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Bechstein, Ludwig, Schriftsteller (1801-1860).
Eigenh. Brief mit U. M[einingen], 12. V. 1859.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Sankt Mamertus machte gestern eine Faust und brachte mir statt eines Maistraußes einen Husten, der ohnehin nur in ganz milden Tagen arg bleibt, so daß ich mich an den Gedanken gewöhne, Freund Hain wolle sich mit meiner Lunge in eine mir feindliche Verbindung setzen. Auch gut, ich fange an, des Lebens fast müde zu werden. Wenn ich jetzt nach Liebenstein reisen sollte, so hätte ich nicht einmal dazu das Geld. Es ist schrecklich, aber es ist so. Sankt Pancratius zeigt sich galanter, als sein gestriger Vorgänger, u. alles prangt in voller Blüthenpracht. Da wirst auch du aufleben. Ich sende nun den leeren Korb behufs eines wohlthätigen Zweckes, wohlthätig nämlich für mich u. meinen Garten, der doch ein Stück meines Lebens bildet, mindestens im Frühling, und wo das Naturleben doch auf halbe Stunden bisweilen das arge Treiben der gottverfluchten politischen Gauner und Harlekine, wie dieser Napoleon einer ist, vergessen läßt [...] Ich habe eine wundervoll schlagende Nachtigall im Garten, der ich immer Mehlwürmer hinlege. Gestern sitze ich in der Laube, habe in einem Illuminationslampenglas 2 Mehlwürmer, dicht über mir sitzt die Nachtigall und ich denke, sie soll kommen, und sich das Mehlwurmfrühstück schmecken lassen. Plötzlich kommt, ohne mir guten Morgen zu sagen, ein schnödes Finkenweibchen, stößt wie ein Habicht auf das Glas zu, setzt sich auf den dasselbe haltenden Drath, schlingt im Nu beide Mehlwürmer hinunter und eilt ohne Adieu mit gleicher Schnelle wieder von dannen [...] Am 15. geht Kulmbacher nach Liebenstein, und wir können unsre Reise dorthin vorbereiten. Ich gedenke eine Partie Weinfässer loszuschlagen, zum Reisegeld. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott, sagt das Sprichwort. Was thu ich mit leeren Säcken? [...] Ich schließe und sehe mit Freude dem Blumenbeet entgegen [...]". - Tadellos erhalten.
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Bezecny, Anton, Schriftsteller und Angestellter der k. k. Staatsbahn (fl. 1887).
Eigenh. Brief mit U. Franzensbad, 5. VIII. 1887.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Zu dem h. Namensfeste, welches Euere Excellenz am 7. d. feiern, erlaube ich mir ergebenst, meine das ganze Jahr hindurch sich wiederholenden u. gleichbleibenden aufrichtigsten Glückwünsche für Euerer Excellenz Wohlergehen, zum erneuten Ausdruck zu bringen. Wenn auch einer der Geringsten unter den Gratulanten, fühle ich mich doch durch das Bewußtsein gehoben, getragen durch das beglückende Wohlwollen, womit mich Euere Excellenz stets ausgezeichnet haben, nicht der Allerletzte unter ihnen zu sein, und gewiß an Herzlichkeit meiner zum Ausdruck gebrachten Gefühle keinem derselben nachzustehen. Der Curgebrauch hier thut mir recht gut, u. wäre ich bisher recht zufrieden, wenn meine Frau heuer nicht so schwer leidend gewesen wäre. Indeß bessert sich ihr Befinden zusehends. Nicht sicher, ob Euere Excellenz Ihre Villegiatur in Weidling bezogen haben, obwohl ich es hoffe, adressire ich diese Zeilen nach Wien. Schließlich füge ich die Zeichnung meines Zwickers bei, auf den ich im Drange der Geschäfte in Wien zu meinem größten Leidwesen vergessen habe [...]". Beiliegend die erwähnte Bleistiftzeichnung eines Zwickers. - Jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; die Zeichnung stellenweise stark fleckig.
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Buchbinder, Bernhard, Schriftsteller (1849-1922).
Eigenh. Visitenkarte. Wien, 11. II. 1898.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Bernhard Buchbinder [dies gedruckt] sagt dem Herrn Kollegen, der das Referat in Nr. 2. schrieb besten Dank [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; etwas angestaubt und fleckig.
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Claretie, Jules, Schriftsteller und Theaterdirektor (1840-1913).
Visitenkarte mit eigenh. Zusatz. [Wohl Paris, nach 1888].
2 Zeilen. Visitkartenformat. "Jules Claretie, de l'Académie Française Administrateur Général de la Comédie Française [dies gedruckt] avec ses meilleurs compliments". - Jules Claretie war 1885 zum Direktor der Comédie-Française bestellt und 1888 auf "Fauteuil 35" der Académie française berufen worden. - Stärker fleckig; Recto- und Verso-Seite des Papiers fast gänzlich voneinander gespalten.
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Crüwell, Gottlieb August, Historiker, Bibliothekar und Schriftsteller (1866-1931).
Albumblatt mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 Zeile. Visitkartenformat. Gottlieb August Crüwell verfasste die erste deutschsprachige Übersetzung von H. G. Wells' klassischem Science-Fiction-Roman "The War of the Worlds" (1898), die 1901 unter dem Titel "Der Krieg der Welten" erschien. 1924 wurde er Direktor der Universitätsbibliothek Wien. - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und einigen Stecknadeldurchstichen von alter Montage.
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Postkarte mit U. O. O., [1883].
2 Zeilen. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Publizisten und Historiker Wilhelm Lauser in Wien: "herzlichen Dank!". - Mit kleiner Fehlstelle durch Ausriss der Briefmarke (geringfügiger Textverlust).
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Visitenkarte mit U. ("F. D."). Orange, 17. VIII. 1885.
2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Herr Lohmeier [d. i. der Schriftsteller Julius Lohmeier] theilte mir mit, daß er mit Ihnen eine Besprechung seiner Gedichte durch mich vereinbart habe. Hier ist sie, ich bitte ergebenst, mir die Revision zu übertragen und VI Sonderabdrucke auf meine Kosten zu übersenden. Im unerwarteten Fall der Ablehnung erbitte ich umgehende Rücksendung. Mit schönsten Empfehlungen von uns beiden an Sie und Ihre hochverehrte und anmuthreiche Gattin [...]".
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Visitenkarte mit U. ("F. D."). Breslau, 11. VII. 1888.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Herrn Doktor: "Besten Dank für die freundliche und ehrende Einladung. Leider habe ich keine derartige Stoffe [...]".
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Duboc, Charles Edouard [Pseud. Robert Waldmüller], Schriftsteller (1822-1910).
3 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Postkarte mit U. Dresden, 10. II. 1877, 9. XI. 1877, 13. III. 1878 und [Poststempel] 1. II. 1894.
