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Esmarch, Friedrich von, Chirurg (1823-1908).
Eigenh. Brief mit U. Kiel, 5. VII. 1871.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Wenn Sie Ihren Patienten herschicken wollen, so will ich gerne versuchen, ihn zu heilen, entweder durch Neurectomie oder durch Unterbindung der Carotis, was in neurer Zeit gute Resultate gegeben hat [...]".
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Francé, Raoul Heinrich, Botaniker, Mikrobiologe, Natur- und Kulturphilosoph (1874-1943).
Eigenh. Briefkarte mit U. ("RHFrancé"). O. O. u. D.
1 S. Kl.-8vo. An einen Baron (wie von alter Hand angemerkt) Gleichen-Russwurm, wohl der Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Kulturphilosoph Alexander von Gleichen-Russwurm (1865-1947), ein Urenkel Schillers: "Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihre liebenswürdige Einladung, von der ich sehr gerne Gebrauch machen werde. Nur möchte ich Sie bitten, mich für die nächste Zeit gütigst entschuldigen zu wollen, da ich durch Berufsgeschäfte vor Ostern in aussergewöhnlichem Masse in Anspruch genommen bin [...]".
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Franz, Marie-Louise von, Altphilologin, Mitarbeiterin von C. G. Jung und praktizierende Psychotherapeutin (1915-1998).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 5. X. 1968.
½ S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Professor betr. "Ihrer Anfrage [...] punkto evtl. 'Jahrbuch'Edition". - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
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Gerhardt, Carl Jakob Christian Adolf, Internist (1833-1902).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 20. X. 1894.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Kollegen: "Herrn [...], den Sie an mich zu empfehlen die Güte hatten, habe ich gestern gesehen. Die Natur der Anfälle scheint mir ausser Zweifel. An Ursachen ist Nichts aufzufinden, ausser ddass die Anfälle jedesmal nach reichlichen Mahlzeiten [...] kommen [...]". - Beiliegend zwei eh. Brieffragmente und eine unbeschr. Visitenkarte.
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Hedin, Sven, Asienforscher (1856-1952).
Eigenh. Brief mit U. Stockholm, 30. VIII. 1912.
1 S. Kl.-4to. Mit eh. adr. Kuvert. An den mit ihm befreundeten schwedischen Seeoffizier und Diplomaten Olof Gyldén zur Übersundung von Papieren: "Jag hittade igår bifogade papper på mitt bord och har en förnimmelse att det tillhör Dig. Det var bara roligt att få se om Dig under de nattliga timmarna. Walther [wohl der Geologe und Paläontologe Johannes Walther] följde mig till landet igår på halfannan timme […]" (Übers.: "Gestern fand ich beigefügte Papiere auf meinem Schreibtisch und habe das Gefühl, daß sie Dir gehören. Es ist nur lustig, Dich während den nächtlichen Stunden wieder zu sehen. Walther ist mir gestern während einer halben Stunde aufs Land gefolgt […]".).
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Kußmaul, Adolf, Mediziner (1822-1902).
Eigenh. Visitenkarte mit U. O. O. u. D.
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Es wird mir grosse Freude machen, Sie morgen frühe [!] 11½ Uhr bei mir zu sehen". - Mit kleinen Montagespuren.
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Olshausen, Robert von, Gynäkologe und Geburtshelfer (1835-1915).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 28. VI. 1894.
¾ S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Baron: "Ich bleibe bis Ende Juli hier und stehe deshalb am 12ten Juli (sowie an jedem andern Wochentage, außer Mittwochs) gerne zu Diensten. Die Stunde zwischen 3 u. 3½ Uhr ist mir am passendsten [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und kleinen Montagespuren verso.
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Quincke, Heinrich Irenaeus, Internist (1842-1922).
Eigenh. Briefkarte mit U. Kiel, 5. IX. 1898.
1½ SS. Qu.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Kollegen mit der Bestätigung des Erhalts einer Einladung zu einem Komitee: "[...] Ich bitte nur mein Ausbleiben entschuldigen zu wollen, da ich erst am 14. meine Ferienreise antreten kann, die mich nach der Schweiz führt. Ich habe mit Rücksicht auf den in dieser Woche hier tagenden Hygiene Congress Kiel nicht eher verlassen können [...]".
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Sauer, August, Germanist und Literaturwissenschaftler (1855-1926).
Eigenh. Brief mit U. Prag, 15. IX. (o. J.).
3½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Dankt einem unbekannten Adressaten ("Herr Doktor") für die Zusendung des ersten Bandes einer Arbeit zur Literaturgeschichte und hofft auf baldige Fortsetzung: "[...] Dass mir unter diesen Umständen die Fortsetzung des wichtigen Werkes am Herzen liegt, brauch ich Ihnen nicht erst zu sagen. Ich wollte, ich könnte dabei mitwirken, dass die Mittel dazu von berufener Seite bereitgestellt würden. Leider reicht mein Einfluss nicht weit genug. Ich will aber, wenn der erste Band seinen Weg gemacht hat, mit Prof. Rietsch darüber sprechen, ob sich die Fortsetzung nicht beschleunigen liesse. Unterbleiben darf sie in keinem Fall. [...]". - Seit 1892 lehrte August Sauer Deutsche Sprache und Literatur an der Karl-Ferdinands-Universität in Prag. Er gründete im Jahr 1894 die literaturhistorische Zeitschrift Euphorion, die heute noch vom Universitätsverlag Winter herausgegeben wird. - Spuren alter Faltung.
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Say, Jean-Baptiste, French economist and businessman (1767-1832).
Autograph letter signed. Paris, 19. X., no year.
8vo. 1 page on bifolium. With integral address panel. To his aunt, sending two bottles of Malaga: "Voici, Ma chere Tante, deux couples de bouteilles de Malaga pour assaisonner vos seconds déjeuners. C'est bien peu mais il ne rien en pas resté beaucoup, apres avoir partagé avec quelques amis un baril, qu'on m'avait cedé du haire [...]". - Jean-Baptiste Say had classically liberal views and argued in favor of competition, free trade, and lifting restraints on business. He is best known for Say's Law, also known as the law of markets, which he popularized. - Small hole from breaking the seal (not touching text).
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Schanz, Georg von, Rechts- und Staatswissenschaftler (1853-1931).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. Würzburg, o. D.
2 SS. Visitkartenformat. Auf lithographiertem Vordruck "Dr. Georg Schanz, Professor der Nationalökonomie Würzburg", verso handschriftlich "Meine besten Glückwünsche!". - Schanz lehrte ab 1880 an der Universität Erlangen und ab 1882 in Würzburg. Im selben Jahr gründete er die Zeitschrift "Finanzarchiv", als deren Herausgeber er fortan tätig war. Schanz begründete bereits zwei Jahre später die Zeitschrift "Bayerische Wirtschafts- und Volksstudien" und gab diese fortan ebenfalls heraus. In den Jahren 1910 bis 1920 war er als Direktor des Verwaltungsausschusses der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg tätig. Georg von Schanz war der Bruder des Philologen Martin von Schanz.
