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Gómez de Sandoval y Rojas, Francisco, Herzog von Lerma (1552/3-1623/5).
Brief mit eigenh. U. O. O., 11. VIII. 1616 oder 1618.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. Lt. alter Antiquariatsbeschreibung an Graf Khevenhüller. - Der Enkel des Jesuitengenerals Francisco de Borja diente Philipp III. von Spanien als Minister und galt am spanischen Hof als "Kardinalmacher". "Bis auf eine Ausnahme waren alle in dieser Zeit ernannten spanische Kardinäle mit dem Duque de Lerma entweder verwandt oder waren ihm auf andere Weise eng verbunden" (Wikipedia). 1618 wurde er selbst Kardinal. Nach Jahren der nahezu unbeschränkten Macht über den König - so hatte er diesem u. a. verboten mit seiner Gattin Margarethe über Staatsangelegenheiten zu reden - seiner Stellung schließlich beraubt, zog er sich auf seine Güter zurück, wurde von den neuen Machthabern zur Rückzahlung einer hohen Geldsumme verurteilt und verstarb wenig später. - Sehr selten.
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Gottinger-Wilt, Fanny.
2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 1910 und 1911.
Zusammen 5½ SS. 8vo. Betr. die Bitte um "gütige Hülfe und Unterstützung in der Angelegenheit des Ehrengrabes meiner Eltern [...]" (Br. v. 30. XII. 1910). Fanny Gottinger-Wilt war vermutlich die Tochter des Opernsängers Heinrich Gottinger. - In altem Sammlungsumschlag.
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Graf, Ferdinand, Politiker (1907-1969).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 2. X. 1946.
¾ S. Gr.-4to. An Charlotte Seefehlner zum Ableben Ihres Gatten, Baurat Egon Ewald Seefehlner (geb. 1874), ein Eisenbahnfachmann und Elektrotechniker. - Ferdinand Graf war Direktor des Kärntner Landwirteverbandes und wurde nach dem "Anschluß" Österreichs an das Deutsche Reich zwei Jahre in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg inhaftiert; anschließend mit Aufenthaltsverbot für Österreich belegt, wurde er 1941 zur Wehrmacht eingezogen. "1945 wurde Graf Leiter des Verbandes österreichischer Landwirte und in das Generalsekretariat der ÖVP gewählt. 1945-56 war er Staatssekretär für das Sicherheitswesen im Innenministerium, bereitete den Aufbau des Bundesheeres vor und amtierte 1956-61 als Bundesminister für Landesverteidigung" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Gratz, Leopold, Politiker und Wiener Bürgermeister (1929-2006).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 11. V. 1982.
1 S. Gr.-4to. An Staatsoperndirektor Egon Seefehlner (1912-97) mit der Mitteilung von der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Wien an denselben. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Bürgermeisters der Stadt Wien und im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
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Graus, Johann, Theologe und Kunsthistoriker (1836-1921).
2 eigenh. Briefe mit U. St. Veit bei Graz, 3. bzw. 20. III. 1875.
Zusammen 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-8vo. An die k. k. Central-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale betreffs der Zuweisung eines Honorars für einen in deren "Mitteilungen" publizierten Aufsatz: "[...] Erhielte ich nähmlich etwas dafür, so käme es mir insofern sehr gelegen, da ich es auf meiner bevorstehenden Römerfahrt nutzbringend in Italien verwenden [...] könnte". - Graus lehrte seit 1875 christliche Archäologie und Kunstgeschichte am Priesterseminar in Graz; im selben Jahr übernahm er die Redaktion der Zeitschrift "Der Kirchenschmuck". 1872 wurde er ehrenamtlicher Landeskonservator für die Steiermark, 1911 nach der Ernennung hauptamtlicher Landeskonservatoren in den Denkmalrat berufen. Von 1903 bis 20 war er zudem Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Graz. - Der Brief vom 3. III. 1875 mit kl. Bearbeitungsvermerk.
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[Graz].
Konvolut von 9 Graz betreffenden gedruckten Formularen bzw. Urkunden. Graz, 1760-1822.
Versch. Formate, gefaltet. Sehr interessantes Konvolut zumeist gedruckter, handschriftlich ausgefüllter bzw. ergänzter Urkunden. - A) 1. I. 1760, Graz: Bewilligung für den "Salniter-Macher" (Salpetererzeuger) Joseph Händl zu St. Leonhard "Ausser Gräz" in den genannten Distrikten der Stadt Graz, sowie auf den Burgfrieden, Landgerichten und Märkten Wildon, Stainz, Voitsberg, Gleisdorf und Peggau ausüben zu dürfen. Unterschrift „J. Pesrer, Zeugamt- etc. Inspektor. Amtssiegel unter Papierschutz“. - B) 21. I. 1782, Graz: Carl Borromäus Graf Colloredo etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., überläßt als "nutzbares Eigenthum" dem Gregor Leeb und dessen Ehefrau Maria ein um 500 Gulden von Herrn Constantin Freiherren von Baltram gekauftes, zur Grundherrschaft am Leech dienstbares Grundstück mit Behausung und genannten Grenzen. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 1 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel neben der Initiale. Handschriftlicher Dorsalvermerk: "Kaufbrief an Gregor Leeb und Maria seine Ehewürthin über eine Behausung und Grundstück am Lee(c)hfeld lieg(end) laut(end). Amt Lee(c)hfeld Dat. 21tn Jenner (1)782". - C) 21. I. 1782, Graz: Carl Borromäus Graf Colloredo etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., überläßt dem Gregor Leeb und dessen Ehefrau Maria eine um 1000 Gulden von Herrn Constantin Freiherren von Baltram gekaufte, zur Grundherrschaft am Leech dienstbare Behausung und einen Garten mit genannten Grenzen. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 1 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel neben der Initiale. Handschriftlicher Dorsalvermerk: "Kaufbrief an Gregor Leeb und Maria seine Ehewürthin über eine Behausung und Grundstück am Lee(c)hfeld lieg(end) laut(end). Amt Lee(c)hfeld Dat. 21tn Jenner (1)782". - D) 21. I. 1782, Graz: Carl Borromäus Graf Colloredo etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., überläßt dem Gregor Leeb und dessen Ehefrau Maria den um 500 Gulden von Herrn Constatin Freiherren von Baltram gekauften, zur Grundherrschaft am Leech dienstbaren sogenannten "Portner"-Acker mit genannten Grenzen. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 1 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel neben der Initiale. Handschriftlicher Dorsualvermerk: "Kaufbrief an Gregor Leeb und Maria seine Ehewürthinn über den so genannten Portner A(c)ker am Lee(c)hfeld lieg(end) laut(end). Amt Lee(c)hfeld Dat. 21tn Jenner (1)782". - E) 13. III. 1795, Graz: Aloys Reichsgraf von Harrach etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., beurkundet dem Joseph Seltenhammer und dessen Ehefrau Theresia die Übernahme einer zur Grundherrschaft am Leech dienstbaren Behausung Nr. 125 samt Grundstück in genannten Grenzen im Wert von 500 Gulden, welche von Gregor Leeb, dem verstorbenen Ehemann der Theresia an diese gelangt war, und setzt die jährliche Abgabe von 6 fl. und 37 kr. fest. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenen Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 2 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel neben der Initiale. Teilweise handschriftlicher Dorsualvermerk: "Kauf- und Vertragsbrief an Joseph Seltenhammer und Theresia desssen Ehefrau uiber eine Behausung samt Grundstück. Amt Leechfeld. Datiert 21 tn Jenner (1)795". - F) 8. VIII. 1795, Graz: Aloys Reichsgraf von Harrach etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., beurkundet dem Joseph Seltenhammer und dessen Ehefrau Theresia die Übernahme eines zur Grundherrschaft am Leech dienstbaren, von Johann Michael Trattner und dessen Ehewirthin Anna anläßlich einer öffentlichen "Licitation" (Versteigerung) um 1220 fl. erworbenen Dominikalackers. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 2 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel neben der Initiale. Teilweise handschriftlicher Dorsalvermerk: "Kauf- und Vertragsbrief an Joseph Seltenhammer und Theresia dessen Ehefrau uiber einen Dominicalacker am Lechfeld. Amt Leechfeld. Datiert 8tn 8ber (= Oktober) (1)795". - G) 15. XII. 1806, Graz: Karl Herr von Zinzendorf und Pottendorf etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., beurkundet, daß Joseph Seltenhammer nach dem Tod am 31. Dezenber 1805 seiner Ehefrau Theresia den gemeinschaftlich besessenen "Pratterischgen" Acker übernommen habe. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 2 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel. Teilweise handschriftlicher Dorsulvermerk: "Kauf- und Schirmbrief von der [...] Kommende Gratz am Lech an Joseph Seltenhamer über einen Acker. Amt Leechfeld. Datiert 15 Dec(ember) 1806". - H) 6. VI. 1814, Graz: Ehevertrag zwischen Joseph Seltenhammer, Amtmann am Lechfeld, und seiner Gattin Theresia, geborene Alphons. Angeführt sind elf Vertragspunkte über Rechte und Pflichten der Vertragspartner bezüglich der gemeinsamen Realitäten etc. Zwei zusammengebundene Konzeptblätter mit 6 SS. (S. 6 unbeschrieben). Keine Siegelung. - I) 12. I. 1822, Graz: Karl Herr von Zinzendorf und Pottendorf etc., Landkomtur des Deutschen Ordens der Ballei Österreich etc., beurkundet, daß Joseph Seltenhammer, herrschaftlicher Amtmann am Lechfeld, dem Herrn Karl von Huttenberg sein zur Kommende dienstbares "Häuschen" Nr. 615 samt Garten in der Zinzendorfgasse um 1000 fl verkauft habe. Gedrucktes Formular mit handschriftlich eingetragenem Betreff. Unterschrift des Landkomturs, aufgedrücktes Petschaft Typar 3 der Ballei Österreich in rotem Siegellack. Taxstempel. Teilweise handschriftlicher Dorsalvermerk: "Kauf- und Schirmbrief von der [...] Kommende Gratz am Lech an Joseph Seltenhamer Haus und Graten. Amt Neuleechfeld. Datiert 12tn Jenner 1822".
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Gregory XVI, Pope (1765-1846).
Autograph corrections in ms. draft. Rome, 28 Feb. 1839.
4to. 2 pp. 10 lines of autograph corrections by Pope Gregory within the draft of a Papal decree in Latin concerning the Friors Minor. At the end the Pope has added the words “Datum Rom[a]e ex Palatio Quirinali“. - In good condition.
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Grim, Salomon.
Eigenh. Empfangsbestätigung mit U. und hs. Ein- und Ausgabenliste. O. O., 27. IV. 1636.
Drei Zeilen auf Doppelblatt bzw. 1 S. auf Doppelblatt. Folio. Bestätigt den Erhalt von 500 Gulden "von der Stadt Stendhal empfangen auss Herrn Obristen Johan Mauritz Wrangel Regiment". - Die von anderer Hand stammende und unatierte Ein- und Ausgabenliste verzeichnet die an Angehörige des Wrangelschen Regiments ausbezahlten Löhne.
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Grohmann, Paul, Alpinist und Gründer des Österreichischen Alpenvereins (1838-1908).
Eigenh. Brief mit U. [Wien], o. D.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Die Theilnahme die Sie unserm jungen Vereine wenigstens im vorigen Jahre schenckten [!] bestimmt mich den Versuch zu machen E. W. zu bewegen unsere diesjährigen 'Mittheilungen' mit einem literarischen Beitrag aus Ihrer eigenen Feder zu zieren [...]". - Als wohlhabender Privatmann aller materiellen Lasten enthoben, widmete sich der Neffe des Philosophen Christian August Grohmann von früh an dem Bergsteigen, bestieg schon als Siebzehnjähriger als erster Tourist den Gipfel des Reißkofels und unternahm in der Folge zahlreiche Erst- und Zweitbesteigungen in den Dolomiten, den Zillertaler und den Karnischen Alpen. 1862 gründete er mit dem Geologen Edmund von Mojsisovics und Guido von Sommaruga den Österreichischen Alpenverein. Daneben veröffentlichte Grohmann mehrere Karten und Reisehandbücher. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.
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Grosser, Otto, Anatom (1873-1951).
Ms. Brief mit eigenh. U. Thumersbach, 30. XI. 1949.
1 S. Qu.-8vo. An den Chirurgen und Krebsforscher Leopold Schönbauer: "Eben erhalte ich die Fahnen 52 bis 96 Deines Lehrbuches. Ich werde sie durchgesehen nach Wien mitbringen [...] Hoffentlich hast Du meine Darlegung der Blasenentwicklung und auch den Brief mit drei Blasenphotogrammen [...] erhalten [...]". - Grosser war Professor für Anatomie an der Deutschen Universität; seine "hauptsächlich embryologische Forschungen beschäftigten sich mit den entwicklungsgeschichtlichen Grundlagen von Körpermißbildungen, den Ernährungswegen von Embryos, Typologien der Plazenta sowie den Berechnungsmöglichkeiten von Empfängnisterminen. Seine lehrbuchhaften Vorlesungen über die topographische Anatomie des Menschen (1950) gelten als grundlegend" (DBE). - Leopold Schönbauer (1888-1963) war Begründer der Neurochirurgie in Österreich und errichtete zusammen mit Karl Honey und Julius Tandler die erste Krebsberatungsstelle in Wien; von 1945 bis 61 Direktor des Allgemeinen Krankenhauses und provisorischer Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin - dessen "Beiträge" er ab 1948 herausgab -, war Schönbauer zusammen mit dem Psychiater und Neurologen Hans Hoff und dem Internisten Karl Fellinger an den Planungen zum Neubau des Allgemeinen Krankenhauses beteiligt. - Auf Briefpapier mit Namensstempel; im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
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Grübl, Raimund, Politiker (1847-1898).
Kanzleibrief mit eigenh. Namenszug. Wien, 6. XII. 1894.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An Julius Rt. von Newald (1847-98): "Unter Bezugnahme auf mein Schreiben vom 29. Juli d. J. beehre ich mich das Ersuchen zu stellen, den Maler Eugen Felix behufs Annahme des Bildnisses Euer Hochwohlgeboren empfangen zu wollen [...]". - Grübl war von März 1894 bis zum Mai des darauffolgenden Jahres Bürgermeister von Wien. Nach den für die Liberalen ungünstigen Wahlen d. J. 1895, die Karl Lueger zum Vizebürgermeister machten, trat er freiwillig von seinem Amt zurück. - Julius Newald, 1864 in den Wiener Gemeinderat gewählt und Vertreter der rechtsliberalen Mittelpartei, wurde 1868 zweiter und amtierte von 1878-82 als erster Bürgermeister von Wien. - Eugen Felix (1836 o. 37- 1906) studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste als Schüler von Ferdinand Georg Waldmüller, in Paris bei Léo Cogniet und ließ sich nach Studienreisen durch Europa 1868 in Wien nieder. Zunächst erfolgreicher Tier- und Genremaler, schuf er später weibliche Akte und beschäftigte sich in den achtziger Jahren mit Bildnismalerei; von 1886-90 stand er der Wiener Künstlergenossenschaft vor. - Mit gepr. Briefkopf des Bürgermeisters der Stadt Wien.