Zusammen (1+1+1+1 =) 4 SS. auf 3 Doppelbll. und 1 Postkarte. (Qu.-)8vo. Die Postkarte mit eh. Adresse verso. Die Briefe wohl an Paul Lindau, Herausgeber der Zeitschriften "Die Gegenwart" und "Nord und Süd": "Nachdem das vorige Jahr verstrichen ist, ohne daß mein kleiner Artikel über die Neuberin [d. i. die Schauspielerin Friederike Caroline Neuber] zum Abdruck gelangte, darf ich mir denselben wohl, in Rücksicht auf den solcher Art verpaßten Jubiläums-Anlaß, von Ihnen zurück erbitten. Eine etwas eingehendere Studie werde ich demnächst an andrer Stelle veröffentlichen [...]" (10. II. 1877). - "Beifolgend, verehrter Herr, gestatte ich mir Ihnen einen Beitrag für die Gegenwart oder für Nord u. Süd zu überschicken. Ich hoffe keine Fehlbitte zu thun, wenn ich Sie um einen rechten Bescheid u., für den Fall der Nichtbenützung, um sofortige Rücksendung ersuche [...]" (9. II. 1877). - "Ich bin so frei Ihnen beifolgend eine humoristische Erzählung, welche am Golf von Neapel spielt, für Ihre Zeitschrift Nord und Süd zu überschicken u. wünsche daß Ihnen dieselbe willkommen sein möge. Trotz der Einleitung u. dem Titel ist sie durchaus Original. Von S. Schottländer wurde Ihnen meine Novelle der Secundant zugesandt. Ich würde Ihnen für eine kurze Besprechung derselben dankbar sein [...]" (13. III. 1878). - Die Postkarte an den Theologen, Philosophen und Lehrer Ludwig Hausmann in Dresden: "Ich bitte, mein neuliches frühes Fortgehen zu entschuldigen, ich mußte ins neustädter Theater, sonst hätte mich Ihr interessanter Vortrag länger gefesselt. Ist Ihnen für nächstes Mal mit irgend etwas gedient, so schreiben Sie mir gütigst eine Zeile, ich hoffte, Sie hätten von Diestel, Dunger oder andern alten Vereinlern etwas in petto, sonst wäre ich bereitwillig eingesprungen [...]" (Poststempel: 1. II. 1894).
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Duller, Eduard, Dichter (1809-1853).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 17. II. 1846.
½ Seite. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An Justizrat Karl Buchner: "Wenn es Sie - wegen der Zeiteintheilung des Drucks - nicht geniren sollte, so möchte ich wohl die Correctur meines Gedichts im Vaterland selbst besorgen, um vielleicht die eine oder anderer Interpunktion zu ändern. Haben Sie nichts dagegen, so bitte ich Sie: mir den Abzug gef. zuzusenden, u. ich werde denselben dann ohne Aufenthalt gleich an Sie oder - wenn Sie wünschen - an die Druckerei zurückschicken [...]". - Mit kleinem Ausriss durch Siegelbruch (keine Textberührung).
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Falke, Robert, Geistlicher und Schriftsteller (1864-1948).
Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 1. IV. 1905.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Freundlichen Dank für Ihren lieben Brief! Gerne werde ich in den nächsten Tagen mit unserem Chef, Oberst von Werder, sprechen und das Resultat unserer Besprechung Ihnen mitteilen. Margot bitte ich, wenn sie kommt, meinen herzlichen Dank für Ihren Brief zu meinem Geburtstage zu sagen. Mit der Einladung zu uns im April scheint es leider kaum etwas werden zu können. Meine Frau soll sich einmal ausspannen und mit 2 Kindern in den Osterferien nach Marburg gehen. Meine Schwägerin kommt während dem zu mir und hilft mit dem Haushalt. In Folge dessen ist das kleine Fremdenbett im Kinderzimmer, darin Margot gewohnt hat, den ganzen April hindurch besetzt. Vielleicht geht es mit Margots Besuch zu einer anderen Zeit [...]". - Mit Bleistiftnotiz von alter Sammlerhand.
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Frey, Adolf, Schriftsteller (1855-1920).
Eigenh. Brief mit U. und eh. Gedicht mit U. Aarau, 3. V. 1895.
3 SS. auf Doppelblatt bzw. 1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für Ihre schöne Recension meines Totentanzes": "Weil diese entschieden und so aus ganzem Holz geschnitzt ist, hat mich das Lob doppelt gefreut. Die ungewöhnliche Ausstattung meines neuesten Werkes entsprang einer zufälligen Verflechtung günstiger Umstände und geht ganz auf meine Initiative zurück [...] Ich erlaube mir, Ihnen für die Monatshefte ein kleines Gedicht zur Verfügung zu stellen, um dessen gefl. Rücksendung ich bitte (als Drucksache), sofern es nicht convenirt. Es ist aus nur zwei Strophen bestehend, ursprünglich in meinen 'Gedichten' (1886) erschienen und darf nun füglich als etwas völlig Neues betrachtet werden [...]". Die "ungewöhnliche Ausstattung" des im Verlag H. R. Sauerländer & Co. in Aarau erschienenen Werkes wird sich wohl auf die Verwendung von Fabriano Bütten beziehen, auf dem die Gedichtüberschriften und Initialen karminrot gedruckt waren. - Beiliegend das erwähnte Gedicht, betitelt "Nachtlied": "Zwischen den Stämmen | Am Eichenhang | Schreiten die Schatten | Verstohlenen Gang. | Sieh, nur die Sterne | Funkelnd verglühn! | Sieh, wie die weißen | Wolken ziehn! | Hoch aus den seligen, | Leuchtenden Höhn | Hörst du die himmlischen | Stimmen gehn? | Sieh, wie die Gründe | Verschwiegen ruhn | Laß uns zur Stunde | Ein Gleiches thun!"
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Freytag, Gustav, Schriftsteller (1816-1895).
Eigenh. Brief mit U. [Breslau], 9. III. 1865.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Redakteur Theodor Oelsner: "In der Tendenz Sie in Ihrer Wohnung aufzusuchen, werde ich durch ein Geschäft verhindert. Ich wage daher die ergebenste Bitte, daß Sie, falls Sie heut gegen Abend in der Nähe des Molinarischen Hauses [d. i. wohl das Großhandelshaus der Brüder Leo und Theodor Molinari in Breslau] verweilen sollten, mir die Freude machen, und eintreten. Von 7-8 Uhr bin ich jedenfalls im Hause. Zürnen Sie nicht, daß ich dem Wunsch Sie persönlich zu besuchen, in so ungehöriger Weise nachgebe, ich bin leider genöthigt morgen früh wieder abzureisen [...]". - Mit kleinen Randläsuren und stellenweise etwas gebräunt.
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Galsworthy, John, Schriftsteller und Dramatiker (1867-1933).
