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Oskar, Prinz von Preußen (1888-1958).
Eigenh. Brief mit U. ("Oskar Prinz von Preußen"). Haus Doorn, 8. X. 1939.
1 S. 4to. An eine Frau Haeusler: "Es tut mir sehr leid, daß ich Sie durch meinen Irrtum veranlaßte, noch einmal schreiben zu müssen. Ich meinte mit dem Bild von Mistra N. 149 und nicht 184. Für die drei netten anderen Aufnahmen danke ich sehr und werde sie behalten. Hoffentlich ist es richtig wenn ich sie, wie die Bilder des selben Formats in der vorigen Sendung berechne. Bitte entschuldigen Sie die späte Beantwortung, aber es war mir nicht möglich eher zu schreiben [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf ("Haus Doorn") und mit kleinen Einrissen in den Faltungen.
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Oskar I., König von Schweden (1799-1859).
Eigenh. Brief mit U. Stockholm, 24. VIII. 1817.
1 S. 4to. Als Kronprinz an seine Tante Julie, geb. Clary, Gemahlin Joseph Bonapartes, über sein Portrait, das sie aufgrund der Erkrankung des Künstlers, der seine Arbeit erst in der Woche davor wieder aufnehmen hatte können, noch nicht erhalten habe, das er ihr jedoch nach Fertigstellung sofort schicken werde: "Je profite avec bien de plaisir de l'occasion du Comte de Pohse, pour le prier de m'excuser si tu n'as pas encore reçu le portrait que tu as eu la bonté d'accepter. Le peintre, qui l'avait commencé est tombé malade et n'a pu reprendre son travail que la semaine dernière. Je m'empresserai de te l'envoyer dès qu'il sera achevé [...]". - Mit dem Vermerk "Oscar Bernadotte Prince Royal de Suede" von alter Sammlerhand.
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Oudinot, Charles Nicolas, Herzog von Reggio, Marschall von Frankreich (1767-1847).
Eigenh. Brief mit U. Paris, 25. V. 1819.
2 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin über die bevorstehende Anhörung des Generals Charles Antoine Morand in Strassburg, für dessen Belange sich Oudinot stets interessiert habe. Morand sei während der Herrschaft der Hundert Tage für die Adressatin "perfekt" gewesen wäre, und es gelte nun ihm zu helfen gälte: "Mon amie, le Gl. comte Morand est à Strasbourg pour y faire reviser un jugement rendu contre lui; tu sais à quel dégré je lui ai toujours accordé de l'intérêt, il a d'ailleurs eté parfait pour toi dans les cent jours; ces considerations doivent diriger nos conciences et nous porter à lui être utile dans une circonstance où l'honneur commande". Oudinot fordert sie auf, nach Strassburg zu reisen und als Vermittlerin zwischen Morand und den Richtern aufzutreten; er rät ihr dem Anstand gemäß reserviert mit diesen umzugehen, jedoch hervorzuheben, dass sie in der Sache eines Generals, der in seinem Leben nur einen einzigen Fehler begangen habe, der ihm nun als Verbrechen angelastet werde, auftrete, und erwähnt, dass er in dieser Sache auch an Prinz Hohenlohe schreiben werde: "Ainsi rends toi à Strasbourg, vois le non seulement et fais relais près des juges qu'il t'appartient de rencontrer, tous ses droits a nos sentiments; je n'ai pas besoin de te recommander d'y mettre de la réserve sous les rapports de convenance avec des juges; mais honore toi en traittent la cause d'un Gl. qui n'a dans sa vie commis qu'une fautte, que les méchants imputtent à crime [...] J'écris au prince Hohenlohe [d. i. Ludwig Aloysius, Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein] et je fais de maniere a leur faire comprendre l'intérêt que le patient nous inspire [...]". - Wegen seiner Unterstützung Napoleons während der Herrschaft der Hundert Tage musste Morand ins Exil nach Polen und wurde 1816 in La Rochelle in Abwesenheit zum Tode verurteilt. König Ludwig XVIII. erlaubte ihm schließlich 1819 nach Frankreich zurückzukehren, und am 5. Juni wurde er vom Kriegsrat in Straßburg begnadigt.
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Pedro II., Kaiser von Brasilien (1825-1891).
Brief mit eigenh. U. ("Imperator"). Rio de Janeiro, 30. VIII. 1861.
1 S. Fol. Mit hs. Adresse (Faltbrief). Dankesschreiben in portugiesischer Sprache an Kardinal Lodovico Altieri (1805-67). Der Kaiser bedankt sich für Weihnachtswünsche des Kardinals und versichert diesem seine Freundschaft: "Illustrissimo e Reverendissimo em Christo Padre Cardinal Altieri, Meo como Irmão muito Amado. Eu, Dom Pedro Segundo, por Graça Deos Imperador Consitutional e Defensor Perpetuo do Brasil &c. Vos Envio muito Saudar como a quem muito Amo e Preso. Recebi com particular satisfação as expressões dos sentimentos que Vos animão para com a Minha Imperial Pessôa e que Me dirigistes por occasião do Sanctissimo Natal do anno proximo passado [...]". - Mit kleinem papiergedecktem Siegel. Stellenweise stark fleckig und mit kleinem Ausschnitt durch Siegelöffnung im Gegenblatt.
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Pflanzer-Baltin, Karl von, k. u. k. Generaloberst (1855-1925).
Postkarte mit eigenh. U. [Poststempel: K. u. k. Feldpostamt, 3. II. 1916].
1 S. Qu.-8vo. An einen Herrn Reich in Wien. - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Montagespuren.
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Pfordten, Ludwig von der, Rechtswissenschaftler und Politiker (1811-1880).
Eigenh. Brief mit U. München, 9. VII. 1854.
1 S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Euer Hochwohlgeboren sende ich mit ergebenstem Danke die beiden Anlagen zurück, und bin mit ausgezeichneter Hochachtung [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Randläsuren.
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Philipp y Mendoza, Adolf, kgl. portugiesischer Konsul und Exporteur (1833-1914).
Eigenh. Visitenkarte. [Wien], o. D.
2 Zeilen. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "[Adolphe Philipp Consul de Portugal] (dies gedruckt) und Familie gratulieren herzlichst zu Ihrem Jubiläum". Der aus Glückstadt in Schleswig-Holstein gebürtige Philipp wirkte lange Jahre nicht nur als portugiesischer Konsul, sondern auch als Generaldirektor und Verwaltungsrat der Dynamit-Nobel in Wien. - Gering fleckig. Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Prix, Johann Nepomuk, Bürgermeister von Wien (1836-1894).
Brief mit eigenh. U. Wien, 12. XII. 1891.
1 S. Folio. Mit Adresse. An Alois Kubitschek: "Auf Grund Ihrer zufriedenstellenden probeweisen Verwendung habe ich mich bestimmt gefunden, Ihnen eine Concepts-Practicantenstelle bei dem Wiener Magistrate mit dem Adjutum von jährlich Sechshundert Gulden ö. W. zu verleihen. Die städtische Hauptcassa wird daher unter Einem angewiesen, Ihnen dieses Adjutum vom Tage des von Ihnen bereits abgelegten Diensteides, das ist vom 11. Dezember 1891 an, in monatlichen Raten im Vorhinein und gegen gleichzeitige Einstellung Ihres bisherigen Sustentationsbeitrages auf die vorschriftsmäßige Weise zu erfolgen [...]". - Mit Stempelmarken zu 20, 10, 5 und 2½ Gulden. - Mehrfach gefaltet und mit kleinen Randläsuren.