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Grünne, Philipp Ferdinand Gf. von, Militär (1762-1854).
4 eigenh. Briefe mit U. Wien und Dobersberg, 1813 und 1814.
Zusammen 5½ SS. Gr.-8vo. Briefe von durchwegs dienstlichem Charakter an Rittmeister von Wisniosky: "Die unangenehme Dienstleistung, welche mit dem Commando einer reserve Escadron verbunden ist, erkenne ich eben so wohl, als mir Euer Wohlgeboren Wunsch eine Feld-Escadron zu commandiren nicht befremdend ist. Indessen werden Sie jedoch selbst einsehen, daß eine mehrmalige Verwechslung in dem Commando der für die Unterstützung des Regiments so wesentlichen Reserve ohne großen Nachtheil des Dienstes nicht wohl Pla[t]z greifen kann [...]" (Br. v. 22. XII. 1813). - Grünne kämpfte als Rittmeister 1788 gegen die Türken, wurde von Kaiser Franz I. zunächst zum Flügeladjutanten, dann zum Generaladjutanten ernannt und erwarb sich als Referent des obersten Chefs des Kriegswesens Verdienste bei der Heeresorganisation. Lange Jahre war er Vertrauter des Erzherzogs Karl, zuletzt dessen Obersthofmeister, und wirkte an dessen literarischen Arbeiten mit. - Tls. mit kl. Einr. a. d. Rändern, insgesamt jedoch gut erhalten.
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Grünne, Philipp Ferdinand Gf. von, Militär (1762-1854).
4 eigenh. Schriftstücke mit U. Wien, 1848 und 49.
Zusammen 4 SS. auf 4 Bll. 4to. In seiner Funktion als "Stellvertreter des k.k. Ersten Obersthofmeisters" an das k. k. Hofzahlamt betr. offener Rechnungen. - Grünne kämpfte als Rittmeister 1788 gegen die Türken, wurde von Kaiser Franz I. zunächst zum Flügeladjutanten, dann zum Generaladjutanten ernannt und erwarb sich als Referent des obersten Chefs des Kriegswesens Verdienste bei der Heeresorganisation. Lange Jahre war er Vertrauter des Erzherzogs Karl, zuletzt dessen Obersthofmeister, und wirkte an dessen literarischen Arbeiten mit.
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Gudenus, Leopold Gf., Diplomat und Oberstkämmerer (1843-1913).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 2. I. 1902 [?].
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Excellenz: “Anknüpfend an unser gestriges Gespräch erlaube ich mir darzulegen wie das Ansuchen um Hof-Zutritt mit den bestehenden Vorschriften in Einklange steht oder nicht. Vorgeschrieben sind auf väterlicher Seite 8 adelig geborene Ahnen in oberster Reihe, u. 4 dergleichen auf mütterlicherseite [...] Es ist zu meinem Bedauern nicht möglich persönlichen Verhältnissen die Rücksicht angedeihen zu lassen die man gerne wünschen würde [...]”. - Gudenus, ehedem Militär und Legationssekretär im diplomatischen Dienst, war ein Jahrzehnt lang Vertreter des verfassungsgetreuen Großgrundbesitzes im niederösterreichischen Landtag und im Reichsrat; 1893 wurde er Landmarschall von Niederösterreich und im Jahr darauf Obersthofmeister und Reisebegleiter der Kronprinzessin-Witwe Stephanie; 1887 wurde er Oberstjägermeister und später Oberstkämmerer; 1907 wurde er in den Adelsstand erhoben. Vgl. ÖBL II, s. v.
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Gudenus, Leopold Gf., Diplomat und Oberstkämmerer (1843-1913).
Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 16. XI. 1904 (?).
2 SS. Qu.-8vo. Wohl an die namentlich nicht genannte Gattin von Alfred Rt. von Lindheim (1836-1913) betreffs der Zusendung eines Buches. - Gudenus, ehedem Militär und Legationssekretär im diplomatischen Dienst, war ein Jahrzehnt lang Vertreter des verfassungsgetreuen Großgrundbesitzes im niederösterreichischen Landtag und im Reichsrat; 1893 wurde er Landmarschall von Niederösterreich und im Jahr darauf Obersthofmeister und Reisebegleiter der Kronprinzessin-Witwe Stephanie; 1887 wurde er Oberstjägermeister und später Oberstkämmerer; 1907 wurde er in den Adelsstand erhoben. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Guglielmi, Ludwig, Bischof von Scutari (1803-1852).
Eigenh. Brief mit U. Zara, 26. III. 1840.
2 SS. Gr.-4to. In italienischer Sprache an einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Ludwig Guglielmi war eben von Papst Gregor XVI zum Bischof von Scutari ernannt worden und trat dieses Amt am 10. August 1840 an. "Sein segensreiches Wirken auf diesem Posten, in einem Lande, wo jedem seiner Schritte Hindernisse begegneten, gehört der Kirchengeschichte an" (Wurzbach VI, 28).
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Guglielmi, Ludwig, Bischof von Scutari (1803-1852).
Eigenh. Brief mit U. Zara, 25. VI. 1840.
3 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to. In italienischer Sprache an einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Ludwig Guglielmi war eben von Papst Gregor XVI zum Bischof von Scutari ernannt worden und trat dieses Amt am 10. August 1840 an. "Sein segensreiches Wirken auf diesem Posten, in einem Lande, wo jedem seiner Schritte Hindernisse begegneten, gehört der Kirchengeschichte an" (Wurzbach VI, 28). - Am rechten Rand mit größeren Läsuren und Einrissen, sonst gut erhalten.
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Gustav, Fst. zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1837-1889).
Eigenh. Brief mit U. Berleburg, 25. X. 1854.
1 S. 4to. An seinen Vetter Max: "Mit traurigem Gemüthe theile ich dir die tiefbetrübende Nachricht mit, daß der Allmächtige meine unvergeßliche Mutter [d. i. Charlotte Gfn. zu Ortenburg] am 21ten Nachmittags ½2 Uhr in ein besseres Leben gerufen. Sie starb ohne alle Schmerzen. Heute ist die Beerdigungsfeierlichkeit [...]". - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand; mit kl. Ausr. im rechten Rand (keine Textberührung), dort auch stärker lappig und gebräunt.
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Habietinek, Karl, Jurist (1830-1915).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 30. XI. 1871.
½ S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Sektionschef mit der Einladung, "am nächsten Sonntag - 3 Uhr - bei uns speisen zu wollen [...]". - Habietinek in dem Jahr, aus dem unser Brief datiert, Justizminister. Während seiner nur achtmonatigen Amtszeit erließ er das Grundbuchgesetz und die Notariatsordnung. Seit 1879 dem österreichischen Herrenhaus und seit 1881 dem Geheimen Rat angehörend, wurde er 1891 Zweiter und acht Jahre später Erster Präsident des Obersten Gerichtshofs. - Auf Briefpapier mit gepr. kallligr. Monogramm. - In altem Sammlungsumschlag.
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Hach, Theodor, Jurist, Bibliothekar und Kulturhistoriker (1846-1910).
Eigenh. Brief mit U. München, 16. XI. 1880.