Eigenh. Brief mit U. [London], 23. IV. 1913.
1 S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert. An den Schriftsteller W. A. Eberwein: "If the enclosed little poem is of any use to you, it is at your service, for the purposes of your Collection for Flower-day [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Adresszeile; das Kuvert mit ausgeschnittener Briefmarke.
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Groener, Maria, Schriftstellerin (1883-1937).
Eigenh. Gedicht mit Namenszug im Titel. O. O. u. D.
1 S. 4to. Dreistrophiges Gedicht "Das Mutterlied des Namenlosen": "Um eine Mutter winde | Blumen | Und Kränze und Bande aus Blüten und aus Früchten | Wann eine Mutter du hast [...]". - Auf Transparentpapier und mit kleinen Randläsuren.
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Grotthuß, Jeannot Emil von, Publizist, Literaturkritiker und Dichter (1865-1920).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. XII. 1896.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An die Redaktion des von Maria Josefa Stoffella d'Alta Rupe (1843-1921) herausgegebenen "Salon (Oesterreichisches Adelsblatt)" mit dem Angebot, Beiträge zu liefern: "Gestatten Sie mir die höfl. Anfrage, ob Ihnen Beiträge aus meiner Feder für Ihren 'Salon' erwünscht wären. Ich bin langjähriger ständiger Mitarbeiter am hiesigen 'Deutschen Adelsblatte' und anderen Zeitschriften ersten Ranges [...]. Eventuell könnte ich Ihnen daher sowohl zeitgeschichtliche Betrachtungen, als auch literarische Beiträge, Feuilletons u.s.w. liefern. Bemerken muss ich freilich, daß ich genöthigt bin, auf angemessene Honorierung zu sehen [...]" - Zwei Jahre nach der Anfrage an den "Salon" gründete Grotthuß die Zeitschrift "Der Türmer, Monatsschrift für Gemüt und Geist", die "zu einem der wichtigsten kulturpolitischen Organe der Wilhelminischen Zeit" wurde. "[...] In der Rubrik 'Türmers Tagebuch', die Grotthuß selbst schrieb, attackierte er keineswegs nur die Sozialdemokratie, sondern auch Hofadel, Geldaristokratie und Industrie, denen er 'Byzantinismus', Klassenjustiz und 'politisches Eunuchentum' vorwarf. 1918 stand Grotthuß auf seiten der alten Ordnung gegen die Republik und wurde zum erbitterten Verfechter der Dolchstoßlegende. Als Grotthuß 1920 starb, war der 'Türmer' - wie eine Würdigung mit Recht feststellte - 'auf dem besten Wege dazu, einer der stärksten und gefährlichsten Gegner des Weimarer Systems' zu werden. 'Der Türmer' bestand noch bis 1942" (NDB, s. v.). - Mit Spur von alter Montage und Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Hackländer, Friedrich Wilhelm, Schriftsteller (1816-1877).
Eigenh. Brief mit U. Leoni am Starnberger See, 2. X. 1875.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen nicht namentlich genannten Empfänger: "Verzeihen Sie, aber die Sorge war eigentlich ganz überflüßig doch sage ich meinen Dank für die angenehme Aussicht und bitte die Erzählung an Buchhändler A. Kröner [d. i. Adolf von Kröner] nach Stuttgart zu senden den ich in einigen Tagen zu sehen hoffe [...]". - Hackländer gründete nach mehrjähriger Tätigkeit am württembergischen Hof 1850 die Künstlergesellschaften "Die Glocke" und "Das strahlende Bergwerk", an denen u. a. Franz Liszt und Emanuel von Geibel teilnahmen. Als Publizist war er an der Gründung der "Hausblätter" (1855) und des Familienblatts "Über Land und Meer" (1857) beteiligt. Neben seiner literarischen Tätigkeit war Hackländer seit 1859 Bau- und Gartendirektor König Wilhelms I. von Württemberg und beteiligte sich u. a. an der Gestaltung der Stuttgarter Schloßparkanlagen. Mitte der 1860er Jahre zog er sich als freier Schriftsteller nach Leoni am Starnberger See zurück. - Auf Briefpapier mit lithogr. Briefkopf.
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Hagen, Wilhelm, Schriftsteller (1883-?).
Eigenh. Brief mit U. München, 11. II. 1915.
2 SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to. An Herrn Rieß: "Ich weiß zwar nicht, wie ich mir Ihre Bewunderung verdient habe, komme aber Ihrer Bitte nach einem Autogramm gern nach und sende Ihnen angebogen ein Wort aus der 'Künstlertragödie' Feuerzauber, die ich eben umarbeite [...]". - Auf dem Gegenblatt das angekündigte Zitat mit eh. Unterschrift: "Für einen Künstler giebt es letzten Endes nur zwei Dinge, die das Leben lebenswert machen: Lorbeer und Liebe [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Halbe, Max, Schriftsteller (1865-1944).
Eigenh. Brief mit U. München, 2. II. 1910.
1 S. 4to. An einen nicht namentlich genannten Empfänger bezüglich einer Festrede für den Schriftsteller Paul Heyse: "In Eile nur die Mittheilung, daß im Programm der hiesigen Heyse-Feier eine Festrede aus verschiedenen Gründen nicht vorgesehen ist. Sollte sie trotzdem noch stattfinden [...] so würde Ludwig Fulda sie halten, der seit vielen Jahren Heyse freundschaftlich nahe steht. Ich bedaure also, in dieser Sache Ihnen nicht dienen zu können [...]". - Der von den Naturalisten beeinflußte Schriftsteller war "mit einer Reihe von Literaten und bildenden Künstlern befreundet, nahm regen Anteil am gesellschaftlichen Leben, gründete 1895 das 'Intime Theater für dramatische Experimente' und war 1899 Mitbegründer der 'Münchner Volksbühne' [...] Teile seines Oeuvres ließen sich für den Blut-und-Boden-Kult vereinnahmen. Auch aus diesem Grund verlor Halbe - obwohl zu seiner Zeit einer der meistgespielten Dramatiker - nach 1945 an Bedeutung für das deutsche Theater" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. Gefaltet.
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Herrig, Hans, Journalist und Schriftsteller (1845-1892).
Eigenh. Brief mit U. B[erlin], 14. XII. 1874.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Sein Sie mir nicht böse, daß ich Sie solange auf einen Artikel warten ließ, die mannigfachsten Hinderniße, eine größere Arbeit und meine ziemlich umfangreiche feuilletonistische Thätigkeit verhinderten mich daran. Ich übersende Ihnen nun einen Artikel, allerdings auf die Gefahr hin, daß Sie schon anderweitig versehen sind. Sollten Sie jedoch geneigt ein, ihn aufzunehmen, so würde zwischen Weihnachten und Neujahr ein zweiter, eine Schilderung des Berliner Weihnachtstreibens etc. kommen und könnte ich circa alle 14 Tage Ihnen einen neuen senden über künstlerische und literarische Dinge, auch einzelne Bücher, so wie über amüsante und interessante städtische Sachen [...] Sollten Ihnen meine etwas spät kommenden Anträge noch recht sein, so bedarf es nur der Übersendung eines Abdruckes des beiliegenden Artikels. Was das Honorar anbelangt, so schlage ich Ihnen eins von 5 Thalern für einen jeden Artikel von der Länge des vorliegenden (oder auch bisweilen einmal etwas längeren) vor [...]".
