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‎[Autographen-Verzeichnis].‎

‎Hs. Verzeichnis einer Autographensammlung. O. O., 1847 ff.‎

‎39 SS. Eintragungen auf 32 Bll. Kl.-4to. Die am 12. Oktober 1847 begonnene Sammlung (so auf der Titelrückseite vermerkt) umfaßt rund 230 Namen von Louis Agassiz bis Philipp Christoph Zeller; daneben finden sich in ihr Autographen von Bernhard Bolzano, Kaiser Ferdinand II., dem Fabrikanten und Autographensammler Eduard Fischer von Röslerstamm, Ludwig August Frankl, Alexander von Humboldt, Joseph von Hammer-Purgstall, C. G. D. Nees von Esenbeck, Betty Paoli, Kaiser Rudolph II und Heinrich Zschokke. - Etwas angestaubt, gebräunt und fleckig.‎

‎Ayllon, Luis de la Torre, Diplomat (1799-1875).‎

‎2 Briefe mit eigenh. U. Wien, 16. IV. 1852 und 21. II. 1853.‎

‎Zusammen 4½ SS. auf 3 Bll. Beiliegend eine gleichfalls eh. unterfertigte Kopie in spanischer Sprache zur Bestätigung der Authentizität des Originals. An den Baron "Sigismund" von Wertheimstein mit Dank für die Spende von 3000 reais zur Errichtung von neuen Spitälern in Madrid, die im Zuge der Geburt der Prinzessin von Asturien von der Königin beschlossen worden waren. "So wie ich Ihnen bereits mündlich vorgeschlagen durfte, habe ich mich bereit erklärt, meine Regierung über diese spontane und schmeichelhafte großzügige Geste eines der angesehensten Häuser in Wien zu informieren" (Br. v. 16. IV. 1852). - Der zweite Brief über seine Ernennung zum Spanischen Konsul in Wien und Begleitschreiben zum Konsularpatent. "Wie ich es Ihnen in meinem Brief vom 16. Dezember angekündigt habe, wurde das von der Königin ausgestellte Konsularpatent von mir dem kaiserlichen Ministerium für Auswärtiges weitergeleitet, um mit seiner Hilfe die für ihre Anerkennung als Konsul von Spanien in dieser Stadt notwendige Exequatur zu erhalten". Am 19. Dezember habe er die besagte Exequatur erhalten, die ihn zur "sofortigen Ausübung seiner neuen Funktionen" als Konsul ermächtigen würde. - "Sigismund", recte: Siegmund von Wertheimstein, geb. 1796, "war zuletzt Chef des k.k. priv. Großhandlungshauses Hermann von Wertheimstein's Söhne, Director der priv. österr. Nationalbank und spanischer Consul in Wien. Sein Wiener Haus behauptete einen der ersten Plätze in der Handelswelt" (Wurzbach LIII, s. v.). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Lègation de S. M. Catholique à Vienne.‎

‎Baccelli, Alfredo, Italian author and politician (1863-1955).‎

‎4 autograph letters signed, 2 autogr. postcards signed and 1 autograph album leaf signed. Rome, 1930-1932.‎

‎(Large) 8vo. Altogether 6½ pp. on 7 ff. With two autograph envelopes. Interesting correspondence with the antiquarian book and autograph dealer David Salomon in Berlin. Asserting that he "doesn't understand German, or, at least, very little", Baccelli wrote in French, inquiring about autographs and negotiating discounts. - In the earliest letter from 30 April 1930, he mentions some of the most prominent names in Salomon's catalogue like Schlegel, Luigi Galvani, and Frederick III, asking for a general discount of 10% "that the other antiquarian bookstores give" him. - On 12 November 1931, Baccelli wonders why he has received an autograph by Luigi Volta that he hadn't ordered, stating that he would buy another Volta but not at the price asked by Salomon. - The third letter from 28 January 1932 was to confirm the purchase of two autographs by Charles VI of Austria and his spouse Elisabeth Christine of Brunswick. He also inquires about an autograph by "Charles III the true King of Naples (1716-1788), the signature definitely autograph, not stamped, at a good price, not expensive [...]", thus referring to Charles III of Spain. - This is the renewal of a request in a postcard from 11 January 1932, wherein he ordered an autograph by Charles III from Salomon's catalogue. - The final letter from 27 November 1932 concerns an autograph by Philip Melanchthon: "As you can guarantee with absolute certainty that the a.[autograph] 120 is from Melanchthon's hand, I enclose the price of the autographs, [...] I also accept the subscription at the head and the cut page [...]." - Baccelli served briefly as minister of the post in the first government of Sidney Sonnino in 1906. - Well preserved.‎

‎Bach, Alexander Frh. von, Politiker (1813-1893).‎

‎Brief mit eigenh. U. Wien, 24. XI. 1856.‎

‎1 S. Folio. An die "löbliche Direktion des Leutnant-Vereines für Kostkinder-Beaufsichtigung und Krippen" mit Dank für die Zusendung von dessen Jahrbuch: "Mit Vergnügen ergreife ich übrigens diesen Anlaß, der edlen und segenbringenden Wirksamkeit der löblichen Direktion und der leitenden Mitglieder meine besondere Anerkennung auszusprechen [...]". - Bacxh war Justizminister in den Kabinetten Doblhoff-Wessenberg (Juli bis November 1848) und Felix Fürst Schwarzenberg (November 1848 bis April 1852). Maßgeblich an Kaiser Franz Josefs ‚Sylvesterpatent‘ vom 31. XII. 1851 beteiligt, bildete das von Bach gemeinsam mit Karl Friedrich Kübeck Frh. von Kübau ausgearbeitete, später das ‚Bachsche System’ genannte Regelwerk die Grundlage für die politische Führung des wiedererrichteten absolutistischen Staates. Nachdem der Kaiser nach Schwarzenbergs Tod 1852 selbst die Staatsgeschäfte übernommen hatte, wurde Bach als Präsident der Ministerkonferenz zum wohl einflußreichsten Regierungsmitglied und 1854 in den Freiherrenstand erhoben. Nach den Niederlagen von Magenta und Solferino (Juni 1859) entlassen, war er bis 1865 Botschafter beim Heiligen Stuhl. „Sein vielfach befehdetes System bildete einerseits die Grundlage für die Neugestaltung des Staates, die bis zum Ende der Donaumonarchie (1918) wirksam blieb, anderseits verschärfte sein auf das Deutschtum gestützter Zentralismus die Nationalitätenfrage” (DBE).‎