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Reiss, F., (D. n. e.).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 18. IX. 1878.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Meine innigsten und herzlichsten Glückwünsche zu der verdienten großen Auszeichnung. Ich schreibe im Bette, doch hoffe ich in 3-4 Tagen meinen Fuß gebrauchen zu können [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Initial "R". Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und etwas knittrig.
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Schlegel, Ernst, Flugpionier und Flugzeugkonstrukteur (1882-1976).
Photographie mit eigenh. U. Konstanz, 1909.
1 S. Qu.-8vo. Schlegel an Bord der gemeinsam mit seinem Freund Robert Züst konstruierten "Flugmaschine Schlegel-Züst", die bei ihrem dritten Flugversuch im Frühling 1910 in Konstanz zu Bruch ging.
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Schleswig-Holstein-Gottorf, Hedwig Eleonora von, schwedische Königin (1636-1715).
Schreiben mit eigenh. U. Stockholm, 23. VI. 1666.
3 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel (Faltbrief) sowie Gegenzeichnungen der Reichsratsmitglieder Per Brahe d. J., Magnus Gabriel De la Gardie, Gustaf Otto Stenbock, Gustaf Bonde, Erik Lindschöld und Franziskus Joel Örnestedt. Im Namen des minderjährigen Königs Karl XI. von Schweden (1655-97) an Hedwig Sophie von Brandenburg, Regentin von Hessen-Kassel (1623-83) mit der Bitte um Beistand im Vorfeld des Zweiten Bremisch-Schwedischen Kriegs (1666). Unter Verweis auf die diplomatischen Noten des schwedischen Gesandten Habbeus von Lichtenstern wird im Brief das "unrechtmäßige Verfahren" der Stadt Bremen betont: "Durchleuchtige hochgeborene fürstin freundlich geliebte Muhme, Wir haben der guten Hoffnung es werde Ew. Ld. annoch in gutem angedenken schweben, was unser Resident Habbeus Ihro von dem Unrechtmäßigem Verfahren dessen sich unsere Stadt Brehmen mit einem in allen stücken gebrauchtem woll recht unverantwortlichem comportement, nun wie geraume Seither unterfangen, wird umbständlich repräsentirt haben". Nach Scheitern der Verhandlungen, die die Stadt "nur gleichsam kühner gemacht" hätten, habe man sich dazu gezwungen gesehen: "der Stadt etwas näher zutreten und Sie für erst in Ihren Mauern ein zu sperren in der hoffnung, daß Sie sich dadurch etwas incommodirt sehend zu beßeren gedancken kommen [...] solle". Schweden will sich der bereits zugesagten Unterstützung Hessen-Kassels erneut versichern. Der Brief schließt mit der diskreten Ankündigung weiterer militärischer Maßnahmen. - 1654 hatte der Konflikt um Schwedens Anspruch auf das im Westfälischen Frieden geschaffene Herzogtum Bremen-Verden zum Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg geführt. Zwar verlor die Stadt Bremen an Einfluss im Herzogtum, doch blieb ihr Status ungeklärt. Bremen verwies auf die Bestätigung als unmittelbare freie Reichsstadt durch das 1646 von Kaiser Ferdinand III. ausgestellte Linzer Diplom, während Schweden die Eingliederung in das Herzogtum forderte. Anfang Juni 1666 schlossen schwedische Truppen unter Carl Gustaf Wrangel Bremen ein und Ende August kam es zu ersten Kampfhandlungen. Trotz der schwedischen Übermacht verlief die Belagerung der gut befestigten Stadt schleppend. Als Ende Oktober ein Reichsheer zum Entsatz der Stadt aufgestellt wurde, beugte sich Schweden dem Druck und trat in Verhandlungen. Am 15. November wurde der Friedensvertrag von Habershausen geschlossen. Bremen verzichtete bis zum Ende des 17. Jahrhundert auf die Reichsunmittelbarkeit, blieb aber de facto unabhängig. - Das Siegel durch Brieföffnung beschnitten.
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Scholtz, Gerónima, Tochter des Legationsrats Hieronimus Gottfried Scholtz (1768-1834).
3 eigenh. Briefe mit U. Berlin, Frankfurt und Neapel, 5. VI. 1822, 2. III. 1837 und 25. VII. 1837
Zusammen (3½+3+3 =) 9½ SS. auf 3 Doppelbll. 8vo. 2 mit eh. Adresse verso. Alle in spanischer Sprache, zwei davon an den königlich-preußischen Bibliothekar spanischer Herkunft, Alvar Augustin de Liaño. Im Zweifel ob er, der sie von Kind an kennt, sich noch an sie, von der er so viele Jahre nichts gehört hat, erinnert, schildert sie ihre Rückkehr nach Deutschland. Nachdem sie und ihre Eltern Berlin 1825 verlassen hatten, lebten sie in Frankreich, Rom und Neapel, wo im Jahr 1830 ihre Mutter an der Grippe starb. In Deutschland angekommen und wissend, dass er einmal in Neu-Wied gelebt hatte, konnte sie zunächst nichts über ihn in Erfahrung bringen, bis sie zu ihrer großen Freude erfuhr, dass auch er am Leben ist: "No es facil que se acuerde U. de la que conoció tan niña y mas despues de tantos años que no habrá oido hablar de ella. Dice [!] a U. lo mas breve que pueda lo que ha hecho que me encuentre aqui y por mi desgrazia sin mis amados Padres!!! Despues de que en 1825 dejamos a Berlin estubimos en Francia [...] pasamos a Roma [...] vivimos felicis[s]imos en Napoles [h]asta que en el año de 1833 la grippa me arrebató a mi buena madre [...] Yo sabia que U. estaba en Neu-Wied pero no podia encontrar nadie que me pudiese dar ninguna notizia [!] [h]asta que [...] supe lo que me llenó de gozo, es decir que vivia U. [...]" (Frankfurt, 2. III. 1837). - Über seinen Brief vom 15. Mai, der sie so traurig machte, dass sie ihn nicht sofort beantworten konnte, sowie über die Schrecken der Cholera, an der auch sie gelitten hat und deren endgültige Ausrottung sie bald zu erleben hofft: "Llegué con toda felicidad a esta el 15 de mayo y tenia la intencion de escribir a U. inmediatamente pero las tristezas que encontré en esta me impidieron pensar a otra cosa que a disponerme a bien morir, no puede U. pensar los orrores de esta cruel enfermedad del cholera [...] yo misma he tenido tres pequeños ataques que si hubiera descuidado me hubieran llevado a el otro mundo ahora gracias a Dios va disminuyendo mucho y pronto esperamos verla enteramente cesar esta plaga [...]" (Neapel, 25. VII. 1837). - An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Bedauern über dessen erst seit Sonntag überstandene Krankheit, und mit einem Rezept für Paella (aroz Valenciana), um das er gebeten hat, das sie nebst einer kleinen selbstgemachten Kostprobe anfügt: "Hemos tenido el disgusto de saber [...] que ha estado Uste[d] muy enfermo [...] El domingo nos dijo que estaba Uste[d] restablecido y que deseaba Uste[d] la receta para hacer el aroz a la Valenciana, la qual la incluyo aqui y tambien mando á Uste[d] un poco, hecho por mi mano, para prueba [...]" (Berlin, 5. VI. 1822). Mit Randläsuren. Alt auf Papierträger montiert.