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Hesekiel, Ludovica, Schriftstellerin (1847-1889).
Eigenh. Brief mit U. Potsdam, 6. III. 1887.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen "Herrn Pastor": "Mit bestem Dank für Ihre letzte liebenswürdige Sendung erfolgen heut: Franz Kugler, Friedrich Friedrich [d. i. der Schriftsteller Hermann Friedrich Friedrich], Theodor Fontane, Robert Schweichel [d. i. der Journalist und Schriftsteller Robert Schweichel]. Prinz Friedrich Carl [d. i. der Generalfeldmarschall und Prinz von Preußen Friedrich Karl Nikolaus] kann ich nur dictirten Brief mit eigenhändiger Unterschrift abgeben. Die betr. Generale aus dem letzten Kriege besitze ich leider nicht, da ich dergleichen nicht sammle. Eine Doubletten-Liste sende ich Ihnen, wenn möglich nach Ostern, bis dahin bin ich zu sehr beschäftigt, muß dann aber mal wieder ernstlich ans Ordnen und Ergänzen meiner Listen gehen [...]".
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Isolani (d. i. Isaacsohn), Eugen, Journalist und Theaterkritiker (fl. 1909).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 3. X. 1909.
1 S. 8vo. An einen Professor: "Beschäftigt mit einer Anthologie 'Weihnachten im Liede' finde ich Ihr Gedicht 'Weihnachten' ('O heil'ge Nacht, ersehnt in Kinderträumen'), das ich gern meinem Büchlein einreihen möchte. Nun soll aber mein Büchlein für 10 Pfennige verkauft werden, um die breiteste Masse des Publikums der Lyrik zu gewinnen. Und da bin ich nun nicht in der Lage, ein Honorar zu zahlen, wenigstens kein solches, das irgendwie nennenswert wäre & das ich wagen könnte, Ihnen anzubieten. Würden Sie nun wohl geneigt sein, mir Ihr Gedicht für den genannten Zweck honorarfrei anzuvertrauen? Ich würde Ihnen dankbar sein & ich darf mich wohl bei dieser Gelegenheit darauf berufen, daß ich gelegentlich Ihres 60. Geburtstages im 'Berl. Börsen-Courir' über Sie ein Artikelchen brachte [...]". - Mit einigen Randläsuren und zwei kleinen mit Klebefilmstreifen hinterlegten Einrissen im Mittelfalz.
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Krassnig, Rudolf, Schriftsteller und Journalist (1861-1909).
Eigenh. Postkarte m. U. ("R. Krassnigg"). Wien, 19. II. 1908.
8 Zeilen. Postkartenformat. An den Schauspieler Franz Fischer (1857-1934) in Brunn am Gebirge: "Werde gewiss nicht vergessen. Aber vor Ende März nicht möglich. Bitte mir nichts in die Redaktion zu senden [...]". - Der Eisenbahner wurde 1885 Mitarbeiter der Zeitschrift "Junger Kikeriki". 1887 trat Krassnig in die Redaktion der "Österreichischen Volks-Zeitung" ein. - Auf Postkarte mit Porträtfotografie Krassnigs. Angeschmutzt.
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Kühl, Thusnelda, Schriftstellerin (1872-1935).
Eigenh. Briefkarte mit U. ("Thusnelda Petersen, geb. Kühl"). Nortorf in Holstein, 17. II. 1915.
2 SS. Qu.-8vo. An einen Herrn Riess: "Es freut mich immer besonders, wenn man in Oesterreich Gefallen findet an meinen Büchern, denn seit 1864 ist es Tradition in meiner Heimat, Ihren Landsleuten zugetan zu sein. Das sind wir nur heute wohl noch mehr als je. Drum auf treue Bruderbruderschaft - nicht nur in der Front, sondern weit dahinter! [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Stecknadeldurchstichen von alter Heftung.
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Löwenstein, Rudolf, Schriftsteller (1819-1891).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 12. XI. o. J.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An den Schriftstellerkollegen Julius Stettenheim (1831-1916): "Vergebens habe ich meine Papiere durchsucht, vergebens auch bei der Familie, für welche ich einst das Lustspiel geschrieben, angefragt. Wünschen Sie, daß ich entweder das alte Lustspiel aus dem Gedächtniß zusammensuche, oder daß ich ein neues schreibe, und können Sie mir bis zu meiner Rückkehr von Breslau Zeit geben, so stehe ich Ihnen herzlich gern zu Diensten [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.
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Lubliner, Hugo, Schriftsteller (1846-1911).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. VI. 1896.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. In einer Wohnungsangelegenheit an seinen Vermieter, einen Herrn Meschelsohn: "Meine Frau ist auf meine Veranlassung auf Ihre Zeilen vom 23t. Mai nicht zurückgekommen. Sie wollen sich überzeugt halten nur des lieben Friedens wegen denn nach den Aussagen unserer Dienstboten verhaelt die Sache sich eben ganz anders. Ich bin nun gestern Abend zufällig selbst Zeuge eines Vorganges gewesen, den ich nach Schilderung von einer anderen Seite kaum für möglich gehalten hätte. Als ich mit meiner Frau nach zwölf Uhr nach Hause kam, fand ich unsere Köchin, die mit unserer Erlaubnis ihren Sonntags-Ausgang gemacht hatte aus dem Hause ausgesperrt, nach ihrer Aussage bereits dreiviertel Stunden wartend, und zwar nicht darum weil der Portier das Glockenzeichen nicht gehört hatte, sondern auf die ausdrückliche Weisung des Portiers, daß sie machen könne was sie wolle, er lasse sie nicht ins Haus hinein. Ich nahm die Köchin mit ins Haus, und da mir die Schilderung unwahrscheinlich vorkam, befragte ich selbst den Portier und erhielt allerdings die Auskunft, daß er beabsichtigt hatte unsere Köchin zu verurtheilen, die Nacht auf der Straße zu bleiben, was möglicherweise auch eingetreten wäre, wenn meine Frau und ich nicht gekommen wären. Geehrter Herr Meschelsohn, in erster Linie protestiere ich sehr energisch dagegen, daß einem Zugehörigen meines Hausstandes überhaupt wissentlich der Zutritt in das von mir gemiethete und bezahlte Heim verwehrt werden kann, zweitens mache ich Sie darauf aufmerksam, daß Ihr Portier doppelt im Unrecht ist, weil er für die Mühe, und zwar lediglich für die Mühe den Angestellten unseres Hausstandes an ihren Ausgehtagen nach 10 Uhr das Haus zu öffnen, eine Vergütung von 5 Mark vierteljährlich erhält. Zum mindesten müßte er meine Frau oder mich vorher benachrichtigen, daß er meinen Angestellten das Haus nach 10 Uhr nicht öffnen will [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Müller von der Werra, d. i. Friedrich Konrad Müller, Dichter (1823-1881).