4 SS. auf Doppelblatt. 4to. An den Staatsmann und Historiker Joseph Alexander Frh. von Helfert (1820-1910), Präsident der k. k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale: "Als vor fast einem Jahre die schmerzliche Kunde von dem Hinscheiden des Professors an der Universität München und ersten Conservators am Bayerischen Nationalmuseum, Dr. Josef Anton Meßmer, sich verbreitete, wurden namentlich die Kreise, welchen das Studium christlicher Archäologie und mittelalterlicher Kunst am Herzen liegt, mit gerechter Trauer um den Verlust eines Mannes erfüllt, welcher auf dem von ihm betriebenen Gebiete der Wissenschaft Hervorragendes geleistet, eine der wichtigsten Fragen: die nach dem Ursprunge der christlichen Basilika, endgültig gelöst hatte und von dessen unermüdlicher Arbeitskraft und bewundernswerter Gründlichkeit man noch manchen werthvollen wissenschaftlichen Baustein, sowie den Abschluß eines bereits begonnenen Handbuches der kirchlichen Kunstarchäologie erhoffen durfte [...]". - Kurz, worum Hach ersucht, ist die Erlaubnis "zum Wiederabdruck der in den 'Mittheilungen der k.k. Central-Commission' enthaltenen Arbeiten des verstorbenen Prof. Dr. J. A. Meßmer in München zum Zwecke der Aufnahme derselben in die zu veranstaltende Gesamtausgabe von dessen Arbeiten". - Hach wurde 1885 Konservator am Kulturhistorischen Museum in Lübeck und war von 1889 bis 1910 Stadtbibliothekar daselbst. - J. A. Frh. v. Helfert war seit 1848 im Wiener Unterrichtsministerium tätig, gründete das Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, war Präsident der Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und vertrat seit seiner Aufnahme ins Herrenhaus 1881 eine konservativ-patriotische Linie. Daneben war der Jurist und Historiker Präsident der Leo-Gesellschaft, Schwester der deutschen Görres-Gesellschaft, und Verfasser zahlreicher historischer Arbeiten.
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Hager, Günther.
Quittung mit eigenh. U. O. O., 10. XII. 1608.
½ S. Folio. Quittiert den Betrag von 3630 Gulden. - Mit papiergedecktem Siegel und kl. Ausschnitt am unteren Rand; papierbedingt stärker gebräunt; an drei Rändern durchgehend mit kl. Läsuren.
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Haimer, I.
"Einfache Zusammenstellung des Nothwendigsten als Behelf zum Religionsunterrichte für katholische Kinder". Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. Wien, 1872.
13 num. SS. auf 7 Bll. OBr. 8vo. Originalmanuskripte des Autors zur Erlangung des Imprimatur mit entsprechendem Zensurvermerk. - Der Verfasser war, wie aus dem Titelzusatze hervorgehend, Religionslehrer an der städtischen Bürgerschule im 9. Bezirk". - Vorderer Innendeckel mit hs. Namenszug des Adolf Oberhuemer.
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Hainisch, Marianne, Frauenrechtlerin (1839-1936).
Eigenh. Brief mit U. sowie zwei Visitkarten mit jeweils mehreren eh. Zeilen. Wien und Pottschach, 1904-1906.
Zusammen 7 SS. Verschiedene Formate. An den namentlich nicht genannten Alfred Rt. von Lindheim (1836-1913) betreffs der Zusendung seiner Werke wie auch über in Aussicht gestellte Begegnungen. - Die Mutter des ersten Bundespräsidenten der Ersten Republik Michael Hainisch war eine der großen historischen Frauenrechtlerinnen und die Begründerin der österreichischen Frauenbewegung. 1870 als erste Frau Österreichs eine offizielle Rede haltend, trat sie in Rede und Schrift gegen die konventionellen Vorstellungen ihrer Zeitgenossen an, gründete u.a. mit Marie von Ebner-Eschenbach und Bertha von Suttner den Bund österreichischer Frauenvereine, den sie 1904 dem ‘International Council of Women’ (ICW) anschloß und dessen Vorsitz sie bis 1924 innehatte, und war von 1912 an Präsidentin des neugegründeten Wiener ‘Mädchengymnasiums für erweiterte Frauenbildung’. Auf ihre Anregung hin kam es 1924 in Österreich zur Einführung des Muttertags. - Der Adressat wurde 1868 leitender Direktor der neugegründeten Wiener Handelsbank und war Mitbegründer der ersten Wiener Lagerhäuser und des Lokaltelegraphen. Er gehörte jahrzehntelang dem Direktionsrat der mit der Handelsbank vereinigten Unionsbank an, war 1876-78 dessen Vizepräsident und 1879-1909 Präsident des Schiedsgerichts der Warenbranche an der Wiener Börse sowie seit 1877 Mitglied der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer. Als sein bekanntestes Werk gilt das 1891 erstmals erschienene ‚Schiedsgericht im modernen Zivilprozeß‘. - Mit knappen biographischen Notizen zur Verfasserin von fremder Hand auf der Verso-Seite.
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Hainisch, Marianne, Frauenrechtlerin (1839-1936).
Eigenh. Postkarte mit U. [Wien], 22. XI. 1932.
2 SS. Qu.-8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin: „Ihr Brief erfasst mich sehr, auch stimme ich Ihrem Aufsatz vollkommen bei [...]“. - Die Mutter des ersten Bundespräsidenten der Ersten Republik Michael Hainisch war eine der großen historischen Frauenrechtlerinnen und die Begründerin der österreichischen Frauenbewegung. 1870 als erste Frau Österreichs eine offizielle Rede haltend, trat sie in Rede und Schrift gegen die konventionellen Vorstellungen ihrer Zeitgenossen an, gründete u.a. mit Marie von Ebner-Eschenbach und Bertha von Suttner den Bund österreichischer Frauenvereine, den sie 1904 dem ‘International Council of Women’ (ICW) anschloß und dessen Vorsitz sie bis 1924 innehatte, und war von 1912 an Präsidentin des neugegründeten Wiener ‘Mädchengymnasiums für erweiterte Frauenbildung’. Auf ihre Anregung hin kam es 1924 in Österreich zur Einführung des Muttertags. - Die Verso-Seite mit knappen biographischen Notizen zur Verfasserin von fremder Hand.
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Halbhuber von Festwill, Anton Frh., Politiker (1809-1886).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. VII. 1861.
1 S. 4to. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Ich erlaube mir Euer Hochwohlgeboren meinen wärmsten und verbindlichsten Dank für den uns [...] so freundlich und erfolgreich geleisteten ärztlichen Beistand auszusprechen [...]“. - Halbhuber von Festwill war Statthalter in Niederösterreich und wirkte in derselben Tätigkeit seit 1865 in Holstein. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den „Konstitutionell-monarchistischen Verein“; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
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Hammerl, Wolfgang, privy secretary to the Emperor (fl. 1510).
Receipt signed. Landau/Pfalz, 25 April 1508.
Oblong 8vo. 1 p. Acknowledging the receipt of 9 guilders.
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Hammerstein, William Frh. von, Militär (1785-1861).
Brieffragment mit eh. Namenszug. Schloß Albrechtsberg, 15. VIII. 1851.
½ S. 152:210 mm. Der bereits in der Schlacht von Jena 1806 sich verdient gemacht habende junge Militär wurde im Alter zum kommandierenden General von Galizien ernannt und gebot den Freiheitsbestrebungen der 48er Revolutionäre durch das Bombardement Lembergs Einhalt, was ihm des Kaisers wie der Bevölkerung Lob eintrug. Seinen Lebensabend verbrachte er auf seiner Herrschaft Albrechtsberg in der Nähe von Melk.
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Handel, Paul Anton von, Diplomat (1776-1847).
4 (davon 3 eigenh.) Briefe mit U. ("PAvHandel"). Frankfurt a. M., 1818 und 1819.
