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Lecher, Otto, Politiker (1861-1939).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 17. VII. 1917.
1 S. 4to. An einen Kaiserlichen Rat: "Mit Bezug auf Ihr sehr geschätztes Schreiben vom 16. d. M. gereicht es mir zur besonderen Freude, den gestern erfolgten Empfang von achthundert Briketts zu bestättigen. Ich erlaube mir, Ihnen für Ihre ausserordentliche Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit meinen aufrichtigen Dank zu übermitteln [...]". - Lecher war zwischen 1897 und 1918 Abgeordneter im österreichischen Reichsrat und ab 1899 Sekretär der Brünner Handels- und Gewerbekammer. Nach dem Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war er als Vertreter der Deutschnationalen ab 21. Oktober 1918 Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung der Republik Deutschösterreich. - Auf Briefpapier mit gedrucktem Briefkopf.
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Lerchenfeld, Hugo Graf von, bayerischer Diplomat (1843-1925).
Eigenh. Brief mit U. B., 21.V.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin: "Beiliegend übersende ich die Loose. Es sind vier und […] lauter Treffer. Ich freue mich schon, Sie in dem gewonnenen Vierspänner durch den Thiergarten fahren zu sehen [...]". - Lerchenfeld war bayerischer Staatsrat sowie außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königs von Bayern am Preußischen Hof. Darüber hinaus war er Bevollmächtigter zum Bundesrat des Deutschen Kaiserreichs.
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Lerchenfeld, Hugo Graf von, bayerischer Diplomat (1843-1925).
Eigenh. Brief mit U. München, 11. III. 1885.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom Gestrigen theile mit, daß ich die Sache erledigen werden, sobald ich künftigen Monat nach Wien kommen werde [...]". - Lerchenfeld war bayerischer Staatsrat sowie außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königs von Bayern am Preußischen Hof. Darüber hinaus war er Bevollmächtigter zum Bundesrat des Deutschen Kaiserreichs.
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Lobkowitz, Georg Fürst von, Politiker (1835-1908).
Gedr. Dankeskarte mit eigenh. U. O. O., [24. V. 1905].
6 Zeilen. 8vo. An Herrn Dr. Russ mit Dank für Glückwünsche zum 70ten Geburtstag. - Lobkowitz war zwischen 1865 und 1907 Abgeordneter im Böhmischen Landtag, von 1879 bis 1883 im Reichsrat und ab 1883 Erbmitglied des Herrenhauses. Er vertrat insbesondere die Interessen des konservativen böhmischen Adels und beteiligte sich ab 1871 an den Verhandlungen über einen österreichisch-böhmischen Ausgleich.
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Lucanus, Friedrich, preußischer Politiker (1831-1908).
Brief mit eigenh. U. Berlin, 29. XI. 1900.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. adr. Kuvert. An die Gebrüder Ramann, Weinhändler in Erfurt, denen er mitteilt, "daß ich nicht unterlassen habe, das überreichte Werk 'Eine kleine Erinnerung aus klassischer Zeit' an Allerhöchster Stelle in Vorlage zu bringen. Seine Majestät der Kaiser und König haben von demselben mit Interesse Kenntniß zu nehmen geruht und lassen für die freundliche Aufmerksamkeit bestens danken [...]". - Der von den Gebrüdern Ramann herausgegebene Band versammelt im Faksimile Briefe aus Weimars und Jenas klassischer Zeit, in der Goethe, Schiller, Wieland u. a. ihre Weinbestellungen an sie gerichtet hatten. - Auf Briefpapier des "Geheimen Civil-Cabinet[s]".
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Lucius, Robert Frh. von, Arzt und Politiker (1835-1914).
Eigenh. Brief mit U. Kl. Ballhausen bei Straussfurt, 9. VIII. 1900.
1 S. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Dankt den Gebrüdern Ramann, Weinhändler in Erfurt, für die Zusendung von deren Faksimilewerk mit Briefen von Goethe, Schiller, Wieland und anderen Größen des klassischen Weimar, die einst ihren Wein bei ihnen bestellt hatten: "Für die gütige Übersendung der höchst interessanten, prächtig ausgestatteten [...] Sammlung sage ich meinen verbindlichsten Dank. Nicht nur die Namen der Besteller, sondern auch die damals bezogenen Sorten u. ihre Preise sind von Interesse [...]". - Lucius war bei der Preußischen Ostasienexpedition 1859-62 als Schiffsarzt tätig und reiste nach Ceylon, China, Japan, Korea, Hongkong und Siam. Zwischen 1870 und 1893 war er preußischer Abgeordneter sowie von 1879 bis 1890 Landwirtschaftsminister und galt als Sprachrohr Otto von Bismarcks. Sein Sohn Hellmuth gab später die Tagebücher seines Vaters als "Bismarck-Erinnerungen" heraus, die eine wesentliche Quelle der Bismarckforschung darstellen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Lucius, Robert Frh. von, Arzt und Politiker (1835-1914).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 17. IV. 1871.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Wohl an die Gebrüder Ramann über die Fortschritte einer Petition zur Aufhebung des Weinzolls, die die Weingroßhändler eingereicht hatten: "Zufolge der mir übermittelten Petition der Weingroßhändler habe ich eine Unterredung mit dem Präsidenten des Bundeskanzleramtes gehabt, deren Ergebniß mitzutheilen ich nicht verfehle. Die Absicht jenen Weinzollverbott aufzuheben existirt u. es kann dieselbe ausgeführt werden ohne Mitwirkung des Reichstags da ein legislativer Act dazu nicht erforderlich ist [...] Ehe ich persönlich mich in der Sache engagire bin ich genöthigt mich genauer sowohl über die Sache selbst, als wie über die im Haus herrschende Stimmung in der Frage zu informiren. Sobald weitere Schritte geschehen können werde ich mich beehren weiteren Bericht zu erstatten [...]". - Lucius war bei der Preußischen Ostasienexpedition 1859-62 als Schiffsarzt tätig und reiste nach Ceylon, China, Japan, Korea, Hongkong und Siam. Zwischen 1870 und 1893 war er preußischer Abgeordneter sowie von 1879 bis 1890 Landwirtschaftsminister und galt als Sprachrohr Bismarcks. Sein Sohn Hellmuth gab später die Tagebücher seines Vaters als "Bismarck-Erinnerungen" heraus, die eine wesentliche Quelle der Bismarckforschung darstellen. - Auf Briefpapier mit geprägten Initialen.
