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Goldmark, Joseph, Arzt, Chemiker und Politiker (1819-1881).
Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., [1848].
1 S. Qu.-4to. "Die Reaction mahlt die Freiheit nie ohne Blut, und Mord. Sie stellt sie als eine Syrene dar, die nur in rothen Meeren leben soll. / Dr. Jos. Goldmark / Abgeordneter für die Stadt Wien / vom Bezirk Schottenfeld". - Joseph Goldmark, aus Németkeresztúr (Deutschkreutz) gebürtig, kämpfte während der 1848er-Revolution neben Adolf Fischhof für die jüdische Emanzipation. Nach Auflösung des nach Kremsier verlegten Reichstags (7. März 1849) floh er zunächst in die Schweiz, dann über Frankreich in die USA, wo er eine Zündhütchenfabrik gründete; den roten Phosphor hatte er gemeinsam mit Anton Schrötter von Kristelli entdeckt. - Nach dieser Handschrift wurde das Motto Goldmarks faksimiliert einer Portraitlithographie von der Hand des Wiener Malers Eduard Kaiser (1820-95), die Goldmark im Revolutionsjahr 1848 zeigt, beigedruckt. - Mit Sammlernotiz in Bleistift. Der obere Rand ungerade beschnitten. Durchgehend leicht knittrig, finger- und gelbfleckig, mit einem stärkeren Tintenwischer.
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Goldmark, Joseph, Arzt, Chemiker und Politiker (1819-1881).
Eigenh. Brief mit U. [Wien, 1848].
1 S. (5 Zeilen). Qu.-8vo. An den Wiener Maler und Lithographen Eduard Kaiser (1820-95) bezüglich der Übersendung einer Vorlage: "Herrn Eduard Kaiser Wohlgeboren / Ich habe die Ehre Ihnen das Facsimile sammt Motto zu übersenden, und bitte alles in derselben Ordnung auf den Stein zu übertragen [...]". - Joseph Goldmark, aus Németkeresztúr (Deutschkreutz) gebürtig, kämpfte während der 1848er-Revolution neben Adolf Fischhof für die jüdische Emanzipation. Nach Auflösung des nach Kremsier verlegten Reichstags (7. März 1849) floh er zunächst in die Schweiz, dann über Frankreich in die USA, wo er eine Zündhütchenfabrik gründete; den roten Phosphor hatte er gemeinsam mit Anton Schrötter von Kristelli entdeckt. - Eduard Kaiser, der im Revolutionsjahr 1848 bedeutende Persönlichkeiten der Märzrevolution wie Josef Radetzky, Franz Schuselka, Hans Kudlich Adolf Fischhof und Carl Giskra portraitierte, schuf in diesem Zeitraum auch eine Portraitlithographie Goldmarks. - Durchgehend leicht gelbfleckig, mit wenigen leichten Tintenwischern, der untere Rand ungerade beschnitten, leicht knittrig und mit Sammlernotiz in Bleistift.
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Goppelt, Adolf, Politiker und Finanzminister (1800-1875).
Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 24. II. 1864.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Autographensammler Karl Künzel in Heilbronn mit der Absage seiner Teilnahme an einem Treffen der Heilbronner Freunde und zu den Auswirkungen der Geisteskrankheit eines Bekannten: "Mein lieber Küntzel! Meine Freude, heut wieder einmal im Heilbronner Freundeskreise verweilen zu dürfen, ist zu Wasser geworden durch eine auf Donnerstag Früh anberaumte Kommissionssitzung der ich mich schicklicherweise nicht entziehen kann, weil d. Minister d. Auswärtigen daran Theil nehmen soll [...] Zur Erläuterung füge ich nur bei daß E. Schreiber mit dem Eintreten seiner Geisteskrankheit auf einmal seinen poetischen Erzeugnissen einen übermäßigen Werth beilegend an V. eine Abschrift derselben gesandt und sich in ein intimes Verhältniß zu dem vorher persönlich Unbekannten hinein gedacht hatte. Auf Ersuchen d. Frau Schr. hatte ich seither an V. die Bitte gerichtet, die Zusendungen unter Beifügung einiger schonender Zeilen an S. zurückzuschicken [...]". - Goppelt zog 1863, wie schon zuvor, für die Stadt Heilbronn in die Zweite Kammer des württembergischen Landtags ein, legte aber 1865 sein Mandat nieder. - Mit Sammlernotiz in Bleistift; entlang der Ränder etwas braunfleckig.
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Graefe, Heinrich, Pädagoge (1802-1868).
Eigenh. Brief mit U. Kassel, 14. X. 1850.
1 S. 4to. An einen Herrn Doktor mit Neuigkeiten und zu dessen Autographenwunsch: "Hierbei einen kleinen, unbedeutenden Bericht über unsere Angelegenheit. Es ist schon in diesen Tagen nicht viel zu berichten gewesen, die Entscheidung werden sie aus Frankfurt schneller erfahren, als von hier aus. Ich werde aber nicht ermangeln, weiter zu berichten, falls hier noch besondere Dinge vorgehen sollten. In Bezug auf Bayrhoffers Handschrift [d. i. der Philosoph Karl Theodor Bayrhoffer, 1812-88] werde ich Ihrem Wunsche zu entsprechen suchen. Ich selbst besitze keine Zeile von ihm. Wenn Sie mir sagen sollten, ob Ihnen an der Handschrift anderer Personen gelegen ist, die einigen Namen haben, so werde ich Ihnen recht gern theils aus meinen Berufssammlungen, theils aus denen meiner Freunde dienen [...]". - Heinrich Graefe wurde in den frühen 1840er Jahren als Rektor der Bürgerschule nach Kassel berufen, wo er später als Direktor die von ihm eingerichtete Realschule leitete. Mit Beginn der Revolution von 1848 entfaltete Graefe eine rege öffentliche Tätigkeit als Vertrauensmann der kurhessischen Volksschullehrer, als liberaler Abgeordneter der Linken in der Kurhessischen Ständeversammlung und als Mitglied der Oberschulkommission. Unter Minister Ludwig Hassenpflug, dem "bestgehassten Mann Kurhessens", wurde er aufgrund seiner Schrift "Der Verfassungskampf in Kurhessen" (Leipzig 1851) kriegsgerichtlich wegen Majestätsbeleidigung zu einer Festungsstrafe verurteilt. - Mit Sammlernotiz in Bleistift; am unteren Rand leicht gelbfleckig.
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Groß, Johann Carl, Politiker, Bürgermeister von Leipzig (1778-1866).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 23. XI. 1836.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen ungenannten Adressaten: "Da ich so eben von dem Herrn Minister vernehme, daß Ew. Wohlgeb. ein Exemplar des II. Theils des Berichts nicht in Händen haben, so übersende ich Ihnen dasselbe, lege auch in eventum den I. Theil des Berichts bey, und bitte bey diesem noch um den Zusatz daß die Regierungs Commissarien zu Art. 61 mit dem Beysatze zu der von ihnen vorgeschlagenen Fassung sich nicht einverstanden erklärt haben [...]". - Groß wurde nach dem Studium der Rechtswissenschaften Stadtrat und Beisitzer im Schöffengericht in Leipzig. Während der Völkerschlacht war er an mehreren Abordnungen der Stadt bei Verhandlungen mit Napoléon Bonaparte beteiligt. Später trat Groß in das Sächsische Justizministerium ein und wirkte maßgeblich an der Ausarbeitung des als liberal geltenden sächsischen Kriminalgesetzbuchs von 1838 mit. - Mit Sammlernotiz in Bleistift.
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Großmann, Christian Gottlob, Theologe und Superintendent zu Leipzig (1783-1957).
Eigenh. Verzeichnis mit U. Dresden, 23. X. 1834.
2 SS. Folio. Zur Ordnung und Komplettierung von Akten des Sächsischen Landtags: "Verzeichniß / der in meinen Landtagsacten fehlenden, der überzähligen, und der bis zum 23 Oct 1834 vor der Sitzung vorhandenen Nummern der laufenden Bände. / A. / Fehlende Bogen B. Vorhandene Bogen / 1.) Erste Abtheilung / Band 3. / Bogen 67, 68 [...] habe ich in anderm Format u. Papier von H. Meinhold wie 3 andern verschafft [...] B. / Vorhandene Bogen der laufenden Bände [...] C.) Ueberzählige Bogen [...] Um Nachlieferung der oben angezeigten fehlenden, so wie um Zusendung der von nun an noch erscheinenden Bogen bitte ich ganz ergebenst [...]". - Großmann folgte "einem Rufe nach Leipzig als Pastor an der Thomaskirche, Superintendent und Professor der Theologie. Dem Wirken G.s waren durch das Ratspatronat Grenzen gezogen. Dies und die politischen Vorgänge 1830/31 wiesen G. auf die Probleme der Kirchenverfassung in Sachsen hin. Daher trat er seit 1830 für eine Presbyterial- und Synodalverfassung ein, auch im Landtag, dessen 1. Kammer er seit 1833 angehörte" (NDB VII, 155f.). - Mit Sammlernotiz in Bleistift und Hinzufügungen des Empfängers in Tinte.
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Günther, Karl Friedrich, Rechtswissenschaftler (1786-1864).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 23. VI. 1849.
1¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Freund mit der Bitte um Ergänzung von Landtagsakten, zur Volksversammlung in Altenburg und zu befürchteten Kampfhandlungen: "Schon wieder eine Bitte! Sie werden gewiß verdrießlich über mich werden. Das Register zu den Acten des Landtags 1845/1846 ist erst jetzt erschienen, und der G[eheime] J[ustiz]r[at] Dr. Groß [d. i der Politiker Johann Carl Groß, 1778-1866] und ich haben kein Exemplar erhalten, obschon wir als Mitglieder jenes Landtags darauf wohl einen Anspruch haben dürften [...] Hier jagt eine Volksversammlung die andere, und wenn der heute beginnende Altenburger Landtag die Republik decretiert, was künftige Woche geschehen dürfte, so bekommen wir hier höchstwahrscheinlich auch eine Schilderhebung. Wir sind, obgleich immer noch sehr traurig, doch gesund [...]". - Karl Friedrich Günther war als Vertreter der Leipziger Universität vor allem in den 1840er Jahren Abgeordneter der I. Kammer des Sächsischen Landtags. Nachdem der sächsische König im März 1849 die in Frankfurt verabschiedete Reichsverfassung abgelehnt hatte und der "Dresdner Maiaufstand" nach wenigen Tagen unter Mithilfe preußischer Truppen niedergeschlagen wurde (unter den etwa 12.000 Aufständischen waren der russische Revolutionsführer Michail Bakunin und der Hofkapellmeister Richard Wagner), zeichnete sich schon deutlich das endgültige Scheitern der Märzrevolution von 1848/49 ab. - Mit Sammlernotiz in Bleistift.
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Hänel, Gustav Friedrich, Jurist und Rechtshistoriker (1792-1878).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 13. V. 1848.