Zusammen 14 SS. auf 10 Bll. Meist 4to. An Johann Nepomuk Freiherr von Bartenstein, u. a. betreffs des Verkaufs "der fürstl. Metternichschen überrheinischen Güter: "[...] Merkwürdig ist es, daß die Käufer behaupten und Herr R. R. Mck bestätiget, daß die ersten um 500 Morgen Wald weniger hätten, als abgeschä[t]zt worden sei? Auch hierauf habe ich Herrn von Stramberg aufmerksam gemacht, - es scheint aber er glaubt seiner Sache gewiß zu sein. Herr von Stramberg bemerkt in seinem Schreiben an den Fürsten, es sei nachtheilig gewesen, daß die Abschriften der Tabellen welche ehemals in Regensburg bei der Reichsdeputation eingereicht worden wären, der Koblenzer Regierung wieder mitgetheilt worden seien, - allein diese Mittheilung [...] war auch darum nicht so bedenklich, weil die Preußische Regierung offenkundig in dem Besitze aller Verhandlungen über die Entschädigung der Reichsgrafen in Schwaben ist und jede Verdrehung der klar ausgesprochenen Absicht des Fürsten zuwider ist [...]" (a. d. Br. v. 7. IV. 1818). - Paul Anton von Handel war von 1816 bis 1834 als österreichischer Ministerresident am großherzoglich hessischen und herzoglichen nassauischen Hof sowie bei der freien Reichsstadt Frankfurt tätig. Er besorgte gleichzeitig die verantwortungsvollen Geschäfte eines Direktors der Kanzlei des Deutschen Bundes in Frankfurt. "In Anerkennung dieser dem österreichischen Erzhause und dem Kaiserstaat geleisteten Dienste" erhob ihn Kaiser Franz I mit Reskript vom 20. Mai 1819 taxfrei in den österreichischen Freiherrenstand. - Beiliegend ein wohl von Sekretärshand verfaßter Auszug eines Schreibens von Handel an Fürst Metternich.
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Handel, Paul Anton von, Diplomat (1776-1847).
4 eigenh. Briefe mit U. ("PAvHandel"). Frankfurt a. M., 1817 und 1818.
Zusammen 9 SS. auf 8 (=4 Doppel-)Blatt. Gr.-4to. Mit zwei Beilagen (s. u.). An einen namentlich nicht genannten Freiherrn, wohl Johann Nepomuk Freiherr von Bartenstein: "Für die mir Mittels geehrten Erlaßes vom 15. Jänner mitgetheilte Nachricht welche mich hoffen läßt, daß Se. Durchlaucht der Fürst von Metternich das Schwierige meiner Lage würdigen und Abhilfe treffen werden, sage ich Ew. Exzellenz meinen verbindlichsten Dank. Nur allein in dieser Hof[f]nung baldiger Erleichterung habe ich heute einen officiel[l]en Bericht zurückgelegt worin ich das Bekenntniß ablege, daß es mir unmöglich sei, verschiedene mir ertheilte Aufträge zu erfüllen, weil mich das Bundestags Protokoll schlechterdings hindert, irgend ein anderes Geschäft damit zu verbinden. Ich kann es nicht auf meine Verantwortung nehmen, Arbeiten, an deren Erledigung das Interesse des Staates und des Dienstes geknüpft ist, auf den ungewißen Zeitpunkt zu verschieben, wann ich einmal Zeit dazu gewinnen werde [...]" (a. d. Br. v. 27. I. 1817). - Paul Anton von Handel war von 1816 bis 1834 als österreichischer Ministerresident am großherzoglich hessischen und herzoglichen nassauischen Hof sowie bei der freien Reichsstadt Frankfurt tätig. Er besorgte gleichzeitig die verantwortungsvollen Geschäfte eines Direktors der Kanzlei des Deutschen Bundes in Frankfurt. "In Anerkennung dieser dem österreichischen Erzhause und dem Kaiserstaat geleisteten Dienste" erhob ihn Kaiser Franz I. mit Reskript vom 20. Mai 1819 taxfrei in den österreichischen Freiherrenstand. - Beiliegend ein wohl von Sekretärshand verfaßter Auszug eines Schreibens von Handel an einen Hrn. C. v. Stramberg (wohl der Historiker Christian von Stramberg) sowie ein von derselben Hand verfaßter Brief an einen namentlich nicht genannten Freiherrn mit wohl eh. U. von P. A. v. Handel.
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Hantsch, Hugo, Pfarrer, Universitätsprofessor und Historiker (1895-1972).
Ms. Brief mit eigenh. U. Salzburg, 7. VIII. 1957.
½ S. 4to. Mit ms. adr. Kuvert. An Josef Wesely mit Dank für Wünsche zu einer ihm verliehenen Auszeichnung. - Hugo Hantsch empfing 1918 die Priesterweihe, war Archivar in der Bibliothek des Grafen Schönborn in Wiesentheid und habilitierte sich 1930 an der Universität Wien mit einer Arbeit über die österreichische Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. 1935 erhielt er einen Ruf als Professor an die Universität Graz. "Kurz nach der Veröffentlichung seines Werkes 'Geschichte Österreichs' (1937) wurde das Buch von den Nationalsozialisten verboten. Hantsch wurde 1938 von der Gestapo verhaftet. Bis 1939 war er in verschiedenen Konzentrationslagern, u. a. im KZ Buchenwald, interniert. Nach seiner Entlassung trat er eine Pfarrstelle im niederösterreichischen Ravelsbach an" (DBE). Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er wieder an einer Universität, diesmal in Wien, lehren. Zudem war Hantsch Vorsitzender der Kommission für neuere Geschichte Österreichs und gab ab 1953 die Wiener historischen Studien und 1962 Gestalter der Geschicke Österreichs heraus. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Internationalen Stiftung Mozarteum.
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Harrsch, Ferdinand Gf. von, Militär (1704-1792).
Schreiben mit eigenh. U. Wien, 10. II. 1760.
2 SS., halbbrüchig beschrieben. Folio. "Unterthänigster gehorsambster Rapport" aus dem Siebenjährigen Krieg an Herzog Karl von Lothringen: "Gleichwie mir nunmehro von aufhabenden Genie-Wesens General-Pro-Directorii wegen vorzüglich obliegt, meine größte Sorgfalt, und Bemühung nach Maaßstab deren anjezo vorligenden Kriegs-Umständen anzuwenden, und schon zum voraus dahin bedacht zu seyn, damit in Ereignuß-Fall eine über kurz, oder fall [!] unternohmen werden därffenden Belagerung ein disfällig hinreichendes Corps aus tauglichen Ingenieurs-Officiers zusammen gesezt und gleichsamt in Bereithschafft gehalten werden möge; So habe ich in dieser nothwendigen Rücksicht Ihro K. K. Mayt. dero allerhöchster Willensmeinung gemäß nicht nur allein all jenes, was zur Erreichung dieses heilsamen Endzwecks beförderlich, mittelst der in Abschrifft anfindigen Nota allerunterthänigst vorgetragen, sondern auch darinnen gelegenheitlich angemerket, wie nüzlich Es wäre, wen die verhandene Bibliotheck des abgelebten Generalfeldzeugmeisters Bohn denen Erben abgelöset, und solche dem General-Pro-Directorio für beständig beygelassen würde [...]". - Ferdinand Gf. Harrsch war Direktor des Genie-Wesens und kommandierender General im Banat und in Böhmen. 1754 wurde er Landeshauptmann von Görz und Friaul und schloß 1753 den Grenzvertrag mit der Republik Venedig; 1772 wurde er Gouverneur von Schlesien. - Beiliegend von alter Hand beschriebener Umschlag mit biographischen Angaben aus Wisgrill. - Skartierter Hofkriegsratsakt (1760-17-16) mit kl. Randläsuren und -einrissen; im Rand etwas angestaubt.
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Hartel, Wilhelm (August) Ritter von, Politiker und Philologe (1839-1907).
