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Lyser, Johann Peter, Musikschriftsteller und Maler (1804-1870).
"La Samaritana". Eigenh. Musikmanuskript mit Namenszug im Titel. O. O. u. D.
Titel, 2 SS. auf gefalt. Bogen. Qu.-Folio. Vorhanden ist nur noch der äußere Bogen einer ursprünglich umfangreicheren Sammlung, betitelt: "Sammlung italienischer Volkslieder, mit treuer Beibehaltung der Originalweisen bearbeitet und ergänzt von J. P. Lyser". Das Gegenblatt enthält das letzte Stück daraus, "Die Samariterin" (Lied für Singstimme und Klavierbegleitung, Text in deutscher und italienischer Sprache unterlegt; zwei weitere deutsche Verse hinzugesetzt. - Kl. Randläsuren. Lyser stammte aus einer Schauspielerfamilie und führte ein Wanderleben als Buchdrucker, Dekorationsmaler, Zeichenlehrer und als Musikkritiker bei der von Robert Schumann herausgegebenen "Neuen Zeitschrift für Musik". Das Musizieren musste er von seinem 18. Lebensjahr an wegen Taubheit aufgeben. Er geriet in Schulden und wurde von Felix Mendelssohn Bartholdy aus der Schuldhaft befreit. Er war mit Heinrich Heine befreundet, der sich für ihn einsetzte; Clara Schumann vertonte seine "Lieder eines wandernden Malers". Er illustrierte u. a. "Des Knaben Wunderhorn" und schuf eines der bekanntesten Beethoven-Portraits.
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Marschner, Heinrich, Komponist (1795-1861).
Eigenh. Brief. Hannover, 7. VII. 1831.
1 S. 4to. Mit kl. Ausschnitt (hierdurch Verlust der U.). An die Musikalienhandlung H. A. Probst/Friedrich Kistner in Leipzig: "Zuvörderst quittire ich Ihnen den Empfang des Honorars von 10 Louisdor für Oeuv. 66 u. 68 (6 Lieder für 1 Baßstimme u. 6 Lieder für 4 Männerstimmen) mit ergebenem Dank. Die Ouverture stelle ich Ihnen zu fernerer Disposition. Meine Aeußerung über Refus [?] haben Sie jedenfalls zu hoch aufgenommen, u. deshalb bitte ich in Zukunft, sich über mich nicht etwa wieder zu härmen, da ich mit Freunden stets harmlos spreche u. schreibe. Den Titel zu den Liedern machen Sie wie Sie wollen. Was Sie aber mit der Clavierbegleitung zu den 4stimmigen Liedern meinen, versteh ich nicht, da ich sie noch nirgends gefunden habe, wenn die Lieder blos für 4 Realstimmen geschrieben waren. Meinen Sie vielleicht die Partitur? - Die wäre aus den Stimmen leicht zusammen gesetzt. Recht herzlich gern will ich Ihnen diese auch selbst machen, wenn Sie mir nur gefälligst die Ueberschriften der einzelnen Lieder schreiben wollen. Hoffentlich klärt sich der politische Himmel bald wieder [gemeint ist wohl der polnische Novemberaufstand von 1830/31], u. dann wird für Sie auch die Sonne scheinen, die Ihre Saat zu hundertfacher Erndte dann reifen möchte, u. auch wird. Haben Sie anfangs auch mit mancherlei Fatalitäten gegen Zeitumstände u. Collegen zu kämpfen, so haben Sie doch den Vortheil daß man über den Hin- und Austritt Ihres Vordermannes [gemeint ist wohl H. A. Peters, s. u.] allgemein froh ist, wie ich erst vor wenigen Tagen aus den Aeusserungen der Hamburger Verleger entnommen habe. Das ist viel, das Uebrige aber wir[d] Gott u. Ihr persönlicher liebenswürdiger Charakter zum Besten lenken [...]". - Heinrich Marschner war soeben (1831) Hofkapellmeister der Oper in Hannover geworden und arbeitete wohl schon an seiner bedeutendsten Oper "Hans Heiling" (1831/32), einem Schlüsselwerk der deutschen romantischen Oper, das am 24. Mai 1833 am Königlichen Opernhaus zu Berlin seine Uraufführung erleben sollte. - Der Verleger Friedrich Kistner (1797-1844) hatte gerade (1831) die Musikalienhandlung von H. A. Probst aufgekauft; fünf Jahre darauf (1836) sollte er sie unter eigenem Namen weiterführen und zu einem bedeutenden Musikverlag ausbauen. - Mit mehreren Randläsuren bzw. -einrissen. und einem wohl a. d. Hand Kistners stammendem Vermerk auf der Verso-Seite.
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Nesvera, Joseph, Musiker und Komponist (1842-1914).
Eigenh. Brief mit U. Olmütz, 10. IV. 1898.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten, der bei ihm eine Komposition in Auftrag geben will: "Erlaube mir mitzutheilen, daß ich Ihren ersten Brief nicht erhalten habe und zwar aus dem Grunde, weil meine Adresse nicht richtig angegeben war. Ihren geschätzten Brief vom 5. d. M. bekam ich durch einen reinen Zufall. Ich bin Domkapellmeister in Olmütz (Mähren, Austria) und nicht in Prag. Auf diesen Brief erlaube ich mir mitzutheilen, daß ich sehr bereitwillig bin den Wunsch Euer Wohlgeboren zu erfüllen. Nur bitte mir gefälligst mittheilen zu wollen: 1) Welcher Art soll die erwähnte Composition sein? (Piano, Violin, Lieder, Opern, Oratorien u.s.w.)? 2) Wie groß? 3) Bis zu welcher Zeit? 4) Soll das Verzeichniß meiner sämtlichen Compositionen vollständig sein? 5) Soll ich mein Bild beilegen? Biografie? [...]". – Joseph Nesvera war Chordirektor in Berau und von 1878 bis 1884 in Königgrätz, "daneben ständig an der Domkirche in Olmütz. Als Komponist schrieb Nesvera im Geiste der Musiktradition Smetanas und A. Dvoraks" (ÖBL VII, 75). - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand. – Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren.
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Paray, Paul, Dirigent und Komponist (1886-1979).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 20. IV. 1948.
½ S. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über die Aufführung einer „Cléopatre“. – Das Wirken Paul Parays, der seinerzeit den jungen Yehudi Menuhin entdeckt hatte, als Orchesterleiter „war in zweifacher Hinsicht verdienstvoll: er erneuerte und erweiterte das klassische und moderne Programm der Concerts Colonne und machte die französische Musik im Ausland bekannt. Einige seiner Interpretationen haben historischen Wert, z. B. ‚L’Apprenti sorcier’ von Paul Dukas, für den er Hinweise vom Komponisten selbst erhalten hatte. Er hat mehrere Werke seiner französischen Zeitgenossen uraufgeführt. Parays eigene Kompositionen stehen in der Tradition der französischen Schule. Bemüht um schwungvolle melodische Linienführung und originelle Harmonik, bleibt er der Tonalität verbunden“ (MGG XVI, 1467). – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Pasdeloup, Jules, Dirigent (1819-1887).
Eigenh. Brief mit U. („Pasdeloup“). O. O. u. D.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen unleserlichen Adressaten mit der Bitte, er möge in Herrn Arthur Meyer in seinem Namen danken. Er werde sich nicht um die Organisation des Musikfestes kümmern und seine Karte an Colonne übergeben, der sicherlich von dem Angebot des Dirktors des Gaulois profitieren werde: „Veuillez remercier pour moi Monsieur Arthur Meyer […] je n’aurais pas à m’occuper de l’organisation de cette fête musicale[.] je transmets votre carte a [!] Colonne qui certainement profitera de la bonne offre du directeur du Gaulois [...]“. – Jules Pasdeloup „war der volkstümlichste Dirigent, den Frankreich je erlebte. Seine Tätigkeit war für das französische Musikleben von nachhaltiger Bedeutung. Nach dem Vorbilde seiner Concerts populaires wurden in der Provinz [...] ähnliche Konzerte veranstaltet. Pasdeloup führte besonders die Klassiker auf, doch setzte er sich auch für Werke von Mendelssohn, Schumann, Gade, Brahms, Glinka, Tschaikowsky, Berlioz und vor allem Wagner ein. Schließlich erwies er der jungen französischen Komponistenschule unermeßliche Dienste, indem er Gounod, Saint-Saëns, Th. Gouvy, Massenet, Bizet, Lalo, E. Guiraud, später auch Pierné u. a. mit den Werken nichtfranzösischer Musiker bekannt machte und ihre eigenen Kompositionen aufführte (MGG X, 858). – Beide Bll. mit kleinen Montagespuren.