‎Bach, Alexander Frh. von, Politiker (1813-1893).‎

‎Quittung (Fragment) mit eigenh. U. [Wien], o. D.‎

‎1 S. Qu.-8vo. „Saldiert mit zweyhundert Gulden“. - Im niederösterreichischen Loosdorf geboren, war der promovierte Jurist - Mitbegründer und führendes Mitglied des liberalen ‘Juridisch-politischen Lesevereins’ - Justizminister in den Kabinetten Doblhoff-Wessenberg (Juli bis November 1848) und Felix Fürst Schwarzenberg (November 1848 bis April 1852). Maßgeblich an Kaiser Franz Josefs ‚Sylvesterpatent‘ vom 31. XII. 1851 beteiligt, bildete das von Bach gemeinsam mit Karl Friedrich Kübeck Frh. von Kübau ausgearbeitete, später das ‚Bachsche System’ genannte Regelwerk die Grundlage für die politische Führung des wiedererrichteten absolutistischen Staates. Nachdem der Kaiser nach Schwarzenbergs Tod 1852 selbst die Staatsgeschäfte übernommen hatte, wurde Bach als Präsident der Ministerkonferenz zum wohl einflußreichsten Regierungsmitglied und 1854 in den Freiherrenstand erhoben. Nach den Niederlagen von Magenta und Solferino (Juni 1859) entlassen, war er bis 1865 Botschafter beim Heiligen Stuhl. „Sein vielfach befehdetes System bildete einerseits die Grundlage für die Neugestaltung des Staates, die bis zum Ende der Donaumonarchie (1918) wirksam blieb, anderseits verschärfte sein auf das Deutschtum gestützter Zentralismus die Nationalitätenfrage” (DBE). - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Bachofen von Echt, Karl Adolf Frh., Industrieller und Münzsammler (1830-1922).‎

‎Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 2. II. 1915.‎

‎1 S. 8vo. Mit ms. adr. Kuvert. “In der letzten Stifterdenkmal-Versammlung [...] wurde als Material zu diesem Denkmal Laaser Marmor bestimmt. Da in Folge des ausgebrochenen Krieges wegen Arbeitermangel dieses Material jedoch in absehbarer Zeit nicht beschafft werden kann, so wird von unseren ersten Künstlern Untersberger Marmor (Hofbruch) empfohlen, der nach deren Aussagen allen Anforderungen entspricht [...]”. - Das erwähnte Denkmal ist vermutlich das von Karl Philipp geschaffene und im Oktober 1919 enthüllte Denkmal im Wiener Türkenschanzpark. - Aus einer limburgischen Familie stammend, kam Bachofen 1848 nach Österreich-Ungarn, studierte bis 1853 an der Prager Universität Technik und Chemie und kam 1865 nach Wien, wo er gemeinsam mit Verwandten die Brauerei Nußdorf erwarb, die sich in den folgenden Jahren unter seiner Leitung zu einer der bedeutendsten Brauereien Wiens entwickelte (seit 1908 Aktiengesellschaft). 1906 in den Freiherrenstand erhoben, wirkte er als langjähriger Bürgermeister von Nußdorf, war Mitbegründer der Ornithologischen Gesellschaft, Mitglied der Numismatischen Gesellschaft und Ausschußmitglied der Gesellschaft zur Förderung der Medaillenkunst. Seine vielbeachtete Sammlung römischer Münzen und Medaillen vermachte er dem Wiener Münzkabinett. Vgl. Czeike I, 224. - In altem Sammlungsumschlag.‎

‎Badeni, Kasimir Felix Graf von, Staatsmann (1846-1909).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Badeni"). Wien, 6. VIII. 1896.‎

‎2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An M. Laporte de la Porte: "Recevez tous mes remerciements à l'égard de votre aimable attention et voyez assuré que je lirai avec beaucoup d'intérét l'étude que vous avez bien voulu m'offrir [...]". - Graf Badeni war 1895 österreichischer Ministerpräsident und Innenminister geworden. "In dieser Funktion führte er 1896 eine Wahlrechtsreform durch, die den nichtdeutschsprachigen Bevölkerungsteilen und den Sozialdemokraten zugute kam. Badeni setzte eine Steuerreform durch und schloß erfolgreich die Ausgleichsverhandlungen mit Ungarn ab, scheiterte jedoch am Nationalitätenproblem: Seine Sprachverordnungen für Böhmen und Mähren 1897 führten mit ihrem Zwang zur Doppelsprachigkeit in den Behörden zu massiven Protesten des deutschsprachigen Bevölkerungsteils. In der sogenannten 'Badeni-Krise' erklärte der Wiener Bürgermeister Karl Lueger, nicht mehr für die Sicherheit garantieren zu können, so daß der Kaiser einen Demissionierungsantrag Badenis annahm" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des k. k. Ministerpräsidenten; gering (das Kuvert stärker) fleckig.‎

‎[Baking and Bread].‎

‎Fascicle of archival law documents from Santervás de Campos near Valladolid. Valladolid, 1505 and 1697.‎

‎Folio (218 x 306 mm). 13 pp. on 8 ff. 16th and 17th c. Spanish chancery (brown ink on paper). Sewn within contemp. wrapper with list of contents, numbered "No. 52". The first document (8 pp.) concerns a sales contract between the seller Doña María Cabeza de Vaca and the buyer Don Rodrigo de Verdesoto: on 13 March 1505, Doña María of Santervás de Campos (near Valladolid in Spain) sold Don Rodrigo ten medium-sized batches of bread for 60,000 Maravedís. Numerous ms. marginalia and notes of later centuries. - Attached to this is a document (3 ½ pp.), according to which descendants of the buyer, Alfonso and Francisco Verdesoto, tried to lodge claims in the same matter nearly two centuries later; these claims were rejected by the city council in 1697. - Slight tears and waterstains to corners In den Ecken geringfügig wasserrandig; altogether well-preserved.‎

MareMagnum

Inlibris
Wien, AT
[Books from Inlibris]

€ 1.800,00 Informazioni/Compera

‎Bakonyi, Emerich Frh. von, Militär (1768-1845).‎

‎Brieffragment mit eigenh. U. O. O., 3. V. 1828.‎

‎47:94 mm. Der verdiente und mehrfach ausgezeichnete Militär "erwarb sich durch seine glänzende Waffenthat bei Neumarkt, wo er, nachdem ihm das Pferd unterm Leibe erschossen ward, zu Fuß den Kampf fortsetzte und nach heißer Gegenwaehr siegreich in die Stadt drang, das Ritterkreuz des Maria Theresienordens" (Wurzbach, s. v.). Im Jahr vor seinem Tod wurde er noch mit der geheimen Ratswürde ausgezeichnet.‎

‎Baldacci, Anton Maximilian Frh. von, Staatsmann (1792-1841).‎

‎Brief mit eigenh. U. Wien, 10. IV. 1839.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Folio. Note an den k.k. Hofkriegsrath "über die nachträglich aufgefundenen zwei Forderungs-Anmeldungen der Provinz Treviso für Kriegs- und sonstige Leistungen aus der Epoche vom 1ten November 1797 bis Ende Dezember 1805". - Baldacci wurde 1810 Zweiter Vizekanzler der Vereinigten Hofkanzlei. Er arbeitete an einer Verwaltungs- und Staatsreform und wurde neben Philipp Gf. Stadion einer der einflußreichsten Berater von Kaiser Franz. Er förderte die Errichtung des Landsturms 1806-08 und unterstützte - seit 1813 Armeeminister - den Frh. vom Stein bei der Vorbereitung des Kriegs gegen Napoleon. Mit zunehmender Macht Metternichs verlor Baldacci an Einfluß. Als Präsident des Generalrechnungsdirektoriums 1811-39 wurde er Begründer der offiziellen österreichischen Statistik; zudem war Baldacci einer der geistigen Urheber des kaiserlichen Manifests von 1806. - Beiliegend eine biographische Notiz zum Verfasser von alter Hand.‎