1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. In seiner Funktion als Sekretär der "Sachsenstiftung zu Franzensbad und Teplitz" an einen Förderer im Namen der Stiftungsadministratoren und der Frau Hänels mit herzlichem Dank für Wohltaten: "Die Administratoren der Sachsenstiftung: Herr Commthur Hermann, Regierungsrath Dr. Demuth, Dr. Sachße sen., [Karl] Hänel v. Cronenthall haben mir den angenehmen Auftrag ertheilt, Ew. Hochwohlgeboren für die den Pfleglingen der Stiftung gütigst gewährte Wohlthat ihren verbindlichsten Dank mit der ganz ergebenen Bitte auszusprechen, auch künftig der Stiftung Ihr so viel vermögendes Wohlwollen geneigtest zu schenken [...] NB. Die Damen waren sämmtlich soi-disant Jungfern nämlich die von der Stiftung nach Franzensbrünn geschickten armen Frauenzimmer". - Der rechte Rand mit stärkeren Läsuren und größeren Einrissen.
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Hänel, Moritz Christian, Jurist und Verwaltungsbeamter (1800-1890).
Eigenh. Brief mit U. ("Hänel / GJR"). Dresden, 14. IV. 1849.
1 S. 4to. Mit einer Mitteilung zu den eigenen Befugnissen als Auskunftsperson angelegentlich einer Beschwerde und Petition: "Ich erlaube mir, Ihnen anzuzeigen, daß ich von Seiten des Justizministeriums beauftragt bin, dem fünften Ausschuße der II. Kammer über die Beschwerde Tellers [d. i. Christian Teller] und Genossen zu Johanngeorgenstadt Auskunft zu geben, und zu diesem Zwecke Ihrem brieflich geäußerten Wunsche gemäs, zu der heute Nachmittag 4 Uhr Statt findenden Sitzung des fünften Ausschusses mich einfinden werde [...]". - Hänel wurde 1844 von König Friedrich August II. in den Rang eines Geheimen Justizrates erhoben. Die Petition des Christian Tellers, "das Liquidationswesen des dortigen königl. Gerichts betreffend", wird in den "Mittheilungen über die Verhandlungen des ordentlichen Landtags im Königreich Sachsen" (B. G. Teubner, Dresden 1849, LXXVI u. 1171) erwähnt. - Mit kleiner gepr. Wappenvignette.
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Häpe, Hugo, Stenograph (1818-1902).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 16. VII. 1848.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Chefredakteur der Leipziger Zeitung Oswald Marbach. Häpe sei wieder gern bereit, Beiträge einzusenden, und befürworte Marbachs Vorgehen und Einsatz für einen "besonnen Fortschritt": "Indem ich Ihnen mit dem ergebensten Danke die Quittung übersende, muß ich zu meiner Entschuldigung bemerken, daß eine sehr schwierige und dringende Arbeit in der letzten Zeit meine Kraft und Zeit dermaßen in Anspruch genommen hat, daß mir jede andere Arbeit daneben unmögliche wurde. Jetzt endlich bin ich wieder etwas freier geworden und werde, wenn es Ihnen genehm ist, wieder von Zeit zu Zeit über hiesige Ereigniße und Zustände Bericht erstatten [...]". - Hugo Häpe erlernte "in Dresden die Gabelsbergersche Stenographie, die ihm beruflich zur unentbehrlichen Helferin wurde und für deren Verbreitung und Förderung er sich zeitlebens einsetzte. Bis 1848 war Häpe Redakteur des 'Dresdner Tagblatts'. Als er diese Stellung aus politischen Gründen aufgeben mußte, etablierte er sich nach der 2. juristischen Prüfung 1849 in Dresden als Rechtsanwalt" (NDB VII, 448f.). - Mit papiergedeckter und monogrammierter Klebestelle für Briefverschluss, Ausriss durch Brieföffnung, der linke Rand leicht lädiert und mit größeren Einrissen, davon einer mit Papier hinterlegt. Mit Poststempel und Sammlervermerk in Bleistift.
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Heinz, M. E., Advokat und Kommandant der Dresdner Kommunalgarde (gest. 1851).
Eigenh. Schriftstück mit U. Dresden, 28. I. 1849.
1 S. Qu.-8vo. Die Vorlage zu dem in der "Leipziger Zeitung" abgedruckten "Aufruf", mit dem nach dem Verbleib des Lederhändlers Gustav Jädicke gesucht wurde, der "sich am 13. d. M. aus seiner Wohnung entfernte, ohne bis jetzt dahin zurückgekehrt zu seyn oder auch nur eine Nachricht von seinem Aufenthalt gegeben zu haben. Seine Familie ist hierüber in tiefer Betrübniß und fürchtete, daß dem Ausbleibenden ein Unglück zugestoßen [...]". Dem dürfte auch so gewesen sein, wurde doch schon zwei Monate später das Nachlassverfahren eröffnet. - Der Dresdner Advokat Heinz war Ende April/Anfang Mai Nachfolger des bisherigen Kommandanten Napoleon Lenz geworden, trat aber schon am 3. Mai seine Funktion an den Militär und Übersetzer Alexander Clarus Heinze (1806-56) ab. - Mit einigen Vermerken. Beilage zu Nr. 32 der "Leipziger Zeitung" (Do., 1. Februar 1849, S. 472).
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Heinze, Alexander Clarus, Militär, Philhellene, Kommandant der Dresdner Kommunalgarde (1806-1856).
Eigenh. Brief mit U. ("Alexander H."). Dresden, 13. X. 1824.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Ungewöhnlich frühes Schreiben an seinen Freund Otto, der ihm einige Bücher hat zukommen lassen, die für ihn aber leider "zu wenig Nutzen" hätten, "theils durch ihr Alter, theils durch ihren für jetzt wenigstens für mich zu entfernt liegenden Inhalt. Solltest Du aber etwas von neuen Werken über Artillerie, Fortification, Tactik, Strategie, Situationszeichenlehre (von Lehmann) u. d. m. finden u. die Preise annehmlich seyn, so bitte ich es mir zugleich mit beigefügten Ladenpreisen anzuzeigen, und ich werde Dir dafür vielen Dank schuldig seyn [...]". - Heinze, Sohn eines Leipziger Privatgelehrten und Pädagogen, hatte nach Abschluss der sächsischen Militärakademie als Freiwilliger 1828 am Griechischen Unabhängigkeitskrieg teilgenommen und war später als Hauptmann und Konservator bei der Zeughausdirektion in Nauplia tätig; 1837 wurde er in den Rang eines Artillerie-Majors, 1842 zum Stadtkommandanten von Patras befördert. Im europäischen Revolutionsjahr 1848/49 schloß er sich der demokratischen Bewegung in Sachsen an und zog im Januar 1849 als Abgeordneter in den sächsischen Landtag ein. "Nachdem dieser infolge seiner Zustimmung zur Frankfurter Reichsverfassung aufgelöst worden war, geriet Heinze als Oberkommandierender des Dresdener Maiaufstandes für einen kurzen Moment ins Zentrum des politischen Geschehens, übergab sich aber, als er die Erfolglosigkeit dieses Unterfangens erkannte, bereits am 7. Mai in die Gewalt der Regierungstruppen. Den Rest seines Lebens verbrachte Heinze, des Hochverrats angeklagt, in Gefangenschaft. Er starb 1856 im Zuchthaus Waldheim an den Folgen eines Lungenödems" (Hillemann). Wilhelm Barth u. Max Kehrig-Korn, Die Philhellenenzeit (München, 1960), s. v. - Marco Hillemann, "Alexander Clarus Heinze", in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 09.11.2019.
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Heinze, Alexander Clarus, Militär, Philhellene, Kommandant der Dresdner Kommunalgarde (1806-1856).
Eigenh. Schriftstück (Fragment) mit U. Dresden, 24. III. 1849.
1 S. Visitkartenformat. Ausschnitt wohl aus einem Schreiben im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Abgeordneter zum sächsischen Landtag: "Repertorium der Verfassungsurkunde des Kreisgerichts Sachsen [...]". - A. C. Heinze, der Sohn eines Leipziger Privatgelehrten und Pädagogen, hatte nach Abschluss der sächsischen Militärakademie als Freiwilliger 1828 am Griechischen Unabhängigkeitskrieg teilgenommen und war später als Hauptmann und Konservator bei der Zeughausdirektion in Nauplia tätig; 1837 wurde er in den Rang eines Artillerie-Majors, 1842 zum Stadtkommandanten von Patras befördert. Im europäischen Revolutionsjahr 1848/49 schloss er sich der demokratischen Bewegung in Sachsen an und zog im Januar 1849 als Abgeordneter in den sächsischen Landtag ein. "Nachdem dieser infolge seiner Zustimmung zur Frankfurter Reichsverfassung aufgelöst worden war, geriet Heinze als Oberkommandierender des Dresdner Maiaufstandes für einen kurzen Moment ins Zentrum des politischen Geschehens, übergab sich aber, als er die Erfolglosigkeit dieses Unterfangens erkannte, bereits am 7. Mai in die Gewalt der Regierungstruppen. Den Rest seines Lebens verbrachte Heinze, des Hochverrats angeklagt, in Gefangenschaft. Er starb 1856 im Zuchthaus Waldheim an den Folgen eines Lungenödems" (Hillemann). - Mit einer zeitgenöss. Notiz zum Verfasser in rotem Farbstift. Wilhelm Barth u. Max Kehrig-Korn, Die Philhellenenzeit (München, 1960), s. v. - Marco Hillemann, "Alexander Clarus Heinze", in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 09.11.2019.
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Hornstein, August Frh. von, Politiker (1789-1855).
Eigenh. Brief mit U. Orsenhausen (heute Schwendi im Landkreis Biberach in Oberschwaben), 7. III. 1844.
1½ SS. auf Doppelblatt. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und papierged. Siegel. An den Forst- und Wirtschaftsrat Emil André (1790-1869) in Wien mit Bitte um ausführliche Informationen über zum Verkauf stehende Güter in Ungarn: "Die Wohllöbliche Güter Administration & Kanzley des Wirtschaftsrates Emil André in Wien haben in der Beilage der Augsburger Allgemeinen Zeitung [...] sich zur Besorgung von Güter Käufen empfohlen, wobei insbesondere [...] auf Güter Ankäufe in Ungarn hingewiesen ist. Da der Unterzeichnete diese in der benannten Zeitung angeführte Ansicht über dergleichen Ankäufe vollkommen theilt, so muß ihm die obbezeichnete Ankündigung nur um so schäzenswerther sein. Deßhalb ergeht demnach an vorbezeichnete Stelle das ergebenste Ansuchen in möglichster Bälde unter nachfolgender Adresse gefällige Notitzen, über Güter Ankäufe in Ungarn wo und wie gelegen - Preise und andere Verhältniße [...] hierher gelangen zu laßen [...]". - Emil André verwaltete seit 1838 die Güter der Fürsten Odescalchi und Batthyány. "Hier machte er sich um die Einführung veredelter Schafe und die Anlagen von Runkelrübenzuckerfabriken verdient" (ADB I, 433). In den späten 1840er Jahren war er Redakteur der "Neuen Ökonomischen Zeitschrift" in Wien. - Mit einer weiteren eh. U. Hornsteins unter der Nachschrift; mit Ausschnitt und Ausriss durch Brieföffnung sowie Notizen in Bleistift. Wenige kleine Randeinrisse.