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Pasdeloup, Jules, Dirigent (1819-1887).
Eigenh. Brief mit U. („Pasdeloup“). O. O., 27. X. o. J.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen unleserlichen Adressaten mit der Mitteilung, daß er ihm bei der Probe am kommenden Tag 50 Einladungen mitnehmen werde. – Jules Pasdeloup „war der volkstümlichste Dirigent, den Frankreich je erlebte. Seine Tätigkeit war für das französische Musikleben von nachhaltiger Bedeutung. Nach dem Vorbilde seiner Concerts populaires wurden in der Provinz [...] ähnliche Konzerte veranstaltet. Pasdeloup führte besonders die Klassiker auf, doch setzte er sich auch für Werke von Mendelssohn, Schumann, Gade, Brahms, Glinka, Tschaikowsky, Berlioz und vor allem Wagner ein. Schließlich erwies er der jungen französischen Komponistenschule unermeßliche Dienste, indem er Gounod, Saint-Saëns, Th. Gouvy, Massenet, Bizet, Lalo, E. Guiraud, später auch Pierné u. a. mit den Werken nichtfranzösischer Musiker bekannt machte und ihre eigenen Kompositionen aufführte (MGG X, 858). – Papierbedingt leicht gebräunt; das unbeschriebene Bl. 2 mit mehreren, tls. durch Manipulation herrührenden Defekten, Bl.1 mit kleinen Randläsuren und etwas knittrig.
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Pasdeloup, Jules, Dirigent (1819-1887).
Eigenh. Brief mit U. („Pasdeloup“). O. O. u. D.
1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über Unstimmigkeiten hinsichtlich der Bezahlung eines Konzertes. Von den angebotenen 600 Francs könne er kaum sein Orchester bezahlen, das schließlich nicht umsonst spiele: „Vous me proposez dans votre lettre 600 f pour le concert 750 francs[.] je ne pourrai a [!] peine rétribuer mon orchestre qui ne jouera pas pour rien [...]“. – Jules Pasdeloup war der volkstümlichste Dirigent, den Frankreich je erlebte. Seine Tätigkeit war für das französische Musikleben von nachhaltiger Bedeutung. Nach dem Vorbilde seiner Concerts populaires wurden in der Provinz [...] ähnliche Konzerte veranstaltet. Pasdeloup führte besonders die Klassiker auf, doch setzte er sich auch für Werke von Mendelssohn, Schumann, Gade, Brahms, Glinka, Tschaikowsky, Berlioz und vor allem Wagner ein. Schließlich erwies er der jungen französischen Komponistenschule unermeßliche Dienste, indem er Gounod, Saint-Saëns, Th. Gouvy, Massenet, Bizet, Lalo, E. Guiraud, später auch Pierné u. a. mit den Werken nichtfranzösischer Musiker bekannt machte und ihre eigenen Kompositionen aufführte (MGG X, 858). – Bl. 1 mit kleinen Läsuren am unteren weißen Rand.
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Perti, Giacomo Antonio, Italian composer of the Baroque era (1661-1756).
Autograph receipt signed ("Giacomo Antonio Perti M[aest]ro di Cappella di S. Petronio"). [Bologna], 17 Nov. 1703.
4to. ½ p. Confirms the receipt of 100 Lira for exequies to four choirs in memory of Count Filippo Pepoli's soul: "Io sottoscritto ho ricevuto dal Sig. Girolamo Rossi Lire cento quattrini, sono per l'essequie sollenni fatte à quattro cori in S. Dom[eni]co per l'anima del già [...] Co. Filippo Pepoli / dico L. 100". - Captioned by a former collector and numbered in pencil: "No. 136"; centerfold.
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Procházka, Ludwig, Komponist (1837-1888).
"Dve humoresky pro piano". Eigenh. Musikmanuskript mit U. Prag, 18. VII. 1859.
Titel, 6 SS. Tinte auf blau gedr. Notenpapier mit dekorativer Bordüre. Geheftet. Qu.-4to. Zwei Humoresken für Klavier ("Allegro assai" bzw. "Allegro") mit Widmung: "Svému príteli J. Bayerovi. Dve humoresky pro piano slozil Ludvík Procházka". - Der böhmische Pianist Procházka studierte 1854/55 bei Smetana und parallel an der Universität Jus (1863 promoviert zum Dr. jur.). Der Mitbegründer des Sängervereins "Hlahol" wurde 1863 Sekretär der musikalischen Sektion des Künstlervereins "Umelecká beseda" sowie Chorleiter von dessen Gesangverein. Er initiierte 1871 den Musikverlag "Hudební matice" und 1877 den Kammermusikverein "Jednota pro komorní hudbu". 1870 gründete er das musikalische Wochenblatt "Hudební listy", das er bis 1872 redigierte. 1873-75 war er Redakteur der Zeitschrift "Dalibor", in der er seinen Freund Smetana und seinen Nationalstil verteidigte. Sein Interesse galt ferner der slawischen Volksmusik: er harmonisierte und edierte zahlreiche Volkslieder und -tänze. - Von ansprechender Erhaltung.
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Reissiger, Karl Gottlieb, Kapellmeister und Komponist (1798-1859).
"Heimath". Eigenh. Musikmanuskript mit U. O. O. u. D.
2 SS. Tinte auf Papier. Qu.-Folio. "Lied für Bariton mit Brummstimmenchor" (Bariton, 2 Tenöre, 2 Bässe): "Heimath! Heimath! Wunderbar tönendes Wort" (nach Otto Inkermann). - Reißiger war - wie sein Zeitgenosse Beethoven - u. a. Schüler von Antonio Salieri in Wien (1821). 1826 sang er bei Zelters Berliner Singakademie, bevor er in Dresden zunächst als Nachfolger Heinrich Marschners zum Musikdirektor berufen wurde, dann aber die Nachfolge Carl Maria von Webers als Hofkapellmeister antrat. Reißiger schuf ein umfangreiches Kompositionswerk; seine Hymnen, Motetten und Lieder sind in vielen Sammlungen erschienen. Ein Teilnachlass mit 65 Musikautographen wird in der Musikabteilung der SLUB Dresden aufbewahrt. - Minimal angestaubt. Am unteren Rand der Versoseite bezeichnet "Reissiger Hofcapellmeister in Dresden. 1854 erhalten".
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Reissiger, Karl Gottlieb, German Kapellmeister and composer (1798-1859).
"Trommelliedchen von Wolff. Für eine Baritonstimme. op. 194 b". Autograph musical manuscript signed. No place or date.
Oblong folio. Title page, 2 pages. In ink; some performance markings in crayon. No. 2 ("Den Wirbel schlag ich oft so stark") from his opus 194b (Zwei Lieder für Bass oder Bariton mit Pianoforte), with underlined text after words by Karl August Candidus.
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Rubin, Marcel, Komponist und Dirigent (1905-1995).
"Licht ist Liebe. Sieben Lieder nach Gedichten von Christian Morgenstern für hohe Singstimme, Flöte, zwei Violinen, Viola und Violoncello". Eigenh. Musikmanuskript mit Widmung und U. O. O. u. D.
(2), 28, 2 SS. Großes Hochformat, 24zeilig. In goldgepr. Ledereinband. Mit einigen Beilagen (s. u.). Die vollständige Partitur des 1979 entstandenen Zyklus. - Marcel Rubin besuchte einen Lehrgang für Harmonielehre bei Richard Stöhr, studierte Kontrapunkt bei Franz Schmidt, Klavier bei Richard Robert und nahm privaten Kompositionsunterricht bei Darius Milhaud in Paris. Nach seiner Emigration nach Frankreich wurde er im September 1939 als "feindlicher Ausländer" interniert und später in das "Verdächtigen-Lager" Damigny bei Rennes verbracht, wo er eine Musik zu Jura Soyfers "Dachau-Lied" komponierte. (Die heute bekannte Fassung stammt von von Herbert Zipper.) 1942 gelang ihm die Flucht nach Mexiko, wo er in Mexiko-Stadt als Korrepetitor an der Oper tätig war, als Leiter des "Chors des freien Deutschen" eigene Werke zur Aufführung brachte und als Vorstandsmitglied des von Emigranten gegründeten "Heine-Clubs" fungierte. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war Rubin als freischaffender Komponist und als Musikkritiker für das "Österreichische Tagebuch" sowie die "Volksstimme" tätig. 1949 einer der Mitgründer der ÖGZM (Österreichische Gesellschaft für Zeitgenössische Musik), bekleidete er seit 1957 verschiedene Funktionen in der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger AKM aus und war von 1975 bis 1984 deren Präsident. "Bestimmenden Einfluß auf Rubins Schaffen nahmen Milhaud und die Russen, besonders Strawinsky und Schostakowitsch. Er strebt eine möglichst prägnante Aussage in Thematik, Harmonik und Rhythmik an, um trotz neuartiger Faktur einer breiteren Hörerschaft verständlich zu sein" (MGG XI, 1041). - Beiliegend eine mechanisch reproduzierte Doublette mit kleinen Randanstreichungen, Stimmauszüge mit kleinen Ergänzungen in Bleistift, eine gedr. Dankeskarte mit eigenh. Grußzeile und U. an Gratulanten zu seinem 80. Geburtstag, eine gedr. Einladung zur Uraufführung von "Licht und Liebe", gedr. Materialien zu einer Ausstrahlung im Österreichischen Rundfunk und ein gedr. Werkverzeichnis des Musikverlags Doblinger.