‎Bamberger, Ludwig, Politiker, Publizist und Gründungsmitglied der Deutschen Bank (1823-1899).‎

‎Gedr. Einladung mit e. Ergänzungen und Namenszug in der Kopfzeile ("Dr. L. Bamberger"). O. O., [März 1880].‎

‎1 S. Qu.-8vo. Eine Einladung an den schweizerischen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Berlin, Arnold Roth (1836-1904), für "Donnerstag 18. d. M. / im Ueberrock". - Etwas fleckig; die Verso-Seite mit alten Montagespuren; recto mit zeitgenöss. Datierung von fremder Hand in blauem Farbstift.‎

‎Banfield, Gottfried Frh. von, Militär (1890-1986).‎

‎Eigenh. Brief und 4 eh. Bildpostkarten mit U. Triest und Salzburg, 1956-1969.‎

‎Zusammen 5 SS. (Qu.-)8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche und sendet Grüße aus Salzburg, “wo ich zu den Osterfestspielen - Siegfried u. Reingold [!] dirigiert von Herbert v. Karajan [-] gekommen bin” (Karte v. 3. IV. 1969). - Gottfried Frh. von Banfield, der erfolgreichste Marinepilot der k. u. k. Armee und als einziger Flieger mit dem Königskreuz des Maria Theresia Ordens ausgezeichnet, wurde 1916 Kommandant der Seeflugstation Triest. Nach 1920 war er Unternehmer und führte die Reederei seines Schwiegervaters; 1957 räumte er nach der Suezkrise den Suezkanal (vgl. Österr.-Lex. I, 82). - Die Bildseiten der Karten mit Ansichten der Festung Hohensalzburg, von Triest sowie eines Gemäldes von Cézanne.‎

‎Barco, Vincenz Freiherr von, österr. Militär (1719-1797).‎

‎Eigenh. Bestätigung mit U. ("Br. Barco mp. GdC"). Pest, 1. VIII. 1793.‎

‎½ S. 8vo. "Dise Tausend K. Ducaten seynd ein Depositum meines Sohnes Joseph Domherrn zu Ödenburg [...]". - Zusätzlich mit der Unterschrift des Feldmarschallleutnants Frhr. von Wimpffen als Zeuge. - Der einer aus Spanien stammenden Familie gebürtige Barco, seit 1731 im österreichischen Militär, wußte sich 1757/58 bei Komnitz und Hochkirch rühmlich auszuzeichnen und wurde zum Oberst befördert; 1762 wurde er in den Stand eines Freiherren erhoben, 1771 wurde er General und 1773 Feldmarschallleutnant. 1778 kämpfte er im Bayerischen Erbfolgekrieg in Böhmen gegen die Preußen, 1788-90 gegen die Türken. Zudem war Barco Interimsgeneralkommandant in Galizien und Siebenbürgen und k. k. Kommissar beim siebenbürgischen Landtag, später auch kommandierender General von Ungarn. - Mit Falt- u. Knitterspuren.‎

‎Bardolff, Carl Freiherr von, Militär (1865-1953).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 21. V. 1911 bzw. 23. III. o. J.‎

‎Zusammen (1+2 =) 3 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für die liebenswürdige Einladung" (23. III. o. J.) und mit einer "Gratulation zur Allerhöchsten Auszeichnung" (21. V. 1911). - Carl Freiherr von Bardolff diente als Flügeladjutant und Führungsoffizier in der Militärkanzlei des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und war im Juni 1914 Augenzeuge des Attentats in Sarajewo. Nach Ende des Ersten Weltkriegs nahm Bardolff seinen Abschied von der Armee und war als geschäftsführender Verwaltungsrat eines Industriekonzerns sowie als Mitarbeiter politischer und fachspezifischer Zeitschriften tätig; nach dem "Anschluß" trat er im Rang eines Oberführeres der SA bei und hatte mehrere Aufsichtsratstätigkeiten inne, so etwa bei bei der Berndorfer Metallwarenfabrik Arthur Krupp AG, der Schoeller-Bleckmann Stahlwerke AG und des Wiener Radiowerks (WIRAG).‎

‎Bareuther, Ernst, Politiker (1838-1905).‎

‎Visitkarte mit mehreren eigenh. Zeilen und U. Wien, 15. V. 1882.‎

‎1 S. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Aus beiliegendem Telegramme, das ich soeben über meine Anfrage von meinem Arzt erhalten habe, wirst Du entnehmen, daß es mir leider nicht möglich ist, Deinem Wunsche, der mich nur erfreuen konnte, Folge zu leisten [...]". - Bareuther war Abgeordneter zum Landtag, später zum Reichstag und zum Wiener Gemeinderat, Mitbegründer des Deutschen Vereins für Böhmen, Mitglied der Wiener evangelischen Gemeinde und Führer in der "Los von Rom"-Bewegung. "Ursprünglich liberal, kämpfte er für Festlegung der deutschen Staatssprache und für administrative Trennung in Böhmen, schloß sich der Vereinigten Linken an, dann dem Fortschrittsklub, dessen Mitbegründer er war, dem Dt. Klub und der Deutschnationalen Vereinigung unter Steinwender, 1898 dem Alldeutschen Verband unter Schönerer" (ÖBL I, 50).‎

‎Baron Giskra, Gesandtschaftssekretär.‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. Bern und Territet, 28. X. und 10. IX. 1897.‎

‎Zusammen 3½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. Visitkarte beiliegend. An die Fa. Kl. Schittenhelms Sohn in Wien betr. der angefertigten Reiseutensilien: "Die Reise-Utensilien sind bereits hier eingetroffen und der Hand Koffer, Reise-Necessaire und Flacon-Etui sehr nett und tadellos ausgefallen. Hinsichtlich der Reisetasche bin ich allerdings leider vollständig enttäuscht und wird dieselbe nur die Zahl meiner traurigen Erfahrungen vermehren, wie schwer es ist, etwas wirklich praktisches zu finden: Die Gegenstände hängen gegen herausgleiten und dem übrigen Inhalt der Tasche gegenüber ungeschützt und schlottrig an der losen Seitenwand, in dem sie überdies etwa ein 3 Drittel des Rockraumes occupiren. Die Mappe wird - wie ich es besorgt hatte - vollständig verbogen, sobald man die Tasche schliesst und eignet sich die Letztere, wie ich nunmehr klar sehe und wie es sie vielleicht interessieren dürfte, bestimmt überhaupt nicht als Einrichtungstasche, sondern ausschließlich als Handkoffer [...]" (Br. v. 28. X. 1897, auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf). - Baron Giskra war Legationssekretär in Bern. - Die letzten Bll. verso jeweils mit zeitgenöss. Bearbeitungsvermerk.‎