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Hübler, Karl Balthasar, Jurist, Beamter sowie Dresdner Bürgermeister (1788-1866).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 9. IX. 1842.
1 S. 8vo. An die Arnoldische Buchhandlung bezüglich eines Zeitungsabonnements: "Die geehrte Arnoldsche Buchhandlung versichere ich nochmals, daß sich von dem Jahrgange 6 des Journal des enfans nicht ein Blatt in meinen Händen befindet. Ich berichtige aber, nun die mir unangenehme Differenz endlich zu beseitigen, den mir angezeigten angeblichen Schuldbetrag an 5 rthl 10 ngr. beigehend mit der Bitte um wenige Zeilen Quittung über den Empfang [...]". - Mit Notizen in Blei und Empfängervermerk verso.
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Jäkel, Eduard Theodor, Zeitungsherausgeber und Politiker (1817-1874).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 25. VIII. 1848.
¾ S. 8vo. Mit eh. Adresse verso. An die Redaktion der "Leipziger Zeitung", betreffend den "Deutschen Vaterlandsverein" mit einer Korrektur und einer Anregung: "Einer löblichen Redaction erlaube ich mir hiermit zu bemerken, daß der Vaterlandsverein, dessen Obmann zu sein ich die Ehre habe, nicht der Jäkelsche, sondern der deutsche Vaterlandsverein heißt. Auch wäre den Berichten über unsere Vereinssitzungen inskünftig etwas mehr Treue zu wünschen, als der letzte in Ihrer Zeitg. offenbarte [...]". - Jäkel wurde 1848 in die II. Kammer des Sächsischen Landtags gewählt. Zuvor hatte er ab 1841 in seiner Heimatstadt Chemnitz die oppositionelle Zeitschrift "Die Sonne" herausgegeben, nach einem Bericht über den Deutschkatholizismus wurde ihm die Konzession zur Herausgabe der Zeitung entzogen. - Mit Sammlernotiz in Bleistift und Siegelrest, leicht braunfleckig.
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Jaup, Heinrich Karl, Politiker (1781-1860).
Hs. "Erklärung" (Abschrift) mit eigenh. Titel, eh. Zusatz und eh. U. Darmstadt, 1. VI. 1834.
2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An die Redaktion der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" mit einer "Erklärung" zum Sachverhalt und zum weiteren Vorgehen gegen eine Schmähschrift: "Unter dem Titel 'Der Liberalismus auf dem merkwürdigen Landtage zu Darmstadt 1833' ist in der sonst achtbaren Buchhandlung des Herrn G. F. Heyer, Vater, zu Gießen, eine neun Bogen starke, also der Censur unterworfene Schmähschrift erschienen, welche vorgestern dahier von der hießigen Heyer'schen Buchhandlung ausgetheilt worden ist, und welche ein Gewebe von Verdrehungen, Unwahrheiten und Verläumdungen gegen viele Mitglieder der zweiten Kammer [...] enthält [...]". - Im eigenh. Zusatz mit der Bitte um Druck der vorliegenden "Erklärung": "Ich bitte ergebenst diese Erklärung in die Allg. Zeitung gefälligst aufzunehmen, u. die Inseratgebühren auf beliebige Weise, oder durch Postvorlage, zu erheben [...]". Neben Jaup wird als Unterzeichner der "Erklärung" der Politiker Ernst Elwert angeführt. - Jaup, dem aus politischen Gründen mehrmals die Ausübung und Annahme eines Mandates für die Landstände des Großherzogtums Hessen verweigert wurde, arbeitete in den 1830er und 1840er Jahren als Abgeordneter im Gemeinderat in Darmstadt. - Mit Empfängervermerk "No. 225 8 Junius", Sammlervermerken in Bleistift, Poststempel, papiergedeckter Verschlussstelle und Ausschnitt durch Brieföffnung. Papierbedingt leicht gebräunt und braunfleckig, auf der Adressseite mit leichtem Druckschriftenabklatsch.
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Jordan, Johann Ludwig, preußischer Diplomat (1773-1848).
Brief mit eigenh. U. Dresden, 18. VII. 1826.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An das Hzgl. Geheime Gesamtministerium von Sachsen-Gotha-Altenburg in Gotha mit einer Anfrage betreffend die Gesetze und Strafen im Herzogtum Gotha und Altenburg: "Es ist meiner vorgesetzten Behörde sehr wünschenswerth, aus allen deutschen Bundesstaaten in Erfahrung zu bringen, wie der Nachdrucker solcher Werke, welche im Lande selbst gedruckt oder verlegt worden sind, dergleichen wie den Handel mit auswärts unternommenen Nachdruck inländischer Werke bestraft wird [...]". - Jordan war ab 1819 Gesandter am königlich sächsischen Hof in Dresden. - Mit eh. Adresse am Briefende, Aktenvermerk auf Seite Vier und Gegenzeichnung. Mit Lochspur alter Heftung entlang des Falzes und Papierdurchbruch im Gegenblatt. Leicht stock-, etwas braunfleckig und gebräunt.
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Jucho, Friedrich Siegmund, Geheimer Justizrat und Politiker (1805-1884).
Hs. Schriftstück mit eigenh. U. und eh. Korrekturen. [Frankfurt a. M., 29. V. 1849].
1 S. Folio. Zeichnet einen Sitzungsbericht der Frankfurter Nationalversammlung in der Eigenschaft als Schriftführer: "Der Austritt des Abgeordneten Heisterbergk wird mit dem Bemerken angezeigt, daß dessen Stellvertreter sofort eintreten werde. Der Vorsitzende zeigt an, daß das Büreau an die Stelle der ausgetretenen Mitglieder Hassler und Biedermann, die Abgeordneten Rheinwald und Frisch in die Redactions-Commission gewählt habe. Nach verschiedenen Ankündigungen wird die Sitzung kurz vor 2 Uhr geschlossen [...]". - Preußen, Österreich und weitere Staaten befahlen im Mai 1849 den Abgeordneten der Nationalversammlung, ihr Mandat niederzulegen, und traten der Revolution nun mit offener Gewalt entgegen. Jucho nahm nach Ende des Paulskirchenparlaments das Archiv der Nationalversammlung mit dem Original der Verfassungsurkunde an sich und trat so in einen Konflikt mit dem Deutschen Bund. Das Archiv gelangte Anfang der 1850er Jahre mit Gewalt wieder in Besitz der städtischen Behörden, die Verfassungsurkunde jedoch brachte Jucho nach England in Sicherheit und schickte sie 1870 an Eduard von Simson, den Präsidenten des Reichstages des Norddeutschen Bundes, welcher sie später dem Archiv des Deutschen Reichstags übergab. - Mit Sammlernotiz in Blei. Etwas braunfleckig mit leichten Läsuren am oberen Rand.
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Leroux, Paul-Louis, French actor (1819-1874).
3 autograph letters signed. Paris and n. p., 11 July 1870, 15 Feb. 1871, and 12 May 1871.
8vo and 12mo. Together 13 pp. With 1 autograph address. Highly interesting letters to a friend called Madame Bergerat in Veules-les-Roses, Normandy, relating news about the difficult situation in Paris during the Franco-Prussian War and the Paris Commune. - In the earliest letter from 11 September 1870, only nine days after the decisive Prussian victory at Sedan, Leroux informs Bergerat that he will not go to Veules due to the situation in Paris and thanks her for taking care of a tenant. Concerning the war, Leroux mentions that his son Georges, a surgeon, could not reach Sedan, as the bridges have been destroyed, and has returned to Paris, expecting his unit to be deployed in the "Seine basin, that means between two fronts!". The Comédie Française has "metamorphosed into an casualty department", and Leroux speculates that he will have to flee from the Prussian shells, expecting the fortifications near Boulevard Pereire to be to bombed. Enclosed with the letter is an inventory of household goods that Leroux had sent to Veules (12mo, 2 pp.). - The second letter is written on 15 February 1871, soon after the ratification of the Armistice of Versailles on 28 January that ended the Prussian siege of Paris. Leroux describes his experiences in Paris and the fate of his sons Georges and Maurice: "The privations of all kinds, the hunger, the bread that my dog would refuse, the cold! Nothing was comparable to the anxieties that we endured when we heard (and it was incessant) the rumbling of the cannons! Each of us told ourselves to which of our sons this blow must have been fatal! God saved them for me, made men out of them, as I told you". Georges served under general Joseph Vinoy in the defence of Paris "and was noticed for his courageous and energetic conduct in all circumstances". To his father's "great regret", the younger son Maurice, who was only seventeen and a half at the time, had volunteered for an infantry unit that "was decimated at Bourget and Stains, and shelled at the last moment at Saint Denis". Maurice returned as a prisoner of war "interned in Paris, waiting for the results of the peace negotiations and generally little afraid of the perspective of being sent to Germany!" In a postscript, Leroux urges the recipient: "Write us! Write us! Maybe tomorrow you cannot do so anymore, who knows! Write us, write us". - The final letter from 12 Mai 1871 is a document of the final days of the Paris Commune. Georges has left Paris after having been forbidden "by order" to "give his care to the people of Versailles" even though he was a member of the "Société internationale de secours". This probably refers to the two failed attempts by the Communards to take Versailles on 2 and 3 April. Prisoners taken by the French army were summarily shot. At this point, Paris was again under siege: "You are probably aware that the fort of Issy has fallen and of the imminent [fall] of Vanves [...]. My poor area is invaded by these people from Belleville and Montmartre, the [artillery] fire is still incessant, grenades fall from all sides! Just yesterday evening at 5 my house was spared. I try to ignore what could have happened that night, God protect us!" Leroux kept the Comédie Française open "during the two sieges" in order to make a living, but most sociétaires had left Paris: "M.lle Nathalie and I are the only sociétaires present; together with some pensioners we keep the house open to the great satisfaction of the Commune and to the greatest detriment of our interests ... we make no money, there are no Parisians left in Paris, it is a wasteland [...]". Mademoiselle Nathalie (1816-86) is today best known for her conflict with the young Sarah Bernhardt. - Some browning and minimal foxing. With collector's notes in pencil.
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Schweinfurth, Georg, Afrikaforscher (1836-1925).
