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Karl, Landgraf von Hessen-Kassel (1654-1730).
Brief mit eigenh. U. Kassel, 7. VII. 1729.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Dankschreiben an seinen Sohn Friedrich, König von Schweden (1676-1751), anlässlich seines Beitritts zu einem Freundschaftsbündnis mit den Herzögen von Braunschweig-Wolfenbüttel und Württemberg: "Durchleuchtigst-Großmächtigster Fürst, Hochgeliebter Herr Sohn, - Ob Euer Königl. Majst. und etc. unterem 12 t. May an mich erlassenes hochverehrtes Schreiben und dessen Beschluß habe Ich des mehreren mit vielem vergnügen ersehen, wie dieselbe aus denen von Ihro angeführten bewegursachen auf die invitation des Herren Herzog zu Braunschweig Wolfenbüttel etc. zu dem zwischen deroselben und des Herren Herzogs zu Würtemberg etc. errichtetem freundschaffts Verbündnüß mit beyzutretten vor guth gefunden; gleichwie nun Euer Königl Majst. vor die mir von diesem dero beytritt zu ertheilen beliebte Käntnüß mich hochverbunden erkenne; also habe deroselben auch desfalls allen schuldigen hohen dank zu erstatten nicht verabsaumen wollen [...]". - Das ursprüngliche Freundschaftsbündnis war am 27. Juli 1727 mit dem Zweck die Rechte der beteiligten Herzogtümer im Reich zu verteidigen abgeschlossen worden. Als Herzöge von Schwedisch-Pommern waren die schwedischen Könige seit dem Dreißigjährigen Krieg Reichsfürsten. König Friedrich trat dem Abkommen am 12. Mai 1729 bei. Allem Anschein nach hatte sein bald darauf verstorbener Vater diesen Schritt befürwortet und war eventuell die treibende Kraft dahinter gewesen. - Mit kleinen Randeinrissen und Spuren von alter Heftung. Sammlervermerk in roter Tinte (recto).
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Kiderlen-Waechter, Alfred von, Diplomat (1852-1912).
Ausschnitt mit eigenh. U. ("Kiderlen"). O. O. u. D.
Ca. 55:85 mm. Namenszug auf Ausriss aus einem bedruckten Broschurumschlag. - Der langjährige preußische Diplomat mit Stationen in Kopenhagen, Bukarest und Konstantinopel stieg 1910 als Nachfolger Wilhelm von Schoens zum Leiter des Auswärtigen Amtes auf. In der Zweiten Marokkokrise 1911 musste Kiderlen-Waechter eine empfindliche diplomatische Niederlage hinnehmen.
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Kléber, Jean-Baptiste, General (1753-1800).
Eigenh. Brief m. U. Kairo, 6. Vendemaire 8 [28. IX. 1799].
1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und Siegelresten. An Generaladjutant Pierre François Xavier Boyer (1772-1851) mit Lob für die bisherigen Leistungen und dem Befehl, den aufständischen Emir von Ägypten Murad Bey Muhammad (1750-1801) weiter zu verfolgen: "J'ai recu vos differentes lettres, mon cher général, J'ai été très satisfait de leur contenu. tachéz d'atraper [!] ce mourad bey afin que nous puissons jouir une fois paisiblement de la haute Egipte. [...] des que vous serèz deretour vous pourrés vous occuper del établissement que vous a ordonné le général desaix. Je ferai mettre pour cela des forces a votre disposition." Kléber schließt den Brief mit der Versicherung, dass er Strafmaßnahmen gegen "aufständische Dörfer" gutheißt. Zwar sei deren Notwendigkeit bedauerlich, doch werde das "schreckliche Beispiel" Wirkung zeigen. - Spannender Brief aus der Zeit unmittelbar nach Napoleon Bonapartes Abreise aus Ägypten und Übergabe des Oberfehls an Kléber am 23. August 1799. In der zweiten Schlacht von Abukir am 25. Juli 1799 hatte Napoleon noch einen bedeutenden Sieg gegen die von den Engländern unterstützten Osmanen errungen. Dennoch war die Lage der "Armée d'Orient" dramatisch. Die französischen Truppen waren durch die verlustreiche Syrienexpedition stark geschwächt, aufgrund der britischen Vorherrschaft im Mittelmeer von Nachschub abgeschnitten, finanziell unterversorgt und durch die von vielen als Desertation erachteten Abreise Napoleons demoralisiert. In Oberägypten führten die Mamluken unter Murad Bey einen Guerillakampf gegen die Truppen des im Brief erwähnten Generals Louis Charles Antoine Desaix (1768-1800), der bis zu Beys Kapitulation im Oktober 1799 andauerte. Im Zuge dieser Kampagne entdeckten Desaix Truppen die Tempelanlagen von Dendera, Theben, Edfu und Philae. Anfang 1800 konnten die Franzosen unter Kléber bedeutende Siege gegen die Osmanen erringen und ihre Lage in Ägypten noch einmal stabilisieren. Jean-Baptiste Kléber wurde am 14. Juni 1800 in Kairo von einem Attentäter ermordet; im August 1801 unterzeichnete sein Nachfolger General Abdullah Jacques-François Manou die von den Briten diktierte "Kapitulation von Alexandria" und beendete den Ägyptenfeldzug. - Braunfleckig.
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Klein, Dominique-Louis-Antoine, General und Politker (1761-1845).
Eigenh. Vermerk und U. auf einem Ehrenzertifikat der "Armée du Rhin et Moselle". Offenburg, 30. Prairial 5 [18. VI. 1797].
1 S. Folio. Mit Siegelresten. Bestätigung der Dienstzeit im zweiten Kavallerieregiment und des ehrenhaften und tapferen Verhaltens eines Kavalleristen: "Pour Soussignés Membres Composant Le conseil d'administration de la Compagnie des Guides de L'armée Rhin, Et Moselle: Certiffions [!] que le Cen Joseph Bassat, Natif de Bourg Département de L'ain; Sortant du Deuxiéme Régiment de Cavallerie [!]: a Entré la Compagnie En qualité de Guide le premier préréal [!] an 4: ou il a servit jusqu'a ce jour; qu'il s'est toujours emporté avec honneur: Et Bravoure: et y a remply ses devoirs avec zelle [!]; Et Exactitude: ce qui lui a mérité L'estime de Ses Chefs: Et de Ses freres d'armes: [...]". Unterzeichnet von drei Unteroffizieren und von Klein mit der Anmerkung: "Vù Le Cmt de la Place". - Offenburg war im Frühjahr 1797 in der letzten Offensive der "Armée du Rhin et Moselle" des Ersten Koalitionskrieges (1792-97) erobert worden und diente General Jean Victor Marie Moreau als Hauptquartier. Durch den am 17. Oktober 1797 geschlossenen Frieden von Campo Formio wurde der Krieg beendet und der Rhein zwischen Basel und Andernach als Ostgrenze Frankreichs festgelegt. - Dominique-Louis-Antoine Klein hatte seine militärische Karriere in der Garde König Ludwigs XVI. begonnen. Noch vor der Revolution quittierte er den Dienst und schloss sich später der Kavallerie des revolutionären Frankreich an. In seiner militärischen Karriere stieg er bis zum Rang eines "Général de Division" auf und trug mit seiner Kavallerie zu den Erfolgen von Austerlitz und Jena bei. 1807 wurde er zum Senator ernannt, wobei er am Ende seiner Amtszeit im April 1814 Napoleons Abdankung forderte. Aufgrund dieser Forderung und der späteren Opposition zur Rückkehr Napoleon Bonapartes und dessen "Herrschaft der Hundert Tage" wurde Klein von Ludwig XVIII. zum Pair von Frankreich ernannt. - Gefaltet. Mit Seiteneinrissen und alter Restauration von Ausrissen am unteren Blattrand und des zerbrochenen Lacksiegels. Mit Empfangsnotiz "Ce certificat m'a été donné le 19 mai 1797" (verso) und Sammlervermerken in Blei (recto und verso). Die Datierungen des Zertifikats und der Empfangsnotiz sind inkongruent.
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Klug, Ignaz, katholischer Theologe und Romanautor (1877-1929).
Eigenh. Brief mit U. Passau, 2. X. 1919.
1 S. Gr.-4to. In Tintenstift. An die "Deutsche Jugend" in Darmstadt in Beantwortung von deren umseitig verfassten Schreiben mit der "Bitte um Unterstützung unseres Aufrufs": "Ew. Hochwohlgeboren erlaube ich mir ergebenst mitzutheilen, daß ich jede vaterländische Jugendbewegung mit hellster Freude begrüße - daß ich aber Ihren Aufruf zu unterzeichnen nicht in der Lage bin, solange Sie nicht auch die großen Katholischen Akademikerverbände in den Kreis Ihrer Bestrebungen einbeziehen. Gerade im Interesse eines gemeinsamen Wirkens der Konfessionen für das Vaterland, dem die deutsch-akademische Jugend auf den Schlachtfeldern des Weltkriegs Blut und Leben opferte, ohne nach 'Katholisch oder Protestantisch' zu fragen, möchte ich Ihnen den Grund angegeben haben, warum ich nicht unterzeichne [...]". - Mit kleinen Randläsuren.
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[Kulturverein Panorama].
Sammlung von eigenh., gedr. und ms. Briefen und Postkarten mit U., vor allem an den Kulturverein Panorama in Wien. Pöcking, Wien, Klosterneuburg, Dießen am Ammersee, Badajoz, Villach, Prag u. a. O., (1915-2005).
