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‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 27. IV. 1951, Gr.-8°. (22 x 14 cm). 2 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An seine Cousine Steffi Glaser (Schwester von Willy Brod) in Montreal: "[...] Mein Buch kann ich Dir leider nicht senden, da ich von den früher erschienenen Werken keine Duplikate besitze. Aber bei meinem demnächst erscheinenden Buch will ich gern an dich denken. Es wird der Roman 'Der Meister' sein, der jetzt englisch gedruckt wird und, wie ich hoffe, im Spätherbst erscheint. Held des Buches ist Jeshua (Jesus von Nazareth), Du wirst wohl aus meiner Darstellung sehen, daß meine Weltschau sich in manchen Punkten mit der Deinen berührt. Noch näher aber stehe ich einem Buche, daß ich in letzter Zeit gefunden habe: es ist 'Der philosophische Glaube' von Karl Jaspers [...] Es ist ein ungemein klares, gehaltvolles, dabei kurzes Buch [...] Jedenfalls hast Du (meiner Meinung nach) vollkommen recht, wenn Du schreibst, daß die Menschen sehr 'schlampig' sind und das Wichtigste versäumen, wenn sie nicht an Gott glauben. Es ist das A und das O. Mein Leben lang habe ich von nichts anderem geschrieben. Der Wege sind viele. Man muß einander zu verstehen suchen [...]" Über eine Vortragsreise in die Schweiz.‎

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‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 26. XII. 1950, Gr.-8° (22 x 14 cm). 3 1/2 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London über dessen Essay "Kafka's friend, Max Brod: The work of a mediator" (in: German Life and Letters, vol. IV/1, Oct. 1950, p. 46-50): "Vor einigen Tagen brachte mir die Post Ihren Artikel, die Sonderdrucke, Ihren Brief und eine Postkarte - auch für einen früheren Brief habe ich zu danken. Vor allem aber für den warmherzigen Ton Ihrer Würdigung. - Vor allem macht es mich glücklich, daß Sie das Leitmotiv der Liebe in meinen Werken hervorgehoben haben. Und die Figur der Maria Celeste! Ich glaube, daß ich ihr nun im Jesusroman, in einer reinen Frauengestalt (Shoshana), ein würdiges Gegenstück gegeben habe. Der Roman ist zur Hälfte bereits übersetzt. Ich nehme an, daß er Mitte 1951 herauskommt (- wenn wir dann noch leben und atmen -); und dann wird wohl auch der ehrenwerte Mister [Alan] Pryce-Jones [1908-2000] eine etwas andere Haltung mir gegenüber einnehmen. Unsere Zeit ist geblendet vom Begriff des Stars - der Prominenz -; kein Wunder, daß meine Wenigkeit, deren Lehre letzten Endes auf ein großes Verzichten hinausläuft, nicht im Scheinwerferlicht der Rampe steht. Diese Lehre vom Verzicht, die ich in 'Diesseits und Jenseits', auch in 'Unambo' genauer entwickelt habe, hätte ich noch gern in ihrem Essay dargelegt gefunden. Wesentlich ist, daß die besondere Art von Verzicht, die ich lehre, nichts mit Askese, nichts mit Entsagung zu tun hat, - sondern aus Lebensfreude hervorgeht und eine echte geistige Freude ohne Fäulniskeime vermitteln will. Hierin sehe ich meine jüdische Sendung -, im Gegensatz zum christlich gefärbten Nihilismus und Pessimismus (Eliot) und zum Existenzialismus unserer Tage. In Hinblick auf meine Kafka-Deutung haben Sie das ja dankenswerterweise hervorgehoben, für diese klaren Worte schulde ich Ihnen besonderen Dank. - Eine einzige wirkliche Lücke finde ich in Ihrer Darstellung: Sie erwähnen nicht meine prinzipielle Unterscheidung von 'edlem' und 'unedlem' Unglück, die, würde sie bekannter sein, manche Konfusion ideologischer, auch politischer Art ins Reine bringen würde [...] Nachtrag: Ich bekam einen Brief von meinem in London lebenden Neffen, der für mich wie ein Sohn ist [...] Er schreibt mir, daß er (ohne mich vorher irgendwie zu fragen) bei Allen Price-Jones war - er wußte gar nicht, daß dieser das literarische Supplement der Times redigiert [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57078

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 10. II. (1951), Gr.-8°. (22 x 14 cm). 2 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An seine Cousine Steffi Glaser (Schwester von Willy Brod) in Montreal: "[...] Wenn man über Gott nachdenkt, so muß man sich erst klar darüber sein, was man unter diesem Begriff denkt. Das Wort hat viele verschiedene Bedeutungen. Einen alten Herrn mit weißem Bart, der auf einer Wolke sitzt, - auch das nennt man ja manchmal 'Gott', obwohl es nur Kitsch ist. - Wenn du dich ernstlich mit dieser Frage befassen willst, so lies einmal die einschlägigen Kapitel des Buches 'Scientific theory and Religion' von Ernest William Barnes [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57137

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 19. IX. 1952, Fol. (31 x 21 cm). 2 Seiten. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Finanziell wird es für mich auch hier von Monat zu Monat schwerer, mich zu behaupten, den Kampf gegen die steigenden Preise und sinkenden Einnahmen zu bestehen. Aber ich hoffe, daß sich nach diesem 'Flaschenhals', durch den ich nun mal hindurchmuß, auch für mich wieder mal eine Flaschenbreite auftun wird, - in die ich dann zuletzt endgiltig hineinplumpsen muß; hoffentlich ist es dann nicht etwa Tinte, sondern ein neues Leben. - An Willy Haas sandte ich aufgrund ihres Briefes Glückwünsche für Cardiff. Seine Antwort war melancholisch. Es liegt eine Verwechslung vor, Haas ist es gar nicht, sondern ein deutscher Professor gleichen Namens aus Köln [...] Das Stück von Christopher Fry ist herrlich, aber nicht für die 'Habimah', da es sich von unserer Tradition zu weit entfernt. Unser Theaterpublikum ist durchaus nicht traditionell eingestellt, die Orthodoxen gehen ja nicht ins Theater, - aber auch die 'Freien' wollen die biblischen Figuren im gewohnten Licht sehen. Ich habe das selbst mit meinem 'König Schaul' erlebt, den das Theater abgelehnt hat! [...] Nun die Hauptsache für mich: der 'Meister' ist in deutscher Sprache erschienen - und ich hoffe, daß er Ihnen zugegangen ist? Das Nachwort ist neu. Auch über das Sprachliche hätte ich gern Ihr Urteil [...] Wenn sie über das Buch bei Dr. Friedrich (der mir sehr gut gesinnt ist) nochmals schreiben können, wäre ich glücklich! [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57082

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 26. XII. 1952, Fol. (31 x 21 cm). 2 Seiten. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London mit Empfehlungen für dessen weiteren beruflichen Werdegang auf einer maschinenschriftlichen Kopie eines Briefes an Senhouse bei "Secker and Warburg": "[...] Meine Kafka-Biographie erscheint im Frühling 1953 bei S. Fischer (Frankfurt am Main) in neuer Auflage. Sie wird ein neues Kapitel erhalten, in dem ich viele bisher unbekannte Tatsachen aus Kafkas Leben zum erstenmal veröffentliche. Unter anderem bringe ich auch acht unpublizierte Briefe von Milena an mich, die von Kafka handeln und ungeahnte Aufschlüsse über sein Seelenleben geben werden [...]" Außer der Verbindung zu Senhouse empfiehlt Brod, Weltmann solle Kontakt zu Julius Gellner bei der BBC, Joseph Leftwich und Max Tau aufzunehmen.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57084

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, ca. April 1954, Gr.-8° (20,5 x 14,5 cm). 2 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Ihr Gollanczbuch ist eingelangt. Ich kann es aber nicht lesen, ehe ich meinen Cicero-Roman beendigt habe. Also noch zwei bis drei Monate. Hinein geguckt aber habe ich schon und sehr merkwürdige ungewöhnliche Stellen gefunden. Dank! Hoffentlich knüpfen sich für Sie recht angenehme Folgen an diese Übersetzung [...] Was sie sonst schreiben, ist interessant. Aber ich habe eben den 'Claudius' von Gr[aves] gelesen - und das so berühmte Buch hat mich doch sehr enttäuscht. Was Sie über Gollancz als Menschen schreiben, betrübt mich. Aber solches sich-nicht-Decken von Mensch und Doktrin kann man ('Ach wir Armen') immer wieder erleben, und Cicero ist ja geradezu ein Schulfall dafür [...] Sie erhalten dieser Tage vom S. Fischer Verlag die um viele Kapitel vermehrte, revidierte Neuauflage meiner Kafka-Biografie."‎

