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Freycinet, Charles Louis de Saulces de, französischer Politiker (1828-1923).
Kabinettphotographie mit eigenh. U. Beiliegend Brief mit eigenh. U. Paris, 12. III. 1892.
Photographie (108 x 164 mm). Beiligender Brief. 1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Photographie aus dem Hause "Nadarz" in Paris. - Beiliegender Brief im Namen des Kriegsministers an Oscar Berl in Wien, den kaiserlichen Kohlengroßhändler, mit Worten zur Übersendung der Photographie: "Monsieur, M. le Ministre de la Guerre a reçu voter lettre du 8 de ce mois, ainsi que la photographie qui j'était jointe. M. de Freycint a mis sa signature au bas de cette photographie: c'est le plus qu'il peut faire. Ci-joint le portrait carte dont il s'agit. Recevez, Monsieur l'assurance de ma consideration distinguée le Général chef du Cabinet [...]". - Brief auf vorgedr. lithogr. Briefkopf "Ministère de la Guerre. Cabinet du Ministre. Republique francaise. Paris, le [...]". - Mit roten Rand und rot lith. Firmennamen, verso mit rot lith. Frimenwerbung.
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Friedrich August II., König von Sachsen (1797-1854).
Brief mit eigenh. U. Dresden, 28. II. 1846.
½ S. auf Doppelblatt. 4to. An einen Kardinal mit Dank für ihm übersandte Wünsche zu Weihnachten: "Eminentissimo Reverendissimo Signore. Avendo ricevuto le felicitazioni che Vostra Eminenza si è compiaciuta d'indirizzar a me ed alla Regina all'occasione delle scorse festa Natalizie, La prego di riceverne l'espressione della nostra viva riconnoscenza. Ritornando a Vostra Eminenza voti fervidi per la di Lei costante prosperità, con sentimenti di vera stima mi protesto [...]".
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Friesen, Richard Frh. von, sächsischer Politiker (1808-1884).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 15. XI. 1880.
2 SS. 8vo. An den Reichstagsabgeordneten Aug. Walter in Dresden: "Ich habe gestern Ihre Kuverte gefunden und sehr bedauert, daß Sie mich verfehlt haben, Sollten Sie etwas mit mir zu besprechen wünschen so würde es mich sehr freuen, wenn Sie Ihren Besuch wiederholen wollten. Ich habe in der nächsten Zeit eine Behandlung, die mich nöthigt, in den Vormittagsstunden auszugehen, dagegen würden Sie mich, in dieser Woche wenigstens, in der Zeit von 1/2 2 bis 1/2 4 Uhr täglich sicher zu Hause treffen [...]". - "1876 schied F. aus seinen Ämtern und verbrachte seinen Lebensabend teils auf Reisen in Italien, teils in Dresden, wo er mit der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen beschäftigt war." (NDB). - Sammlernotiz in Blei.
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Froebel, Julius, Geologe, Mineraloge, Publizist und Politiker (1805-1893).
Eigenh. Brief mit U. Feldafing am Starnberger See, 19. VIII. 1868.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Schriftsteller und Journalisten Karl von Thaler in Wien: "Ich empfehle Ihnen hiermit auf das wärmste meinen Freund, den Maler Theodor Kaufmann, der aus Amerika zu Besuch herüber gekommen ist. In Eile, aber mit herzlicher Gesinnung der Ihrige [...]". - Julius Froebel war im Revolutionsjahr 1848 neben Robert Blum zum Tode verurteilt worden, war jedoch noch rechtzeitig - im Gegensatz zu Blum - begnadigt worden. Daraufhin konnte Froebel nach Amerika emigrieren, von wo aus er viele Reisen unternahm; 1857 kehrte er im Zuge einer Generalamnestie wieder nach Europa zurück. - Mit Spuren alter Faltung.
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Fuchs, Viktor von, österreichischer Jurist, Politiker der CSP (1840-1921).
Eigenh. Visitenkarte mit U. Wien, 16. VI. 1907.
4 Zln. Qu.-12mo (111 x 72mm). An einen nicht namentlich genannten Adressaten: "Mein lieber alter Freund! Endlich _ ! Meinen allerherzlichsten Glückwünsche. Dein alter treu ergeb. Freund [...] Auch Emmi gratuliert wärmstens". - Verso auf lithogr. Visitkarte "Dr. Viktor von Fuchs Praesident der Staatsschulden-Control-Commission des Rechsrathes". Notizen von alter Sammlerhand.
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Fürstenberg, Maximilian Egon Fürst von, Großgrundbesitzer und Politiker (1863-1941).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 28. III. 1914.
1 S. Qu.-12mo (132 x 90 mm). An einen Herrn "Oberamtmann": "Ich bedaure sehr dass der Graf nicht kommen kann, hätte mich über den freundlichen Besuch sehr gefreut! Hoffentlich ein andermal! [...]". - Die adelige Familie Fürstenberg bewohnt die Residenzen Heiligenberg und Donaueschingen. - Gepr. und in Silber gedr. Vignette mit Wappen. Sehr guter Zustand.
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Gautsch von Frankenthurn, Paul Baron, österreichischer Politier, k.k. Ministerpräsident (1851-1918).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 2. IV. 1910.
1 S. 4to. An "die Direktion des Gymnasiums der k. k. Theresianischen Akademie": "In der Anlage wird der k.k. Direktion ein mir zugekommenes Schreiben des Disponenten Josef Valentin und seiner Frau um Aufnahme ihres Sohnes Max in die erste Klasse des Ansstaltsgymnasiums samt einer Empfehlungskarte Seiner Exzellenz des Herrn Obersthofmeisters Grafen von ORSINI und ROSENBERG zu kompetenten Erledigung übermittelt". - Gautsch war ab 1893 Kurator der Thersianischen Akademie. - Mit gepr. Vignette als Briefkopf "Cuator der k. k. Theresianischen Akademie".
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Gentz, Friedrich von, Schriftsteller, Staatsdenker und Politiker (1764-1832).
Eigenh. Brief mit U. O. O., ["Donnerstag Abend"] 24. IX. (o. J.).
1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An Herrn "Major von Prokesch", d. i. Graf Anton Prokesch von Osten (1795-1876): "Die Krönung ist auf den Sonntag festgesetzt. Der Fürst reiset morgen früh um 4 Uhr nach Preßburg. Ich - zu meiner unaussprechlichen Qual - muß ihm übermorgen folgen. Sollte ich Sie morgen im Laufe des Tages nicht sehen, so richten Sie Sich auf jeden Fall so ein, mich morgen Abend zu besuchen, wo mir nichts glücklicheres begegnen kann, als eine Stunde oder zwey mit Ihnen zuzubringen [...]". - Mit einem kleinen Ausriss.
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Gerber, Karl Wilhelm Friedrich von, German jurist and politician (1823-1891).
Autograph letter signed. Tübingen, 28 March 1858.
Large 8vo. 4 pp. on bifolium. To an unidentified recipient, elaborating on the English law of land ownership, in particular the difference between freehold and copyhold: "[...] Erlauben Sie mir Ihre Frage in folgenden Punkten kurz zu beantworten, soweit ich es augenblicklich ohne weitere Studien vermag. I. Der oberste Unterschied des Grundeigenthums in England ist: Freisassengüter (freehold) und Grundbuchgüter (copyhold). Jene sind nach unserem Sprachgebrauch eigentlich Allodialgüter; frei von irgend einer dinglichen Belastung (denn der englische Satz, daß alles Gundeigenthum im Lehnsobereigenthum des Königs stehe, umfasst zwar auch die Freisassengüter, ist aber eine bloß theoretische Fiktion ohne irgend hervortretende praktische Wirkung). In einem großen Theile von England ist dies der rechtliche Charakter der größeren Güter; man hat nach und nach dahin gestrebt, eine Bewirtschaftung zu ermöglichen, die in der Zertheilung der Herrschaft in einzelne Pachthöfe besteht, welche lediglich nach der Grundsätzen des Zeitpachtes verliehen sind [...]". - As vice chancellor (and since 1856 as chancellor) of the University of Tübingen, Gerber also served as a representative in the Wuerttemberg diet from 1851 to 1862. - Traces of folds. Old collector's note in pencil.