Zus. 19 Briefe, 25 (Bild-)Postkarten u. Glückwunschkarten, 1 Visitenkarte, 2 Briefkarten, 2 Albumbll. Zus. 51 SS. auf 4 Doppelbll. und 44 Einzelbll. Verschiedene Formate. Meist an Karl Halama von befreundeten Monarchisten sowie Abonnenten und Autoren des "Extra-Blatt(s)" des Kulturvereins Panorama, dessen Herausgeber er war. Darunter Otto von Habsburg, Helmut Freiherr von Redwitz Brambach ("Verein österr. Monarchisten"), Cavaliere Luciano Stecchina (aus Cormòns), Brigadier Hugo Onjerth, Robert v. Malottki ("Familienverband der Fam. v. Malotki", Bremen), Halldén-Pongratz (aus München), Josef Franzl (der Wiener "Zirkuspfarrer"), Paolo Petizio (Aedo des Kulturvereins "Mitteleuropa" in Udine), Schriftsteller Kurt Brieger ("Europa-Austria! Eucharistia hic Austriae Vita"), José Emilio Estrella Estrellas, Herausgeber der Schrift "Revista Cultural-Historica" und Gründer des "Centro Monárquico de Estudios Institucionales de la región de Extremadura", Anna Elisabeth Aulenbacher ("Radetzky-Orden", Wien), Herbert Frey, Giuseppe Boragines, Rudolph Franz Joseph Guttman, Zdenek Christoph, Ritter Koschin von Freudenhof, u. a. m. Ein paar Korrespondenzen, eine Festschrift und ein Albumblatt an weitere Adressaten. - Detaillierte Verlistung auf Anfrage.
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Lancelotto (Lancelotti), Scipio, Kardinal (1527-1598).
Brief mit eigenh. U. Rom, 10. II. 1584.
½ S. auf Doppelblatt. 4to. Mit Adresse verso (Faltbrief). In italienischer Sprache an die Brüder, "Confalonieri" (Bannerträger) und Prioren von Gualdo, mit Dank für Glückwünsche und Briefe: "Molto mag.li Amici Car[issi]mi L'amorevole uffitio di congratulatione fatto meco dalle s.s.[...] V.V. et per lettere, et per mezzo dilli loro Agenti qui, si come e stato pieno d'amorevolezza et cortesia, cosi e stato da me aggradito con l'affetto dil cuor' mio, et ne rendo alle s.s.V.V. infinite gratie; con assicurarle, ebe secondo ricerca il debito dilla molta affettione da loro sempre portata alla bo:me:di Mons.re Arcin.o mio fréllo, et à me, io non mareaio in ogni occasione di adoprarmi à loro benef[ici]o, si come per fine me li offero di bon core et li desidero da Dio ogni contento [...]". - Wohl im Zusammenhang mit dem Erhalt des Kardinalshuts und der Titelkirche San Simeone Profeta, die ihm als Kardinalpriester am 9. Januar 1584 verliehen wurden. - Mit Spuren eines Siegels, kleinen Papierdurchbrüchen (teilweise durch Tintenfraß) und Randläsuren.
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Lazansky, Prokop Graf von, österreichischer Beamter und mährischer Gouverneur (1808-1860).
Eigenh. Brief mit U. Prag, 24. XI. 1854.
2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich glaubte selbst nach Wien zu kommen und wohldemselben persönlich die gräflich freundlichen Interessen zu Dreyßig Sieben Gulden dreißig Kreuzer Ö. W. zu übergeben. Da sich aber meine Abreise verzögert so bin ich in dem Fall dieselbe Euer Wohlgeboren in der Nebenlage mit dem Ersuchen zu übermitteln, mich über den wirklichen Empfang der Interessen, über welche wohldieselbe mir bereits die Quittung gefällig eingesendet haben, mit einigen Zeilen, mit Bezug auf die bereits eingesendete Quittung beweisigen zu wollen [...]". - Mit Empfangsvermerk vom 25. XI. 1854.
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Lederer, Ignaz Ludwig Paul Freiherr von, Feldmarschall (1769-1849).
Eigenh. Schreiben mit U. Saint-Symphorien-sur-Saône, 13. III. 1814.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten französischen Offizier über zwei Briefe, die bei der Leiche eines gefallenen Kommandanten gefunden wurden und die von Interesse für ihm nahestehende Personen sein könnten: "On a trouvé sur M. de Rocheret, Commandant du Xme regiment de ligne, les deux lettres ci-jointes; comme il serait possible qu'ils aient de l'interêt, pour des personnes auxquels il était attaché, je m'empresse à vous les faire parvenu, pour que vous en fasses l'usage, que vous jugerez le plus convenable". Er, Lederer, hoffe, dem auf dem "Feld der Ehre" Gefallenen durch die Übersendung der Briefe die gebührende Ehre zu erweisen und sieht sie als Fortführung der dinstinguierten Art, mit der der Gefallene stets seine Arbeit erledigt habe: "Mr. de Rocheret est mort sur le champ de l'honneur, en lui rendant les honneurs dus à son grade, et à la manière distinguée avec laquelle il en a rempli les devoirs, nous avons satisfait à un sentiment, que tout pénible qu'il est, a cependant quelque chose de bien elevé [...]".
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Leopold, Herzog von Lothringen, Schwiegervater der Erzherzogin Maria Theresia (1679-1729).
Brief mit eigenh. U. ("Eurer lbd. dienstwilliger Vetter Leopold"). Nancy, 2. I. 1717.
2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit hs. Adresse verso (Faltbrief) und papierged. Siegel. An Leopold Eberhard von Württemberg-Mömpelgard (1670-1723), den letzten selbständigen Souverän von Montbéliard, mit besten Wünschen zum neuen Jahr: "Unsern freundlichen Dienst und Was Wir sonst mehr Liebes Und gutes Vermögen Zuvor durchlouchtiger fürst freundtlich Lieber Vetter. Was Unß Ewr. Ld. bey dieser heyl. Christl. Zeith Und mit göttlicher gnad angetretenen neuen Jahr durch Ihren freund vetterlichen glükswunsch beehren wollen, davor erstatten Wir deroselbe freundt vetterlichen Dankh Im wiederumb Unser Threumeinendes Verlagen gegen die Göttliche Allmacht erhebende daß sey Ewrer Ld. nit nur dieses sonder durch eine grosse Anzahl vergnüglicher Jahren mit Allen fürstlichen Wohlergehen Seegnen Und beglükhen wolle [...]". - Etwas undeutlicher Basler Poststempel. Papier an zwei Stellen durchgehend durchstoßen, mittig mit durchgehendem Wurmloch (geringf. Textverlust). Fol. 2 mit Fehlstelle und restauriertem Einriss.
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Leopold I., röm.-dt. Kaiser (1640-1705).
Urkunde mit eigenh. U. ("Leopoldus"). Laxenburg, 21. V. 1698.
1 S. Folio (ca. 425:575 mm). Mit papiergedecktem Siegel und Adresse verso. Für Abt Pompeius Antonius Baro Scarlatti, kurbayerischen Residenten in Rom, dem er die freie und ungehinderte Rückkehr über Land und Meer mit all seinem Besitz zusichert und seinen Untertanen befiehlt, diese durch Führer, Pferde, Wägen und Schiffe zu unterstützen und Scarlatti bei Bedarf bereitwillig und schnell zu helfen: "Cum Generosus, Nobis Dilectus Pompeius Antonius Baro Scarlatti in Urbem reverti intendat, Nosque ei ex benigno in eum affectu liberum ubique et expeditum iter, nec non alia gratificandi studia obtingere cupiamus; Idcirco [...] Nobis non subjectos benevole benigneque requirimus et hortamur, Subditis vero N[ost]ris serio mandamus, et praecipimus, ut Dictum Baronem Scarlatti una cum omnibus, quas secum habiturus est, personis, equis, rebus et mobilibus suis quibus cunque ubivis locoru[m] terra marique non solum libere tuto et expedite, ac sine omni impedimento vel molestia ire, transire, proficisci, commorari atque recedere sinant, verum etiam ubi necessitas postulaverit, vel ipse id alias petierit, ulteriore tam vivo quam scripto Salvo Conductu, fideque ac securitate publica, viarum, ducibus, equis, curribus, navibus, caeterisque ad commodius expeditius[q]ue conficiendum iter hoc suum neccessariis opportunis[q]ue rebus haud gravatim ac prompte juvent, atque a suis quoque id pariter fieri sedulo curent, nec non aliis benevolemque ac promptitudinis officiis propense prosequantur [...]". - Mit zwei Gegenzeichnungen.
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Litomisky, Vinzenz, Domänen-Hofbuchhalter (fl. 1818).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 19. VIII. 1818.