Referentie van de boekhandelaar : 57089

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 12. IV. 1950, Gr.-8° (22 x 14 cm). 4 Seiten.Doppelblatt.‎

‎Langer philosophischer Brief an den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Ehrgeizig bin ich nicht und habe mich in den letzten Jahren dazu erzogen, nur in der Arbeit selbst, in den schöpferischen Stunden das Erstrebenswerte zu sehen. Wie kann man eigentlich, wenn man solcher Stunden teilhaft geworden ist, auch noch den Dank der Welt, Belohnung irgendwelcher Art, Ruhm etc. verlangen? Das ist die Theorie - und wenn der Geist über mir und in mir ist, dann will und brauche ich auch nichts anderes. Aber es gibt das 'Intermittierende', wie ich es in 'Diesseits und Jenseits' beschrieben habe, - da schnappt man wie der Fisch auf dem Trockenen [...] Ich glaube, daß meine Unterscheidung von 'edlen' und 'unedlem Glück' eine fundamentale Entdeckung ist, die sich, lange nachdem ich nicht mehr leben werde, zum Nutzen der armen irrenden Menschheit noch folgenreich bewähren wird. Ich tröste mich damit, daß auch Spinozas 'Ethik', als er starb, noch völlig unbekannt, ja ungedruckt war ... Kennen Sie übrigens mein kleines Buch 'Das Diesseitswunder', das kürzlich in Deutschland neu erschienen ist? Auf 100 Seiten habe ich da meine ganze Philosophie und meine politischen Überzeugungen zusammengefaßt, - bis auf jene weiteren Erkenntnisse, die ich dann erst, als ich an 'Diesseits und Jenseits' schrieb, sichten konnte [... über Irrtümer von Alan Pryce-Jones ...] so zum Beispiel, daß Kafka jünger war als ich [...] oder daß Kafka von einer ganzen Kompagnie ediert wird (faktisch ich allein) oder daß ich 'forgotten' bin, außer in meiner Heimat (welche meint er? die Tschechoslowakei oder das deutsche Sprachgebiet oder meine wirkliche Heimat Israel?), faktisch erscheint gerade jetzt zu Ostern mein 'Tycho Brache' in der Schweiz im 105. Tausend [...] gleichzeitig erscheint mein zweites Kafkabuch 'La foi de Franz Kafka' und mein 'Reubeni' in Paris. Also einige Lebenszeichen gibt der vergessene Autor doch noch von sich [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57146

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 15. II. 1953, Fol. (31 x 21 cm). 2 Seiten. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Von Christopher Fry habe ich keine Antwort. Es ist seltsam, daß oft gerade Autoren, die in ihren Werken das Große, Edle verherrlichen und auf schöne Art zu verherrlichen wissen, im praktischen Leben so viel dazu fehlt, sich human zu erweisen [...] Mit Dr. Julius Gellner vom BBC, der jetzt bei uns (Habimah) 'Lost in the stars' inszeniert, habe ich über Sie gerade vorgestern gesprochen [...] Was mich anbelangt, so versinke ich in Vorstudien zu einer Erzählung Cicero-Atticus. Es ist auch möglich, daß ich Ende März nach Zürich fahre, wo meine Dramatisierung von Kafkas 'Schloß' ihre Uraufführung erleben soll [...] Es ist mir sehr lieb, daß Sie für die 'Liter[arische] Welt' einen Artikel über einige Bücher von mir schreiben. Es gibt weite Kreise in Deutschland, die sehr wenig über mich wissen. Die beiden Manessebücher sind in ganz enthusiastischer Weise jetzt in der Schweiz, auch in einigen großen deutschen Blättern rezensiert worden. Solch eine einmütig gute Presse habe ich schon lange, vielleicht seit dem Tycho Brahe nicht gehabt."‎

Referentie van de boekhandelaar : 57085

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 3. IX. 1950, Gr.-8° (22 x 14 cm). 4 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London mit Dank für einen Brief und Ausschnitte aus dem "Listener": "[...] ich glaube, nach der Schrift der Adresse richtig erkannt zu haben, daß Sie der feinsinnige Absender dieser interessanten Kulturberichte sind. Vielen Dank! Den Brief hätte ich längst beantwortet, aber die Schlußkapitel meines Romans 'Der Meister' nahmen mir allen Atem. Nun ist die Arbeit in den Grundzügen getan, nur die letzte Hand ist noch anzulegen. Das will ich in dem kurzen Urlaub (Jerusalems Höhenluft) besorgen, den ich heute antrete. Zehn Tage im lieblichen Hügelland von Nazaret haben meine Erholung bereits gut gefördert. Ich glaube, wenn durch nichts anderes so wird sich meine Darstellung der Jesus-Ereignisse durch den genius loci, die getreue Versenkung in die Landschaft hervorheben. Sie schreiben in Ihrem Brief über 'philologische' Vergleichung des Diesseitswunders, wohl mit meinen anderen religionsphilosophischen Werken [...] Das 'Diesseitswunder' hat überdies von einer Seite, von der ich es kaum erwartet hätte, eine sehr liebevolle Besprechung erfahren - Roy T. House schrieb über das Buch in 'The Christian Century' [...] Es scheint mir wirklich das 'unum necessarium', der deutschen Jugend den Weg aus dem Hitler-Sumpf zu erleichtern, wenn man Mitteleuropa nicht preisgeben will. Über meinen Jesus-Roman in deutscher Sprache wird allerdings mein Agent von New York verfügen [...] Über die vier Gedichte von mir, die Sie erwähnen, wollen Sie, bitte, nach ihrem Ermessen für 'Open Gate' oder 'German Life and Letters' verfügen. - Ein Honorar 'would be appreciated', wie ihr Engländer so schön sagt. Natürlich würde ich mich sehr freuen, bald Ihren Essay über mich zu lesen. - Ich danke für Ihre Hinweise. In 'King Jesus' von Graves habe ich ein wenig geblättert, doch ohne rechte Befriedigung [...] lassen Sie bald hören, wie es Ihnen geht! [...]" - Knickfalten.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57077

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 27. XI. 1952, Fol. (31 x 21 cm). 2 Seiten. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Bitte, tun Sie auf keinen Fall nichts so Unbesonnenes, geben Sie sich nicht der Verzweiflung hin und suchen Sie, dem Schicksal tapfer entgegenzuwirken [...] Ich schreibe soeben einen Brief an meinen Freund Max Tau [...], der in Deutschland großen Einfluß hat und den ich als aktiv-guten Menschen kenne. Ich ersuche ihn, etwas für Sie zu tun, im deutschen Verlags- und Rundfunkwesen, wo man doch solche einzigartig ausgebildete Kräfte wie Sie benötigt [...] Vorläufig werden Sie doch eine Weile durch Mitarbeit an Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland wie 'Neue Zeitung' leben können, wenn auch nicht leicht [...] Von Christopher Fry erhielt ich ein paar nette Zeilen; danke Ihnen, daß Sie diese Verbindung angeknüpft haben [...] Geben Sie den bösen Mächten dieser Welt nicht den Sieg frei, ich beschwöre sie darum. Bleiben Sie mannhaft! [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57083

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 28. II. 1951, Gr.-8° (22 x 14 cm). 2 Seiten. Absenderstempel.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "Fünfzig Jahre - das ist eine solch jugendliche Ziffer, daß ich gar nicht extra gratuliert habe, einer solchen Kleinigkeit an Lebensbewältigung gegenüber. Aber wir haben in diesen Jahren so viel durchgemacht, lieber Freund, daß man die Sache doch irgendwie ernst nehmen und sogar doppelt gratulieren muß. Mein dritter Wunsch lautet bei dieser Gelegenheit nach guter altjüdischer Sitte: 'Es wachse deine Kraft'! Denn es scheint, daß das Schicksal noch allerlei Nicht-Ungewichtiges für uns in petto hat [...] Von mir ist nur zu erzählen, daß mein Roman 'Der Meister' in New York bereits in Satz ist und vielleicht früher erscheint, als ich dachte. Doch man muß mit der Ungewißheit unserer Zeit rechnen [...] Ein kleines Buch 'Der Weg der Musik in Israel', das ich eben fertiggestellt habe, erscheint Deutsch und Englisch. Ich sende es Ihnen dann. Haben Sie meinen Essay über Flaubert im Dezemberheft der 'Neuen Rundschau' gesehen? [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57079