‎Barthou, Louis, Politiker (1862-1934).‎

‎Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 16. III. 1932.‎

‎1 S. Qu.-8vo. "La paix entre les peuples relieve moins de l'ordre politique que du progrés moral, et des esprits que des coeurs [...]". - Der französische Politiker, der von März bis Dezember 1913 als Ministerpräsident amtiert hatte, war in den 1920er Jahren Vorsitzender der Reparationskommission gewesen. Als Außenminister strebte er "ein System von Verträgen mit Staaten im östlichen Europa an und leitete die Unterzeichnung eines französisch-sowjetischen Vertrages ein. Dadurch sowie durch Annäherungen an England und Italien wollte er das 'Dritte Reich' diplomatisch isolieren. Durch die Annäherung an Russland geriet er in den Widerspruch zu rechten Kreisen" (Wikipedia). Im Oktober 1934 kam er bei einem Attentat auf den jugoslawischen König Alexander I. ums Leben.‎

‎Batka, Johann Nepomuk, Archivar und Historiker (1845-1917).‎

‎9 eigenh. Briefe mit U. Preßburg, 1901-1906.‎

‎Zusammen 14½ SS. Folio und 8vo. An die Universitätsbibliothek Wien betr. der Entlehnung von Büchern. - Batka, studierter Jurist, war Stadtarchivar in Bratislava und zudem ebenso versierter wie profilierter Musiksammler und -verehrer; er organisierte Vorträge und Konzerte, schrieb Musikkritiken und korrespondierte mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit wie Franz Liszt, Richard Wagner, Hans Richter, Hans von Bülow, Bela Bartok, Johannes Brahms, Clara Schumann, Johann Strauß u. v. a.‎

‎Baumgartner, Andreas Frh. von, Naturwissenschaftler und Staatsmann (1793-1865).‎

‎Dienstzeugnis mit eigenh. U. Wien, 19. III. 1854.‎

‎½ S. Folio. "Es wird hiermit erklärt, daß Rudolf Kaschnitz in der Registratur des kk Finanzministeriums als beeideter Praktikant angestellt ist, daß er sich vollkommen entsprechend verwendet, und daß es für die Geschäfte des genannten Amtes in einem hohen Grade erwünschlich erscheint, diesen Praktikanten behalten zu können". - Baumgartner war nach seiner Promotion als Assistent an den Lehrstühlen für Philosophie, Mathematik und Physik beschäftigt. 1817 wurde er zum Professor der Physik an das Gymnasium von Olmütz und 1823 an die Universität Wien berufen. Er veröffentlichte Untersuchungen zur Mechanik, zu Dampfkesseln und -maschinen und gab 1826-37 die "Zeitschrift für Physik und verwandte Wissenschaften" heraus. Nach seiner Lehrtätigkeit leitete er Porzellan- und Tabakfabriken und 1846-48 die Errichtung der elektrischen Telegraphen. 1847 wurde er zum Hofrat bei der Allgemeinen Hofkammer, zum Leiter des Eisenbahnwesens und 1848 zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt. 1851 erfolgte seine Berufung zum Handels- und Finanzminister, seine Erhebung in den Freiherrenstand und die Wahl zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in Wien. Nach dem Rücktritt von seinen Ministerämtern gehörte Baumgartner dem Staatsrat und seit 1861 dem österreichischen Herrenhaus an. - Mit papiergedecktem Siegel und einer weiteren U. des k.k. Ministerialrats Karl Endres.‎

‎Baumgartner, Augustin, bayerischer Regierungskanzler (1528-1599).‎

‎Eigenh. Namenszug u. Datum. O. O., 1589.‎

‎1 S. 68:270mm. Baumgartner stand seit 1557 als Regimentsrat und später als Regierungskanzler im Dienst des Herzogs Albrecht V. von Bayern in Landshut. Bekannt wurde er durch eine Rede, die er als Vertreter des Herzogs auf dem Konzil von Trient hielt und offen über die bei den Visitationen von 1558-60 zutagegetretenen Mißstände beim bayerischen Klerus klagte und dringende Reformen forderte, darunter die Priesterehe und die Gewährung des Abendmahls in beiderlei Gestalt.‎

‎Baylens, Charles-Léonard de, Marquis de Poyanne, französischer Militär (1718-1781).‎

‎Eigenh. Brief mit U. "quartier Général", 25. IX. 1762.‎

‎1 S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Charles-Léonard de Baylens, Marquis de Poyanne, war Lieutenant général in der Armee S. M. des Königs, Maître-de-camp, Truppeninspektor und -kommandant sowie Ritter des Ordens vom Hl. Geist. - Beiliegend ein alter Sammlungsumschlag.‎

‎Beck, Hanno, Naturwissenschaftler und Historiker (1923-2018).‎

‎3 (davon 2 eigenh.) Briefe mit U. Bonn, 1973-1986.‎

‎Zusammen 5 SS. auf 4 Bll. Mit 2 ms. adr. Kuverts. - Beiliegend ein ms. Briefdurchschlag mit mehreren eh. Zeilen und U. an das Deutsche Historische Institut in London (dat. 12. X. 1984. 1 S. 4to). An den Kulturattaché und Botschaftsrat Peter Schoenwaldt (1934-2004) mit Wünschen zur Vermählung und betr. der spanischen Ausgabe von Halina Nelkens "Alexander von Humboldt. Bildnisse und Künstler. Eine dokumentierte Ikonographie" (Berlin, Reimer, 1980): "Wieder einmal muß ich Ihnen schreiben in einer Angelegenheit unserer Frau Nelken, für die ich heute wieder praktisch den geschlagenen Tag tätig gewesen bin. Ich habe heute einen Brief von Herrn Verleger Dr. Friedrich Kaufmann, Verlag Dietrich Reimer, erhalten [...] Im erwähnten Brief erzählt nun der Verleger, er habe in Berlin mit Dr. Schirmer, Inter Nationes, gesprochen und dieser habe angedeutet für die spanische Ausgabe der Ikonographie sei höchstwahrscheinlich kein Geld vorhanden. Dabei schien mir zunächst gerade dieser wichtige Aufgabe problemlos. Ein bißchen Schuld daran hat nun auch unsere liebe Frau Nelken. Sie glaubt jedenfalls, ihr sei nicht nur die nötige Zeit, sondern auch die Zeit, die sie selbst für richtig hält, bei der Korrektur einzuräumen. Herr Dr. Kaufmann hat vermutlich in dieser Beziehung schon resigniert. Es ist nun klar, daß der zuerst mahlt, der zuerst in die Mühle kommt, Inter Nationes fördert eben auch noch andere Autoren, da die Preise steigen für Druckerzeugnisse wird für jedes Werk zwangsläufig mehr verbraucht, als angesetzt werden konnte. Wer zuletzt kommt, kann sehen, wo er bleibt. Es wäre doch ein Jammer, wenn gerade dieses Buch nicht in der ibero-amerikanischen Welt verbreitet würde, kulturpolitisch wäre es regelrecht eine Schlappe [...]". - Tls. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Humboldt-Gesellschaft.‎

‎[Beck-Rzikowsky, Friedrich Gf. von, Militär (1830-1920)]. - Anna Beck.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 19. IV. 1894.‎

