der dortuntigen bestehenden / Apotheker Tag-Ordnung zur weiteren Einsicht / Und Beurtheilung anher zu senden. … mach / Sie Administrataen sich zu achten, und das nöthige / Zu Verfügen haben wird. Und es verbleiben / Übrigens allerkhöchst gedacht Ihro Majestät / Derselben mit k. k. und erzherzöglichen Gnaden / Wohlgewogen. Signatum Wien unter allerhöchst / Deroselben beygedruckten Secretensiegel den / 3ten Monats Tag Novembris im Siebenzehn- / Hundert drey und Siebzigsten Jahren. / (Unterschrift des Verfassers, unleserlich).“ - Blatt stellenweise mit Wasserflecken und mit leichtem Pilzbefall, einige spätere Besitzervermerk und einem Besitzerstempel (rumän. Privatbibliothek). Insgesamt gut erhaltener Bogen mit hübsch kalligrafierter Initiale und Titelzeile. - K.k. Staats- und Standeskalender auf das Jahr 1773, S. 449; zu Joh. Bapt. Bruder: Artikel „Bolza, Johann Peter Freiherr von“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 116, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bolza,_Johann_Peter_Freiherr_von&oldid=2489841 (Version vom 13. September 2017, 20:55 Uhr UTC)
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Kurt Erich ROTTER; Stephan SZABO (Augarten-Verlag):
Teilnachlass bestehend aus 8 Einheiten: 1 - Album »KER 9« (1978), u.a. mit teils hs. u. ms. Texten, Korrespondenz und Originalfotografien. 2 - Gästebuch (1929-1944). 3, 4 u. 5 - 2 Mappen mit illustrierten bibliophilen Druckproben, davon eine mit orig. Kunstwerk; 1 Mappe mit 3 Urkunden, u.a. über die Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich. 6 - Widmungsexempar des Gedichtbands »Bilder einer Ausstellung« (1973); 7 - 2 Kupferplatten für Visitkarten der Wiener Fa. Huber & Lerner und 8 – 1 Parte des Augarten-Verlags.
Teilnachlass des österreichischen Lyrikers, Romanciers und Erzählers Kurt Erich Rotter (1907 Hadersdorf – 1979 Wien), dessen erster Lyrikband 1926 erschien, und der in 45jähriger Kooperation mit dem Wiener Augarten-Verlag von Stephan Szabo insgesamt „12 Gedichtbände, 2 Romane und 2 Bände Aphorismen“ (Parte) herausgebracht hat. Rotter fungierte von 1932-38 auch als königl. rumänischer Honorar-Vizekonsul für Kunst- und Literaturagenden und bekleidete einen führenden Posten in der Wiener Handelskammer. Er erhielt u.a. das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich, war Mitglied des Lazarusordens und Ehrenmitglied der Accademia Tiberiana in Rom. Inhalt: 1. Album »KER 9« mit eigenen hs., ms., sowie gedruckten (und als Ausschnitte montierten) Texten (darunter auch visuelle Poesie), sowie meist an K.E.R. adressierte Korrespondenz (Briefe (u.a. von den Autoren Ernst R. Hauschka, Emmerich Lang, Emil Lerperger, Walter Lobenstein, Hermann Kuprian, Hans Margolius, Fernand Muller, H. B. Schiff, Rupert Schützbach und Josef Viktor Stummer, den Germanisten Joachim W. Storck (Dt. Literaturarchiv) und Friedrich Jenaczek (Weinheber-Forscher), von Repräsentanten des Lazaristenordens wie Helmut Kastl oder dem Herzog von Brissac, Geistlichen wie der Benediktiner-Abt Albert Bruckmayr, Theologen Georges Gharib, sowie dem damaligen österr. Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger), weiters Post-, Ansichts-, Glückwunschkarten (u.a. v. Herbert von Karajan), Einladungen, Programmen etc.), zudem Originalfotografien und Zeitungsausschnitten (meist mit Rezensionen über Rotters Publikationen). 2. Gästebuch der „Familie Walter Otto Rotter“ 1929-1944 mit hs. Einträgen (darunter zahlreichen von Personen mit rumänischen Namen) auf 52 Seiten, und zusätzlich mit 3 montierten Tuschzeichnungen von Stefan Hasenberger. 