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 20. X. 1951, Gr.-8° (22 x 14 cm). 4 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenh. Umschlag.‎

‎An seine Cousine Steffi Glaser (Schwester von Willy Brod) in London, mit vielen Beispielen aus der Heiligen Schrift: "[...] Nein, die Propheten haben nicht gelogen, aber die Sprache, in der sie sich unter dem Anhauch der Inspiration ausgedrückt haben, diese herrliche Sprache, die man erst dann so richtig versteht und genießt, wenn man das hebräische Original liest: diese Sprache war bildlich, metaphorisch. - Daß eine Jungfrau gebären wird, ist ein dichterisch umschreibender Ausdruck für die Tatsache, daß bei Gott nichts unmöglich ist, daß seine Wege nicht unsere Wege sind [...] Zu einem sind die Juden überdies gewiß auserwählt: zum maßlosen Leiden und dazu, in späten späten Tagen, die wir nicht mehr erleben werden, die anderen Völker dadurch, daß wir Juden leiden, zur Erkenntnis des Guten zu erlösen [...] Mein Buch über Israel-Musik habe ich vor ein paar Tagen an Dich abgesandt. Leider habe ich sehr wenig Zeit, muß um des lieben täglichen Brotes willen viel Handwerksarbeit verrichten. Ich kann Dir daher nur ganz selten einmal solch einen ausführlicheren Brief schreiben [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57145

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 11. VIII. 1953, Fol. (31 x 21 cm). 1 Seite. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Ja, ich trete nächste Woche einen Europaurlaub an, den ich, von unmenschlicher Hitze der letzten Monate ausgedörrt, zu innerer Bewässerung schon dringend nötig habe. Ich werde in Gastein, Salzburg sein, habe Vorlesungen in Wien und Zürich, vielleicht werden Sie auch am Radio Beromünster meine Komposition 'Requiem Hebraicum' hören. In Zürich wird mein Kafka-Schloß aufgeführt. Über London höre ich noch nichts [...] Daß ich mitten in Vorstudien für einen 'Cicero' plantsche, das schwankend unsichere, fast haltlose Gewächs vor Augen, das aber doch (vor allem in der Todesstunde) einer neuen Humanität entgegenwuchs: habe ich Ihnen als meinem Kontubernalen wohl schon geschrieben [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57087

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Brief mit U.‎

‎o.J. Prag, 12. V. 1912, Gr.-8° (21,5 x 14 cm). 1 Seite. Doppelblatt.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "[...] Ich gestatte mir, Sie auf meinem neuen Roman 'Arnold Beer, das Schicksal eines Juden', der Ihnen dieser Tage zugegangen ist, aufmerksam zu machen. - Mir liegt gerade an diesem intimen Werk sehr viel und ich würde mich Ihrer Zustimmung diesmal ganz besonders freuen [...]" - Leicht knittrig.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57111

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 4. III. 1909, 9 x 14 cm. 2 Seiten. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "[...] meine beiden neuen Bücher (Ein tschech. Dienstmädchen und Laforgue) kommen in den nächsten Tagen zu Ihnen und möchten gern durchgeblättert sein. 'Das Dienstmädchen' ist nicht gegen die Tschechen, und nicht für die Tschechen, sondern, wofern ein Roman überhaupt eine Tendenz haben kann, für die Versöhnung zwischen den Nationen geschrieben. Wir haben dieses Thema ja mündlich oft besprochen (leider jetzt schon so lange nicht) und so hoffe ich, daß Ihnen das Buch bald vertraut sein wird. - Ich bin auf Ihr Urteil sehr sehr gespannt, das wissen Sie seit jeher. Noch mitteilen möchte ich Ihnen, im Vertrauen darauf, daß es Sie interessiert, daß ich Glück gehabt habe und zur Post gekommen bin, gloria in excelsio! [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57118

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 28. VII. 1910, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag: "ich freue mich sehr auf ein Zusammenarbeiten mit der literar[ischen] Sektion im Winter. Leider weiß ich nicht, ob ich Sie werde besuchen können. Meine Zeit reicht eben zu gar nichts aus [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57128

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 17. XI. 1910, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "Ihre lieben Zeilen [...] haben mich unendlich erfreut. Schönsten Dank dafür! Ich hoffe Sie bei meiner Vorlesung bestimmt in Berlin zu sehen. - Auf Freikartenausgabe habe ich leider keinen Einfluß. Aber ich habe Sie in meiner Liste angegeben [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57122

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 20. IV. 1912, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag mit der Absage eines "Fife o'clock" (so!): "Arnold Beer ist noch nicht erschienen [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57129

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 2. XII. 1912, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag mit einem Besuchswunsch: "[...] Ich habe noch etwas Wichtiges wegen meiner Vorlesung dringend mit Ihnen zu besprechen [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57131

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 20. IX. 1913, 9 x 14 cm. 2 Seiten. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag: "[...] Ich erhalte eben von Otto Stoessl die Bitte, mich an einer Subskription auf den Nachlaß von S. Lublinski sowohl selbst zu beteiligen als andere dazu zu veranlassen. Es soll bei genügender Interessentenzahl ein Band erscheinen (Dichtung und Kulturfragen), zum Preis von 4 Mark. Bitte teilen Sie mir (ohne den geringsten Zwang!) mit, ob ich Ihren Namen auf die Liste setzen darf. Vielleicht fragen Sie auch bei anderen nach, die in Betracht kämen [...]" - Samuel Lublinskis (1868-1910) "Nachgelassene Schriften" erschienen 1914 in München bei Georg Müller.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57132

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 10. VII. 1912, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin, zurück von einer Weimarreise: "[...] Für Ihre Einladung besten Dank. Ich spitze schon die Feder für ein Recht feines Feuilleton. Und auf Ihren Artikel über den 'Arnold Beer' bin ich schon ganz Spannung [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57123

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 28. X. 1909, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag: "ich hatte die Absicht, Sie diesen Montag zu besuchen. Aber da kommt etwas dazwischen. Ich reise nämlich nächste Woche nach Paris, da bin ich jetzt zu aufgeregt zu Besuchen und zu sehr in meinen Vorbereitungen. Bitte erzählen Sie aber niemandem von dieser Reise. Sie soll aus bestimmtem Grund geheim bleiben! - Am nächsten Feiertag komme ich ganz bestimmt [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57126

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 26. V. 1918, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "Nach reiflichem Erwägen bin ich zum Entschluß gelangt, die von Ihnen freundlichst angebotenen Theaterberichterstatterfunktion nicht anzunehmen [...] Ich denke, es ist Ihnen lieber, wenn sie meine Stellung im Voraus kennen [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57125

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 9. III. 1910, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Willy Haas (1891-1973) in Prag: "natürlich habe ich nichts dagegen, aber sie müßten einen weniger pompösen Titel wählen [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57127

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 29. I. 1910, 9 x 14 cm. 1 Seite. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "der [Prager] Verein 'Frauenfortschritt ist prinzipiell zu dem Vortrage Kraus bereit und hat Ihnen wohl schon in diesem Sinne geschrieben [...] Ich selbst bin leider somit Arbeiten überhäuft, daß ich mich nicht weiter aktiv mit dieser Sache beschäftigen kann, obwohl ich mich sehr für sie interessiere [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57121

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 9. I. 1909, 9 x 14 cm. 2 Seiten. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "[...] ich erhielt vom Observer Ihre Kritik, die also auch noch im Leipziger Tagblatt erschienen ist! Das ist ja eine wichtige Position, so an der Quelle des Buchhandels. Nehmen Sie nochmals meinen besten Dank. Jetzt hab ich schon wirklich fast ganz vergessen, was Sie einst über 'Weg des Verliebten' schrieben! - Bitte erhalten Sie mir Ihre milde Ansicht jetzt; auch über die beiden Bücher, die ich Anfang März herausgebe, bitte ich um Ihr Interesse [...] Im Beruf geht es mir ausdauernd schlecht. Dafür ist mein neuer schöner Roman im 12. Kapitel schon! [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57117