Eigenh. Brief mit U. Kairo, 14. XI. 1886.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Elfenbeinhändler Wilhelm Westendarp in Hamburg über Elfenbeinvorräte im Besitz Emin Paschas, des Gouverneurs der Provinz Äquatoria, sowie eine Expedition zur Rettung desselben: "Die neuesten Briefe von Emin Bey belehren uns, dass er seit 1883 keinerlei Verkehr mit Chartum resp. Aegypten gehabt hat. Er muss daher im Besitze grosser Elfenbeinvorräthe sein. Einbusse kann er nicht erfahren haben; denn er war siegreich gegen die Mahdisten einerseits und gegen die Negerrevolution andererseits. Er soll, nach Junkers [d. i. der Afrikaforscher Wilhelm Junker] Brief aus Uganda, noch über 2000 Soldaten verfügen, auch die 2 Dampfer [...] befinden sich noch in seinem Besitze [...] Wäre es nicht an der Zeit eine Reliefexpedition von Sansibar zu senden; denn wenn er nicht umgehend neue Munition erhält so geht sein Besitz verloren. Ich habe der Ost. Afrik. Ges. den Vorschlag gemacht eine solche Expedition abzusenden [...] Zweck dieses Briefes soll nun sein Sie zu veranlassen, umgehend Schritte zu thun, dass die Relief Expedition zu Stande kommt. Wenn Sie bei Dr. C. Peters [d. i. Carl Peters, Mitbegründer der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft] die Initiative mit Vorschlägen ergreifen, so könnte das Ausschlag gebend sein. Sie als Kaufmann werden am besten beurtheilen können wieviel Elfenbein zur Zeit bei Emin sein kann und wieviel er in den nächsten Jahren, wenn er sich hält, zu beschaffen vermag. Auf Grundlage eines solchen Voranschlags dürften Sie eventuell in der Lage sein sich bei den geplanten Unternehmen der O. A. Gesellschaft mit einem ansehnlichen Bruchtheil an den Kosten zu betheiligen [...]". - Die Ränder leicht gebräunt.
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Friesen, Hermann Frh. von, Literaturwissenschaftler, Shakespeareübersetzer und Kammerherr (1802-1882).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 24. IX. 1839.
¾ S. 4to. Mit eh. Adresse verso. Begleitbrief zu einer Bücherrücksendung an die "Königl. Sächs. Bibliothek": "Unterzeichneter übersendet beifolgend / Maffei Verona illustrata / Armin u. Brentano des Knaben Wunderhorn 1. Band. / Erlach Volkslieder 1er Band / mit der Bitte, ihn wegen vernachläßigter Rücksendung zum bestimmten Termin damit geneigtest entschuldigen zu wollen, daß er seit Anfang dieses Monats verreist war und erst gestern wieder zurückgekehrt ist [...]". - Mit Sammlernotiz in Bleistift und kleinen Randeinrissen, papierbedingt leicht gebräunt.
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Ganghofer, Ludwig, Schriftsteller (1855-1920).
Eigenh. Gedicht mit U. [Poststempel: München, 30. IV. 1905].
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Gerahmt (208 x 263 mm). An Claudine Antoinette Susette Eckstein in Dresden, die Witwe des Schriftstellers Ernst Eckstein (1845-1900): "Die Welt ist immer so, wie man sie sieht, / Und Gott ist immer der, an den wir glauben / Und reimst du Schmerz auf Herz, so wird's ein Lied - / Und wenn du Reben baust, so hast du Trauben! [...] mit verehrungsvollem Gruß [...]".
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Ganghofer, Ludwig, Schriftsteller (1855-1920).
Portraitpostkarte mit eigenh. U. München, Weihnachten 1906.
1 S. (Qu.-)8vo. Mit eh. Adresse verso. Gerahmt (163 x 192 mm). An Alice Eber in Hamburg, wohl als Weihnachtsgeschenk.
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Goethe, Johann Wolfgang, Dichter (1749-1832).
Quittung mit eigenh. U. Weimar, 11. VI. 1830.
1 S. Folio. Gerahmt (282 x 381 mm). Über eine ausständige Zahlung an die Separatkasse der Großherzoglichen Oberaufsicht für das Jahr 1829: "Nachdem die von dem Großherzogl. Controleur, Carl Friedrich Hoffmann, hier, geführte und anher abgelegte Rechnung über Einnahme und Ausgabe bey der Separa[t]kasse Großherzogl. Oberaufsicht, in der Zeit vom 1. April bis letzten Decbr. 1829 revidiert und darauf kalkulirt und abgeschlossen worden ist, wobey es sich ergeben, daß die Einnahme mit Verordnung Großherzoglicher Oberaufsicht, die Ausgabe aber durch eben dergleichen, und gehörig autorisirte Belege Bescheinigung gefunden hat und die schuldige Gewährschaft v. Fünfund Vierzig Thalern Dreiundzwanzig Groschen 3 dn. besteht; so wird gedachter Rechnungsführer, unter dem Vorbehalte, daß er die eben erwäh[n]ten 45 Rthlr. 23 g. 3dn. in seiner nächsten Rechnung wiederum zu vereinnahmen, bis dahin aber dafür zu haften habe, über diese abgelegte Rechnung für sich und die Seinigen hiermit in bester Rechtsform quittirt [...]". - Mit Siegelrest.
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Barroilhet, Paul-Bernard, French operatic baritone (1810-1871).
Autograph letter signed. N. p. o. d.
12mo. 2 pp. on bifolium. To a M. Forget, offering him two drawings by the landscape painter and illustrator Adrien Dauzats from his personal collection, also repeating an offer for the entire collection: "Résolu, décidément, à me défaire, à l'amiable, des nombreux dessins qui encombrent mon appartement, je commence par me rendre au desir que vous m'avez exprimé de posséder les deux beaux dessins de Dauzats que vous m'avez vu acheter à sa vente, en vous les cédant, ce la va sans dire, au prix coûtant [...] Maintenant, je viens vous répéter ce que je vous ai dit cinquante fois, c'est à dire que vous avez une excellente affaire à exploiter chez moi en prenant en bloc tous mes dessins, au prix qu'il me coûtent [...]". - The recipient might be the French painter Charles-Gabriel Forget (1807-73). Barroilhet is best remembered today for originating roles in several operas by Gaetano Donizetti and Fromental Halévy. For Donizetti he created Eustachio de Saint-Pierre in "L'assedio di Calais" (1836), the Lord Duke of Nottingham in "Roberto Devereux" (1837), Alfonso XI of Castile in "La favorite" (1840), and Camoëns in "Dom Sebastien" (1843). The Halevy roles he created include King Lusignan in "La reine de Chypre" (1841), the title role in the premiere of "Charles VI" (1843), and Mirobolante in "Le lazzarone, ou Le bien vient en dormant" (1844). - Slightly brownstained.
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Dvorák, Antonín, Komponist (1841-1904).
Portraitphotographie mit eigenh. Notenzeile, Widmung und U. verso. Wien, 27. III. 1896.
144:103 mm auf etwas größerem Untersatzkarton. Sieben Takte aus seiner am 28. März 1885 in Pilsen uraufgeführten dramatischen Kantate für Solisten, Chor und Orchester "Svatební košile". Die Widmung ist für den italienischen Komponisten und Alpinisten Leone Sinigaglia, der 1894 seine Heimatstadt Turin gen Wien verlassen hatte, um bei Eusebius Mandyczewski seine Kompositionsstudien zu vertiefen. "Vor seinem Wiener Aufenthalt komponierte er ungefähr 50 Werke. Er knüpfte Kontakte zu Brahms, Goldmark und Mahler und wurde ein enger Freund Dvoráks, der ihm Privatunterricht in Prag und Vysoká erteilte (1900/01) und Sinigaglias Interesse für das Volkslied weckte. Nach seiner Rückkehr nach Turin (1901) begann er, ab 1902 systematisch die Volkslieder des Berglandes von Cavoretto (bei Turin) zu sammeln (ca. 500). Kurz bevor Sinigaglia, der mit seiner Schwester Alina im Spital Mauriziano von Turin Zuflucht genommen hatte, von der faschistischen Polizei verhaftet werden sollte, starb er an einem Schlaganfall". - Das Portrait aus dem Atelier Edmund Tietz, Wien, mit dessen gedrucktem Signet am Trägerkarton. Adelmo Damerini, Art. "Sinigaglia, Leone", in MGG, s.v.
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Krauss, Gabrielle, Austrian-French soprano (1842-1906).
2 autograph letters signed "Gabrielle Krauss" and 1 autograph lettercard signed "G. Krauss". Paris and n. p., 7 June 1877 and n. d.
12mo and postcard format. Together 6 pp. Lettercard with autograph address. The undated lettercard is addressed to a Mrs Frank-Duvernay who wants to sing a duet with Gabrielle Krauss. Krauss agrees and suggests to add another duet, "for example that from 'The Marriage of Figaro'", as the piece proposed by the recipient was very short: "Je serai enchantée de dire avec vous le Duo que vous me proposez: comme il est très court nous pourrions en ajouter un autre par exemple celui des Noces de Figaro où n'importe lequel vous voulez choisir [...]". - Responding to a similar request by an unnamed recipient, possibly the composer of the "three pieces" mentioned in the letter, Krauss declines, as she is starting rehearsals for the 1875 revival of Meyerbeer's "Les Huguenots" on the occasion of the inauguration of the Opéra Garnier and is auditioning for the premiere of Auguste Mermet's "Jeanne d'Arc": "C'est avec le plus grand regret que je me vois obligée à vous dire qu'il m'est absolumment impossible de vous rendre le petit service que vous m'avez demandé. Je commence demain à répéter les Huguenots et j'ai une audition chez moi de Jeanne d'Arc dont la principale rôle m'a été confié de sorte que je serai trop occupée pour avoir le temps nécéssaire de travailler les trois morceaux que vous m'avez envoyé". Mermet's "Jeanne d'Arc" premiered on 5 April 1876 at the Paris Opera with Gabrielle Krauss but was cancelled after only 15 performances. - A letter dated 7 June 1877 is written to an unnamed recipient, arranging a meeting for the purchase or sale of Sèvres porcelain: "Si vous voulez avoir l'obligéance de venir me parler pour les objets de Sèvres, vous me trouverez de midi à 2 heures [...]". - The letter from 1877 on mourning paper. The lettercard shows a horizontal pinch fold and is somewhat dust-stained. The letter from 1874/75 shows minimal foxing.
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Malibran, Maria, Spanish-French singer (1808-1836).
Autograph letter signed "Maria". N. p., "15 Sept." [1832].
4to. 3 pp. on bifolium. Charming, intimate letter to her close friend, the politician and industrialist Auguste Michel Félicité Le Tellier de Souvré Louvois (1783-1844), whom she calls Fanfan, scolding him for his long silence and expressing her relief that her friends approve of her relationship with her future husband Charles de Beriot. Malibran relates that she briefly returned to Paris to console the widow of her fatherly friend M. Cottinet, the father of the writer Edmond Cottinet, but is about to return to Brussels for a concert. She alludes to her broken marriage with Eugène Malibran and her relationship with de Beriot that she finally made public after three years: "Last year I was waiting, I was waiting! What for? You will say - You... I did not know to what to attribute such a long silence (because you could write me if you cannot come). Now I learn that you are employed by a Minister, taking a carriage at will... etc. I, poor and always the same Maria, had been very much piqued by your neglect of me, however, before my departure I could not resist the desire to have news from you any longer, I wrote you a very nice little love letter [petit poulet] ... but ... M. Fanfan did not want to take the trouble of stopping by at Rue Blanche. What does that mean? Monsieur Louvois Fanfan almost a Minister? Are we too proud to lower our heads towards our old friend Maria? I did not go to visit Mad.e your mother, believing that the morbid bitterness [choléramorbus] was holding all of you against me, otherwise ... Concerning this, must I stay mad or be, like always in the past, Fanfan's sister? I am leaving tomorrow to give a concert at the Royal Theatre in Brussels, and I must return at the end of the month. You certainly know that I just suffered an irreparable loss in M. Cottinet who acted for me precisely as a father should have. I only came back to keep his young widow company! You certainly know how I spend my time. You certainly know that there are insurmountable difficulties, almost making me sick [à vomir]. Finally, what I did not dare to say three years ago is now known to everyone by my own admission. I rejoice in seeing that all my former friends approve of my choice, with the possible exception of Mad.e N..., and that my friends remain with me as in the past - can I not boldly vouch for your attachment to Maria? I love you like the good Fanfan". - This beautiful letter can be dated with respect to Maria Malibran's relationship with the violinist and composer Charles de Beriot that had started in 1829, soon after she had left her husband and returned to Paris from New York. - Traces of folds. With very slight tears and stains.