3. Mappe aus Kunstleder, beinhaltend drei mittels Kordel eingebundene Bögen hochgrammatigen Papiers, darauf gedruckt das Gedicht „Wußten wir nicht schon damals“, daneben montiert eine Ölkreidezeichnung signiert E. M. 76 mit Widmung des Künstlers. 4. Mappe beinhaltend einen mittels Kordel eingebundenen Bogen hochgrammatigen Papiers, darauf gedruckt das Gedicht „Via Appia Antiqua“, daneben montiert die Abb. auf Maschinbütten einer Tuschzeichnung von Hedwig zum Tobel. 5. Mappe mit dem österreichischen Bundesadler, darin 3 Urkunden: a) Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich (1974); b) Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (1977); c) Urkunden des Lazaristenordens (1978). 6. Widmungsexemplar des Gedichtbands »Bilder einer Ausstellung« (1973), mit dem Namenszug des Autors und der Datierung „Ostern 1973“. 7. 2 Kupferplatten für Visitkarten der Wiener Fa. Huber & Lerner, in der originalen, bedruckten Verpackung und Schatulle. 8. Faltblatt mit Parte des Augarten-Verlags, auf der Vorderseite eine Abb. eines Fotos des lesenden Autors. - Weitere Teiles des Nachlasses von Kurt Erich Rotter liegt im Deutschen Literaturarchiv und in der Sammlung von Handschriften und alten Drucken der Österreichischen Nationalbibliothek. - Quellen: Giebisch/Gugitz, S. 341 und diverse Dokumente aus dem vorliegenden Teilnachlass.
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[ERNST VON HABSBURG, Erzherzog von Österreich]:
[RECHNUNG DER KONDITOREI GERSTNER, Stock im Eisenplatz 7, über die Lieferung von Konditorware].
Originalrechnung der Nobelkonditorei Gerstner für eine vorösterliche Bestellung von „S. k.k. Hoheit Herr Erzherzog Ernst“ über die Lieferung von einem „Strohei“, einer „Schachtel Bonbons“, sowie einer „Schüssel mit Eier u. Confect“ im März 1866, von der Buchhaltung des Unternehmens mit 4. April 1866 „dankend saldiert“. Die Rechnung ist mit einer aufgeklebten Gebührenmarke im Wert von 5 Kreuzern ausgefertigt. - Erzherzog Ernst von Österreich (1824-1899), Militär und zuletzt Feldmarschall-Leutnant der österreichischen Armee, zog nur wenige Wochen nach dem Genuß des hier fakturierten Gerstnerschen Konfekts in seinen letzten Krieg. Nach der Niederlage gegen Preussen in der Schlacht von Königgrätz (3. Juli 1866) hochdekoriert in den Ruhestand versetzt. Diesen verbrachte er zum Teil im Kreise der Familie seines Bruders Erzherzog Rainer, in dessen Kanzlei im heute noch stehenden Wiedener Stadtpalais vorliegende Rechnung offenbar behalten wurde. - Die von Anton und Barbara Gerstner am Standort Stock-im-Eisen-Platz Nr. 7 (dem heutigen Haas-Haus) 1847 gegründete Zuckerbäckerei wurde vor allem durch ihre naturgetreuen Nachbildungen von Obst aus Tragant schnell ein Begriff und belieferte schon in den ersten Jahren ihres Bestehens den nahegelegenen kaiserlichen Hof. In den 1860er-Jahren, als auch vorliegende Rechnung ausgestellt wurde, nahm die Firma einen nachhaltigen Aufschwung, wurde 1867 bei der Pariser Weltausstellung prämiert und übernahm 1869 das Buffet des Hofoperntheaters. 1873 durfte Gerstner den Kaiserpavillon bei der Wiener Weltausstellung kulinarisch betreuen und wurde damit zum ersten Caterer Österreichs; überdies erfolgte die Nobilitierung zum „K u. k. Hoflieferanten“. - Provenienz: Karl Novotny, Kanzleioffizial von Erzherzog Rainer. - Das zwei Mal längs- und ein Mal quergefaltete Blatt mit einigen kleinen Randeinrissen und minimalen Fehlstellen, das Papier etwas gebräunt, sonst gut erhalten. - ADB, Bd. 48 (1904), S. 402–403 (Ernst v. Österreich).