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 30. X. 1909, 9 x 14 cm. 2 Seiten. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin mit Dank für die Kritik im "Tag": "[...] Wenn ich auch gegen manche Spitze darin nicht unempfindlich blieb, so hat sie mich doch im Ganzen sehr gefreut. Namentlich daß Sie den Zusammenhang mit den vorigen Büchern so stark fühlten, habe ich mehr als Lob denn als Tadel aufzufassen mir erlaubt. Das ist sehr eigenmächtig, nicht wahr? [...]" Weiter über Gedichte, etwa ein Sonett an Cleo de Mérode.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57120

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Eigenh. Postkarte mit U.‎

‎o.J. Prag, 28. IX. 1909, 9 x 14 cm. 2 Seiten. Mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Emil Faktor (1876-1942) in Berlin: "[...] Dank für Ihre Seebadgrüße noch aus dem August. Sie schrieben damals, etwas über 'ein tschech. Dienstmädchen' würde im 'Tag' erscheinen. Ist nichts daraus geworden? Indessen wird nächster Tage wieder ein neues Buch von mir zu Ihnen kommen, zwei Novellen, von denen sie eine schon aus der 'Bohemia' kennen [...] Wie sich alles zerstreut! Nur ich hocke noch immer hier an meinem Schreibtisch [...] Sie fragten damals, was ich jetzt arbeite. Einen riesigen Roman schon seit 1 1/2 Jahren, der mir viel Arbeit gibt und 'Die tausend Vergnügungen' heißen wird. Er wird wohl erst 1911 fertig werden."‎

Referentie van de boekhandelaar : 57119

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Masch. Brief mit eigenh. U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 14. V. 1961, Fol. (31 x 21 cm). 1/2 Seite. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "Es ist reizend von Ihnen, daß Sie sich meines Geburtstags erinnert haben. Herzlichen Dank für Glückwunsch und Geschenk. Vielleicht könnten Sie mir eine komplette Nummer der 'Times Litterary Supplement' vom 20. 4. 61 schicken, ich komme in dieser Nummer öfters vor [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57094

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Masch. Brief mit eigenh. U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 26. V. 1962, Fol. (28 x 20 cm). 1/2 Seite. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "[...] Dagegen wollte ich Ihnen schon längst einmal schreiben, dass mir Ihre Kritik über die 'Rosenkoralle' in der Rhein-Neckar-Zeitung sehr gefallen hat und dass ich Ihnen dafür dankbar bin. Soeben lese ich in der 'Allgemeinen' Ihren schönen Artikel über Schnitzler [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57095

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Masch. Brief mit eigenh. U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 28. II. 1950, Gr.-4° (29 x 23 cm). 1/2 Seite. Absenderstempel.‎

‎An den Schriftsteller Lutz Weltmann (1901-1967) in London: "Ueber Ihren Brief und die Kritik habe ich mich sehr gefreut. Eine kleine Festschrift, die zu meinem 65. Geburtstag hier von einem Kreis meiner Freunde ediert wurde und nur Stimmen aus dem Lande enthält, habe ich als eine Art Dank für Ihr freundschaftliches Verstehen an Sie abgehen lassen. Diese 'Printed matter' ist wohl inzwischen in Ihre Hand gelangt. Ich bin Ihnen ehrlich verpflichtet für Ihr tiefes Eindringen in mein philosophisches Werk, meine Kafka-Interpretation und den 'Galilei'. Ist Ihnen nicht auch mein Roman 'Unambo' (aus dem jüdisch-arabischen Krieg) zugegangen? [...] Ich wünsche Ihnen viel Glück zu Ihrem neuen Haus und neuen Lehramt. - Mit [Walter von] Molo will ich nichts zu tun haben, er ist (wenn ich nicht irre) in der deutschen Dichter-Akademie geblieben, während die jüdischen Kollegen hinausgeworfen wurden. Und von Döblin trennt mich die Tatsache, dass er sich hat taufen lassen. So erfüllt sich mein Schicksal, das sich während meines ganzen Lebens geformt hat: immer nur wenige Freunde und Weggenossen zu haben, dafür aber solche, bei denen einem wirklich das Herz warm wird. Gestatten Sie mir, dass ich auch Sie zu dieser kleinen Zahl rechne [...]" - Knickfalten.‎

Referentie van de boekhandelaar : 57075

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968)‎

‎Masch. Brief mit eigenh. U.‎

‎o.J. Tel Aviv, 19. I. 1954, Fol. (30 x 17 cm). 1 Seite. "Aerogramm"-Faltbrief mit Adresse.‎

‎An seine Cousine Steffi Glaser (Schwester von Willy Brod) in Montreal: "[...] Ich erinnere mich nicht, Dir geschrieben zu haben, dass die 'Apostel gelogen haben'. - Hätte ich das getan, so nehme ich es zurück, denn es wäre eine sehr irreführende und vergröbernde Ausdrucksweise. - Was ich meinte, ist Folgendes: In den Evangelien stehen historische Irrtümer, tendenziöse Varianten dessen, was einst geschehen ist. Die Evangelien sind ja keineswegs von den Männern geschrieben, deren Namen sie tragen, - sondern 100 bis 150 Jahre später auf Grund von Originalwerken in aramäischer Sprache [...] Wahrscheinlich gehen alle auf einen gemeinsamen Bericht zurück, der vielleicht wirklich von Markus herrührt, aber nicht mehr vorliegt. Johannes trägt offensichtlich einen andern Charakter aus späterer Zeit, er ist von griechischer Philosophie [...] beeinflusst. Aber die drei ersten Evangelien, die sogenannten Synoptiker, zeigen noch deutlich den ursprünglichen Charakter einer jüdischen Sekte. Bei der Niederschrift haben sich dann zahlreiche Einflüsse (gegen die orthodoxen Juden und vor allem für die Römer) geltend gemacht, die ursprünglich im wirklichen Bericht des Markus und Matthäus nicht gestanden haben können [...] Das ist meine Meinung [...]"‎

Referentie van de boekhandelaar : 57140

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎13 eigenh. Briefe mit U. Pforzheim, Flims, Tel Aviv u.a., 1966-1968.‎

‎Zusammen 21 SS. auf 13 Bll. 4to und 8vo. Mit 8 meist eh. adr. Kuverts, 3 Briefe auf adressiertem und gelaufenem Luftpostpapier. Freundschaftliche Korrespondenz mit dem Kapellmeister Josef Zosel und Gattin in Wiesbaden über seine Bücher, seine Arbeit und die Zeitläufte: "Die gestern veröffentlichten '23 Punkte' Maos zeigen deutlich, daß diese große schöne Kultur, die Lin Yutang vertritt, schwer bedroht ist und den neuen Vandalen zum Opfer fallen soll. Sie wird aber überleben! [...]" (26. VIII. [1966]; beiliegend eine knapp 10:10 cm große Photographie, die Brod zusammen mit dem Ehepaar Zosel zeigt). - "Auch ich habe in diesem Winter, der hier ungewöhnlich kalt war und viel zu lang, zweimal heftige Grippe gehabt, habe mich aber ganz erholt und arbeite mit Freude an einem neuen Buch, das eigentlich eine Neufassung meines Hauptwerks 'Diesseits und Jenseits' (mit dem neuen Titel 'Das Unzerstörbare') werden soll [...]" (15. IV. 1967). - "Wir erleben schwere Tage nebst ebensolchen Nächten - die alten Gespenster (wie Bombardement etc.) scheinen wieder wach geworden. Vorläufig nur gedanklich! Hoffentlich verschwinden sie raschest im Orkus [...] Noch eine Neuigkeit: Die Oper 'Nana' von Manfred Gurlitt (jetzt in Tokyo), Textbuch von mir - eine fesche, dabei musikalisch erstklassige Sache - hat an der Oper in Bordeaux [...] bei der Weltpremière einen durchschlagenden Erfolg gehabt [...]" (29. V. 1967). - "Hier ist es reizend, wie immer, nur verdirbt heuer die Hitze einen Teil des Vergnügens, wie es im Vorjahr der Regen tat. Die Politik stört weiterhin meine Ruhe und manchmal auch den Schlaf. Was soll man tun, die Menschen (und vor allem: die Politiker) nehmen keine Vernunft an [...]" (Bad Ragaz, 21. VII. [1967]). - "Vom Frieden sind wir hier leider weit entfernt. Ebenso leider auch in Vietnam. Die Erde mit den verrückten Menschenkindern bietet einen trostlosen Anblick - und man muß in den Himmel der großen Kunst flüchten (oder der Philosophie), um die Torheiten der Politiker nicht dauernd auf der Zunge und im Magen zu spüren [...]" (14. V. 1968).‎