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Gerlach, Ernst Ludwig von, Politiker, Publizist und Richter (1795-1877).
Eigenh. Brief mit U. Frankfurt, 26. XII. 1835.
1½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Siegel. An "Herrn Kreisjustizrath Strass" in Friedeberg: "Sende ich anbey, mit vielem Dank, das mir geliehene Buch zurück, und lege die in unseren Gesprächen erwähnte Göschelsche [?] Schrift bey, welche ich Sie bitte als ein Andenken von mir zu behalten. Es wird mich sehr freuen, mich, wenn Sie dieselbe gelesen, über den Inhalt mit Ihnen unterhalten zu können. Sie gedachten, als Sie hier waren, der kleinen Kinderschulen; aus dem beyliegenden Nachrichten können Sie das Nähere darüber entnehmen. Die unsirge, mit einem Lehrer und seiner Mutter besetzt, u. etwa auf 150 Kinder berechnet, ist in gutem Gange, u. kostet monatlich 20-25 ft., welche wir durch Subscription monatlicher Beyträge gedeckt haben. Ihrer Frau Gemahlin mich dankbarlichst empfehlend verbleibe ich [...]". - Gerlach wurde 1835 Vizepräsident des Oberlandesgerichts in Frankfurt (Oder), als Nachfolger seines verstorbenen Bruders Wilhelm. 1827 rief Gerlach, u. a. mit Hengstenberg und Tholuck, die "Evangelische Kirchenzeitung" ins Leben, die später im Vormärz eine tragende Rolle für die frühen Konservativen spielte. - Auschnitt durch Siegelöffnung. Siegel mit Wappen Gerlachs.
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Gessmann, Albert, Bibliothekar und Politiker (1852-1920).
Eigenh. Postkarte m. U. Molveno , [Datum des Poststempels "31.[...].1908"].
4 Zln. Postkartenformat. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An "k.k. Ministerialrat von Khoss" in Kitzbühel: "Herzlichste Grüße von einem wahren Dorado der Hochalpen [...]", unterschrieben von Gessmann und Dr. Bonci. - Gessmann war ab 1908 Minister für Öffentliche Arbeit in Cisleithanien, ab 1910 Obmann des Christlichsozialen Verbandes. Gessmann war neben Karl Lueger Mitgründer der Christlichsozialen Partei Österreichs. - Farblithograph. Bildpostkarte mit der Ansicht des Hotel Molveno vor dem Lago di Molveno und dem Brenta Gebirge. Tinte etwas verrieben. Mit Adressstempel des Hotels, und Briefmarke "Kaiserliche Königliche Österreichische Post" à 5 Heller. Adresse in Blei.
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Giers, Nikolai Karlovich de, Russian statesman (1820-1895).
Autograph letter signed in the text. N. p., "3/15 Mars", 15. III. (n. y.).
½ S. Large 8vo. Accepting the friendly invitation of the German ambassador for Tuesday: "Mr. de Giers aura l'honneur de se rendre à l'aimabel invitation de Son Excellence Monsieur L'Ambassadeur d'Allemagne pour le Mardi [...]". - "In 1878, when Prince Aleksandr Gorchakov became incapable of performing his duties, Giers became acting foreign minister; he was formally appointed to that post on April 9 (March 28, O.S.), 1882. Although his major aim was to maintain Russia's alliance with Germany and Austria-Hungary (the Dreikaiserbund, or Three Emperors' League), Giers was unable to do so. A major Balkan crisis that began in September 1885 had greatly accentuated the divergent interests of Russia and Austria. When the Dreikaiserbund lapsed in 1887, Giers negotiated a new alliance with Germany only (the Reinsurance Treaty; 1887) but was unable to renew it in 1890" (Encyclopædia Britannica).
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Giskra, Karl, Advokat und Politiker (1820-1879).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 5. II. 1864.
1½ SS. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Beiliegend erhalten Sie die jüngst erwähnte Interpellation sammt der darin erwähnten Amtszeugnissen. Die Antwort des Stattshalters führte hie das Wahlrecht dieser Dignitare an. Daß dieselben als solche jederzeit die genannten Ämter geniesen., u. ihre jeweilige factische Armuth als 'Besitz' anzusehen ist. Die Reclamation gegen die Aufnahme in die Wählerliste wird demnächst wieder eingebracht werden u. schon in etwa 8 Tagen höhern Ortes zur Entscheidung kommen". - Giskra war von 1861 bis 1867 Abgeordneter der deutsch-liberalen Partei im mährischen Landtag, seit 1862 ebenfalls im Reichsrat. - Spuren alter Faltung.
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Glaser, Anton Julius, Rechtswissenschaftler und Politiker (1831-1885).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 25. XI. 1873.
1 S. Qu.-8vo. Notiert wurde ein Zitat, das so auch in mehreren Zeitungen im Dezember 1873, z. B. in der Allgemeinen Zeitung München (10. XII. 1873) in dem Artikel "Zur Einführung der Schwurgerichte in Oesterreich", als Aussage Glasers zu lesen stand: "Es 'würde wenig passen, wenn die der Fällung des Wahrspruches vorausgegangene Verhandlung es zweifelhaft macht, ob bei ruhiger Erwägung die Geschworenen nicht anders entschieden haben würden. Das einzige Gefühl, welches anzurufen die Staatsanwälte nicht müde werden dürfen, ist das Pflichtgefühl der Geschworenen.' [...]". - Glaser war Justizminister von 1871 bis 1879 im Kabinett Adolf Auersperg, 1870-80 Mitglied des Niederösterreichischen Landtags und gilt als Urheber der Strafprozeßordnung von 1873, welche auch die Geschworenengerichte einführte. - Verso mit Spuren alter Montage und Aquisitionsvermerk des Sammlers.
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Glaser, Anton Julius, Rechtswissenschaftler und Politiker (1831-1885).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 2. XII. 1881.
3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. Gr.-8vo. An die den Verlag Duncker & Humblot in Leipzig: "Für Ihr freundliches Schreiben v. 24. v. M., dem ich die beigeschlossenen Mk. 514.- entnehme, sage ich Ihnen meinen besten Dank, nicht minder für die zeitige Berücksichtigung meiner verschiedenen mit dem Druck des 'Rechtslexicon' zusammenerklingenden Wünsche. Auch mir gereicht es zu gewisser Befriedigung hiedurch mit Ihrem hochverehrten Hause in Beziehungen getreten zu sein, da in Folge meiner Mitwirkung an dem so großartig angelegten Unternehmen, dessen Leitung Sie [...] Prof. Binding übertragen haben, sich noch vermehren werden. Ich hatte mir bereits früher vorgenommen, nächstens Herrn Prof. Binding eingehend über den Stand meiner Arbeiten zu berichten [...]". - 1879 bis zu seinem Tod hatte Glaser das Amt des Generalprokurators am höchsten Gerichtshof inne. "Gleichzeitig mit dem Antritt seines letzten Amtes hatte G. neben Artikeln für Holtzendorff's Rechtslexikon die Bearbeitung des Handbuches des Strafprocesses für das Binding'sche Sammelwerk übernommen. Der erste Band ebenso wie die meisterhaften 'Beiträge zur Lehre vom Beweis im Strafproceß' erschienen 1883, der zweite 1885, zum dritten waren die Materialien gesammelt, als am 26. December 1885 Wien durch die Kunde erschreckt wurde, daß G. nach bloß achttägiger Krankheit an einer Lungenentzündung verschieden sei" (ADB). - Auf rot monogrammiertem Briefpapier. Sammlernotiz in Blei. Minimaler Tintenabrieb.