5 SS. auf 2 Doppelbll. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über die Begräbnisfeier des Diplomaten und Ministers Franz Georg Fürst von Metternich-Winneburg (1746-1818): "Die Exequien in der Metropolitankirche sind mit aller Ordnung abgehalten worden. Die Versammlung geschah in der untern Sacristey; - Von dort begann der Zug zum hohen Altar in das Presbiterium; - Eine ziemlich zahlreiche Dienerschaft eröf[f]nete denselben, welcher die Hausoffiziere, und das gesammte Kanzleipersonal nachgingen; Diesen folgten ein Paar Mitglieder der Academie der bildenden Künste in Uniform, das ganze diplomatische Corps der k. k. geheimen Hof- und Staatskanzlei in Staatsuniform mit seinem Vorsteher, Herrn Staats- und Conferenzrath v. Hudelist [d. i. der Diplomat Josef von Hudelist] in schwarzer Kleidung; hierauf die Verwandten, dann die Toisonisten. Den Schluß machte die Geistlichkeit mit ihrem Pontifex, dem Herrn Weihbischof. Die Stühle im Presbiterio waren mit schwarzem Tuch überdeckt. Links gegen den hohen Altar die erste Reihe der Chorherrnstühle nahmen die Verwandten und einige Cavaliere ein, und zwar: von oben in folgender Ordnung herab, Herr Graf Joseph v. Metternich, Herr Graf Esterhazy, Herr Fürst Salm, Herr Feldmarschalllieutenant Freiherr v. Ulm; dann Herr Graf Sedlnicky in Staatsuniform, und Herr Fürst Dietrichstein [...] Diese Funktion ging mit allem Pomp, und unter Beobachtung aller Förmlichkeiten vor sich. Die Reichhaltigkeit an Beleuchtung, an Zierde mit dem fürstlichen Wappen, und dem Castro, an Wachmannschaft, und eine wohlbesezte, und ausgewählt schöne Kirchenmusik haben diese Feierlichkeit ungemein erhöht, daher auch eine Menge neugierigen Volkes herbeigezogen [...] Bisher bin ich noch nicht im Stande, Eurer Excellenz die gesammten Exequien Kosten bekannt zu machen, weil noch nicht alle conti eingebracht sind [...]". - Das zweite Doppelbl. mit der gedruckten Todesanzeige Metternichs sowie einer hs. Aufstellung der Kosten für die Exequien in den Mittelfalz des ersten Blattes eingeklebt. Darauf der ms. Vermerk "Beilage zu einem Schreiben ddo. Wien 21. VIII. 1818 von Vinzenz Litomisky an einen Freiherrn und Excellenz"; das Datum irrig. - Mit Antwortvermerk des Adressaten vom 21. VIII. 1818 am oberen Rand der ersten Seite.
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Lossen, Max, Historiker und Gründer katholischer Studentenverbindungen (1842-1898).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
2 SS. Qu.-12mo. In Bleistift an einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Wollen Sie so freundlich sein gegen 10 Uhr zu mir herauf zu kommen, ich will mit Ihnen ins Attelier [!] des Herrn Hofphotographen Alberth [d. i. Joseph Albert, Hofphotograph des bayerischen Königshauses] gehen [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; leicht fleckig und knittrig.
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Mailáth von Székhely, Johann Graf, Historiker und Schriftsteller (1786-1855).
2 eigenh. Briefe mit U. München und o. O., 3. XII. 1854 und o. D.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 1 Doppelblatt und 1 Einzelblatt. Mit eh. adr. Kuvert bzw. eh. Adresse verso (Faltbrief). (Qu.-)8vo. An Herrn Kornberger in München: "Von vielen Seiten gedrängt, kan ich die Zeit nicht mehr erwarten in der mir Geld eingeht, ich scheide also aus der Welt. Leben Sie wol! Sagen Sie der Familie Rastorf, namentlich Baronin Aretin meinen herzinnigsten Dank für ihre mehrfachen Freundschaftsbeweise die ich seit drei Jahren erhalten. Gott segne Sie dafür! Meine Schuld wird Frau v. Hilbert übernehmen, und bezahlen. Gott mit Ihnen! [...]" (3. XII. 1854). - Der Poststempel auf dem beiliegenden Kuvert trägt das Datum 5. I. 1855, verso die Zeile "Letzter Brief des Grafen Mailath", wohl von Empfänger- oder Sammlerhand. Mailáth hatte zwei Tage zuvor, am 3. Jänner 1855, gemeinsam mit seiner Tochter Henriette im Starnberger See Selbstmord begangen. - An den Regierungsrat Georg Wilhelm von Raumer in Wien: "Das Hochamt in der k. k. Hofburgkapelle, ist Morgen um elf Uhr, haben Sie also die Gefälligkeit sich um drei viertel auf elf Uhr zu mir zu bemühen [...]" (o. O. u. D.). - Mit montiertem Zeitungsausschnitt. Das Kuvert und der undatierte Brief auf Papierträger montiert.
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Manteuffel, Edwin von, Generalfeldmarschall (1809-1885).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 2. X. 1849.
¾ S. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den "königlichen Lieutnant & königlichen Adjutanten" Herrn von Alton: "Seine Majestät der König haben den morgenden Tag vollständig besetzt & können daher morgen den General Bonin nicht empfangen. Ich werde demselben aber morgen sogleich schreiben, sobald ich die Befehle für übermorgen werde empfangen haben [...]". Manteuffel war im Mai des Jahres zum Flügeladjutanten des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. ernannt worden. - Mit Resten eines roten Lacksiegels; etwas knittrig und angestaubt.
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Maria Christina, Archduchess of Austria, Queen and Regent of Spain (1858-1929).
Autograph letter signed. Madrid, 23 March 1883.
8vo. 5 pp. on a bifolium. With autograph envelope. To Baroness Marie Stillfried, offering her condolences after the death of the mother of the Baroness: "Eben erfahre ich durch einen Brief von Mama welch schreckliches Unglück Sie getroffen hat! u eile ich daher Ihnen meine innigste wärmste Theilnahme auszusprechen. Es ist mir wirklich unendlich Leid! Ich kann mir denken wie groß Ihr Schmerz ist, liebste Marie, da ich weiß wie sehr Sie Ihre arme Mutter liebten. Gott stärke Sie u helfe das schwere Kreuz zu tragen das er Ihnen auferlegt hat. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen wie herzlich ich mit Ihnen fühle, Sie wissen wie lieb ich Sie habe, da können Sie sich denken wie ich jeden Kummer mit Ihnen leide. Bitte sprechen Sie Ihrem theuren Vater u Ihren Geschwistern meine herzlichste Theilnahme aus! [...]". - A moving letter by the young queen of Spain, who would serve as regent between the death of her own husband, Alfonso XII, in 1885, and her son's majority in 1902. - Stationery and envelope with Maria Christina's embossed and coloured monogram. Last page written horizontally and vertically.
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Maria Josepha, Erzherzogin (1867-1944).
Eigenh. Brief mit U. ("Mama"). Wien, 15. XI. 1911.
7½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An ihren Sohn Karl, den späteren Kaiser von Österreich, und dessen Frau Zita, die als neuvermähltes Paar in Italien weilen, u. a. über einen nicht näher erläuterten Unfall in Zitas Familie: "Soeben komme ich aus der Favoritenstraße zurück, wo ich mich nach dem Befinden aller Patienten erkundigt. Gott sei dank geht es allen recht gut, nur habe ich leider niemanden gesehen, weil jeder Besuch streng verboten ist. Welches Glück, daß alles noch so gut abgegangen ist, es hätte schrecklich ausfallen können. Ich denke so viel an dich liebe Zitta [!], wie dankbar mußt du dem lieben Gott sein, daß er deine Mama und Cicca [d. i. Prinzessin Franzsiska von Parma, eine Schwester Zitas] so beschützt hat. In Brandeis habe ich viel herumgeräumt. Schön ist es nicht und kann es nie werden, weil die Wände zu entsetzlich grelle Farbe haben. Ich habe mein Möglichstes gethan um Euere Zimmer halbwegs gemüthlich zu gestalten. Ich habe Eure beiden Schreibtische in das große rote Zimmer gegeben, denkend, daß Euch das nicht unangenehm ist [...] Das Speiszimmer hat Deine Prager Einrichtung und der Salon daneben hat lichtgrüne Möbel mit Kirschholz. Mit Eurem Par à vents und Bildern und grünen Pflanzen habe ich geschaut ihn zu einem menschenwürdigen Aufenthalt herzurichten [...] Ich könnte Euch um Triest und Brioni beneiden. Wie schön muß es unten sein, nachdem es hier schon so angenehm ist. Maxi [d. i. Maximilian Eugen, Karls jüngerer Bruder] war einige Tage zu Bett mit Gliederschmerzen, es ist vom Wachsen gekommen und geht es ihm schon wieder gut. Er ist so groß geworden, daß er bald einen Frack tragen kann. Jetzt träumt er nur mehr von diesem Kleidungsstück. Dem Kaiser geht es schon wieder viel besser, er geht schon wieder bei offenem Fenster spazieren. Bei seinem Alter ist man immer ängstlich [...] Ich will abends ins Burgtheater in ein Stück von Tolstoi, es dürfte eher unerquicklich sein, aber doch interessant [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.
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Marie Elisabeth, Herzogin in Bayern, Fürstin von Wagram (1784-1849).
Eigenh. Brief mit U. [Schloss Grosbois, Boissy-Saint-Léger], 29. IV. [um 1837].