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Sack, Erna, Sängerin (1898-1972).
Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. 8vo. Portrait en face, leicht zur Seite gewandt. - Erna Sack sang 1935 in der Uraufführung von Richard Strauss' "Die schweigsame Frau" die Rolle der Isotta. Die "deutsche Nachtigall", wie sie auch geheißen wurde, war eine von nur wenigen Sängerinnen, die "stimmlich in der Lage [war], die Tonhöhe des viergestrichenen c zu erreichen" (DBE). - "Ross"-Verlag, Negativ-Nr. 9798/1; am linken Rand eine weitere Unterschrift von zeitgenöss. Hand in Bleistift.
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Sack, Erna, Sängerin (1898-1972).
Portraitpostkarte mit eigenh. Widmung und U. O. O. u. D.
1 S. 8vo. Hüftstück im ¾-Profil, "herzlichst | Erna Sack". - Erna Sack sang 1935 in der Uraufführung von Richard Strauss' "Die schweigsame Frau" die Rolle der Isotta. Die "deutsche Nachtigall", wie sie auch geheißen wurde, war eine von nur wenigen Sängerinnen, die "stimmlich in der Lage [war], die Tonhöhe des viergestrichenen c zu erreichen" (DBE). - "Ross"-Verlag, Negativ-Nr. 9360/1.
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Schneider, Friedrich, Komponist und Organist (1786-1853).
"Lied auf Wilhelm Müllers (des Griechenliedersängers) Tod". Eigenh. Musikmanuskript. [Wohl Dessau, 1827?].
1½ SS. Tinte auf Papier. Qu.-Folio. Lied für vier Stimmen (2 Tenöre, 2 Bässe): "Trocknet eures Jammers Thränen". Komponiert auf den Tod des Dichters Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794-1827), Verfasser der "Schönen Müllerin" und der "Winterreise", wegen seines Enthusiasmus für den griechischen Freiheitskampf der "Griechen-Müller" genannt. 1822 hatte dieser gemeinsam mit dem Dessauer Hofkapellmeister Schneider die Dessauer Liedertafel ins Leben gerufen; im Oktober 1827 war er, noch nicht 33-jährig, an einem Herzinfarkt verstorben. Beider Nachlass wird von der Anhaltischen Landesbücherei Dessau verwahrt. - Spuren senkrechter Mittenfaltung. Kleine Randeinrisse und von anderer Hand bezeichnet.
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Sousa, John Philip, Komponist und Dirigent (1854-1932).
Eigenh. Albumblatt mit Notenzitat und U. Prag, 1903.
½ S. Kl.-4to. Vier Takte aus dem 1896 komponierten Marsch "El Capitan". - Links oben etwas fleckig durch alt entferntes Klebeband; minimal gebräunt und mit kl. unbed. Einr. im Falz.
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19th century autograph album.
Autograph album of Wilhelmina Simson, containing 83 dedications and signatures by composers, poets, painters, and scientists of the 19th century, among them Berlioz, Auber, Meyerbeer, Flotow, Vieuxtemps, Grillparzer, Ibsen, Turgeniev, Manzoni, and Adolph Menzel. Various places, mostly 1850-1880.
Oblong folio. German, French, English etc. handwriting on paper. 98 (2 of which repeated) signatures (several pasted) and 3 pasted picture postcards and photographs on 83 pp. (on a total of 94 ff.). Contemporary cloth with stamped and sparely gilt covers. Silk endpapers. - Includes 4 ff. of letters and album leaves by Pope Pius IX (with autogr. date and signature) and the Societé des gens de lettres (copy with facsimile signatures by Georges Sand, Victor Hugo, Ludovic Halévy, Champfleury, Jules Claretie, etc.), as well as by 2 unidentified writers. Impressive autograph album compiled by the biographically unrecorded composer Wilhelmina Simson. Among the most significant contributors to this unique item are Alessandro Manzoni (Brusuglio, 7. X. 1865; f. 14v), Franz Grillparzer (pasted AQS, Vienna, 13. X. 1865; f. 16r), Henrik Ibsen (Dresden, 8. VI. 1873; f. 28r), Friedrich Frh. von Flotow (pasted AQS, Vienna, 12. X. 1865; f. 31v), Henri Vieuxtemps (pasted MusQS, Vienna, 28. I. 1854; f. 33r), Giacomo Meyerbeer (pasted ALS to an unnamed recipient, 1 p., 8vo, n. p. o. d.; f. 34v), Alexander Frh. von Humboldt (pasted fragment of an ALS to an unidentified recipient; 24. VII. 1853; f. 35r), Désirée Clary, Queen of Sweden (pasted QS with 5 autogr. lines; f. 38v), Joséphine, Queen of Sweden and Norway, née Duchess of Leuchtenberg (pasted QS; f. 39r), Daniel Auber (pasted AMusQS, Paris, 25. VIII. 1861, 1 p., oblong 8vo; f. 43v), Hector Berlioz (pasted AMusQS with autogr. dedication "pour l'album de Mr. Lang", Bade [?], 12. VIII. 1862, oblong 8vo; f. 45r), Ivan Turgeniev (19. VII. 1873; f. 48v), and Adolph Menzel (pasted fragment of a LS, f. 77v). - Apart from these, the album contains a twenty-line poem by the writer and translator Julie Ruhkopf (b. 1799; Dresden, 23. IX. 1864, f. 3r), a twelve-line poem by the anatomist Karl Aberle (1818-92; Salzburg, 3. X. 1864, f. 3v), a twelve-line poem by the actress Clara Jahn (1825-82; Dresden, 20. X. 1865; f. 9v), a four-line poem by the playwright Friedrich Halm (pasted AQS, Vienna, 13. X. 1865; f. 16v), 5 autogr. lines by L. A. Frankl Ritter von Hochwart (pasted AQS, Vienna, 13. X. 1865; f. 30v), 8 autogr. lines by the writer and musical scholar Arvid August Afzelius (pasted AQS, f. 46r), and an eight-line moral dictum by the writer Gustav von Moser (pasted AQS, Karlsbad, 2. VI. 1876; f. 51r). - In addition, the album contains dedications by the art critic and painter Agostino Gallo (1790-1872; Palermo, 11. IV. 1863, f. 6r), the writer Ciro Marzullo (f. 6v), the physicist and philosopher Pietro Blaserna (1836-1918; f. 7r), the anatomist and zoologist Carl Gustav Carus (1789-1869; Dresden, 20. X. 1865; f. 15r), the writer Salomon Hermann Ritter von Mosenthal (1821-1877; pasted AQS, Vienna, 13. X. 1865, f. 15v), the painter Raffaello Politi (May 1865; f. 19r), the composer Pietro Romani (pasted AQS, f. 22v), the writer Friedrich Ritter von Hackländer (pasted QS, f. 24r), the painter Salvadore Politi the Elder (with full-page drawing of a Medusa bust, 2. VII. 1865; f. 54r), the classical scholar J. J. Schubring (b. 1839; ff. 62r and 63r), the archaeologist and painter Saverio Francesco Cavallari (1809-96; pasted QS with autogr. sketch on f. 61v and pasted AQS with autogr. dedication on f. 62v), the painter Egron Sellif Lundgren (pasted ALS to an unidentified recipient; f. 65r), the composer Friedrich Pacius (1809-91; pasted QS; f. 65v), the musician Joseph Hellmesberger the Elder (1828-93; pasted QS, Vienna, 12. X. 1865; f. 66r), as well as signatures by Gustav Klemm (art historian, 1802-67; Dresden, 23. IX. 1864, f. 2r), Johan Bravo (consul and painter, 1796-1876; 3. XII. 1864, f. 4r), Maria Vinzenz Süß (archaeologist and founder of the Salzburg Museum Carolino Augusteum, 1802-68; pasted AQS, f. 5r), Bror Emil Hildebrand (archaeologist and historian, 1806-84; f. 38r), Ludwig Ettmüller (literary historian, 1802-77; f. 53v), and Amalia Lindegren (painter, 1814-91). - Two not fully identified entries are by "His Excellency Herr von Bülow" (f. 46v) and by a member of the Manteuffel family (f. 47r). - As several of the entries within the album reveal, Wilhelmina Simson was herself active as a composer. Altogether well preserved, in spite of a loosened front cover.