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Gleispach, [Karl Josef Graf von], Landeshauptmann der Steiermark (1811-1888).
Eigenh. Brief mit U. Umschlag beiliegend. Johnsdorf [Brunn], ["15. VIII. 45"].
4 SS. auf gefalt. Doppelblatt. Gr.-8vo. Umschlag (135 x 62 mm). An "Comte Feri de Rothkirch, chambellan et act. à Gratz": "Ich schreibe Dir im letzten Augenblick um Dich zu bitten mich altaglich, d. h. bis Montag (4 Uhr Nachmittags, wo auch die kleine Post aufgegeben werden muß) wissen zu laßen, ob dies Vermögens-Bekenntniß einfach oder im dupplo, oder mit Abschrift oder rubrick et cet versehen seyn muß [...] Empfehle mich Deiner gütigen Familie auf's herzlichste, sage August ich lasse für seine Nachfrage danken, vor 10 Tagen glaube ich kaum in die Stadt zu kommen [...]". - Geispach zog sich 1841 auf seine Güter zurück (ÖBL). - Briefpapier mit schwarzem Trauerrand. Schwarze Siegelreste. Umschlag mit kl. Ausriss durch Brieföffnung. Sammlernotiz in Blei.
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Görtz, Johann Eustachius Graf von Schlitz, Erzieher, Diplomat und Schriftsteller (1737-1821).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 17. VI. 1802.
3½ SS. auf Doppelblatt. 4to. In Französisch an einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Versicherungen seiner Freundschaft und der erneuten Anfrage nach der derzeitigen Situation des Empfängers. Görtz erwähnt ein Treffen in München, wobei er davon ausgeht, dass der Empfänger damit nicht zufrieden gewesen sei. Er selbst sehe den nicht weiter erörterten Vorfall weniger schwarz, auch wenn sich das Leben beider Männer seither auf unangenehme Weise verändert habe. Görtz musste umziehen und wohnt nun beim Diplomatischen Korps. Nachts käme er nicht vor 2 Uhr zum Schlafen, doch habe er sich schon daran gewöhnt. Weiters interessiere er sich für die Zufriedenheit des Grafen Einsiedel in München; und den Nachfolger, den Einsiedel anstelle des Adressaten ernannt habe, kenne er nicht. Am Ende fragt Görtz nach Details über die Etiquette und den Aufwand des Herzogs von Bayern beim Besuch des Ministers von Frankreich und des Grafen Einsiedel: "[...] Donnés moi je vous prie quelque details sur Votre existance actuelle - si bientot Vous occuperés la place que mes sentimens Vous sentiraient dabord - et surtout si Vous êtes content. J'ai l'idée que Vous regretterés Munich - ce qui n'est pas precisement mon cas - mais cependant il s'accorde que nous aurons tous les deux dû adopter un changement d'existance qui nous contrarie. Quant aux circonstances de ma place Vous verrés par mes rapports que je n'ai entairement [!] qu'a me louer - mais le phisique [!] du local, point de Société excepté une Cohue pendant 2 à 3 mois d'hiver - ou une Société qui derange mon trais [!] de vie accoutumé, ioint a cela une Cherté excessive, ne me satisfait point. Par besoin de Société et pour être au courant et en liasion avec mes confrères - j'ai du me livrer à celle du Corps Diplomatique qui avait habituellment du monde - il en resulte que je ne me couche iamais avant deux heures du matin. [...]". - Görtz nahm in seiner Funktion als kurbrandenburgischer Reichstagsgesandter in Regensburg von 1788 bis 1806 am Rastatter Friedenskongress sowie an der Reichsdeputation teil, die nach dem Frieden von Lunéville zusammengetreten war. - Tadellos erhalten und mit einer kleinen Sammlernotiz in Tinte.
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Goldemund, Heinrich, Techniker und Nationalrat (1863-1947).
Eigenh. Visitenkarte. [Wien], o. D.
3 Zln. Visitkartenformat (110 x 65 mm). An einen nicht genannten Adressaten: "erlaubt sich zur Vermählung Ihres Herrn Sohnes die herzlichchsten Glückwünsche zu übersenden". - Goldemund war von 1921 bis 1945 Generaldirektor der Universale Bau AG, eines Großunternehmens der österreichischen Bauwirtschaft. - Auf lithgr. vorgedr. Visitenkarte "Ing Dr. Techn. h. c. Heinrich Goldemund Präsident der Universale Bauaktien Gesellschaft. Wien, I. Rotentumstrassse 16". Sammlernotiz in Blei.
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Goluchowski, Agenor Graf [der Jüngere], Außenminister Österreich-Ungarns (1849-1921).
Brief mit eigenh. U. Paris, 23. IX. 1881.
1 S. Gr.-4to. An einen "Herr Hofrath": "Empfangen Sie, anläßlich Ihrers vierzigjährigen Dienstjubiläums und der Ihnen von Seiner K. u. K. Apost. Majestät Allergnädigst verliehenen Allerhöchsten Auszeichnung, unsere besten und herzlichsten Glückwünsche [...]". Unterschrieben von "Gf. Goluchowski", "A. Beust", "G. Clary-Aldringen", "A. Fh. Vesque von Püttlingen" und "Carl L. Pollak". - Goluchowski war 1880 Legationsrat in Paris. Die Namen der Unterzeichneten sind für Frankreich gelistet im "Hof- und Staats-Handbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie: für das Jahr 1882 nach amtlichen Quellen zusammengestellt" (Wien, S.5). - Mit lithogr. Briefkopf "Ambassade d'Autriche-Hongrie". Einriss an Faltlinie.
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Gortschakow, Alexander Fürst, Diplomat, Außenminister und Kanzler (1798-1883).
Eigenh. Brief mit U. O. O., "ce Dimanche matin", 22. VIII. 1852.
7 Zeilen. Qu.-8vo. Bittet M. de Struve in dritter Person um etwas Zeit für eine kleine diplomatische Arbeit: "Si Monsieur de Struve a quelque moment de loisir à m'accéder je Lui serai bien obligé de vouloir bien passer chez moi ce matin et de m'accéder donc un petit travail diplomatique. À Lui M. l'assurance de mes sentimens [!] très distingués [...]". - Gortschakow war als russischer Gesandter beim Deutschen Bund in Frankfurt tätig und lernte dort 1850 den preußischen Vertreter, den jungen Otto von Bismarck, kennen. - Auf hellblauem Papier; die Datumsnotiz von anderer Hand "22 Aout 52"; mit einer Sammlernotiz in Bleistift.
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Grabmayr, Karl von, Adovat und Politiker (1848-1923).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. XII. 1908.
3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. Kl.-8vo. An einen "Collegen" [laut hinzugef. Bleistiftnotiz: den Präsidenten Dr. Moritz von Schreiner, Bürgermeister von Graz]: "[...] Empfangen Sie für Ihr überaus freundliches Schreiben meinen besten wärmsten Dank. Die Zustimmung einer Anerkennung von Männern Ihres Wertes ist der schönste Lohn, den ich für mein öffentliches Wirken zu finden vermag. Was Sie über die Verhältnisse in unserer Partei sagen, ist mir aus der Seele gesprochen diese Dinge lassen sich wohl nicht mit einem Schlage ändern, aber Sie dürfen gewiß sein, daß ich mich nicht resigniert ergeben, sondern unermüdet dafür eintreten werde, daß das Herrenhaus - und in ihm zunächst unsere Partei - jene Stellung wieder erlangen, die ihnen durch Verscheidten gewisser Elemente leider verloren ging. Genehmigen Sie den Ausdruck besonderer Hochachtung [...]". - 1906 übersiedelte Grabmayr nach Wien und beteiligte sich im Reichsrat intensiv an der Diskussion über das 1905 vom k.k. Ministerpräsidenten Paul Gautsch von Frankenthurn angekündigte allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle männlichen Staatsbürger. 1907 wurde Grabmayr gemäß des neuen Reichsratswahlrechts nicht mehr ins Abgeordnetenhaus gewählt. Kaiser Franz Joseph I. berief Grabmayr in das Herrenhaus, das Oberhaus des Reichsrates. - Empfängername als Notiz angemerkt in Blei. Papier mit Wasserzeichen.