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[ERNST VON HABSBURG, Erzherzog von Österreich]:
[RECHNUNG DER LEDER & BRONZE-GALANTERIE-WAAREN-FABRIK, Neubau, Andreasgasse Nr. 6, über die Lieferung von Galanteriewaren].
Originalrechnung des Edelgalanteristen August Klein an „Sr. Kaiserl. Hoheit Herrn Erzherzog Ernst“ über die Lieferung von „1 Uhr mit Turquas [?], 1 Spinnenschale“ und „1 Dolch Handschnellknöpfler“, vom Firmeninhaber mit 22. Jänner 1867 gegengezeichnet. Die Rechnung ist mit einer aufgeklebten Gebührenmarke im Wert von 5 Kreuzern ausgefertigt. - Erzherzog Ernst von Österreich (1824-1899), Militär und zuletzt Feldmarschall-Leutnant der österreichischen Armee, hatte nur einige Monate vor dem hier fakturierten Einkauf edler Accessoires in Königgrätz (3. Juli 1866) seinen letzten Kriegseinsatz für die österreichische Armee und wurde 1867 hochdekoriert in den Ruhestand versetzt. Diesen verbrachte er zum Teil im Kreise der Familie seines Bruders Erzherzog Rainer, in dessen Kanzlei im heute noch stehenden Wiedener Stadtpalais vorliegende Rechnung offenbar behalten wurde. - Die vom gelernten Buchbinder August Klein seit 1847 in Wien gegründete Erzeugung von hochwertigen Galanteriewaren aus Bronze, Holz und insbesondere aus Leder mit kunstgewerblichen und modischem Anspruch entwickelte sich ab den 1850er-Jahren zu einer Firma von Weltgeltung und erfreute sich vor allem bei den Vertretern betucher Adelshäuser großer Beliebtheit. Spätestens seit 1866, als vorliegende Rechung für Erzherzog Ernst ausgestellt wurde, durfte sich Klein bereits „K.k.Hoflieferant“ nennen, und belieferte er in der Folge u.a. auch das französische, sächsische und bayerische Herrscherhaus. Neben der bis zu 300 Mitarbeiter beschäftigenden Fabrik in der Neubauer Vorstadt betrieb Klein am Graben ein Stadtgeschäft und außerdem Filialen in Berlin, London, Paris und St. Petersburg. 1881 folgte seine Nobilitierung zum Ritter von Ehrenwalten. - Provenienz: Karl Novotny, ehemaliger Kanzleioffizial von Erzherzog Rainer. - Das längs- und quergefaltete Blatt mit einigen kleinen Randeinrissen, rückseitig am rechten Rand mit säurehaltigem Klebenband konsolidiert, das Papier etwas gebräunt, sonst gut erhalten. - ADB, Bd. 48 (1904), S. 402–403 (Ernst v. Österreich); ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 386 und Wurzbach, Bd. 12 (1864), S. 57 (Klein).
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Johann Joseph Wenzel RADETZKY von Radetz (1766-1858), Feldmarschall und Generalgouverneur von Lombardo-Venetien:
Fünfteiliges Konvolut mit 4 eigenhändigen Dienstschreiben an Franz Edlern von Stock, Sektionsrat im K.k. Kriegsministerium und hoher Militärverpflegungsbeamter. Eigenhändige Unterschriften, Orts- und Datumsangaben, sowie Adressierungen, zwei der Briefe auf Briefpapier mit dem Blindstempel „Feldmarschall Graf Radetzky“. (5) „Il dolce far niente.“ Handschriftliches Gedicht in Versen.