3 eigenh. Gedicht mit Namenszug im Titel. O. O. u. D.
2 SS. 8vo. Gedicht "Deutsches Sieges-Halleluja" in drei Teilen: "Te deum laudamus", "Friedensgesang" und "Deutscher Jubelchor", insgesamt 10 Strophen: "Lobe Gott, in meiner Seele, / Er ist wunderbar geschmückt; / Licht ist's, was sein Kleid verbreitet, / alles aus Seinem Himmel blickt. / Sing, ihm mein Leben lang, / Jauchz, ihm im Hochgesang! | Halleluja! [...]".
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Müller von der Werra, d. i. Friedrich Konrad Müller, Dichter (1823-1881).
Eigenh. Brief mit U. Gotha, 9. II. 1861.
1 S. Kl.-4to. An den nicht namentlich genannten Journalisten und Juristen (und späteren Parlamentarier) Albert Traeger (1830-1912): "Da ich zweimal vor Ihrer Wohnung ankam und dort anläutete, ohne eine menschliche Seele zu vernehmen, so erlauben Sie mir wohl, daß ich Ihnen den Beitrag zu Ihrem schönen Album 'Die Kunst in Bild und Lied' auf postalischem Wege zukommen lasse [...]". - Mit Empfangsnotiz in Tinte und Sammlernotiz in Blei. Leicht angestaubt mit minimalen Randeinrissen.
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Ompteda, Georg von, Schriftsteller (1863-1931).
Eigenh. Brief mit U. (Dresden), 24. X. 1898.
4 SS. auf Doppelblatt. (Qu.-)4to. An den Schriftsteller Paul von Szczepanski: "Verehrter Herr von Sczcepanski [!], leider traf ich Sie nicht in Stuttgart. Ich wohnte bei Putlitz [d. i. Joachim Gans zu Putlitz, Generalintendant des königlich-württembergischen Hoftheaters in Stuttgart] und konnte so über meine Zeit nicht ganz verfügen, umsoweniger als ich nur ganz kurz geblieben bin und den nächsten Tag schon abreisen mußte. Dabei habe ich die Zeit möglichst fürs Theater ausnutzen wollen und alle Proben sehen (sogar Ballet) deren ich habhaft werden konnte. Es ging meiner Frau nicht gut und ich drängte nach Hause. Sonst hätte ich nochmals angefragt, wann ich Sie am nächsten Tage sprechen könnte und wäre auch zur Deva [d. i. die Deutsche Verlags-Anstalt] gekommen um Herrn Hoffmann und die anderen Herren kennen zu lernen. Bitte theilen Sie ihnen diese meine gute Absicht mit. Uebrigens komme ich diesen Winter wahrscheinlich 14 Tage nach Stuttgart um das Coulissengetriebe wieder mal gründlich zu studieren. Dann hole ich alles nach. Der Deva sehr vielen Dank für Zusendung der Megedeschen [d. i. der Schriftsteller Johannes Richard zur Megede] Arbeit: 'Von zarter Hand' [Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt, 1899]. Bitte wollen Sie so liebenswürdig sein den Herren meinen Dank zu sagen? Leider muß ich aber im voraus sagen, daß ich jetzt nicht im Stande bin die 2 Bände zu lesen. Es liegt mir daran mich zu sammeln und nichts an mich herantreten zu lassen, keinen Eindruck irgendwelcher Art bis ich eine Arbeit beendet habe, die mir Monate kosten wird, ein Drama. Was ich dazwischen an kurzer Zeit erübrigen kann gehört meiner Maupassant-Uebersetzung. Ganze Berge Correcturen liegen da! Ich weiß ja daß Sie dafür Verständnis haben werden! [...]". - Omptedas Übersetzung der Gesammelten Werke Maupassants erschien 1898-1910 bei F. Fontane & Co in Berlin. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Polenz, Wilhelm von, Schriftsteller (1861-1903).
Eigenh. Brief mit U. Obercunewalde, 13. IV. 1893.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin: "Leider kann ich Ihnen immer noch nicht das Erscheinen meines Romanes mitteilen, aber er soll nunmehr definitiv bis Ende des Monats herauskommen. Ich hoffe, daß Sie die letzten Druckbogen richtig erhalten haben, wenigstens habe ich das Fontane [d. i. der Buchhändler und Verleger Friedrich Fontane, der jüngste Sohn des Schriftstellers Theodor Fontane] ehe ich von Berlin wegging, dringend ans Herz gelegt. Ich trete heute mit einer neuen Bitte vor Sie [...]: Wollen Sie Herrn Fontane Adressen von solchen Leuten mitteilen, die Interesse an dem Roman haben könnten. Fontane hat mich nämlich um solche Adressen gebeten, und ich habe ihm die Namen, die ich wußte, bereits zugesandt. Er will den Betreffenden dann Verlegeranzeigen und Bestellkonten zuschicken. Ich hoffe, daß Sie meine Bitte nicht unbescheiden finden, aber man muß der Kaufunlust unseres Publikums gegenüber schließlich alles versuchen. Ich gedenke Ende des Monats auf einige Tage nach Berlin zu kommen, um meine Geschäfte dort zu betreiben, und werde nicht verfehlen Sie bei dieser Gelegenheit persönlich aufzusuchen [...]". Bei dem erwähnten Roman handelt es sich wohl um das 1893 erschienene Werk "Der Pfarrer von Breitendorf". - Auf Briefpapier mit gepr. Wappen.
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Schabelsky, Elsa von, Schriftstellerin (1855-1917).
Eigenh. Briefkarte mit U. Berlin, 24. VIII. 1890.
2 SS. Qu.-8vo. An einen Redakteur: "Gestatten Sie mir Ihnen eine kleine Scizze zur freundlichen Ansicht zu übersenden. Ich würde mich unendlich freuen wenn Sie dieselbe einer Annahme in Ihre werthe Zeitung nicht für unwerth hielten. Ich weiss wohl, dass es etwas früh ist für Weihnachtsgeschichten, doch könnten Sie den Titel ja ändern etwa in 'Eine Localnotiz' - In jedem Falle bitte ich sogleich um baldmögliche Antwort eventuell um Rücksendung des Manuscripts [...]". - Mit kleinem Vermerk des Empfängers.