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Mendelssohn Bartholdy, Felix, composer (1809-1847).
Autograph musical quotation signed. Schwerin, 11 July 1840.
Oblong small 8vo (140 x 83 mm). On pink paper. Mendelssohn has carefully penned a nine-bar musical quotation, captioned "Canone a 2", corresponding to his work Canon in B minor. - Four corners lightly affixed to a slightly larger page. With small overall age wear, otherwise in good condition.
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Viardot-García, Pauline, French mezzo-soprano, instructor and composer (1821-1910).
3 autograph letters signed, 1 autograph telegram signed, 1 autograph lettercard signed, 1 autograph postcard monogrammed, and 1 autograph visiting card. Paris and n. p., 13 May 1891, 30 April 1895 [postmarks] and n. y.
Various formats. Altogether 8 pp. and two lines (visiting card). Collection of mostly practical notes and letters, including a letter to Viardot's milliner. The postcard that can be dated to 13 May 1891 is an invitation to the dress rehearsal for a Madame Crauk and company. The telegram from 30 April 1895, addressed to a Madame Schlemmer, also concerns invitations to a concert or play. Viardot-Garcia names some of the guests in her box and those who have not yet responded to her invitation. A lettercard dated 20 April is an invitation to a pantomime: "Nous rejouons ma pantomime mardi prochain, de 5 h.res de l'après midi, chez les Grisot. Cette fois mon ami de pierre n'a plus d'excuse pour ne pas venir. Pas de toilette et vous rendez bien heureuse votre". A very urgent letter dated 17 April, to an unnamed recipient, concerns the necessary replacement of a performer for a forthcoming soirée. Viardot announces her daughter who "will explain all my apprehensions". In a letter written on a Wednesday, Viardot asks the recipient if she will attend a rehearsal that evening, also asking to borrow a drum: "Soyez assez gentille pour prêter pour ajourd'hui le tambour". Finally, in the letter to her unnamed milliner, dated 6 October, Viardot requests changes to a hat, as the brim was "somewhat flat", further asking that "a little bend" be added on each side. - Two letters and the lettercard on mourning stationery with embossed letterhead "243 Boulevard St-Germain". The visiting card with etched name. The letter to the milliner trimmed to the left border, minimally affecting the text on the second page. The lettercard with two abrasions affecting the text. Some browning overall.
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Wagner, Cosima, Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930).
2 eigenh. Briefe mit U. "Cosima" und 1 eigenh. Brief. [Berlin], 19. IX., 23. X. und 12. XI. 1863.
Zusammen 12 SS. auf Doppelblättern. 8vo. Inhaltsreiche französischsprachige Briefe aus der Korrespondenz mit ihrer Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Im Brief vom 19. September berichtet Cosima von Problemen bei einem Umzug, von ihrer aktuellen Lektüre und dem Vorhaben einer Rezension der Briefe Goethes an Charlotte von Stein, die sie "so sehr gefesselt haben", für die "Revue germanique". Die Werke ihrer entfremdeten Mutter Marie d'Agoult, die unter dem Pseudonym Daniel Stern publizierte, schloss Cosima von ihrer Lektüre aus: "Wenn ich einen Moment habe, lese ich sehr gutes oder sehr instruktives und irre ich mich, wenn ich D. St. keiner dieser Kategorien zuordne?" - Am 29. Oktober schreibt Cosima unter anderem über eine Krankheit ihrer ältesten Tochter Daniela "aus dem Zimmer, in dem sie leidet", und darüber, wieviel ihr die Briefe der Halbschwester bedeuten: "Jeder Eurer Briefe ist eine Wohltat, es ist für mich, wie einen Lufthauch aus unserem Geburtsland zu erhalten. Diesen Begriff fasse ich ganz metaphysisch auf; Sie repräsentieren für mich die Heimstätte, in der viele meiner Laren vergraben sind, wundern Sie sich deshalb nicht, dass ich immer Lust habe, Ihre Briefe postwendend zu beantworten, auch wenn ich Ihnen nichts Besonderes zu sagen habe." Dennoch sah sie aufgrund der beruflichen Situation ihres Mannes Hans von Bülow keine Möglichkeit, nach Paris zurückzukehren: "Mit dem Erfolg unseres musikalischen Instituts sehe ich irgendein Dirigat kommen, und dann heißt es Adieu zu jedem Ortswechsel, Adieu sogar zu jedem Ausflug, denn wir werden die Hände voller Verpflichtungen haben [...]". In einer Bemerkung zur Oper, die bereits stark von den Ansichten Wagners geprägt ist, kritisiert sie die "Italiener" und die junge Adelina Patti: "Sie frequentieren noch immer die Italiener; können Sie noch immer Lucia, Trovatore, Sonnambula hören? Ich verzichte gern auf sie, ich verschmähe sogar die hübsche Patti, auf die Blumen und Lorbeer regnen. Vielleicht sind meine Ohren zu nah am Gehirn." Zuletzt lobt Cosima in höchsten Tönen die ungarisch-österreichische Schauspielerin Lilla von Bulyovsky, die 1863 die "Doña Diana" in Augustín Moretos gleichnamigem Stück in Berlin spielte. Allerdings sei das Zusammenspiel mit ihren "germanischen Partnern, die jenen Szenen, die der spanische Poet bewegend und schmerzhaft wollte, einen komischen Anstrich geben", "sehr schwierig, fast unmöglich" gewesen. - Der jüngste Brief in der Sammlung vom 12. November 1863 hebt an mit Überlegungen zur Mode, denen Cosima ausführliche Überlegungen zu Napoleon III. und der politischen Situation in Europa mit einer unerwarteten Konklusion folgen lässt: "Euer Kaiser lässt den schikanösen Kammern keine Ruhepause, er lehnt den Kongress der Prinzen [congrès princier] ab. Wenn ich mich nicht irre, kommt der Krieg schnellen Schrittes. Die Rede vor den Kammern und die Einladung zum Kongress sind zwei Handlungen von singulärer Tragweite, und ich bin der Meinung, dass er zum vierten oder fünften Mal Europa hereingelegt hat. Ob es einem gefällt oder nicht, er hat leichtes Spiel, sei es, dass er der Einzige oder der Erste ist, der die Reform der Welt gefordert hat, die Partie ist gleichermaßen gut für ihn, und er wird als Apostel oder Förderer des Fortschritts gesehen. Wir hier sind nicht so bauernschlau, die Rede Wilhelms war zugleich unbedeutend und verletzend, die Abneigung erreicht damit ihren Gipfel, keine Entrüstung, keine Flammen. Einzig die Arbeiterfrage schreitet unaufhaltsam voran und droht, alles zu überlaufen. Dem Sozialismus gehört das letzte Wort; wird es möglich sein, dass dieses Wort nicht blutig ist?" Abschließend berichtet Cosima von dem englischen Löwendompteur Thomas Batty, der gerade in Berlin auftrat. - Leicht gebräunt und fleckig.
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Wagner, Cosima, Tochter Franz Liszts und zweite Gattin von Richard Wagner (1837-1930).
2 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Brieffragment mit U. "Cosi" und "Cose". [Berlin], 29. IV. 1862 und "Jeudi matin" [1862].
Zusammen 10 SS. 8vo. Inhaltsreiche französischsprachige Briefe an ihre Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Der mit "Donnerstag morgen" datierte Brief wurde zweifellos im Frühjahr 1862 in Löwenberg in Schlesien begonnen, wo Cosima Wagner Gast des Prinzen Konstantin von Hohenzollern-Hechingen war: "Unser Mäzen, bei dem wir ein zurückgezogenes Leben führen, das aus Musik, Freiheit, Liebenswürdigkeit und Lebendigkeit besteht. Die Konzerte folgen den Proben, die selbst Konzerte sind, weil oft ganz andere Sachen geprobt werden, als das, was vor Publikum gespielt wird. Der Prinz ist die erste Person nach mir, die die Musik so liebt und versteht wie ich, wie ich liebt er eigentlich nichts anderes als Musik und versteht sie, würde ich sagen, so wie ich, aber ich bin bescheiden. Die 24 Konzerte, die er in seinem charmanten Saal den Leuten aus der Stadt und ihrer Umgebung anbietet, bestehen aus hervorragenden Werken und umfassen die gesamte Musik; weder Vergangenheit noch Gegenwart oder Zukunft, wenn man so will, sind ausgeschlossen" (Übs.). - Zurück in Berlin, das ihr im Vergleich mit Löwenberg als "Tohuwabohu" erscheint, erwähnt sie ihre Arbeit für die "Revue germanique", die sie scherzhaft als "maman germanique" bezeichnet, und kommentiert die turbulente politische Lage in Preußen und dessen Konflikt mit Österreich: "Jetzt steht Preußen mit dem Rücken an der Wand, das heißt, es muss Partei ergreifen; ich für mein Teil sehe diese Krise sehr positiv und, wenn ich mich nicht irre, könnte sie zu einem Umschwung führen, der sehr vorteilhaft für Preußen ist [...] Unterdessen steht der Bruch mit Österreich kurz bevor, und womöglich wird die venezianische Frage ins Zentrum dieses Konflikts rücken, der alle hier beschäftigt und alarmiert. Meiner Meinung nach bleibt Preußen nur mehr, an das deutsche Volk zu appellieren, sich gegenüber Österreich, das von den vier Königreichen und einigen Fürstentümern unterstützt wird, durch Patriotismus zu behaupten, und damit, mit einem Wort, die liberale Macht im Gegensatz zur autokratischen zu repräsentieren [...]". Gegen Ende des Briefes findet Richard Wagner Erwähnung, der augenblicklich in Paris weilte: "Jetzt habe ich schon lange keine Neuigkeiten von Wagner; ich bezweifle, dass er die Einladung von Mutter wahrgenommen hat, wenn er arbeitet, benötigt er absolute Ruhe, und die Salonkonversation ist ihm generell unsympathisch". - Im Brief vom 29. April 1862 vergleicht Cosima das Leben in Frankreich und Deutschland: "Ich sehe, dass ihr euch amüsiert, während wir in unserer Gegend uns bilden, bessern und uns langweilen, und ich ziehe daraus weitreichende Schlüsse, die Deutschland zum Vorteil gereichen, jedoch nicht meine Vorliebe für Frankreich erschüttern, so sehr sind Räsonnements und Überlegungen der Liebe fremd". Nicht weniger von Leidenschaft geprägt sind Cosimas Wünsche für das eigene Leben: "Ich bin genauso entschlossen wie Sie, ganz und gar zu sterben, das bedeutet, sich nicht nach und nach Herz, Geist, Vernunft auslöschen zu lassen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug lieben, ich werde mich bis zu meinem letzten Atemzug Illusionen hingeben". Ihre Mutter Marie d'Agoult kündigte einen Besuch an, jedoch "ohne mir die geringste Freude am kommenden Wiedersehen zu bezeugen; ich gebe zu, noch immer so naiv zu sein, so banal, so sehr antiquierten Formen der Zärtlichkeit anzuhängen, dass ich erst verdutzt war und dann traurig". Ein besseres Verhältnis hatte Cosima zu ihrer Schwester Blandine Ollivier, die jedoch im September 1862 im Kindbett sterben sollte: "Was mich betrifft, denke ich, dass Blandine gut daran tut, Paris zu verlassen, um in ihrer Maisonette in Ruhe zu gebären und zu säugen [...]". Es folgen Anmerkungen zur aktuellen Lektüre, darunter Renans "Vie de Jésus", Hugos soeben erschienene "Les Misérables" und Faust II, die sie "mit mehr Begeisterung und Zufriedenheit als je zuvor" liest. Schließlich drückt Cosima ihren Wunsch aus, Claire in Wiesbaden zu treffen, das sie als ihren "Rhein" bezeichnet - zweifellos in Anspielung auf Wagners Aufenthalt im nahegelegenen Biberach von 1862 bis 1863. - Das Brieffragment kann auf 1861 datiert werden. Cosima kommentiert darin Jules Michelets naturgeschichtliches Werk "La Mer" und den aufsehenerregenden Prozess gegen den Bankier Jules Mirès. - Die vollständigen Briefe auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm "CBL". Leicht gebräunt.
