|
|
|
Bernhard II. Erich Freund, Herzog von Sachsen-Meiningen (1800-1882).
Schriftstück mit eigenh. U. Schloss Elisabethenburg in Meiningen, 5. I. 1822.
½ S. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse verso. An die herzogliche Regierung in Meiningen, in seinem zweiten Jahr nach Übernahme der Regierungsgeschäfte, zur Abrechnung der Ausgaben für medizinische Versorgung der Soldaten: "Wir [...] fertigen Euch hiebei abschriftlich zu, was das Gothaische Ministerium wegen Abgabe der Medicin für die Römhildischen Soldaten vom ehemaligen Kreis-Contingente und Verificatur der Apotheker Rechnungen, hieher mitgetheilt hat [...]". - Mit papierged. Siegelrest und Kanzleivermerken. An den Rändern stellenweise leicht gebräunt und mit wenigen kleinen Randeinrissen.
|
|
|
Bethlen, Miklós (Nikolaus) d. J., Graf, Schauspieler und Publizist (1831-1899).
Eigenh. Brief mit U. Budapest, 9. IV. 1899.
1 S. Folio. An einen Redakteur der Wiener Tages- und Wochenzeitung "Die Zeit": "Herr Weiss, Redakteur des B[udapester] Tagblatt, hat mir mitgetheilt, daß Sie geneigt wären meinen politischen Situations-Artikel zu Abdruck zu bringen. Ich erlaube mir die Anfrage, ob ich Ihnen für die Zeit einen Artikel senden und denselben ueberfertigen soll oder nicht [...]". - Miklós Gf. Bethlen war als Schauspieler in Budapest, Paris und Hamburg tätig und wandte sich nach der Teilnahme am Krieg von 1866 der Publizistik zu. - Mit stärkeren Randläsuren und kleineren Ein- bzw. Ausrissen (geringf. Textberührung).
|
|
|
Blanca de Borbón, Erzherzogin von Österreich-Toskana (1868-1949).
Schriftstück mit eigenh. U. Wien, Dezember 1914.
¾ S. Folio. An Professor R. Krenn mit Dank für eine Spende von 150 Kronen zum ersten Kriegs-Weihnachtsfest: "Vom Präsidium des 'Witwen- u. Waisen-Hilfsfonds der gesamten bewaffneten Macht' wird mir mitgeteilt, dass Euer Hochwolgeboren die große Liebenswürdigkeit hatten, für die Weihnachts Zwecke der unter meinem und der Herrn Erzherzogs-Leopold Salvator Protektorate stehenden Organisation, den Betrag von 150 Kronen zur Verfügung zu stellen [...]". - Auf lithogr. Formular mit hs. Einfügung von Adressat und Datum Mit gedr. Wappen und Dokumentenkopf der Zentralkanzlei des "Witwen- u. Waisenhilfsfonds der gesamten bewaffneten Macht".
|
|
|
Bötticher, Karl Heinrich von, Politiker (1833-1907).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 16. XI. 1884.
3½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen nicht namentlich genannten Doktor, der Bötticher bei der Suche nach einer Bildungsanstalt für einen jüngeren Verwandten unterstützt hat: "Verzeihen Sie, daß ich Ihnen auf Ihren freundlichen Brief vom 8ten Oktober etc. erst in Folge des weiteren Schreibens vom 13ten d M. antworte. Es liegt das wesentlich daran, daß meine Erkundigungen über die Anstalten, welche für Karl Ernst in Frage kommen können, noch nicht abgeschlossen waren, und daß ich nicht annehmen konnte, Herr Prediger Rathmann werde auf eine baldige Entschließung besonderen Werth legen. Die Sorge, eine richtige Wahl zu treffen, beschäftigt mich natürlich lebhaft, und ich bin Ihnen von Herzen dankbar, daß Sie die Güte gehabt haben, mich durch Mittheilungen über die von Ihnen gewonnenen Eindrücke zu informieren [...] Ebenso bescheide ich mich, daß er für Pforta nicht die erforderlichen Vorkenntnisse und den nöthigen Trieb mitbringt, ohne welchen er daselbst nicht glatt vorwärts kommen kann [...]". - Wohlerhalten.
|
|
|
Bombelles, Graf Carl von, Obersthofmeister und Minister am Hof von Parma (1784-1856).
Urkunde mit eigenh. U. Wien, 10. VI. 1843.
1 S. Folio. "Urkunde, mittelst welchem der Herr Graf Carl Bombelles als Ehren Mitglied des 1sten Jokey-Clubs anerkannt wird".
|
|
|
Bosch, Robert, German industrialist, engineer and inventor, founder of Robert Bosch GmbH (1861-1942).
Autograph letter signed. Mooseurach near Munich, 11 June 1930.
Large 8°. 1 p. With autograph envelope (also signed). To the painter Otto Leihen in Buchenberg (Black Forest) whom he sends a renumeration of Mark 1,000.- for a picture he had painted: "Ihrem Wunsche entsprechend sandte ich heute eine Anweisung an das Sekretariat, M 1'000.- von der DDDG in Villingen [...] Am 15. ds. Abends werden wir in Stuttgart sein, ich freue mich sehr auf das Bild. Mit Bedauern hörte ich durch Ihren Brief von Ihrer Erkrankung. Ich hatte schon wiederholt [meine] Frau gefragt warum kommt das Bild nicht. Nun haben wir die Erklärung [...]". - Two small creases in the centerfold.
|
|
|
Braunschweig-Lüneburg, Anton Ulrich, Herzog zu, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714).
Brief mit eigenh. Ergebenheitsformel und U. Wolfenbüttel, 22. I. 1710.
1¾ SS. Folio. An Georg Friedrich Karl von Brandenburg(-Kulmbach)-Bayreuth (1688-1735) mit Glückwünschen zur Geburt der erstgeborenen Prinzessin Sophie Christiane Luise von Brandenburg-Bayreuth (1710-1739) aus der später geschiedenen Ehe mit Dorothea von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (1685-1761): "Daß der Allerhöchste Ew. Lbd. Fürstl. Ehe durch glückliche Entbindung Ihrer Frau Gemahlin Lbd. mit einer jungen wolgestalten Princessin gesegnet, und Sie dadurch erfreuet, solches habe ab dero an Mich untern 9ten hujus erlaßenen freundvetterl. Notifications-Schreiben mit besondern Vergnügen wahrgenommen [...]".
|
|
|
Braunschweig-Lüneburg-Oels, Friedrich August von, preußischer General (1740-1805).
Eigenh. Brief mit U. Grottkau, 19. V. 1779.
1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to. An einen nicht namentlich genannten Offizier mit der Ankündigung, bald nach Berlin aufzubrechen: "Je Vous suis infiniment obligé des avis que vous voulez bien me donner et aussi de la lettre Allemande concernant les Quartiers. M. de Stangartz Vous aura envoyé de Leobschütz la route qui je prends. Je pars le 21. d'ici et je serai rendu le 10 a Berlin. Je suis fâché de ne pas avoir le plaisir de voir Vh. [...]". - In seiner glänzenden militärischen Karriere avancierte Friedrich von Braunschweig-Lüneburg zum Favoriten seines Onkels König Friedrich des Großen, nachdem er 1763 der preußischen Armee im Rang eines Generalleutnants beigetreten war. Er diente als Gouverneur der bedeutenden Festung Küstrin und wurde 1787 zum General der Infanterie ernannt. Nach dem Tod seiner Frau Friederike Sophie Charlotte Auguste Prinzessin von Württemberg-Oels wurde er 1792 mit dem Herzogtum Oels belehnt. - Gefaltet.
|
|
|
Braunschweig-Wolfenbüttel, Anna Amalia von, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Regentin, Mäzenin und Komponistin (1739-1807).