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Schönthan von Pernwaldt, Paul, Schriftsteller und Journalist (1853-1905).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. IX. 1883.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An die Redaktion des "Deutschen Tageblatts": "Ich wurde gestern von einem Mitgliede des Viktoria Theaters besucht, welches mich in Folge einer im Deutschen Tageblatt erschienenen Besprechung aufsuchte, um sich vorzustellen, oder um sich zu bedanken, ich habe die Unterhaltung sogleich abgebrochen, Dieses Mißverständniß wurde dadurch herbeigeführt, daß die betr. Kritik im Deutschen Tagebl. wie ich höre mit P. v. S. unterzeichnet war, eine Chiffre, unter der ich vor einigen Jahren Manches schrieb, u. auch noch schreibe. Das betreffende Mitglied des Victoria Theaters vermutete, daß auch diese Kritik aus meiner Feder stammt, und stattete mir den Ihrem Herrn Kunsttheaterredacteur zugedachten Besuch ab. Ich theile Ihnen dies aus dem Grunde mit, um den Herrn, der jenen Artikel mit P. v. S. unterzeichnet hat, in seinem Interesse d. h. zur Vermeidung neuer Mißverständnisse zu einer Ergänzung dieser Chiffre zu bewegen, die eine Verwechslung für die Zukunft ausschließen soll. Ich bitte diesen unvorgreiflichen Vorschlag Ihrem Herrn Mitarbeiter mitzutheilen, er entspringt nur dem Wunsche Verwechslungen zu vermeiden [...]".
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Schupp, Johann Balthasar, Schriftsteller und Theologe (1610-1661).
Eigenh. Schreiben mit U. Gießen, 16. III. 1641.
2 SS. Folio (ca. 212:335 mm). In einer Schuldsache, von Schreiberhand: "Demnach Thomas Wißmer, Bürger und Schreiber alhier, wegen seines Schwehr Vatters Conrad Fischers, dem Stipendiaten-Kasten zu Marpurg mit Sechzig Reichsthaler Capital verhafft, und auf gnedige Verwilligung, des Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürsten und Herrns Herrn Georgens, Landgrafens zu Hessen [...] solch Capital [...] professori eloquentia, M. Schuppio, dergestalt gut gemacht, daß der Kasten nunmehr sich an M. Schuppium zu halten, und an Obbemelten Wißmer nichts weiters zu sprechen hat, sondern ihm vielmehr die haubt Verschreibung so bald zurück gegeben werden solte, und aber zu selbiger Obligation und Verschreibung für dißmahl nicht zu gelangen ist, So ist mehr erwehntem Wißmer zu seiner Sicherung, und daß er solche 60 Rth. dem Stipendiaten Kasten obberürtermaßen gut gemacht, ihm auch die verschloßen liegende Obligation [...] zurück gegeben, und deswegen nichts mehr an ihn gefordert werden soll [...]". - Darunter die Erklärung Schupps: "Daß obgemelde sechszig Reichsthaler mir von Thomas Wißnern gelieffert seyen, bekenne ich mit meiner eygnen Handt, undt verspreche ihm bey meinen wahren Worten, Ehr und Glauben auch Verpfändung meiner Güter [...], daß ich ihn aller dings wegen der Hauptverschreibung schadlohß halten wolle [...]". Der aus Gießen gebürtige Barockschriftsteller Schupp ist "vor allem als Satyriker bekannt, aber auch als praktischer Theologe und als Pädagoge von nicht geringer Bedeutung" (ADB XXXIII, 67). - Mit kleinem Siegelrest und unbedeutenden Randläsuren.
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Servaes, Franz, Schriftsteller und Publizist (1862-1947).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, 8. XI. 1910.
1 S. Qu.-8vo. "Der Künstler (Antigoethische Variation) | Es bildet Dein Talent sich in der - Reibung, | Sich Dein Charakter in der - Einsamkeit [...]". - Seit 1899 als Redakteur der "Neuen Freien Presse" in Wien und vorwiegend als Kunstkritiker tätig, kehrte Servaes nach Ausbruch des Krieges nach Berlin zurück, wo er Kritiker im Ullstein-, später auch im Verlag Scherl war. Sein umfangreiches Werk umfaßt neben literatur- und kunstkritischen Arbeiten Novellen, Dramen und Romane. Vgl. Kosch III, 2702f.
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Stettenheim, Julius, Schriftsteller (1831-1916).
"Drei Sensationen". Eigenh. Manuskript mit U. O. O. u. D.
8 SS. auf 8 Bll. 4to. Die drei "Originalberichte", wie es im Untertitel heißt, sind "Die Einigung der Tschechen", "Das untergeschobene Kind" und "Aus einer kleinen Residenz" und erschienen in "Wippchens russisch-japanischer Krieg und andere Beiträge Wippchens zur Geschichte des 20 Jahrhunderts" (Berlin, J. Demcker, 1904, S. 126 ff.). - Mit zahlreichen eh. Korrekturen und Redaktionsvermerken sowie mehreren Papierüberklebungen.
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Stolle, Ferdinand, Schriftsteller und Journalist (1806-1872).
Eigenh. Brief mit U. ("Ferd. Stolle"). Grimma, 2. II. 1843.
1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Grimmaer Schulrat und Seminardirektor Johann August Köhler (1805-86) mit Dank "für die schönen Verse über 'Lasset uns ihn wieder lieben etc.', die Sie in den neusten Blättern der Abendzeit[ung] haben abdrucken laßen. Sie gehören zu dem Besten, das Sie gedichtet haben u. werden viele Leser erfreuen. Daß es Ihnen außerdem wohl ergehe, hoffe u. wünsche ich. Recht lieb wäre es mir und meiner Frau, wenn Sie uns den bevorstehenden Frühling, der auch hier seine Reize hat, besuchen wollten. Wir würden ge[wiß] recht vergnügte Stunden miteinander verleben [...]". - Mit einigen größeren Randeinrissen und gelegentlichen Buchstabenverlusten.
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Tovote, Heinz, Schriftsteller (1864-1946).
Eigenh. Postkarte mit U. Schöneberg, 26. VI. 1910.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Lehrer, Dichter und Schriftsteller Anton Ohorn in Chemnitz: "Entschuldigen Sie bitte, aber ich war der Meinung, ich hätte sofort ein Buch für den guten Zweck abgesandt. Jedenfalls erfolgt à temps jetzt die Zusendung [...]".
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Wachenhusen, Hans, Kriegskorrespondent, Reise- und Romanschriftsteller (1823-1898).
5 eigenh. Briefe mit U. und ein Brieffragment mit eigenh. U. Berlin und Wiesbaden, 1882.