Eigenh. Brief mit U. Karlsbad, 15. IV. 1905.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. “Ihr Unternehmen, dem Dichter Hamerling ein Denkmal zu weihen, werde ich in jeder Art unterstützen [...]”. - Hartel, Professor für klassische Philologie, war seit 1896 Sektionschef für die Hoch- und Mittelschulen im Ministerium für Unterricht und Kultus und hatte von 1900-05 das Amt des Unterrichtsministers inne. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, u. a. über Homer, Demosthenes und attisches Staatsrecht, edierte patristische Texte, gründete 1879 die "Wiener Studien" und war seit 1866 Mitherausgeber des ‘Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum’, seit 1887 der ‘Bibliotheca Patrum Latinorum Hispanorum’. Als Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 1899 auch Vizepräsident) initiierte Hartel 1899 die "Internationale Assoziation der Akademien" in Wiesbaden. Vgl. Czeike III, 63. - Das Denkmal für Robert Hamerling, 1908 von dem Bildhauer Johann Scherpe geschaffen, wurde während des Zweiten Weltkriegs entfernt und nicht wieder aufgestellt. - Der Brief an den Schriftsteller und Journalisten Julius Patzelt (1864-1941), der seit 1898 Chefredakteur des ‘Deutschen Volksblatts’ war. - In altem Sammlungsumschlag.
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Hartel, Wilhelm (August) Ritter von, Politiker und Philologe (1839-1907).
Gedr. Visitkarte mit 7 eigenh. Zeilen. O. O., 15. VI. 1884.
2 SS. Dankt einem namentlich nicht genannten Kollegen “für Ihre freundlichen Zilen, die mich sehr gefreut, Hoffentlich kann ich denselben [d. i. Dank] bald persönlich wiederholen”. - Hartel, Professor für klassische Philologie, war seit 1896 Sektionschef für die Hoch- und Mittelschulen im Ministerium für Unterricht und Kultus und hatte von 1900-05 das Amt des Unterrichtsministers inne. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, u. a. über Homer, Demosthenes und attisches Staatsrecht, edierte patristische Texte, gründete 1879 die "Wiener Studien" und war seit 1866 Mitherausgeber des ‘Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum’, seit 1887 der ‘Bibliotheca Patrum Latinorum Hispanorum’. Als Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 1899 auch Vizepräsident) initiierte Hartel 1899 die "Internationale Assoziation der Akademien" in Wiesbaden. Vgl. Czeike III, 63.
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Hartig, Franz de Paula Gf. von, Staatsmann (1789-1865).
2 (davon ein 1 eigenh.) Briefe mit U. Mailand, 19. VII. 1834 bzw. 17. III. 1835.
Zusammen 3 SS. 4to bzw. gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Da ich aus Euer Wohlgebornen Zuschrift vom 8. Okt. v. J. ersehen habe, daß Sie das Ihnen übersandte ökonomische Werk des Herrn Doktors Lomeni Ihrer Aufmerksamkeit werth fanden, so erlaube ich mir, Euer Wohlgeboren im Anschlusse den zweiten Theil dieses Werkes mit der Bitte zu übersenden, solches als einen Beweis meiner Erinnerung gefälligst anzunehmen [...]" (Br. v. 17. III. 1835). - Gemeint sind wohl der erste und zweite Teil von Ignaz Lomenis "Varietà agrarie economiche e tecnologiche". - Die bewegte Laufbahn Hartigs begann 1809 in der Staatskanzlei und führte über Tätigkeiten in der niederösterreichischen Statthalterei, im besetzten Frankreich (1814/15) und in Brünn in die Vereinigte Hofkanzlei, als Gouverneur schließlich in die Steiermark und in die Lombardei. Der Revolution von 1848 ablehnend gegenüberstehend, zog sich Hartig vorübergehend zurück; 1860 wurde er jedoch von Kaiser Franz Joseph in den verstärkten Reichstag berufen und war Mitglied des Herrenhauses; zudem war Hartig Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
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Hartig, Franz de Paula Gf. von, Staatsmann (1789-1865).
Brief mit eigenh. U. Graz, 26. VI. 1823.
1 S. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Die verehrte Zuschrift [...] habe ich erhalten, und fühle mich durch das Vertrauen welches Euer Wohlgeboren bestimmte mich als Mitglied der Hochansehnlichen k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien in Vorschlag zu bringen sehr geehrt [...]". - Die bewegte Laufbahn Hartigs begann 1809 in der Staatskanzlei und führte über Tätigkeiten in der niederösterreichischen Statthalterei, im besetzten Frankreich (1814/15) und in Brünn in die Vereinigte Hofkanzlei, als Gouverneur schließlich in die Steiermark und in die Lombardei. Der Revolution von 1848 ablehnend gegenüberstehend, zog sich Hartig vorübergehend zurück; 1860 wurde er jedoch von Kaiser Franz Joseph in den verstärkten Reichstag berufen und war Mitglied des Herrenhauses; zudem war Hartig Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
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Hartig, Franz de Paula Gf. von, Staatsmann (1789-1865).
Brief mit eigenh. U. Wien, 30. I. 1844.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An den Präsidenten der Obersten Polizei- und Zensurbehörde Josef Gf. von Sedlnitzky: "Für das mir mit der schätzbaren Note vom 28. Jänner l. J. übersandte Exemplar ihres Hof und Staatshandbuches des österreichischen Kaiserthumes für das Jahr 1844, gebe ich mir die Ehre Euerer Excellenz meinen verbindlichsten Dank abzustatten [...]". - Die bewegte Laufbahn Hartigs begann 1809 in der Staatskanzlei und führte über Tätigkeiten in der niederösterreichischen Statthalterei, im besetzten Frankreich (1814/15) und in Brünn in die Vereinigte Hofkanzlei, als Gouverneur schließlich in die Steiermark und in die Lombardei. Der Revolution von 1848 ablehnend gegenüberstehend, zog sich Hartig vorübergehend zurück; 1860 wurde er jedoch von Kaiser Franz Joseph in den verstärkten Reichstag berufen und war Mitglied des Herrenhauses; zudem war Hartig Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. - Am oberen Blattrand etwas angestaubt.
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Hartig, Franz de Paula Gf. von, Staatsmann (1789-1865).
Eigenh. Berichtigung mit U. [Wien], 2. I. 1862.
2 SS. Qu.-8vo. Gedr. Mitteilungskarte des Herrenhauses des Reichsrates mit der Benachrichtigung über die Festlegung der Fortsetzung der Beratung über den "Preß-Gesetzentwurf" auf Dienstag, den 7. Jänner 1862. Darunter vermerkt Gf. von Hartig: "Hier ist ein Irrtum; denn wegen Verhinderung des H. Cardinal und des H. [...] Kraus an dem ursprünglich bezeichneten Tage, nämlich am 7. Jänner zu erscheinen, wurde noch unter den anwesenden Commissionsmitgliedern der Mittwoch 8te Jänner um halb zwölf Uhr zur Fortsetzung der Berathung über das Preßgesetz vereinbart [...]". - Die bewegte Laufbahn Hartigs begann 1809 in der Staatskanzlei und führte über Tätigkeiten in der niederösterreichischen Statthalterei, im besetzten Frankreich (1814/15) und in Brünn in die Vereinigte Hofkanzlei, als Gouverneur schließlich in die Steiermark und in die Lombardei. Der Revolution von 1848 ablehnend gegenüberstehend, zog sich Hartig vorübergehend zurück; 1860 wurde er jedoch von Kaiser Franz Joseph in den verstärkten Reichstag berufen und war Mitglied des Herrenhauses; zudem war Hartig Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
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Hartmann von Franzenshuld, Ernst, Heraldiker und Numismatiker (1840-1884).
2 eigenh. Briefe mit U. Schloß Ebenthal nächst Klagenfurt, 8. bzw. 14. VI. 1868.