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Gramont, Antoine Agénor Alfred prince de Bidache, duc de Guiche et de, politician and diplomat (1819-1880).
Autograph letter signed. [Paris "bl. avenue de l'Alma"], 9. II. 1875.
2 pp. on bifolium. 8vo. To a "Monsieur le Baron" concerning a book that was about to be finished and Gramont asks for permission to present it to the King: "Le livre dont j'avais parlé à Sa Majesté étant terminé je serais heureux ainsi que le Roi a bien voulu me le permettre de lui en présenter un exemplaire. J'ai donc l'honneur de vous prier de vouloir bien prendre à ce sujet les ordres du Roi et de me faire savoir quand S. M. voudra bien me recevoir. Agréez Monsieur le Baron l'expression de mes sentiment les plus distingués [...] Permettez moi d'indiquer que Jeudi je ne pourrai pas être en ville". - Gramont published his work "Passé et présent, étude d'histoire contemporaine" (1875) under the pseudonym "Memor". - On monogramed stationery.
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Itzenplitz, Heinrich Graf von, preußischer Staatsmann (1799-1883).
Brief mit eigenh. U. Berlin, 12. XI. 1862.
1 1/3 SS. Folio. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Dankt dem Direktorium der ökonomischen Gesellschaft im Königreich Sachsen für die Zusendung der dortigen Jahrbücher und übersendet im Austausch die Annalen der Landwirtschaft: "Dem Gesellschafts-Direktorium sage ich für die [...] erfolgte Uebersendung des VII. Bandes und des 1. und 2. Heftes VIII. Bandes der dortigen Jahrbücher für Volks- und Landwirtschaft meinen ergebensten Dank und bemerke zugleich, daß ich gern bereit bin, auf einen weiteren Austausch dieser Jahrbücher für die Bibliothek meines Ministeriums gegen die diesseitigen Annalen der Landwirtschaft einzugehen, in dem ich annehme, daß künftig wieder [...] die Zusendungen von dort aus regelmäßig erfolgen werden. In dieser Voraussetzung übersende ich beikommend ganz ergebenst die Monatshefte und Wochenblätter der Annalen der Landwirthschaft in den Königlich Preußischen Staaten pro 1862, soweit solche bis jetzt erscheinen sind, und habe ich die weitere regelmäßige Zusendung derselben für die Zukunft bereits angeordnet". - Nachdem er im März 1862 zum Landwirtschaftsminister ernannt worden war, wurde Itzenplitz bereits gegen Ende des Jahres Handelsminister und vorübergehend mit der Leitung der Preußischen Bank betraut. Seine Funktion als Handelsminister behielt er bis 1873, als er Kaiser Wilhelm I. um Entlassung aus seinem Dienst bat. - Der untere Blattrand umgeknickt. Der Textanfang gering braunfleckig.
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Jacobi, Karl Rudolf von, deutscher Staatsmann (1828-1903).
Eigenh. Postkarte m. U. Berlin, 5. X. 1890.
1 S. Quer-8vo. Mit eh. Adresse verso. Bittet die Gebrüder Ramann, Weinhändler in Erfurt, um Auskunft über Verfügbarkeit und Preis eines von ihm kürzlich getrunkenen Weines: "Auf der Reise, in Oberhof [...], habe ich einen von Ihnen gelieferten Wein "Steinberger Cabinet-art den Sg. domainal Keller Eberbach" getrunken. Wäre derselbe nicht so theuer, mögte ich davon Etwas entnehmen. Ich frage daher an, ob derselbe Wein noch vorhanden u. zu welchem Preise Sie denselben verkaufen? [...]". - Von 1886 bis 1888 war Jacobi Staatssekretär im Reichsschatzamt des Deutschen Kaiserreiches. Nachdem er dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte, wurde er 1891 Mitglied des Kolonialrates, dem er bis zu seinem Tode angehörte.
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Kaiserfeld, Moritz von, Staatsmann (1811-1885).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 29. IV. 1873.
2½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bittet den nicht namentlich genannten Adressaten um die Veröffentlichung einiger bei einem Fest am Vortag gehaltener Reden in der "Tagespost": "Ich erlaube Sie im Intereße unserer Sache zu bitten, daß die "Tagepost" auf das gestrige Fest noch einmal zurück komme u. daß sie auch einige der anderen gehaltenen Reden namentlich die Schloffers u. Auerspergs bringen. Die geeigneteste Nummer hiefür wäre vielleicht die Sonntag erscheinende. Solche Feste haben den Zweck, den Eifer unserer Freunde am Lande warm zu erhalten u. daher muß man an das bei solchen Gelegenheiten Gesprochene häufig erinnern. Das wirkt viel nachhaltiger als gedruckte Programme u. ist die beste Vorbereitung für die kommenden Wahlen. Der Abdruck meiner Rede in der heutigen "Tagespost" enthält leider einige sinnstörende Druckfehler [...]. Doch bitte ich daraus keine Veranlaßung zu Berichtigungen zu nehmen, da der Druckfehler von jedermann sogleich erkannt werden muß [...]". - Kaiserfeld studierte Staats- und Rechtswissenschaften sowie Philosophie in Graz und übernahm nach seinem Abschluss die Verwaltung des Patrimonialgerichts der Gutsherrschaft Thannhausen bei Weiz und bald darauf auch die der Herrschaft Birkenstein. Während seiner politischen Laufbahn bekleidete er verschiedene Funktionen und war unter anderem Abgeordneter für Graz in der Frankfurter Nationalversammlung, erster gewählter Reichsratspräsident sowie Landeshauptmann der Steiermark. Als solcher setzte er sich für den Ausbau der steirischen Infrastruktur ein, ließ Schulen und Pflegeheime errichten und das Straßen- und Eisenbahnnetz ausbauen. Außerdem initiierte er den Aufbau einer medizinischen Fakultät an der Universität Graz sowie die Einrichtung eines Landesarchivs. - Auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm.
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Kalnoky, Gustav Graf, Staatsmann (1832-1898).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 29. XII. 1807.
3 Zeilen. 8vo. Beglückwünscht einen nicht namentlich genannten Adressaten zum Erhalt des Ordens der Eisernen Krone: "Ich gratulier herzlichst zum eisernen Kron Orden II. Claße". - Nachdem er mit 17 Jahren bereits die Laufbahn eines Kavallerieoffiziers begonnen hatte und Oberleutnant bei den Husaren geworden war, schlug Kalnoky eine diplomatische Karriere ein. Er war unter anderem in München, Berlin und Rom tätig bevor er 1880 k.u.k. Botschafter in St. Petersburg wurde, als der er am Zustandekommen des Dreikaiserabkommens von 1881 maßgeblich beteiligt war. Im selben Jahr trat er das Amt des k.u.k. Außenministers an und verfolgte fortan eine Ausgleichspolitik mit Russland, dessen Einfluss am Balkan er einzudämmen versuchte. - Auf Briefpapier mit vorgedrucktem Briefkopf: "Minister des Aeussern".
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Karoly von Nagy-Karoly, Alois K. Graf, österr.-ungar. Diplomat (1825-1889).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 6. III. 1873.