Schriftstück mit eigenh. U. Weimar (Wilhelmsburg), 1. IV. 1760.
2 SS. auf Doppelblatt. Mit papierged. Siegel und Adresse verso. An die Regierungsräte in Weimar mit einem Vergleichsangebot zur Beilegung einer Klage bezüglich der Warenschuldforderung des Kaufmanns Adam Polycarp Schlotter zu Buttstädt gegen den Geheimen Regierungsrat von Schlammersdorf zu Eisenach: "[...] Wir laßen Euch also dieses andurch unverhalten und begehren [...] Ihr wollet Schlottern vor Euch erfordern, und ihn dahin, daß er die von dem Steuer Commissario Orthmann an ihn zu bezahlende Summe derer 30 Rth. 19 gr. 6 d. vor seine Forderung annehme und sich dabey beruhige, zu disponiren suchen, im Fall er aber, solches zu thun, sich weigern sollte, die Gebühr Rechtens in der Sache weiter verfügen [...]". - Mit Aktenvermerk in Tinte. Wenige kleine Papierdurchbrüche entlang der Faltlinie.
|
|
|
Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, August Wilhelm von, preußischer General (1715-1781).
Schriftstück mit eigenh. Ergebenheitsformel und U. Stettin, 21. II. 1766.
1 S. Folio. An das Oberkonsistorium in Berlin mit der Empfehlung eines Tanzmeisters Bomhoff, dem eine Gehaltserhöhung beim Stettiner Gymnasium gewährt wird, wo er auch der Garnison Unterricht erteilen solle: "In der Absicht, daß der etc. Bomhoff auch die jungen Edelleuthe hiesiger Garnison unterrichtet, habe ich mich hiezu um so bereitwilliger finden laßen, je mehr ich wünschte, daß deßelben wehmütigen Ansuchen gewillfahret werden könnte [...]". - Mit Empfangsvermerk. Spuren alter Montage verso; leicht braun- und staubfleckig.
|
|
|
Braunschweig-Wolfenbüttel, Elisabeth Christine von, Kaiserin (1691-1750).
Schreiben mit eigenh. U. Wien, 28. I. 1730.
1 S. auf Doppelblatt (Faltbrief). Gr.-4to. Mit papiergedecktem Siegel. Dankschreiben in lateinischer Sprache für erhaltene Weihnachtswünsche an den späteren Papst Clemens XII. (1730-40), Kardinal Lorenzo Corsini: "Pronovo devotionis et observantiae erga Nos Suae documento suscepimus Reverend. Pat. Vos. literas, occasione nuperi Natalis Domini ad Nos datas [...]". - Nur wenige Wochen nach der Entstehung dieses Briefes starb Papst Benedikt XIII. Das Konklave, aus dem Lorenzo Corsini als Papst Clemens XII. hervorgehen sollte, dauerte 121 Tage bis zum 12. Juli 1730. Der bereits bei seiner Wahl fast vollständig erblindete Papst war ab 1732 ans Bett gefesselt und gilt als politisch ohnmächtig. Unter seinem Pontifikat gelang allerdings eine relative Konsolidierung der vatikanischen Finanzen, und manche Bauprojekte Clemens XII., wie der Baubeginn des Trevi-Brunnens und die neue Fassade der Lateransbasilika, prägen das römische Stadtbild bis heute. - Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel konvertierte für ihre Ehe mit dem späteren Kaiser Karl VI. 1708 trotz großer persönlicher Bedenken zum katholischen Glauben. Die Ehe verlief glücklich, allerdings wurde Elisabeth Christine unmittelbar in den spanischen Erbfolgekrieg verwickelt, da Karl 1701 von Kaiser Leopold I. zum spanischen König proklamiert worden war und seit 1705 in Barcelona residierte und Teile Kataloniens beherrschte. Nach dem überraschenden Tod Kaiser Josephs I. 1711 verließ Karl Barcelona, um in Frankfurt zum Kaiser gekrönt zu werden. Elisabeth Christine blieb zunächst als Statthalterin in Barcelona zurück. Als die Lage in Spanien immer verzweifelter wurde, ging auch die Kaiserin nach Wien. 1717 kam die spätere Kaiserin Maria Theresia zur Welt. - Mit Ausriss durch Siegelbruch und kl. Löchern (keine Textberührung).
|
|
|
Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1735-1806).
Eigenh. Brief mit U. Unna (Militärlager), 9. VIII. 1761.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An den (namentlich nicht genannten) Feldmarschall Burkhard Christoph von Münnich (1683-1767) kurz vor dem Ableben von Karl Wilhelms Bruder Albrecht Heinrich (1742-61) über dessen hoffnungslosen Zustand, nachdem dieser in der Schlacht von Vellinghausen von einer Musketenkugel in den Hals getroffen worden war. Zwar habe die Kugel entfernt werden können, jedoch erhole Albrecht sich nicht mehr von den vielen Eiterungen der Wunde. Karl habe es natürlich unterlassen, der Markgräfin die grausigen Details zu schildern. Im Zusatz am Briefende berichtet Karl sodann vom bereits eingetretenen Tod. Auch eine leichtere Armverletzung seines anderen Bruders Friedrich findet Erwähnung: "[...] La bale qui étoit entré à la gorge a heureusément, et contre toutte attente passé, il y a quelques jours, mais l'abondance de la supuration, que son tempérament n'est pas asséz robuste de soutenir [...]". - Etwas angestaubt und mit teils hinterlegten Randeinrissen.
|
|
|
Bright, John, British statesman (1811-1889).
Autograph letter signed. Rochdale, 8. I. 1869.
12mo. 3 pp. on bifolium. To W. W. H. Corbett of Birmingham: "Dear Sir, There is almost no patronage in my office, & there are more names down than can be admitted in 10 years. I believe other depart's are the same. The road is terribly crowded & full of disappointment. I advise you to stay in Birmingham - you will more easily get 10 good places there than one in a Gvt. depart't. To put your name down for a nomination would be of no use. You would be at the bottom of a long list, & should probably never be reached till you were beyond the age at which you could be admitted. I am sorry to give you no hope that I can help you [...]". - The Liberal statesman Bright, hailed as one of the greatest orators of his generation, served as MP for Birmingham from 1858 to 1889. In 1868 he had entered Gladstone's cabinet as President of the Board of Trade. - From the collection of John Henderson (1862-1938), the long-serving secretary of the National Liberal Club.
|
|
|
Caracciolo, Domenico, italienischer Staatsmann (1715-1789).
Schreiben mit eigenh. U. Portici bei Neapel, 27. V. 1788.
1 S. Folio. Interzession an den Grafen Giacomo Zambeccari in Bologna, Vater des Luftfahrtpioniers Francesco Zambeccari, mit der Aufforderung, eine alte Schuldforderung zu begleichen: "Avendo il Direttore della Società del Gabinetto Letterario esposto coll. acclusa supplica da deve conseguire dal Libraio Luigi M. Bartolini oltre il residuo del conto antico, Duc. 181 e 90 gro. per Spedizioni fattegli in vari tempi, come costa da Documenti, che stanno presso di V.E.; e che avendo nuovamente implorata la sovrana protezione per esser sodisfatto, mi ha ingiunto la M. S. di pregar li E.V. affinche procuri nella maniera, de più coscienza, che il Bartolini senza ulteriori dilazioni soddisfaccia [...]". Der Marchese Domenico Caracciolo wirkte von 1786 bis zu seinem Tod als Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten in Neapel. - Mit leichten Randläsuren; unbedeutend braunfleckig.
|
|
|
Carlo Alberto, König von Sardinien, Herzog von Savoyen (1798-1849).