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Schanz, Martin, Philologe (1842-1914).
Visitenkarte mit eigenh. Widmung. Carlsbach ["Fremdenhotel Zimmer 8"], 14. IX. 1878.
2 SS. Visitkartenformat. Bittet einen namentlich nicht genannten Adressaten um den Abdruck einer Abhandlung in dessen Zeitschrift und erkundigt sicht nach dem Fortgang einer weiteren Arbeit: "[...] erlaubt sich Ihnen anbei eine kleine, aus der Feder des Hn Gerichtsassessors Dr. Jentsch in Chemnitz stammende Abhandlung zu übersenden mit der bitte, dieselbe zum 19. Sept in Ihrem geschätzten blatte zum Abdrucke zu bringen und ihm einige Exemplare der betr. Hefte zukommen zu lassen. Gleichzeitig benutzt er die Gelgegenheit sich zu erkundigen was aus dem Ihren im vor. Jahre zugegangenen Abschnitt aus Castelars 'Leben Lord Byrons' geworden [...]". - Schanz studierte Klassische Philologie und habilitierte sich 1870 in Würzburg. In den Jahren 1870-1873 unternahm er Reisen nach Oxford, Rom und Venedig um dort aufbewahrte Handschriften Platons zu kollationieren. Schanz erfuhr in Würzburg große Anerkennung für seine Forschungen und wurde im Jahr 1900 in den Adelsstand erhoben. Martin von Schanz war der Bruder des Rechts- und Staatswissenschaftlers Georg von Schanz. - Auf lithograph. Vordruck "Cavaliere Prof. Schanz".
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Scheel, Mildred, Ärztin und Gründerin der Deutschen Krebshilfe (1931-1985).
Briefausschnitt mit eigenh. U. O. O., [um bzw. nach 1974].
½ S. Qu.-schmal-8vo. "Die Deutsche Krebshilfe will und kann nur Anstöße geben, von denen sie hofft, daß der Staat, den sie aus der Pflicht gegenüber seinen kranken Bürgern nicht entlassen möchte, diese dann, wenn sie Erfolg zeigen, übernimmt".
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Scheller, Immanuel Johann Gerhard, Altphilologe und Lexikograph (1735-1803).
Eigenh. Schriftstück mit U. Brieg, 13. V. 1795.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit Siegel. Berichtet vom Fleiß zweier Schüler und hofft auf eine Besserung derer Lebensumstände: "Die beyden Gymnasiasten, Joh. Friedr. Wilhelm von Loos und Christ. Ludw. Raphael von Loos, Gebrüder, haben mehrere Jahre hindurch das hiesige Bürgl. Gymnasium besucht, und [...] in den Lectionen nach Beschaffenheit ihrer damaligen Lage ziemlichen Fleiß bewiesen. Wahrscheinlich würde, bey vortheilhaftern Glücksumständen, ihr Fleiß noch größer gewesen seyn. Auch ist ihr sonstiges Betragen so beschaffen gewesen, daß man damit hat zufrieden seyn können. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß Gott [...] obgedachte beyden Brüder von Loos in die möglichst vortheilhafteste Lage setzen [...] wolle, damit sie durch derselben thätige Unterstützung das Ziel ihrer Wünsche erreichen mögen. [...]". - Scheller studierte Theologie und Philosopie an der Universität Leipzig und wurde im Jahr 1761 Rektor des Lyceums in Lübben in Niederlausitz. Nachdem Scheller dort über zehn Jahre lang tätig gewesen war, wurde er 1772 Rektor und Bibliothekar des königlichen Gymnasiums in Brieg. Er spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der lateinischen Lexikographie. - Spuren alter Faltung.
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Scheller, Immanuel Johann Gerhard, Altphilologe und Lexikograph (1735-1803).
Eigenh. Schriftstück mit U. Brieg, 19. III. 1800.
1 S. Quer-8vo. Ein Gedicht zum Andenken an Schellers namentlich nicht genannten Lehrer: "Geschicklichkeit, Bescheidenheit, zwey seltne Schwestern neuer Zeit, die sich, Gott weiß warum? sich öfter trennen Und doch sich Schwestern nennen die, solls dem Menschen wohl ergehen, soll unser Ehre, Ruhm und Glück bestehen, sich schwesterlich einträchtig küssen, Und stets beysammen bleiben müssen [...] Obiges schrieb zum Andenken an seinen Lehrer [...]". - Scheller studierte Theologie und Philosopie an der Universität Leipzig und wurde im Jahr 1761 Rektor des Lyceums in Lübben in Niederlausitz. Nachdem er dort über zehn Jahre lang tätig gewesen war, wurde Scheller 1772 Rektor und Bibliothekar des königlichen Gymnasiums in Brieg. Er spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der lateinischen Lexikographie.
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Schenkl, Karl, Altphilologe (1827-1900).
Eigenh. Brief mit U. Innsbruck, 19. V. 1859.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Erklärt sich zu ausständigen Zahlungen an die Königliche Bibliothek bereit und bietet einen Zuschlag für die Übersendung eines Buches aus Paris an: "Auf Ihren gütigen Brief erlaube ich mir sogleich zu antworten, daß ich mich sehr gerne dazu bereit erkläre, an die königl. Bibliothek eine Entschädigungssumme zu bezahlen, falls dieselbe jenes Werk zurücknehmen will. Ich bitte mir daher gütigst bekannt zu geben, welche Summe ich zu erlegen haben werde, worauf ich das Geld sogleich übersenden werde. [...] Was übrigens den Harpocration von Bekker anbetrifft, der in Paris für die hiesige Bibliothek erstanden wurde, so bitte ich das Buch an die Bibliothek zu übersenden. Sollte dies aber Ungelegenheiten verursachen, so könnte ein entsprechender Betrag zu jener Entschädigungssumme zugeschlagen werden. [...]". - Schenkl wurde im Jahr 1858 zum ordentlichen Professor für Klassische Philologie an die Universität Innsbruck berufen, wo er ab 1860 das Philologische Institut errichtete. Bereits 1863 wechselte er nach Graz, später nach Wien, wo er bis zu seiner Eremitierung tätig war. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf "Bath". Spuren alter Faltung. Minimaler Tintenabklatsch.
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Scherer, Wilhelm, Germanist (1841-1886).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 22. II. (o. J.).
1 S. 12mo. (88 x 91 mm). An einen unbekannten Adressaten: "Ich erfülle hierdurch Ihren Wunsch". - Während seiner Studienzeit in Berlin stand Scherer in Kontakt mit Jacob Grimm, dessen Leben und Werk er sein erstes Buch widmete. Im Jahr 1864 habilitierte er sich an der Universität Wien und übernahm 1868 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie. Vier Jahre später wurde er an die Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg berufen, kehrte nach fünf Jahren aber schließlich nach Berlin zurück, wo er den neu geschaffenen Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte antrat.