2½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Drückt sein Bedauern darüber aus, dass ein Brief seiner Frau an die Mutter des Adressaten noch nicht überbracht wurde: "Durch den letzten Kurier, also vor ungefähr einer Woche [...] habe ich einen dicken Brief meiner Frau an ihre Mutter [...] Ihrer gefälligen Sorge anempfohlen, doch ist derselbe bisher letzterer noch nicht überbracht worden. Ich bitte Sie daher zeitigst nachfragen anstellen zu lassen u. die Ueberschickung veranlassen zu wollen". - Als österreichischer Botschafter war Karoly unter anderem in Berlin tätig, wo er auch nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 blieb und Österreich-Ungarn auf dem Berliner Kongress vertrat. Von 1878 bis zu seinem Ruhestand übte er die Rolle eines Gesandten der Donaumonarchie in London aus. - Auf Briefpapier mit Trauerrand.
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Kendell, Robert von, preußischer Diplomat (1824-1903).
Brief mit eigenh. U. Rom, 9. II. 1885.
1 S. 4to. Umschlag beiliegend. Dankt E. Fischer von Röslerstamm für ein Schreiben über die Entdeckung der Überreste einer vermutlich römischen Villa und bestätigt die Weiterleitung desselben an das Archäologische Institut: "[...] spreche ich für die mittelst gefälligen Schreibens vom 6. d. M. mir gemachte Mittheilung bezüglich der Auffindung vermutlicher Ueberreste einer Villa des Augustus auf Capri meinen verbindlichsten Dank mit dem Hinzufügen aus, daß ich das bezeichnete Schreiben an den 1. Sekretair des hiesigen Archäologischen Instituts Herrn Professor Dr. Henzen abgegeben habe". - Kendell wirkte unter Bismarck als preußischer Gesandter in Konstantinopel und Rom. Ab 1876 war er Botschafter des Deutschen Kaiserreichs am italienischen Hof sowie Mitglied des Reichstags und des Abgeordnetenhauses. - Auf Briefpapier mit vorgedrucktem Briefkopf: "Kaiserlich Deutsche Botschaft". Im Umschlag Fehlstelle durch Ausriss der Briefmarke.
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Kielmansegg, Erich Graf, Politiker (1847-1923).
Eigenh. Brief mit U. Haus von [...], 28. VII. 1875.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Drückt dem nicht namentlich genannten Adressaten seine Anteilnahme am Tod von dessen Mutter aus: "Nach Hause zurückgekehrt, finde ich das Parte, welches mich von dem Tode Ihrer hochgeehrten Frau Mutter in Kenntniß setzt. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen meine aufrichtige und innige Theilnahme ausdrücke [...]". - Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften trat Kielmannsegg 1870 in den Verwaltungsdienst ein und war zwischen 1871 und 1873 der Sekretär von Ministerpräsident Adolf von Auersperg. Von 1889 bis 1911 wirkte er, unterbrochen nur von Juni bis Oktober 1895 durch seine Funktion als Ministerpräsident, als Statthalter von Niederösterreich und war bei der Wiener Stadterweiterung von 1890 federführend. Kielmannsegg war außerdem Schöpfer einer weitreichenden Kanzleireform, die den Aktenlauf in Niederösterreich maßgeblich vereinfachte und vielerorts nachgeahmt wurde.
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Kniaziolucki, Severin Rt. von, Sektionschef im Finanzministerium (1853-1913).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 3. X. 1893.
1½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Informiert einen nicht namentlich genannten Adressaten über die Vorgehensweise bei der Bestellung von Bahnärzten in Oberösterreich und bestätigt die Empfehlung Dr. Scheibers für den Posten in Frankenmarkt an den Betriebsdirektor in Linz: "[...] beehre ich mich [...] mitzuteilen, daß sowohl die Anstellung der Bahnärzte als auch die Bestimmung der Wohnsitze derselben laut des Organisations Statutes in den Wirkungskreis der Betriebs Direktionen fällt, demzufolge Seine Excellenz nicht direkt eingreifen kann. Es ergeht aber privatim an den Betriebs Direktor Kubik in Linz ein Schreiben bezüglich des von Euer Hochwohlgeboren empfohlenen Dr. Anton Scheiber, welcher jedoch seinerseits im Falle des Freiwerdens der Bahnarztensstelle in Frankenmarkt bei der Linzer Direction anzuschreiben haben wird, u. zwar sowohl um die Verleihung dieses Postens als auch um die Verlegung des Domizils nach Vocklamarkt [...]". - Kniaziolucki wurde 1892 Leiter des Präsidialbüros des Präsidenten der Staatsbahnen, Leo von Bilinski. Als dieser drei Jahre später Finanziminister wurde, folgte er ihm als Sektionschef ins Finanzministerium und behielt diese Stelle bis zu seiner Pensionierung. - Auf Briefpapier mit vorgedr. Briefkopf: "K. k. General-Direction der Österreichischen Staatsbahnen".
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Könneritz, Julius von, sächsicher Politiker (1792-1866).
Brief mit eigenh. U. (Fragment). Dresden, 24. VI. 1837.
3 Zeilen. 4to. Mit Adresse. Bescheid für den Rechtskonsulenten Ernst Wilhelm Seyffert, ausgestellt durch das Justizministerium. - Im Jahr 1817 als Supernummerar-, Hof- und Justizrat in die sächsische Landesregierung eingetreten, begann Könneritz' Beamtenlaufbahn, die ihn 1828 in der Funktion eines vortragenden Rats ins geheime Kabinett führte und ihm 1830 das Kanzleramt brachte. Zwischen 1831 und 1846 war er als sächsischer Justizminister und von 1831 bis 1833 als Minister des Königlichen Hauses tätig. - Einrisse am unteren Seitenrand, kein Textverlust. Leicht fleckig.
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Kopp, Josef, Hof- und Gerichtsadvokat (1827-1907).
AQS. Wien, 5. VII. 1885.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Äußert Gedanken zur Einigkeit der Deutschen: "Die Deutschen sind nur einig, wenn und so lange sie durch ein ungeheures Schicksal oder einen überwaltigenden Kampf dazu gezwungen werden. Wohl scheinen sie gross! Sind einig! Verstehen aber darunter mit einem gewissen [...] Egoismus, daß alle sich Einem anschließen sollen und dieser Eine ist aber-Jeder. Sie wissen nicht, daß zur Schaffung und Erhaltung der Einigkeit ein klarer Blick zur Unterscheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen und ein hoher Grad an Selbstverläugnung [...] eine sittliche Kraft gehört, die nur schwer und nicht nur im Gefolge bitterer Entbehrungen errungen wird". - Kopp war ab 1862 über vier Jahrzehnte hinweg als Hof- und Gerichtsadvokat tätig, war darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie des Niederösterreichischen Landtags und nach den Wahlen 1873 als Anführer der Deutschliberalen Partei Mitglied des Reichsrats. Allgemeine Bekanntheit erlangte er, als sich während einer Rede in seiner Funktion als Dekan des juristischen Doktorenkollegiums die Studierenden, durch seine Worte angefeuert, zur Demonstration gegen die anwesenden Regierungsmitglieder hinreißen ließen. - Auf Briefpapier mit vorgedr. Briefkopf: "Dr. Josef Kopp senior Hof- und Gerichts-Advokat Wien. Stadt, Rotenturmstrasse Nr. 21".
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Kopp, Josef, Hof- und Gerichtsadvokat (1827-1907).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 17. IV. 1887.