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Stahr, Adolf, Schriftsteller und Historiker (1805-1876).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. XII. 1875.
½ S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Antiquar Leo Liepmannssohn: "Beifolgend Exemplare der Uebers. des Livius und der Hofmannschen Unb. Bibl. an welchem Buch I u. die Lieferungen von 34-57 fehlen bitte ich Sie zu kompletiren u. mir baldigst - da es ein Weihn[achts] Gesch[enk] sein soll zukommen zu lassen. Zugleich bitte ich Sie mir anzugeben: wie viel ich bei Ihnen gut habe für die Ihnen u. 31 Okt. d. J. gesendeten Bücher [...]". - Auf Briefpapier mit lithogr. Adresse.
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[Stalin, Josef]. - Boris Bazhanov, personal secretary to Joseph Stalin (1900-1982).
Boris Bazhanov's memoirs of Stalin's Kremlin: collection of original typescripts, predating all his published works. [Paris], 1928-1929.
Collection of original typescripts in French with occasional contemporary manuscript corrections in pen (A4 size, single-sided, total 74 pp.) divided into 19 separately titled sections: Section 1: 8 pp.; 2: 4 pp.; 3: 4 pp.; 4: 4 pp.; 5: 5 pp.; 6: 9 pp.; 7: 4 pp.; 8: 5 pp.; 9: 3 pp.; 10: 2 pp.; 11: 3 pp.; 12: 3 pp.; 13: 3 pp.; 14: 4 pp.; 15: 3 pp.; 16: 4 pp.; 17: 2 pp.; 18: 2 pp.; 19: 2 pp.; plus 1 mimeographed copy of a type-script in blue, marked 'Copie', 8 pp.; all sections fastened by original paperclips, pins or clasps (some staining, creasing and marginal tears, Section No. 16, first page, upper-right corner torn with loss to text). This historically important and fascinating series of original typescripts contains Boris Bazhanov's firsthand account of the internal workings of Joseph Stalin's Kremlin, being one of the earliest detailed and reliable accounts of the subject ever presented to a Western audience. Importantly, the typescripts predate Bazhanov's celebrated publications on the subject, and were created in Paris, in late 1928 and early 1929, barely six months after the author arrived in France, following his defection from the Soviet Union. From 1923 until the end of 1927, which saw the rise and consolidation of Stalin's leadership, Bazhanov was the personal secretary to the Soviet leader and one of his most trusted assistants. Critically, he was not only privy to Stalin's daily actions and private meetings, he was also the secretary of the Politburo, being tasked with recording the secret deliberations of the Soviet Union's governing body. However, Bazhanov became horrified by the murderous nature of Stalin's regime, and disaffected from Communism in general, and suddenly left his Soviet life behind by defecting across the Persian border, on New Years' Day 1928. - In the typescripts, Bazhanov recounts top secret and arresting information on Stalin, his interactions with his colleagues and rivals, and the operations of the Soviet government, all in a fashion far more detailed and accurate than any analysis recounted to date. Up to Bazhanov's defection, Westerners had virtually no useful intelligence on the internal workings of the Kremlin, their spy networks failing to embrace any insiders with proximity to the Politburo. Many contemporary analysts of the Soviet regime relied on heresay, if not outright fabrication. Bazhanov, while not himself a decisionmaker, was a silent witness at the very heart of the Kremlin. While he had certainly, by the time of his defection, developed an ardent anti-Stalinist and anti-Communist bias, he seems to have made every effort to be truthful in his recollections, and historians have subsequently backed up his acconts. Today Bazhanov remains one of the most authoritative sources on Stalin's leadership style, as well as early Soviet political history in general. - The various sections of the typescripts embrace several critically important topics, including the Russian Civil War and the Red Army; the GPU (the fearsome Soviet State Police); Bazhanov's biography and his place in the Kremlin; Stalin as a person and leader; Stalin's mechanisms of power and action; the Politburo; Stalin's Opposition; a coup supposedly planned against Stalin by Mikhail Frunze (but which was never realized), the opportunity cost of Frunze's coup having never reached fruition; and the Absolute Power of Stalin. - Detailed description available upon request. Cf. Boris Bajanov, 'Avec Staline dans le Kremlin' [serially issues in 4 parts], Revue de France, 10th year, nos. 18, 19, 20 and 21 (1930); Boris Bajanov, Avec Staline dans le Kremlin (Paris: Les Éditions de France, 1930); Boris Bajanov, Bajanov révèle Staline. Souvenirs d'un ancien secrétaire de Staline (Paris: Gallimard, 1979); Boris Bazhanov (ed. David W. Doyle), Bazhanov and the Damnation of Stalin (Athens, OH: Ohio University Press, 1990).
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Strachwitz, Alfred Graf von, Offizier (1830-1899).
Eigenh. Brief mit U. Skaliczka [Skalice], 12. III. 1854.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Beschwerdebrief an die Redaktion des "Wiener Conversationsblattes" wegen ausgebliebener Zusendungen: "Nachdem der Herr Redakteur Adolf Bäuerle, in seiner Zeitschrift bereits vergangenen Monat ankündigte, an alle Jahresabonnementen die versprochenen Loose bereits abgesandt zu haben, jedoch auf wiederholte Anzeige von meiner Seite, dass ich noch immer nicht dasselbe erhalten habe, seiner Verpflichtung noch immer nicht nachkam, so reklamiere ich dieses Loos und das Montagsblatt welches mir vom 5. März ebenfalls nicht zukam; und ersuche um Zusendung mit umgehender Post [...]". - Adolf Bäuerle (1786-1859) war ein bedeutender Autor des Alt-Wiener Volkstheaters und Teilnehmer an der Revolution von 1848. - Mit Redaktionsvermerk in Tinte.
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[Suez Emergency].
Letters to the father of a Royal Army Officer buried in Fayid British Military Cemetery. Fayed, Stanmore, London, Aylesbury, and Oxford, 1952.
18 documents, of which 7 manuscript, 6 typescript, 4 printed forms filled out by hand, and 1 telegram. Oblong folio (ca. 333 x 405 mm), (oblong) 4to, and (oblong) 8vo. Altogether 35 pp. on 25 ff. With 2 envelopes addressed by hand. Poignant personal archive of condolence letters on the occasion of the sudden death of Royal Army Lieutenant David Arthur Wootton whilst serving in the Suez Canal Zone, to his father, Arthur Henry Wootton. The authors, David Wootton's army colleagues, his superiors, and a family friend, praise his character, give the details of his illness, naming liver failure caused by infectious hepatitis as cause of death, inform him of the upcoming funeral at the Fayed British Military Cemetery and the location of his grave, and announce the possible erection of an expense paid headstone at his gravesite. - 3 handwritten letters by Major Cronin-Coltsmann, Wootton's commanding officer, expressing his own grief ("I shall miss his companionship both on and off duty more than words can express [...]"), giving the timeline of David's illness and describing his funeral, offering to send the photographs he took there to his parents, and bringing up the forwarding of David's personal effects. - Includes a letter from a physician at the Fayed Hospital to another physician in England, discussing Wootton's case and mentioning a shortage of doctors in Fayed at the time of the imminent hepatitis endemic. - Completing the set are a telegram informing Mr. and Mrs. Wootton that their son was placed on the "dangerously ill" list, David's birth and death certificates, the latter granting the deceased's estate to his father, as well as Arthur Henry Wootton's baptism certificate and his warrant certificate, stating that he served with the Territorial Force from 1916. - David Wootton's name is memorialized on the Roll of Honour for all British and Commonwealth personnel who lost their lives whilst serving in the Suez Canal Zone of Egypt during the 1951-54 "Emergency". - Some creasing, otherwise in very good condition.