‎2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An die Frau von Alfred Rt. von Lindheim (1836-1913) in Vertretung ihres nach Bosnien verreisten Gatten: "H[au]pt[mann] Kraus [?] war der Erste in seinem Jahrgange in der Kriegsschule u. hat sich immer im Generalstabs Dienste vorzüglich verwenden lassen [...]“. - Friedrich Gf. von Beck-Rzikowsky, verdienstvoll in den Feldzügen in Ungarn und Italien 1848/49, gehörte als Mitglied der Generaladjutantur seit 1863 der unmittelbaren Umgebung des Kaisers Franz Joseph an. 1867 zum Vorstand der kaiserlichen Militärkanzlei ernannt, sicherte ihm das Amt maßgeblichen Einfluß auf die Personalpolitik der Armee. 1870 setzte er sich für die Neutralität im Deutsch-Französischen Krieg ein und wurde 1875 Generaladjutant des Kaisers, 1881 auch Chef des Generalstabs. Auf Drängen Franz Ferdinands übergab er 1906 sein Amt an Conrad von Hötzendorf.‎

‎Beck-Rzikowsky, Friedrich Gf. von, Militär (1830-1920).‎

‎Eigenh. Brief mit U. [Wien], 20. IV. 1870.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Kondoliert dem Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884) zum Tode von dessen Sohn gleichen Namens: "Wir tragen beide einen großen schmerzlichen Verlust - deiner ist unersetzlich, für mich ist wenigstens noch die Möglichkeit des Erfolges vorhanden [...]". - Friedrich Gf. von Beck-Rzikowsky, verdienstvoll in den Feldzügen in Ungarn und Italien 1848/49, gehörte als Mitglied der Generaladjutantur seit 1863 der unmittelbaren Umgebung des Kaisers Franz Joseph an. 1867 zum Vorstand der kaiserlichen Militärkanzlei ernannt, sicherte ihm das Amt maßgeblichen Einfluß auf die Personalpolitik der Armee. 1870 setzte er sich für die Neutralität im Deutsch-Französischen Krieg ein und wurde 1875 Generaladjutant des Kaisers, 1881 auch Chef des Generalstabs. Auf Drängen Franz Ferdinands übergab er 1906 sein Amt an Conrad von Hötzendorf. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den „Konstitutionell-monarchistischen Verein“; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - Beiliegend ein Brief von Beck-Rzikowskys Gattin Anna (4 SS. auf Doppelblatt, kl.-8vo; mit kalligr. gepr. Monogramm).‎

‎Beck-Rzikowsky, Friedrich Gf. von, Militär (1830-1920).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Wien, 4. III. 1900.‎

‎1 S. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Dame: "Gestatten Sie mir, daß ich nur mit wenigen Worten danke für die liebevolle Theilnahme, die Sie mir u. meinem Sohn erwiesen. - Über meine Stimmung, über mein Unglück will ich mein Herz nicht ausgießen, Sie haben meine liebe Frau zu gut gekannt, um ermessen zu können, was ich leide [...]". - Friedrich Gf. von Beck-Rzikowsky, verdienstvoll in den Feldzügen in Ungarn und Italien 1848/49, gehörte als Mitglied der Generaladjutantur seit 1863 der unmittelbaren Umgebung des Kaisers Franz Joseph an. 1867 zum Vorstand der kaiserlichen Militärkanzlei ernannt, sicherte ihm das Amt maßgeblichen Einfluß auf die Personalpolitik der Armee. 1870 setzte er sich für die Neutralität im Deutsch-Französischen Krieg ein und wurde 1875 Generaladjutant des Kaisers, 1881 auch Chef des Generalstabs. Auf Drängen Franz Ferdinands übergab er 1906 sein Amt an Conrad von Hötzendorf.‎

‎Bedekovich, Koloman, Politiker (1818-1889).‎

‎Briefausschnitt mit eigenh. U. und Titelei. O. O. u. D.‎

‎½ S. Qu.-8vo. Der mit vielerlei Titeln ausgestattete Großgrundbesitzer und Tafelgerichtsbeisitzer war u. a. "S[einer] K.K. Apostol. Majestät wirklicher Geheimer Rath Ritter der Eisernen Krone I. Klasse croatisch slawisch dalma[tinischer] Minister".‎

‎Bellegarde, August, Feldmarschalllieutenant und Oberhofmeister von Kaiserin Caroline Augusta (1795-1873).‎

‎3 Briefe mit U. ("Bellegarde"). Salzburg, 1849 und 1852.‎

‎Zus. 3 SS. auf 6 (= 3 Doppel-)Blatt. Gr.-4to. Mit einem eh. adr. Kuvert. An die k. k. Stadthauptmannschaft zu Prag betr. der finanziellen Unterstützung einiger Bedürftiger. - Karoline Auguste von Bayern, die Tochter von König Maximilian I. Joseph von Bayern und seiner Gattin Auguste Wilhelmine, war die vierte und letzte Gattin Kaiser Franz I. Die "Kaiserin-Mutter" und "Mutter der Armen" widmete sich zeitlebens karitativen Tätigkeiten; durch ihre Bemühungen wurden mehrere Kinderbewahranstalten, Krankenhäuser und Wohnungen für Arbeiter errichtet und Schulen, Erziehungsanstalten, Spitäler, Kleinkinderbewahranstalten, und Klöster sowie Armen- und Waisenhäuser gefördert. - Das Kuvert mit zwei wohlerhaltenen Siegeln.‎

‎Bellegarde, August, Feldmarschalllieutenant und Oberhofmeister von Kaiserin Caroline Augusta (1795-1873).‎

‎Brief mit eigenh. U. ("Bellegarde"). Wien, 5. II. 1848.‎

‎1 S. 4to. Mit einer Beilage (s. u.). An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "S. M. die Kaiserinn-Mutter [!] haben mir aufgetragen, denselben in Beantwortung Ihres Schreibens zu eröffnen, daß Allerhöchst die von Hochdero Anliegen zwar sprechen wollen, aber nach der Ihrem Hl. Gemahle ertheilten Antwort leider keine Hoffnung haben, Ihren Wunsch in Erfüllung gehen zu sehen [...]". - Karoline Auguste von Bayern, die Tochter von König Maximilian I. Joseph von Bayern und seiner Gattin Auguste Wilhelmine, war die vierte und letzte Gattin Kaiser Franz I. Die "Kaiserin-Mutter" und "Mutter der Armen" widmete sich zeitlebens karitativen Tätigkeiten; durch ihre Bemühungen wurden mehrere Kinderbewahranstalten, Krankenhäuser und Wohnungen für Arbeiter errichtet und Schulen, Erziehungsanstalten, Spitäler, Kleinkinderbewahranstalten, und Klöster sowie Armen- und Waisenhäuser gefördert. - Beiliegend ein Schreiben mit U. eines nicht identifizierten Militärs an das k. k. Marineministerium betr. der strafbaren Finanzgebarung des "Marine Verwaltungs Akzessisten Johann Schittnig" (dat. Pola, 4. April 1865).‎