½ S. auf Doppelblatt. 8vo. Bittet einen namentlich nicht genannten Freund um dessen Urteil über ein ursprünglich dem Brief beigelegtes Manuskript: "Hier hast du das Manuskript des Dr. Lohanp, ich habe keine Zeit gefunden, es durchzusehen, lies es & gebe dein Urteil über die Brauchbarkeit". - Kopp war ab 1862 über vier Jahrzehnte hinweg als Hof- und Gerichtsadvokat tätig, war darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie des Niederösterreichischen Landtags und nach den Wahlen 1873 als Anführer der Deutschliberalen Partei Mitglied des Reichsrats. Allgemeine Bekanntheit erlangte er, als sich während einer Rede in seiner Funktion als Dekan des juristischen Doktorenkollegiums die Studierenden, durch seine Worte angefeuert, zur Demonstration gegen die anwesenden Regierungsmitglieder hinreißen ließen. - 2½ SS. vom Empfänger mit seiner Rezension des übermittelten Manuskripts beschrieben. Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Kopp, Josef, Hof- und Gerichtsadvokat (1827-1907).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 23. VIII. 1889.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über den gegenwärtigen Stand einer politischen Angelegenheit in Zusammenhang mit der umstrittenen "Schulnovelle": "Wenn ich mich recht entsinne, hast du es übernommen, den niederöst. Landesausschuß zur Überreichung einer Petition an das Abgeordnetenhaus gegen die Schulnovelle zu vermögen, ich muß dir daher den neuesten Stand der Dinge mitteilen. Bevor der nö. Landesausschuß sich definitiv schlüssig machte, zog ich vertrauliche Erkundigung in Prag ein & erfuhr, daß unsere Freunde dort nichts davon wissen wollen, & zwar aus Gründen, deren Gewicht ich nicht verkenne. Wir lassen daher die Sache fallen, da wir das Schweigen eines so wichtigen Faktors nicht durch unsere Aktion erst bedeutsam machen wollen. Euch wollen wir nicht vorgreifen, sondern nur von unserer Entscheidung in Kenntnis setzen [...]". - Kopp war ab 1862 über vier Jahrzehnte hinweg als Hof- und Gerichtsadvokat tätig, war darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie des Niederösterreichischen Landtags und nach den Wahlen 1873 als Anführer der Deutschliberalen Partei Mitglied des Reichsrats. Allgemeine Bekanntheit erlangte er, als sich während einer Rede in seiner Funktion als Dekan des juristischen Doktorenkollegiums die Studierenden, durch seine Worte angefeuert, zur Demonstration gegen die anwesenden Regierungsmitglieder hinreißen ließen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; leichter Tintenabklatsch.
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Kopp, Josef, Hof- und Gerichtsadvokat (1827-1907).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 10. X. 1880.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bittet einen Freund um dessen Teilnahme an einer Versammlung in seiner Wohnung: "Schmeykal, Sturm & ich haben gestern beschlossen, für morgen den 11. d. Montag 10 Uhr Vormittag in meiner Wohnung eine kleine Versammlung einzuberufen, anbei du gebeten wirst, als Repräsentant für Oberösterreich zu erscheinen. Da Schmeykal wieder abreisen muß, bitten wir dich dringend, nicht zu fehlen". - Kopp war ab 1862 über vier Jahrzehnte hinweg als Hof- und Gerichtsadvokat tätig, war darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie des Niederösterreichischen Landtags und nach den Wahlen 1873 als Anführer der Deutschliberalen Partei Mitglied des Reichsrats. Allgemeine Bekanntheit erlangte er, als sich während einer Rede in seiner Funktion als Dekan des juristischen Doktorenkollegiums die Studierenden, durch seine Worte angefeuert, zur Demonstration gegen die anwesenden Regierungsmitglieder hinreißen ließen. - Auf Briefpapier mit vorgedr. Briefkopf: "Dr. Josef Kopp senior Hof- und Gerichts-Advokat Wien. Stadt, Rotenturmstrasse Nr. 21". Leicht braunfleckig.
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Kopp, Josef, Hof- und Gerichtsadvokat (1827-1907).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. IV. 1880.
1 1/3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Drückt seine Hoffnung auf eine allgemeine Vollwahl aus, erwähnt jedoch auch seine diesbezüglichen Bedenken: "Ich kann mir gar nicht denken, wie in unserem Wahlkreise der Verwaltungsgerichtshof angerufen werden kann, sollte es aber geschehen müssen, so wird eine ganz besondere Vollwahl notwendig sein, außer wenn ich eine allgemeine Vollwahl bekomme, die immer das beste ist, wenn sie nähmlich so aussieht, wie die beiliegende. In dem mir gegebenen Formular vermisse ich aber Eines. Wenn nähmlich die Hausbesitzer klagen wollen, weil sie nicht aufgenommen wurden, so ist diese Vollwahl ganz unbrauchbar, weil darin nur von den [...] gegen die Aufnahme von Nicht-Wählern, nicht aber auch wegen Nicht-Aufnahme von Wählern die Rede ist, diese möchten also eine allgemeine Vollwahl unterschreiben". - Kopp war ab 1862 über vier Jahrzehnte hinweg als Hof- und Gerichtsadvokat tätig, war darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie des Niederösterreichischen Landtags und nach den Wahlen 1873 als Anführer der Deutschliberalen Partei Mitglied des Reichsrats. Allgemeine Bekanntheit erlangte er, als sich während einer Rede in seiner Funktion als Dekan des juristischen Doktorenkollegiums die Studierenden, durch seine Worte angefeuert, zur Demonstration gegen die anwesenden Regierungsmitglieder hinreißen ließen. - Auf Briefpapier mit vorgedr. Briefkopf: "Dr. Josef Kopp senior Hof- und Gerichts-Advokat Wien. Stadt, Rotenturmstrasse Nr. 21".
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Leutwein, Theodor, Gouverneur v. Deutsch-Südwestafrika (1849-1921).
Eigenh. Postkarte m. U. [Krebeck?], 14. V. 1898.
1 S. Mit eh. Adresse verso. Berichtet Major Fritz, Bataillonskommandeur im Infanterieregiment 45, von seinem Vorhaben, demnächst nach Deutsch-Südwestafrika zu reisen: "Gestern hier eingetroffen, fand ich recht deinen [...] Allerlei Umstände hatten eine Verschiebung [...] hervorgerufen. Mit einem Zuge werde ich daher recht [...] Zählung gewinnen. Besten Dank für deine Bemühungen in dieser Sache, drgl. dem Herrn Oberst, dem ich mich bestens empfehlen lasse. Am 25. Mai lasse ich mich in Hamburg [?] verladen. Von Schutzgebiet aus weiter, hoffentlich an den Ford. Oberstlieutnant [...] mir der Staat Beförderung überzeugt aus dem [...] der Mil. Cabinets gestrichen sein sollte. Mir sollts bereits egal sein, da ich Civilist geworden bin [...]". - Leutwein erhielt 1893 von Reichskanzler Caprivi den Auftrag, den Witbooi-Krieg in Südwestafrika zu beenden und die Landeshauptmannschaft zu übernhemen. Es gelang ihm, Hendrik Witbooi zur Anerkennung der deutschen Herrschaft zu bewegen und konnte diese schließlich großflächig durchsetzen. Im Jahr 1898 wurde er der erste Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika und setzte im selben Jahr den Bau einer Bahnlinie vom Hafenort Swakopmund nach Windhuk, Verwaltungssitz der Kolonie, im Reichstag durch. Der Ausbruch des Herero-Aufstandes im Jahr 1904 führte zu seiner Beurlaubung und im Jahr darauf zu seiner Versetzung in den Ruhestand. - Fehlstellen im Text durch Ausriss der Briefmarke.
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Levetzow, Albert Erdmann Karl Gerhard von, deutscher Politiker (1827-1903).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 23. IV. 1884.
½ S. 4to. Mit eh. Adresse. Beiliegend eh. Umschlag. Genehmigt das Urlaubsansuchen des Freiherrn von Gagern, Mitglied des Reichstages: "ertheile ich hierdurch den von Ihnen unter dem 21ten d. Mts. nachgesuchten Urlaub auf 4 Tage [...]". - Zwischen 1877 und 1903 war Levetzow Abgeordneter im Reichstag des Deutschen Kaiserreichs und übernahm von 1881 bis 1884 sowie von 1888 bis 1895 die Funktion des Reichstagspräsidenten.