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. Dankesbrief an den früheren Sekretär Louis-Alexandre Berthiers und Freund der Familie Baron Leduc. Die Herzogin dankt Leduc für ein Möbel, wahrscheinlich eine Wiege für ein Enkelkind Marie Elisabeths, und bringt ihre tiefe Verbundenheit zum Ausdruck: "je suis toute honteuse d'être en possession du joli meuble que Vous avez frabiqué pour moi, depuis six jours déjà, sans Vous en avoir remercié. Excusez moi mon cher Ami. L'aménagement ici a rempli tous mes instans depuis mon arrivé; enfin la semaine ne se passera pas sans que je Vous aie dit combien Votre cadeau me fait plaisir. C'est grâce à lui que je me livre à tout le plaisir que me procure ma chère petite Cocotte, et tandis que je Vous écris, la voilà pressée à côté de moi à me débiter toutes ses gentillesses. Le tems ne favorise nullement nos débuts à la campagne. Le parc est sous eau: jamais depuis que j'habite Grosbois je n'ai vû pareilles inondations; il y a pourtant 29 ans que je l'habite. Il y a 29 ans mon cher Leduc, que je Vous connais, que je sais Vous apprécier. Cette vielle amitiée Vous sera continuer par mon Coeur jusqu'a ce qu'il ait cessé de battre. Que la Vôtre en sait la récompense et je serai bien heureuse [...]". - Die Nichte des Königs Maximilian I. Joseph von Bayern hatte 1808 Napoleons Marschall Louis-Alexandre Berthier, Fürst von Wagram, Herzog von Neuchâtel (1753-1815) geheiratet. Berthier, der sich 1814 mit Ludwig XVIII. zu arrangieren suchte, folgte diesem nach Napoleons Rückkehr von Elba ins Exil fiel aber durch Briefkontakt mit Napoleon in Ungnade. Er zog sich auf den Familiensitz in Bamberg zurück, wo er am 1. Juni 1815 durch einen ungeklärten Fenstersturz ums Leben kam. Seine Witwe lebte später in Paris und auf Schloss Grosbois, das Berthier 1805 von Napoleon zum Geschenk erhalten hatte. Im Brief erwähnt Marie Elisabeth, dass sie das Schloss bereits seit 29 Jahren bewohnt und den Empfänger ebenso lange kennt und schätzt. Anhand dieser Aussage kann eine Datierung um 1837 angenommen werden. - Auf Briefpapier mit geprägtem Wappen und Trauerand. Einriss im Falz.
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[Militärische Dokumente].
Zwei gedruckte Abschiedsurkunden der kaiserlich-königlichen Armee mit handschriftlichen Einfügungen. St. Pölten, 1. X. 1824 und 1. XI. 1845.
Je 1 S. auf Doppelblatt. Qu.-Folio. Mit leicht verändertem Wortlaut und unterschiedlicher typographischer Gestaltung, jeweils von einem Beamten des Kreisamts Viertel unter dem Wienerwald und des militärischen Bezirkskommandos unterzeichnet. Im älteren Dokument findet die Dienstzeit "vor dem Feinde", wahrscheinlich in den napoleonischen Kriegen, gesondert Erwähnung: "Nachdem Vorzeiger dieses Johann Brandstetter von Schönau im Gebirge [Bad Schönau] aus N. Oe. gebürtig, 33 Jahre alt, katholischer Religion, ledigen Standes, ohne Profession, bey dem 2ten Landwehr-Bataillon des Werbbezirkes Nro. 49 durch Elf Jahre 3 Monare, und zwar: hierunter Ein Jahr 6 Monathe vor dem Feinde als Gemeiner gedienet, und sich während dieser Dienstzeit dergestalt ehrlich und getreu auch tapfer verhalten hat, daß man an seinem unsträflichen Betragen ein sattsames Vergnügen geschöpft, ihn auch länger bey diesem Landwehr-Bataillon beybehalten hätte, wenn ihm nicht, als wegen Gebrechen zum ferneren Landwehrdienste untauglich die Entlassung mit dem Beysatze bewilligt worden wäre, daß er keinen Anspruch auf Militär Beneficien hat [...]". - Die jüngere Urkunde, ausgestellt auf den wegen hohen Alters entlassenen Leopold Gauster aus Kirchschlag, mit lithogr. Doppeladler mit Monogramm Kaiser Ferdinands I. - Verso jeweils die gedruckte Vorlage für eine Personenbeschreibung, am jüngeren Dokument nicht ausgefüllt, und die Signatur mit Stempel eines Kreisbeamten. - Das ältere Dokument leicht braunfleckig; das jüngere mit kleinen Ein- und Ausrissen, sowie kleinem Einriss im Falz; Faltspuren.
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Montenuovo, Alfred Fürst von, Hofbeamter (1854-1927).
Ms. und lithographierte Urkunde mit eigenh. U. [Wien], 16. III. 1909.
2 SS. auf Doppelblatt (Faltbrief). Folio. Mit großem und kleinem kaiserlichem Papiersiegel. Bewilligung der Versetzung in den Ruhestand und Ernennung zum Regierungsrat an den k.u.k. Burghauptmann Anton Nicklas im Namen Kaiser Franz Josefs I.: "Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschliessung vom 9. März 1909 Ihre Bitte um Versetzung in den bleibenden Ruhestand allergnädigst zu genehmigen und Ihnen aus diesem Anlasse, in Anerkennung Ihrer vieljährigen vorzüglichen Dienste, den Titel und Charakter eines Regierungsrates mit Nachsicht der Taxe huldvollst zu verleihen geruht. - Des Weiteren geruhten seine k. und k. Apostolische Majestät Ihnen aus allerhöchster Gnade zu Ihrer normalmässigen Pension eine Zulage jährlicher eintausend (1000) Kronen zu bewilligen. [...] Ein Exemplar der 'Belehrung über den Bezug der Ruhegnüsse' folgt im Anschluss mit. - Uebrigens verbleiben seine kaiserliche und königlich Apostolische Majestät Ihnen mit kaiserlicher, königlicher und erzherzoglicher Huld und Gnade wohlgewogen [...]". -Montenuovo unterzeichnet das Schreiben in der Funktion des ersten Obersthofmeisters über dem Papiersiegel. Darunter die Unterschrift des ersten Hofrats Franz Freiherr von Wesuhl. - Der Sohn von Wilhelm Albrecht Fürst von Montenuovo, der der morganatischen Ehe von Erzherzogin Marie-Louise von Österreich, Witwe Napoleons I., mit Graf Adam Albert von Neipperg entstammte, diente ab 1896 als Obersthofmeister von Erzherzog Otto. 1898 stieg er unter Fürst Rudolf von Liechtenstein zum zweiten, 1909 zum ersten Obersthofmeister Kaiser Franz Josephs I. auf. "In dieser Stellung war Montenuovo für die Verwaltung des Hofstaats sowie für das Hoftheater, die Hofmuseen und die Hofbibliothek verantwortlich. In seine Amtszeit fielen die Ernennung Gustav Mahlers zum Hofoperndirektor und die Querelen um die Stellung von Katharina Schratt, der Freundin des Kaisers, am Burgtheater. Als führender Vertreter des autoritär-konservativen, bürokratischen 'Isolationsregimes' um den Kaiser stand Montenuovo zunehmend im Zentrum der öffentlichen Kritik [...]" (DBE). Im Februar 1917, wenige Monate nach der Thronbesteigung Kaiser Karls I., wurde er als Obersthofmeister entlassen. - Anton Nicklas war von 1902 bis 1909 Burghauptmann der Wiener Hofburg.
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[Montenuovo, Wilhelm Albrecht Fürst von, österreichischer Offizier (1819-1895)].
10 Wechselbriefe in beglaubigter Abschrift. Wien, November 1880.
10 SS. auf 10 Doppelbll. Folio. In Abschrift vorliegende Wechselbriefe für Viktor R. von Stradiot, im Original ausgestellt im Februar und März 1878; beglaubigt durch den Wiener Notar Anton Ehlers im November 1880. Mit seinem Notariatsstempel sowie Stempelmarken zu je 50 Kronen. - Stärker fleckig.
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Muschi, Jean Bernard, Historiker, Redakteur und Journalist (1847-1915).
Eigenh. Brief mit U. und eh. Gedicht mit U. Hettenleidelheim, 18. II. 1915.
Zusammen (1+1½ =) 2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ihrer liebenswürdigen Aufforderung zufolge bin ich so frei, Ihnen ein Autogramm für Ihre Sammlung zu senden. Es ist inhaltlich, aber auch zeitgemäß, etwas kriegerisch gefärbt [...]". Es folgt das Gedicht "Hoch Oestreich" auf dem Gegenblatt: "Ja Oestreich und Deutschland | Zwei Pulse, ein Schlag -, | Sie finden die Wege | Aus Nacht zum Tag! | Sie sind von Europa | Das pochende Herz | Und stehen im Kampfe | Wie Männer aus Erz. | Hoch Oestreich-Ungarn, | Das Kaiser uns gab | In früheren Zeiten | Als Stütze und Stab! | Durch Bildung und Kunstsinn | Verbunden schon lang, | Wird Deutschland im Bunde | Mit Oestreich, nie bang [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und mit zwei Rundstempeln der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Návay, Nina von, geb. Almásy (fl. 1854).
2 eigenh. Briefe mit U. [Pest & Makó], 13. [I]. und 24. VIII. 1854.