Zusammen 7 SS. auf 5 Doppelbll. und 1 Einzelblatt. 8vo. Drei Briefe (8. V., 19. VII. und 31. VII. 1882) und ein undatierter Brief sind der geschäftlichen Korrespondenz mit einem oder mehreren Verlagsmitarbeitern zuzuordnen. Ein undatierter Brief ist an einen nicht namentlich genannten Konsul gerichtet. Darin kündigt Wachenhusen die Übermittlung hochkarätiger Autographen an: "Es lag nicht an mir, dass ich Ihnen die besprochenen Autographen nicht schon früher zur Ansicht verschafft; ich sende Ihnen heute dafür einen ganzen, dicken Folianten, in welchem Sie Handschriften von Luther, Justus Jonas, Kurfürstin Hedwig u. A. finden werden. Die Authentizität derselben unterliegt [...] keinem Zweifel. Sämtliche Handschriften, die Sie auswählen dürften, sind käuflich und würde ich die Sache gern vermitteln [...]". - Der Sohn eines preußischen Offiziers machte bei seinem Onkel eine Buchhändlerausbildung, gab den Beruf aber nach kurzer Zeit auf und reiste nach Skandinavien, Russland und Nordamerika. Aus dem Krimkrieg berichtete er für die Augsburger "Allgemeine Zeitung". Als vermeintlicher Spion entging er nur knapp dem Tod. Seine Kriegstagebücher brachte er 1855 heraus: "Ein Besuch im türkischen Lager" und "Von Widdin nach Stambul". In der Folgezeit war Wachenhusen Berichterstatter aller europäischen Kriege (u. a. "Vor den Düppeler Schanzen", 1864; "Vom französischen Kriegsschauplatz", 1871). Er schrieb auch Reise- und Stadtfeuilletons, u. a. zu Spanien, Ägypten und zur Pariser Weltausstellung. Seine Romane wurden wegen ihres sensationell-abenteuerlichen Erzählstils, verbunden mit Kritik an sozialen Missständen, bekannt. - Mit Empfängernotizen und Sammlervermerken. Spuren alter Faltung und kleine Randeinrisse, leicht knittrig und fleckig.
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Wrede, Friedrich, Schriftsteller (1870-1945).
2 eigenh. Briefe mit U. Salzburg, o. D.
Zusammen (2½+2 =) 4½ SS. auf 3 Bll. 8vo. An den Germanisten und Literaturhistoriker Richard Maria Werner: "Mit gleicher Post erlaube ich mir Ihnen einen Band bescheidener Novellen zu übersenden und bitte Sie das Buch freundlich in Ihre Bibliothek einreihen zu wollen. Viel Neues wird es Ihnen nicht sagen. Die meisten der kleinen Arbeiten standen im Feuilleton der Neuen Freien Presse und der Raummangel ist ein zwar oft gesunder aber auch recht harter Lehrmeister. Zum Schlusse muß ich Ihnen noch Dank sagen, für den Genuss, den mir die Lektüre Ihrer 'Ästhetischen Plaudereien' in der 'Gesellschaft' bereitete. Fast möchte ich zitieren: 'Es that mir wirklich im Herzen weh, wenn ich Dich in dieser Gesellschaft seh!' Allerdings hat sich das Blatt in letzter Zeit wieder gebessert [...]". - An einen namentlich nicht genannten Herrn Doktor: "Lassen Sie sich herzlichst für die freundliche Besprechung meiner letzten Novellen in der 'Zeit' danken. Es ist grundfalsch, wenn man glaubt für einen großen Leserkreis schreiben zu müssen, schreiben zu können. Befriedigung kann es schließlich doch nur gewähren, wenn einem eine wenn auch kleine Anzahl stetig und beharrlich durch die Tiefen und Höhen folgt. Diese Wechselwirkung soll - meiner Ansicht nach - zwischen den Worten des Kritikers und denen des Poeten bestehen. Es freut mich daher immer Sie zu lesen, wenn der Artikel auch meinen Namen nicht enthält [...]". - Jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; etwas fleckig und ein Brief mit Fehlstelle am oberen Rand (keine Textberührung).
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Zabel, Eugen, Journalist und Schriftsteller (1851-1924).
Eigenh. Brief mit U. Charlottenburg, 10. V. 1899.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Vielleicht gestatten Sie mir Ihnen mitzutheilen, dass mein Bruder Hugo und meine Schwägerin Anna den 15. Mai, den Tag ihrer silbernen Hochzeit in Florenz, Pension Benoit, Lungarno Serristori 17 verleben werden. Sie würden ihnen durch eine Glückwunschkarte gewiss viel Freude machen [...]".
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Albert, Herbert, Pianist und Kapellmeister (1903-1973).
Ms. Brief mit eigenh. Zusätzen und U. Leipzig, 30. XI. 1947.
1 S. 4to. Beiliegend ein ms. adr. Kuvert. An den Schriftsteller W. A. Eberwein: "Verzeihen Sie mir, [...] daß ich erst heut auf Ihren Hinweis eingehen kann. Unterdessen ist ja Ihr Wunsch in der Neuerstellung des 'Mendelssohn-Denkmals' vor dem Gewandhaus in Erfüllung gegangen. Ich hoffe nur zu sehr, daß Sie mit seiner Ausführung einverstanden sind. Die besondere Ehrung, die dieser großartige Mensch & Künstler, dem das Leipziger Musikleben und Gewandhaus viel zu danken hat, mit der Mendelssohn-Woche erfahren hat, wird Ihre berechtigte Entrüstung über die Untat beruhigt haben. Mir selbst war es eine Freude und Ehre im Gewandhaus sein Klavierkonzert vortragen zu dürfen [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf "Der Gewandhauskapellmeister zu Leipzig".
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Blumner, Martin, Komponist (1827-1901).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. I. 1896.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Präsidenten: "Der gütigen Einladung zum Festessen am 17. d. M. werde ich Folge zu leisten die Ehre haben, muß aber Entschuldigung erbitten, wenn ich wegen amtlicher Beschäftigung etwas verspätet erscheine [...]". - Mit Bleistiftnotiz von alter Sammlerhand. Am linken Rand mit Kartonstreifen hinterlegt.
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Brüll, Ignaz, Komponist (1846-1907).