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Thomka, Sándor, (D. n. e.).
3 eigenh. Briefe mit U. Vác, 4. VII. 1854, 5. X. 1854 und 2. XI. 1854.
Zusammen (1½+3+1 =) 5½ SS. auf Doppelblättern. 4to. In ungarischer Sprache an den Wiener Juristen Ludwig Auinger. - Die Briefe von Juli und Oktober mit eh. Adresse und Siegelresten. Der Brief vom 4. Juli mit stärkeren Randläsuren und Ausriss durch Siegelbruch. Der Brief vom 5. Oktober mit geringem Ausriss durch Siegelbruch.
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Tichy, Josephine, (D. n. e.).
Eigenh. Brief mit U. Pest, 28. III. 1854.
1 S. 8vo. An einen Herrn von Auinger mit der Bitte um Nachforschungen zum Verbleib einer Bittschrift: "Indem ich schon seit 8 Wochen ich hier in Pest bin und durch Herren v. [...] meinen Schwagern durchaus nichts erfaren kan; so wende ich mich jetzt an Ihre Güte und Freundschaft, zu erfaren, waß den mit meiner Bietschrift geschen ist? und ob Sie schon hinab nach Temesvar geschikt ist oder nicht? Diese 2 Punkte bitte ich mir gefelikst mit ersster Post Lieber Herr v Auinger bekannt zu geben [...]". - Gering fleckig und mit kleinen Randläsuren.
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Tiemann, Carl Ludwig Traugott, Theologe und Superintendent (1780-1854).
Eigenh. Brief mit U. Halle, 5. IV. 1838.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse. (Faltbrief). Reste alten Lacksiegels. An Dr. Netto, einen Inspektor der Franckeschen Stiftungen: "Indem Ew. Wohlgebohren ich meinen aufrichtigsten und innigsten Dank für die überaus gütige [...] Wirksamkeit bezeuge, wodurch Sie die große Milderung in der Restangelegenheit meines Neffen des bisherigen Schülers Johannes Tiemann zu vermitteln die Gewogenheit gehabt haben, versichere ich zugleich ausdrücklich und fest: 'daß wofern mein Bruder, der Vater des besagten Schülers Johannes Tiemann, den Schuldrest des letzteren von Suma: buchstäblich Elf Thaler [...] nicht bis zum 1sten Julius d. f. an Ew. Wohlgebohren baar einzahlen wird, ich alsdann unausweichlich gebunden seyn will, eben diesen Schuldrest ohne alle Weiterung Ew. Wohlgeboren aus meinen eignen Mitteln zu zahlen.' Zugleich bemerke ich [...] daß meine vorliegende Versicherung als förmliche Bürgschaft [...] Gültigkeit haben solle. Unter diesen Umständen füge ich die ergebenste Bitte hinzu, daß Ew. Wohlgebohren die freundliche Güte haben mögen, meinem Neffen [...] das Schulabgangszeugniß zu Theil werden zu laßen [...]". - Spuren alter Registratur; das Gegenblatt mit einem kleinen Ausschnitt durch Siegelbruch (keine Textberührung).
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Traub, Gottfried, Theologe und Politiker (1869-1956).
Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 15. VI. 1915.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. An Herrn Bremer, in Antwort auf ein Schreiben vom 31. V. 1915: "Ob Ihnen mit umstehenden paar Worten gedient ist? [...]". Verso: "Das Wort 'Schicksal' gewinnt heutzutage unbeschreiblich mächtigen Klang. Einzelschicksale gehen unter im Volksganzen. Mehr Völker, als man oft leichthin ahnt, stehen heute am Scheideweg ihrer Zukunft. Die Welt liegt in starken Geburtswehen. Glücklich der, der diese Schicksalsstunden nicht über sich ergehen läßt wie ein blindes Verhängnis, sondern sie zwingt, daß er sie miterlebt. Sie reden schwere Sprache u. schreiben ungeheure Schrift. Aber große Wendepunkte des eigenen kleinen Lebens verstanden wir auch erst später ganz. Drum handelt es sich jetzt nicht darum, das, was da wird, zu begreifen, sondern die Augen offen zu halten, um ohne Müdigkeit u. durch Thränen hindurch den Morgen zu schauen [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Hauses der Abgeordneten" in Berlin und mit Spuren alter Montage.
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Traub, Gottfried, Theologe und Politiker (1869-1956).
Eigenh. Visitenkarte. Dortmund, o. D.
2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Pfarrer lic. theol. Traub [dies gedruckt] sendet anbei die Revision u. Correctur u. bittet um Entschuldigung, daß er so vieles korrigiert hat. Es soll in der Revision nicht wieder vorkommen. Aber ich muß allen Wert darauf legen, daß diese Schrift gut wird. Es hängt für mich viel davon ab. Der Titel steht noch nicht fest. Ich habe auf Seite 1 u. 17 deshalb gestrichen. Ich bitte doch H. Diederichs [d. i. der Verleger Eugen Diederichs] zu fragen. Ich habe ihm 3 Titel zur Auswahl genannt. Er möchte der Druckerei den Titel nennen, den er wünsche [...]". - Mit Spuren alter Montage.
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Ulrike Eleonore, Königin von Schweden (1688-1741), Gemahlin König Friedrich I., zweite Tochter König Karls XI.
Brief mit eigenh. U. und eh. Ergänzung. Karlberg, 14. VI. 1715.
2¾ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit adr. Kuvert und Siegel. An ihren Schwiegervater Karl, Landgraf von Hessen-Kassel, zwei Monate nach ihrer Hochzeit: "Weil der H. General Lieutenant von Rancken [d. i. Conrad von Rancke, 1664-1739] nun von hier abgehet und die gnade zu haben Ew. Durchl. auffzuwarten, und Deroselben wegen Vollführung deß Ihm anbefohlenen geschäftes mündtlichen Bericht abzustatten; So habe ich bey solcher gelegenheit nicht unterlaßen wollen mit diesen wenigen Zeilen Ew. Durchl. meiner Töchterlichen ergebenheit demütigst zu versichern. Nach dem die hochwichtige affaire, so von Ew. Durchl. wohlgedachten Herrn General Lieutenant seit einigen jahren committiret gewesen, nunmehro, durch Göttliche schickung, zum erwünschten schluß gediehen, kan ich nicht anders alß Ew. Durchl. deßhalben hierunter erwiesene treue und unermüdeten eyffer höchstens rühmen, auch zu Dero hulde und gnade Ihm geziemend empfelen. Und gleich wie Ich zu meiner besondern freude verspüren können, daß der glückliche ausschlag seiner angewandten bemühung Ew. Durchl. sehr gefällig und angenehm gewesen ist; also habe auch meines ortes ursach auffrichtig zu contestiren, daß ich meinen jetzigen Vergnügten Zustand, in welchem ich nebenst der affection und liebe eines hertzlich geliebten Herrn Gemahls, nicht weniger so vielfältige Proben Ew. Durchl. Vatterlichen tendresse und güte bereits genoßen, gedachten hl. General Lieutenants von anfang her erzeigten zele [Pflichteifer] guten theils beyzumeßen habe. Er wird bey Seiner ankunft nicht ermangeln, wie Ich Ihm solches sehr angelegentlich auffgetragen, Ew. Durchl. die Versicherung meiner hertzlichen ehrerbietigkeit gebührend zu hinterbringen. Ew. Durchl. ersuche Ich gehorsamst, Dieselbe geruhen Ihm darin völligen glauben beyzulegen, und gäntzlich persvadiret zu seyn, daß Ich mit demütigster veneration lebenslang verharre | Ewer Durchlaucht | Getreu ergebeneste, gehorsamere Tochter, und Demütigste Dienerin Ulrica Eleonore". - Mit Spuren alter Heftung. Von alter Sammlerhand mit rötlicher Tinte beschriftet; etwas angestaubt
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Wissmann, Hermann von, Afrikaforscher, Offizier und Kolonialbeamter (1853-1905).