‎Bellegarde, Heinrich Gf. von, Militär und Staatsmann (1756-1854).‎

‎Kanzleibrief mit eigenh. U. Laibach, 7. IV. 1821.‎

‎1 S. Folio. An den “Herrn Geheimen und Kriegsraths Feldmarschall Lieutnants und Chefs des General Quartiermeister Stabs Freiherr v. Prochaska” mit dem Ersuchen, den Sohn von Freiherrn Salir-Soglio, “Ober Liet: bei den Kaiser Jäger, in den General-Stab aufzunehmen [...]”. - Seit 1771 im österreichischen Militärdienst tätig, nahm Bellegarde 1788/89 am Türkenfeldzug und als Generalmajor 1793/94 am Feldzug in den Niederlanden teil. 1796 zum Feldmarschalleutnant befördert, wurde er in der napoleonischen Zeit der Berater Erzherzog Karls. Seit 1810 Präsident des Hofkriegsrats in Wien und später als Generalgouverneur in Venetien tätig, war Bellegarde nach 1816 Oberhofmeister des späteren Kaisers Ferdinand. - Mit Ausr. am oberen Rand (keine Textberührung).‎

‎Bellegarde, Heinrich Gf. von, Militär und Staatsmann (1756-1854).‎

‎Kanzleibrief mit eigenh. U. Mailand, 10. V. 1814.‎

‎1 S. Folio. An einen Feldmarschalleutnant mit der Nachricht über das weitere Verbleiben des Adressaten in Turin. - Seit 1771 im österreichischen Militärdienst tätig, nahm Bellegarde 1788/89 am Türkenfeldzug und als Generalmajor 1793/94 am Feldzug in den Niederlanden teil. 1796 zum Feldmarschalleutnant befördert, wurde er in der napoleonischen Zeit der Berater Erzherzog Karls. Seit 1810 Präsident des Hofkriegsrats in Wien und später als Generalgouverneur in Venetien tätig, war Bellegarde nach 1816 Oberhofmeister des späteren Kaisers Ferdinand. - Mit Registraturvermerken von fremder Hand am oberen Blattrand sowie auf der Verso-Seite.‎

‎Berger, Johann Nepomuk, Politiker (1816-1870).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O., 18. II. 1861.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An den Juristen Karl Frh. von Haerdtl (1818-1889): "Suppantschitsch, Barth und ich haben uns das Wort gegeben, was über die Freigebung der Advokatur beim Minister gesprochen wurde, für uns zu behalten. Ich hoffe, daß Du dies billigst, weil sonst ein Halloh in den Zeitungen bevorsteht [...]". - Berger war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, wo er zur Fraktion der äußersten Linken zählte, und seit 1849 als Rechtsanwalt in Wien tätig; seit 1863 vertrat er als Abgeordneter die Deutsch-liberale Partei im österreichischen Reichsrat. Von 1867-70 dem ‘Bürgerministerium’ als Leiter der Regierungspresse und Sprechminister angehörend, war er 1870 einer der Mitunterzeichner des sogenannten Minderheits-Programms, das den Forderungen der nationalen Minderheiten in Österreich Rechnung tragen sollte, jedoch von der Mehrheit der Deutschliberalen abgelehnt wurde und einen Regierungswechsel heraufbeschwor. - Karl Frh. von Haerdtl war Mitglied des Herrenhauses und mehr als zwanzig Jahre lang Präsident der Wiener Advokatenkammer.‎

‎Bergmüller, Ferdinand, Politiker (1802-1868).‎

‎Brief mit eigenh. U. Wien, 14. X. 1850.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse. "An die Herren Proponenten zur Errichtung eines Bürger-Casino's im Innern der Stadt" mit der Nachricht, "daß, nachdem an diesem Unternehmen und in dem vorgelegten Statuten-Entwurfe nichts zu beanstanden gefunden wurde, der Herr Statthalter die Errichtung des fraglichen Casino's im Einvernehmen mit dem Herrn K.K. Militär- und Civil-Gouverneur, mit Rücksicht auf den §1 des Vereinspatentes vom 17. März 1849 zur Nachricht genom[m]en habe [...]". - Bergmüller war seit 1842 Magistratsrat und von 1845 bis 61 Vizebürgermeister, in welcher Eigensschaft er hier auch zeichnet. - Bl. 2 mit kl. Ausschnitt durch Brieföffnung.‎

‎Bernatzik, Edmund, Jurist (1854-1919).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("E. Bernatzik"). Brioni, 15. IV. 1910.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für die Zusendung des Artikels von Friedrich aus den 'Deutschen Worten'. Ich ahnte allerdings nicht, daß der Artikel dort publiziert sei, sonst hätte ich selbstverständlich unterlassen Ihnen diese Mühe zu machen [...]". - Edmund Bernatzik lehrte in Basel, Graz und Wien und war Mitglied des Reichsgerichts und seit 1919 auch Mitglied des Verfassungsgerichtshofs. "Bernatzik galt als einer der bedeutendsten österreichischen Staatsrechtslehrer der Jahrhundertwende und wird neben Otto Mayer als Begründer der juristischen Methode in der deutschen Verwaltungswissenschaft genannt. Er gehörte der 1911 bestellten Kommission zur Ausarbeitung einer österreichischen Verwaltungsreform an" (DBE). - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand.‎

‎Bertani, Agostino, Mediziner und Politiker (1812-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Agostino Bertani"). Livorno [?], 5. VII. 1861.‎

‎¾ S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Mitteilung, daß Dr. Mauritio Maruzzi an Endocarditis leide und daher zuhause das Bett hüte. - "Dopo la presa di Roma nel 1870 divenne sempre più il riferimento dell'Estrema Sinistra in Parlamento. Nel 1878, insieme a Felice Cavallotti, diede vita al Partito Radicale. Nella sua carriera di deputato ebbe sempre particolare attenzione per i problemi riguardanti la sanità; da ricordare inoltre il suo intervento per alleviare le condizioni di detenzione di Giovanni Passannante, anarchico condannato all'ergastolo per il tentato omicidio del re Umberto I." (Wikipedia). - Etwas unfrisch, fleckig und mit kleineren Randläsuren. - Die Recto-Seite mit einem kl. Registraturetikett, die Verso-Seite mit dem verschlungenen Monogrammstempel "LS" und hs. Numerierung "29".‎

‎Bertrand, Armandine, Enkelin des napoleonischen Generals Henri-Gratien Gf. Bertrand.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Deville, 7. IX. 1899.‎

‎1 S. 8vo. An Monsieur Hamm mit der Bitte, ihr zu helfen, nach Deutschland zu kommen, um dort die Sprache zu erlernen: "Ich erlaube mir Ihnen zu schreiben, um sie an ihr Versprechen zu erinnern, mir einen Platz in Leipzig zu finden. Ich möchte immer noch Deutsch lernen." - Armandine Bertrands Großvater Henri-Gratien Gf. Bertrand war einer der engsten Vertrauten Napoleons, den er 1814 nach Elba begleitete, dem er während dessen 100tägiger Herrschaft als Vertrauter zur Seite stand, mit dem zusammen er bei Waterloo focht und dem er schließlich nach St. Helena folgte.‎