Brief mit eigenh. U. Turin, 16. III. 1844.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An eine mit "Frère" angesprochene Majestät mit der Bekanntmachung der Geburt seines Enkels, des späteren Umberto I. (1844-1900): "Le témoignages d'amitié que Votre Majesté m'a donnés en toutes les occasions ne me laissent point douter, qu'elle n'apprenne avec intérêt cet évènement si important pour ma famille et pour mes sujets [...]". - Mit einer weiteren U. von Außenminister Solar de la Marguerite (1792-1869); die Adresse am linken unteren Rand von Bl. 1 ausgeschnitten.
|
|
|
Caroline von Hessen-Homburg, Fürstin von Schwarzburg-Rudolstadt (1771-1854).
Eigenh. Brief mit U. O. O., (wohl nach 1840).
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An die Tochter von Friedrich Schiller, Caroline Luise Friederike Schiller (1799-1850), verehel. Junot, mit der Bitte, ihr Beileid zu einem traurigen Ereignis weiterzuleiten: "Meine liebe Caroline wenn Sie den Eltern des liebenswürdigen u. nunmehr verklärten Engel[s] schreiben so sagen Sie ihnen bitte wie sehr ich ihren Schmerz theile - selbst will ich der guten Christel nicht schreiben weil ich aus Erfahrung nur zu gut weis das so etwas nicht gut ist [...]". - Mit Siegelrest, der Spur einer alten Faltung und Ausriss durch Brieföffnung; papierbedingt leicht gebräunt.
|
|
|
Charlotte von Belgien, Kaiserin von Mexiko (1840-1927).
Eigenh. Instruktion. O. O., [wohl 1864].
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit Goldschnitt. An den Generalkonsul Stephan Ritter von Herzfeld (1828-1903) betreffend die Korrektur eines französischen Textes zur Resignation der Erbfolge in Österreich durch Maximilian I., die dieser in Folge der Krönung zum Kaiser von Mexiko unterzeichnen hatte müssen: "Ich sehe so eben daß 'résignation' in dem Sinne auch im Französischen gebraucht wird[,] so bitte ich sie dieses Wort überall herzustellen[,] wo ich es durch 'renonciation' ersetzt habe. 'Adminicule' kann man auch laßen, ich habe es nur gestrichen weil ich es nicht kannte. Vielleicht wäre es besser mit dem Beiworte 'judiciaire' als 'légale'". - Aus der Autographensammlung von Eduard Fischer von Röslerstamm mit dessen eh. beschriebenem Archivzettel.
|
|
|
Christian, Herzog von Sachsen-Eisenberg (1653-1707).
Schriftstück mit eigenh. U. Schloss Christiansburg in Eisenberg, 25. VIII. 1690.
1 S. auf 2 Bll. (diese zu Doppelblatt gebunden). Folio. An eine Ratsversammlung zu einer gewünschten Einigung wegen der gewaltsamen Entwendung eines Pfandes von dem "freyen Schöppenhof" durch die Gemeinde Lachstedt und der Einsetzung des Herzogs Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar (1562-1602) als Fürsprecher in dieser Sache: "Allermaßen Wir nun Unsers freundl. geliebten Vetters, Herrn Herzog Friedrichs Ld. umb die beförderung sothaner conferentz ersuchet, und die Zuhinlegung der differentzien in der projectirten instruction enthaltene Vorschläge, soweit dieselbe Unsere Lands-portion concerniren, beliebet haben: Also werdet Ihr ferner Unsere jura dabey allenthalben in behörige Obacht zu halten wißen [...]". - Mit einigen kleinen parallelen Einschnitten durch Briefverschluss und Spuren alter Montage entlang des Falzes; leicht gebräunt an den Rändern, leicht braun- und stockfleckig, alt paginiert "39" und "40".
|
|
|
Christian Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1683-1745).
Schriftstück mit eigenh. U. Saalfeld, 15. XI. 1741.
Ca. 3¼ SS. auf Doppelblatt, halbbrüchig beschrieben. Folio. An seinen Halbbruder und Mitregenten Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1697-1764) mit der Bitte um Entscheid im Falle einer Betrugsanschuldigung gegen einen Sekretär und Verwalter des Kornbodens namens Strebel zu einem erheblich verkleinerten Getreidemaßbehälter, der nicht in Relation stehe zu der Volumenverringerung durch Austrocknung: "[...] Nun wollen zwar Serenissimus Christianus Ernestus nicht in Abrede stellen, daß bey der Sallfeldt. Zinß Getrayde Einnahme, wenn solches lange lieget, und von Zeit zu Zeit eindorret, allerdings ein ziemlicher Abgang zu verspühren, und also dieser wenige Boden-Riß freylich nicht hinlänglich seyn möchte. Es ist doch aber auch im Gegentheil ohnlaugbar, daß durch das differente Gemäß, da das Ausgebe-Viertel in Vergleichung des Stadtgemäses bey Einem gantzen Scheffel bey nahe 1½ Metzen weniger hält, die Fürstl. Dienere an ihrem ausgesezten Deputat gewaltig verkürtzet worden [...]". - Mit einem kl. Papierdurchbruch entlang der Faltlinien durch Tintenfraß. Papierbedingt leicht gebräunt.
|
|
|
Christian I., Kurfürst von Sachsen (1560-1591).
Schriftstück mit eigenh. U. (Fragment, Schluss). Dresden, 29. IX. 1588.
1½ SS. Folio. Zur Bestellung eines Amtmanns in Annaburg mit Erläuterungen zur Höhe der Unterhaltszahlungen und Reisekostenzuschüsse sowie zur Verpflichtung, während Abwesenheiten für den Schutz der Getreideböden zu sorgen. Außerdem weist Kurfürst Christian dezidiert darauf hin, dass Veruntreuung geahndet werde; nur die Gebühr für das Messen der Waren ("meßgeldt") dürfe verlangt werden: "[...] Darüber soll Ihme das gewönliche unnd hergebrachte meßgeldt bleiben, ehr aber die keuffere darmit nicht ubersezenn, unnd sich hierüber inn solchem seinem dinste, keiner fernern nuzung, noch genießes underziehenn, sondern Ihme ann der izt erwentenn verordneten underhaltunge, vor sich, unnd die seinen begnugen lassen [...]". - Mit Siegelspur, Sammlernotiz in Tinte und wenigen kleinen Randein- und Randausrissen. Papierbedingt leicht gebräunt, besonders an den Rändern.
|
|
|
Christian II., Kurfürst von Sachsen (1583-1611).
Schriftstück mit eigenh. U. Oschatz, 27. XII. 1608.
1 S. auf Doppelblatt. Mit kleinem papierged. Siegel und Adresse verso. Befehlsschreiben an den Geheimrat und Amtshauptmann auf der Augustusburg, Heinrich Abraham von Einsiedeln (1504-68). Kurfürst Christian fordert hinsichtlich zweier Inquisitionsprozesse gegen Simon Rote und den abgesetzten Kommandanten der Festung Königstein, Hans von Eberstein (vor 1540-1617), noch zusätzlich zu den Akten einen Bericht, um weitere Anordnungen erlassen zu können. Rote solle zu Profossen (Militärbeamten mit ordnungspolizeilicher Funktion) verlegt werden, dem entlassenen Kommandanten der Festung Königstein solle ein Handgelöbnis abgenommen werden; beide dürfen Dresden bis auf Weiteres nicht verlassen: "[...] Wie dan auch das ihr uf unser euch geschehenes Anmelden Simonn Rotenn zu dem profosen legenn laßen, Auch die Königsteinischenn Knechte in Handtgelubtnus genommen, das sie sich ohne unsere fernere anordnung vonn Dreßdenn nicht begeben wollenn. Weill uns auch bey ubergebung der Acten vnn euch vermeldet, das zu denn acten noch ein bericht, vonn euch unnd eurenn Mit Commissarien vonn nöthen, So werdet ihr denselben auch forderlich verfertigen, und uns einantworten, So wollen wir Alsdann fernere Anordnung hierinnen zu thun wißen [...]". Die fraglichen Verstöße Ebersteins gegen Eid, Pflicht und Ehre waren in den Inquisitionsverhören entkräftet worden (vgl. Webern). - Papierbedingt gebräunt, in den Rändern etwas angestaubt. Vgl. K. v. Webern (Hg.), Archiv für die sächsische Geschichte 10 (1872), S. 199-204.
|
|
|
Christian Ludwig, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1622-1665).