Joseph Wenzel Graf Radetzky, der wohl bedeutendste österreichische Heerführer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war ab 1831 Oberbefehlshaber der österreichischen Armee im Königreich Lombardo-Venetien, wo er 1848/49 die im Sog der Märzrevolutionen sich gegen die österreichische Vorherrschaft erhebende italienische Unabhängigkeitsbewegung niederschlug. Bis zu seinem Tod im Jahr 1857 blieb er auch Generalgouverneur und lenkte aus Mailand und später Verona auch die militärische Verwaltung des Gebietes. In dieser Funktion verfasste er die hier vorliegenden 4 Dienstbriefe an Franz Edlern von Stock, in den Jahren 1848 bis 1851 dortselbst als »Militär-Verpflegs-Verwalter« bzw. nach seiner Beförderung als leitender Referent der Abteilung für Verpflegung im K. k. Landes-Militär-Kommando tätig. In den Briefen behandelt Radetzky (1) die Auszeichnung Stocks mit der „Civil-Verdienst Medaille“, (2) dessen Beförderung zum Sektionsrat und »Verpflegs-Oberverwalter« und (3) eine Gehaltsaufbesserung um ein „Quartiergeld von jährlichen Vierhundert Gulden“. Ausserdem forderte er Stock (4) dazu auf, seine adelige Abstammung zu belegen, widrigenfalls die „Leibehaltung" einer Kutsche, die der Familie Stock zur Verfügung stand, aufgekündigt werden müsse. – Darüber hinaus liegt dem Konvolut (5) ein in undatiertes und -signiertes Mundartgedicht in Versen mit dem italienischen Titel „Il dolce far niente“, indem ein lern- und arbeitsunwilliger junger Mann als lyrisches Ich seine Freude am Nichtstun bzw. an Wein, Weib und Gesang bekennt. Das Gedicht ist in anderer Hand abgefasst. – Erhaltung: Die Bögen stellenweise mit kleinen Randeinrissen und und gering fleckig, letzte Seite von Brief [3] mit kurzen, datierten (1852 – 1857) Notizen. – Literatur: Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthums, Jg. 1848, S. 484, Jg. 1850, S. 31 und S. 598.
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Adolf LOOS:
INS LEERE GESPROCHEN 1897-1900. [Author's presentation copy inscribed to Eva Steiner (Benesch)].
Author's presentation copy for Eva Steiner of Adolf Loos' seminal collected essays on architecture and life style. – Inscription, Provenance: Present copy of the first edition and first imprint of »Ins Leere gesprochen« (Spoken into the Void), a collection of essays and critical reviews by Adolf Loos (1870-1923), the influential pioneer of modern architecture and life style, bears a signed presentation inscription with black ink by the author's hand, reading: „Meiner lieben Freundin / Eva Steiner / Weihnachten 1921 / Adolf Loos“ (To my dear friend / Eva Steiner / Christmas 1921 / Adolf Loos) on the free endpaper recto. Eva Steiner (1905-83) was the daughter of artist Lilly Steiner and entrepreneur Hugo Steiner, whose celebrated »Haus Steiner« in Vienna, one of the first completely modern dwellings worldwide and important meeting point for Vienna modernists in architecture, literature, music and visual arts, had been designed and constructed by Loos in 1910. In 1934 Eva Steiner married Otto Benesch (1896-1964), a distinguished art historian, early patron of Schiele. Branded a „half-jew“ after the »Nuremberg Laws«, Eva had to flee the Nazis to France, Britain and finally the U.S., together with her husband Otto, who taught at Harvard and Yale. Back in Vienna, Otto Benesch became director of the Albertina Museum, a position he held until 1961. Over all his career Eva Benesch contributed heavily to her husband's publishing, and not only managed but also revised his intellectual bequest and collections for two decades. Stamp of „Nachlass Otto und Eva Benesch“ (Otto and Eva Benesch estate) with the stamped remark „unveräusserlich unentlehnbar“ (not for sale, not borrowable) on front paste down. – Content, Edition: Present texts were originally published in 1898 in the Vienna newspaper »Neue Freie Presse«. Because of Loos' radical criticism of the highly decorative style of the Vienna Secession it took until 1921 for them to be published. Present first imprint of the book had a print run of only 100 copies. – Condition: Top edge with minor stains, pictorial owner's stamp on title page, otherwise fine indeed. – Rarity: Autographs of Loos are of extreme rarity. JAP/APO and RBH mention only 2 of them for the last ca. 30 years at auction (207,2008).
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