Zusammen (3¼+1 =) 4¼ SS. auf 2 Doppelbll. Gr.-8vo. 1 Brief mit eh. Adresse verso (Faltbrief) und Siegel. Beide Briefe mit eigenwilliger Orthografie an den Advokaten Ludwig Auinger. - I. (13. [I]. 1854): "Ich nehme die Feder um Sie zu bieten daß Sie bey Finantz Mieniesterieum schauen möchten was die ursache ist daß diesse Brief noch nicht hier ist, welches schon den 9ten Diesses hier hatte seinn sollen, den den 8ten als ich dort war hatte man mich versicher das den 9ten hier seinn wierd, und es ist noch nicht hier, betreiben Sie es daß es herab kommen soll, und schreiben Sie auch mier was sie herab wierklich schicken, daß ich auch zu [Diessen?] kome, haben Sie die güte und betreiben Sie es so gleich. Meine Wohnung bey der Könniegin von England in 2ten Stok No. 100 mit Hochachtung ihre bekante [...]". - Dem "Pesther-Ofener Localblatte und Landboten" zufolge war Nina von Návay am 10. I.1854 in dem Pester Hotel "König von England" angekommen. - II. Zu Regelung von Geldangelegenheiten (24. VIII. 1854): "Ihre zwey Briefe erhielte ich auf ein mahl, ich sehe daß Sie mit meinen weniegen waß ich meine derweill als ich nach hauß komme um etwas, zu verkaufen und meine noch nach zu schieken, Sie haben es gesehen daß wie ich meine Erstemahl die Ehre gehabt habe den 1851 Jahre bey den Staad Frankfurt in Hotel die angelegenheit in Wien über zu geben habe ich innen 40 f CM gegeben, wie die abschlusiege antwort des 1852 Jahre gekommen ist, habe ich 20 f CM gegeben, jetzt habe ich 50 f CM gegeben, und den Medwecky habe ich wie mein Mann frei geworden ist 500 f CM gegeben, und jetzt ob wohl er mir nichts gemacht hat gebe ich auch wieder 500 f CM und er hatte uns gesagt daß er innen von die 1000 f CM. wenn er es von uns bekomt giebt er einen 100 f CM dazu, zulaglich verlangen Sie es jetz von ihm den was ich innen gebe daß ist nur mein wille den der Medweckie hat innen in meinen angelegen heit auch genohmen weill ich aber ihre Tüchtichkeit und vielle mühe die Sie wegen uns gemacht haben habe ich diesse kleine Summe gegeben nemlich die 110 f CM, auch schicke ich noch 100 f CM wen jetz mein Mann nach Pest geht meine nach Wien haben Sie die Güte davon die 20 f CM diessen Herrn wo ich versprochen habe dazu zu geben, aber von Medwecky verlangen Sie auch daß was er meine versprochen hat zu geben den von uns hat er diesse Summe was wier ihm versprochen haben die 1000 f CM gegeben [...]".
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Orth, Johann, vormals Erzherzog Johann Salvator, Militär und Schriftsteller (1852-1890).
Eigenh. Brief mit U. Linz, 4. XI. 1885.
2½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Indem ich den Erhalt der II Drucke dankend bestättige bedauere ich Ihnen erklären zu müssen, daß auch diese absolut ungenügend sind und ich solche nicht acceptiren kann. Ich bin über dieses Ergebniß umsomehr verwundert als die von Ihnen probeweise angefertigten Lichtdrucke des Ennser Stadtthurmes bis auf Kleinigkeiten vollkommen befriedigten und den Vergleich mit den Reproductionen ausländischer Firmen bestehen konnten. Ich kann es mir nicht versagen Ihnen Ihren Lichtdruck des Ennser Stadtthurmes und jenen des Florianer Stiegenhauses einzusenden um Ihnen zu beweisen wie groß der Unterschied beider Leistungen sei; wer nicht weiß daß beide Bilder von Ihnen stammen müßte sicher annehmen, daß dieselben von verschiedenen Firmen geliefert wurden. Da nach Ihrem eigenen Ausspruche keine besseren Bilder zu erzielen sind, muß ich zu meinem wahren Leidwesen auf weitere Bestellungen verzichten, denn mit solchen Lichtdrucken - verzeihen Sie mir meine Offenheit - kann man nicht in die Öffentlichkeit treten [...]". - Die erwähnten Drucke wären wohl für Band 6 des Kronprinzenwerks "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Oberösterreich und Salzburg" (Wien: k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder, 1886) vorgesehen gewesen, in dem Salvator den Abschnitt über die "Architektur, Plastik und Malerei" in Oberösterreich verfasste. - Mit Einrissen entlang der Faltungen.
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Oskar, Prinz von Preußen (1888-1958).
Eigenh. Brief mit U. ("Oskar Prinz von Preußen"). Haus Doorn, 8. X. 1939.
1 S. 4to. An eine Frau Haeusler: "Es tut mir sehr leid, daß ich Sie durch meinen Irrtum veranlaßte, noch einmal schreiben zu müssen. Ich meinte mit dem Bild von Mistra N. 149 und nicht 184. Für die drei netten anderen Aufnahmen danke ich sehr und werde sie behalten. Hoffentlich ist es richtig wenn ich sie, wie die Bilder des selben Formats in der vorigen Sendung berechne. Bitte entschuldigen Sie die späte Beantwortung, aber es war mir nicht möglich eher zu schreiben [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf ("Haus Doorn") und mit kleinen Einrissen in den Faltungen.
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Oskar I., König von Schweden (1799-1859).
Eigenh. Brief mit U. Stockholm, 24. VIII. 1817.
1 S. 4to. Als Kronprinz an seine Tante Julie, geb. Clary, Gemahlin Joseph Bonapartes, über sein Portrait, das sie aufgrund der Erkrankung des Künstlers, der seine Arbeit erst in der Woche davor wieder aufnehmen hatte können, noch nicht erhalten habe, das er ihr jedoch nach Fertigstellung sofort schicken werde: "Je profite avec bien de plaisir de l'occasion du Comte de Pohse, pour le prier de m'excuser si tu n'as pas encore reçu le portrait que tu as eu la bonté d'accepter. Le peintre, qui l'avait commencé est tombé malade et n'a pu reprendre son travail que la semaine dernière. Je m'empresserai de te l'envoyer dès qu'il sera achevé [...]". - Mit dem Vermerk "Oscar Bernadotte Prince Royal de Suede" von alter Sammlerhand.
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Oudinot, Charles Nicolas, Herzog von Reggio, Marschall von Frankreich (1767-1847).
Eigenh. Brief mit U. Paris, 25. V. 1819.
2 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin über die bevorstehende Anhörung des Generals Charles Antoine Morand in Strassburg, für dessen Belange sich Oudinot stets interessiert habe. Morand sei während der Herrschaft der Hundert Tage für die Adressatin "perfekt" gewesen wäre, und es gelte nun ihm zu helfen gälte: "Mon amie, le Gl. comte Morand est à Strasbourg pour y faire reviser un jugement rendu contre lui; tu sais à quel dégré je lui ai toujours accordé de l'intérêt, il a d'ailleurs eté parfait pour toi dans les cent jours; ces considerations doivent diriger nos conciences et nous porter à lui être utile dans une circonstance où l'honneur commande". Oudinot fordert sie auf, nach Strassburg zu reisen und als Vermittlerin zwischen Morand und den Richtern aufzutreten; er rät ihr dem Anstand gemäß reserviert mit diesen umzugehen, jedoch hervorzuheben, dass sie in der Sache eines Generals, der in seinem Leben nur einen einzigen Fehler begangen habe, der ihm nun als Verbrechen angelastet werde, auftrete, und erwähnt, dass er in dieser Sache auch an Prinz Hohenlohe schreiben werde: "Ainsi rends toi à Strasbourg, vois le non seulement et fais relais près des juges qu'il t'appartient de rencontrer, tous ses droits a nos sentiments; je n'ai pas besoin de te recommander d'y mettre de la réserve sous les rapports de convenance avec des juges; mais honore toi en traittent la cause d'un Gl. qui n'a dans sa vie commis qu'une fautte, que les méchants imputtent à crime [...] J'écris au prince Hohenlohe [d. i. Ludwig Aloysius, Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein] et je fais de maniere a leur faire comprendre l'intérêt que le patient nous inspire [...]". - Wegen seiner Unterstützung Napoleons während der Herrschaft der Hundert Tage musste Morand ins Exil nach Polen und wurde 1816 in La Rochelle in Abwesenheit zum Tode verurteilt. König Ludwig XVIII. erlaubte ihm schließlich 1819 nach Frankreich zurückzukehren, und am 5. Juni wurde er vom Kriegsrat in Straßburg begnadigt.
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Pedro II., Kaiser von Brasilien (1825-1891).
Brief mit eigenh. U. ("Imperator"). Rio de Janeiro, 30. VIII. 1861.
1 S. Fol. Mit hs. Adresse (Faltbrief). Dankesschreiben in portugiesischer Sprache an Kardinal Lodovico Altieri (1805-67). Der Kaiser bedankt sich für Weihnachtswünsche des Kardinals und versichert diesem seine Freundschaft: "Illustrissimo e Reverendissimo em Christo Padre Cardinal Altieri, Meo como Irmão muito Amado. Eu, Dom Pedro Segundo, por Graça Deos Imperador Consitutional e Defensor Perpetuo do Brasil &c. Vos Envio muito Saudar como a quem muito Amo e Preso. Recebi com particular satisfação as expressões dos sentimentos que Vos animão para com a Minha Imperial Pessôa e que Me dirigistes por occasião do Sanctissimo Natal do anno proximo passado [...]". - Mit kleinem papiergedecktem Siegel. Stellenweise stark fleckig und mit kleinem Ausschnitt durch Siegelöffnung im Gegenblatt.
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Pflanzer-Baltin, Karl von, k. u. k. Generaloberst (1855-1925).