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Lueger, Karl, Politiker und Jurist (1844-1910).
Portraitpostkarte mit eigenh. (?) U. O. O. u. D.
1 S. 8vo. An Richard Stern in Wien. Die Unterschrift auf der Bildseite.
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Lueger, Karl, Politiker und Jurist (1844-1910).
Postkarte mit eigenh. U. Triest, o. D.
1 S. Qu.-8vo. Sammelpostkarte mit mehreren Unterschriften in Bleistift an einen Archivar in Wien. - Schwach lesbar; die Bildseite mit einer Ansicht des Ponte Rosso in Triest.
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Rangavis, Kleon, griechischer Diplomat und Autor (1842-1917).
Eigenh. Brief mit U. Sophia, 25. VII. 1883.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten bezüglich eines Publikationsvorhabens: "Geehrter Herr Doctor, veuillez me permettre de repondre en Français à votre aimable lettre, car j'ai malheureusement tout-à-fait perdu l'habitude d'écrire en Allemand. La publication de mon petit ouvrage a, en effet, beaucoup trainé, mais je comprends fort bien les raisons qui ont rendu une plus grande célérité impossible, et je suis trés satisfait du resultat. J'espère pouvoir bientôt vous charger d'un autre petit travail, un drame historique sur 'Theodora' et l'époque de Justinian, et je ne manquerai pas de recommender votre excellent établissement à toutes mes amis [...]. J'avais immédiatement écrit à Athènes pour les prix des types [...]". - Neben seiner diplomatischen Tätigkeit u. a. als griechischer Gesandter in Berlin war Rangavis ein produktiver Schriftsteller, dessen Werke im griechischen Original und in deutscher Übersetzung bei Philipp Reclam jun. in Leipzig erschienen sind. Der Adressat des Briefes ist wahrscheinlich ein Verlagsmitarbeiter von Reclam. Bei dem druckreifen Werk, das im Brief erwähnt wird, dürfte es sich um den 1883 erschienenen Lyrikband "Alghis" handeln. Das ebenfalls angekündigte Drama "Theodora" wurde 1894 publiziert.
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Ratibor und Corvey, Karl Egon Prinz zu Hohenlohe-Schillingfürst, Jurist und Politiker (1860-1931).
Eigenh. Brief mit U. Breslau, 19. I. 1884.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen nicht namentlich genannten Adressaten: "Vor Allem meinen verbindlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen. Leider kann ich Ihnen noch kein Urtheil über Ihren Sattel abegeben, da ich nicht einmal auf demselben geritten bin, werde aber nicht ermangeln Ihnen, wenn ich ihn genügend ausprobiert, mein unmaßgebliches Urtheil zuzuschicken. Was Ihr Pferd betrifft so werde ich das selbe, sofern ich bestimmt weiß, daß die Stute ganz taktfest auf den Beinen ist, meinem Prinzen auf das Wärmste empfehlen, obwohl ich augenblicklich nicht glaube, daß er überhaupt beabsichtigt sich etwas Neues anzuschaffen. Ich freute mich sehr wieder einmal etwas von Ihnen zu hören, hoffentlich geht es Ihnen gut. Hier jagen sich die Diners und Bälle. Im Herbst und im Laufe des Winters habe ich recht viel gejagt und trotz des schlechten Hasenjahres ene ganze Menge Hasen geschoßen. Ich hoffe Sie kommen einmal hierher und wir können irgendwo einen recht gemütlichen Abend verleben à la Charlottenbrunn [...]". - Brief aus der Studienzeit des Prinzen, der später hohe Verwaltungsposten und politische Funktionen innehatte, u. a. als Oberpräsident der Provinz Westfalen (1911-19).
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Ratibor, Victor Amadeus Herzog von, preußischer Politiker (1847-1923).
2 eigenh. Briefe mit U. Rauden [Rudy], 9. XII. 1888.
1½ SS. auf Doppelblatt 8vo. u. 1 S. 8vo. In zwei Briefen an den österreichischen k. k. Hof-Photographen Wilhelm Burger (1844-1920) erweist sich der Herzog von Ratibor als Hobbyphotograph. Ratibor hatte den Spezialisten für Landschaftsaufnahmen und Expeditionsphotographie vermutlich in den 1870ern wärend seiner Zeit an der deutschen Botschaft in Wien kennengelernt. Der Zeitabstand von fünf Jahren zwischen den Briefen lässt eine längere Korrespondenz vermuten. - "Es soll mir zu Weihnachten das Objectiv mit Thury-Verschluss geschenkt werden, von welchem wir neulich sprachen [...]. Können Sie mir solches bis Weihnachten besorgen? Ich fahre am 13. nach Wien, bin Abends dort, bitte die Antwort dorthin Singerstr. 16 [...]" (9. XII. 1888). Auf Briefpapier mit gepr. Wappen. - "Beiliegende Kassetten sind nicht mehr lichtdicht. Bitte sie richten zu lassen und mir dann umgehend nach Pilis-Marotti per Gran-Nana, Ungarn zu schicken [...]" (8. IX. 1893). Auf Briefpapier mit Trauerrand und gedr. Wappen. Drei Worte und U. leicht verschmiert.