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Stokowski, Leopold, Dirigent (1882-1977).
Ms. Brief mit eigenh. U. („Stan“, von Stanislaw, Stokowskis drittem Vornamen). New York, 26. II. 1953.
¾ S. Gr.-8vo. An seinen Cousin Wik: „Next time I come to Kansas City I would like to hear the Nettletons play your Concerto. That would be the surest way of really knowing their accomplishments, and at the same time give me an opportunity of hearing your composition [...]“. – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Storch, Anton M(ichael), Komponist und Chorleiter (1813-1887).
"Des Jägers Haus - Des Wandrers Liebesfrage - Der todte Müller". Eigenh. Musikmanuskript mit Namenszug im Titel und U. am Schluß. [Wohl Wien, 1840er Jahre].
Titel und 9 SS. Tinte auf Papier. Geheftet. Qu.-Folio. Opus 10, drei Lieder für Singstimme und Klavierbegleitung: "N. 1. Des Jägers Haus. Gedicht v. ***. No. 2. Des Wandrers Liebesfrage. Gedicht v. J. N. Vogel. No. 3. Der todte Müller. Gedicht v. ***. In Musik gesetzt für eine Bariton-Stimme mit Begleitung des Piano Forte und dem H. Carl Groidl Orchester Director achtungsvoll gewidmet von Anton M. Storch Mitglied des Orchesters im k. k. priv. Teather in der Josephstadt. 10. Werk." Unten links vom Widmungsempfänger eh. bezeichnet: "Mit der Dedication einverstanden. C. Groidl." - "Storch wirkte nach frühem Privatunterricht sowie Violin- und Theoriestudium am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde als Sologeiger im Orchester des Theaters an der Wien und nach dem Tod Clements dort auch als Orchesterdirektor, dann als Kapellmeister am Carltheater und am Theater in der Josefstadt" (ÖBL XIII, 324). "In dieser Eigenschaft entwickelte der Künstler eine staunenswerthe Thätigkeit [...]. Er würde aber auf diesem Gebiete kaum zu größerer Bedeutung gelangt sein, wenn sich nicht seine musikalische Individualität auf einem anderen Felde seiner Wirksamkeit entfaltet hätte. Als nämlich im J. 1843 der Wiener Männergesangverein - der erste in Oesterreich - gegründet wurde, wurde er nach kurzer Zeit gleichzeitig mit G. Barth dessen Chormeister. Angeregt durch die Pflege des deutschen Liedes, welche diesem um die Mitte des Jahrhunderts der Wiener Männergesangverein und zahlreiche deutsche Vereine zu theil werden ließen, schrieb er für die Gesangvereine eine große Zahl von Liedern, Chören und Quartetten, welche ihn rasch zu einem der populärsten Componisten Deutschlands machten. Seither widmete er seine große Begabung dieser musikalischen Dichtung und erwarb sich dadurch wesentliche Verdienste" (ADB XXXVI, 436f.). - Die Noten mit dem Text unterlegt; am Schluß die Signatur des Komponisten.
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Toch, Ernst, Komponist (1887-1964).
7 eigenh. Luftpostbriefe mit U. sowie ein ms. Brief mit eh. U. Santa Monica, New York und Zürich, 1948 bis 1963.
Zusammen 10½ SS. auf 8 Bll. Gr.-4to. Die Luftpostbriefe mit eh. Adresse. Mit einer Beilage (s. u.). An seinen Jugendfreund Lothar Kotula in Jena (DDR): "[...] Ich arbeite angestrengt, komponierend und Stunden gebend - die Zeiten, wo ich ab und zu etwas für den Film machen konnte, sind lang vorüber [...] Und nun bitte ich Dich, gib auch Du die Hoffnung nicht auf und vertraue auf eine Wendung der Dinge und eine Verbesserung der Zukunft! Ich weiss sehr wohl, wie viel Du Armer durchgemacht hast und noch weiter durchmachen musst. Und doch, so viele, viele unter meinen nächsten Verwandten und Freunden konnten nicht den Solatentod sterben, sondern fanden einen unsagbar grauenvollen Tod nach unsagbar grauenvollen Leidensjahren; Menschen in allen Alterstufen vom Säugling bis zum Greis. Verliere nicht den Glauben an eine schliessliche, ausgleichende Schicksalswaltung, nenne es Gott oder wie immer [...]" (a. d. Br. v. 19. Januar 1948). - "[...] Es ist lieb von Dir, dass Du immer meiner gedenkst (ich meine, mir schreibst), wenn Du Musik von mir hörst, aber schade, dass es immer nur so kleine Scherzchen sind, statt meiner Opern und Symphonien. Ich erinnere mich dabei eines Ausspruchs von Hans Pfitzner zu mir: Um auf dem Spielplan zu bleiben, muss man drei Bedingungen erfüllen: Erstens muss man schon tot sein. Zweitens muss man schon lange tot sein. Und drittens muss man schon sehr lange tot sein [...]" (a. d. Br. v. 26. Juni 1961). - "Deine beiden Briefe [...] liegen wie flammende Anklagen vor mir, und ich kann nichts anderes tun als Dich um Dein liebes und freundschaftliches Verständnis zu bitten. Du schreibst: ‚... Ich kann mir vorstellen, dass Du mit Arbeit überladen bist ...' - bitte tu's! Es ist die einzige Wahrheit, es ist stärker als ich, meine sechste Symphonie muss fertig werden - der Gedanke, dass sie einer meiner Schüler einmal zu Ende schreiben sollte, ist mir unerträglich [...]" (a. d. Br. v. 18. Oktober 1963). - Jeweils im linken Rand und teils auch im Text gelocht sowie zumeist mit kleinen Randläsuren. Beiliegend eine eigenh. Postkarte des Adressaten an seine Schwester v. 15. Mai 1916.
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Volkert, Franz Joseph, Viennese composer and conductor (1778-1845).
"Veritas mea." Autograph musical manuscript signed. N. p. o. d.
Folio. 3½ pages. Voice for first violin, annotated "Chorus / Veritas mea", signature on upper right "F. Volkert".
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Wolf, Hugo, Komponist (1860-1903).
Eigenh. Brief mit U. Wien Döbling, 29. XII. 1893.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An Herrn Krämer: "[…] Wider aller Erwarten wird nun meine Reise nach Berlin doch zur Wirklichkeit u[nd] z[war] […] in den ersten Tage des kommenden Monates. Anstatt Frau Kahlig wird, wie Siegfr. Ochs mittheilt, ein Frl. Corner (Holländerin) meine Sachen interpretiren. Ob es zu dem gewünschten Liederabend überhaupt kommen wird ist noch sehr fraglich. Einstweilen werde ich mir in der Rolle eines passiv Betheiligten dem Berliner Publikum mich vorstellen u. im Übrigen die günstige Gelegenheit zu einer vortheilhaften Aktion abwarten. Es ist sehr leicht möglich, daß darüber der Monat Jänner zu Ende gehen und mich des Vergnügens berauben wird zur selben Zeit Ihre verehrte Frau in Wien zu begrüßen. Hoffentlich kommt es in den Fasten zu dem projektirten Conzert in Linz u. läßt sich im Anschluß daran auch in Wien ein Vertrag machen, obschon ein solcher einigermaßen gewagt wäre, da nicht einmal auf die Theilnahme des hiesigen Wagner-Vereines mit Sicherheit zu rechnen ist. Bezüglich meiner Photographie kann ich Ihnen derzeit leider keine befriedigende Auskunft geben. Vermuthlich wird der betreffende Photograph noch keine Lust u. Muße gefunden haben die versprochene Reproduktion vorzunehmen. Ich werde dießbezüglich bei Dr. Potpeschnigg anfragen. Die Weihnachtsfeiertage werden Sie wohl im Kreise Ihrer Angehörigen auf Ihrem reizenden Gut in Saus u. Braus verbracht haben? Möge Ihnen u. Ihrer verehrten Frau das neue Jahr recht viele Feiertage bescheren […]".