Postkarte mit eigenh. U. [Poststempel: K. u. k. Feldpostamt, 3. II. 1916].
1 S. Qu.-8vo. An einen Herrn Reich in Wien. - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Montagespuren.
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Pfordten, Ludwig von der, Rechtswissenschaftler und Politiker (1811-1880).
Eigenh. Brief mit U. München, 9. VII. 1854.
1 S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Euer Hochwohlgeboren sende ich mit ergebenstem Danke die beiden Anlagen zurück, und bin mit ausgezeichneter Hochachtung [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Randläsuren.
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Philipp y Mendoza, Adolf, kgl. portugiesischer Konsul und Exporteur (1833-1914).
Eigenh. Visitenkarte. [Wien], o. D.
2 Zeilen. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "[Adolphe Philipp Consul de Portugal] (dies gedruckt) und Familie gratulieren herzlichst zu Ihrem Jubiläum". Der aus Glückstadt in Schleswig-Holstein gebürtige Philipp wirkte lange Jahre nicht nur als portugiesischer Konsul, sondern auch als Generaldirektor und Verwaltungsrat der Dynamit-Nobel in Wien. - Gering fleckig. Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Prix, Johann Nepomuk, Bürgermeister von Wien (1836-1894).
Brief mit eigenh. U. Wien, 12. XII. 1891.
1 S. Folio. Mit Adresse. An Alois Kubitschek: "Auf Grund Ihrer zufriedenstellenden probeweisen Verwendung habe ich mich bestimmt gefunden, Ihnen eine Concepts-Practicantenstelle bei dem Wiener Magistrate mit dem Adjutum von jährlich Sechshundert Gulden ö. W. zu verleihen. Die städtische Hauptcassa wird daher unter Einem angewiesen, Ihnen dieses Adjutum vom Tage des von Ihnen bereits abgelegten Diensteides, das ist vom 11. Dezember 1891 an, in monatlichen Raten im Vorhinein und gegen gleichzeitige Einstellung Ihres bisherigen Sustentationsbeitrages auf die vorschriftsmäßige Weise zu erfolgen [...]". - Mit Stempelmarken zu 20, 10, 5 und 2½ Gulden. - Mehrfach gefaltet und mit kleinen Randläsuren.
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Reiss, F., (D. n. e.).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 18. IX. 1878.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Meine innigsten und herzlichsten Glückwünsche zu der verdienten großen Auszeichnung. Ich schreibe im Bette, doch hoffe ich in 3-4 Tagen meinen Fuß gebrauchen zu können [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Initial "R". Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und etwas knittrig.
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Schlegel, Ernst, Flugpionier und Flugzeugkonstrukteur (1882-1976).
Photographie mit eigenh. U. Konstanz, 1909.
1 S. Qu.-8vo. Schlegel an Bord der gemeinsam mit seinem Freund Robert Züst konstruierten "Flugmaschine Schlegel-Züst", die bei ihrem dritten Flugversuch im Frühling 1910 in Konstanz zu Bruch ging.
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Schleswig-Holstein-Gottorf, Hedwig Eleonora von, schwedische Königin (1636-1715).
Schreiben mit eigenh. U. Stockholm, 23. VI. 1666.
3 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel (Faltbrief) sowie Gegenzeichnungen der Reichsratsmitglieder Per Brahe d. J., Magnus Gabriel De la Gardie, Gustaf Otto Stenbock, Gustaf Bonde, Erik Lindschöld und Franziskus Joel Örnestedt. Im Namen des minderjährigen Königs Karl XI. von Schweden (1655-97) an Hedwig Sophie von Brandenburg, Regentin von Hessen-Kassel (1623-83) mit der Bitte um Beistand im Vorfeld des Zweiten Bremisch-Schwedischen Kriegs (1666). Unter Verweis auf die diplomatischen Noten des schwedischen Gesandten Habbeus von Lichtenstern wird im Brief das "unrechtmäßige Verfahren" der Stadt Bremen betont: "Durchleuchtige hochgeborene fürstin freundlich geliebte Muhme, Wir haben der guten Hoffnung es werde Ew. Ld. annoch in gutem angedenken schweben, was unser Resident Habbeus Ihro von dem Unrechtmäßigem Verfahren dessen sich unsere Stadt Brehmen mit einem in allen stücken gebrauchtem woll recht unverantwortlichem comportement, nun wie geraume Seither unterfangen, wird umbständlich repräsentirt haben". Nach Scheitern der Verhandlungen, die die Stadt "nur gleichsam kühner gemacht" hätten, habe man sich dazu gezwungen gesehen: "der Stadt etwas näher zutreten und Sie für erst in Ihren Mauern ein zu sperren in der hoffnung, daß Sie sich dadurch etwas incommodirt sehend zu beßeren gedancken kommen [...] solle". Schweden will sich der bereits zugesagten Unterstützung Hessen-Kassels erneut versichern. Der Brief schließt mit der diskreten Ankündigung weiterer militärischer Maßnahmen. - 1654 hatte der Konflikt um Schwedens Anspruch auf das im Westfälischen Frieden geschaffene Herzogtum Bremen-Verden zum Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg geführt. Zwar verlor die Stadt Bremen an Einfluss im Herzogtum, doch blieb ihr Status ungeklärt. Bremen verwies auf die Bestätigung als unmittelbare freie Reichsstadt durch das 1646 von Kaiser Ferdinand III. ausgestellte Linzer Diplom, während Schweden die Eingliederung in das Herzogtum forderte. Anfang Juni 1666 schlossen schwedische Truppen unter Carl Gustaf Wrangel Bremen ein und Ende August kam es zu ersten Kampfhandlungen. Trotz der schwedischen Übermacht verlief die Belagerung der gut befestigten Stadt schleppend. Als Ende Oktober ein Reichsheer zum Entsatz der Stadt aufgestellt wurde, beugte sich Schweden dem Druck und trat in Verhandlungen. Am 15. November wurde der Friedensvertrag von Habershausen geschlossen. Bremen verzichtete bis zum Ende des 17. Jahrhundert auf die Reichsunmittelbarkeit, blieb aber de facto unabhängig. - Das Siegel durch Brieföffnung beschnitten.
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Scholtz, Gerónima, Tochter des Legationsrats Hieronimus Gottfried Scholtz (1768-1834).
3 eigenh. Briefe mit U. Berlin, Frankfurt und Neapel, 5. VI. 1822, 2. III. 1837 und 25. VII. 1837
Zusammen (3½+3+3 =) 9½ SS. auf 3 Doppelbll. 8vo. 2 mit eh. Adresse verso. Alle in spanischer Sprache, zwei davon an den königlich-preußischen Bibliothekar spanischer Herkunft, Alvar Augustin de Liaño. Im Zweifel ob er, der sie von Kind an kennt, sich noch an sie, von der er so viele Jahre nichts gehört hat, erinnert, schildert sie ihre Rückkehr nach Deutschland. Nachdem sie und ihre Eltern Berlin 1825 verlassen hatten, lebten sie in Frankreich, Rom und Neapel, wo im Jahr 1830 ihre Mutter an der Grippe starb. In Deutschland angekommen und wissend, dass er einmal in Neu-Wied gelebt hatte, konnte sie zunächst nichts über ihn in Erfahrung bringen, bis sie zu ihrer großen Freude erfuhr, dass auch er am Leben ist: "No es facil que se acuerde U. de la que conoció tan niña y mas despues de tantos años que no habrá oido hablar de ella. Dice [!] a U. lo mas breve que pueda lo que ha hecho que me encuentre aqui y por mi desgrazia sin mis amados Padres!!! Despues de que en 1825 dejamos a Berlin estubimos en Francia [...] pasamos a Roma [...] vivimos felicis[s]imos en Napoles [h]asta que en el año de 1833 la grippa me arrebató a mi buena madre [...] Yo sabia que U. estaba en Neu-Wied pero no podia encontrar nadie que me pudiese dar ninguna notizia [!] [h]asta que [...] supe lo que me llenó de gozo, es decir que vivia U. [...]" (Frankfurt, 2. III. 1837). - Über seinen Brief vom 15. Mai, der sie so traurig machte, dass sie ihn nicht sofort beantworten konnte, sowie über die Schrecken der Cholera, an der auch sie gelitten hat und deren endgültige Ausrottung sie bald zu erleben hofft: "Llegué con toda felicidad a esta el 15 de mayo y tenia la intencion de escribir a U. inmediatamente pero las tristezas que encontré en esta me impidieron pensar a otra cosa que a disponerme a bien morir, no puede U. pensar los orrores de esta cruel enfermedad del cholera [...] yo misma he tenido tres pequeños ataques que si hubiera descuidado me hubieran llevado a el otro mundo ahora gracias a Dios va disminuyendo mucho y pronto esperamos verla enteramente cesar esta plaga [...]" (Neapel, 25. VII. 1837). - An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Bedauern über dessen erst seit Sonntag überstandene Krankheit, und mit einem Rezept für Paella (aroz Valenciana), um das er gebeten hat, das sie nebst einer kleinen selbstgemachten Kostprobe anfügt: "Hemos tenido el disgusto de saber [...] que ha estado Uste[d] muy enfermo [...] El domingo nos dijo que estaba Uste[d] restablecido y que deseaba Uste[d] la receta para hacer el aroz a la Valenciana, la qual la incluyo aqui y tambien mando á Uste[d] un poco, hecho por mi mano, para prueba [...]" (Berlin, 5. VI. 1822). Mit Randläsuren. Alt auf Papierträger montiert.