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Rauchhaupt, Wilhelm von, Jurist und Politiker (1828-1894).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 26. III. 1889.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den nicht namentlich genannten Rektor der Klosterschule Donndorf: "Da ich nicht gern Timon von Donndorf scheiden sehn möchte, ohne daß ich persönlich Ihnen und den Herren Lehrern meinen persönlichen Dank abgestattet hätte für all die Fürsorge, welche Sie dem Knaben gewidmet, so gestatte ich mir anzufragen, wann die Osterferien beginnen, um meine Dispositionen von hier aus treffen zu koennen. [...] Was die Wäsche und Kleidungsstücke des Jungen anbetrifft, so wünscht meine Frau, daß er Alles mit nach Storckwitz bringt, um eine entsprechende Durchsicht vor der Transferierung nach Rossleben bewirken zu können. Das Bett selbst koennte wohl direkt nach Rossleben auf meine Kosten geschickt werden. Am 30ten April findet daselbst die Aufnahme-Prüfung statt [...]". - Während seiner Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter der Deutschkonservativen Partei (1887-90) übersah Rauchhaupt den schulischen Werdegang seines früh verstorbenen Sohnes Timon (1877-91). Die Klosterschule Roßleben besteht bis heute.
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Rechbauer, Karl, Jurist und Politiker (1815-1889).
Eigenh. Albumblatt mit U. sowie Portraitphotographie. Graz, 18. IV. 1878.
4 Zeilen auf Ausschnitt (133:55 mm). Das Portrait auf Untersatzkarton montiert (140:220 mm). Eigenh. Maxime: "Niemands Herr u. Niemands Knecht, frei u. treu, deutsch und recht [...]". - Variation des Wahlspruchs der künischen Freibauern: "Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht!", den Hoffmann von Fallersleben für ein Gedicht gleichen Titels im ersten Band der "Unpolitischen Lieder", 1840, verarbeitet hatte. Der deutschliberale Reichstagsabgeordnete Karl Rechbauer (1861-85) variiert den Spruch zu einer deutschnationalen Maxime.
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Rechbauer, Karl, Jurist und Politiker (1815-1889).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
3 Zeilen auf Doppelblatt. 8vo. "Deutsch, treu, bieder u. recht - Niemands Herr u. Niemands Knecht [...]". - Eine Variation des Wahlspruchs der künischen Freibauern ("Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht!"), den Hoffmann von Fallersleben für ein Gedicht gleichen Titels im ersten Band der "Unpolitischen Lieder" (1840) verarbeitet hatte. - Auf Briefpapier mit vorgedr. Initiale.
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Richter, Eugen, Politiker und Journalist (1838-1906).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 11. XI. 1875.
1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Empfänger: "Ihre gestrige Einladung habe ich erhalten, bedaure aber recht sehr derselben jetzt nicht Folge geben zu können. Solange der Reichstag dauert, ist es mir ganz unmöglich einen Vortrag halten zu können, zu dessen Bearbeitung ich doch einige Zeit haben muss und wobei ich wissenschaftliche Hilfsmittel zu benutzen genöthigt bin, die ich wohl in meiner Studierstube um mich habe, hier dagegen erst mühsam zusammensuchen müßte. Da ich aber doch nicht mit einer halben Sache vor die ökonomische Gesellschaft treten mag, so bitte ich von einem Vortrag meinerseits, während der Dauer des Reichstages abzusehen [...]". - Eugen Richter war als führender Liberaler Politiker (Deutsche Fortschrittspartei, Deutsche Freisinnige Partei, Freisinnige Volkspartei) und einflussreicher Publizist ein bedeutender Gegenspieler Otto von Bismarcks. Bis 1905 hielt er ein Reichstagsmandat inne, das er wegen Krankheit aufgeben musste.
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Rochefort, Victor-Henri Marquis de Rochefort-Lucay, Schriftsteller, Journalist und Politiker (1830-1913).
Ausschnitt mit eigenh. U. Paris, 9. III. 1881 [Stempel].
121:43 mm. Auf Trägerkarton montiert (213:168 mm). Ausschnitt eines lithogr. Dokuments mit Datumsstempel. Das Dokument ist neun Monate nach Rocheforts Rückkehr aus dem Exil in Paris entstanden. Rochefort war als Teilnehmer der Pariser Kommune 1873 zum Exil in Neukaledonien verurteilt worden, konnte aber 1874 über die USA und London nach Genf flüchten, wo er bis zur allgemeinen Amnestie von 1880 lebte. - Unterschrift leicht verschmiert. Montage mit Sammlernotiz in Tinte.
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Roederer, Pierre Louis comte, frz. Politiker, Ökonom und Historiker (1754-1835).
Handschriftliches Dokument mit eigenh. U. Paris, 22 Prairial an 10 [11. VI. 1802].
1 S. 4to. Lithogr. Formular ("Ampliation") mit handschriftlicher Eintragung des Beschlusses Napoléon Bonapartes, "premier Consul de la République", vom 11. VI. 1802 zur Ernennung von Jean Baptiste Joseph Delambre (Astronom, 1749-1822), Raymond Despaux und Jean-François Noël zu "Inspecteurs généraux de l'instruction publique" sowie von Charles-Auguste de Coulomb (Physiker, 1736-1806), George Cuvier (Naturforscher und Zoologe, 1769-1832) und des Abbé Villar zu "Commisaires pour la formation des Lycées". Pierre Louis Roederer zeichnet das Formular in seiner Funktion als "Conseiller d'Etat chargé de la Direction & de la surveillance de l'Instruction publique".
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Rohan-Polduc, François Marie-des-Neiges Emmanuel de, Großmeister des Malteserordens (1725-1797).
Brief mit eigenh. U. Malta, 29. I. 1791.