Zusammen 3 SS. auf 2 Bll. 8vo. An den namentlich nicht genannten Staatsmann und Historiker Joseph Alexander Frh. von Helfert (1820-1910), Präsident der k. k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale mit Dank für die "überaus rasche und liberal Weise, womit meinem Ansuchen wegen Flüssigmachung meines Honorars von Seiten der K. K. Central-Commission entsprochen worden ist" und der Anfrage bezüglich einer "Herstellung eines speziell kärntnerischen archäologischen Werkes, zu welchem die k. k. Central-Commission die Holzstöcke beizustellen bereit wäre [...]" (Br. v. 14. VI. 1868). - Der Br. v. 8. VI. betr. des "Honorars für meinen im Mai-Junihefte abgedruckten Aufsatz: ‚Heraldisch-sphragistische Nova' in den Mittheilungen der k.k. Central-Commission. - Hartmann von Franzenshuld wurde 1873 Kustos am Wiener Münz- und Antiken-Cabinet und erstellte ein Bestandsverzeichnis von über 35.650 Münzen sowie einen genauen Katalog über 8400 Stück. Er "sorgte für eine Verbesserung des heraldischen Stils nach mittelalterlichen Vorbildern und begründete 1870 die Heraldische Gesellschaft 'Adler'" (ÖBL II, s. v.). - J. A. Frh. v. Helfert war seit 1848 im Wiener Unterrichtsministerium tätig, gründete das Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, war Präsident der Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und vertrat seit seiner Aufnahme ins Herrenhaus 1881 eine konservativ-patriotische Linie. Daneben war der Jurist und Historiker Präsident der Leo-Gesellschaft, Schwester der deutschen Görres-Gesellschaft, und Verfasser zahlreicher historischer Arbeiten. - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm; mit einigen Bearbeitungsvermerken.
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Hassel, Kai-Uwe von, Politiker (1913-1997).
Eigenh. Brief mit U. [Bonn], März 1970.
1½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Kulturattaché und Botschaftsrat Peter Schoenwaldt (1934-2004): "Es hat uns in diesen schweren Tagen sehr geholfen, daß so viele Kameraden unseres Sohnes, Freunde unserer Familien, Menschen, die uns begegneten und ungezählte Bürger unseres Landes uns ihre aufrichtige Anteilnahme bekundeten. Begleitet von dieser Anteilnahme, geborgen im Glauben und in dem Bewußtsein, daß Jochen sich bemühte, für die Freiheit unseres Vaterlandes seine Pflicht zu tun, seinem Frieden zu dienen, haben wir ihn zu Grabe getragen [...]". - Joachim von Hassel, Oberleutnant zur See und Marineflieger, war beim Absturz seines Jagdflugzeuges vom Typ Lockheed F-104, bekannt unter dem Namen "Starfighter", am 10. März 1970 ums Leben gekommen. Die deutsche Bundeswehr hatte von 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991 insgesamt 916 Starfighter eingesetzt; davon ging knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. "Unter der Bevölkerung Deutschlands wurde der Starfighter wegen seiner Unfallgefährdung, auch wegen der 2000 technischen Änderungen, als 'Fallfighter', 'Erdnagel' und 'Witwenmacher' bezeichnet. Bis 1991 fanden 116 deutsche Piloten den Tod" (Wikipedia). Kai-Uwe von Hassel, von 1963 bis 1966 deutscher Verteidigungsminister, war selbst ein Befürworter des von seinem Vorgänger Franz Josef Strauß angeschafften Flugzeugtyps gewesen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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[Hauenschild, Friedrich Leopold von (Generalkonsul, 1784-1830)]. -, Charlotte Hauenschild (seine Tochter).
Eigenh. Empfangsbestätigung mit U. St. Petersburg, 5. V. 1855.
1 S. 4to. "Daß Endesgefertigte, Tochter des verstorbenen Ritters von Hauenschild, k.k. Gubernial- und Regierungsraths und General Konsuls der sieben Ionischen Inseln zu Corfou, von dem ihr von Seiner k.k. Apostolischen Majestät bewilligten Gnadengehalte [...] den Betrag von hundert sechs und sechzig Gulden, vierzig Kreuzer (166fl 40 kr) von dem k.k. Kameralzahlamte erhalten, wird hiermit bezeugt [...]". - Mit einer weiteren U. von Gf. Karnicki (wohl Jan Karnicki, 1813-1879) sowie mit Stempel der österreichischen Gesandtschaft in St. Petersburg; mit kleineren Randläsuren.
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Hauslab, Franz Rt. von, Militär und Kartograph (1798-1883).
Bericht mit eigenh. U. Wien, 18. III. 1849.
3½ SS. auf Doppelblatt. Folio. Beiliegend ein eh. Brief des Erfinders Joseph Rt. von Hohenblum in nämlicher Sache. Wien, 2. III. 1849. 2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Gegenstand von Hohenblums Schreiben an das k. k. hohe Militär- und Civil Gouvernement sowie Hauslabs Bericht an dasselbe ist die "Anwendung von hydraulischem Kalke bei dem Bau der zur Befestigung von Wien beantragten Forts". - Hauslab war Professor an der Ingenieurakademie, führte "die Geländedarstellung durch Schichtenlinien in Österreich ein und entwarf 1825 den ersten Zeichenschlüssel. Seit 1834 war er für die militärische Erziehung der Söhne Erzherzog Karls zuständig und unterrichtete 1843-48 den späteren Kaiser Franz Joseph und seine Brüder" (DBE). In den 1860er Jahren war er als Generalartillerie-Direktor tätig; zudem malte und zeichnete er Landschaften, Portraits und Genredarstellungen und brachte u. a. eine Karte der Steiermark (1832) heraus. Er hinterließ eine bedeutende kartographische Sammlung. - Joseph Rt. von Hohenblum war "Besitzer der Tobersniker hydraulischen Cementkalk Fabrik in Wien Landstraße N. 678" und - so bei einem von Wurzbach vermerkten Zitat der "Österreichischen Zuschauers' a. d. J. 1836 - Erfinder des mittelst Dampfkraft in unterirdischen Röhren besorgten Systems zur Beförderung von Briefen (Bd. IX, 185). - Hohenblums Schreiben mit zahlr. Randläsuren und Randeinrissen; angestaubt.
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Haymerle, Karl von, Oberstleutnant (1833-1881).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 6. III. 1873.
1 S. 4to. An Karl Sonklar von Innstädten: “Wir [d. i. der “Wiener militärwissenschaftliche Verein”] sind sehr empfänglich für die Würdigung, welche Euer Hochwohlgeboren unserer Recension durch die Entgegenstellung einer so eingehenden Erwiderung angedeihen ließen, und schon darum müßten wir bedauern, wenn wir uns schuldig fühlten, durch irgend eine Satzwendung den Gedanken auch nur angedeutet zu haben, als könnte in einer Emanation, welche des Herrn Generalmajor von Sonklar gefeierten Namen trägt, das Vorwalten reiflicher Erwägung irgendwie vermißt werden [...]”. - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-1885) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf “Wiener militärwissenschaftlicher Verein” und mit eh. Bearbeitungsvermerk des Adressaten. - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).
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Heidenreich, Josef, Priester (1846-1907).
2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 1907.
Zusammen 4 SS. (Qu.-)8vo. “Nach fast 2 monatl. Abwesenheit wieder in Wien eingetroffen, erhalte ich Kunde von Ihrer Wahl zum Stadtrate. Schon lange hat mich keine Nachricht so sympathisch berührt [...]”. - Heidenreich war nach Profeß in der Kongregation der Redemptoristen als Prediger in Oberösterreich und Hernals tätig, wo er sich zu einem Förderer der christlichsozialen Bewegung entwickelte. “Nach einem Prozeß verließ er 1898 den Orden, wurde Weltpriester in NÖ und später Päpstlicher Hausprälat” (Czeike III, 110). - In altem Sammlungsumschlag.