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Scherr, Johannes, Kulturhistoriker und Schriftsteller (1817-1886).
Eigenh. Brief mit U. Zürich, 9. IX. 1872.
1 S. 8vo. Vermutlich an seinen Verleger adressiert, dem er auf Grund seiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung nicht zusagen könne. Außerdem erwähnte er seine Absicht, einige Artikel für die Zeitschrift "Die Gartenlaube" zu verfassen: "Ich bin leider nicht im Falle, auf Ihre freundliche Zuschrift im entsprechenden Sinn zu antworten. Allerdings habe ich meine Absicht, eine ausführliche und, [...] mündige Biographie Göthe's zu schreiben, nicht aufgegeben, sondern dieselbe sogar [...] gezeitigt, daß ich mich entschloß, als Präludium zu dem Werke selber eine Reihe von Göthe-Artikeln für die Gartenlaube zu schreiben. Diese Artikel sind speziell für Frauen bestimmt. Allein ich bin nocht nicht dazu gekommen, auch nur einen dieser Artikel zu schreiben, weil meine Lungen- und Gemütsverfassung schon seit einiger Zeit eine solche ist, daß ich an zusammenhängendes, ernstes Arbeiten gar nicht denken kann. Ihr publizistisches Unternehmen ist gewiß sach- und zeitgemäß, aber für jetzt kann ich eine aktive Antheilnahme von meiner Seite nicht zusagen [...]". - Scherr war von 1840 bis 1843 als Lehrer an der Privatschule für Taubstumme seines Bruders in Winterthur tätig. Nach der gescheiterten Revolution floh er 1849 in die Schweiz und stieg dort zum Professor für Geschichte am Polytechnikum Zürich auf. - Spuren alter Faltung.
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Schimper, Wilhelm, naturalist and botanist (1804-1878).
Secretarial letter. Sinai, 1 June 1836.
8vo. 1 page. With integral address panel on verso. To the Freiburg professor of Botany, Karl Julius Perleb (1794-1845), concerning his latest expedition to Arabia. He apologizes for not being able to write, as he is tortured by "ophthalmia" (likely Trachoma), but informs the recipient that the journey went well and that he was able to deposit a large number of specimens for him in Alexandria, intending to send them as soon as he arrives there. Schimper plans to take a closer look at camels and buffalos. Unfortunately a part of his specimens collected in the preceding year have fallen into unfaithful hands, following the death of a friend, but they should by now have been posted to the addressee. However, Schimper wonders about the state of the boxes' contents and promises to reimburse the recipient for any damage: "Ich bin zurück aus Arabien allein ich kann Ihnen nicht schreiben, weil mich seit 40 Tagen Ophthalmie martert. Die Reise ist gut abgelaufen. Es ist vieles für Sie in Alexandrien deponirt, das ich absenden werde wenn ich dorthin komme. So bald ich mich besser befinde werde ich mich an Kameelen u Büffeln versuchen. Ein Theil m[eine]r Sammlungen für Sie vom vorig[en] Jahr war nach dem Todt meines Freundes [...] in untreue Hände gerathen. Ich habe jedoch erfahren daß die Kisten abgesendet wurden. Was nun angekommen ist u in welchem Zustand die Sachen weiß ich nicht, aber ich stehe auf jeden Fall gut dafür. Ich mache Gebrauch von dem mir übermachten Credit wofür ich später Rechnung ablegen werde [...]".
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Schlegel, August Wilhelm, Literaturhistoriker und Indologe (1767-1845).
Eigenh. Brief mit U. Bonn, 18. II. 1839.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Ankündigung eines neuen Bandes seiner Vorlesungen, Dank für die Zusendung eines Nachdrucks und einem Bericht vom Erfolg der englischen Übersetzung: "Ich verspreche Ihnen, die Zwischenzeit der Muße ausschließlich der Durchsicht meiner Vorlesungen zu widmen, dennoch hoffe ich Ihnen den ersten Band zeitig im Frühlinge, und das übrige gegen den nächsten Herbst liefern zu können. [...] Ich sage Ihnen meinen verbindlichsten Dank für den Wiener Nachdruck der Vorlesungen, der hier zu Lande eine Seltenheit ist. Ich hatte bereits in meiner Bibliothek einen Wiener und einen Schwedischen Nachdruck meiner Gedichte. Von der Englischen Übersetzung meiner Vorlesungen sind in Nordamerica vier Nachdrucke erschienen. In England, wo kein Nachdruck erlaubt ist, war die ganze Auflage seit Jahren erschöpft, das Buch ist aus dem Buchhandel verschwunden, und ein Exemplar gilt den doppelten Preis. Überhaupt scheint mir das ausländische Publicum gewogener zu seyn, als das deutsche [...]". - Schlegel hatte seit 1818 den Lehrstuhl für Indologie an der Universität Bonn inne. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete er an der lateinischen Übersetzung des "Ramayana", eines indischen Nationalepos, das zwischen 1829 und 1838 in drei Bänden erschien.
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Schleiden, Matthias Jacob, Botaniker (1804-1881).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wiesbaden, 3. XII. 1879.
1 S. 8vo. "'Gebrauche die Lehre nicht als Krone um damit zu glänzen und nicht als Spaten um damit zu graben' Rabbi Zadok". - Nach seiner Tätigkeit als Ordinarius und Leiter des Botanischen Gartens der Universität Jena, folgte Schleiden 1863 einem Ruf an die Universität Dorpat, der heutigen Universität Tartu in Estland. Da es dort zu Missverständnissen und Streitereien mit der Kirche kam, nicht zuletzt weil Schleiden als einer der ersten deutschen Botaniker Darwins Evolutionstheorie akzeptierte, kehrte er bereits ein Jahr später nach Deutschland zurück und ließ sich in Dresden nieder. Fortan war Schleiden als Privatgelehrter in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt am Main tätig. - Auf der Rückseite Akquisitionsvermerk des Sammlers, datiert 05.12.1879.
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Schleiden, Matthias Jacob, botanist (1804-1881).
Autograph letter signed. Dresden, 18 March 1870.
8vo. 1½ pp. In German, to his father, asking him to pay a (formerly enclosed) bill, as sending money is very costly for him, and promising to repay the funds as soon as they meet in either Leipzig or Dresden. He mentions the loan of "Parnaso lusitans" in 5 volumes from the Dresden library, inquiring whether he is to send it to Linchen: "Der Grund meines heutigen Schreibens ist eigentlich die Bitte, dass du so freundlich bist die beifolgende Rechnung, die leider nach der Abreise von Leonore eintraf zu bezahlen und quitiren zu lassen. Das Uebersenden der Gelder ist so weitläufig und kostspillig [!]. Sobald einer von uns nach Leipzig oder von Euch nach Dresden kommt, werde ich mit Dank die Rechnung einlösen. Für Linchen habe ich augenblicklich den Parnaso lusitans 5 Bände 12o, von hiesiger Bibliothek in Händen und frage an, ob sie das Werck gebrauchen kann und ob ich es ihr senden soll [...]". - Traces of old folds.