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Leyds, Willem Johannes, Staatssekretär und Botschafter der südafrikanischen Republik (1859-1940).
DS. Brüssel, 23. XI. 1899.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Teilt Albert Michaelsen mit, dass er keinerlei Informationen über Gustav Mangold, der sich in Südafrika aufhält, hat und empfiehlt ihm, sich an Hermannus Jacob Kiewiet de Jonge zu wenden: "[...] daß ich zu meinem größten Bedauern Ihnen die gewünschte Auskunft über Herrn Dr. phil. et med. Gustav Mangold nicht erteilen kann. Doch möchte ich Ihnen empfehlen, sich an Herrn Dr. Kiewiet de Jonge in Dordrecht zu wenden, unter dessen Leitung sich ein Comité gebildet hat, das Erkundigungen über in Süd-Afrika weilende Europäer einzieht". - Leyds war zwischen 1884 und 1889 Generalstaatsanwalt der Südafrikanischen Republik und von 1889 bis 1898 Staatssekretär. Darüber hinaus fungierte er während des Zweiten Burenkriegs (1898-1902) als Botschafter in Brüssel, wobei er versuchte, von den europäischen Mächten Unterstützung für die Anliegen der Buren gegenüber Großbritannien zu gewinnen. - Auf Briefpapier der "Gezandschaft van de Zuid-Afrikaansche Republiek".
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Liebknecht, Wilhelm, Politiker und Gründervater der SPD (1826-1900).
Eigenh. Mitteilung mit U. O. O. u. J.
1 S. 8vo. Auf Papierträger montiert. Bittet einen nicht namentlich genannten Adressaten, ihm eine Ausgabe des Demokratischene Wochenblatts, das er 1868 mitbegründet hatte, zukommen zu lassen: "Ich brauche das Demokratische Wochenblatt, dringend und bitte Sie, mir dasselbe durch Uberbringer dieses zustellen zu lassen [...]". - Liebknecht war einer der wichtigsten sozialistischen Politiker im Reichstag des Deutschen Kaiserreichs und ein erbitterter Gegner des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Er war maßgeblich an der Vereinigung der SDAP mit dem ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) im Jahr 1875 beteiligt, die durch das Sozialistengesetz ab 1878, das auch Liebknechts Verweis aus Berlin mit sich brachte, vehemente Unterdrückung erfuhr. Nachdem das Sozialistengesetzt 1890 aufgehoben worden war, reorganisierte sich die SAP und wurde in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) umbenannt.
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Liechtenstein, Alfred Prinz von, Politiker (1842-1907).
Ausschnitt mit eigenh. U. Waldstein bei Peggau, o. J.
2 Zeilen. Quer-8vo. Seit 1873 Anführer eines konservativen Komitees zog Liechtenstein in den Landtag des Herzogtums Steiermark ein und gehörte diesem bis 1899 an. Im Jahr 1879 wurde er außerdem Abgeordneter des Österreichischen Reichsrates und trat nach dem Tod seines Vater 1887 das erbliche Mandat im Herrenhaus an, wo er die Leitung des klerikalen Flügels der Konservativen übernahm. - Auf der Rückseite farbige Illustrationen und Text in Rot-Schwarz-Druck.
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Liechtenstein, Alfred Prinz von, Politiker (1842-1907).
Ausschnitt mit eigenh. U. Schloss Waldstein bei Peggau, o. J.
3 Zeilen. Quer-8vo. Seit 1873 Anführer eines konservativen Komitees zog Liechtenstein in den Landtag des Herzogtums Steiermark ein und gehörte diesem bis 1899 an. Im Jahr 1879 wurde er außerdem Abgeordneter des Österreichischen Reichsrates und trat nach dem Tod seines Vater 1887 das erbliche Mandat im Herrenhaus an, wo er die Leitung des klerikalen Flügels der Konservativen übernahm. - Auf der Rückseite eine Rechnung von G. Heuer & Kirmse, Graphische Kunstanstalt und Kunstverlag.
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Lienbacher, Georg, Jurist und Politiker (1822-1896).
Eigenh. Brief mit U. Georgenberg bei Kuchl, 28. VIII. 1888.
11 SS. auf 3 gefalt. Doppelblättern. Sagt einem nicht namentlich genannten Adressaten seine Teilnahme am Katholikentag in Georgswalde ab, da sein Fernbleiben vom Landtag einen Nutzen für seine politischen Gegner brächte, und kritisiert die Adelsherrschaft: "[...] Ob ich in der Lage sein werde, zum [...] Katholikentag nach Georgswalde zu kommen. Leider ist letzterer so spät [...] u. der Landtag so früh [...] angeordnet u. brauche ich, der ich Nachts nicht fahren darf, so viel Zeit zur Rückreise, daß es mir unmöglich ist zum Kath. Tage [...] zu reisen, denn ich darf keinen Tag vom Landtage fern bleiben, wenn ich nicht meinen Gegnern unter den s.g. Conservativen od. Klerikalen die denselben erwünschte Gelegenheit bieten will, für sich Majorität zu machen u. mir u. meinen engeren Genoßen, die wir im Landtage das Zünglein an der [...] Wage [sic] bilden, zu schaden [...] Auch ich glaubte leider nur zu lange in meinem Leben an das Schütz- u. Schrimbestreben des Adels für die höchsten Ziele. Leider muß ich gestehen, daß ich mich immer getäuscht sah u. nun wundere ich mich völlig über meine Naivität, daß ich so lange an die Selbstlosigkeit im ritterlichen Kampfe für das Volk von Seite Jener glauben konnte, die nur durch auf Kosten des Volkes erworbener Privilegien etwas bedeuten können [...]". - Ab 1870 im Salzburger Landtag aktiv, vertrat Lienbacher die Märkte Golling an der Salzach, Abtenau und Kuchl und erreichte 1882 eine Herabsetzung der Zensusgrenze für die Wahlbeteiligung von 10 auf 5 Gulden. Im Jahr 1890 gelang es ihm, die Deutschkonservative Mittelpartei als drittes Lager zwischen Konservativen und Liberalen zu etablieren. Neben seiner Tätigkeit im Landtag engagierte sich Lienbacher auch im Agrarverein, im Universitätsverein und in der Landwirtschaftsgesellschaft.
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Lobkowitz, August Longin Joseph Fürst von, Hofkanzler und Mäzen (1797-1842).
Eigenh. Brief mit U. Lemberg, 31. V. 1827.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Dankt Joseph Anton von Pilat, k. k. Hofsekretär, für dessen Briefe und spricht sich für den Verbleib des Bruders desselben in Lemberg aus: "Wenn ich Ihnen auch bisher für Ihre sehr interessanten Briefe nicht ausdrücklich meinen Dank aussprach, so mögen Sie dessen ungeachtet von meiner besonderen Dankbarkeit vollkommen überzeugt seyn [...] Ihren Bruder bisher noch in Lemberg zu behalten fand ich aus [...] Gründen für zweckmäßiger, seine Bildung für das Geschäft kann im Centrum nur sehr vortheilhaft für ihn seyn, besonders da die gothische Sprache ihm von der Hand im Kommissionsdienste noch als ein schwer zu begeistigendes Hinderniß im Wege steht [...]". - Ab 1826 Gouverneur von Galizien setzte sich Lobkowitz für den geistig-kulturellen Aufschwung des Landes ein und setzte sich nach der Choleraepidemie von 1830 mit sozial-sanitären und medizinischen Maßnahmen vehement für die Bevölkerung ein. Im Jahr 1832 wurde er aus Galizien abberufen und übernahm das Amt des Hofkanzlers der k. k. Vereinigten Hofkanzlei in Wien und wurde bald darauf Präsident der neugeschaffenen Hofkammer für Münz- und Bergwesen. - Mit aufgedrücktem Siegel, Ausschnitt durch Siegelöffnung.
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Lobkowitz, Ferdinand Prinz, böhmisch-österr. Politiker (1850-1926).