Schriftstück mit eigenh. U. Celle, "Johannis Baptista", [24. VI.] 1654.
1½ SS. Qu.-Folio. Auf feinem Pergament. Urkunde einer Schuldabtretung mit Zinsregelung über 700 Reichsthaler. Die auf 1626 rückdatierende Obligation übernimmt ein Gebhardt Wagner, Kaplan in Celle, von einem Georg Friedrich Öffner: "Geben demnach unserm ietzigen Schatz Einnemer Jacobo Hildebrandten und wer nach Ihme an solchem Ambte sein mügte, hiemit befelch, nunmehr Ern Gebhardt Wagenern, Cappelan alhie, welchem Georg Friederich Öffner die alte Obligation abgetretten, und seinen Erben in künfftig […] Järlich auff Johannis Baptistae und in specie auf Johannis Baptistae 1653 zum ersten mahll und künfftig alle Jahr bis zur ablöse, solchen Zins alß fünfte von iedem hundert und also Diese gantze Hauptsumme der Siebenhundert Reichsthlr. mit fünffunddreißig Reichsthalern Järlich zu verrenten [...]". - Von besonderem Interesse ist eine versoseitige Quittierung durch den Generalsuperintendenten in Celle Gustav Molanus (1650-1710): die Erben des evangelischen Predigers, Geschichtsprofessors an der Universität in Rinteln und "Beichtvaters" bei Hexenprozessen Daniel Wilhelmi (1623-89) konnten die Schuld 1691 begleichen. - Die U. Christian Ludwigs am umgeschlagenen Urkundenrand. Mit Regest verso, einigen (teils größeren) Randeinschnitten, wenigen parallelen Einschnitten von der Siegelung und einem kleinen Pergamentloch. Etwas angestaubt und leicht braunfleckig verso. Es fehlt das Siegel.
|
|
|
Christian V., König von Dänemark (1646-1699).
Brief mit eigenh. U. Kopenhagen, 12. II. 1670.
2 SS. Folio. Mitteilung vom Tod seines Vaters Friedrich III. (1609-70) an eine verwandte Fürstin. Drei Tage zuvor habe sich eine Schwächung beim König gezeigt, die sich trotz Bemühen des Arztes verschlechterte und schließlich am neunten Februar einen sanften Tod herbeiführte: "Wir können E. Ld. auß höchstbetrübtem gemühte nicht verhalten, waßmaßen dem Allmechtigen Gott, nach seinem ohnerforschlichen willen undt Rath gefallen, Weilandt den Durchleuchtigsten, Großmächtigsten Fürsten, Herrn Friderich den Dritten [...] durch ein gar sanfft undt sehliges Hinscheiden, auß dieser Zeitlichkeit zu sich in daß himlische frewden Reich abzufordern [...]". - Teilweise etwas wasserfleckig an den Rändern, leicht braun- und staubfleckig, mit einigen kleinen parallelen Einschnitten durch Briefverschluss.
|
|
|
Christian VIII., König von Dänemark (1786-1848).
Eigenh. Brief mit U. Brüssel, 27. VII. 1832.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse und Siegel verso. An seine "chère Compatriote" Madame Didelot la Ferté in Paris mit der Bitte um Neuigkeiten, Informationen zur Rückkehr von einer Englandreise auf den Kontinent und der Vorfreude, sein Vaterland wiederzusehen und seinen Sohn in wenigen Wochen in Altona zu treffen. Derzeit breche Christian gerade nach Antwerpen auf: "Permettez que je demande de vos nouvelles elles me feront trop chères pour vouloir m'en priver volontairement [...] le séjour en Angleterre a fournit beaucoup d'intérêt. Depuis le 21 nous sommes de retour sur le continent, et dans trois semaines j'espère revoir ma patrie et mon fils à Altona [...]". - Mit Lochspur alter Heftung und Ausschnitt durch Brieföffnung.
|
|
|
Christian Wilhelm, Markgraf von Brandenburg (1587-1665).
Schriftstück mit eigenh. Ergebenheitsformel und U. Magdeburg, 3. X. 1630.
1 S. auf Doppelblatt. Mit kleinem papierged. Siegel. Antwortschreiben mit Ankündigung einer Resolution an einen verwandten Fürsten zu einem Interzessionsschreiben in Angelegenheiten des kaiserlichen Obristen Nikolaus Hermann von Niedrum: "Wie Wier nun nicht gerne sehgen, daß Ew. Ldt. oder dero Landen, Unserthalben, eintzige Ungelegenheit zugefüget werden möge, Sondern vielmehr das Jenige, waß Ew. Ldt. undt Ihro Landes, zue ersprießlichen gedeyen undt auffnehmen gereichen magk, zu befördern, Unß höchst angelegen sein laßen wolten, Also haben Wier Uns gegen Ew. Ldt. Abgeordneten, dißfals also in resolution vernehmen laßen, daß Wier verhoffen, Sie hierinnen genuegsahme satisfaction empfinden werden [...]". Im August des Jahres war die Frau Niedrums bei Magdeburg in Gefangenschaft geraten. - Adresse im Gegenblatt ausgeschnitten. Teilweise leicht stock- bzw. braunfleckig in den Rändern.
|
|
|
Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth, Königin von Polen (1671-1727).
Brief mit eigenh. Ergebenheitsformel und U. Leipzig, 8. I. 1714.
2 SS. auf Doppelblatt. Goldschnitt. Folio. Mit Adresse und papierged. Siegel verso. An Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676-1732) mit Dank und in Erwiderung der Neujahrswünsche sowie mit dem obligatorischen Angebot ihrer Freundschaftsdienste: "Da Ew Lbdn. Uns bey ieztabgewichener Jahres-Revolution mit dero angenehmen Freundt Vetterl. Congratulation auffs neue erfreuet, So erkennen wir daraus nicht allein dero gegen Uns fortsezende hochhaltende Freundt Vetterl affection [...]". - Mit wenigen kleinen Randeinrissen und Ausschnitt im Gegenblatt durch Brieföffnung. An den Rändern etwas gebräunt und leicht stockfleckig.
|
|
|
Christoph, Herzog von Württemberg (1515-1568).
Schreiben mit eigenh. U. [Wohl Stuttgart, ca. 1562].
9 Zeilen. Qu.-8vo. Begleitschreiben zur Übersendung einer Streitschrift des württembergischen Reformators Johann Brenz an Maximilian II.: "Allergnedigister Herr, Eur. Rom. Kun. Mt. Lass ich hieneben auch noch ein Buechlin, so Brentius erst neuerlich wider den Bullinger im truckh hatt ausgeen lassen, sambt ettlichen getruckten articuln, so da dis Jars zu Tubingen De Coena domini disputirt worden seien, Underthenigister schuldiger wolmeinung zukommen [...]". - Bei der übersandten Streitschrift handelte es sich wohl um Brenz 1562 in Zürich gedruckte "Responsio qua ostenditur sententiam de coelo et dextera Dei libello Bullingeri". Zu dieser Datierung passt die Anrede Maximilians als Römischer König; seine Königskrönung erfolgte am 26. November 1562. - Das Schreiben ist ein beredtes Zeugnis für Maximilians Naheverhältnis zum Protestantismus, von dem sich der spätere Kaiser im Vorfeld der deutschen Königswahl gegenüber seinem Vater Ferdinand I. und Papst Pius IV. distanzieren musste. - Christoph von Württemberg war am Hof Kaiser Karls V. katholisch erzogen worden und konvertierte 1542, um seinen Anspruch auf den württembergischen Thron zu untermauern. Sein wichtigster religiöser Berater war Johannes Brenz, der als Architekt der evangelischen Landeskirche Württembergs gilt. Im zweiten Abendmahlsstreit war Brenz einer der führenden Gegner der von Heinrich Bullinger prominent vertretenen zwinglianischen Abendmahlslehre. - Wohlerhalten.
|
|
|
[Churchill, Winston S., Staatsmann (1874-1965)]. - Clementine Churchill (seine Gattin, 1885-1977).