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Schliemann, Heinrich, Archäologe (1822-1890).
Eigenh. Albumblatt mit U. Leipzig, 9. IX. 1880.
1 S. Qu.-8vo. Auf etwas größeren Papierträger aufgezogen. "Wird deine Jugend gemartert und beraubt, so blüht sie dir im Alter nach, wie der Rosenstock, dem im Frühling die Blätter ausgerissen werden, im Winter Rosen trägt. So hoffe, Erdensohn." - Rückseitig der Akquisitionsvermerk eines Sammlers, datiert 11. IX. 1880.
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Schlossar, Anton, Bibliotheksdirektor und Schriftsteller (1849-1942).
Eigenh. Albumblatt mit U. Graz, 2. II. 1881.
1 S. Qu.-8vo. "Willst du deines Volkes Geschichte erkennen, Mußt du dich Kenner des Volkes nennen!". - Nach seiner Promotion an der juridischen Fakultät im Jahr 1873 war Schlossar am Landesgericht Steiermark tätig. Später wechselte er an die Universitätsbibliothek Graz, deren Direktor er von 1903 bis 1910 war. Er ist vor allem durch seine Publikationen zur steirischen Kulturgeschichte bekannt. - Auf der Rückseite Akquisitionsvermerk des Sammlers, datiert 02.02.1881.
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Schlossar, Anton, Bibliotheksdirektor und Schriftsteller (1849-1942).
Eigenh. Brief mit U. Graz, 3. XII. 1880.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bittet "Euer Hochwohlgeboren", einen Verleger, um die Zusendung neu erschienener Werke: "Verzeihen Ew. Hochwohlgeboren wenn ich wieder Ihre Güte in Anspruch nehme und um einige neue erschienene Werke Ihres historischen Verlages bitte, die ich, da sie für mich besonders Interesse haben, an mehreren Orten insbesondere zum Theil in der N. fr. Presse, in den Blättern für literarische Unterhaltung und in der Grazer Zeitung sowie an andern Orten eingehender Besprechung unterziehen möchte [...]". - Nach seiner Promotion an der juridischen Fakultät im Jahr 1873 war Schlossar am Landesgericht Steiermark tätig. Später wechselte er an die Universitätsbibliothek Graz, deren Direktor er von 1903 bis 1910 war. Er ist vor allem durch seine Publikationen zur steirischen Kulturgeschichte bekannt. - Auf Briefpapier mit gedrucktem Monogramm. Leicht fleckig.
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Schmidt, Erich, Literaturwissenschaftler (1853-1913).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, o.D.
½ S. 12mo. Zitat aus "Nathan der Weise": "Es eifer jeder seiner unbestochnen, von Vorurtheilen freien Liebe nach. Lessing im 'Nathan'." - Schmidt war ab 1885 Direktor des Goethe-Archivs in Weimar. Zwei Jahre später erhielt er eine Professur für deutsche Sprache und Literatur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, deren Rektor er von 1909 bis 1910 war. Ab dem Jahr 1906 war Schmidt Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte. - Spuren alter Faltung.
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Schmidt, Erich, Literaturwissenschaftler (1853-1913).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 7. XII. 1901.
2 ½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Spricht einer nicht namentlich genannten Adressatin sein Mitgefühl zu einem Todesfall aus: "Es bedarf nicht vieler Worte zum Ausdruck meines herzlichen Mitgefühles. Ich habe von der ersten Stunde an, da ich vor mehr als zwanzig Jahren dem nun Vollendeten gegenüberstand, ihn lieb und werth gehalten, seinen klugen und reinen Sinn verehrt, seines steten erquicklichen Wohlwollens mich erfreut. Sein Bild, in der heiteren Vereinigen mit dem so früh vorausgegangenen Nachbar Pauli, steht seit vielen Jahren auf meinem Pult; [...]". - Schmidt war ab 1885 Direktor des Goethe-Archivs in Weimar. Zwei Jahre später erhielt er eine Professur für deutsche Sprache und Literatur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, deren Rektor er von 1909 bis 1910 war. Ab dem Jahr 1906 war Schmidt Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte. - Mit lithograph. vorgedr. Briefkopf: "Berlin W. 35, Derfflingerstrasse 21".
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Schmidt, Johann Friedrich Julius, Astronom und Geologe (1825-1884).
Eigenh. Brief mit U. Athen, "Nov. 13/1" [1880].
1 S. 8vo. Sagt einem "verehrten Herrn" Stücke aus seiner Autographensammlung zu: "Ich erfülle gern Ihren Wunsch durch Uebersendung dieser wenigen Zeilen, indem ich zugleich bemerke, daß Sie von mir gelegentlich noch andere Handschriften aus meiner Correspondenz erhalten können [...]". - Schmidt brach die Schule vor dem Abitur ab und arbeitete ab 1842 an der Hamburger Sternwarte, wo er die Grundlagen der Astronomie erlernte und selbst einen Kometen entdeckte. Nachdem er die Bahn dieses Kometen berechnet hatte, wurden astronomische Fachkreise auf den jungen Mann aufmerksam. In Folge war Schmidt zunächst an der Sternwarte in Bilk nahe Düsseldorf, dann an der Bonner Sternwarte tätig. Im Jahr 1853 stieg er zum Leiter der privaten Sternwarte des Propstes Ritter Eduard von Unkrechtsberg in Olmütz auf. Fünf Jahre später wanderte Schmidt nach Griechenland aus, wo er den Posten des Direktors der Sternwarte in Athen übernahm. Bei seinen Forschungen in Athen entdeckte Schmidt zwei Supernovae und studierte den Mond. Daraus ging die genaueste Mondkarte des 19. Jahrhunderts hervor, die 25 Blätter von knapp zwei Metern Durchmesser umfasst. - Spuren alter Faltung.
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Schmidt, Oskar, Zoologe (1823-1886).
Eigenh. Albumblatt mit U. Straßburg, 17. XI. 1880.
1 S. Qu.-12mo. Auf Papierträger aufgezogen. Drückt seine Verbundenheit mit der Steiermark aus: "Fünfzehn beste Jahre meines Lebens habe ich in der herrlichen Steiermark verbracht: Ich bin damit wenigstens zum halben Steiermärker geworden, während fünfzig Jahre nicht ausreichen würden, mich zum Elsässer zu machen auch nur in der kleinen Zehe. Meinen herzlichen landsmännischen Gruß!". - Schmidt war als Zoologe einer der ersten, der die Evolutionstheorie Charles Darwins vertrat und in seinen Forschungen anwendete. Sein besonderes Interesse galt der Erforschung der Schwämme an der Adria, denen er mehrere Arbeiten widmete. Für das Werk "Brehms Thierleben" verfasste Schmidt den Band über die "Niederen Thiere". - Auf der Rückseite Akquisitionsvermerk des Sammlers, datiert 19.11.1880.