Eigenh. Brief mit U. Graz, 4. X. 1908.
3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bedankt sich bei einem nicht namentlich genannten Adressaten für dessen freundliche Worte in der Zeitung und bedauert die falschen Aussagen, die über seine Person verbreitet wurden: "[...] ein gutes Wort in böser Zeit thut wohl, ist oft wirksamer als hochtönende auf Effekt berechnete Phrasen. Ich danke Ihnen daß Sie so einen moralischen Händedruck mir zugedacht, und ein freundliches Wort der Neuen freien Presse am 29. September zur Veröffentlichung übergeben haben. Daß Sie und Alle die mich kennen von meinen lauteren und stets auf Frieden zielenden Gesinnungen überzeugt sind, glaube ich wohl. Daß aber gewisse Verdächtigungen und, ich scheue mich nicht das harte Wort auszusprechen: Lügen, unter den Leuten die mich nicht kennen von mir ein falsches Bild verbreiten, das thut mir weh [...]". - Lobkowitz war von 1882 bis 1884 Abgeordneter im Reichsrat, ab 1883 Mitglied des böhmischen Landtags für die Großgrundbesitzer und von 1892 bis 1918 Mitglied des Herrenhauses. Im Sommer 1908 wurde er zum letzten Oberstlandmarschall des Königreichs Böhmen ernannt, wurde damit Vorsitzender der Böhmischen Regierung und behielt dieses Amt bis zur Auflösung des Böhmischen Landtags 1913.
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Lobkowitz, Ferdinand Prinz, böhmisch-österr. Politiker (1850-1926).
Eigenh. Visitenkarte. Graz, 15. V. 1912.
1 1/3 SS. Visitkartenformat. Spricht einem nicht namentlich genannten Adressaten seine Glückwünsche aus: "Prinz Ferdinand Lobkowitz Oberstlandmarschall des Königr. Böhmen [dies gedruckt] sendet seinem ersten politischen Gegner und seitherigen langjährigen hochverehrten mehrfachen parlamentarischen Collegen seine herzlichsten Glückwünsche". - Lobkowitz war von 1882 bis 1884 Abgeordneter im Reichsrat, ab 1883 Mitglied des böhmischen Landtags für die Großgrundbesitzer und von 1892 bis 1918 Mitglied des Herrenhauses. Im Sommer 1908 wurde er zum letzten Oberstlandmarschall des Königreichs Böhmen ernannt, wurde damit Vorsitzender der Böhmischen Regierung und behielt dieses Amt bis zur Auflösung des Böhmischen Landtags 1913.
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Lutz, Johann von, bayerischer Politiker (1826-1890).
Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D.
4 Zeilen. Visitkartenformat. Auf Papierträger montiert. Gibt Anweisung, einer Besucherin das Maximilianeum zu zeigen: "Ich beauftrage den Hausmeister des Maximilianeums, der Frau v. Faber und ihrer Begleitung das Maximilianeum zu zeigen". - Als Kultusminister betrieb Lutz ab 1869 den bayerischen Kulturkampf mit dem Ziel, die Oberhoheit des Staates gegenüber der Kirche durchzusetzen. Im Jahr 1880 übernahm er die Funktion des Vorsitzenden des bayerischen Ministerrats, die er bis an sein Lebensende behielt.
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Bartsch, Karl, Mediävist und Altphilologe (1832-1888).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 31. I. 1882.
1½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. Gr.-8vo. An einen nicht namentlich genannten "Herrn und Freund": "Seit längerer Zeit habe ich wieder direkter von Ihnen gehört, und ich dachte schon, daß Sie mir die Recension von Stobls Berthold übel genommen hätten. Allein es war meine Pflicht, nach dem der unwißende und unverschämte Mensch über Pfeiffers Werk so hochmüthig geurtheilt und selbst nur eine so elende geliefert, dies vor der Öffentlichkeit zu sagen. Heute komme ich mit einer doppelten Bitte an Sie. Die eine ist mir zu gestatten, daß ich die Biographie Pfeiffers, welche dem Breifwechsel zwischen Uhland u. Lassberg beizugeben ist in die Sammlung meiner Vorträge und Aufsätze aufnehmen darf. Die andere ist die um ein Exemplar der Rollettschen [Hermann Rollett] Goethebildnisse. Das Werk ist so schön, daß ich es gern besitzen möchte aber es ist mir zu theuer. Ist von Laubes Werken nach dem 15. Bande noch etwas erschienen so darf ich wohl auch darum bitten [...]". - Der Inhalt des Briefes bezieht sich auf mehrere bei Wilhelm Braumüller in Wien erschienene Werke, die Bartsch zu erhalten wünscht, was die Vermutung nahelegt, dass es sich bei dem Adressaten um eben diesen Verlager handelt. Joseph Strobl hatte 1880 den zweiten Band des Werkes "Berthold von Regensburg", das von Franz Pfeiffer (1815-1868) im Jahre 1862 verfasst wurde, herausgegeben, und davor ebenfalls ein Werk über Berthold, "Über eine Sammlung lateinischer Predigten Bertholds von Regensburg" (Wien, 1877. In Commission bei Karl Gerold's Sohn) veröffentlicht.
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Bary, Anton de, Botaniker (1831-1888).
Eigenh. Postkarte m. U. [Poststempel: "Strassburg"], 3. XII. 1879.
1 S. Qu.-8vo. Freundliche Bitte an Prof. Dr. Ferdinand Cohn in Breslau [Wroclaw] um Zusendung von Studienmaterial zu Forschungszwecken: "Könnte ich wohl Ihre Prospecte und Materialien der Peronospora Cartorum [Eipilzart] noch einmal zur Ansicht erhalten, nur auf ganz kurze Zeit? Ich glaube jetzt auf der Spur zu sein, woher der Pilz kam oder kommt, möchte jedoch die Identitäten noch genauer feststellen. Wahrscheinlich ist es ein ganz häufiges Gewächse! Ich käue derzeitig d. h. schon seit Jahr und Tag, Peronosporen und Consorten wider und finde sehr sonderbare Dinge. Sonst, wenig Neues: hyperboräische Kälte, ich kann kaum schreiben [...]". - Vorgedr. lithogr. Postkarte "Deutsche Reichspost. Postkarte." mit Adressfeld und lila lithogr. Briefmarke "5 Pfennige". Sammlernotiz in Blei.
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Bastian, Adolf, Reisender und Ethnograph (1826-1905).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 1874.
1 S. 8vo. Beiliegend Kuvertausschnitt (106 x 73 mm). An einen nicht namentlich genannten Direktor, wobei das besondere Augenmerk auf archäologischen Funden in Bezug auf heidnische Bestattungsriten, den sog. "Totenbäumen" oder "Booten", liegt: "Bei einer kürzlichen Anwesenheit Sr. Kgl. Hoh. Prinz Friedrich Karl im Museum nahm derselbe den Todtenbaum aus Schleswig nebst den übrigen Funden in Augenschein, und bemerkt dann, daß noch ein andres Boot, das auf seiner Besitzung bei Potsdam ausgegraben sei, vor etwa 10 Jahre dem Museum übergeben sei. Da man im Bureau nichts weiter darüber weiß, bitte ich mich an Ihre Eminenz wenden zu dürfen, wenn sich etwas Weiteres sagen läßt. In der Hoffnung, daß Sie sich bester Gesundheit erfreuen mögen [...]". - Bastian gründete 1873 das Ethnologische Museum in Berlin und wurde dessen erster Direktor. - Minimale Tintenabklatschspuren und Tintenwischer. Beiliegender Kuvertausschnitt etwas fleckig mit lith. Adresse an Alexander Hesse in Graz mit Datumstempel (23. II. 1882) und 10 Pfennigmarke. Sammlernotiz in Blei. Beiliegend Kuvertausschnitt mit eh. U. verso.
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