Eigenh. Visitenkarte. O. O., 11. VII. 1902.
1 S. Visitkartenformat. Name und Titel recto in Druck, verso handschriftlich: "Dr. von Wissmann, Gouverneur z. D. Major à la suite der Armee [...]".
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Zaremba, Felician, Diplomat, Prediger und Missionar (1794-1894).
Eigenh. Albumblatt mit U. Eßlingen, 3. XI. 1845.
2 SS. Qu.-12mo. Wohl an den Pfarrer und Dichter Albert Knapp: "Sie erweisen, lieber Albert, mir die Freundlichkeit mich in Ihr Gedenkbuch aufzunehmen, und haben sich dahin ausgedrückt daß Sie etwas Rechtes wollen. Was ist nun aber mehr das Rechte als DER des alles Rechten, Guten, Wahren einige ewige Quelle ist, durch den das unsichtbare Gut (!) sich in wahrnehmbarer Weise kund gegeben und uns sich mitgetheilt hat. Ihm und SEinem am Pfingsttage vor 1800 Jahren über die [...] Menschheit herabgekommenen Geiste, seyen Sie, lieber junger Freund und zum Genusse SEiner Gnade Mitberufener! sammt Ihrer Schwester Sophie, angelegentlich zu Pflege und Beschützung, äußerlich und innerlich! anbefohlen von Ihrem zu gleichem Ziele Mitberufenen und Mitpilger [...]". - Alt auf Papierträger montiert.
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Aicard, Jean François Victor, Dichter, Romancier und Dramatiker (1848-1921).
Eigenh. Albumblatt, das Gedicht "Lied", mit U. Paris, 4. V. 1867.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Dreistrophiges Lied in französischer Sprache: "J'ai dit aux bons vents | Qui heurtent ma porte: | 'Bien loin des vivants | Qu'un souffle m'emporte!' | J'ai dit au soleil: | 'Idéale flamme, | Astre du Réveil, | Aspire mon ame!' | Tout m'a fait défaut, | Vent et feu cèlestes... | Pour monter là-haut, | Amour, tu me restes! [...]". - Veröffentlicht in "Les Jeunes Croyances" bei Alphonse Lemerre (1867, 67-68). - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; stärker fleckig und knittrig, etwas angestaubt.
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Baudissin, Ulrich von, Schriftsteller und Maler (1816-1893).
Gedr. Formular, eigenh. ausgefüllt und eigenh. Brief mit U. O. O. u. D., [nach 1871].
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Das Brieflein wegen Storkloffs & Binzers habe ich nicht erhalten. Die von Ihnen aufgezeichneten biographischen Notizen sind ganz richtig. Da ich aber von meiner Frau geschieden bin, und mein Sohn im Kriege gefallen ist, braucht wohl von meiner Heirath überhaupt nicht die Rede zu sein. Werden Werke aufgeführt, so bitte ich, meinen Vater als den Verfasser einer philosophischen Schrift, betitelt 'Die Natur im Geiste' zu nennen; sie ist mehr werth als Alles, was seine lieben Söhne geschrieben haben. Mein Bruder Adalbert starb im Frühjahr 71 in Wiesbaden [...]". - Neben dem Formular eh. biographische Informationen.
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Bechstein, Ludwig, Schriftsteller (1801-1860).
Eigenh. Brief mit U. M[einingen], 12. V. 1859.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Sankt Mamertus machte gestern eine Faust und brachte mir statt eines Maistraußes einen Husten, der ohnehin nur in ganz milden Tagen arg bleibt, so daß ich mich an den Gedanken gewöhne, Freund Hain wolle sich mit meiner Lunge in eine mir feindliche Verbindung setzen. Auch gut, ich fange an, des Lebens fast müde zu werden. Wenn ich jetzt nach Liebenstein reisen sollte, so hätte ich nicht einmal dazu das Geld. Es ist schrecklich, aber es ist so. Sankt Pancratius zeigt sich galanter, als sein gestriger Vorgänger, u. alles prangt in voller Blüthenpracht. Da wirst auch du aufleben. Ich sende nun den leeren Korb behufs eines wohlthätigen Zweckes, wohlthätig nämlich für mich u. meinen Garten, der doch ein Stück meines Lebens bildet, mindestens im Frühling, und wo das Naturleben doch auf halbe Stunden bisweilen das arge Treiben der gottverfluchten politischen Gauner und Harlekine, wie dieser Napoleon einer ist, vergessen läßt [...] Ich habe eine wundervoll schlagende Nachtigall im Garten, der ich immer Mehlwürmer hinlege. Gestern sitze ich in der Laube, habe in einem Illuminationslampenglas 2 Mehlwürmer, dicht über mir sitzt die Nachtigall und ich denke, sie soll kommen, und sich das Mehlwurmfrühstück schmecken lassen. Plötzlich kommt, ohne mir guten Morgen zu sagen, ein schnödes Finkenweibchen, stößt wie ein Habicht auf das Glas zu, setzt sich auf den dasselbe haltenden Drath, schlingt im Nu beide Mehlwürmer hinunter und eilt ohne Adieu mit gleicher Schnelle wieder von dannen [...] Am 15. geht Kulmbacher nach Liebenstein, und wir können unsre Reise dorthin vorbereiten. Ich gedenke eine Partie Weinfässer loszuschlagen, zum Reisegeld. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott, sagt das Sprichwort. Was thu ich mit leeren Säcken? [...] Ich schließe und sehe mit Freude dem Blumenbeet entgegen [...]". - Tadellos erhalten.
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Bezecny, Anton, Schriftsteller und Angestellter der k. k. Staatsbahn (fl. 1887).