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Baillet, Georges, French actor (1848-1935).
4 autograph letters signed, 1 autograph lettercard signed, and 1 autograph visiting card signed. Paris and n. p., 1897-1906.
12mo, oblong 12mo, and visiting card format. Altogether 10 pp. Two of the letters, the lettercard, and the visiting card are addressed to a Madame Emond and her husband. The lettercard, accepting an invitation, is the earliest dated item in the collection (1 May 1897). In a letter to M. Emond, dated 21 July 1906, Baillet declines an invitation, as he is performing in Augier's "Les Effrontés". In an undated letter to Mme. Emond, Baillet similarly declines an inviation for the same reason, also commenting the health of M. Dubuisson: "Vous êtes mille fois aimable de vouloir bien songer à moi : hélas ! je joue Vendredi - je joue toujours en ce moment - et il ne m'est pas possible de profiter de votre charmante invitation. Les meilleures nouvelles de la santé de Monsieur Dubuisson me font grand plaisir et j'espère avec vous son promt [!] et complet rétablissement". The visiting card was written to thank M. Emond in an unspecified matter. - On 24 January 1899, Baillet writes a somewhat cryptic letter concerning a talisman, with a quotation from Hugo's Ruy Blas: "Voici le talisman ! Votre fidèle serviteur va s'écrier comme Ruy Blas: 'Donc, je marche vivant dans mon rêve étoile!' - Quand il vous plaira lui donner cette joie ... n'hésitez pas". - Finally, on 26 November 1899, Bataille declines an invitation due to a soirée and sends greetings to a Mme. Weill. - Georges Baillet was named Sociétaire of the Comédie-Française in 1887. One of his favourite roles was that of César de Bazan in Ruy Blas. - Lettercard shows minor foxing. Letter dated 26 November 1899 somewhat stained.
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Bury, Clémence (known as Madame Alexis), French actress (1808-1895).
Autograph letter signed. N. p., 11. X. 1881.
8vo. 2 pp. and 2 lines on bifolium. Charming letter of recommendation to the renowned comic actor Louis Péricaud (1835-1909), here misspelled Péricault, on behalf of a young actress named Mme. Désiré, the daughter of a former stage partner of Alexis. Although Désiré already performed at Péricaud's theatre, probably at the Ambigu, Alexis was hoping for a proper engagement, praising her as a natural talent for 'grisette' roles: "Je viens gaillardement vous prier de m'ête agréable ne doutant pas de votre bonne volonté à satisfaire ma demande. Si cela se peut. Je viens donc recommander Mme Désiré qui joue chez vous au cachet et que je voudrais voir attachée sérieusement a un théâtre avec un egagement. C'est la fille de Châtelet qui a été à Bordeaux mon camarade et ami, je suis très liée avec la mère et la sœur Mme D'Herblay. Mme Désiré a beaucoup de naturel dans les rôles grivais et pourrait sans doute tenir sa place, enfin elle n'est pas heureuse et cela me donne la hardiesse de vous la recommander, ainsi qu'au bon Monsieur Mégneux qui j'en suis certaine fera comme vous et se souviendra de la vieille artiste Alexis, qui vous prie d'agréer [...]". - Despite the misspelling, the recipient can be identified based on greetings addressed to Louis Péricaud's later wife Honorine Camous. - Traces of folds.
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D'Herbez, Augustin-Alexandre (known as Saint-Aubin), French tenor (1754-1818).
Autograph letter signed. Lyon, 6. XI. 1792.
Large 8vo. 2 pp. Insightful letter to the administrator of the Opéra Comique in Paris, Bartolomeo Andrea Camerani (1735-1818), concerning Saint-Aubin's engagement there, his views on the competition between opera companies, and the political situation in revolutionary Lyon. Saint-Aubin was at the time engaged in Lyon, probably at the Grand Théâtre, but cites the greater proximity to his family in Paris and the situation in Lyon that "resembles Paris on a small scale" as his reasons for accepting Camerani's offer, returning the signed contract with the letter and keeping a copy, "as is customary". His criticism of the opera in Lyon, where tragedies are staged "that make people laugh a lot", and his strong condemnation of destructive competition between too many theatre companies turn this letter into a valuable document of its time. Saint-Aubin remarks that the "competition serves nobody and I do not see that it returns a profit for art, and that ruins the entire world" (transl.). His own vision is "a new system" based on a fixed number of opera houses, financed by the communities according to their resources: "otherwise, by having too many theatres you end up not having any at all", and the artists pay the price. - Concerning the political situation in Lyon, Saint-Aubin alludes to the massacre of eight royalist officers on 9 September 1792 as "unfortunate events", expressing his hope that the city will finally calm down: "God willing, this is not a fire under the ashes ready to flare up at the first breeze". Saint-Aubin also mentions the mayoral elections in Lyon that became necessary when the former mayor Louis Vitet was elected to the National Convention: "At the moment, [Lyon] is very occupied with the nomination of the new mayor, ours being at the convention. There are two parties because, at this point, there is only the decision between two candidates. Yesterday I saw many people rushing to vote for one of them, all infinitely worried that the other one might win". The Girondin Antoine Nivière-Chol was elected mayor of Lyon on 5 November 1792. - In closing, Saint-Aubin sends greetings to Camerani's wife and the ensemble members Jean-Pierre Solié (1755-1812), Simon Chenard (1758-1831), Philippe-Thomas Ménier, and Pierre-Marie Narbonne. - With recipient's note in ink and two pinholes. Minimally stained.
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Galipaux, Félix, French actor and comedian (1860-1931).
5 autograph letters signed and 1 autograph visiting card. Paris and n. p., 1881-1902.
Various formats. Together 10 pp. The earliest dated letters in this charming collection are both addressed to an impresario named Morel. In a letter from 3 October 1881, Galipaux refuses the financial conditions offered to him, providing a list of expenses and financial demands and pointing to his "triumphant first prize", his "engagement at the Palais Royal" and successful earlier collaborations in Amiens and Nantes to support his claims for better pay. On 22 December 1882, Galipaux writes Morel that he accepts "200 fcs and the travel expenses". - In an undated letter to a M. Frantz, Galipaux informs the recipient that there are two tickets for a friend named Galimard for Galipaux' play "La Navette" at the Théâtre de la Renaissance, asking Frantz to send him "La Vie moderne" if a review of the show appears in the journal. - Again undated is a rather poetic and nostalgic letter to a close friend named Croze: "Le noir est triste, le blanc est gai. Je ne découvre pas les États Unis (par cette température, ça les enrhumerait) en osant risquer cette affirmation. Aujourd'hui, chacun éclaircit son appartement, partout on peint, ripolinise [!] ... blanc partout ! Comme aux dominos. Fini, le temps des rideaux, des tentures sombres tout au clair ! [...]". - In a letter from 2 January 1902 to a Mr. Gleize, Galipaux humorously discusses the play "L'étrange aventure", announcing his departure for Marseille, for a guest performance at the Théâtre des variétés, expecting bad weather: "Je pars demain pour Marseille Monte Carlo et compte sur la côte bleue : mistral, pluie, neige, gel... et tout l'aimable cortège... car j'ai vu parfois du soleil à Bruxelles en Janvier mais près de l'Italie... point ! - Je refoulerai notre cher asphalte parisien le 30 donc à partir de ce jour là mes oreilles, mon esprit (le peu que j'en ai) tout vous appartient [...]". - The letters to Morel on stationery with embossed letterhead. The letter to Croze on stationery with a lithographed caricature of Galipaux. The letter to Gleize on stationery of the "Joli-Théâtre" at the Musée Grévin. Minimal browning and occasional minor stains overall.
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Legrand, Paul, French mime (1816-1998).
Autograph letter signed. Paris, 15. I. 1885.
8vo. 2½ pp. on bifolium. With a newspaper clipping of an obituary for Paul Legrand. Charming letter to his friend M. Jouveau, consoling him over poor treatment by the press and promising to "use his slight credit with competent people", for example at Le Figaro, in the recipient's favour: "C'est avec joie que j'ai reçu votre lettre car j'étais bien inquiet de savoir de vos nouvelles car il est bien triste de penser qu'il y a de certains journaux qui vont tuer un homme sans se préoccuper que ça peut faire de la peine à de vieux amis. Croyez Mon cher Monsieur Jouveau que je vais user de mon mince crédit auprès des gens compétents. Au Figaro par exemple qui est toujours bien veillant pour des situations malheureuses surtout pour vous si connu du monde artistique, je verrais [?] aussi notre société des auteurs dramatiques. Si tout cela peut avoir un résultat heureux croyais [!] sincèrement que cela me sera très agréable [...]". - Paul Legrand studied under the great "Pierrot" Jean-Gaspard Deburau at the Théâtre des Funambules and assumed the famous role upon Deburau's death in 1846. As Jean-Gaspard Deburau's son Jean-Charles was also engaged to play Pierrot at the Théâtre des Funambules, Legrand left the company in 1853 for the Folies-Nouvelles, where he developed the character and celebrated his greatest successes. - Some browning and foxing. With collector's notes in ink.
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Ravel, Pierre-Alfred, French actor (1811-1881).
Autograph letter signed. Together with two portraits. [St Petersburg, ca. 1865-1868].