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Schulte, Johann Friedrich von, Gelehrter (1827-1914).
Blatt mit eigenh. Notiz und U. Bonn, 4. VI. 1881.
(108 x 42 mm). Auf Papierträger aufgezogen. Bestätigt den Erhalt eines Briefes. - Johann Friedrich von Schulte war ab 1855 ordentlicher Professor des Kirchenrechts und der Deutschen Rechtsgeschichte und lehrte an der Karls-Universität in Prag. In den Jahren 1873-1906 lehrte Schulte Kirchenrecht an der Universität Bonn. Darüber hinaus war er in den Jahren 1871-1890 als Präsident der Altkatholiken-Kongresse und von 1874-1879 für die Nationalliberale Partei im Reichstag tätig. Kaiser Franz-Joseph erhob ihn 1869 in den erblichen Adelsstand. Schulte gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem Bereich Kirchenrecht.
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Schulze, Franz Eilhard, Zoologe (1840-1921).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. "Wie der einzelne Mensch, so ist auch das ganze Menschengeschlecht entwicklungs- und veredlungsfähig." - Schulze studierte Medizin in Bonn und Rostock, wo er 1863 promovierte. Ab 1865 lehrte er als außerordentlicher Professor für Vergleichende Anatomie an der Universität Rostock. Dort gründete Schulze 1871 das Zoologische Insititut und nahm im Jahr darauf an der Nordsee-Expedtion Pommerania teil. Im Jahr 1884 wurde er Direktor des Zoologischen Instituts an der Universität Berlin. Schulze fungierte darüber hinaus in der Jahren 1892/93 und 1898/99 als Präsident der Deutschen Zoologischen Gesellschaft und war Mitglied der Preußischen, Bayerischen und Russischen Akademie der Wissenschaften. - Auf der Rückseite Akquisitionsvermerk des Sammlers, datiert 30.06.1882. Spuren alter Faltung.
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Schulze, Friedrich Gottlob, Nationalökonom (1795-1860).
Eigenh. Brief mit U. Jena, 10. IX. 1842.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Ersucht den Major von Bünau in Leipzig um die Rücksendung zweier Dokumente: "Ich erlaube mir, Sie wiederholt zu bitten, daß Sie mir gefälligst den Wechsel und den Lebensversicherungsschein, welche Papiere Sie noch in Händen haben, zurück schicken. Im Falle eines Todes des Gläubigers od. Schuldners könnten doch sehr unangenehme Weitläufigkeiten entstehen, wenn die Rückgabe dieser Papiere nicht erfolgt wäre [...]". - Als Sohn eines sächsischen Gutsbesitzers studierte Schulze in Jena und Leipzig und war ab 1817 Oberverwalter des Kammerguts Oberweimar. Einige Jahre nach seiner Ernennung zum Professor 1821 gründete er im Jahr 1826 eine Anstalt zur Ausbildung angehender Landwirte und Kameralisten in Jena. Nach seiner Berufung an die Universität Greifswald gründete er von dort aus 1834 die Landwirtschaftliche Akademie in Eldena. Im Jahr 1839 kehrte Schulze nach Jena zurück, lehrte als Professor für Staatswirtschaft und eröffnete ein weiteres landwirtschaftliches Institut. - Siegelreste, Spuren alter Faltung.
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Schulze, Gottlob Ernst, Philosoph (1761-1833).
Eigenh. Schriftstück. O. O. u. D.
1 S. 4to. Kündigt den Studenten seine Lehrveranstaltungen an und empfiehlt sein Werk "Psychische Anthropologie" zur Lektüre. - Lateinisch. - Schulze schloss sein Studium 1783 als Magister der Philosophie ab und wurde Dozent an der Universität Wittenberg. In Folge der Veröffentlichung des ersten Bands seines Werks "Grundriß der philosophischen Wissenschaften" fünf Jahre später, wurde er als ordentlicher Professor der Philosophie an die Universität Helmstedt berufen, an der er über 20 Jahre lang tätig war und unter anderem das Werk "Aenesidemus oder über die Fundamente der von dem Herrn Professor Reinhold in Jena gelieferten Elementar-Philosophie. Nebst einer Vertheidigung des Skepticismus gegen die Anmassungen der Vernunftkritik" verfasste. Die Universität wurde 1810 aufgelöst und mit der Universität Göttingen verbunden, an der Schulze weitere 22 Jahre beschäftigt war. - Mehrfach gelocht (kein Textverlust) durch alte Klammerheftung. Spuren alter Faltung.
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Schumacher, Heinrich Christian, Astronom (1780-1850).
Eigenh. Brief mit U. Altona, 15. VIII. 1850.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Steht in Briefkontakt mit Alexander v. Humboldt: "Herr v. Humboldt hat mir einen Brief von Gilliss an Sie zum Abdrucue an den A. N. zugesandt, wozu ich auch gerne erbötig bin, wenn ich weiss, dass es mit Ihrer Bewilligung ist. Haben Sie die Güte mir zwei Worte darüber zu schreiben [...]". - Schumacher studierte zunächst Jus in Kiel und Göttingen, dann auch Astronomie und Mathematik an den Universitäten Kopenhagen und Göttingen. Im Jahr 1813 wurde Schumacher Direktor der Mannheimer Sternwarte und zwei Jahre später ordentlicher Professor der Astronomie in Kopenhagen. In Göttingen hatte er bei Carl Friedrich Gauß gelernt, der ihn zudem auch für Geodäsie begeistern konnte. Als Geodät begann er 1817 im Auftrag Kaiser Friedrichs VI. die Vermessung des Meridians von Skagen bis Lauenburg/Elbe, die von Gauß fortgesetzt wurde. Im Jahr 1821 gründete Schumacher eine Sternwarte in seiner Heimatstadt Altona und begann 1823 mit der Herausgabe einer Zeitschrift für Astronomie, den "Astronomischen Nachrichten", die bis heute bestehen. Lieut. Gilliss U.S.N.s "Plan über die magnetischen Beobachtungen in Chile" wurde in der Ausgabe der "Astronomischen Nachrichten" Nr. 718, Sp. 351/352, (1850), abgedruckt. - Vereinzelt etwas fleckig.
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Schuster, Heinrich, Jurist (1847-1906).
Eigenh. Brief mit U. Morzg bei Salzburg, 20. VIII. 1892.