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Stahr, Adolf, Schriftsteller und Historiker (1805-1876).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. XII. 1875.
½ S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Antiquar Leo Liepmannssohn: "Beifolgend Exemplare der Uebers. des Livius und der Hofmannschen Unb. Bibl. an welchem Buch I u. die Lieferungen von 34-57 fehlen bitte ich Sie zu kompletiren u. mir baldigst - da es ein Weihn[achts] Gesch[enk] sein soll zukommen zu lassen. Zugleich bitte ich Sie mir anzugeben: wie viel ich bei Ihnen gut habe für die Ihnen u. 31 Okt. d. J. gesendeten Bücher [...]". - Auf Briefpapier mit lithogr. Adresse.
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[Stalin, Josef]. - Boris Bazhanov, personal secretary to Joseph Stalin (1900-1982).
Boris Bazhanov's memoirs of Stalin's Kremlin: collection of original typescripts, predating all his published works. [Paris], 1928-1929.
Collection of original typescripts in French with occasional contemporary manuscript corrections in pen (A4 size, single-sided, total 74 pp.) divided into 19 separately titled sections: Section 1: 8 pp.; 2: 4 pp.; 3: 4 pp.; 4: 4 pp.; 5: 5 pp.; 6: 9 pp.; 7: 4 pp.; 8: 5 pp.; 9: 3 pp.; 10: 2 pp.; 11: 3 pp.; 12: 3 pp.; 13: 3 pp.; 14: 4 pp.; 15: 3 pp.; 16: 4 pp.; 17: 2 pp.; 18: 2 pp.; 19: 2 pp.; plus 1 mimeographed copy of a type-script in blue, marked 'Copie', 8 pp.; all sections fastened by original paperclips, pins or clasps (some staining, creasing and marginal tears, Section No. 16, first page, upper-right corner torn with loss to text). This historically important and fascinating series of original typescripts contains Boris Bazhanov's firsthand account of the internal workings of Joseph Stalin's Kremlin, being one of the earliest detailed and reliable accounts of the subject ever presented to a Western audience. Importantly, the typescripts predate Bazhanov's celebrated publications on the subject, and were created in Paris, in late 1928 and early 1929, barely six months after the author arrived in France, following his defection from the Soviet Union. From 1923 until the end of 1927, which saw the rise and consolidation of Stalin's leadership, Bazhanov was the personal secretary to the Soviet leader and one of his most trusted assistants. Critically, he was not only privy to Stalin's daily actions and private meetings, he was also the secretary of the Politburo, being tasked with recording the secret deliberations of the Soviet Union's governing body. However, Bazhanov became horrified by the murderous nature of Stalin's regime, and disaffected from Communism in general, and suddenly left his Soviet life behind by defecting across the Persian border, on New Years' Day 1928. - In the typescripts, Bazhanov recounts top secret and arresting information on Stalin, his interactions with his colleagues and rivals, and the operations of the Soviet government, all in a fashion far more detailed and accurate than any analysis recounted to date. Up to Bazhanov's defection, Westerners had virtually no useful intelligence on the internal workings of the Kremlin, their spy networks failing to embrace any insiders with proximity to the Politburo. Many contemporary analysts of the Soviet regime relied on heresay, if not outright fabrication. Bazhanov, while not himself a decisionmaker, was a silent witness at the very heart of the Kremlin. While he had certainly, by the time of his defection, developed an ardent anti-Stalinist and anti-Communist bias, he seems to have made every effort to be truthful in his recollections, and historians have subsequently backed up his acconts. Today Bazhanov remains one of the most authoritative sources on Stalin's leadership style, as well as early Soviet political history in general. - The various sections of the typescripts embrace several critically important topics, including the Russian Civil War and the Red Army; the GPU (the fearsome Soviet State Police); Bazhanov's biography and his place in the Kremlin; Stalin as a person and leader; Stalin's mechanisms of power and action; the Politburo; Stalin's Opposition; a coup supposedly planned against Stalin by Mikhail Frunze (but which was never realized), the opportunity cost of Frunze's coup having never reached fruition; and the Absolute Power of Stalin. - Detailed description available upon request. Cf. Boris Bajanov, 'Avec Staline dans le Kremlin' [serially issues in 4 parts], Revue de France, 10th year, nos. 18, 19, 20 and 21 (1930); Boris Bajanov, Avec Staline dans le Kremlin (Paris: Les Éditions de France, 1930); Boris Bajanov, Bajanov révèle Staline. Souvenirs d'un ancien secrétaire de Staline (Paris: Gallimard, 1979); Boris Bazhanov (ed. David W. Doyle), Bazhanov and the Damnation of Stalin (Athens, OH: Ohio University Press, 1990).
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Strachwitz, Alfred Graf von, Offizier (1830-1899).
Eigenh. Brief mit U. Skaliczka [Skalice], 12. III. 1854.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Beschwerdebrief an die Redaktion des "Wiener Conversationsblattes" wegen ausgebliebener Zusendungen: "Nachdem der Herr Redakteur Adolf Bäuerle, in seiner Zeitschrift bereits vergangenen Monat ankündigte, an alle Jahresabonnementen die versprochenen Loose bereits abgesandt zu haben, jedoch auf wiederholte Anzeige von meiner Seite, dass ich noch immer nicht dasselbe erhalten habe, seiner Verpflichtung noch immer nicht nachkam, so reklamiere ich dieses Loos und das Montagsblatt welches mir vom 5. März ebenfalls nicht zukam; und ersuche um Zusendung mit umgehender Post [...]". - Adolf Bäuerle (1786-1859) war ein bedeutender Autor des Alt-Wiener Volkstheaters und Teilnehmer an der Revolution von 1848. - Mit Redaktionsvermerk in Tinte.
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[Suez Emergency].
Letters to the father of a Royal Army Officer buried in Fayid British Military Cemetery. Fayed, Stanmore, London, Aylesbury, and Oxford, 1952.
18 documents, of which 7 manuscript, 6 typescript, 4 printed forms filled out by hand, and 1 telegram. Oblong folio (ca. 333 x 405 mm), (oblong) 4to, and (oblong) 8vo. Altogether 35 pp. on 25 ff. With 2 envelopes addressed by hand. Poignant personal archive of condolence letters on the occasion of the sudden death of Royal Army Lieutenant David Arthur Wootton whilst serving in the Suez Canal Zone, to his father, Arthur Henry Wootton. The authors, David Wootton's army colleagues, his superiors, and a family friend, praise his character, give the details of his illness, naming liver failure caused by infectious hepatitis as cause of death, inform him of the upcoming funeral at the Fayed British Military Cemetery and the location of his grave, and announce the possible erection of an expense paid headstone at his gravesite. - 3 handwritten letters by Major Cronin-Coltsmann, Wootton's commanding officer, expressing his own grief ("I shall miss his companionship both on and off duty more than words can express [...]"), giving the timeline of David's illness and describing his funeral, offering to send the photographs he took there to his parents, and bringing up the forwarding of David's personal effects. - Includes a letter from a physician at the Fayed Hospital to another physician in England, discussing Wootton's case and mentioning a shortage of doctors in Fayed at the time of the imminent hepatitis endemic. - Completing the set are a telegram informing Mr. and Mrs. Wootton that their son was placed on the "dangerously ill" list, David's birth and death certificates, the latter granting the deceased's estate to his father, as well as Arthur Henry Wootton's baptism certificate and his warrant certificate, stating that he served with the Territorial Force from 1916. - David Wootton's name is memorialized on the Roll of Honour for all British and Commonwealth personnel who lost their lives whilst serving in the Suez Canal Zone of Egypt during the 1951-54 "Emergency". - Some creasing, otherwise in very good condition.
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Thomka, Sándor, (D. n. e.).
3 eigenh. Briefe mit U. Vác, 4. VII. 1854, 5. X. 1854 und 2. XI. 1854.
Zusammen (1½+3+1 =) 5½ SS. auf Doppelblättern. 4to. In ungarischer Sprache an den Wiener Juristen Ludwig Auinger. - Die Briefe von Juli und Oktober mit eh. Adresse und Siegelresten. Der Brief vom 4. Juli mit stärkeren Randläsuren und Ausriss durch Siegelbruch. Der Brief vom 5. Oktober mit geringem Ausriss durch Siegelbruch.
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Tichy, Josephine, (D. n. e.).
Eigenh. Brief mit U. Pest, 28. III. 1854.
1 S. 8vo. An einen Herrn von Auinger mit der Bitte um Nachforschungen zum Verbleib einer Bittschrift: "Indem ich schon seit 8 Wochen ich hier in Pest bin und durch Herren v. [...] meinen Schwagern durchaus nichts erfaren kan; so wende ich mich jetzt an Ihre Güte und Freundschaft, zu erfaren, waß den mit meiner Bietschrift geschen ist? und ob Sie schon hinab nach Temesvar geschikt ist oder nicht? Diese 2 Punkte bitte ich mir gefelikst mit ersster Post Lieber Herr v Auinger bekannt zu geben [...]". - Gering fleckig und mit kleinen Randläsuren.
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Tiemann, Carl Ludwig Traugott, Theologe und Superintendent (1780-1854).