1 S. Qu.-8vo. Dankesschreiben für Neujahrswünsche an einen Herrn O'Hara, eventuell Anthony O'Hara, russischer Botschafter beim Malteserorden: "C'est toujours avec un vrai plaisir que je reçois, Monsieur, les temoignages de votre souvenir et de votre attachement. J'en ai vu un nouveau gage dans les souhaits heureux que vous m'avez adressés au renouvellement de l'année, qui m'a été infiniment agréable. Croyez que de mon côté je fais les vœux les plus sincères pour l'accomplissement de vos désirs, et que les miens seront toujours de vous renouveller, autant qu'il dépendra de moi, les preuves de la parfaite estime avec laquelle je suis, Monsieur, votre affectionné serviteur [...]". - Emmanuel de Rohan-Polduc war von 1775 bis zu seinem Tod der 70. Großmeister des Malteserordens. Wegen der französischen Revolution geriet der Orden ab 1789 in finanzielle Schwierigkeiten und politische Bedrängnis. Nur zwei Jahre nach seinem Tod wurde Malta kampflos von französischen Truppen besetzt und die Ordensritter mussten die Insel verlassen.
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Roth, Karl Johann Friedrich von, Jurist und Beamter (1780-1852).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 19. X. 1828.
1/3 Seite auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An einen "Director v. Schlichtegroll", wahrscheinlich den Juristen und Gerichtassessor Nathanael von Schlichtegroll: "Eur. Hochwohlgeboren bemerke ich, in Beziehung auf die gestrige Untersuchung, daß ich nach reifer Ueberlegung besser gefunden habe, in der bewußten Sache bey dem, was ich bereits gethan, auf das Strengste stehen zu bleiben, und jede Veranlassung zu weiteren Schritten darin, die sich nicht unmittelbar aufdrängt, abzulehnen, daher ich denn auch der heutigen Sitzung nich beywohnen werde [...]". - Heute ist der Ministerialrat im bayerischen Finanzministerium Friedrich von Roth für seine Tätigkeit als Präsident des protestantischen Oberkonistoriums in München von 1828 bi 1848 bekannt. In seine Amtszeit fiel der sog. Kniebeugestreit, in dem sich Protestanten gegen ein Dekret wehrten, demzufolge auch protestantische Soldaten beim katholischen Militärgottesdienst vor dem Allerheiligsten auf Befehl in die Knie gehen mussten. Das Dekret wurde 1845 aufgehoben. - Nathanael Schlichtegroll, der eine Laufbahn als Jurist einschlug, war ein Sohn des berühmten Philologen und Numismatikers Friedrich von Schlichtegroll. - Mit Ausriss durch Siegelbruch.
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Santa Anna, Antonio López de, Mexican general and politician (1794-1876).
Letter signed. Mexico, 6 June 1874.
8vo. 1 p. on bifolium. To an unidentified recipient about an autograph that he had presented to him: "[...] he estampado la factura que fataba en el autógrafo con que obsequié á V. y que por un olvido me puse entonces. Esta ocasion me proporciona la grande satisfaccion de ofrecerme de V. su mas obediente servidor y amigo que le deseo las mayores felicidades [...]. - Santa Anna, an enigmatic, patriotic, and controversial figure, wielded great power and influence in Mexico during the turbulent 40 years of his political career. He led as general at crucial points and served 11 non-consecutive presidential terms over a period of 22 years.[a] In the periods when he was not serving as president, he continued to pursue his military career. His influence on post-independence Mexican politics and government in the first half of the 19th century is such that historians of Mexico often refer to it as the "Age of Santa Anna".
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Berg (eig. Ebersberg), Ottokar Franz, Schriftsteller (1833-1886).
Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D.
108 x 68 mm.
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Berg (eig. Ebersberg), Ottokar Franz, Schriftsteller (1833-1886).
Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D. [Mai 1883].
113 x 74 mm. Gedr. Visitkarte "dramatischer Schriftsteller, Eigenthümer des'Kikeriki' […]" mit eigenh. Notiz: "Morgen komme ich noch nicht […]". - O. F. Ebersberg war Gründer der satirischen Blätter "Tritsch-Tratsch" (1859) und "Kikeriki" (1862). "Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er zahlreiche Wiener Volksstücke und Possen, bearbeitete französische Boulevardstücke für Wiener Bühnen und gab Unterhaltungskalender heraus. Rieb sich in maßlosen publizistischen Auseinandersetzungen auf" (ÖBL I, 209). Vgl. auch Öst. Lex. I, 105, Kosch I, 397 und Giebisch-G. 69f.
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Berg (eig. Ebersberg), Ottokar Franz, Schriftsteller (1833-1886).
Eigenh. Visitenkarte. O. O. u. D.
113 x 74 mm. Gedr. Visitkarte "dramatischer Schriftsteller, Eigenthümer des'Kikeriki'" mit eigenh. Notiz: "theile Ihnen freundlichst mit, dass ich diesmal keine Sendung von Ihnen erhielt". - O. F. Ebersberg war Gründer der satirischen Blätter "Tritsch-Tratsch" (1859) und "Kikeriki" (1862). "Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er zahlreiche Wiener Volksstücke und Possen, bearbeitete französische Boulevardstücke für Wiener Bühnen und gab Unterhaltungskalender heraus. Rieb sich in maßlosen publizistischen Auseinandersetzungen auf" (ÖBL I, 209). Vgl. auch Öst. Lex. I, 105, Kosch I, 397 und Giebisch-G. 69f.
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Berg (eig. Ebersberg), Ottokar Franz, Schriftsteller (1833-1886).
Eigenh. Visitenkarte mit U. O. O. u. D.