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Wien, AT
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€ 2.800,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎17 eigenh. und 5 ms. Briefe sowie 4 eh. Postkarten an verschiedene Empfänger. Meist Prag bzw. Tel Aviv, 1920-1968.‎

‎Meist 1 bis 2 SS., teils mit adressierten und gelaufenen Briefumschlägen. 4to und 8vo. Unter anderem an die Herren Raschert (Anfrage zu seinen Büchern) und Brusch (Hinweis), an ein Fräulein D. Scheuer (zu einem Artikel), Anni Joachim-Daniel (Dank), Hans Zesewitz (Dank), Karl Bachler (Dank und Verabredung), Karl Wache (Dank), Bruder J. K. Fried (Dank und Verabredung), den Verleger Henry Goverts (Dank und Wunsch nach Zusammenarbeit), Uri Naor (Glückwunsch zur Ernennung als Botschafter in Chile), Freund Nack (via Willy Brod, mit Dank und einer Terminabsprache: "Hier war Briefträgerstreit und dann kam eine Überschwemmung in Briefen (täglich an die 40 Stück). Dieses und die Feiern, eine beim Staatspräsidenten in Jerusalem, haben mich sehr angestrengt"), Frank T. Wolfenstein ("Leider besitze ich keine Briefe von Ihrem Vater, auch keine Erinnerungsstücke [...] Tel Aviv würden Sie nicht wiedererkennen. Ich lebe nun mehr als 25 Jahre hier und es gefällt mir immer besser!"), Frau Ruth ("Falls Witriol wirklich solch ein schlechter Übersetzer ist [...]"), der Philosoph Julius Margolin (Dank), ein Dr. Ehrlich (Terminabsprache), eine Frau Gutter (Absage der Aktion betreffend unseres Hausherrn) und ein Dr. Gold (Zusendung eines Artikels). Die maschinschriftlichen (meist geschäftlichen) Briefe mit gewünschten Informationen, Terminabsprachen für Vorlesungen u. a.; die Postkarten mit Buchbestellungen und Dankesworten für Glückwünsche und dergleichen.‎

MareMagnum

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Wien, AT
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€ 3.500,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎18 eigenh. und 3 ms. Briefe sowie 2 eh. Postkarten mit U. Meist Prag und Tel Aviv, 1923-1963.‎

‎Meist 1 bis 2 SS. 4to und 8vo. Mit einigen adressierten, teils gelaufenen Briefumschlägen. Briefe zum Theater. 1923: "Herr Direktor [...] Sie sagten mir ganz fest zu, meine 'Klarisa' noch einmal im großen Haus für die Abonnenten zu bringen [...]". - 1923, 2 Postkarten an Erich Marcus: "Doch nichts über Berliner Theater [...] Vielleicht aber etwas über Kultur oder Kultur-Verfall [...]". - 1923, an eine Schauspielerin: "Ich sprach soeben mit Dr. Hilar. Er hat recht gute Stimmung für mein Stück mit Ihnen in der Hauptrolle [...]". - 1924, an Dr. Altmann: "Es würde mich nun sehr freuen, von Ihnen bald zu hören, wie die Situation mit meinem neuen Stück 'Prozeß Bunterbart' ist. Die beste Darstellerin (für mein Gefühl) wäre die Dorsch. Bei der bekannten Saumseligkeit meines Verlages konnte ich aber bis heute nicht erfahren, ob Frau Dorsch (wie ich bat) ein Exemplar erhalten hat [...]". - 1926, an die Schauspielerin Jarmila Kronbauerová: "Hamlet habe ich bei der Première gesehen und darüber schon am 26. November geschrieben. Ich lege die Zeitung bei, aus der Sie sehen, daß Ihre Ophelia für mich eine besondere Freude an diesem nicht durchaus erfreulichen Abend war [...]" (vgl. hierzu Brods Kritik der Inszenierung von Karel Hugo Hilar am Tschechischen Nationaltheater in: Prager Tagblatt, Nr. 278 vom 26. XI. 1926, S. 6). - 1929, an einen Professor: "Ihr Brief hat mich auf die Idee gebracht, das Stück statt in sechs Szenen folgendermassen einzuteilen: 5 Akte und ein Epilog, also ähnlich wie die 'Heilige Johanna' von Shaw [...]". - 1942: "Sehr werter Herr Rabbinowicz, zu meinem Bedauern kann ich Ihnen nichts Günstiges über Ihr Stück mitteilen [...]". - 1943: "Sehr geehrter Herr Weglein, Ihr Stück hat mir sehr gefallen. Es hat Herz und hat Technik - zwei Dinge, die man selten bei unseren Dramatikern vereinigt findet [...]". - 1963: An Eric Spiess, Leiter des Bühnenvertriebs im Kasseler Bärenreiter Verlag: "Ich hoffe, daß Sie meinen eingeschriebenen Brief vom 20. III. und den inliegenden Vertrag über Lord Byron erhalten haben. Mit gleicher Post (doch mit Seepost) sende ich Ihnen [...] zwei Theaterstücke von Sch[in] Schalom, der als einer der bedeutendsten Dichter des Landes Israel angesehen wird. Ich habe über ihn ausführlich in meiner Selbstbiographie 'Streitbares Leben' berichtet, im Schlußkapitel. Das eine der beiden Stücke ('Schüsse auf den Kib[b]uz') liegt in hebräischer Sprache gedruckt vor und wurde in einer von mir stammenden Opernbearbeitung (Musik von Lavry) hier wiederholt mit großem Erfolg aufgeführt. Das andere Stück ist noch unaufgeführt [...]".‎

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Wien, AT
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€ 3.600,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. [Tel Aviv], 1944.‎

‎Zusammen 8 SS. auf 4 Bll. 8vo. Davon zwei je 1½ SS. umfassende Gedichte. "Inmitten tausend Zeichen des Vergangnen streifend | Begreif ich endlich die Gebrechlichkeit der Welt. | Zwar wußt ich stets, daß nichts mir bleiben kann | Doch niemals, daß der Abschied gar so bitter fällt | Und eine Orgel Grams in sich begreifend, | Die röhrend der Register Schreckensglanz entfaltet, | Indes der Regentag in trägen Bächen schallet, | Die längs des Pflasters ziehn in grauen Wellen. | Europa riecht und Prag sieht aus den Schwaden | Blicklos, die kühl den Straßenraum mit Nebel laden [...] So viel über meine Stimmung", schreibt Brod am 22. November an seinen Freund Felix Weltsch. Zu seinem Befinden trägt auch ein Konflikt mit seiner späteren Lebensgefährtin Ester Hoffe bei, über den beide "bis zur Beendigung meines Buches" nicht reden wollen. Brod scheine es "einfach unmöglich und unmoralisch, daß sie Mann und Kinder verläßt". Er sehe jetzt, daß er "einen großen Fehler in der Sache gemacht habe". Der Konflikt hätte sich, wenn er "klug gelogen hätte, erst später ergeben". - Im zweiten Brief vom 30. Dezember bittet er Weltsch aufgrund ebendieser Auseinandersetzung mit Ester um eine "doppelte Buchführung": Felix solle "in zwei Hälften" schreiben, die eine nur für Brod bestimmt, "die andere so, daß auch E. H. sie lesen kann [...] Was bin ich also für ein Monstrum, daß ich mich nicht zur Wahrheit nach allen Seiten durchringen kann, obwohl ich nichts mehr wünsche als dies?". Er beschließt den Brief mit dem Gedicht "Hotel in Haifa" -"heute beendet".‎

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€ 1.800,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Bad Ragaz (Schweiz), 1964.‎