Ms. Mitteilung mit eigenh. U. Wohl London, o. D.
½ S. Gr.-schmal-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "My Family and I are truly grateful for your sympathy / Clementine S. Churchill". - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse.
|
|
|
Clay, Lucius D., General der U.S. Army (1898-1978).
Ms. Brief mit eigenh. U. und Kopie einer ms. Rede mit U. New York, 2. III. 1970 und 11. XII. 1967.
(1+12 =) 13 SS. auf 13 Bll. 4to. Teilweise klammergeheftet. Ein Begleitschreiben an den Mediziner und Autographensammler Joachim Ruf in Esslingen: "I send you herewith a copy of one of my speeches which I have autographed. I hope it meets your request [...]". Die Rede wurde anlässlich eines Diners der "Congressional Medal of Honor Society/Freedom Foundation" zu Ehren des Vorsitzenden des Generalstabs gehalten, worin General Clay ein Bild der militärischen Aktionen der U.S. Army ab dem zweiten Weltkrieg zeichnet. Als wesentliche Ziele sieht er die Revitalisierung der NATO an, die Stabilisierung der europäischen Staaten, die Eindämmung des Kommunismus in Europa und Asien und aus aktuellem Anlass besonders die fortgesetzte Unterstützung der Südvietnamesen im Vietnamkrieg: "It must be a frustrating war for our military leaders who wait to be attacked while knowing they have the power and strength to do more, but sooner or later the North Vietnam Government must realize our determination and accept the necessity for negotiation [...]". - Mit gepr. Briefkopf.
|
|
|
[Commune de Paris].
25 autograph letters signed. Paris, Lyon, Lugano, London etc., 1872-1888.
12mo (4), 8vo (20) and 4to (1). 68½ pp. on 6 single leaves and 19 bifolia. All but one to the publisher Maurice Lachâtre (1814-1900), who fled to San Sebastián in Spain after the end of the Paris Commune, many discussing the communards' fate in exile and work on the "Mémorial de la Commune". - 9 letters by Arthur Arnould about his work "Paris et la Commune", several chapters of which he sends to Lachâtre for his "Mémorial": "Je me décide donc à vous envoyer non pas un travail complet, mais seulement quelques chapitres détachés, formant chacun un ensemble [...]" (Luina di Pazzallo près Lugano, 30 Aug. 1875). The others mainly about the proofs for the "Mémorial", but also discussing his state of health, the political situation in France, and his travels. - 2 letters by Armand Adam about the deplorable political situation in France and the journal "Radical": "Si jamais des temps meilleurs nous permettent de reprende à Paris la publication du Radical je serai heureux d'examiner avec vous la proposition que vous avez bien voulu me faire autrefois, et je crois que nous pouvons nous entendre. Mais, ces temps meilleurs, je ne les vois pas proches [...]" (Paris, 14 April 1874). - 2 letters by Eugène Chatelain, one describing his professional situation as a doctor, the other expressing his relief at hearing of Lachâtre's well-being: "J'ai appris à Londres ces jours derniers que vous étiez en Angleterre. Je suis heureux de cette nouvelle, car lorsque je me cachais à Paris après la chute de la Commune [...], on m'avait assuré que vous aviez été fusillé avec quelqu'un de chez vous. Vous êtes vivant, tant mieux! [...]" (Saint Helier, Jersey, 8 Sept. [?] 1872). - 1 by André Alavoine informing him that he is no longer the publisher of the journal "Lanterne", mentioning that he remains in close relations to Henri Rochefort nonetheless: "Je viens de communiquer votre lettre à l'administration de La Lanterne, car il est bon de vous dire que nous ne sommes plus, depuis quelques mois déjà, les éditeurs et imprimeurs de la Lanterne [...] Néanmoins, je suis resté en très-bons rapports avec Rochefort [...]" (Genève, 25 Aug. 1875). On headed stationery of the "Ziegler & Cie" printing house. - 1 by Edmond Adam about the conviction of Gustave Courbet in connection with the destruction of the Colonne Vendôme: "Courbet n'a pas été condamné pour les dommages géneraux commis par la Commune mais pour un dommage particulier, la destruction de la Colonne Vendôme, qui luia été attribué personellement [...]" (Boulevard Poissonnière, 16 July 1874). On stationery with printed address. - 1 by Henri Salles about Lachâtre's offer to Victor Hugo, concerning the employment of amnestied persons: "Vous avez bien voulu offir à Victor Hugo de prendre chez vous quelques amnestiés pour les employer au courtage en librairie [...]" (no place, 17 July 1879). On headed stationery of the "Comité general d'aide aux amnestiés". - 1 by Francis Jourde mentioning Lachâtre's "Mémorial de la Commune", calling it a revolutionary work: "J'ai reçu il y a quelques jours votre Memorial de la Commune; je suis partisan de l'action et du combat, donc, toute oeuvre revolutionnaire est toujours la bienvenue quelles que soient ses tendances et les doctrines qu'elle represente [...]" (Rue du jeu des enfants, 30 June, no year). - 1 by Jean Larocque about his fate after the end of the Commune: "Plus heureux je pus me cacher après le 28 mai, et dans l'hôtel où, peu de jours après, fut arrêté Régère, puis dans une institution des environs de Paris. Manquant de toutes ressources, je me disposais à reparaitre pour chercher du travail [...]" (Leominster, 17 May 1872). - 1 by E. Rajoux about the heavily guarded Swiss border and the articles he can offer for the "Mémorial de la Commune": "La frontière est très surveillée [...] Si je découvre - et je cherche toujours - un moyen de transit quelquonque, je vous en préviendrai. Vous me demandez quelques articles pour le Mémorial de la Commune, j'accède avec plaisir à votre demande [...]" (Yverdon, Sept. 1875). - 1 by Ferdinand Revillon about his fate after the end of the Commune and his former collaboration on Félix Pyat's journal "Le Combat": "J'étais réfugé, le lendemain des derniers massacres de mai 71, chez une personne qui m'offrit asile et chez laquelle je restai pendant plusieurs mois caché [...] j'ai collaboré au journal de Félix Pyat, Le Combat, avant la Commune, tout en exerçant ma carrière de critique musical et de compositeur de musique [...]" (Geneva, 15 April 1876). - 1 by Eugène Protot expressing his dismay at Lachâtre's marriage, which he calls a business union: "A mon avis ce n'est pas un mariage, ce n'est pas même une union libre que vous organisez, mais une espèce de société commerciale [...]" (London, 5 Aug. 1880). - Further letters by Maxime Vuillaume (Altorf, 18 May 1876) and Jules Guesde (Prison de St. Pélagie, 1 Sept. 1889, with two clippings, probably both from his newspaper "L'Égalité"), one each, as well as another letter signed "Georges" (Lyon, 18 May 1876). - 1 letter by Amilcare Cipriani to Henri Oriol (no place, 27 Sept. 1888).
|
|
|
Dorothea von Kurland, Herzogin von Kurland, Diplomatin und Salonnière (1761-1821).
Eigenh. Brief mit U. Sagan, 10. I. 1797.