113 x 74 mm. Gedr. Visitkarte "dramatischer Schriftsteller, Eigenthümer des'Kikeriki' […]" mit eigenh. Notiz: "honoriert mit bestem Danke die 3 Karten". - O. F. Ebersberg war Gründer der satirischen Blätter "Tritsch-Tratsch" (1859) und "Kikeriki" (1862). "Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er zahlreiche Wiener Volksstücke und Possen, bearbeitete französische Boulevardstücke für Wiener Bühnen und gab Unterhaltungskalender heraus. Rieb sich in maßlosen publizistischen Auseinandersetzungen auf" (ÖBL I, 209). Vgl. auch Öst. Lex. I, 105, Kosch I, 397 und Giebisch-G. 69f.
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Klesheim, Anton Freiherr von, Schriftsteller (1812-1884).
Eigenh. Gedicht mit U. Wien, 23. IV. 1859.
Zwei Strophen zu je vier Zeilen auf 1 S. Qu.-4to. "Wann du im Lebn dir Freund erwählst, | So schau dich um nach ächte; | Denn es giebt unter hundert Freund, / Wohl mehr als neunzig schlechte. […]". - Zunächst Schauspieler in Wien und Preßburg, wandte sich Klesheim bald der Schriftstellerei zu. Besonders erfolgreich war er mit seinen mundartlichen Dichtungen, die er in den allerhöchsten Kreisen selbst vortrug. Einige seiner Gedichte wurden volkstümlich, darunter "Wanns Mailüfterl waht". Als Theaterdichter war er mit romantischen Märchen und Lustspielen erfolgreich. - Etwas knittrig und gebräunt. In der Mitte vertikal gefaltet.
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Maltzahn, Wendelin von, Literaturhistoriker (1815-1889).
Eigenh. Brief mit U. Weimar, 26. V. 1884.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An den namentlich nicht genannten Schriftsteller und Autographensammler Eduard Fischer von Röslerstamm: "Ew. Hochwohlgeboren würden mich zu großem Danke verbinden, wenn Sie das beifolgende Inserat in Ihren werthvollen Mittheilungen für Autographensammler gütigst aufnehmen wollten. Bitte um gefällige Angabe der Inserationsgebühren, die umgehend durch die Post erfolgen sollen [...]".
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Saar, Ferdinand von, Schriftsteller (1833-1906).
Eigenh. Brief mit U. Wien, Döbling, 20. XII. 1903.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An die Redaktion der "Volkszeitung": "Wie gerne ich auch der besten Volks-Zeitung zur Verfügung stehe, so muß ich doch sehr bedauernd mittheilen, dass es mir ganz und gar unmöglich ist, in so kurzer Zeit würdige und passende Widmungsworte für das […] Elisabethdenkmal zu finden. Sie haben sich eben sehr spät an mich gewendet […]".
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Sacher-Masoch, Leopold von, Schriftsteller (1836-1895).
Eigenh. Brief mit U. Meran, 31. III. 1869.
¾ S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Warum antwortest du mir nicht? Ich möchte doch endlich nach ½ Jahre erfahren was mit meinem Stücke geschieht […]". - Sacher-Masoch, Namensgeber des von Krafft-Ebing beschriebenen Phänomens, gab von 1881 bis 1885 in Leipzig die internationale Revue "Auf der Höhe" heraus. - Gefaltet und etwas rissig.
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Salten, Felix, Schriftsteller (1869-1945).
Eigenh. Brief mit U. Grundlsee, 30. VIII. 1929.
½ S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen Professor: "In Verfolg der eben an Sie abgegangenen Antwort-Depesche wiederhole ich: nur die vom Burgtheater gebrachte Fassung mit dem Epilog ist jetzt allein aufführungsberechtigt […]".
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Salus, Hugo, Schriftsteller und Mediziner (1866-1929).
Eigenh. Gedicht mit U. O. O., 23. XII. 1909.
¾ S. 8vo. Sein Gedicht "Das Weihnachtsmärchen": "Es ist ein Märchen ergangen von einer Gottesbraut / Und ihrem hochheiligen Kinde: das klingt so muttervertraut! / Es neigen im Stalle die Köpfe andächtig Esel und Rind, / Drei große Könige beugen die Knie vor dem leuchtenden Kind. / Es ist das Märchen ergangen über der Länder Rund, / Zu allen Völkern spricht es mit ihrer Heimat Mund. / Du Märchen unter Palmen, unter dem Mistelreis, / Unter strahlenden Tannenbäumen, Märchen in Schnee und Eis, / Sprichst du denn alle Sprachen, Märchen? Und bist so schlicht! - / "Nein, ich weiß nur die Sprache, so die Liebe spricht...". - Der promovierte Mediziner zählt neben Friedrich Adler zu den führenden Vertretern der Prager Literaturszene. Salus publizierte u. a. im "Simplicissimus", der "Jugend" und "Ver Sacrum", war mit Willy Haas und Arthur Schnitzler befreundet und veröffentlichte und schrieb u. a. die im neuromantischen Stil gehaltenen, von Kritik wie Leserschaft gleichermaßen gut aufgenommenen Lyrikbände "Ehefrühling" (1900), "Reigen" (1900) und "Ernte" (1903). Arnold Schönberg vertonte 1901 Salus" Gedichte "Einfältiges Lied" und "Der genügsame Liebhaber". - Gefaltet.
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Schwayer, Adolf, Schriftsteller (1858-1922).
Eigenh. Brief mit U. Linz, 2. III. 1905.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Wiener Verlag: "Ich erlaube mir, die höfliche Anfrage zu stellen, ob und unter welchen Bedingungen Sie geneigt wären, mein neuestes Bühnenwerk 'Die Sittennote' in Ihrem Verlag und buchhändlerischen Vertrieb zu nehmen […]". - Adolf Schwayer war anfangs als Lehrer, später als Beamter und zuletzt als Bahnrat der österreichischen Eisenbahnen beschäftigt; daneben veröffentlichte er Dramen und Erzählungen. Vgl. Kosch III, 2663. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Bachrach, Adolf, Jurist (1853-1932).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. ["Wien, I. Rosenbursenstrasse No 8."], 25. VI. 1917.