‎Zusammen 3½ SS. auf 2 Bll. 4to. An Rolf Italiaander und die Freie Akademie der Künste in Hamburg mit Dank für "die mir zugedachte Plakette" (23. VII.): "Sehr gefreut hat es mich, neben der Unterschrift des Präsidenten und des Sekretärs auch die von Beheim-Schwarzbach auf der Urkunde zu lesen, da ich gerade das Hamsunbuch des Genannten mit viel Freude und Zustimmung gelesen habe [...] Ich möchte also, wenn es Ihnen paßt, im September des nächsten Jahres bei Ihnen sprechen. Und zwar über Kafka […]" (27. VII.) - Ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Parkhotel Flora in Bad Ragaz; beide Briefe im linken Rand gelocht (keine Textberührung).‎

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Wien, AT
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€ 650,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. München und Prag, 1920.‎

‎Zusammen (1+2¾ = ) 3¾ SS. auf 3 Bll. 8vo. An den Dramaturgen und Theaterdirektor Gerhard Gutherz: "Ich gab dem Verlag Kurt Wolff Auftrag, Ihnen ein Exemplar meines Dramas 'Eine Königin Esther' zu senden. Über 'Fälscher' erhoffe ich baldige Nachricht [...]" (München, 26. IV.). - "Seit der Unterredung mit Ihnen habe ich nach Königsberg nicht geschrieben und so die Frage der Uraufführung gewissermaßen offen gelassen. Ich glaube noch immer, bei Direktor Rosenheim durchsetzen zu können, daß er die Uraufführung Ihnen überläßt, - nur müßte ich nun bald im Besitz Ihrer Entscheidung sein [...] Auch Ihr persönlicher Eindruck beim zweiten Durchlesen von 'Esther' und 'Fälscher' würde mich sehr interessieren [...]" (Prag, 8. VI.). - Sehr gut erhalten.‎

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€ 950,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Tel Aviv, 1964.‎

‎Zusammen 3¼ SS. auf 2 Bll. 8vo. An Frau Prikrylová, eine Übersetzerin: "Ihr Brief trifft mich im Krankenhaus. Ich kann daher nur ganz kurz antworten [...] Ich kann meine Zustimmung zu einem geplanten Kafka-Film nicht geben. Meiner Meinung nach kann nur Kitsch dabei herauskommen, wenn man eine so komplizierte Individualität, wie Kafka es war, auf die Filmleinwand projizieren will [...]" (22. I.). - Ende November schreibt Brod einen weiteren Brief, in dem er sich für die Mühe bedankt, die sie mit dem Buch 'Prodaná nev' hatte, und gibt noch einige Ratschläge zu Übersetzungen tschechischer Worte, bevor er mitteilt, dass sein bester Freund Felix Weltsch verstorben sei: "Das ist sehr schwer zu ertragen [...]" (30. XI.). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; ein Brief mit kleiner Rostspur durch eine alte Büroklammer.‎

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€ 1.500,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Postkarte mit U. [Prag] und Tel Aviv, [1927]-1956.‎

‎Zus. 4 SS. 8vo. und 1 S. Postkarte. Beiliegend: 1 eigenh. Brief mit U. von Else Brod (Prag, 24. II. 1913, 1 S. auf Doppelblatt, mit eh. adress. Kuvert) sowie die hs. Abschrift eines Gedichts von Max Brod. An den Philosophen Samuel Hugo Bergmann (1883-1975) bzw. an dessen Frau Else (1886-1969): "Liebe Frau Dr. Bergmann, vielen Dank für Brief und Konzertprogramm. Ganz subjektiv kann ich nur sagen, daß ich zu solch einem Konzert mit so viel atonaler Musik nicht gehen würde, - ich ertrage Atonales nur in homöopathischen Dosen. 'Der Wanderer' von Schönberg (aus seiner Frühzeit) ist allerdings gar nicht atonal [...] Lieber Hugo, Ich habe einen Stoß Bücher und Zeitschriften bereitgestellt [...] Das Buch über Schreiber muß ich mir erst selbst beschaffen. Ich glaube: der Verlag ist verkracht. Ich sandte sowohl dir persönlich als auch an die Bibliothek meinen neuen Roman 'Die Frau, n. d. m. sich sehnt'. Hoffentlich gut angelangt? Qui tacet, assentire videtur [...]" [Prag, 1927]. - An Else Bergmann: "Dank für Ihre freundlichen Worte. Wenn ich Sie in letzter Zeit so selten gesehen habe, so ist nur meine allzu starke Inanspruchnahme schuld daran. Es würde mich freuen, wenn Sie mich einmal besuchten [...]" ([Tel Aviv], 27. IX. o. J.). - "Liebe Frau Bergmann, Soeben schreibt mir Klaus Wagenbach, daß er ab Genua hier am Samstag in Haifa einlangt [...] Ich darf also voraussetzen, daß wir Sie entweder Samstag von 6-7, oder Sonntag vor 10 oder 6-7 Nachm. in Ihrer Wohnung vorfinden werden [...]" (Tel Aviv, 12. IV. [1956]). - Der Brief von Else Brod gratuliert dem Ehepaar Bergmann zur Geburt ihres Sohnes Martin (1913-2014, später Professor der Psychologie an der New York University): "Eben von unserer schönen Reise heimgekehrt hören wir, daß unser freundschaftlicher Kreis sich durch ein neues kleines Mitglied vergrößert hat. Möge dieses zu Ihrer Freude heranwachsen! Möge es aus dem heiligen Urgrund der Welt, welchen es eben erst verlassen hat und mit dem es vielleicht noch in geheimnisvoller Verbindung steht, etwas Licht und Gefühl zu seiner eigenen und zu unserer Belehrung herübertragen [...]" (Prag, 24. II. 1913). - Die Abschrift des Gedichts "Bis wir einander verlernen" undatiert, nicht in der Handschrift von Hugo oder Else Bergmann. - Kleine Knitterspuren und Randeinrisse, etwas fleckig, im ganzen wohlerhalten. Aus dem Nachlass der Familie Bergmann.‎

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€ 950,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎3 eigenh. Briefe mit U. O. O., [1926] und 1948.‎

‎Zusammen 5 SS. auf 5 Bll. 8vo. An den Photographen Walter Zadek, seit 1925 Ressortchef beim liberalen "Berliner Tageblatt", dem Brod 1926 einen "musikalischen Beitrag" gesendet hatte. Er erkundigt sich, wie Zadek "zu disponieren" gedenke, da Brod gern die Publikation eines Liederheftes in Wien mit dem Artikel "irgendwie in Zusammenhang und Übereinstimmung bringen" möchte. Im Herbst des Jahres zeigt er sich enttäuscht darüber, daß Zadek eine Rezension über seinen Roman "Rëubeni. Fürst der Juden" nicht selbst schreiben werde, sondern Hans Sochaczewer (später unter dem Namen José Orabuena schriftstellerisch tätig), der aber "einer derjenigen [sei], die am verständnisvollsten über mich schreiben". Des weiteren stimmt er der Einladung Zadeks zu, "einmal in dem 14-Tags-Zyklus über Kulturpolitik zu schreiben" (12. X. [1926]). - 22 Jahre später, 1948, schreibt Brod an Zadek, er habe "dieses Stück in deutscher Sprache vor einigen Monaten vom Reiss-Verlag in Basel erhalten". Die Habimah, das Nationaltheater in Tel Aviv, für das Brod als Dramaturg tätig war, habe "sich nicht zu einer Aufführung entschließen können", daher sende er ihm die Korrekturen zurück. Zadek war 1933 nach Palästina emigriert und war dort als Großhändler deutscher Exilverlage tätig. - Der Brief vom 22. II. 1948 gelocht (minimaler Buchstabenverlust in einem Wort).‎

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€ 1.200,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎3 eigenh. Briefe mit U. Zürich und Bad Gastein, 1953.‎

‎Zusammen 5¾ SS. auf 4 Bll. 8vo. An Frau Burri-Dietler von der Freien Vereinigung Gleichgesinnter Luzern. Brod erklärt sich bereit, "in Ihrer Vereinigung zu sprechen (über Kafka)" (23. VIII.), und schlägt als Titel seines Vortrags "Franz Kafka und die Dramatisierung seiner beiden Romane" oder "Franz Kafka und die Sinndeutung seines Werkes" vor (31. VIII.): "Mein Stück 'Das Schloß' [eine Dramatisierung von Kafkas gleichnamigem Roman] hat hier am 17. Oktober die Schweizer Première [...]" (Zürich, 28. IX.). - Zwei Briefe mit gedr. Briefkopf des Hotel Urban Garni in Zürich, der dritte im linken Rand gelocht (geringf. Buchstabenberührung).‎