2 eigenh. Briefe mit U. Wien, 30. I. 1889 und 14. I. 1892.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. Beide an den Musikkritiker und Musikschriftsteller Wilhelm Frey: "Gestatten Sie mir, Ihnen herzlich dafür zu danken, dass Sie in Ihrem heutigen Konzertbericht meines kleinen 'Wiegenliedes' in so freundlicher liebenswürdiger Weise erwähnten. Meine neue Oper 'Das steinerne Herz' hat in Hamburg grossen Erfolg, was sich am besten darin ausspricht, dass in diesem Monat 7 Vorstellungen der Oper dort stattfanden [...]" (30. I. 1889). Die Oper "Das steinerne Herz" war im Jahr zuvor in Wien uraufgeführt worden. - "Gestatten Sie mir, Ihnen für Ihre so freundliche Besprechung meines im Concert Rée gespielten 'Duo' im gestrigen N. W. Abendbl. wärmstens zu danken. Dass Ihnen das Stück gefiel, ist mir sehr werthvoll u. erfreulich [...]" (14. I. 1892). Das erwähnte Duo, das sich Frey zu Folge "mit Recht einer äußerst günstigen Aufnahme erfreute" und "allgemeinen und lauten Beifall" (Neues Wiener Abendblatt, 13. I. 1892, S. 4) hervorrief, wurde von Louis und Susanne Rée dargeboten. - Jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Brüll, Ignaz, Komponist (1846-1907).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 21. XII. 1892.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine Gräfin: "Die gütige Sendung Ihrer verehrten Bilder u. Ihrer neuesten Klavierstücke ehrt mich sehr und danke ich Ihnen verbindlichst. Nicht nur 'Eines' dieser Stücke, Sämtliche interessieren mich lebhaft, sind sie doch, gleich Ihren früheren Werken, reich an schöner Erfindung, ganz vortrefflich in der Klavierbehandlung u. geben ein sprechendes Zeugniss der Genialität ihrer Schöpferin [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und etwas angestaubt.
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Brüll, Ignaz, Komponist (1846-1907).
Eigenh. Musikzitat mit U. Meran, 28. V. 1895.
1 S. Qu.-4to. Vier Notenzeilen mit der Vortragsbezeichnung "Andante sostenuto". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Einrissen im linken Rand.
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Davisson, Walther, Violinist und Dirigent (1885-1973).
Eigenh. Postkarte mit U. Leipzig, 19. XI. 1948.
1 S. Qu.-8vo. Beiliegend Kuvert. An den Schriftsteller W. A. Eberwein: "Herr Professor Joh. Nep. David wirkt jetzt an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart und ist über diese Adresse zu erreichen [...]". - Etwas abgegriffen und mit kl. Randeinrissen.
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Erk, Ludwig, Musikpädagoge und Komponist (1807-1883).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 29. IX. 1856.
2 SS. Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Auf Ihr verehrtes Schreiben vom 26. d. M. habe ich die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß ich Ihrem Anerbieten in Betreff der Herausgabe der S. Bach'schen Choräle (Th. II.) gern entgegenkomme. Das Ms. dazu lag schon seit längerer Zeit zum Druck bereit, es bedarf jedoch noch sehr der Überarbeitung u. des Rectificierens, ebenso der Beifügung der orig. Texte u. der historischen Notizen über Alter etc. der Mel. u. Texte etc. Binnen 14 Tagen hoffe ich damit zu Ende zu sein u. werde Ihnen alsdann das Ms. sofort zugehn laßen. Jedenfalls könnte ich Ihnen schon sehr bald einen Theil des Ms. zugehn laßen. Rücksichtlich des Honorars f. den II. Th. möchte ich wünschen, daß Sie dasselbe von 50 auf 60 Thlr erhöhen möchten, da ich beim I. Th. meine darauf verwandte unsägliche Mühe u. Arbeit nur sehr mäßig verwerthet habe. Freilich war es mir damals, u. das ist es auch jetzt noch, Ehrensache, den Altmeister Seb. Bach in sein gutes altes Recht wieder einzusetzen u. ihn von allem Wuste von Entstellungen möglichst rein herzustellen, aber 'ein Arbeiter ist ja auch seines Lohns werth', besonders wenn es sich um eine so schwere Arbeit handelt, die sich auf genaueste Einsicht in die orig. Mspte gründet. Zugleich wäre es mir wünschenswerth, 1 Ex. vom I. Th. der Choräle zu erhalten. Mein früheres Ex. habe ich durch Herausgabe der Stimmen fast ganz zerstören müssen [...]". - Mit Rundstempel und Inventarnummer der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Grimminger, Adolf, Sänger, Schriftsteller und Bildhauer (1827-1909).
Eigenh. Albumblatt. O. O. u. D.
5 Zeilen auf seiner Visitenkarte. "Wer majestoso denkt, Adagio fühlt, Andante spricht, Allegro handelt und prestissimo verbessert, der ist Virtuos im Leben". - Mit Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; stärker angestaubt und fleckig.
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Guilbert, Yvette, Diseuse und Chansonette (1865-1944).
Albumblatt mit eigenh. U. Hamburg, 9. II. 1898.
1 S. Qu.-8vo. Die gefeierte Chanteuse und Schauspielerin wurde mehrfach von Henri de Toulouse-Lautrec auf Lithographien dargestellt. In ihrer relativ kurzen Laufbahn als Filmschauspielerin wirkte sie an bedeutenden Produktionen wie F. W. Murnaus 'Faust' (1926) und Sacha Guitrys 'Faisons un rêve' (1937) mit. Ein berühmter Bewunderer Guilberts war Sigmund Freud, der sie erstmals 1889 in Paris gehört hatte.
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Hallé, Charles, Pianist und Dirigent (1819-1895).
Eigenh. Brief mit U. Manchester, 10. X. 1862.
2 SS. 8vo. An den Pianisten und Komponisten Sigismund Thalberg (1812-71), der sich auf Konzertreise in England befindet: "Ich hatte mich so sehr darauf gefreut Sie hier in Manchester begrüßen zu können, u. nun muß ich leider nächsten Montag die Monday Popular Concerts in London eröffnen helfen u. werde Sie deshalb zu meinem großen Bedauern verfehlen; ich hoffe jedoch, daß Sie sich veranlaßt fühlen werden unserer Stadt einen zweiten Besuch zu machen u. es sich dann glücklicher für mich treffen wird. Meine Familie wird jedoch auch nächsten Montag hier sein, u. ich würde Ihnen wirklich danken wenn Sie einige Plätze zu unserer Disposition stellen wollten, denn meine Kinder haben Sie noch nie gehört [...]". - Der aus Hagen (Westfalen) stammende Pianist lebte von 1836 bis 1848 in Paris, wo er u. a. mit Chopin, Liszt, Berlioz, Wagner, Cherubini sowie mit Alfred de Musset und George Sand befreundet bzw. bekannt war, und übersiedelte anschließend nach London. In England war er der "erste Pianist, der [...] das gesamte Werk der Klaviersonaten von Beethoven beherrschte. Erst durch Hallé wurde Beethoven allgemein bekannt in der englischen Gesellschaft. Bei der 'Musical Union' [...] und bei den 'Popular Concerts' wirkte Hallé regelmäßig mit und ab 1853 wurde er Leiter der 'Gentlemen's Concerts' in Manchester" (Wikipedia). 1888 wurde er für seine Verdienste um das englische Musikleben zum Ritter geschlagen; seine zweite Ehefrau war die Violinistin Wilma Norman-Neruda, "eine der führenden Solo-Violinistinnen der Zeit, die Vergleichen mit Männern stand hielt und 1901 von Königin Alexandra den Titel Violinistin der Königin verliehen bekam" (ebd.). - Mit Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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