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Wüerst, Richard, German composer (1824-1881).
"An die Wolke". Autograph musical manuscript signed. No place, 27 April 1848.
Folio. Title page, 3 pp. Ink and Pen. Setting of Nikolaus Lenau's "An die Wolke" ("Zieh nicht so schnell vorüber") for voice and piano. - Small damage and tears to edges and foldings.
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Baumeister, Bernhard, Schauspieler (1828-1917).
Eigenh. Brief mit U. ("Bernh. Baumeister"). Baden, 5. I. 1908.
¾ S. auf Doppelblatt. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Dame, wohl die Witwe des am 4. Januar verstorben Bassisten Wilhelm Hesch: "Der Himmel halte Sie aufrecht in Ihrem großen Schmerz. Wir alle trauern mit Ihnen um den lieben edlen Mann, den großen Künstler [...]". - Bernhard Baumeister, von Heinrich Laube nach Wien geholt, war 65 Jahre lang Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. "'Sein Stil', sagt Jakob Minor, 'ist der echte, alte Burgtheaterstil, in einer starken und liebenswürdigen Individualität verkörpert'. 'Wo Bernhard Baumeister steht, da steht für die Kunst ein Wegweiser von den Künsten zurück zur Natur', formuliert Wilbrandt" (zit. n. Ernst Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 61). Am Ende seiner langen Laufbahn angekommen, konnte der gleichermaßen als Regisseur gefragte Schauspieler auf 6299 Auftritte in 494 Rollen zurückblicken (vgl. Czeike I, 284). - Papierbedingt etwas gebräunt.
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Brahm, Otto, Theaterkritiker, Theaterleiter und Regisseur (1856-1912).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 24. V. 1909.
1½ SS. auf 2 Bll. Gr.-8vo. An einen Freund: "Schlenther fährt am 28. Abends nach Berlin, kommt erst nach Pfingsten zurück. Ich habe deshalb mit ihm vereinbart: wenn du morgen, Dienstag, bei ihm anrufst, stellt er sich dir Mittwoch Vormittag, in einer zu vereinbarenden Zeit, zur Verfügung; und wenn es dann wünschenswert erscheint, eine zweite Unterredung zu haben, so könnte diese im Laufe des 28, nach deiner Rückkehr aus Brünn, noch stattfinden [...]". - Mit gedr. Briefkopf des Lessing-Theaters.
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Chaplin, Sir Charles, English actor and filmmaker (1889-1977).
Portrait post card, signed and inscribed. N. p., [c. 1935].
8vo. 1 page. Skiing in St. Moritz, Switzerland. - Some traces of handling.
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Imhoff, Fritz, Schauspieler (1891-1961).
Albumblatt mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-schmal-8°. "Zur Erinnerung / Fritz Imhoff". - Papierbedingt etwas gebräunt.
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Grube, Max, Schauspieler, Theaterleiter und Schriftsteller (1854-1934).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. "Ich wollte sehr, ich hätt 'n Reim, | Ja wäre ich der Stettenheim | Wie würden dann die Witze fliegen | So muß der schlechte Reim genügen". - Der Sohn Eduard Grubes erhielt 1872 sein erstes Engagement am Hoftheater in Meiningen und spielte die folgenden Jahre an verschiedenen Bühnen in Lübeck, Bremen, Leipzig und Dresden; 1888 wurde er Erster Charakterdarsteller am Kgl. Schauspielhaus in Berlin, 1891 Oberregisseur; seit 1909 leitete Grube das Meininger Hoftheater und von 1913 bis 18 das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. "Große Erfolge feierte er als Charakterdarsteller in den Rollen des Jago, Mephisto, Franz Moor und Shylock. Grube veröffentlichte u. a. eine ‚Geschichte der Meininger' (1926)" (DBE). - Ein zum "Ballfest des Vereins ‚Berliner Presse | 25. Januar 1902" aufgelegte Karte mit einem photographischen Portrait Grubes.
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Krastel, Fritz, Schauspieler (1839-1938).
Visitenkarte mit zwei eigenh. Zeilen. O. O. u. D., [Wohl Anfang Januar 1908].
1 S. Visitkartenformat. Wohl an die namentlich nicht genannte Witwe des Bassisten Wilhelm Hesch, der am 4. Januar verstorbenen war, "mit dem Ausdruck des herzlichsten Mitgefühls". - Entdeckt und gefördert von Eduard Devrient, dem damaligen Intendanten des Hoftheaters in Karlsruhe, wurde Fritz Krastel 1864 von Heinrich Laube für ein Gastspiel an das Wiener Burgtheater geholt, "wo er im folgenden Jahr ein Engagement antrat, das bis an sein Lebensende dauerte. Fast 25 Jahre verkörperte er jugendliche Helden und Liebhaber. Zu seinen Hauptrollen zählten Don Carlos, Jaromir und Karl Moor. Sein späterer Wechsel in das Fach der Heldenväter war weniger erfolgreich" (DBE).
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Laube, Heinrich, Theaterdirektor und Schriftsteller (1806-1884).
Eigenh. Brief mit U. [Wien], 23. XI. 1858.
1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Joseph Lewinsky: „Sie sind eingeladen, mein Werther, den heutigen Abend von sechs Uhr an bei uns zu verbringen. Wenn Sie nichts erwidern, so nehme ich an, daß Sie kommen. - Keine Toilette, sondern im Alltagsrobe [...].“. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf der "K. K. Hof Burg Theater Direction"; mit kleinen Ausrissen durch Siegelbruch.
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Reimers, Georg, Schauspieler (1860-1936).
Visitenkarte mit einigen e. Zeilen und U. O. O. u. D., [Wohl Anfang Januar 1908].
2 SS. Visitkartenformat. Kondoliert der namentlich nicht genannten Witwe des Bassisten Wilhelm Hesch, der am 4. Januar verstorbenen war. - Der in Altona geborene Schauspieler gehörte seit 1885 dem Ensemble des Wiener Hofburgtheaters an und wurde 1890 zum Hofschauspieler ernannt. "Zu einem großen runden Geburtstag hatten wir uns alle auf der Burgtheaterbühne versammelt; die Nazizeit warf ihre Schatten voraus, und ein Professor der Germanistik feierte Georg Reimers als einen großen deutschen Schauspieler. Österreich kam in dieser Laudatio schlechtweg nicht vor. Der nächste Redner war damals Ernst Lothar. Er hatte ein vorbereitetes Manuskript, das er während der politischen Ansprache seines Vorredners kaum merklich zerriß. Lothar sprach frei und feierte den Österreicher Georg Reimers. 'Du warst', so sagte er, 'ein Schauspieler dieses Landes, dieser Stadt und dieses Hauses, und du warst mein Herr, wenn du meinen Diener spieltest, und immer ein Diener, wenn du auf der Bühne ein König warst'" (zit. n. Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 95). - Die bedr. Seite mit zwei alten Durchstreichungen.
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Reimers, Georg, Schauspieler (1860-1936).
Visitenkarte mit einigen e. Zeilen verso. O. O. u. D.
1 S. Visitkartenformat. An einen Fritz: "Dir und Deiner lieben Familie mein aufrichtiges, tiefes Beileid | Dein Georg". - Der in Altona geborene Schauspieler gehörte seit 1885 dem Ensemble des Wiener Hofburgtheaters an und wurde 1890 zum Hofschauspieler ernannt. "Zu einem großen runden Geburtstag hatten wir uns alle auf der Burgtheaterbühne versammelt; die Nazizeit warf ihre Schatten voraus, und ein Professor der Germanistik feierte Georg Reimers als einen großen deutschen Schauspieler. Österreich kam in dieser Laudatio schlechtweg nicht vor. Der nächste Redner war damals Ernst Lothar. Er hatte ein vorbereitetes Manuskript, das er während der politischen Ansprache seines Vorredners kaum merklich zerriß. Lothar sprach frei und feierte den Österreicher Georg Reimers. ‚Du warst', so sagte er, ‚ein Schauspieler dieses Landes, dieser Stadt und dieses Hauses, und du warst mein Herr, wenn du meinen Diener spieltest, und immer ein Diener, wenn du auf der Bühne ein König warst'" (zit. n. Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 95). - Die bedr. Seite mit zwei alten Durchstreichungen.