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€ 1.500,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎3 ms. Briefe mit eigenh. U. Prag, 1931 und 1932.‎

‎Zusammen 4¾ SS. auf 5 Bll. 4to und 8vo. Mit 2 ms. adr. Kuverts. An die Journalistin und Lektorin Martha Maria Gehrke über seinen bei Zsolnay erschienenen Roman "Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung": "Sie sagen, dass mein Held Stefan am Schluss des Buches sich und die von ihm erreichte Geistesstufe durch den Krieg widerlegt fühlt. Das war nicht meine Absicht. Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug gesagt, aber ich glaube doch, dass im Schlusskapitel sehr klar dargestellt ist, dass ich die Synthese verehren und helfen, die von Stefan angestrebte und erreichte Zweigleisigkeit für eine definitive Lösung halte, die auch in den Wirrnissen von heute den einzig möglichen Ausweg zeigt. Der Krieg hat die Menschheit nur insofern um einige Jahrzehnte zurückgeworfen, als Aktualisierung dieses einzig möglichen Weges heute auf grössere Schwierigkeiten stösst als vor dem Krieg. Eine grosse Chance hat die Menschheit verpasst. Aber für die Ewigkeit bedeutet das nichts, nur für einige Jahrzehnte […]" (18. XI. 1931). - "Ich habe mit den Partien meines Romans, die von Richard Wagner handeln, nur einen kleinen Teil meiner Dankesschuld an diesen Genius abgetragen […] Auch ich kenne überdies in Wagners Opern neben den 'schönen' auch viele 'hässliche' Stellen. Auf Grund Ihres Briefes habe ich mir durch den Kopf gehen lassen, ob sonst in meinen Werken von Wagner die Rede ist. Merkwürdigerweise nein. Es kommt zwar viel Musik in meinen Romanen vor, besonders Berlioz, Offenbach, Schumann, Smetana […] Aber Wagners habe ich wohl erst im 'Stefan Rott' gedacht […]" (23. XII. 1931). - "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Zweigleisigkeit möglich ist. Ich will dies jetzt in meinem zweiten Teil des Romans darstellen. Der Ausbruch des Krieges ist keine Aufhebung meines Glaubens, sondern nur eine zeitliche Vertagung, eine Unterbrechung, ein Aufschub. Ich bin fest überzeugt, dass die Menschheit gar nicht anders gerettet werden kann als durch diese Wendung zur Zweigleisigkeit und dadurch, dass endlich einer den Mut hat, zu sagen, dass es gar keinen Mut bedeutet, extrem zu sein [...]" (8. III. 1932). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Prager Tagblatts".‎

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€ 1.250,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎4 (3 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit U. Prag und o. O., [1921]-1930.‎

‎Zusammen 12½ SS. auf 8 Bll. 8vo. An Georg Heinrich Meyer, den Verlagsleiter des Kurt Wolff Verlags, bei dem soeben sein "Bekenntnisbuch" (wie es im Untertitel heißt ) "Heidentum, Christentum, Judentum" erschienen war, zur Übersendung eines Vorabdrucks aus dem "Neuen Wiener Journal": "Heute nun einen weiteren aus dem Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz - und eine wichtige Notiz der Jüdischen Preßzentrale Zürich, die ich dahin lanciert habe, weil sie von dort von sämtlichen jüdischen Blättern nachgedruckt werden wird. Sie sehen zugleich daraus, daß mein Buch in tschechischen Kreisen schon Aufsehen macht [...]" (12. VI. [1921]). - Der Brief vom 20. VI. [1924] mit der Bitte um Zusendung eines Exemplars von "Heidentum, Christentum, Judentum" an Leopold Jessner, den Intendanten des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin, der von "Dienstag" ([Anfang Oktober 1926]) mit einer Invektive gegen den Drei Masken Verlag: "Nun sagen Sie mir, schreiben Sie mir, bitte, ob man sich nicht vor Wut totärgern muß. Da schickt mir heute die [Leopoldine] Konstantin beiliegenden Brief des 3-Masken-Verlages. Habe ich Ihnen nicht in Leipzig vorausgesagt, daß [Jakob Elias] Poritzky diese herrliche Sache zerschlagen wird? - Sie haben mir nie geglaubt, wenn ich mich über ihn beschwerte. Hier ist das Dokument! Ich bin fest entschlossen, mit allen meinen Dramen vom 3-Masken-Verlag wegzugehen, wenn Sie nicht die Sache in Ordnung bringen und eventuell durch ein Machtwort telephonisch Herrn Poritzky dazu anhalten, meine Interessen doch etwas besser zu wahren. Ich habe direkt den Eindruck, daß 3-Masken absichtlich meine Erfolge (wie diese Konstantin-Tournée) vereitelt! [...]" (ohne die erwähnte Beilage). - Der Brief vom 2. X. 1930 über Verhandlungen mit dem Kiepenheuer Verlag: "Es war eigentlich alles schon fix und fertig, aber Kiepenheuer hat infolge der geänderten politischen Lage in Deutschland solche Angst, dass er sich noch eine Bedenkzeit bis Anfang November erbat. Eine Herausgabe kommt ja ohnehin erst im nächsten Jahr in Frage, sodass die Verzögerung eigentlich nichts schadet. Es wäre sehr gut, wenn Sie bis dahin es erreicht haben könnten, dass Kurt Wolff und Kiepenheuer bezüglich Kafka einig werden [...]".‎

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€ 1.800,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎4 (3 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit U. Prag, 1932.‎

‎Zusammen 5¼ SS. auf 8Bll. 8vo. Mit 2 eh. adr. Kuverts. An den Schauspieler, Regisseur und Intendanten Ewald Schindler in Dubrovnik, Leipzig und Ostrau in dem letztlich erfolgreichen Bestreben, seine Geliebte Aenne Markgraf (geb. Emmy Salveter, um 1900-?) in einem Stück zu besetzen: "Die Entrevue in Marienbad ist so glänzend verlaufen, daß Direktor Zeisler an Frl. M. Vertrag geschickt hat. Er sagte es mir heute am Telephon. Ich habe Ihnen also herzlich und wahrhaftigst für Ihre liebe Intervention zu danken [...]" (9. VII. 1932). - "Soeben war auch Fr. Markgraf in Prag, die Ihnen durch mich herzlichst für Ihre Intervention danken läßt. Sie freut sich schon kolossal auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und studiert bereits mit Feuereifer: Die Magda ('Versunkene Glocke'), die Elisabeth in 'Tür 17 Stock III' und die Elisabeth in 'Maria Stuart'. - Hoffentlich sind Sie Regisseur und Partner in einem dieser Stücke?? [...]" (20. VIII. [1932]). Der eh. Antwortbrief Schindlers liegt bei. - "Zweck dieses Briefleins ist es heute, Ihnen zu sagen, daß zwischen Aenne Markgraf und mir eine vollständige Versöhnung eingetreten ist. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie meiner Freundin wieder Ihr altes Wohlwollen und Vertrauen schenkten […]" (28. XI. [1932]). - 1921 als Zimmermädchen in einem Berliner Hotel angestellt, lernte Aenne Markgraf dort Max Brod, der seit 1913 mit Elsa Taussig verheiratet war, kennen und wurde dessen Geliebte. Brod finanzierte ihr ein Gesangsstudium, korrespondierte über sie mit Kafka (der sich ihrer erotischen Affinität nach einigen harmlosen Begegnungen entzog) und ersuchte Hugo von Hofmannsthal um eine Empfehlung für sie, die er auch tatsächlich schrieb, sodass sie im Sommer 1926 ihre erste Rolle am deutschsprachigen Stadttheater Teplitz-Schönau unter Franz Hoellering erhielt und unter dem Namen Aenne Markgraf auftrat. Später war sie am Landestheater Braunschweig, an den Städtischen Theatern in Chemnitz und Leipzig sowie am Theater in Mährisch-Ostrau zu sehen. 1931/32 endete ihre Beziehung mit Brod; nach Stationen in Bern, Innsbruck, Gießen, Meiningen und Würzburg erhielt sie 1939 keinen Vertrag mehr; 1941 verschwand ihr Name aus den Registern der Reichstheaterkammer.‎

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€ 1.200,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎7 (5 eigenh. und 2 ms.) Briefe mit U. Meist Tel Aviv, 1947-1967.‎