‎Beugnot, Jacques-Claude Graf, Politiker (1761-1835).‎

‎Brief mit eigenh. U. Düsseldorf, 29. XII. 1811.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Folio. In französischer Sprache an einen Monsieur le Comte mit der Mitteilung über die Route eines Gedltransportes, die von Düsseldorf über das Gebiet von Westfalen nach Hamburg führen werde. - Beugnot war nach dem Staatsstreich Napoleons 1799 Präfekt des Departements Seine-Inferieur in Rouen geworden und wurde von Napoleon 1806 zum Staatsrat ernannt. "Im Jahr 1807 wurde er Finanzminister in der Regierung des Königreich Westphalen. Seit 1808 amtierte er als Kommissar, Finanzminister und faktisch Statthalter Napoleons im Großherzogtum Berg. Dieses Amt bekleidete er bis 1813. Er lehnte übereilte Reformen ab. Dies war ein Grund, weshalb es im Großherzogtum nie eine geschriebene Verfassung gegeben hatte. Im Jahr 1810 erhob ihn Napoleon in den Grafenstand" (Wikipedia). Nach dem Sturz Napoleons Innenminister der provisorischen Regierung, wurde Beugnot unter Ludwig XVIII. Generaldirektor der Polizei. Später bekleidete er noch einige andere hohe Ämter wie das des Marineministers oder das des Generaldirektors der Post, Staatsminister. - Etwas knittrig und gebräunt und mit alten Montagespuren am linken sowie zwei kleinen Durchstichen am oberen Rand.‎

‎Beurer, Johann Jacob, Prediger und Theologe (1587-1663).‎

‎Brief mit eigenh. U. Weißenburg, 9. IV. 1661.‎

‎2 SS. Folio. An seinen Schwager betreffs einer Trauung, welche "auf Dienstag den 7ten May durch Priesterliche opulation in allhiesiger Pfarr Kirche wir vollziehen zu lassen entschloßen". - Johann Jacob Beurer wurde 1610 Diakon zu Heideck, neun Jahre darauf Pastor und wieder zwei Jahre später Superintendent. 1628 wurde er vom Pfalzgrafen Johann Friedrich als Hofprediger eingesetzt. Wegen der Vertreibung der evangelischen Prediger durch die Papisten zog er nach Weißenburg, wo er 1647 ein Pastorat erhielt. - Mit kleineren Randläsuren und einem kleinen Einriss am linken unteren Blattrand; etwas angestaubt.‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎2 eigenh. Briefe mit U. London und Altenberg, 12.IX und 15. XII. o.J.‎

‎Zusammen 5 SS. auf Doppelblättern. 8vo. An Wilma Baronin Haerdtl betreffs der Übersendung von Photographien. - Die bewegte Laufbahn des großen deutschen Staatsmannes begann im sächsischen diplomatischen Dienst, der ihn nach Berlin, Paris, München und London führte. Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte er seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort, einmal durch vorsichtige Annäherung an Frankreich und Rußland, zum anderen durch eine staatliche Reorganisation der Donaumonarchie. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE). - Der Br. v. 15. XII. auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Brief mit eigenh. U. Dresden, 23. XII. 1858.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. Folio. An Regierungsrat von Weber in Wien: "Se. Majestät der König haben auf Vortrag des Ministeriums des Inneren allergnädigst geruht, Ihnen in Berücksichtigung Ihrer längeren, verdienstlichen Wirksamkeit als Rath bei verschiedenen Kreisdirektionen den Charakter als geheimer Regierungsrath beizulegen [...]". - Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte Beust seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE). - Größere Randläsuren und -einrisse.‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: “Die Nachricht welche einige Zeitungen über die Todesart meines Sohnes bringen hat mich tief erschüttert [...]”. - Die bewegte Laufbahn des großen deutschen Staatsmannes begann im sächsischen diplomatischen Dienst, der ihn nach Berlin, Paris, München und London führte. Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte er seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort, einmal durch vorsichtige Annäherung an Frankreich und Rußland, zum anderen durch eine staatliche Reorganisation der Donaumonarchie. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE).‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. Altenberg, 16. I. 1874.‎

‎1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Eu. Excellenz würden mich zu lebhaftem Dank verpflichten wenn Sie mich mit einem Wort wissen lassen wollten ob ich übermorgen Sonntag um 1 oder 2 oder 3 Uhr Ihnen meinen Besuch abstatten könnte ob in Ihrer Wohnung oder im Oberstkämmerer Amte? [...]" - Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte Beust seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE).‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.‎

‎1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über einen Ausschnitt, den dieser ihm gesandt hatte. - Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte Beust seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE). - Die Verso-Seite von Bl. 2 mit kl. Registraturetikett und hs. Numerierung "15" und "62".‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Beust"). Wohl London, o. D.‎

‎1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An Baron Spaun: "Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Lützow hat gestern aus der Quelle geschöpft und müchte gern die freundliche Vermittelung des Weinhändlers in Anspruch nehmen; so auch ich. Erwünscht wäre es wenn Sie sich entschlössen. Wollen Sie so freundlich sein mir durch den Träger dieses wissen zu lassen ob u. wann wir uns heute treffen können [...]". - Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte Beust seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. "Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten" (DBE). - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf; mit einigen kleinen Stecknadeldurchstichen.‎

‎Beust, Friedrich Ferdinand Gf. von, Staatsmann (1809-1886).‎

‎Telegramm. Wien, 25. II. 1867.‎

‎1 S. Kl.-4to. An Prinz August von Sachsen Coburg Gotha: "[...] S. M. der Kaiser hat den lebhaften Wunsch Eure Hoheit im Herrenhause des Reichsrathes den Platz als erbliches Mitglied einnehmen zu sehen und ich hoffe durch Ihre Antwort in den Stand gesetzt zu werden meinem allergnädigsten Herrn die Antwort Euerer Hoheit melden zu können [...]". - Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte Beust seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. "Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten" (DBE). - Der Text und die Unterschrift nicht von eigener Hand; mit kleinen Randläsuren und gedr. Briefkopf.‎

‎Beust, Friedrich Gf. von, Oberhofmarschall (1813-1889).‎

‎Eigenh. Brief mit U. ("Graf Beust"). Weimar, 2. I. 1862.‎

‎2¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ew. Hochwohlgeboren haben, offen gestanden, durch Ihre abermalige freundliche Aufmerksamkeit den Großherzog sehr in Verlegenheit gesetzt. Höchstderselbe äußerte, als ich Ihm heut Ihre Sendung übergab S. königl. Hoheit habe Ihre neuliche so freundlich dargebotene Gabe nicht ablehnen wollen, gestehe aber, daß eine zweite Ihn in große Verlegenheit setze [...]". - Friedrich Graf von Beust war sachsen-weimarischer Oberhofmarschall, wirklicher Geheimer Rat, Generalleutnant und Generaladjutant. - Papierbedingt stärker gebräunt und mit kleinen Randläsuren.‎