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Sonnenthal, Adolf von, Schauspieler (1834-1909).
Visitenkarte mit drei eigenh. Zeilen. O. O. u. D., [Wohl Anfang Januar 1908].
1 S. Visitkartenformat. Mit einigen Beilagen (s. u.). Wohl an die namentlich nicht genannte Witwe des Bassisten Wilhelm Hesch, der am 4. Januar verstorbenen war: Adolf Ritter von Sonnenthal (dies gedruckt) "sendet Ihnen, hochverehrte Frau, sowie Ihrer werthen Familie sein aufrichtigstes Beileid ob des grausamen Schicksalsschlages, der Sie, der die ganze Künstlerwelt betroffen". - Der in Pest geborene Schauspieler wurde 24jährig 1856 von Heinrich Laube an das Wiener Hofburgtheater engagiert, "spielt den Mortimer und fällt durch. Laube läßt sich indes nicht beirren, gibt ihm einen dreijährigen Kontrakt, und ehe der abläuft, ist er zum k. k. Hofschauspieler ernannt [...] er wird zum meistbeschäftigten Mitglied des Burgtheaters: 160 Vorstellungen pro Saison. Heimlich verlobt mit der reichen Pauline Pappenheim, heiratet er sie erst, als die Familie verarmt, er aber schon konsolidiert ist [...] 1881 verleiht ihm Kaiser Franz Joseph die Eiserne Krone I. Klasse, die damals noch mit dem erblichen Adel verbunden ist. Arthur Schnitzler meint Sonnenthal, wenn er im ‚Grünen Kakadu' sagen läßt: ‚Einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle'" (Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 57). - Beiliegend ein 28zeiliges Gedicht eines Alfons Juritsch an die Witwe (1½ SS. auf Doppelblatt), ein e. Brief mit U. eines Dr. Heyrovsky (¾ S. auf Doppelblatt, mit irriger Datierung "1907") und eine Visitenkarte von Bürgermeister Karl Lueger mit einigen Zeilen von Schreiberhand (1 S.), alle zum selben Anlaß.
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Sonnenthal, Adolf von, Schauspieler (1834-1909).
Visitenkarte mit drei eigenh. Zeilen. O. O. u. D., [Wohl Anfang Januar 1908].
1 S. Visitkartenformat. Wohl an die namentlich nicht genannte Witwe des Bassisten Wilhelm Hesch, der am 4. Januar verstorbenen war, "mit tiefinnigstem Beileid ob des schmerzlichen Verlustes, den Sie, den wir Alle erlitten". - Der in Pest geborene Schauspieler wurde 24jährig 1856 von Heinrich Laube an das Wiener Hofburgtheater engagiert, "spielt den Mortimer und fällt durch. Laube läßt sich indes nicht beirren, gibt ihm einen dreijährigen Kontrakt, und ehe der abläuft, ist er zum k. k. Hofschauspieler ernannt [...] er wird zum meistbeschäftigten Mitglied des Burgtheaters: 160 Vorstellungen pro Saison. Heimlich verlobt mit der reichen Pauline Pappenheim, heiratet er sie erst, als die Familie verarmt, er aber schon konsolidiert ist [...] 1881 verleiht ihm Kaiser Franz Joseph die Eiserne Krone I. Klasse, die damals noch mit dem erblichen Adel verbunden ist. Arthur Schnitzler meint Sonnenthal, wenn er im ‚Grünen Kakadu' sagen läßt: ‚Einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle'" (Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 57).
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Thimig, Hugo, Schauspieler (1854-1944).
Visitenkarte mit einigen eigenh. Zeilen. Wien, 24. V. 1900.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: Hugo Thimig (dies gedruckt) "gratuliert Ihnen herzlichst, verehrter College, zur bevorstehenden Vermählung Ihrer Tochter mit unserem ausgezeichneten Hesch!" - Der aus Dresden stammende "Charlie Chaplin der Bühne" (zit. n. Czeike V, 448) war von 1874 bis 1923 Mitglied und von 1912 bis 1917 auch Direktor des Wiener Burgtheaters. Später am Theater in der Josefstadt, brillierte Thimig im Charakterfach wie in zahlreichen komischen Rollen. Als Sammler von Theatralia trug der Vater von Helene, Hans und Hermann Thimig eine umfangreiche Sammlung zusammen, die den Grundstock der Theater-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, des heutigen Österreichischen Theatermuseums, bildete. - Der Bräutigam war Mitglied der Wiener Hofoper, "deren Ensemble er bis zu seinem Tod als führender Bassist angehörte" (DBE).
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Sabban, Annette, Sprachwissenschaftlerin und Romanistin (1953-2019).
3 eigenh. Briefe mit U. Hamburg, Lübeck und Bagnes de Bigorre, 1970.
Zusammen 16 SS. auf 8 Bll. 4to. Jeweils mit eh. adr. Kuvert. An den Kulturattaché und Botschaftsrat Peter Schoenwaldt (1934-2004): "Es wird doch wohl Zeit, daß ich meinen Standortwechsel bekanntgebe, bevor ich so in das Pauken der 800 japanischen Grundschriftzeichen vertieft bin, daß ich überhaupt keine freie Minute mehr finde. Ich trete in einen ganz exklusiven Kreis von acht, wohlgelesen 8, angehenden Japanologen ein, von denen 5 Doktoranden sind. Der Hilfsassistent schilderte mir bereits eingehend die Charaktereigenschaften und mehr oder minder üblen Angewohnheiten sowohl der beiden Professoren als auch meiner fortgeschrittenen Kommilitonen. Er führte mich durch die Seminarbibliothek und plauderte danach noch ein Stündchen mit mir. Warum er so viel Zeit auf eine eingehende Beratung verwendete, erfuhr ich erst ganz zum Schluß: es war das erste mal, daß Herr P. dieser seiner Aufgabe als Studienanfängerberater nachkommen konnte. In other words: ich bin (bis jetzt) die einzige 'Neue' [...]" (a. d. Br. v. 13. X. 1970). - Annette Sabban lehrte seit 1995 als Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft und Romanistik an der Universität Hildesheim.
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Schleich, Carl Ludwig, Chirurg und Schriftsteller (1859-1922).
Eigenh. Postkarte mit U. München, 13. IX. 1901.
1 S. Qu.-8vo. An den Kunsthändler Salo Stern in Frankfurt: "Seit gestern wieder im Lande zurück. Postkarte werde ich nicht vergessen [...]". - Carl Ludwig Schleich betrieb seit 1889 eine chirurgische Privatkrankenanstalt in Berlin, wo er die Methode der bis heute gebräuchlichen lokalen Infiltrationsanästhesie durch Einspritzung einer Kochsalzlösung mit Kokainzusatz in das Operationsgebiet ("Schmerzlose Operationen", 1894) entwickelte und perfektionierte. "1900 wurde Schleich als Oberarzt an das neuerrichtete Kreiskrankenhaus Teltow in Groß-Lichterfelde (heute Berlin-Steglitz) berufen, schied jedoch wegen Differenzen mit dem leitenden Arzt, Ernst Schweninger, binnen Jahresfrist wieder aus. Er zog sich zunehmend aus seiner Privatklinik zurück und widmete sich seinen künstlerischen Neigungen" (NDB, s. v.). Als "guter Sänger und ausgezeichneter Violoncellist" war Schleich ein gern gesehener Gast der Berliner Salons der Jahrhundertwende, in denen er u. a. mit Leo Blech, Walther Rathenau, Hermann Sudermann und Ernst Rowohlt verkehrte. "Er verfaßte musiktheoretische Studien, Kompositionen, Lieder, Novellen und Dramen. Mit August Strindberg verband ihn eine enge Freundschaft. Seinen Zeitgenossen wurde Schleich v. a. als 'Dichter-Philosoph' bekannt" (ebd.).
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Schönlein, Johann Lukas, Mediziner (1793-1864).
Eigenh. Notizen mit U. ("Schönlein"). O. O. u. D.
1 S. Qu.-gr.-8vo. Beiliegend ein Portraitdruck. Notizen zu "Pathologie", "Allgem. Therapie" und "Spec. Therapie | Zeichen, Ursachen, Ausgänge und Behandlung der Dysenterie". - Schönlein "gilt als der Begründer der zeitweise in der deutschen Medizin der dreißiger Jahre des 19. Jh. tonangebenden naturhistorischen Schule, zu deren Verdiensten die systematische Einführung der exakten Krankenbeobachtung in den klinischen Unterricht und in die ärztliche Diagnostik sowie die Auffassung der Krankheit als zusammenhängender Prozeß gehörten" (DBE). - Etwas fleckig und gebräunt.