‎Zusammen 11¾ SS. auf 8 Bll. 4to und 8vo. An den Schriftsteller und Journalisten Hans Eberhard Friedrich, der nach dem Krieg zusammen mit dem Verleger Kurt Desch die Kulturzeitschrift "Prisma" gegründet hatte, über Knut Hamsun, André Gide und Gerhart Hauptmann ("eine meiner erschütterndsten Enttäuschungen", 29. VIII. 1947) und deren Stellung "zum herrschenden System", seinen Flaubert-Essay "Platonismus gegen Romantik", den Friedrich in seinem Magazin "Thema", dem Nachfolger von "Prisma", veröffentlichen solle (11. II. und 14. XI. 1948), eine "Kritik über meinen Jesus-Roman 'Der Meister'", den Friedrich (mittlerweile Redakteur bei der "Neuen Zeitung" in München) publiziert hatte (23. VI. 1952) und ein "Selbst-Interview": "Ich finde die Idee eines solchen Interviews mit sich selbst sehr gut und hoffe, dass das Produkt Sie nicht weniger amüsieren wird, als ich mich beim Schreiben amüsiert habe […] Darf ich bei dieser Gelegenheit ganz leise bemerken, dass noch keine Kritik über meinen 'Reuchlin' bei Ihnen erschienen ist […]" (1. XII. 1965). 1967 sendet Brod Friedrich, der seit 1965 Feuilleton-Chef der "Welt" war, "einen Artikel 'Eine Frage und eine Anregung', der sich speziell mit dem Schicksal des Grabes der Dichterin Else Lasker-Schüler beschäftigt […] Im Falle der Veröffentlichung bitte ich noch folgende Zeilen hinzuzusetzen: 'Ich erfahre soeben, daß der Grabstein aufgefunden worden ist. Allerdings am Straßenrand, nicht am Grabe der Dichterin. Das Grab ist unauffindbar, wahrscheinlich durch den Straßenbau für immer verloren. Es sollen etwa 40.000 Gräber von den Jordaniern vernichtet worden sein, wie es in einer anderen Mitteilung heißt'" (10. VIII.). - Jeweils im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung).‎

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€ 2.800,00 Kopen

‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O., 8. XI. 1902.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Wohl an den Theaterkritiker, Redakteur und Schriftsteller Emil Faktor mit der Ankündigung der in Bälde erfolgenden Übersendung seines bei Rowohlt erscheinenden Buches "Die Höhe des Gefühls": "Die in Ihrem freundlichen Briefe vom 14. Oktober ausgesprochene Vermutung, daß ich gegen die Kritik und speziell gegen Sie verstimmt wäre, hat mich eigentlich überrascht. Ich wüßte keinen Anlaß zu einer solchen Verstimmung. Ihre Ansicht ist mir stets wertvoll, auch wenn sie mit meiner nicht ganz parallel geht. Es wird mich freuen, wenn Sie die akzeptierte Novelle von der 'Hochzeitsreise' bald im Feuilleton bringen. Auch Essais werde ich doch wohl gelegentlich wieder schreiben, wenn mich auch momentan nur dichterische Motive fesseln [...]". - Eine Novelle dieses Titels ist nicht nachweisbar.‎

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‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Prag, 22. XII. 1907.‎

‎4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen "lieben Herrn Doktor", wohl der Theaterkritiker, Redakteur und Schriftsteller Emil Faktor, mit einer Auseinandersetzung über dessen Kritik an seinem Schaffen: "Was Sie über meine 'Experimente' sagen, finde ich richtig! Auch den Tadel! [...] Was Sie über 'Weg des Verliebten' sagen, scheint mir aber fehlerhaft. Verzeihn Sie, daß ich so geschmacklos bin, Ihnen eine Epikritik zu schreiben. Nur der hohe Wert, den ich Ihrer persönlichen Meinung beimesse, und die Unmöglichkeit, durch Gespräche klar zu werden, treibt mich dazu. Vor allem dünkt mich der Grundfehler, daß Sie den Zusammenhang zwischen beiden Büchern nicht sehn. Und er ist doch so klar da! Die Zeilen, die Sie selbst zitieren und die von der blauen Halsader und den edlen Händen eines Mädchens handeln, hätten Ihnen doch ganz zwanglos den Übergang ins Erotische geben können. Und sind etwa die vier Novellen nicht erotisch? Die erste mit ihrer 'bürgerlichen Liebe' ist doch ganz in die depravierten Gerüche der Amoureusen gefangen, in der 'Insel Carina' ist ein Coitus Höhepunkt; und die blonde, sherryblonde Frau Professor mit den Augen wie Käferflügeln (lauter Gleichnisse, die ebenso gut in meiner Lyrik hätten stehn können) im 'Hochstapler'; und jedes Wort in der 'Stadt der Mittellosen', namentlich der Nacken und die Haare und die Umarmungen des Mädchens. Es ist ferner ein Irrtum, (und offenbar einer, der durch Ihr Übersehn dieses innern Zusammenhanges entsteht), daß meine 'lyrischen Verfehlungen' irgend einer fremden Literatur nachgedichtet sind. Beweise!? Es ist eigentlich lustig, wie Sie diese Verse, statt sie als Ausfluß eines Originaltemperaments gelten zu lassen, durch einen vagen konstruktiven Unterbau halten müssen [...] Zum Beispiel erhalte ich soeben einen Brief von Heinrich Mann, der mir schreibt: 'Ihre Gedichte habe ich beendet und will Ihnen meine Bewunderung sagen für Ihre Fähigkeit, ungewöhnlich lebhafte Genüsse ungewöhnlich präzis festzuhalten ... Auch ist Ihr Buch wirklich etwas Ganzes; und daß Sie so gut im Ton bleiben konnten, ist schon eine Bürgschaft für Originalität und Persönlichkeit.' [...] ich werde meine Methode später, wenn meine erotischen Gelüste durch die Jahre getötet sind, auf die Beschreibung der ganzen Welt anwenden [...] Niemand, keine Macht der Welt kann mich von meinem Wege abbringen […]". - Ausgezeichnet erhalten.‎

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‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Tel Aviv, 1. VI. 1954.‎

‎½ S. Schmal-4to. Auf rückseitig adressiertem und gelaufenem Luftpostpapier. An einen Herrn J. Lewels in Hamburg: "Ich gestatte mir, darauf hinzuweisen, daß vor wenigen Wochen die dritte erweiterte Auflage meiner Kafka-Biographie (Verlag S. Fischer, Frankfurt) erschienen ist, - ein Buch, in dem Sie über die von Ihnen berührten Fragen Auskunft finden, so weit ich solche zu geben vermag. Kafkas Roman 'Der Prozeß' ist ein symbolisches Werk, - das geheimnisvolle Gericht ist das Gewissen, das den selbstgerechten, korrekten, aber eigentlich lieblosen Menschen zur Rechenschaft zieht, so sehr er sich dagegen sträubt [...]". - Mit zweifach gestempeltem Absender.‎

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‎Brod, Max, Schriftsteller (1884-1968).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Tel Aviv, 19. III. 1956.‎

‎2 SS. 8vo. Mit ms. adr. Kuvert. An Roger Braunschweig in Solothurn: "'Eine Parallele liegt zweifellos vor. Dank für Ihren Hinweis. Allerdings ist der 'zweite Sohn' bei Sh. Al. nur eine Nebenfigur, bei Kafka in voller Gestalt ausgeführt. Daß in der ganzen Konzeption des vom Pech verfolgten 'Ich' dieser Geschichte (sie heißt im Original, wenn ich nicht irre, ironischerweise 'Freude an den Kinderchen') gleichfalls eine gewisse Ähnlichkeit mit Kafkas K. anklingt, ist wohl weniger auf Beeinflussung als auf die gemeinsame Wurzel, den Schmerz der jüdischen Diaspora-Existenz zurückzuführen [...] Über Sholem Alejchem, den großen altjüdischen Humoristen, der so viel von den geheimnisvollen Schwingungen der jüd. Volksseele weiß, der ihrer Leiden wegen weint und lacht, - können Sie in der Bibliothek der Jüdischen Kultusgemeinde Zürich manches finden. Es ist einiges ins Deutsche übersetzt. In der gleichfalls deutsch erschienenen 'Geschichte der yiddischen Literatur' von Pines ist viel über diesen Meister (den Kafka aus seinen Schriften kannte) enthalten [...]".‎

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