½ S. auf Doppelblatt (Faltbrief). 4to. Mit schwarzem Lacksiegel. Dankschreiben für Neujahrswünsche an den Ronneburger Stadtsyndikus Müller: "Ich bin Ihnen mein lieber H. Stadtsyndicus recht sehr für Ihre Wünsche beym Wechsel dieses Jahres verbunden und bin überzeugt daß selbige aus aufrichtigem Herzen kommen. Nehmen Sie meinen besten Dank dafür, und überzeugen sich daß auch ich Ihnen u. Ihrer Familie für deren Andenken ich recht sehr erkenntlich bin, alles gute wünsche [...]". - Nach der Entfremdung von ihrem Ehemann Peter von Biron, Herzog von Kurland und Semgallen, ließ sich Dorothea von Kurland 1794 in ihrem Schloss im thüringischen Löbichau nieder, das bald den Ruf eines Musenhofs erwarb. Der Stadtsyndikus von Ronneburg dürfte unter Dorotheas Salongästen gewesen sein. - Mit Ausriss durch Siegelbruch, etwas knittrig und ein kl. Seiteneinriss im Falz.
|
|
|
Eberhard III., Herzog von Württemberg (1614-1674).
Dekret mit eigenh. U. O. O., 13. IV. 1639.
1/3 S. Fol. Zahlungsanweisung für eine österliche Spende des Fürstenhauses: "Unseres Gnädigen Fürsten und Hern Landtschreibery Verwalltern, wollen für Ihr Frst. Gnd. Sechs: deroselben geliebten Frau Gemahlin Vier: und dann die drey Fürstl. Fräulin Sechs: und allso zusamen - Sechszehen Raichsthaler, uff den hayligen Ostertag bey vorhabender Communion zu opfern, verfolgen laßen [...]". - Mit gegengezeichneten Zahlungsbestätigungen recto und Rumbrum verso. - Leicht braunfleckig. Spuren von alter Montage.
|
|
|
Edelsheim-Gyulai, Leopold von, Offizier und General der Kavallerie (1826-1893).
Ausschnitt mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Ca. 84:103 mm. "Edelsheim-Gyulai G[ene]r[a]l". - Auf Papierträger (ca. 145:225 mm) montiert.
|
|
|
Eleonore Reuß zu Köstritz, Zarin von Bulgarien (1860-1917).
Eigenh. Notiz. [Wien, 1910].
7 Zeilen. Qu.-Folio. In Bleistift. Anweisungen an den Wiener Photographen Wilhelm Burger (1844-1920) für die Versendung von Abzügen: "1 Abzug an Prinzessin Reuss, Hannover / Prinzessin Regina Reuss Schloss Ernstbrunn mit sechs Abzügen / 6 Abzüge nach Sophia, Bulgarien, an die Königin". - Mit Notiz und Datierung Wilhelm Burgers in Blei (verso): "Von der Königin Eleonore von Bulgarien in meiner Gegenwart geschrieben 1910". - Gefaltet und leicht geknittert; zwei Seiteneinrisse.
|
|
|
Elisabeth Franziska Maria, Erzherzogin (1831-1903).
Schreiben mit eigenh. U. Madrid, [November 1885].
½ S. Kl.-Fol. Im Namen ihrer Tochter Maria Christina von Österreich erfolgte Mitteilung des Todes von König Alfons XII. von Spanien am 28. November 1885: "Auf Wunsch meiner schwer geprüften Tochter der Königin Christine von Spanien gebe ich die tief betrübende Nachricht vom Ableben des Königs Alfonso mit Ihrer herzlichen Bitte, dass alle Verwandten von deren Theilnahme sie überzeugt ist, des theueren Verstorbenen in ihren Gebeten gedenken, und für Sie und ihre Kinder den Schutz des Himmels erflehen mögen". - Nach dem frühen Tod ihres Mannes übernahm Maria Christina von Österreich bis 1902 die Regentschaft in Spanien. Kronprinz Alfons, der spätere Alfons XIII., kam erst in im Mai 1886 zur Welt, Monate nach dem Tod seines Vaters. - Gefaltet.
|
|
|
Elisabeth Friederike Sophie, Herzogin von Württemberg (1732-1780).
Schreiben mit eigenh. U. Stuttgart, 3. I. 1754.
½ S. Kl.-Fol. An den Rath der Stadt Mömpelgard gerichtetes Dankschreiben für Neujahrswünsche: "Es ist Mir ganz besonders lieb gewesen, daß Mir die Herren bey der vorgewesenen Jahres-Veränderung so wohlmeynend gratuliren wollen; und gleich wie Ich derer selben beständiges Wohlergehen jederzeit mit Vergnügen vernehmen werde; also wünsche Ich auch eine fortwährende glückliche Continuation daran [...]". - Elisabeth Friederike Sophie war eine Nichte Friedrich des Großen und wurde von Casanova als schönste Prinzessin Deutschlands gerühmt. 1748 heiratete sie Herzog Karl Eugen von Württemberg. Die Ehe verlief unglücklich; 1758 verließ die Herzogin den württembergischen Hof und ließ sich in Neustadt an der Aisch nieder. 1763 erbte sie von ihrem Vater Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth das Schloss Fantaisie. Dort entfaltete die Herzogin ein geistreiches und glanzvolles Hofleben. - Mit Spuren von alter Montage und geringfügigem Textverlust durch Ausriss.
|
|
|
Ellenbogen, Wilhelm, österr. Arzt und Politiker (1863-1951).
Eigenh. Briefkarte. O. O., 31. XII. 1928.
120 x 75 mm. Mit eh. Kuvert. Bedankt sich bei dem kaiserlichen Rat Oskar Berl (1873-1934) für Neujahrswünsche. - Von 1901 bis 1918 gehörte Ellenbogen für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei dem Reichsrat an, 1918-34 der Provisorischen Nationalversammlung bzw. dem Nationalrat. Bei den Internationalen Sozialistenkongressen (Zweite Internationale) war er mehrfach Vortragender. 1919 war er Unterstaatssekretär für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten, 1920 wurde er Staatssekretär und Präsident der Staatskommission für Sozialisierung. Im Februar 1934 wurde Ellenbogen verhaftet, aber nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Ebenso erging es ihm im März 1938. Am 1. Mai 1938 konnte er Wien verlassen und floh zunächst nach Frankreich, 1940 zu Fuß über die Pyrenäen nach Lissabon und schließlich weiter in die USA. Von 1943 bis 1945 gehörte er dem Vorstand des Austrian Labor Committees (ALC) um Friedrich Adler an, das als Nachfolgeorganisation der Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten (AVOES) galt. - Auf Briefkarte mit gedr. Kopf.
|
|
|
Ellenbogen, Wilhelm, österr. Arzt und Politiker (1863-1951).
Eigenh. Visitkarte. O. O., 31. XII. 1928.
105 x 70 mm. Bedankt sich beim Adressaten für eine freundliche Erinnerung. - Von 1901 bis 1918 gehörte Ellenbogen für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei dem Reichsrat an, 1918-34 der Provisorischen Nationalversammlung bzw. dem Nationalrat. Bei den Internationalen Sozialistenkongressen (Zweite Internationale) war er mehrfach Vortragender. 1919 war er Unterstaatssekretär für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten, 1920 wurde er Staatssekretär und Präsident der Staatskommission für Sozialisierung. Im Februar 1934 wurde Ellenbogen verhaftet, aber nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Ebenso erging es ihm im März 1938. Am 1. Mai 1938 konnte er Wien verlassen und floh zunächst nach Frankreich, 1940 zu Fuß über die Pyrenäen nach Lissabon und schließlich weiter in die USA. Von 1943 bis 1945 gehörte er dem Vorstand des Austrian Labor Committees (ALC) um Friedrich Adler an, das als Nachfolgeorganisation der Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten (AVOES) galt.
|
|
|
Ernst Friedrich I., Herzog von Sachsen-Hildburghausen (1655-1715).