1 S. 8vo. Spricht seine Anteilnahme zum Tod der Mutter seines Vetters aus, möchte die Nachricht darüber aber noch nicht an seine Familie weitergeben: "[...] Ich wage es noch nicht, der Frau und Sophie die Trauernachricht mitzuteilen, da erstere von der Kur in Franzenstad sehr aufgeregt ist. u. Sophie noch nicht schweigen könnte [...]". - In Tábor in Böhmen geboren, kam Schuster schon als Kind wegen einer beruftlichen Versetzung seines Vaters nach Wien, wo er später Jus studierte und 1871 promovierte. Zwei Jahre später habilitierte er sich durch seine Edition des "Eisenbuchs" für deutsches Recht. Eine weitere bedeutende Arbeit Schusters ist sein Beitrag über Rechtsgeschichte in der vom Alterthums-Verein zu Wien herausgegebenen "Geschichte der Stadt Wien". Ab 1889 lehrte Schuster an der Deutschen Universität Prag, wo der das international anerkannte Werk "Das Urheberrecht der Tonkunst in Oesterreich, Deutschland und anderen europäischen Staaten" verfasste. Darüber hinaus war Schuster auch als Musikkritiker und Musikschriftsteller tätig. - Ein Rand etwas ausgefranst. Spuren alter Faltung.
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Schwackhöfer, Franz, Chemiker (1843-1903).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 5. IV. 1889.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Berichtet über die Bestimmung ihm zugesandter Larven und hofft auf den Beitritt des nicht namentlich genannten Adressaten auf Briefpapier mit lithograph. vorgedruckt. Briefkopf der "Österreichischen Versuchs-Station für Brauerei und Mälzerei", "K.K. Gewerbe-Museum IX, Währingerstrasse 59" : "[...] die eingesandten Larven waren mir nicht bekannt. Ich habe daher dieselben an Herrn Collegen Prf. Dr Brauer gesandt, welcher mit mittheilte, dass diese Larven von Syrphus seleniticus (Schwebfliege), einer nützlichen Fliege, welche Blattläuse frißt, abstammen. Diese Fliegenmade hat sich offenbar in den Hopfendolden aufgehalten und ist von dort aus in die Würze gelangt. Eine Benachtheiligung des Bieres ist dadurch nicht zu befürchten [...]". - Schwackhöfer studierte Chemie und chemische Hilfswissenschaften am Polytechnischen Institut Wien und war ab 1872 Lehrbeauftragter für landwirtschaftlich-chemische Technologie an der Hochschule für Bodenkultur, wo er wenige Jahre später auch den forstlich-chemischen Technologiebereich übernahm und später Rektor der Hochschule wurde. Im Jahr 1895 wurde Schwackhöfer Direktor der Akademie für Brauereiindustrie. Der nach ihm benannte Franz-Schwackhöfer-Preis wird noch heute vom Verein Österreichischer Lebensmittel- und Biotechnologen vergeben. - Auf kariertem Papier. Unterschrift mit Stempel versehen: "Der Vorstand der Oesterr. Versuchs-Station für Brauerei und Mälerzerei in Wien k.k. o. ö. Professor". Spuren alter Faltung. Verso mit Sendungsvermerk.
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Schwegler, Adalbert, Theologe, Philosoph und Historiker (1819-1857).
Eigenh. Brief mit U. Tübingen, 14. I. 1847.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Einer von anderer Hand stammenden Notiz zufolge an den Diplomaten, Schriftsteller und Publizisten Felix Bamberg: "Ihre Abhandlung über Hebbel, verehrter Herr, bekam ich leider zu spät. Kurz vorher hatte mir Vischer, der die Maria Magdalena gleichfalls mit grossem Interesse gelesen, eine Critic derselben zugesagt - ein Anerbieten, das ich natürlich dankbar annahm. Seine Arbeit hat also das Erstgeburtsrecht. [...] Sie wünschen von mir Nachweisungen über Vischers Leben. Gedruckt ist darüber noch nichts, als ein schlechter, von Fehlern wimmelnder Artikel, der in einem obscuren Leipziger Conv. Lex. [...] abgedruckt ist. Hier die Hauptdata: [...] Vischer schreibt nicht schnell und leicht; er verausgabte sein bestes immer nur in Journalaufsätzen. Seine Hauptstätte ist sein mündlicher Vortrag, spannend, klar, plastisch, aufregend. Er ist unstreitig der beste Docent der Universität, wie er denn auch den völlig freien Vortrag zuerst hier aufgebracht hat. Die Zahl seiner Zuhörer war immer sehr bedeutend. Vischer ist auch ein sehr liebenswürdiger Gesellschafter, voll Witz u. Unterhaltungsgabe. Schade, daß sein hiesiger Wirkungskreis so eng ist: im Berlin. Jb. würde er eine hervorragende Rolle spielen [...]". - Nach seinem Studienabschluss in Tübingen kehrte Schwegler 1842 in seinen Geburtsort Schwäbisch Hall zurück. Seine Nähe zur Lehre Hegels, die ihm in der Tübinger Schule vermittelt worden war, verwehrte ihm eine Anstellung bei der Württembergischen Landeskirche. Von 1843 an redigierte er drei Jahre lang die bedeutende literarische Zeitschrift "Jahrbücher der Gegenwart", für die auch Friedrich Theodor Vischer schrieb. Schwegler verfasste mehrere kirchengeschichtliche Arbeiten, wandte sich dann aber von der Theologie ab und der Altertumswissenschaft zu. Hebbels Drama "Maria Magdalena" wurde 1846 in Königsberg uraufgeführt. - Leicht stockfleckig, die Tinte etwas durchschlagend.
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Sudhoff, Karl, Medizinhistoriker (1853-1938).
Eigenh. Briefkarte und eh. Postkarte mit U. Leipzig, 1929.
Zusammen 4 SS. auf 2 Bll. (Qu.-)8vo. Die Postkarte mit eh. Adresse. An den Internisten Heinz Kürten (1891-1966): "Ich muß tausendmal um Entschuldigung bitten, bin aber viele Wochen krank gewesen und erst wenige Tage wieder außer dem Bette. Koll. Morawetz hat mir seine freundliche Hilfe angedeihen lassen. Sobald ich Ihre Arbeit habe durchsehen können, die ich seinerzeit richtig erhalten habe, schreibe ich Ihnen [...]" ([26. II.]). - "Wenn es Ihnen paßt, sind Sie mir in den ersten vier Tagen der kommenden Woche willkommen [...]" (21. III.).
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Sulzer, Johann Georg, Theologe und Philosoph (1720-1779).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 29. XI. 1768.
1 1/3 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich glaubte nicht ihre Schrift zu lesen, sondern ihre Stimme zu hören, und denn Sie auch leibhaftig vor meinen Augen zu sehen. Sie als ein Künstler wißen, daß die Einbildungskraft so lebhaft nicht kan [!] gerührt werden, als von Gegenständen, die uns sehr intreßant sind. Aus dem also, was ich bey Lesung ihres Briefes empfunden habe, sollen Sie urtheilen, wie werth Sie mir sind und wie intreßant mir alles ist, was von Ihnen komt [!]. [...] Sollen wir denn nicht einmal das Vergnügen haben Sie hier zu sehen? Auf mein Wort, unser Director der Akademie, Mr. Le Sucur [?] allein, verdient eine Reise [...]". - Sulzer lehrte von 1747 bis 1763 als Professor der Mathematik am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin. Nach Niederlegung seiner Professur kehrte er in sein Heimatland, die Schweiz, zurück, wo er an seinem Hauptwerk "Allgemeine Theorie der Schönen Künste" arbeitete. Später zog er jedoch wieder nach Berlin und wurde 1775 Direktor der philosophischen Klasse der Akademie der Wissenschaften. - Leicht fleckig und mit Spuren alter Faltung.