5 Zeilen. Visitkartenformat. Beglückwünscht einen namentlich nicht genannten Hofrat "aufrichtig befriedigt und erfreut zur A.h. Auszeichnung". - Auf lithogr. Visitenkarte "Geheimer Justiz- und k. k. Regierungsrat Dr Adolf Bachrach, Hof- und Gerichts-Advokat [...]".
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Bachrach, Adolf, Jurist (1853-1932).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung und U. ["Wien, I. Rosenbursenstrasse No 8."], 13. V. 1913.
6 Zeilen. Visitkartenformat. Dr. Adolf Bachrach (dies gedruckt) "übermittelt Herrn Direktor anlässlich des Ablebens Ihres hochgeschätzen Herrn Schwiegervaters den Ausdruck herzlichen Beileids. In herzlicher Verehrung Ihr ergebenster [...]". - Auf lithogr. Visitenkarte "Geheimer Justiz- und k. k. Regierungsrat Dr Adolf Bachrach, Hof- und Gerichts-Advokat [...]".
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Bähr, Johann Christian Felix, klassischer Philologe (1798-1872).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 17. VI. 1824.
1 S. 4to. mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Siegelreste. An den Buchhändler Brönner in Frankfurt, den baldigen Abschluss eines Buchprojekts betreffend: "Endlich bin ich im Stande, Ihnen die längst versprochene Dedication zuzusenden, woran mich die Reise unseres Grosherzogs nach Badenweiler, von der er erst vor ein Paar Tagen zurückgekehrt, gehindert. Ich habe auf beyliegendem Blättchen die Dedication niedergeschrieben, deren Anordnung und Bezeichnung durch verschiedene Schrift ich Ihrer besten Einsicht überlasse. Nun aber muß ich noch eine dringende Bitte beyfügen. Da der Druck des Ganzen wo nicht völlig beendigt, doch seinem Ende nahe ist, so wollte ich Sie ersuchen, mir doch unverzüglich, wenn das Ganze beendigt, ein oder, womöglich, zwey Exemplare von den auf besserem Papier als das gewöhnliche, durch die Post zuzusenden, weil ich dieselben noch ehe andere Exemplare ins Publikum kommen, dem Grosherzog zuvörderst u. seinem Minister zusenden muß. Mit den übrigen Exemplaren hat es dann die Eile nicht. Entschuldigen Sie die einst durch meine Schuld verspätete Zusendung der Dedication und erfreuen Sie mich durch eine baldige Gewährung meiner Bitte [...]". - Mit kleiner Notiz des Empfängers verso; ein mittiger Ausriss durch Siegelöffnung mit Papier kaschiert; ein seitlicher Einriss mit Siegelresten.
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Bartsch, Karl, Mediävist und Altphilologe (1832-1888).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 30. IX. 1880.
1 S. Qu.-8vo. auf Papierträger montiert. Mit einem kurzen Gedicht: "Man trifft sich unverhofft | und lernt einander kennen; | man sieht sich gern und oft, | Fühlt Freundschaft warm entbrennen; | Die Liebe keimt, man hofft - | und jetzt muß man sich trennen [...]". - Etwas fleckig; verso mit Akquisitionsvermerk in Rot.
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Bauer, Bruno, Theologe, Philosoph und Historiker (1809-1882).
Eigenh. Brief mit U. Bonn, 1. III. 1842.
2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An seinen Verleger Otto Wigand mit der Bitte um finanzielle Unterstützung und über die Arbeit an seinem Buch über "Hegels Lehre von der Religion und Kunst von dem Standpuncte des Glaubens beurtheilt", das noch im selben Jahr bei Wigand erscheinen sollte: "Haben Sie meinen Brief, den ich vor 12 Tagen abgeschickt habe, erhalten? Wenn nicht, so werden Sie errathen, was er enthielt: Die Bitte um Geld, wieder Geld oh immer Geld! Seit Neujahr kann ich oft nicht über einen Pfennig gebieten. Bitte, schicken Sie mir [dann] so schnell u. so bald als möglich eine Summe, mit der ich zunächst meine Sachen in Ordnung bringen kann, 100-150 rtl. Da ich jetzt - wie Ihnen Ruge näher erzählen wird, - für dem Sommer suspendiert bin, so daß ich um ruhig arbeiten zu können, meine Verhältniße gesichert und geordnet [weiß] -, auch deshalb, weil es nöthig seyn wird, daß ich eine Reise nach Osten machen muß, um die Verhältnisse genauer kennen zu lernen, ist es für mich wichtig über meine nächste Zukunft sicher zu seyn. Ich frage daher, wollen Sie den letzten Theil, der Ende April fertig ist u. den Titel hat: Kritik der evangelischen Geschichte der Synoptiker u. des Johannes, dritter u. letzter Theil, u. Ende April oder Anfang May sogleich drucken? [...] Bitte um baldige Antwort u. Loseisung aus dem Eis, in dem ich jetzt festsitze. [...]". - Dem eng mit Karl Marx befreundeten Theologen und Philosophen war zu jener Zeit, aus der dieser Brief datiert, wegen seiner Evangelienkritik und vor allem wegen seiner Teilnahme an der Welcker-Serenade (einer Feierstunde demokratisch gesinnter Bürger am Abend des 28. September 1841 in Berlin zu Ehren des badischen Liberalen Carl Theodor Welcke) die "venia legendi" für Theologie auf Lebenszeit entzogen worden; die von ihm zuvor an der Universität Bonn geförderte Habilitation seines Freundes Marx scheiterte zusammen mit Bauers akademischer Laufbahn.