‎Bezecny, Josef Frh. von, Politiker (1829-1904).‎

‎5 Briefe mit eigenh. U. Wien, 1885-89.‎

‎Zusammen 7 SS. Folio. An das Ministerium des Inneren betr. finanzieller Fragen und Abrechnungen im Zusammenhang mit Aus- und Umgestaltung, Dekoration u. a. m. des k. k. Hofburgtheaters: "Mit dem Decorations-Inspector des k.k. Hofburgtheaters Gilbert Lehner wurde behufs Anfertigung eines Gobelin-Vorhanges [...] für das neue Hofburgtheater ein Accord-Protocoll abgeschlossen, von welchem sich die General-Intendanz der k.k. Hoftheater beehrt, dem hochlöblichen k.k. Ministerium eine Abschrift zu übermitteln" (Br. v. 13. XII. 1888, ohne die erwähnte Abschrift). - Bezecny wurde 1869 Generalsekretär der Wiener Börsenkammer und im Jahr darauf Chef des Präsidialbüros im Finanzministerium, Kommissär der Kreditanstalt, Geheimer Rat und Herrenhausmitglied. 1874 zum Sektionschef und Leiter der Kredit- und Budgetsektion ernannt, hatte Bezecny von 1878-1904 das Amt des Gouverneurs der Bodenkreditanstalt inne. Nebenbei war er von 1885-98 Intendant der Wiener Hofbühnen, Präsident der Wiener Poliklinik und der Gesellschaft der Musikfreunde. Selbst leidenschaftlicher Pianist, galt Bezecny als Förderer des künstlerischen und musikalischen Lebens in Wien. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf des k. k. Hoftheaters und gestemp. Eingangsvermerk des Min. d. Inneren.‎

‎Bielka, Erich, Diplomat und Politiker (1908-1992).‎

‎Gedr. Dankeskarte mit eigenh. Grußzeile und U. O. O. u. D., [1974].‎

‎1 S. Qu.-8vo. An Staatsoperndirektor Egon Seefehlner (1912-97) mit Dank für Glückwunsche zu seiner Ernennung zum Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten. - Seit 1935 im diplomatischen Dienst tätig, war Erich Bielka ein erklärter Gegner des Nationalsozialismus und wurde nach dem "Anschluß" Österreichs verhaftet; später schloß er sich der Widerstandsbewegung an. "Nach der Rückkehr in den Diplomatischen Dienst 1945 leitete Bielka die österreichischen Vertretungen in Bern (1946/47) und in Kairo (1947/48). 1952-58 war er Gesandter, später Botschafter in Ankara und gleichzeitig im Iran und in Afghanistan akkreditiert. 1958 wurde er Leiter der wirtschaftspolitischen Sektion, 1962 Generalsekretär im Außenministerium. Bielka war 1967-72 Botschafter in Bern, 1972-74 in Paris und 1974-76 österreichischer Außenminister" (DBE).‎

‎Big Chief White Horse Eagle, Indian Chief (1822[?]-after 1930).‎

‎Autograph dedication signed, on printed portrait photograph. Adelaide Villa, Quarazze, Merano, Italy, [November 20, 1929].‎

‎1 p. on bifolium. Verso: ALS by White Horse Eagle's wife, Queen Wa-The-Na. 1p. Below the printed portrait, which occupies most of the cover page, Big Chief has penned the words, "How. Big Chief White Horse Eagle. Worlds Famous Chief Born 1822. Age 107". In the upper left corner, his second wife, a white woman called "Queen Wa-The-Na" by the Indians, writes, "God bless you all", to which some illustrations are added (three tipis and a stylized Indian motif). The inside pages bear a printed poem, "The Indian's Lament", "By the Honorable Big Chief White Horse Eagle", in 26 rhyming couplets which bear much affinity to several English Renaissance and Romantic poems, with some passages less than distantly reminiscent of Shylock's plea in "The Merchant of Venice". On the back: ALS by the "Queen" to the Austrian autograph collector Maria Sander: "In looking over our mail I find your letter and request for Big Chief's autograph. [...] I know you will appreciate having this wonderful 'Lament' written by the Big Chief. [...] We are having a wonderful time in this beautiful country. Big Chief is a century of living history and the best known and best beloved man living to-day in the world. He joins with me in sending greetings and God's blessings that you may have health, peace and happiness." With pen drawing of an Indian feather. - White Horse Eagle travelled America, Europe, and Asia, claiming to be an Osage and chief of 105 Indian tribes and bestowing chief's honors on white celebrities wherever he came. He apparently attracted Maria Sander's attention during his Grand Tour of Germany in the Spring and Summer of 1929: he had made a sensational arrival in Berlin on April 18 in full chief's array and a feather head-dress of several meters in length. He requested to shake President Hindenburg's hand, as he allegedly had done with Bismarck during his first Grand Tour in 1887. He proceeded to visit the Berlin Anthropological Society and the grave of Karl May, Germany's cult writer of westerns. After hiring on a German Wild-West circus similar to that of Buffalo Bill's, he dictated an autobiography to the Nazi historian Edgar von Schmidt-Pauli, whose aim of proving the superiority of the 'Aryans' seems to have been neatly complemented by White Horse's stirring laments over the dying Indian race. The Viennese artist Steffi Ventura painted his portrait. Later, White Horse fell into disrepute: his alleged tribesmen complained that he spoke not a word of their native language, that he knew nothing of Indian culture and religion, and that the only God he held dear was alcohol. Finally, it was apparently proven that he had African Americans among his ancestors. His age had never been believed, anyway. - With envelope addressed in the "Queen's" hand. Fine autograph of this colourful, albeit dubious persona of American history.‎

‎Bils, Anton, Militär.‎

‎Eigenh. Brief mit U. Görz, 25. V. 1866.‎

‎1 S. 8vo. An Karl Sonklar von Innstädten: “Häute [!] empfange ich [...] die Mittheilung, daß die von mir [...] pränumerierten 7 Exemplare Ihres verdienstlichen und ausgezeichneten Werkes über die ‘Tauern’ vom Kriegsministerium übernommen worden sind [...]”. - Anton Bils hatte sich im Feldzug 1849 in der Schlacht von Novara, “wo er zur Entscheidung der Schlacht durch Umsicht und Entschlossenheit wesentlich beitrug” (Wurzbach, zit. n. DBA I 102, 143), den Orden der Eisernen Krone erworben. - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-1885) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).‎

‎[Birkfeld - Steiermark]. Kolb, Johann Nepomuk, Theologe und Pfarrer (fl. um 1800).‎

‎Taufschein. Birkfeld, 14. XI. 1806.‎

‎1 S. Qu.-Folio (326:208 mm). Mit rotem Wachssiegel. Taufschein von der Pfarre St. Peter und Paul in Birkfeld im Oberen Feistritztal, für den am 2. August 1792 geborenen Joseph Graff, Sohn des bürgerlichen Mauerermeisters Johann Graff und der Helena Schlamendinger. Das gedruckte Formular eigenhändig ausgefüllt von Johann Nepomuk Kolb, "der Weldweiß- und Gottesgelährtheit Doktor Fürstbischöfflicher Rath Pfarrer, und Dechant". - Faltspuren; Steuerstempel; etwas braunfleckig; kl. Papierdurchbrüche hinterlegt und mit einem größeren Einriß; knittrig.‎

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