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Taine, Hippolyte, historian and philosopher (1828-1893).
Autograph letter signed. Boringe [in the municipality] Menthon-St. Bernard [in] Haute Savoie, 3. VII. 1881.
½ p. 8vo. Expressed his esteem due to a request of an unnamed female addressee: "Mademoiselle, Je suis très honoré de la demande que vous voulez bien me faire, et je vous prie d'agrées l'hommage des respectueux sentiments avec lesquels je suis votre obéissant serviteur [...]". - After his literate education, Taine taught at the Collège of Nevers and in Poitiers, but then was tranfered to Besançon. He let himself finally be exempted from teaching and returned to Paris, where he wrote numerous literary, philosophical and historical articles for various journals. In 1853 Taine obtained a doctorate with his "Essai sur les Fables de La Fontaine" and a Latin work "De personis platonicis". From 1857 on, Taine worked as a constant employee of the "Revue des Deux Mondes". In 1863 Taine published his History of the English literature in five volumes, and in the same year he got employed at the École de Saint-Cyr. A few years later Taine started teaching the history of art at the École nationale supérieure des beaux-arts de Paris and soon later in Oxford. Taine was external member of the Bavarian academy of sciences and made numerous journeys to the Pyrenees (followed by his work "Voyage aux Pyrenées"), to Belgium, Germany, and Italy. - On lithograph. preprinted mourning paper: "Boringe Menthon-St. Bernard Haute Savoie". Traces of old montage at the corners.
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Taubmann, Friedrich, Philologe (1565-1613).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D.
1 S. Kl.-schmal-8vo. "Solis licet insanire poetis".
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Thallóczy, Ludwig (Lajos) v., Historiker (1857-1916).
Eigenh. Visitenkarte mit U. O. O., 12. VII. 1911.
Gedr. Visitkarte mit 2 eigenh. Zeilen. 3 eigenh. Zeilen, Datum und Paraphe verso. Visitkartenformat. Auf lithograph. Vordruck "Ludwig v. Thallóczy k. u. k. Sektions-Chef Wien k. u. k. gem. Finanzministerium" and einen namentlich nicht genannten Adressaten: "empfehle den Anton Berecz wärmstens zur Aufnahme als Externisten in die I Cl des Gymnasiums". - Als Ludwig Strommer mit ungarndeutscher Herkunft geboren, änderte Thallóczy seinen Namen aus Karrieregründen 1877 auf Lajos Thallóczy. Er studierte Geschichte und Rechtswissenschaften in Budapest und arbeitete am Ungarischen Staatsarchiv. Im Jahr 1884 beauftragte ihn Reichsfinanzminister Benjámin Kállay mit der Erforschung der Geschichte Bosniens und Herzegowinas mit dem Ziel, die Entstehung einer bosnisch-nationalen Identität zu fördern. Daraus ging nach zehnjähriger Forschung eine umfassende Quellensammlung zur Geschichte Bosniens hervor. Darüber hinaus beschäftigte sich Thallóczy auch mit der Geschichte Albaniens. Er galt als anerkannter Experte für die Geschichte des Balkans und gehörte zu den wichtigsten Beratern Gyula Andrássys und Benjámin Kállays in Fragen der Balkanpolitik. In der Funktion als Sektionschef (1901-1914) war Thallóczy für die bosnisch-herzegowinischen Kultus- und Unterrichtsangelegenheiten verantwortlich. - Gebräunt.
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Thallóczy, Ludwig (Lajos) v., Historiker (1857-1916).
Ms. Brief mit eigenh. U. Wien, 16. VIII. 1911.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "[...] Ich danke Ihnen für die freundliche Beantwortung meiner Bitte. Da aber die Angelegenheit nicht von mir ausgeht, sondern Se. Excellenz der gemeinsame Finanzminister Baron Burián dafür interessiert, so habe ich mich im Sinne Ihrer Ausführungen an Se. Excellenz den Kurator gewendet und bitte um Ihre gütige Befürwortung [...]". - Als Ludwig Strommer mit ungarndeutscher Herkunft geboren, änderte Thallóczy seinen Namen aus Karrieregründen 1877 auf Lajos Thallóczy. Er studierte Geschichte und Rechtswissenschaften in Budapest und arbeitete am Ungarischen Staatsarchiv. Im Jahr 1884 beauftragte ihn Reichsfinanzminister Benjámin Kállay mit der Erforschung der Geschichte Bosniens und Herzegowinas mit dem Ziel, die Entstehung einer bosnisch-nationalen Identität zu fördern. Daraus ging nach zehnjähriger Forschung eine umfassende Quellensammlung zur Geschichte Bosniens hervor. Darüber hinaus beschäftigte sich Thallóczy auch mit der Geschichte Albaniens. Er galt als anerkannter Experte für die Geschichte des Balkans und gehörte zu den wichtigsten Beratern Gyula Andrássys und Benjámin Kállays in Fragen der Balkanpolitik. Von 1901 bis 1914 war Thallóczy als Sektionschef tätig. In dieser Funktion war er für die bosnisch-herzegowinischen Kultus- und Unterrichtsangelegenheiten verantwortlich. - Spuren alter Faltung.
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Thiersch, Carl, Chirurg (1822-1895).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 2. V. 1874.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An eine Dame: "Wenn es Ihnen gelegen ist, komme ich morgen vm. halb elf Uhr, um mich nach dem Befinden Ihres Herrn Gemahles zu erkundigen [...]".
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Vehse, Karl Eduard, Historiker und Archivar (1802-1870).
Eigenh. Brief mit U. Genua, 23. X. 1858.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 12mo. An einem namentlich nicht genannten Adressaten: "Die Basler Artikel werden Sie wohl nun von Mailand aus erhalten haben, ich reclamirte in Nizza. Ach vergessen Sie doch nicht mir die Beilage 13 [...] zu schicken: "Der Sommer in Nizza" Gestern erhielt ich zum 1sten mal die A. A. [...]. - heute ist sie ausgeblieben. Viele Grüße von M. u. mir [...]". - Vehse studierte Geschichte und Jus in Göttingen und Leipzig, wo er 1825 promovierte. Im selben Jahr erhielt er eine Stelle als Archivar am Staatsarchiv Dresden. Im Jahr 1838 wanderte er im Zuge der "Auswanderungsbewegung Sächsicher Lutheraner" nach Perry County in Missouri aus, kehrte aber schon ein Jahr später nach Deutschland zurück. Nach einigen Jahren als freier Historiker in Berlin verließ Vehse seine Heimat erneut und zog in die Schweiz, später nach Italien. Ein Jahr vor seinem Tod kehrte er nach Sachsen zurück. Die in 48 Bänden erschienene "Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation" kann als sein Hauptwerk bezeichnet werden. Sie wurde 1858 in Sachsen verboten und gilt als populärwissenschaftlich. - Spuren alter Montage verso.