Eigenh. Brief mit U. Halle, 5. IV. 1838.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse. (Faltbrief). Reste alten Lacksiegels. An Dr. Netto, einen Inspektor der Franckeschen Stiftungen: "Indem Ew. Wohlgebohren ich meinen aufrichtigsten und innigsten Dank für die überaus gütige [...] Wirksamkeit bezeuge, wodurch Sie die große Milderung in der Restangelegenheit meines Neffen des bisherigen Schülers Johannes Tiemann zu vermitteln die Gewogenheit gehabt haben, versichere ich zugleich ausdrücklich und fest: 'daß wofern mein Bruder, der Vater des besagten Schülers Johannes Tiemann, den Schuldrest des letzteren von Suma: buchstäblich Elf Thaler [...] nicht bis zum 1sten Julius d. f. an Ew. Wohlgebohren baar einzahlen wird, ich alsdann unausweichlich gebunden seyn will, eben diesen Schuldrest ohne alle Weiterung Ew. Wohlgeboren aus meinen eignen Mitteln zu zahlen.' Zugleich bemerke ich [...] daß meine vorliegende Versicherung als förmliche Bürgschaft [...] Gültigkeit haben solle. Unter diesen Umständen füge ich die ergebenste Bitte hinzu, daß Ew. Wohlgebohren die freundliche Güte haben mögen, meinem Neffen [...] das Schulabgangszeugniß zu Theil werden zu laßen [...]". - Spuren alter Registratur; das Gegenblatt mit einem kleinen Ausschnitt durch Siegelbruch (keine Textberührung).
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Traub, Gottfried, Theologe und Politiker (1869-1956).
Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 15. VI. 1915.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. An Herrn Bremer, in Antwort auf ein Schreiben vom 31. V. 1915: "Ob Ihnen mit umstehenden paar Worten gedient ist? [...]". Verso: "Das Wort 'Schicksal' gewinnt heutzutage unbeschreiblich mächtigen Klang. Einzelschicksale gehen unter im Volksganzen. Mehr Völker, als man oft leichthin ahnt, stehen heute am Scheideweg ihrer Zukunft. Die Welt liegt in starken Geburtswehen. Glücklich der, der diese Schicksalsstunden nicht über sich ergehen läßt wie ein blindes Verhängnis, sondern sie zwingt, daß er sie miterlebt. Sie reden schwere Sprache u. schreiben ungeheure Schrift. Aber große Wendepunkte des eigenen kleinen Lebens verstanden wir auch erst später ganz. Drum handelt es sich jetzt nicht darum, das, was da wird, zu begreifen, sondern die Augen offen zu halten, um ohne Müdigkeit u. durch Thränen hindurch den Morgen zu schauen [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Hauses der Abgeordneten" in Berlin und mit Spuren alter Montage.
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Traub, Gottfried, Theologe und Politiker (1869-1956).
Eigenh. Visitenkarte. Dortmund, o. D.
2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Pfarrer lic. theol. Traub [dies gedruckt] sendet anbei die Revision u. Correctur u. bittet um Entschuldigung, daß er so vieles korrigiert hat. Es soll in der Revision nicht wieder vorkommen. Aber ich muß allen Wert darauf legen, daß diese Schrift gut wird. Es hängt für mich viel davon ab. Der Titel steht noch nicht fest. Ich habe auf Seite 1 u. 17 deshalb gestrichen. Ich bitte doch H. Diederichs [d. i. der Verleger Eugen Diederichs] zu fragen. Ich habe ihm 3 Titel zur Auswahl genannt. Er möchte der Druckerei den Titel nennen, den er wünsche [...]". - Mit Spuren alter Montage.
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Ulrike Eleonore, Königin von Schweden (1688-1741), Gemahlin König Friedrich I., zweite Tochter König Karls XI.
Brief mit eigenh. U. und eh. Ergänzung. Karlberg, 14. VI. 1715.
2¾ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit adr. Kuvert und Siegel. An ihren Schwiegervater Karl, Landgraf von Hessen-Kassel, zwei Monate nach ihrer Hochzeit: "Weil der H. General Lieutenant von Rancken [d. i. Conrad von Rancke, 1664-1739] nun von hier abgehet und die gnade zu haben Ew. Durchl. auffzuwarten, und Deroselben wegen Vollführung deß Ihm anbefohlenen geschäftes mündtlichen Bericht abzustatten; So habe ich bey solcher gelegenheit nicht unterlaßen wollen mit diesen wenigen Zeilen Ew. Durchl. meiner Töchterlichen ergebenheit demütigst zu versichern. Nach dem die hochwichtige affaire, so von Ew. Durchl. wohlgedachten Herrn General Lieutenant seit einigen jahren committiret gewesen, nunmehro, durch Göttliche schickung, zum erwünschten schluß gediehen, kan ich nicht anders alß Ew. Durchl. deßhalben hierunter erwiesene treue und unermüdeten eyffer höchstens rühmen, auch zu Dero hulde und gnade Ihm geziemend empfelen. Und gleich wie Ich zu meiner besondern freude verspüren können, daß der glückliche ausschlag seiner angewandten bemühung Ew. Durchl. sehr gefällig und angenehm gewesen ist; also habe auch meines ortes ursach auffrichtig zu contestiren, daß ich meinen jetzigen Vergnügten Zustand, in welchem ich nebenst der affection und liebe eines hertzlich geliebten Herrn Gemahls, nicht weniger so vielfältige Proben Ew. Durchl. Vatterlichen tendresse und güte bereits genoßen, gedachten hl. General Lieutenants von anfang her erzeigten zele [Pflichteifer] guten theils beyzumeßen habe. Er wird bey Seiner ankunft nicht ermangeln, wie Ich Ihm solches sehr angelegentlich auffgetragen, Ew. Durchl. die Versicherung meiner hertzlichen ehrerbietigkeit gebührend zu hinterbringen. Ew. Durchl. ersuche Ich gehorsamst, Dieselbe geruhen Ihm darin völligen glauben beyzulegen, und gäntzlich persvadiret zu seyn, daß Ich mit demütigster veneration lebenslang verharre | Ewer Durchlaucht | Getreu ergebeneste, gehorsamere Tochter, und Demütigste Dienerin Ulrica Eleonore". - Mit Spuren alter Heftung. Von alter Sammlerhand mit rötlicher Tinte beschriftet; etwas angestaubt
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Wissmann, Hermann von, Afrikaforscher, Offizier und Kolonialbeamter (1853-1905).
Eigenh. Visitenkarte. O. O., 11. VII. 1902.
1 S. Visitkartenformat. Name und Titel recto in Druck, verso handschriftlich: "Dr. von Wissmann, Gouverneur z. D. Major à la suite der Armee [...]".
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Zaremba, Felician, Diplomat, Prediger und Missionar (1794-1894).
Eigenh. Albumblatt mit U. Eßlingen, 3. XI. 1845.
2 SS. Qu.-12mo. Wohl an den Pfarrer und Dichter Albert Knapp: "Sie erweisen, lieber Albert, mir die Freundlichkeit mich in Ihr Gedenkbuch aufzunehmen, und haben sich dahin ausgedrückt daß Sie etwas Rechtes wollen. Was ist nun aber mehr das Rechte als DER des alles Rechten, Guten, Wahren einige ewige Quelle ist, durch den das unsichtbare Gut (!) sich in wahrnehmbarer Weise kund gegeben und uns sich mitgetheilt hat. Ihm und SEinem am Pfingsttage vor 1800 Jahren über die [...] Menschheit herabgekommenen Geiste, seyen Sie, lieber junger Freund und zum Genusse SEiner Gnade Mitberufener! sammt Ihrer Schwester Sophie, angelegentlich zu Pflege und Beschützung, äußerlich und innerlich! anbefohlen von Ihrem zu gleichem Ziele Mitberufenen und Mitpilger [...]". - Alt auf Papierträger montiert.
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Aicard, Jean François Victor, Dichter, Romancier und Dramatiker (1848-1921).
Eigenh. Albumblatt, das Gedicht "Lied", mit U. Paris, 4. V. 1867.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Dreistrophiges Lied in französischer Sprache: "J'ai dit aux bons vents | Qui heurtent ma porte: | 'Bien loin des vivants | Qu'un souffle m'emporte!' | J'ai dit au soleil: | 'Idéale flamme, | Astre du Réveil, | Aspire mon ame!' | Tout m'a fait défaut, | Vent et feu cèlestes... | Pour monter là-haut, | Amour, tu me restes! [...]". - Veröffentlicht in "Les Jeunes Croyances" bei Alphonse Lemerre (1867, 67-68). - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; stärker fleckig und knittrig, etwas angestaubt.
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Baudissin, Ulrich von, Schriftsteller und Maler (1816-1893).
Gedr. Formular, eigenh. ausgefüllt und eigenh. Brief mit U. O. O. u. D., [nach 1871].
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Das Brieflein wegen Storkloffs & Binzers habe ich nicht erhalten. Die von Ihnen aufgezeichneten biographischen Notizen sind ganz richtig. Da ich aber von meiner Frau geschieden bin, und mein Sohn im Kriege gefallen ist, braucht wohl von meiner Heirath überhaupt nicht die Rede zu sein. Werden Werke aufgeführt, so bitte ich, meinen Vater als den Verfasser einer philosophischen Schrift, betitelt 'Die Natur im Geiste' zu nennen; sie ist mehr werth als Alles, was seine lieben Söhne geschrieben haben. Mein Bruder Adalbert starb im Frühjahr 71 in Wiesbaden [...]". - Neben dem Formular eh. biographische Informationen.
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