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Schopenhauer, Arthur, philosopher (1788-1860).
Autograph manuscript. No place or date.
Folio. 12 pp. on 3 bifolia, numbered 140-142. Numerous corrections, deletions, and insertions. The manuscript discusses cosmogony and the movement of the planets, mentioning the contributions made by Immanuel Kant and especially Laplace, as well as Kepler's Laws, then expanding these considerations to the level of metaphysics. This is the working manuscript for vol. 2, chapter 6 ("Zur Philosophie und Wissenschaft der Natur") of Schopenhauer's collection of philosophical reflections, "Parerga und Paralipomena" ("Appendices and Omissions") - the philosopher's final work, published in 1851. The "Paralipomena" volume, from which this is taken, contains short ruminations arranged by topic under 31 subheadings. In view of the less-than-enthusiastic reception of the philosopher's earlier publications, publishers were reluctant to commit to this work; it was only after significant difficulty (and through the persuasion of the philosopher's disciple Julius Frauenstädt) that Hayn of Berlin consented to publish the two volumes in a print run of 750 copies - with a honorarium of only ten copies for the author. The subject matter and stylistic arrangement of the "Paralipomena" were significant influences on the work of the philosopher and psychologist Paul Ree, and through him most notably on the philosopher Friedrich Nietzsche, whose later work explores - following Schopenhauer - the relation of man to himself, the universe, the state, and women through the art of aphorism. - In the present manuscript, Schopenhauer writes: "The truth of cosmogony, however, is based not only on the space-relationship upon which Laplace insisted, namely, that 45 celestial bodies circle in a uniform direction and at the same time rotate likewise; more firmly still is it rooted in the time-relationship, expressed by the first and third Law of Kepler [...] These thoughts on cosmogony give rise to two metaphysical reflections [...] Even such a far-reaching physical explanation of the world's creation can never satisfy the desire for a metaphysical one, or indeed take its place. On the contrary! The closer one comes to tracking down a phenomenon, the more clearly it appears that it is precisely that: a mere phenomenon, an apparition, and not at all the essence of the thing in itself [...]" (transl.). - The present text begins with the final paragraph of § 85. It corresponds with the printed text in the Sämtliche Werke, ed. by A. Hübscher, vol. 6, p. 142, line 4 up to p. 150, line 19, with the exception of two sections not yet present in this draft (p. 146, lines 11-16, and p. 146, lines 32-page 147, line 7). Most of the parts which Schopenhauer deleted are published in vol. 7, pp. 130-138 and p. 138. - Slight edge damage. Provenance: On loan to the Dresden State Library until 1945; later in a foreign private collection. Sold at Stargardt's auction on Oct. 4, 1989. Schopenhauer manuscripts are of the utmost rarity: auction records since 1975 list only five other autograph manuscripts, only one of which was of comparable length.
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Vogt, Carl, Naturforscher und Politiker (1817-1895).
Eigenh. Brief mit U. und eh. Postkarte mit U. (jeweils "CVogt"). Meiringen (Schweiz) und Genf, 1870 und 1873.
Zusammen (1¾+1 =) 2¾ SS. auf 2 Bll. Gr.-8vo und qu.-kl.-8vo. An den Juristen, Naturwissenschaftler und Reiseschriftsteller Hermanus Hartogh Heys van Zouteveen (1841-1893). Der Brief v. 18. Juli 1870 über den eben beginnenden Deutsch-Französischen Krieg und über Petroglyphe mit elefantenähnlichen Kreaturen in Palenque (Mexiko), über die Heys van Zouteveen einen Artikel geschrieben hatte: "[…] Votre article sur les dessins éléphantoïdes à Palenqué m'interesse beaucoup et je m'empresserai de l'envoyer à M. le Professeur Ecker à Fribourg en Breisgau (Bade) dès que cette stupide querre entre la Prusse et la France le permettra […]. Quant à votre article même, une seule chose me frappe. Les trois dessins qui représentent le mieux un proboscidien ne montrent aucune trace de défenses. Il n'est quère présumable que des Africains auraient oublié ces armes formidables […]". - Die Karte v. [2. September 1873] über dessen Teilnahme an Sitzungen der Naturforschenden Gesellschaft in Wiesbaden: "[...] Sie haben weiter Nichts zu thun, als nach Wiesbaden zu gehen, sich dort bei dem Bureau einzuschreiben und den Beitrag zu zahlen, um dann an Allem Theil zu nehmen [...]". - Carl Vogts vielfältiges Lebenswerk umfaßt Forschungsreisen (Ozean und Mittelmeer 1848, Nordfahrt 1863), Lehrbücher ("Lehrbuch der Geologie und Petrefactenkunde", 1846; "Lehrbuch der praktischen vergleichenden Anatomie", 2 Bde., 1885-94, mit Emile Yung), Übersetzungen ("Robert Chambers Natürliche Schöpfungsgeschichte", 1849; "Anthelme Brillat-Savarins Physiologie des Geschmacks", 1865), zoologische Werke ("Bilder aus dem Thierleben", 1852; "Die Säugethiere in Wort und Bild", 1883) und viele Fachpublikationen. Seine Autobiographie "Aus meinem Leben. Erinnerungen und Rückblicke" (1896) blieb unvollendet. "Neben Jacob Moleschott und Ludwig Büchner gilt Vogt als weltanschaulicher Hauptvertreter des physiologischen Materialismus" (DBE). - Der Brief im ganzen sehr unfrisch, die Karte etwas gebräunt und fleckig.
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Beuys, Joseph, Künstler (1921-1986).
Kunstpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. Die Postkarte ("Elvis-Beuys" mit Beuys-Zitat: "Wo wären wir hingekommen, wenn wir intelligent gewesen wären!") wurde vom Beuys-Schüler Johannes Stüttgen entworfen und von der von Beuys gegründeten Free International - FIU (1980 bis 1986) herausgegeben.
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Brend'amour, Franz Robert Richard, Xylograph (1831-1915).
Eigenh. Brief mit U. Düsseldorf, 5. IX. 1873.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An die Direktion der "Photographen Association der Wiener Weltausstellung": "Behufs Reproduction in Holzschnitt haben wir von einigen Bildern der Weltausstellungs-Kunst-Halle das Vervielfältigungsrecht der resp. Künstler für unsere Kunst-Anstalt erstanden. Mehrere unter diesen Bildern sind bisher noch in keiner Photogr. Vorhanden und besitzen wir von den betreff. Künstlern die schriftl. Erlaubniß, dort in der Ausstellung solche photogr. Copieren zu lassen. Wir erlauben uns, Sie und Ihre gefl. Anzeige zu bitten, wann Sie geneigt wären, diese Aufnahmen zu machen und wie hoch die Kostenberechnung […]". - 1856 gründete Brend'amour in Düsseldorf die "Xylographische Kunstanstalt Brend'amour & Cie".
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Bruckmann, Friedrich, Verleger (1814-1898).
Brief mit eigenh. U. Carlsbad, 14. V. 1880.
1 ½ SS. 8vo. An Herrn Heck: "Indem ich Ihnen für Ihre freundlichen Zeilen vom 12. ds. Bestens danke, bin ich ebenfalls zu der Überzeugung gekommen, dass die Original Einfassung im Opernhaus für unsere Zwecke ganz unpassend ist. Finden wir, weder in Wien noch in Muenchen eine Umrahmung deren Haupt-Motiv aus musikalischen Instrumenten bestehen müsste, so lassen wir es bei dem Schwind'schen Original-Format für alle Ausgaben. Ich spreche Ihnen wiederholt meinen Dank aus, für Ihre freundliche Theilnahme in meinem Befinden; Jetzt verbessert sich's so, daß ich mich der Hoffnung hingeben darf nach München in künftiger Woche zurückkehren zu können […]". - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm. - Bruckmann gründete 1858 in Frankfurt/Main den Verlag für Kunst und Wissenschaft und erzielte mit der Herausgabe von Wilhelm Kaulbachs Goethe-Galerie einen ersten verlegerischen Erfolg. 1861 wählte er Stuttgart, 1863 München als neuen Standort des Unternehmens. Er verlegte, reproduktionstechnisch jeweils auf dem neuesten Stand, vor allem archäologische und kunstgeschichtliche Bildwerke.