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Vierkandt, Alfred, Soziologe und Ethnologe (1867-1953).
Ms. Brief mit eigenh. U. Berlin, 17. VII. 1928.
1½ SS. Gr.-4to. An die Schriftstellerin und Malerin Käthe Braun-Prager: "Leider bin ich mit meinem Beitrage zur Festschrift für Frau Mayreder etwas in Rückstand gekommen. Ich habe erst heute den Anfang davon diktieren können. Der Rest wird bei der Kürze natürlich in einigen Tagen folgen. Aber ich möchte vorher zur Vorsicht wegen der zu berücksichtigenden Produktionen der Jubilarin bei Ihnen anfragen. Ich habe das Thema gewählt: Der herrschaftliche Charakter der männlichen Erotik. Zugrunde liegt von der Jubilarin lediglich der Band: Kritik der Weiblichkeit. Ich möchte Sie nun fragen, ob noch andere beachtenswerte Veröffentlichungen der Jubilarin über dieses Thema vorliegen [...]". - Mit gestemp. Absender; mit kleinen Randläsuren.
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Virchow, Rudolf, Mediziner, Begründer der Pathologie (1821-1902).
Eigenh. Postkarte mit unklarer U. Berlin, 30. V. 1877.
½ S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An einen Dr. Bezold in München, wohl der Augen- und Ohrenarzt Friedrich Bezold (1842-1908): "Ihr Aufsatz ist gedruckt u. wird in der nächsten Woche ausgegeben [...]".
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Weinberger, Maximilian, Mediziner (1875-1954).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 6. III. 1930.
1 S. auf Doppelblatt. Kl.-4to. An eine Julia: "Deine Mutter schreibt mir, dass die Angelegenheit Frankl nicht so unmittelbar dringend ist; und dass Du noch vielleicht die nächste Woche zuwarten willst, da ich noch sehr unwohl bin, u. das Zimmer, teilweise auch das Bett hüten muss [...]". - Weinberger war einer der letzten Wiedner Juden, die sich in die USA retten konnten.
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Wilken, Friedrich, Historiker und Bibliothekar (1777-1840).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 2. II. 1835.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. Mit eh. Adresse verso. 8vo. An den Herrn "Gesandschaftsprediger Dr. Bellermann" in "Neapel" mit der Bitte um Beschaffung eines Kupferstiches zum Werk "Grande mosaique de Pompéi" von Bonucci: "Bereits am 29 Nov. vor. J., mein hochverehrter Freund, nahm ich mir die Freyheit, Sie in einem Briefe zu bitten, daß Sie die Güte haben möchten, der Königlichen Bibliothek die uns fehlenden Kupfer zu Bonucci grande Mosaique de Pompéi zu verschaffen. Dieser Brief ist aber unglücklicher Weise mit dem Dampfschiffe St. Wenefrede in Flammen aufgegangen; und ich bin daher so freij, diese Bitte aufs Neue an Sie zu richten, so [...] zugleich Sie um gefällige Zusendung an Barone Judica antichità di Acre ganz ergebenst zu bitten. Im Vertrauen auf Ihre uns so oft bewiesene Güte erlaube ich mir Ihnen überhaupt unsere Königliche Bibliothek aufs Neue zu empfehlen, namentlich [...] Sicilianische Artikel, davon einige interessante kürzlich zu Palermo erschienen seyn sollen. Alle iene in Neapel und Sicilien [...] erschienen Bücher, welche auf Geschichte, Litteratur, Alterthums und Naturkunde sich beziehen, sind aus meiner sicht erwünscht, und Ihre Auskunft hat sich immer als trefflich beweiset. Herr Dr. Spiker bittet Sie mit freundschaftlichem Gruße, Herrn Jurio zu sagen, daß die Hälfte der Exemplare seines Werks bereits verkauft worden seij [...]". - Wilken lehrte ab 1807 als ordentlicher Professor für Geschichte in Heidelberg und war auch für die dortige Universitätsbibliothek tätig. Nachdem er im Jahr 1808 Bibliotheksdirektor geworden war, bemühte er sich um eine Restrukturierung der Bestände. Unter Wilkens Leitung übernahm die Bibliothek die zuvor ausgegliederten Bestände mehrerer deutscher Klöster. Darüber hinaus erreichte er die Rückgabe einiger Werke aus der im 17. Jahrhundert dem Papst überlassenen und im Zuge der Napoleonischen Kriege von Rom nach Paris verschleppten Bibliotheca Palatina. Nach zehnjähriger Tätigkeit in Heidelberg wurde Wilken 1817 Professor für Geschichte und Orientalistik an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin sowie Oberbibliothekar der Königlichen Bibliothek. Schwerpunkt von Wilkes Forschung war die arabische und persische Geschichte, aus der das umfangreiche Werk "Geschichte der Kreuzzüge nach morgen- und abendländischen Berichten" hervorgegangen ist. - Gefaltet. Etwas angestaubt und stärker fleckig; Tinte etwas durchschlagend. Auschnitt durch Brieföffnung.
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Wolf, Adam, Historiker (1822-1883).
Eigenh. Brief mit U. Graz ("Burgring 12"), 30. III. 1879.
4 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Drückt seine Freude über die Interessen der Tochter der Adressatin aus, gibt Literaturempfehlungen ab und schildert eigene Familienereignisse: "[...] Wären wir in einer Stadt, würde ich mich Rosalin als Lehrer anbieten. Es gibt nichts schöneres als Rosen zu züchten. O wie begreife ich die Vorliebe für die romantische Dichtung. Das ist ein wundervoller glücklicher Traum, aber man kann nicht immer träumen. Ich notire auf dem Beiblatte einige historische und literargeschichtliche Werke. Ranke u. a. borgen Sie aus, statt anzuschaffen. Suchen Sie den Sinn Ros. für Biographien, Kunst und Musikgeschichte zu wecken. Sie möge sich statt an das Pathos immer mehr an das Natürliche, Einfache, Individuelle halten. Daraus quillt Leben und Poesie. [...] Meine liebe Frau hat voriges Jahr im Febr. eine Frühgeburt gemacht, das Kindchen erlosch wie das Licht der Armen. In den Ferien führte ich sie nach Kärnten, Tirol, und weil sie Bilder und das Meer sehen wollte, nach Oberitalien bis Florenz und Pisa. Den Winter haben wir stille verlebt - wird auch den Sommer über sein, denn wir erwarten im August abermals ein Familienereigniß [...]". - Nach seinem Studium in Prag promovierte Wolf 1846 an der Universität Wien und lehrte dort ab 1850 als Dozent für österreichische Geschichte. Später war er auch an der Hochschule Pest sowie an der Universität Graz tätig. Darüber hinaus war Wolf Erzieher der Töchter Erzherzog Albrechts.
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