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Heider, Gustav Frh. von, Kunstwissenschaftler (1819-1897).
4 eigenh. Briefe mit U. Wien, 1857-1860.
Zusammen 4½ SS. auf 4 Bll. Folio. In mannigfachen Angelegenheiten an die k. k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale. - Heider war von 1866 bis 73 Präsident der Wiener Akademie der bildenden Künste und sorgte für deren Reorganisation. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Forschung waren kunsttopographische und denkmalpflegerischen Arbeiten über christliche Kunst und Ikonographie des Mittelalters. Er gehörte zu den Gründern der k.k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, redigierte deren Jahrbuch und war Mitorganisator des Wiener Altertumsvereins 1854 sowie der Ersten Archäologischen Ausstellung in Wien 1860. Zudem war er Herausgeber der "Mittelalterlichen Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates" (1855-60).
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Heider, Gustav Frh. von, Kunstwissenschaftler (1819-1897).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
2 SS. 8vo. An die k.k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale: "In der Anlage beehre ich mich, das mir so eben von [Wilhelm] Lübke zugekommene und Euer Hochwohlgeboren zugeeignete Exemplar seiner Anleitung zur Kirchenbaukunst einzuhändigen. Zugleich erlaube ich mir eine Bitte desselben zu bevorworten. Lübke wünscht nehmlich [!] in seiner zu Ostern d. J. erscheinenden zweiten Auflage seiner Architekturgeschichte Oesterreich glänzend zu vertreten und bittet aus diesem Grunde um Zusendung von weiteren 13 Stück Cliche's nach Holzschnitten, welche theils im 2. Bande des Jahrbuches, theils im 2. Bande der Mittheilungen veröffentlicht wurden [...]". - Heider war von 1866 bis 73 Präsident der Wiener Akademie der bildenden Künste und sorgte für deren Reorganisation. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Forschung waren kunsttopographische und denkmalpflegerischen Arbeiten über christliche Kunst und Ikonographie des Mittelalters. Er gehörte zu den Gründern der k.k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, redigierte deren Jahrbuch und war Mitorganisator des Wiener Altertumsvereins 1854 sowie der Ersten Archäologischen Ausstellung in Wien 1860. Zudem war er Herausgeber der "Mittelalterlichen Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates" (1855-60). - Ohne die erwähnte Beilage.
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Heilinger, Alois, Jurist (1859-1921).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 22. I. 1902.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. “War soeben bei R. und wird die Angelegenheit wie besprochen eingeleitet”. - Heilinger war Dozent am Technischen Gewerbemuseum Wien und Verfasser von ‘Kritische Studien aus dem Römischen Recht’, ‘Recht und Macht’, ‘Die Pensionsversorgung des Gewerbestandes’ und ‘Das Recht der Zahntechniker’. Lange Jahre als Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag tätig, wurde er 1901 in den Reichsrat gewählt; 1918/19 war er Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung. Vgl. Czeike III, 120. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. - In altem Sammlungsumschlag.
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Hein, Franz Frh. von, Politiker (1808-1890).
5 eigenh. Briefe mit U. bzw. Paraphe. Wien, 1871-1880.
Zusammen 14½ SS. 4to und 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten (wohl der Jurist Karl Frh. von Haerdtl) in Fragen von Nachbesetzungen (6. II. 1872), Rechtsangelegenheiten (22. IX. und 15. VI. 1873) und als Erwiderung einer Kondolenz zum Tod seiner Gattin (6. VIII. 1880): “Er war vorauszusehen, und mit einem Jammer, der unsere Herzen zerriß, sahen wir monatelang die Theure hinsterben! Und doch traf das Ende uns so überaus schwer; und fassungslos können wir uns noch nicht an den Gedanken gewöhnen, sie verloren zu haben [...]”. - Seit 1848 als Vizebürgermeister von Troppau und im Kremsierer Reichstag tätig, wurde Hein 1862 als Justizminister berufen. Später Präsident des Oberlandesgerichts in Wien und Mitglied des Staatsgerichtshofs, wurde er 1869 auch ins Herrenhauses des österreichischen Reichsrats gewählt und war seit 1878 Kanzler. - Karl Frh. von Haerdtl (1818-89) war Mitglied des Herrenhauses und mehr als zwanzig Jahre lang Präsident der Wiener Advokatenkammer.
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Hein, Franz Frh. von, Politiker (1808-1890).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 7. II. 1863.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Die Trauerkunde des Hinscheidens Ihrer Frau Gemahlin erfüllt mich mit wahrer freundschaftlicher Teilnahme. Ich darf, wenn ich der unheilbaren so schmerzlichen Leiden der Verewigten gedenke, nicht die Erlösung beklagen, welche sie gefunden hat; aber mein warmes Mitgefühl versetzt mich ganz in das Verständnis der schmerzlichen Gefühle, von welchen Sie lieber Freund bewegt werden, der Sie - nach kummervoller zeitlicher Trennung - mit der Dulderin nur auf kurze Zeit wiedervereinigt wurden und in dieser Zeit eben nur ein ohnmächtiger Zeuge ihre leidenvollen Hinscheidens seyn konnten [...]". - Seit 1848 als Vizebürgermeister von Troppau und im Kremsierer Reichstag tätig, wurde Hein 1862 als Justizminister berufen. Später Präsident des Oberlandesgerichts in Wien und Mitglied des Staatsgerichtshofs, wurde er 1869 auch ins Herrenhauses des österreichischen Reichsrats gewählt und war seit 1878 Kanzler.
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Hein, Franz Frh. von, Politiker (1808-1890).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 23. VI. 1864 oder 65.
1 S. Folio. An Georg Rt. von Mitis: "Die mit S. K. H. gestern stattgefundene Besprechung der bewußten Angelegenheit hat mir die Überzeugung gegeben, daß es - damit S. K. H. meine Bedenken genau reproduciren können, am besten sei, sie in einer [...] Note niederzulegen [...]". - Seit 1848 als Vizebürgermeister von Troppau und im Kremsierer Reichstag tätig, wurde Hein 1862 als Justizminister berufen. Später Präsident des Oberlandesgerichts in Wien und Mitglied des Staatsgerichtshofs, wurde er 1869 auch ins Herrenhauses des österreichischen Reichsrats gewählt und war seit 1878 Kanzler. - Georg Rt. von Mitis (1810-1889) war als Sektionschef im k. k. Justizministerium tätig. - In altem Sammlungsumschlag. - Ohne die, wie im Schreiben angeführt, beiliegende "Brouillon zu solcher Note".
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Hein, Franz Frh. von, Politiker (1808-1890).
Kanzleibrief mit eigenh. U. Wien, 17. IV. 1863.
1 S. Folio. An die "löbliche Kanzlei des kaiserlichen Franz Joseph-Ordens: "In Entsprechung der geschätzten Note vom 26. März l[aufenden] J[ahres] Z[ahl oder Ziffer] 102 beehrt sich das Justiz Ministerium der löblichen Kanzlei des kaiserlichen Franz Joseph-Ordens den von dem pensionirten Präsidenten des Landesgerichtes Vicenza Johann Jakob Fournier Ritter von Hohenthurn eigenhändig gefertigten Revers über die ihm Allergnädigst verliehene Dekoration eines Komthurs des kais. oesterreichischen Franz Joseph-Ordens zu übermitteln". - Seit 1848 als Vizebürgermeister von Troppau und im Kremsierer Reichstag tätig, wurde Hein 1862 als Justizminister berufen. Später Präsident des Oberlandesgerichts in Wien und Mitglied des Staatsgerichtshofs, wurde er 1869 auch ins Herrenhauses des österreichischen Reichsrats gewählt und war seit 1878 Kanzler. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf des k.k. Justizministeriums.
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