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Bonaparte, Charles Lucien Jules Laurent, Zoologe, Ornithologe und Politiker (1803-1857).
Eigenh. Brief mit U. Rom, 22. V. 1842.
½ S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Voilà encore trois copies. Je ne vois pas comment m'expliquer votre silence. Ecriviez vous à Florence où je serais quand vous recevrez cette lettre [...]" (Übers.: "Hier bitte drei weitere Exemplare. Ich verstehe es nicht, mir Ihr Schweigen zu erklären. Schreiben Sie mir bitte nach Florenz, wo ich sein werde, wenn Sie diesen Brief empfangen [...]". - Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte war der Sohn von Lucien Bonaparte (1775-1840) und Neffe von Napoléon Bonaparte (1769-1821). - Mit der Spur einer alten Faltung.
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Caetani, Michelangelo, Herzog von Sermoneta, ital. Gelehrter (1804-1882).
Eigenh. Brief mit U. Rom, 23. IV. 1863.
1 S. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). In italienischer Sprache, an den deutschen Juristen und Dante-Forscher Carl Witte (1800-83) in Halle: "[...] E mio dovere rendere alla Somma cortesia sua le più distinte Grazie per la molta bontà ch'Ella mi mostra rammentando sempre con si particolare umanità la mia persona, e procurandomi pure l'onorevole conoscenza dei Suoi più cari amici. In tal modo ho avuto il piacere di accogliere in mia casa italiano raccomandato Signor Professore Loeher ed avere da esso la graziosa sua lettera, e la graditissima sua fotografia. Non faro parole per dirle quanto questo suo Persona che ha si gran ragione di godersi tutto il mio affetto e tutta la mia ammirazione. A tale suo dono io sono tenuto ancora corrispondere coll'inviarle la mia fotografia, siccome da Lei me ne viene fatta amorevole inchiesta. La inchiudo pertanto in questo foglio non senza invidiare la mia immagine che viene a visitarla, mentre io ho si gran desiderio di rivederla e seco Lei conversare alquanto della Divina Commedia, per ritrarre dalla motta sua scienza quel tanto lume, che dal suo Studio e dal suo alto ingegno ciascuno ne deve attendere. Confido nell'avvenire più lieto che mi procuri una fortunata sua visita quando da lei sia per farsi altro viaggio per la nostra Italia [...]".
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Capellini, Giovanni, Geologe und Paläontologe (1833-1922).
Eigenh. Postkarte m. U. Bologna, 2. XII. 1886.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An den Paläontologen Dr. Hermann Theodor Geyler (1834-89) in Frankfurt: "J'ai recu le V carn. [?] paleontologic des votre interessante bibliographie paleophilologique et je vous prie d'agrées nos plus sinceres remerciements. Je ne vous oublierai pas lorsque j'aurai quelque chose qui pourra vous interesser [...]" (Übers.: "Ich habe das 5. paläontologische Heft Ihrer sehr interessanten paläophilologischen Bibliographie erhalten und ich möchte Ihnen dafür meinen aufrichtigsten Dank aussprechen. Ich werde Ihrer nicht vergessen, sobald ich etwas habe, das Sie interessieren könnte [...]").
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Cappel, Louis, Theologe (1585-1658).
Eigenh. Albumblatt mit Namenszug. Saumur, 5. IV. 1656.
1 S. Qu.-8vo. (126:78 mm). Zitat nach dem Hebräerbrief 13,14: "Non habemus hic civitatem permanentem [...]".
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Carneri, Bartholomäus von, Philosoph und Politiker (1821-1909).
Eigenh. Brief m. U. (Visitenkarte). O. O. u. D.
95 x 60 mm. "Lieb, wie Ihr alle seid, ist Eure Gabe, und von ganzem Herzen danke ich dafür wie für die Glückwünsche […], Ich war gerührt und finde kein anderes Wort als: Vergelt's Gott! […]". - Carneri studierte in Wien Philosophie, bewirtschaftete seit 1857 ein Gut in der Steiermark, widmete sich philosophischen Studien und engagierte sich 1861-83 im Steirischen Landtag, 1870-85 gehörte der liberale Politiker überdies als Abgeordneter des steirischen Großgrundbesitzes dem Reichstag an. “In seinen philosophischen Werken geht Carneri von einem Darwinismus Haeckelscher Prägung aus und entwickelt eine humanitär ausgerichtete Sozialethik (‘Sittlichkeit und Darwinismus’, 1871)”(DBA, Saur). Vgl. auch Kosch I, 268.
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Carneri, Bartholomäus von, Philosoph und Politiker (1821-1909).
Eigenh. Brief mit U. Gratz, 17. IV. 1875.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bedankt sich bei einer namentlich nicht genannten Adressatin für Beileidsbekundungen. - Carneri studierte in Wien Philosophie, bewirtschaftete seit 1857 ein Gut in der Steiermark, widmete sich philosophischen Studien und engagierte sich 1861-83 im Steirischen Landtag, 1870-85 gehörte der liberale Politiker überdies als Abgeordneter des steirischen Großgrundbesitzes dem Reichstag an. “In seinen philosophischen Werken geht Carneri von einem Darwinismus Haeckelscher Prägung aus und entwickelt eine humanitär ausgerichtete Sozialethik (‘Sittlichkeit und Darwinismus’, 1871)”(DBA, Saur). Vgl. auch Kosch I, 268.
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Charpentier, Johann Friedrich Wilhelm von, Geologe (1738-1805).
Eigenh. Brief mit U. Freiberg, 20. XI. 1769.