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Cauer, Karl Ludwig, Bildhauer (1828-1885).
Eigenh. Brief mit U. Kreuznach, 7. VII. 1883.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Entschuldigen Sie, daß ich Ihnen nicht früher für Ihre liebenswürdigen Zeilen vom Winter gedankt habe, ich hoffte damals aber bald so weit zu sein die bemalten Sculpturen nach Berlin schicken zu können und Ihnen dann mündlich meinen Dank zu sagen, doch hat sich die Sache sehr in die Länge gezogen, so daß ich wohl erst im Herbste nach Berlin kommen werde, weil jetzt nicht die rechte Zeit ist [...]". - Nach langjährigen Arbeiten in den europäischen Metropolen wurde Cauer nach Wien berufen, wo er u. a. Kaiser Franz Josef und Mitglieder der Hocharistokratie (u. a. die Fürsten Metternich, Windischgrätz und Schwarzenberg) porträtierte. Er schuf u. a. zahlreiche Statuetten und Denkmäler und widmete sich in seinen letzten Lebensjahren verstärkt dem Studium der Polychromie der Plastik, wo er ein Verfahren entwickelte, "das er sowohl an Abgüssen des Parthenonfrieses wie an eigenen Marmorwerken anwendete: der Unterlegung eines Goldgrund, der durch die Farbe hindurchwirkt" (Thieme/Becker VI, 200). - Beiliegend der gedr. Partezettel des am 17. III. 1885 verstorbenen Künstlers.
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Cauer, Robert, der Ältere, Bildhauer (1831-1893).
Eigenh. Brief mit U. Rom, 20. II. 1890.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "In Erwiderung Ihres freundlichen Briefes [...] erlaube ich mir Ihnen einige Notizen beizufügen, die ich hier von einem Freund im archeologischen [!] Institut erhalten habe. Der Herr meint, daß es sich kaum der Mühe lohne diese Körper zu zeichnen, da sie nicht für die Gräber selbst geschaffen gewesen seien, daß außerdem auch schon Zeichnungen existirten, dieselben seien außerdem schwer zugänglich nur durch specielle Erlaubnis des Palastes, doch wolle er auch das zu erlangen suchen und auch gerne Zeichnungen davon anfertigen lassen wenn es trotzdem von Ihnen gewünscht würde. Die Kosten würden kaum in Betracht kommen [...] Meine Familie ist seit ungefähr einem Jahr in Cassel der Kinder wegen die dort die Schule u. die Akademie besuchen, so bin ich mit meinem ältesten Sohn allein hier, was mir recht schwer wird besonders bei dem ewigen Unwohlsein [...]". - Robert Cauer d. Ä. wurde bekannt als Schöpfer bedeutender Portraitplastiken und Grabdenkmäler, darunter auch mehrerer auf dem Alten Friedhof in Bonn wie etwa die von Friedrich Wilhelm August Argelander, Paula Doetsch und Nikolaus Simrock. Zusammen mit seinem Bruder Carl führte er ein Atelier in Kreuznach und eines in Rom, wo er im Auftrag der preußischen Regierung die Stipendiaten beaufsichtigte. - Im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung).
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Cauer, Robert, der Jüngere, Bildhauer (1863-1947).
Eigenh. Brief mit U. Rom, 10. II. 1886.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ihre freundlichen Zeilen habe ich erhalten und freue mich Sie und die lieben Ihrigen hier begrüßen zu können, ebenso freut sich meine Frau auf Ihre und Ihre[r] Frau Gemahlin Bekanntschaft. Natürlich bin ich sowohl wie die Meinigen bereit Ihnen in jeder Weise nützlich zu sein. Da Sie nicht genau den Zeitpunkt Ihres Kommens festsetzen können, so ist es am besten Sie geben mir einige Tage vorher genau die Stunde Ihrer Ankunft durch einige Zeilen einer Postkarte an [...]". - Robert Cauer ging nach jenem Aufenthalt in Rom, wo die vorliegenden Zeilen geschrieben wurden, als Porträtist nach St. Louis (USA) und ließ sich 1906 in Darmstadt nieder, wo er als freischaffender Bildhauer tätig war. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Gerold, Moriz, Verleger und Drucker (1815-1884).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 12.VIII., o. J.
1 S. 8vo. auf gefalt. Doppelblatt. Mit eh. Adresse verso. An den Buchhändler August Hesse in Graz bezüglich eines Missverständnisses. - Der Sohn Carl Gerolds studierte am Wiener Polytechnikum, wandte sich dann jedoch ebenfalls dem Buchhandel zu und absolvierte eine Ausbildung bei Brockhaus in Leipzig sowie in Paris und London. Seit 1843 arbeitete er im väterlichen Betrieb, übernahm 1848 die Redaktion der dort verlegten "Ostdeutschen Post" und wurde im folgenden Jahr zusammen mit seinem Bruder Geschäftsführer. Seit 1855 führte er das Geschäft in alleiniger Leitung. 1856 wurde er Buchdrucker der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Vorsteher der Wiener Korporation des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, 1859 Vorstand des von ihm mitbegründeten Vereins der österreichischen Buchhändler.
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Holzmeister, Clemens, Architekt und Bühnenbildner (1886-1983).
3 (2 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit eh. U. Düsseldorf, Innsbruck und Wien, 1928-1932.
Zusammen (1½+1+1=) 3½ SS. auf 3 Bll. 4to. Mit 2 (1 eh. und 1 ms adr.) Kuverts. An Else Eichmann: I) "[...] Die türkische Regierung zögert noch immer mit der Auszahlung der seit 4 Monaten fälligen Raten, wiewohl sie die Fälligkeit selber erklärt hat. Die große Arbeit[,] die ich mit meinem in allem fertigen Projekt hatte, nötigte mich mein ganzes Barvermögen + darüber hinaus anzulegen. Nun ist das längst versprochene Geld noch immer nicht da und Herrn Architekt Fellerer als Kassaverwalter wird es ordentlich schwül! In dieser Not wende ich mich an Sie mit der großen Bitte, mir gütigst von dem noch ausstehen restlichen Honorar 6000,- Schilling bis zum 1. Juli anweisen zu wollen [...]" (24. VI. 1928). - II) "[...] Ihre Stellungnahme bezüglich Vergütung Gruftkapelle zeichnet mich aus und nehme ich nach Ihrem Vorschlag gerne hievon Kenntnis. Mit besonderem Fleiße werde ich bemüht bleiben, den Bau der Kapelle in richtige Bahnen zu lenken durch Beistellung aller notwendigen Teilzeichnungen und zeitweilige Überwachung an Ort + Stelle [...]" (18. VII. 1928). - III) Der Br. v. 27. V. 1932 bzgl. einer von Else Eichmann angestrengten Klage wegen schadhafter Schiebefenster. - Clemens Holzmeister hatte in den Jahren 1927 bis 1932 für den Papierindustriellen Raoul Eichmann und dessen Gattin Else (später verh. Schweiger) das Landhaus Eichmann in Litzlberg, Gemeinde Seewalchen, am Attersee errichtet (heute oft Schweiger-Villa).
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Holzmeister, Clemens, Architekt und Bühnenbildner (1886-1983).
Eigenh. Brief mit U. ("Clemens Gunda") und 2 Weihnachtskarten mit eh. Grußzeile und U. Salzburg, 31. III. 1978.
¾ S. 4to. Mit ms. adr. Kuvert. Die Karten jeweils Doppelbll. (qu.-kl.-4to) und aus den Jahren 1970 und 1972. An Elisabeth Eichmann in Wien: "Dank für deine treuen Wünsche auf dieser schönen Seekarte [...]". - Für Elisabeths Eltern, den Papierindustriellen Raoul Eichmann und dessen Gattin Else (später verh. Schweiger), hatte Holzmeister in den Jahren 1927 bis 1931 das Landhaus Eichmann in Litzlberg, Gemeinde Seewalchen, am Attersee errichtet (heute oft Schweiger-Villa). - Am Briefkopf eine Zeichnung von C. Holzmeister.
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Kaulbach, Friedrich August von, Maler (1850-1920).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 27. V. 1899.
2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Professor: "Ich habe leider gar Nichts für Ihre Ausstellung bei Heynemann! Ateliergerümpel mag ich nicht ausstellen! Bin überhaupt in größter Verlegenheit weil ich noch einige Sachen in den Glaspalast geben soll und alle neueren Arbeiten von mir nicht zu requiriren sind [...]".
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