8vo. 5¾ pp. on bifolia. With a lithographed and a wood-engraved portrait, both clipped and pasted on cardboard with handwritten identification "Ravel". Charming and insightful letter to a friend, possibly to Eugène Labiche, reporting extensively on successful premieres at the famous Mikhailovsky Theatre in St Petersburg and on his Russian journey in general. Ravel describes the reception of four vaudeville plays: "Le capitain", probably Charles Voirin's "Le capitain Roland", "Le caporal et la payse", "Les ressources de Jonathas", both written or co-written by Voirin, and Jules Moinaux's "Le café de la rue de la lune". Despite the apparent success of the first premiere, Ravel felt he was received "very well but somewhat coolly", speculating that he was judged harshly as "the man who earns seventy thousand francs". He must also get used to Russian theatrical customs: "They listened to me with devotion, with pleasure, but without much laughter, although it seems that in the boxes, in the foyers and in the corridors, it was said, after the piece, 'that is an actor who has a lot of talent', which is the Russian idiom" (transl.). With respect to the "Caporal", Ravel refers to the actors Charles-Edme Vernet, Louis Leménil, and Julien Deschamps who had apparently played the role in St Petersburg before, summing up the evening: "Asked to return to the stage after the first scene of the captain, a bit coldly but with politeness, asked to return to the stage with a lot of vigour at the end of the play; asked to return to the stage twice after the caporal". When Ravel, after the performance, complains to a Russian friend referred to as "the general", he tells him: "In one month, my dear, you will be the actor beloved by the court and the high society". - The reception of "Jonathas" and "Le café de la rue de la lune" was much more to Ravel's liking: "Second debut: a completely different thing this time [...] Even at my entrance the reception is not the same; I was confronted with an audience that did not ask for more; Jonathas shook them, touched them, made them dance in their seats, and with the Rue de la Lune, I kept them until half past midnight, which seems strong considering that the people are used to leaving at eleven and never stay for the last piece". In view of this triumph, the general corrects his prognosis: "I believe, my dear, that you will not take a month". - Concerning his journey, Ravel is not too impressed: "Russia is not an extraordinary country except during the ice season; St Petersburg is a city without any particular mark: St Isaac's Cathedral; a beautiful river, the Neva; voilà, that's it. My life here? I am very bored, and concerning the interior of the theatre I shall not say a word, I want neither to humiliate you nor carry you away by my accounts with ideas of luxury that you might regret later". - Despite the apparent success, Pierre-Albert Ravel's engagement at the Mikhailovsky Theatre is hardly recorded. The most recent piece performed by Ravel in St Petersburg was Moinaux's "Le café de la rue de la lune" from 1862. From 1863 onwards, Ravel's star in Paris began slowly to sink due to changing audience tastes. He started touring the French province and abroad, including London in 1867, returning to Paris in 1868 to perform at the Gymnase. St Petersburg was probably part of this international tour. - The recipient of the letter is clearly connected to the Parisian vaudeville theatre, specifically the Théâtre du Palais-Royal, where Ravel had played for twenty years, including the plays mentioned in the letter. Eugène Labiche was the most important vaudeville author connected to the Palais-Royal and a friend of Ravel's. Since Ravel sends greetings to an Adèle, the name of Labiche's wife, it might be speculated that the recipient was none other than the great playwright. - Traces of folds. Somewhat stained with minimal tears to the folds of the second bifolium.
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Barth, Heinrich, Afrikaforscher (1821-1865).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 20. I. 1864.
1 S. 8vo. Gerahmt (251 x 327). An seinen Vorgesetzten an der Universität Berlin über eine Lehrveranstaltung: "Ew. Hochwohlgeboren theile ich hierdurch mit, daß ich die besprochene Vorlesung über Islam und Judenthum in Afrika und anderen Gegenden der Erde zu halten beabsichtige [...]". - Mit Notiz von alter Sammlerhand in Bleistift: "Afrikareisender".
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Fricke, Gustav, Theologe, Pfarrer und Philosoph (1822-1908).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 19. XII. 1845.
1½ SS. Folio. Inhaltsreiches Schreiben an einen Freund zu den nötigen Prioritäten und Formalitäten, um ein Theologiestudium fortzusetzen und zum Ablauf des Examens; der Adressat solle nicht nur inhaltlich firm sein, sondern auch schon früh Zeit zur Verbesserung seiner Hebräischkenntnisse aufwenden; auch der Stil des Lateins werde auf das genaueste begutachtet werden. Ein diesbezügliches Gespräch mit Professor C. W. Niedner und einem gewissen Tschirner habe Fricke derzeit noch für wenig zielführend gehalten: "Wir haben uns wohl einander nicht scharf genug in das Geistesauge geblickt, daß solche Gedanken oder die Vermuthung solcher Gedanken sich einzufinden wagten [...] ich weiß in der That nicht, wie dein Repertoire, wenn es einmal objectiv Lücken hat, bis zu der im vorigen Brief bezeichneten Vollständigkeit erzeugt werden könne [...] Es ist somit nicht unmöglich, daß schon in den Clausurarbeiten Hebräisches vorkomme u. gewiß nicht ausreichend, wenn du erst in der letzten Zeit dieser Sprache deine Aufmerksamkeit zuwenden willst. Ohne Zweifel ist sie schon früher nicht besonders von Dir bevorzugt gewesen [...]". - Fricke studierte nach dem Besuch der Thomasschule Theologie, Philologie und Philosophie an der Universität Leipzig, wo er 1846 zum Doktor der Philosophie und der Theologie promovierte. Christian Wilhelm Niedner lehrte ab 1828 Theologie an der Universität Leipzig. - Mit einigen kleineren Randeinrissen, stellenweise leicht angestaubt.
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Nachtigal, Gustav, Afrikaforscher (1834-1885).
Dokument mit eigenh. U. Berlin, 26. V. 1880.
1 S. 4to. Gerahmt (333 x 400 mm). Die Berliner Gesellschaft für Erdkunde, deren Vorstand Nachtigal war, bestätigt den Erhalt eines Lehrbuchs: "Die Gesellschaft für Erdkunde in Berlin beehrt sich Herrn Carl Sonklar Edlen von Innstädten, K. K. Generalmajor, hierdurch den Empfang von Lehrbuch der Geographie 1. Thl. Zweite Auflage anzuzeigen und durch den unterzeichneten Vorstand ihren Dank für die geschehene Mittheilung auszusprechen [...]". - Auf lithogr. Vordruck mit hs. Zusätzen von Sekretärshand. Die Ränder leicht gebräunt.
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Rohlfs, Gerhard, Afrikaforscher und Schriftsteller (1831-1896).
Eigenh. Brief mit U. Weimar, 13. I. 1882.
1 S. 8vo. Gerahmt (230 x 290 mm). An einen Schuldirektor über ermäßigte Eintrittskarten zu einer Veranstaltung der Leipziger Buchhändlerbörse: "Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich habe Herrn Bogen, den Castellan der Buchhändlerbörse geschrieben, Lehrern und Schülern ohne Unterschied die ermäßigten Preise für die Billets abzunehmen. Sobald er die Billets wird bekommen haben, etwa Mitte künftiger Woche, wollen Sie nur die Güte haben, die benöthigte Zahl von ihm holen zu laßen [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Namen und Hofratstitel. Mit Empfangsvermerk.
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[Carvacchi, Karl (gen. Karvatki), Oberfinanzrat (1791-1869)].
Eigenh. Brief des Bruders mit dessen U. Rendsburg, 18. IV. 1849.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Schreiben von Karl Carvacchis Bruder an denselben über die Schlacht bei Eckernförde während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, über die aufgegebene dänische Fregatte "Gefion" und die Zerstörung des dänischen Linienschiffs "Christian VIII.": "Ich war 2 Tage vor dem Gefecht in Eckernförde u. inspicirte die dortigen Küstenbefestigungen, zu welcher Zeit die Kugeln schon glüheten, wer hätte es gedacht, daß es so bald los gehen sollte [...] Die Zerstörung der Christian der VIII ist grausam, noch liegt der untere Theil des prächtigen Schiffs etwa 250 Schritt vor der Südbatterie im Waßer u. gibt ein Bild eines Freigeistes wie es nicht oft vorkommt [...] die Küstenbatterien sind wie mit Kugeln gepflastert, aber weder ist irgend eine Brustwehr abgekämmt noch sind die Blockhäuser zerstört [...] jezt ist der Strand mit Millionen Holz-Trümmer bedeckt, und ein Chaos dort vorhanden, was nicht bunt scheckiger u. dabey grausamer sein kann, so wie auch unsäglich verbrannte u. zerstümmelte Leichen aufschwimmen [...]". - Die dänischen Kriegsschiffe "Gefion" und "Christian VIII." trieben im Verlauf des Angriffs auf Eckernförde wegen Ostwinds weiter in die Bucht hinein, eine Lage, aus der sie ohne Schlepphilfe nicht entkommen konnten, und griffen die Stadt dennoch an. Deutsche Geschütze beschossen die Schiffe, die schließlich manövrierunfähig wurden; die "Christian VIII." war zudem auf Grund gelaufen und explodierte nach der Kapitulation, während der weitestgehend abgeschlossenen Ausschiffung der Besatzungen. - Der kurhessische Verwaltungsbeamte Carvacchi, seit 1833 zum Zollverein nach Münster abgeordnet, war eng mit Annette von Droste-Hülshoff bekannt. Als Mitglied mehrerer historischer Vereine legte er eine Sammlung an Funden an, die beim Verein für hessische Geschichte und Landeskunde in Neukirchen sowie beim Verein zur Erforschung der Rheinischen Geschichte in Mainz erhalten geblieben ist. - Papierbedingt leicht gebräunt; sehr gut erhalten.
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[Carvacchi, Karl (gen. Karvatki), Oberfinanzrat (1791-1869)].
Eigenh. Brief des Bruders mit dessen U. Rendsburg, 2. V. 1849.
4 SS. auf Doppelblatt. Folio. Ausführlicher Brief von Karl Carvacchis Bruder an denselben über die Schleswig-Holsteinische Erhebung, General von Bonin, die Einnahme der Düppeler Höhen, berufliche Aufgaben im Bereich der militärischen Befestigung und den Nord-Ost-Kanal bei Sundeved sowie die Meerenge von Alsen. Auch ein kleiner Bericht zur Bergung der Wrackteile der "Christian VIII." ist enthalten: "Von Tage zu Tage sinkt meine Hoffnung und mein Vertrauen auf eine glückliche oder auch nur erträgliche Lösung der Schleswigholst. Frage [...] Früher hoffte General v. Bonin das Commando in Sundewitt zu erhalten u. da hatte er mich zum Führer des Fortificatorischen Angriffs bereits ernannt; seit der General v. Prittwitz das Commando führt, hat sich das auch mit mir geändert. Meine gegenwärtigen Funktionen beschränken sich nächst Rendsburg auf die fernere Vervollständigung der Küstenbefestigung [...] Ich habe in dieser Canal Sache schon viel gearbeitet und bin sozusagen bereits am Ende, wie ich überhaupt meine Mission als vollendet betrachte und meine Abberufung beantragen werde, zu mal ich durch einen Wagensturz lahm geworden bin und keine 100 Schritt ohne Schmerz zurücklegen kann [...] Christian der 8te muß jetzt herhalten, schon sind mehrere Kanonen u. Zubehör auf dem Trockenen, auch sind curioserweise eine Anzahl Flaschen Champagner unversehrt zu Tage gefördert und hie ihrem Schicksal nicht entgangen [...]". - Der kurhessische Verwaltungsbeamte Carvacchi, seit 1833 zum Zollverein nach Münster abgeordnet, war eng mit Annette von Droste-Hülshoff bekannt. Als Mitglied mehrerer historischer Vereine legte er eine Sammlung an Funden an, die beim Verein für hessische Geschichte und Landeskunde in Neukirchen sowie beim Verein zur Erforschung der Rheinischen Geschichte in Mainz erhalten geblieben ist. - Papierbedingt leicht gebräunt und stellenweise leicht braunfleckig.