Eigenh. Brief mit U. Franzensbad, 5. VIII. 1887.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Zu dem h. Namensfeste, welches Euere Excellenz am 7. d. feiern, erlaube ich mir ergebenst, meine das ganze Jahr hindurch sich wiederholenden u. gleichbleibenden aufrichtigsten Glückwünsche für Euerer Excellenz Wohlergehen, zum erneuten Ausdruck zu bringen. Wenn auch einer der Geringsten unter den Gratulanten, fühle ich mich doch durch das Bewußtsein gehoben, getragen durch das beglückende Wohlwollen, womit mich Euere Excellenz stets ausgezeichnet haben, nicht der Allerletzte unter ihnen zu sein, und gewiß an Herzlichkeit meiner zum Ausdruck gebrachten Gefühle keinem derselben nachzustehen. Der Curgebrauch hier thut mir recht gut, u. wäre ich bisher recht zufrieden, wenn meine Frau heuer nicht so schwer leidend gewesen wäre. Indeß bessert sich ihr Befinden zusehends. Nicht sicher, ob Euere Excellenz Ihre Villegiatur in Weidling bezogen haben, obwohl ich es hoffe, adressire ich diese Zeilen nach Wien. Schließlich füge ich die Zeichnung meines Zwickers bei, auf den ich im Drange der Geschäfte in Wien zu meinem größten Leidwesen vergessen habe [...]". Beiliegend die erwähnte Bleistiftzeichnung eines Zwickers. - Jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; die Zeichnung stellenweise stark fleckig.
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Buchbinder, Bernhard, Schriftsteller (1849-1922).
Eigenh. Visitenkarte. Wien, 11. II. 1898.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Bernhard Buchbinder [dies gedruckt] sagt dem Herrn Kollegen, der das Referat in Nr. 2. schrieb besten Dank [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; etwas angestaubt und fleckig.
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Claretie, Jules, Schriftsteller und Theaterdirektor (1840-1913).
Visitenkarte mit eigenh. Zusatz. [Wohl Paris, nach 1888].
2 Zeilen. Visitkartenformat. "Jules Claretie, de l'Académie Française Administrateur Général de la Comédie Française [dies gedruckt] avec ses meilleurs compliments". - Jules Claretie war 1885 zum Direktor der Comédie-Française bestellt und 1888 auf "Fauteuil 35" der Académie française berufen worden. - Stärker fleckig; Recto- und Verso-Seite des Papiers fast gänzlich voneinander gespalten.
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Crüwell, Gottlieb August, Historiker, Bibliothekar und Schriftsteller (1866-1931).
Albumblatt mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 Zeile. Visitkartenformat. Gottlieb August Crüwell verfasste die erste deutschsprachige Übersetzung von H. G. Wells' klassischem Science-Fiction-Roman "The War of the Worlds" (1898), die 1901 unter dem Titel "Der Krieg der Welten" erschien. 1924 wurde er Direktor der Universitätsbibliothek Wien. - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und einigen Stecknadeldurchstichen von alter Montage.
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Postkarte mit U. O. O., [1883].
2 Zeilen. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Publizisten und Historiker Wilhelm Lauser in Wien: "herzlichen Dank!". - Mit kleiner Fehlstelle durch Ausriss der Briefmarke (geringfügiger Textverlust).
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Visitenkarte mit U. ("F. D."). Orange, 17. VIII. 1885.
2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Herr Lohmeier [d. i. der Schriftsteller Julius Lohmeier] theilte mir mit, daß er mit Ihnen eine Besprechung seiner Gedichte durch mich vereinbart habe. Hier ist sie, ich bitte ergebenst, mir die Revision zu übertragen und VI Sonderabdrucke auf meine Kosten zu übersenden. Im unerwarteten Fall der Ablehnung erbitte ich umgehende Rücksendung. Mit schönsten Empfehlungen von uns beiden an Sie und Ihre hochverehrte und anmuthreiche Gattin [...]".
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Dahn, Felix, Schriftsteller (1834-1912).
Eigenh. Visitenkarte mit U. ("F. D."). Breslau, 11. VII. 1888.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Herrn Doktor: "Besten Dank für die freundliche und ehrende Einladung. Leider habe ich keine derartige Stoffe [...]".
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Duboc, Charles Edouard [Pseud. Robert Waldmüller], Schriftsteller (1822-1910).
3 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Postkarte mit U. Dresden, 10. II. 1877, 9. XI. 1877, 13. III. 1878 und [Poststempel] 1. II. 1894.
Zusammen (1+1+1+1 =) 4 SS. auf 3 Doppelbll. und 1 Postkarte. (Qu.-)8vo. Die Postkarte mit eh. Adresse verso. Die Briefe wohl an Paul Lindau, Herausgeber der Zeitschriften "Die Gegenwart" und "Nord und Süd": "Nachdem das vorige Jahr verstrichen ist, ohne daß mein kleiner Artikel über die Neuberin [d. i. die Schauspielerin Friederike Caroline Neuber] zum Abdruck gelangte, darf ich mir denselben wohl, in Rücksicht auf den solcher Art verpaßten Jubiläums-Anlaß, von Ihnen zurück erbitten. Eine etwas eingehendere Studie werde ich demnächst an andrer Stelle veröffentlichen [...]" (10. II. 1877). - "Beifolgend, verehrter Herr, gestatte ich mir Ihnen einen Beitrag für die Gegenwart oder für Nord u. Süd zu überschicken. Ich hoffe keine Fehlbitte zu thun, wenn ich Sie um einen rechten Bescheid u., für den Fall der Nichtbenützung, um sofortige Rücksendung ersuche [...]" (9. II. 1877). - "Ich bin so frei Ihnen beifolgend eine humoristische Erzählung, welche am Golf von Neapel spielt, für Ihre Zeitschrift Nord und Süd zu überschicken u. wünsche daß Ihnen dieselbe willkommen sein möge. Trotz der Einleitung u. dem Titel ist sie durchaus Original. Von S. Schottländer wurde Ihnen meine Novelle der Secundant zugesandt. Ich würde Ihnen für eine kurze Besprechung derselben dankbar sein [...]" (13. III. 1878). - Die Postkarte an den Theologen, Philosophen und Lehrer Ludwig Hausmann in Dresden: "Ich bitte, mein neuliches frühes Fortgehen zu entschuldigen, ich mußte ins neustädter Theater, sonst hätte mich Ihr interessanter Vortrag länger gefesselt. Ist Ihnen für nächstes Mal mit irgend etwas gedient, so schreiben Sie mir gütigst eine Zeile, ich hoffte, Sie hätten von Diestel, Dunger oder andern alten Vereinlern etwas in petto, sonst wäre ich bereitwillig eingesprungen [...]" (Poststempel: 1. II. 1894).
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Duller, Eduard, Dichter (1809-1853).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 17. II. 1846.
½ Seite. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An Justizrat Karl Buchner: "Wenn es Sie - wegen der Zeiteintheilung des Drucks - nicht geniren sollte, so möchte ich wohl die Correctur meines Gedichts im Vaterland selbst besorgen, um vielleicht die eine oder anderer Interpunktion zu ändern. Haben Sie nichts dagegen, so bitte ich Sie: mir den Abzug gef. zuzusenden, u. ich werde denselben dann ohne Aufenthalt gleich an Sie oder - wenn Sie wünschen - an die Druckerei zurückschicken [...]". - Mit kleinem Ausriss durch Siegelbruch (keine Textberührung).
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Falke, Robert, Geistlicher und Schriftsteller (1864-1948).
Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 1. IV. 1905.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Freundlichen Dank für Ihren lieben Brief! Gerne werde ich in den nächsten Tagen mit unserem Chef, Oberst von Werder, sprechen und das Resultat unserer Besprechung Ihnen mitteilen. Margot bitte ich, wenn sie kommt, meinen herzlichen Dank für Ihren Brief zu meinem Geburtstage zu sagen. Mit der Einladung zu uns im April scheint es leider kaum etwas werden zu können. Meine Frau soll sich einmal ausspannen und mit 2 Kindern in den Osterferien nach Marburg gehen. Meine Schwägerin kommt während dem zu mir und hilft mit dem Haushalt. In Folge dessen ist das kleine Fremdenbett im Kinderzimmer, darin Margot gewohnt hat, den ganzen April hindurch besetzt. Vielleicht geht es mit Margots Besuch zu einer anderen Zeit [...]". - Mit Bleistiftnotiz von alter Sammlerhand.
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Frey, Adolf, Schriftsteller (1855-1920).
Eigenh. Brief mit U. und eh. Gedicht mit U. Aarau, 3. V. 1895.
3 SS. auf Doppelblatt bzw. 1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für Ihre schöne Recension meines Totentanzes": "Weil diese entschieden und so aus ganzem Holz geschnitzt ist, hat mich das Lob doppelt gefreut. Die ungewöhnliche Ausstattung meines neuesten Werkes entsprang einer zufälligen Verflechtung günstiger Umstände und geht ganz auf meine Initiative zurück [...] Ich erlaube mir, Ihnen für die Monatshefte ein kleines Gedicht zur Verfügung zu stellen, um dessen gefl. Rücksendung ich bitte (als Drucksache), sofern es nicht convenirt. Es ist aus nur zwei Strophen bestehend, ursprünglich in meinen 'Gedichten' (1886) erschienen und darf nun füglich als etwas völlig Neues betrachtet werden [...]". Die "ungewöhnliche Ausstattung" des im Verlag H. R. Sauerländer & Co. in Aarau erschienenen Werkes wird sich wohl auf die Verwendung von Fabriano Bütten beziehen, auf dem die Gedichtüberschriften und Initialen karminrot gedruckt waren. - Beiliegend das erwähnte Gedicht, betitelt "Nachtlied": "Zwischen den Stämmen | Am Eichenhang | Schreiten die Schatten | Verstohlenen Gang. | Sieh, nur die Sterne | Funkelnd verglühn! | Sieh, wie die weißen | Wolken ziehn! | Hoch aus den seligen, | Leuchtenden Höhn | Hörst du die himmlischen | Stimmen gehn? | Sieh, wie die Gründe | Verschwiegen ruhn | Laß uns zur Stunde | Ein Gleiches thun!"
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Freytag, Gustav, Schriftsteller (1816-1895).
Eigenh. Brief mit U. [Breslau], 9. III. 1865.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Redakteur Theodor Oelsner: "In der Tendenz Sie in Ihrer Wohnung aufzusuchen, werde ich durch ein Geschäft verhindert. Ich wage daher die ergebenste Bitte, daß Sie, falls Sie heut gegen Abend in der Nähe des Molinarischen Hauses [d. i. wohl das Großhandelshaus der Brüder Leo und Theodor Molinari in Breslau] verweilen sollten, mir die Freude machen, und eintreten. Von 7-8 Uhr bin ich jedenfalls im Hause. Zürnen Sie nicht, daß ich dem Wunsch Sie persönlich zu besuchen, in so ungehöriger Weise nachgebe, ich bin leider genöthigt morgen früh wieder abzureisen [...]". - Mit kleinen Randläsuren und stellenweise etwas gebräunt.
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Galsworthy, John, Schriftsteller und Dramatiker (1867-1933).
Eigenh. Brief mit U. [London], 23. IV. 1913.
1 S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert. An den Schriftsteller W. A. Eberwein: "If the enclosed little poem is of any use to you, it is at your service, for the purposes of your Collection for Flower-day [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Adresszeile; das Kuvert mit ausgeschnittener Briefmarke.
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Groener, Maria, Schriftstellerin (1883-1937).
Eigenh. Gedicht mit Namenszug im Titel. O. O. u. D.
1 S. 4to. Dreistrophiges Gedicht "Das Mutterlied des Namenlosen": "Um eine Mutter winde | Blumen | Und Kränze und Bande aus Blüten und aus Früchten | Wann eine Mutter du hast [...]". - Auf Transparentpapier und mit kleinen Randläsuren.
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Grotthuß, Jeannot Emil von, Publizist, Literaturkritiker und Dichter (1865-1920).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. XII. 1896.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An die Redaktion des von Maria Josefa Stoffella d'Alta Rupe (1843-1921) herausgegebenen "Salon (Oesterreichisches Adelsblatt)" mit dem Angebot, Beiträge zu liefern: "Gestatten Sie mir die höfl. Anfrage, ob Ihnen Beiträge aus meiner Feder für Ihren 'Salon' erwünscht wären. Ich bin langjähriger ständiger Mitarbeiter am hiesigen 'Deutschen Adelsblatte' und anderen Zeitschriften ersten Ranges [...]. Eventuell könnte ich Ihnen daher sowohl zeitgeschichtliche Betrachtungen, als auch literarische Beiträge, Feuilletons u.s.w. liefern. Bemerken muss ich freilich, daß ich genöthigt bin, auf angemessene Honorierung zu sehen [...]" - Zwei Jahre nach der Anfrage an den "Salon" gründete Grotthuß die Zeitschrift "Der Türmer, Monatsschrift für Gemüt und Geist", die "zu einem der wichtigsten kulturpolitischen Organe der Wilhelminischen Zeit" wurde. "[...] In der Rubrik 'Türmers Tagebuch', die Grotthuß selbst schrieb, attackierte er keineswegs nur die Sozialdemokratie, sondern auch Hofadel, Geldaristokratie und Industrie, denen er 'Byzantinismus', Klassenjustiz und 'politisches Eunuchentum' vorwarf. 1918 stand Grotthuß auf seiten der alten Ordnung gegen die Republik und wurde zum erbitterten Verfechter der Dolchstoßlegende. Als Grotthuß 1920 starb, war der 'Türmer' - wie eine Würdigung mit Recht feststellte - 'auf dem besten Wege dazu, einer der stärksten und gefährlichsten Gegner des Weimarer Systems' zu werden. 'Der Türmer' bestand noch bis 1942" (NDB, s. v.). - Mit Spur von alter Montage und Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Hackländer, Friedrich Wilhelm, Schriftsteller (1816-1877).
Eigenh. Brief mit U. Leoni am Starnberger See, 2. X. 1875.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen nicht namentlich genannten Empfänger: "Verzeihen Sie, aber die Sorge war eigentlich ganz überflüßig doch sage ich meinen Dank für die angenehme Aussicht und bitte die Erzählung an Buchhändler A. Kröner [d. i. Adolf von Kröner] nach Stuttgart zu senden den ich in einigen Tagen zu sehen hoffe [...]". - Hackländer gründete nach mehrjähriger Tätigkeit am württembergischen Hof 1850 die Künstlergesellschaften "Die Glocke" und "Das strahlende Bergwerk", an denen u. a. Franz Liszt und Emanuel von Geibel teilnahmen. Als Publizist war er an der Gründung der "Hausblätter" (1855) und des Familienblatts "Über Land und Meer" (1857) beteiligt. Neben seiner literarischen Tätigkeit war Hackländer seit 1859 Bau- und Gartendirektor König Wilhelms I. von Württemberg und beteiligte sich u. a. an der Gestaltung der Stuttgarter Schloßparkanlagen. Mitte der 1860er Jahre zog er sich als freier Schriftsteller nach Leoni am Starnberger See zurück. - Auf Briefpapier mit lithogr. Briefkopf.