Brief mit eigenh. U. Hildburghausen, 28. VI. 1710.
1½ SS. auf Doppelblatt (Faltbrief). Folio. Mit hs. Adresse und papiergedecktem Siegel. Antwortschreiben an Ernst Ludwig I., Herzog von Sachsen-Meiningen, bezüglich des Verfahrens im Erbstreit um die Stadt Themar: "Wir haben aus Ew. Lbd. freund vetterl. Schreiben ersehen, was Sie zu Behauptung des bisherigen Verfahrens mit Themar vorgewendet, und wie Sie die ohnlängst von Unserem Geheimbden Rath und Canzler Sutorio in Römhild gethane Vorschläge mitbewilligen. Wir nehmen zwar in dieser Sache keine partie, sondern haben dieses nur vorgestellet, daß dergleichen modum zu ergreiffen Wir nicht weniger nöthig gehabt, wann Wir nicht mildern Wege den Ruhestandt des fürstlichen Haußes zu praeferiren billig gefunden. Indessen haben Wir nicht ermangelt, nach der Beylage, an Unßeres Herrn Vetters zu Gotha Ld. zu schreiben und die continuation der gütlichen tractaten zu recommendiren [...]". - Mit dem Tod von Herzog Heinrich von Sachsen-Römhild am 13. Mai 1710 erlosch die Ernestinische Seitenlinie, die die Herrschaft der Stadt Themar umfasste. Erst eine kaiserliche Schlichtung konnte 1714 den daraufhin zwischen den Ernestinischen Herzogtümern entbrannten, teilweise kriegerisch geführten Coburg-Eisenberg-Römhilder Erbstreit beenden. Themar wurde zwischen den Häusern Sachsen-Gotha und Sachsen-Coburg-Saalfeld aufgeteilt. Die Erwartungen des stets um die Vergrößerung seines Herrschaftsgebiets bemühten Ernst Ludwig I. erfüllten sich nicht. - Auf Briefpapier mit Trauerrand. Mit Papierdefekten durch Grünschimmelbefall, zwei Bruchstellen mit Textberührung.
|
|
|
Ernst I., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha (1784-1844).
Schreiben mit eigenh. U. Mainz, 15. VI. 1814.
½ S. auf Doppelblatt (Faltbrief). Folio. Mit hs. Adresse. Begleitbrief zur Abschrift der Beförderungsurkunde von Graf Friedrich Christoph von Degenfeld-Schonburg zum Generalmajor: "Ew. Hochgebohren überschicke ich eine beglaubigte Abschrift der hochkriegsräthlichen Verordnung durch welche Sie zum General-Major avancirt sind, diese können Sie den Oberkriegscommisair Gessler übergeben er wird daraus den Tag Ihrer Anforderung entnehmen [...]". - Ernst I. unterzeichnet das Schreiben als kommandierender General des 5. deutschen Armeekorps, mit dem er am 4. Mai nach 5monatiger Belagerung in die Stadt Mainz eingezogen war. Die Rückeroberung von Mainz markiert das Ende des 6. Koalitionskrieges in Deutschland. Den von Typhus stark geschwächten Franzosen wurde infolge des Vertrags von Fontainebleau freier Abzug zugestanden. Friedrich Christoph von Degenfeld-Schonburg, der sich in der Schlacht von Austerlitz 1805 ersten militärischen Ruhm erworben hatte, war in österreichischen Diensten an der Belagerung von Mainz beteiligt gewesen. - Mit Ausriss durch Siegelbruch und Spur alter Montage.
|
|
|
Ernst I., der Fromme, Herzog von Sachen-Gotha-Altenburg (1601-1675).
Dekret mit eigenh. U. Schloss Friedenstein (Gotha), 29. I. 1652.
2 SS. auf Doppelblatt (Faltbrief). Fol. Mit hs. Adresse und Siegelresten. An Anna Margarethe von Carlowitz, Herrin auf Herbsleben, mit dem Gebot, ein Hausierverbot für Kupferhändler auf ihrer Herrschaft durchzusetzen: "Liebe getreue, Wir haben auf öffters untertheniges anlangen der Kupfferschmiede alhier undt aufm Lande, undt dabei beschehener Zusage, daß sie nicht allein die Städte und Dorfschafften in der Zeit mit guter Arbeit gnugsam versehen, sondern auch ihre Waahre in billigem Werth, unßerer Verordnung undt ihrem erbiethen nach, geben, auch nach gelegenheit die Zahlung in etwas stunden wolten, in gnaden bewilliget, daß die frembden umbfahrende Kupferhändler auß unserem Fürsthentumb und Lande gehalten, undt außer den gewöhnlichen Jahrmärckten ihnen das Hausiren eingeleget und verbothen werde [...] Damit nun solchem allenthalben gebührend nachgelebet werde, Begehren wir hiermit, Ihr wollet zu Herbßleben diese unßere respective concession undt inhibition eröffnen, undt ihnen darneben anbefehlen, daß sie nicht allein die frembden Braunschweigische undt andere dergleichen Kupferhändler, so bißhero im Lande herumb hausiret, mit ihren Kupfernen gefäßen gentzlichen abweisen [...], sondern auch do die inländische Kupferschmiede [...] sich solches Haußirens hinfüro gentzlich zu enthalten [...]". - Der bedeutende Reformer Ernst I., der Fromme hatte die Stadt Herbsleben 1647 an die sächsische Adelsfamilie von Carlowitz verkauft. - Gebräunt und braunfleckig. Mit zahlreichen kleineren Seiteneinrissen (keine Textberührung).
|
|
|
Ernst Ludwig, Landgraf von Hessen-Darmstadt (1678-1739).
Brief mit eigenh. U. Darmstadt, 13. III. 1734.
2 SS. auf Doppelblatt (Faltbrief). Folio. Mit hs. Adresse und papiergedecktem Siegel. Antwortschreiben an Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg bezüglich der Verzollung einer Weinlieferung: "Unsern freundl. Dienst, auch was Wir sonst mehr liebes und gutes vermögen, jederzeit zuvor, Durchleuchtigster Fürst, freundl. geliebter Herr Vetter, Bruder und Gevatter! - Daß Ewr. Lbd. an unß abgelaßene freund vetterliche Schreiben de dato Friedenstein den 25. Febr. haben Wir mit mehrerm ersehen, wasmaßen dieselbe 10 Stück Rhein Wein zu Maynz und dasigen Ortten erhandlen und solche zu deren Hofstatt successive nach dero Residenz Friedenstein transportiren zu lassen, gesonnen sind, und weilen diese Weine unsere Zollstätte berühren würden, und wie Ew. Lbd. Unß fr. ersuchen wollen, daß solche Quantität Weine in Unsern Landen zollfrei passirt werden mögten, [...] alß haben Wir [...] beyliegendes freye Zoll Patent auf sothane zehn Stück Wein zu unserm Antheil außfertigen [...] lassen [...]". - Das Gegenblatt beschnitten (keine Textberührung).
|
|
|
Ernst von Habsburg, Erzherzog, Statthalter der Niederlande (1553-1595).
Schriftstück mit eigenh. U. Wien, 9. VI. 1586.
4¾ SS. auf 2 Doppelbll. Mit Adresse verso. An die Erben des 1578 verstorbenen Hofkriegsratspräsidenten Georg Teufel zu Guntersdorf mit der Erinnerung und Aufforderung, eine auferlegte Schuld in Höhe von "zway Tausendt Ducaten in Goldt" zu begleichen, und mit der Androhung einer Arreststrafe, sollte dieser Ermahnung erneut nicht nachgekommen werden. Eigenh. Gegenzeichnung von Sebastian Westernacher von Gro(s)sa, Neudeggerhof und Lichtenwörth, dem Sekretär der kaiserlichen Reichshofkanzlei. - Ränder lappig; sehr brüchig entlang der Faltlinien und des Falzes sowie mit Einrissen, die teilweise durch mehr als die Hälfte der Blatthöhe gehen. Papiergedeckter Siegelrest; etwas fleckig und angestaubt.
|
|
|
Etrich, Igo, österreichischer Pilot und Flugzeugkonstrukteur (1879-1967).
Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D.
105 x 50 mm. Als Leutnant in der Reserve: "Falls Gnädige gelegentlich der Preisflüge herkommen würde ich mich freuen Sie persönlich kennen zu lernen". - Mit Sammlervermerk in Bleistift.
|
|
|
Eugen Friedrich Karl, Herzog von Württemberg, Militär (1788-1857).
Eigenh. Brief mit U. Carlsruhe (Pokoj, Schlesien), 1. X. 1848.
1 S. auf Doppelblatt. Kl.-Fol. Laut Sammlernotiz an Feldmarschall Radetzky gerichtetes Empfehlungsschreiben für einen nicht namentlich genannten jungen Offizier: "Erlaube ich mir in diesen Zeilen einen alten Kriegscammeraden von 1813 und 1814 in Erinnerung zu bringen, der nun schon seinen zweiten Sohn der thätigen militairischen Laufbahn überreicht und ihm kein ehrenvolleres Ziel anempfehlen könnte als unter einem so hochverehrten ruhmgekrönten Feldherrn als Ew. Excellenz seine Schule zu beginnen. Auf die Hoffnung Hochdero einstiger Würdigung wird er sein eifrigstes Bestreben richten und bemüht seyn sich diesen schönsten Lohn zu verdienen [...]". - Eugen wurde als erstes Kind des preußischen Generals Eugen Friedrich Heinrich von Württemberg (1758-1822) und dessen Frau Luise zu Stolberg-Gedern (1764-1834) geboren. Die Schwester seines Vaters war die Zarin Maria Feodorowna, die seit 1776 in Russland lebte; schon als Kind folgte Eugen ihr an den Zarenhof. Nach Kadettenjahren in Sankt Petersburg begann für ihn eine steile Karriere in der russischen Armee. Er war einer der bedeutendsten Heerführer der Befreiungskriege. - Auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm im Schnallenband des Hosenbandordens.
|
|
|
Exelmans, Remy Joseph Isidore comte, General und Marschall von Frankreich (1775-1852).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 1. VIII. (o. J.).
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An einen namentlich nicht genannten Oberst in Paris über seinen Wunsch, dessen Brief mit positiven Nachrichten zu einer nicht näher erläuterten Angelegenheit zu beantworten, um die sich sowohl ein Monsieur C. sowie der Kriegsminister, den er an die Dienste des Adressaten erinnert habe, annehmen würden, mit dem Versprechen, die Herren C. und P., die ihm versichert hätten, den Kriegsminister über die Rechte des Oberst zu informieren, bei ihrem nächsten Treffen eben dazu zu drängen, was Anlass zur Hoffnung gebe, und mit der Entschuldigung, keine guten Nachrichten zu haben, wobei er betont, dass man einem Mann wie dem Adressaten die Wahrheit niemals verschleiern dürfe: "Si je n'ai pas repondu, mon Cher Colonel, à la lettre que j'ai eu le plaisir de recevoir de vous, c'est que je desirai pouvoir vous dire quelque chose de positif sur votre position. Je m'en suis d'abord entretenu avec M. C. qui m'a dit s'en occuper serieusement [...] Le Ministre de la g[uer]re s'en déposera [...] Je lui ai rappellé vos services si remarquables et si distingués de temps à autre [...] C. et P. m'ont assuré qu'ils entretiendrai[en]t le ministre de la g[uer]re de vos droits, ils ne l'ont pas encore fait. Je les reverrai pour les presser. Si ils le font, il y a espoir pour vous. Si non, je ne compte rien. Je suis desolé mon cher ami de vous dire des choses desagreables. Moi, j'ai pensé qu'avec un Homme tel que vous il ne faut jamais rien déguiser de la verité [...]". - Ein größerer Tintenfleck über der Adresse ("Monsieur le Colonel [...]") und ein kleiner Papierdurchbruch.
|
|
|
Fay, Jean de, Marquis de Latour-Maubourg , frz. General (1766-1856).
Brief mit eigenh. U. Paris, 15. II. 1821.
½ S. 4to. Mit der Ernennung des Empfängers zum Mitglied des Fortbildungsgremiums des Polytechnikums: "Je vous annonce que je vous ai désigné pour faire partie du Conseil de Perfectionnement de l'École Royale Polytechnique dont le Renouvellement a lieu tous les ans au Mois de Janvier, en vertu de l'Ordonnance de 4. Septembre 1816, qui règle ses attributions. J'informe le Ministre Secrétaire d'État de l'Intérieur de votre Nomination [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf des Kriegsministeriums. Leicht stockfleckig.
|
|
|
Felisch, Paul, Richter und Schriftsteller (1855-1933).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 7. VII. 1905.
1 S. 8vo. Bittet den Oberbuchhalter Schindler, dem Oberbootsmannsmaat a. D. Huebner gegen Quittung einen Betrag von 25 Mark auszuzahlen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf "Marinestiftung". Spätere Sammlervermerke, zum Teil in blauem Kugelschreiber.
|
|
|
Ferdinand I., röm.-dt. Kaiser (1503-1564).
Brief mit eigenh. U. ("vuestro buen padre El Rey"). Augsburg, 20. IX. 1550.
½ S. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel (Faltbrief). Als römisch-deutscher König auf dem Augsburger Reichstag an seinen Sohn Maximilian II., den designierten König von Böhmen, mit dem Versprechen der Förderung eines geschäftlichen Unternehmens von Martín Alonso Fernández de Córdoba, conde de Alcaudete: "Ser.mo Rey n.ro muy caro y muy amado hijo, bien creemos terneys [!] alla Relacion y noticia de la persona y valor del conde de Alcaudete [...] que ha hecho al emperador my señor y por consiguiente ala corona Real de españa. Los quales solo allende de lo que el por si merece, nos obligan a tenerle por muy encomenando y procurar de favorecerle y gratificarle entodas sus ocurrencias y cosas y entendiendo agora [!] del que tiene algos negocios de importancia en españa y spalmente [especialmente] los de las galeras. y que van Remitidos a vos desseando que le sean bien despachados hemos acordado aynstacia [?] suya de os scrivir [!] esta en su Recomendacion. y Rogaros contoda afficion querays por contemplacion y amor n.ro. tener en singular en comienda a el y alos dichos sus negocios para le favorecer y ayudar enellos de arte que consiga y aya la buena expedicion que dessea que enello demas de ser muy bien empleado todo lo que por el dicho conde se hiziece y merecerlo lo mucho que ha fluido y lo que de aquy a delante puede y dessea fluir por las Razones a Riba dichas Recebiremos gran plazer y contentamiento de vos y en que el Conozca que nos soys en esto no menos obediente, que entodo lo demas. segun speramos de vra ser.ma persona que n.ro s.r guarde con la prosperidad y estado que yo desseo [...]". - Etwas angestaubt; unbedeutende Randeinrisse. Beiliegend ein alter Sammlungsumschlag mit irriger Zuschreibung an Karl V.
|
|
|
Ferdinand II., König von Portugal (1816-1885).
Lithogr. Brief mit eigenh. Eintragungen und U. ("Rey Regente"). Palácio das Necessidades (Lissabon), 17. II. 1855.
¾ S. auf Doppelblatt (Faltbrief). Fol.io Mit hs. Adresse und papiergedecktem Siegel. Dankesschreiben in portugiesischer Sprache für erhaltene Weihnachtswünsche an Kardinal Claretti.
|
|
|