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[Carvacchi, Karl (gen. Karvatki), Oberfinanzrat (1791-1869)].
Eigenh. Brief seines Bruders mit dessen U. Rendsburg, 24. IV. [1849].
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). Schreiben von Karl Carvacchis Bruder an denselben zu den Vorkommnissen während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung nach den Gefechten in Kolding: "So eben geht die Nachricht ein daß die Dänen gestern das von den Deutschen vorgestern eroberte stark verschanzte Kolding mit ihren ganzen Macht (Nordkorps) etwa 18.000 Mann angegriffen und die deutschen Vortruppen daraus nach blutiger Gegenwehr vertrieben haben, daß aber hierauf unsere aus 12 Bataillonen 8 Schwadronen u. 3 Batterien bestehende Nord-Armee unter General Bonin jene Stadt wieder erobert [...] Der frühere Cabinets Minister u. der ärgste Feind Schlesiens ist gefangen, und wird heute hier bei Rendsburg eingebracht [...]". - Die von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha geführten Gefechte bei Eckernförde und jene unter General Eduard von Bonin in Kolding leiteten 1849 den Vorstoß nach Dänemark ein, nachdem die Dänen den Frieden von Malmö gebrochen hatten. - Der kurhessische Verwaltungsbeamte Carvacchi, seit 1833 zum Zollverein nach Münster abgeordnet, war eng mit Annette von Droste-Hülshoff bekannt. Als Mitglied mehrerer historischer Vereine legte er eine Sammlung an Funden an, die beim Verein für hessische Geschichte und Landeskunde in Neukirchen sowie beim Verein zur Erforschung der Rheinischen Geschichte in Mainz erhalten geblieben ist. - Mit Redaktionsvermerk in Rotstift, Sammlervermerk in Bleistift und kleinem Randausriss durch Brieföffnung. Stellenweise leicht fleckig (Poststempelabrieb).
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Graefe, Heinrich, Pädagoge (1802-1868).
Eigenh. Manuskript zum "Verfassungsdrama in Kurhessen". Kassel, 9. X. [1850].
5 SS. auf 3 Bll. 4to. Das Bürgertum in Militär, Medien und Gerichten verteidigt die Verfassung: Über den Fortgang des Kurhessischen Verfassungskonflikts, den verhafteten Parlamentarier, Begründer und Herausgeber der "Neuen Hessischen Zeitung", Karl Oetker, und den annähernd geschlossenen Rücktritt des gesamten Offizierscorps. - "Der zweite Act des Verfassungs-Drama's in Kurhessen, das nun seit dem 2. September spielt, ist heute zu Ende gegangen. Hören Sie in gedrängter Kürze den Verlauf in den letzten Tagen [...] Heute nun geschah das Unerwartete, das in dieser Weise noch nie Dagewesene. Fast das ganze hiesige Officierkorps etwa 120 bis 130 Officiere darunter alle Stabsoffiziere, reichten ihr Gesuch um Abschied ein, weil sie in Folge ihres auf die Verfassung geleisteten Eides zur Ausführung der selbst vom obersten Militärgericht als verfassungswidrig anerkannten Verordnungen nicht mitwirken könnten [...] Vielleicht sind die +++ deutschen Blätter nur ein Kanal um +++ Stüve'sche Politick in Thüringen, wo Treu und Glaube, Recht und Eid stets heilig waren, in Umlauf zu bringen, freilich gewiß ohne Erfolg. Denn Lüge und Verrath am Vaterlande werden auch dort bald erkannt!" - Heinrich Graefe wurde in den frühen 1840er Jahren als Rektor der Bürgerschule nach Kassel berufen, wo er später als Direktor die von ihm eingerichtete Realschule leitete. Mit Beginn der Revolution von 1848 entfaltete Graefe eine rege öffentliche Tätigkeit als Vertrauensmann der kurhessischen Volksschullehrer, als liberaler Abgeordneter der Linken in der Kurhessischen Ständeversammlung und als Mitglied der Oberschulkommission. Graefe wurde unter Minister Ludwig Hassenpflug, dem "bestgehassten Mann Kurhessens", dessen Ministerium auf Geheiß des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. den Verfassungsbruch begangen hatte, der zu dem genannten Konflikt führte, aufgrund seiner Schrift "Der Verfassungskampf in Kurhessen" (Leipzig 1851) kriegsgerichtlich wegen Majestätsbeleidigung zu einer Festungsstrafe verurteilt. - Mit Sammlernotiz in Bleistift und leichtem Tintenfingerabdruck am Gegenblatt.
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Häpe, Hugo, Stenograph (1818-1902).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 8. III. 1851.
1¾ SS. 8vo. Auf grünem Papier. An einen Hofrat und Druckereiinhaber mit juristischen Ratschlägen betreffend die Verlegung von dessen Druckerei nach Dresden und zu beifolgenden Honorarnoten für den kgl. sächsischen Appellationsrat Gustav Adolph Ackermann sowie für den Adressaten selbst: "Wenn Sie die Angelegenheit wegen Verlegung der Druckerei nach Dresden nicht weiter verfolgen wollen so muß ich mich deßen bescheiden; doch scheint es mir jedenfalls der Mühe werth, daß Sie vom Fiskus die Erstattung der Kosten verlangen, die Ihnen dadurch erwachsen sind, daß die Regierung mit Publikation der Grundrechte Versprechungen gegeben hat, durch welche Sie verleitet worden sind, die Verlegung Ihrer Druckerei zu betreiben, und welche dann von der Regierung nicht gehalten wurden [...]". - Hugo Häpe erlernte "in Dresden die Gabelsbergersche Stenographie, die ihm beruflich zur unentbehrlichen Helferin wurde und für deren Verbreitung und Förderung er sich zeitlebens einsetzte. Bis 1848 war Häpe Redakteur des 'Dresdner Tagblatts'. Als er diese Stellung aus politischen Gründen aufgeben mußte, etablierte er sich nach der 2. juristischen Prüfung 1849 in Dresden als Rechtsanwalt" (NDB VII, 448f.). In der unter Häpes Redaktion erschienenen Zeitung "Die Fackel. Oppositionsblatt gegen Lüge und Unverstand" (Grimma, 1849-1851) finden sich Inserate zu Veröffentlichungen Ackermanns. - Mit Sammlernotiz in Bleistift, wenigen kleinen Randein- und Randausrissen.
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Häpe, Hugo, Stenograph (1818-1902).
Eigenh. Brief mit U. Dresden, 21. V. 1849.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Verleger, wohl an Carl Ferdinand Philippi (1795-1852), Inhaber des "Verlags-Comptoirs", über fehlende oder verspätete Zustellung von Druckwerken und mit Bitte um Zusendung der "Reichsverfassung": "Von Nr. 18 u. Ergänzungsblatt fehlen mir noch heute die beiden Exemplare auf Druckpapier, für H. App.R. Ackermann u. für mich. Von Nr. 19 u. 20 habe ich noch gar nichts erhalten; auch die 10 Exemplare des Sündenregisters [der Sächsischen Kammern] sind ausgeblieben, was mir sehr fatal ist, da sich die Vertheilung wenn sie so spät kommt nicht gut ausnimmt, auch der Verbreitung des Werkchens weniger nützt als gleich zu Anfang [...] Zugleich bitte ich Sie, mir von der in Ihrem Verlage erschienen Reichsverfaßung (nach der amtlichen Ausgabe) ein Exemplar zu senden [...]". - Hugo Häpe erlernte "in Dresden die Gabelsbergersche Stenographie, die ihm beruflich zur unentbehrlichen Helferin wurde und für deren Verbreitung und Förderung er sich zeitlebens einsetzte. Bis 1848 war Häpe Redakteur des 'Dresdner Tagblatts'. Als er diese Stellung aus politischen Gründen aufgeben mußte, etablierte er sich nach der 2. juristischen Prüfung 1849 in Dresden als Rechtsanwalt" (NDB VII, 448f.). In der unter Häpes Redaktion erschienenen Zeitung "Die Fackel. Oppositionsblatt gegen Lüge und Unverstand" (Grimma, 1849-1851) finden sich auch Inserate zu Veröffentlichungen des genannten kgl. sächsischen Appellationsrats Gustav Adolph Ackermann. Ebenfalls bei Grimma erschien das "Sündenregister der Sächsischen Kammern" (1849); die "Verfassung des Deutschen Reiches [...] nach der amtlichen Ausgabe der Reichs-Verfassung" (1849) wurde bei C. H. Beck in Nördlingen veröffentlicht. - Mit Redaktionsvermerk in Rotstift, Empfängervermerk verso und Sammlernotiz in Bleistift.
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Heubner, Ernst Leonhard, Jurist und Politiker (1803-1886).
Hs. Dokument mit eigenh. U. Zwickau, 19. X. 1835.
3 SS. auf Doppelblatt. Folio. An das Königliche Innenministerium mit einem "Vortrag der Kreisdirection zu Zwickau, die Einreichung geburtshülflicher Tabellen betref[fend]". Die Tabellen, worin schwere Geburten verzeichnet seien, hätten die zuständigen Ärzte größtenteils bereits eingereicht, und ein säumiger Arzt sei zur sofortigen Übersendung aufgefordert worden: "Hierbei hat dieselbe ehrerbietig zugedenken, daß die Physicker Dr. Schurich zu Zwickau, Dr. Unger im Amte Wiesenburg und von der Herrschaft Wildenfels, Dr. Nicolai vom Amte Augustusburg, Dr. Zeune in Schwarzenberg, Dr. Klotz in Stollberg, und Dr. Ettmüller zu Oberwiesenthal versichert haben, die von ihnen einzureichen gewesenen Tabellen bereits an das Hohe Ministerium des Innern unmittelbar eingesendet zu haben, und daß der Physicus Dr. Judersleben zu Auerbach, welcher damit noch im Rückstande verblieben, angewiesen worden ist, solche ebenfalls unverzüglich an Hochdasselbe gelangen zu lassen [...]". - Heubner wurde Mitte der 1830er Jahre Regierungsrat der Kreisdirektion Zwickau und später Abgeordneter im Frankfurter Paulskirchenparlament. Er war Mitglied der Fraktion "Deutscher Hof" und des "Märzvereins". - Mit drei weiteren Unterschriften, darunter die der Regierungsräte Gottlob Leberecht Funke und Christoph Holm von Egidy (1803-82). Mit Sammlervermerk in Bleistift, Empfänger- und Aktenvermerk.
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