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Hagen, Wilhelm, Schriftsteller (1883-?).
Eigenh. Brief mit U. München, 11. II. 1915.
2 SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to. An Herrn Rieß: "Ich weiß zwar nicht, wie ich mir Ihre Bewunderung verdient habe, komme aber Ihrer Bitte nach einem Autogramm gern nach und sende Ihnen angebogen ein Wort aus der 'Künstlertragödie' Feuerzauber, die ich eben umarbeite [...]". - Auf dem Gegenblatt das angekündigte Zitat mit eh. Unterschrift: "Für einen Künstler giebt es letzten Endes nur zwei Dinge, die das Leben lebenswert machen: Lorbeer und Liebe [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Halbe, Max, Schriftsteller (1865-1944).
Eigenh. Brief mit U. München, 2. II. 1910.
1 S. 4to. An einen nicht namentlich genannten Empfänger bezüglich einer Festrede für den Schriftsteller Paul Heyse: "In Eile nur die Mittheilung, daß im Programm der hiesigen Heyse-Feier eine Festrede aus verschiedenen Gründen nicht vorgesehen ist. Sollte sie trotzdem noch stattfinden [...] so würde Ludwig Fulda sie halten, der seit vielen Jahren Heyse freundschaftlich nahe steht. Ich bedaure also, in dieser Sache Ihnen nicht dienen zu können [...]". - Der von den Naturalisten beeinflußte Schriftsteller war "mit einer Reihe von Literaten und bildenden Künstlern befreundet, nahm regen Anteil am gesellschaftlichen Leben, gründete 1895 das 'Intime Theater für dramatische Experimente' und war 1899 Mitbegründer der 'Münchner Volksbühne' [...] Teile seines Oeuvres ließen sich für den Blut-und-Boden-Kult vereinnahmen. Auch aus diesem Grund verlor Halbe - obwohl zu seiner Zeit einer der meistgespielten Dramatiker - nach 1945 an Bedeutung für das deutsche Theater" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. Gefaltet.
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Herrig, Hans, Journalist und Schriftsteller (1845-1892).
Eigenh. Brief mit U. B[erlin], 14. XII. 1874.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Sein Sie mir nicht böse, daß ich Sie solange auf einen Artikel warten ließ, die mannigfachsten Hinderniße, eine größere Arbeit und meine ziemlich umfangreiche feuilletonistische Thätigkeit verhinderten mich daran. Ich übersende Ihnen nun einen Artikel, allerdings auf die Gefahr hin, daß Sie schon anderweitig versehen sind. Sollten Sie jedoch geneigt ein, ihn aufzunehmen, so würde zwischen Weihnachten und Neujahr ein zweiter, eine Schilderung des Berliner Weihnachtstreibens etc. kommen und könnte ich circa alle 14 Tage Ihnen einen neuen senden über künstlerische und literarische Dinge, auch einzelne Bücher, so wie über amüsante und interessante städtische Sachen [...] Sollten Ihnen meine etwas spät kommenden Anträge noch recht sein, so bedarf es nur der Übersendung eines Abdruckes des beiliegenden Artikels. Was das Honorar anbelangt, so schlage ich Ihnen eins von 5 Thalern für einen jeden Artikel von der Länge des vorliegenden (oder auch bisweilen einmal etwas längeren) vor [...]".
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Hesekiel, Ludovica, Schriftstellerin (1847-1889).
Eigenh. Brief mit U. Potsdam, 6. III. 1887.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen "Herrn Pastor": "Mit bestem Dank für Ihre letzte liebenswürdige Sendung erfolgen heut: Franz Kugler, Friedrich Friedrich [d. i. der Schriftsteller Hermann Friedrich Friedrich], Theodor Fontane, Robert Schweichel [d. i. der Journalist und Schriftsteller Robert Schweichel]. Prinz Friedrich Carl [d. i. der Generalfeldmarschall und Prinz von Preußen Friedrich Karl Nikolaus] kann ich nur dictirten Brief mit eigenhändiger Unterschrift abgeben. Die betr. Generale aus dem letzten Kriege besitze ich leider nicht, da ich dergleichen nicht sammle. Eine Doubletten-Liste sende ich Ihnen, wenn möglich nach Ostern, bis dahin bin ich zu sehr beschäftigt, muß dann aber mal wieder ernstlich ans Ordnen und Ergänzen meiner Listen gehen [...]".
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Isolani (d. i. Isaacsohn), Eugen, Journalist und Theaterkritiker (fl. 1909).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 3. X. 1909.
1 S. 8vo. An einen Professor: "Beschäftigt mit einer Anthologie 'Weihnachten im Liede' finde ich Ihr Gedicht 'Weihnachten' ('O heil'ge Nacht, ersehnt in Kinderträumen'), das ich gern meinem Büchlein einreihen möchte. Nun soll aber mein Büchlein für 10 Pfennige verkauft werden, um die breiteste Masse des Publikums der Lyrik zu gewinnen. Und da bin ich nun nicht in der Lage, ein Honorar zu zahlen, wenigstens kein solches, das irgendwie nennenswert wäre & das ich wagen könnte, Ihnen anzubieten. Würden Sie nun wohl geneigt sein, mir Ihr Gedicht für den genannten Zweck honorarfrei anzuvertrauen? Ich würde Ihnen dankbar sein & ich darf mich wohl bei dieser Gelegenheit darauf berufen, daß ich gelegentlich Ihres 60. Geburtstages im 'Berl. Börsen-Courir' über Sie ein Artikelchen brachte [...]". - Mit einigen Randläsuren und zwei kleinen mit Klebefilmstreifen hinterlegten Einrissen im Mittelfalz.
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Krassnig, Rudolf, Schriftsteller und Journalist (1861-1909).
Eigenh. Postkarte m. U. ("R. Krassnigg"). Wien, 19. II. 1908.
8 Zeilen. Postkartenformat. An den Schauspieler Franz Fischer (1857-1934) in Brunn am Gebirge: "Werde gewiss nicht vergessen. Aber vor Ende März nicht möglich. Bitte mir nichts in die Redaktion zu senden [...]". - Der Eisenbahner wurde 1885 Mitarbeiter der Zeitschrift "Junger Kikeriki". 1887 trat Krassnig in die Redaktion der "Österreichischen Volks-Zeitung" ein. - Auf Postkarte mit Porträtfotografie Krassnigs. Angeschmutzt.
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Kühl, Thusnelda, Schriftstellerin (1872-1935).
Eigenh. Briefkarte mit U. ("Thusnelda Petersen, geb. Kühl"). Nortorf in Holstein, 17. II. 1915.
2 SS. Qu.-8vo. An einen Herrn Riess: "Es freut mich immer besonders, wenn man in Oesterreich Gefallen findet an meinen Büchern, denn seit 1864 ist es Tradition in meiner Heimat, Ihren Landsleuten zugetan zu sein. Das sind wir nur heute wohl noch mehr als je. Drum auf treue Bruderbruderschaft - nicht nur in der Front, sondern weit dahinter! [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und kleinen Stecknadeldurchstichen von alter Heftung.
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