¾ S. Folio. Mit rotem Siegel (Faltbrief). An Herrn Tachfelt in Dresden: "Ich wünsche von ganzem Herzen daß Sie mein bester Tachfelt! gesund wieder in Dresden mögen angekommen seyn, die Nachricht von Ihrer Krankheit in Leipzig [...] hat mich wahrhaftig erschreckt, und Sie können mir nichts angenehmeres schreiben als die Versicherung Ihrer völlig wieder erlangten Gesundheit [...] Ich weiß daß Sie öfters [...] Commissarius von Heynitz sprechen werden, empfehlen Sie mich Ihm zu Gnaden, und sagen Sie Ihm doch wie es mit unserem Buche in Leipzig steht. Er hat mir ohnlängst unter anderem geschrieben, ich solle Ihm einige Nachricht davon geben, da ich nun nichts weiter habe thun können als was Sie nicht zugleich nebst mir mitgethan haben, und Sie Ihm die beste und weitläufigste Nachricht davon geben könnten, so bitte ich Ihnen recht sehr darum. Dieses können Sie noch hinzufügen: daß ich bey jetzigen Jahrmarkte die hier gewesenen Chemnitzer Buchführer zu einiger Abnahme des Buches angesprochen habe, aber ebenfalls eine abschlägliche Antwort erhalten [...]". - Fleckig und mit stärkeren Randläsuren.
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Chasles, Philarète, Kritiker (1798-1873).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
½ S. 4to. An die Verleger Lecointe et Durey in Paris: "La seconde Edition de mon resumé de l'histoire de Suisse doir avoir paru. Je vous serai fort obligé de vouloir bien m'en envoyer quelques exemplaires. Si vous voulez y joindre les résumés que je n'ai pas, c'est à dire - L'Angleterre; l'Espagne; le Portugal; la Suède; la Russie; et la Perse; vous me feriez grand plaisir et complèterez ma collection [...]".
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Cohn, Ferdinand Julius, Botaniker und Mikrobiologe (1828-1898).
Eigenh. Brief mit U. Breslau, 14. X. 1892.
1 S. u. 2 Zeilen auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Breslauer Industriellen Max Kauffmann: "[...] Unsere Schweizer Reise ist daran Schuld, dass wir den Dank für die liebenswürdige Glückwunschdepesche Ihnen u. Ihrer lieben Frau erst heute zusenden. / Gleichzeitig erlaube ich mir eine Anfrage. Ich habe gehört, dass Baumwollabfälle, feucht gemacht, sich stark erhitzen, u. möchte dies gern untersuchen. Könnte ich eine Partie solcher Abfälle aus Ihrer Fabrik erhalten? Mit freundlichen Grüssen an Sie beide, zugleich im Namen meiner Frau [...]".- Auf lithogr. vorgedr. Dankschreiben: "Breslau, im August 1892 / Für die, bei Anlass unserer silbernen Hochzeit, uns bezeigte freundliche Antheilnahme sprechen wir Ihnen unseren herzlichen Dank aus / Prof. Ferdinand Cohn und Frau". - Spuren alter Faltung; etwas Tintenabklatsch.
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Cohn, Ferdinand Julius, Botaniker und Mikrobiologe (1828-1898).
Eigenh. Postkarte mit U. Breslau, 7. III. 1883.
1 S. 8vo. Mit eh. Adresse. An seinen Bruder, den Journalisten und Schriftsteller Oskar Justinus Cohn (1839-93): "Zur Erläuterung meines Brief und Depeschenwechsels will ich nur mittheilen, dass der Vater gestern allerdings eine mich beunruhigende Zunahme seiner Schwäche zeigte, dass jedoch bald nach Absendung meines Briefes, in Folge erquickenden Schlafes Ernst eine erfreuliche Zunahme der Kräfte constatirte, die auch am heutigen Tage fortgedauert hat, so dass nach Ernst's Versicherung jetzt keinerlei Grund zur Besorgnis vorliegt. Wenn ihr daher nach Breslau kommt, können wir ein ungetrübtes Zusammensein hoffen, worauf wir uns sehr freuen [...]". - Ferdinand Julius Cohn gilt als einer der Begründer der modernen Mikrobiologie.
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Cohn, Ferdinand Julius, Botaniker und Mikrobiologe (1828-1898).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. O. O. u. D.
8 Zeilen. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "J. J. Rousseau's Paedagogik ist in der That im 'Emile' dargelegt, in dem die Erzieh[un]g eines jungen Mädchens, Sophie, u. eines jungen Mannes, Emile, geschildert wird. / Die besten Wünsche zu einem frohen Fest u. Neujahr! [...]". - Auf lithogr. vorgedr. Visitkarte: "Prof. Dr. Ferdinand Cohn, Geheimer Regierungsrath. / Breslau" mit eh. Zusatz: "begrüsst Sie als Collegen in der Schles. Gesellschaft".
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Cohn, Ferdinand Julius, Botaniker und Mikrobiologe (1828-1898).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. O. O. u. D.
2 Zeilen. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Zusage "mit Vergnügen der freundl. Einladung Folge leisten" zu wollen. - Auf lithogr. vorgedr. Visitkarte: "Prof. Dr. Ferdinand Cohn u. Frau".
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Conze, Alexander, deutscher Archäologe (1831-1914).
Eigenh. Postkarte mit U. Charlottenburg bei Berlin, 24. II. 1880.
1 S. 8vo. Mit eh. Adresse. An Friedrich Pichler (1834-1911), Professor der Numismatik und Heraldik in Graz: "Mit Herrn Dr. Floigl, der mir von Ihnen empfohlen ist, habe ich das Unglück mehrfachen Verfehlens gehabt und bin dabei nicht einmal in Besitz seiner hiesigen Adresse gekommen, verehrter Herr Professor. Erweisen Sie mir und ihm die Freundlichkeit mir diese Adresse, die Sie gewiß haben, umgehend zu schreiben. Etwas umständlich, aber nicht anders zu machen! [...]". - Bei besagtem Dr. Floigl handelt es sich vermutlich um Victor Floigl, einen außerakademischen Bibelforscher und Assyriologen.
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