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Christian II., Fürst von Anhalt-Bernburg (1599-1656).
Eigenh. Albumblatt mit U. ("Christian Fürst zu Anhaltt mppria"). O. O., 1636.
½ S. (3 Zeilen). Qu.-8vo. Auf ein etwas größeres Trägerpapier montiert. Mit Beilage (s. u.). Mit dem Wahlspruch Christians "Astra petit Virtus [...]", darüber die verschlungenen Initialen "ES" in der Jahreszahl 1636. - Christian II. war als "Der Unveränderliche" ab 1622 Mitglied Nr. 51 der "Fruchtbringenden Gesellschaft" und erhielt das Beiwort "Dringet in die Höhe", trug sich allerdings erst 1630 persönlich mit seinem Wahlspruch "Tugendt schwebt oben" in das Köthener Gesellschaftsbuch ein. Außerdem tat er sich als Übersetzer und bedeutender Tagebuchschreiber hervor. - Papierbedingt etwas gebräunt, leicht fingerfleckig. Beiliegend eine schöne, von alter Hand kolorierte Kupferstichkarte des "Fürstenthumbs Anhalt" (Sachsen-Anhalt) von Matthäus Merian, Frankfurt a. M. um 1650 (Plattengröße 283:353 mm, Blattgröße 402:320 mm, an den Rändern geringfügig lädiert und gebräunt).
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Christian II., Fürst von Anhalt-Bernburg (1599-1656).
Eigenh. Brief mit U. ("Christian, Fürst zu Anhaltt mppria"). Bernburg, 20. VII. 1653.
1 S. auf Doppelblatt Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und drei Ringsiegeln. Seltener eigenhändiger Brief an den Direktor des Fränkischen Ritterkreises Volprecht von Schlitz genannt von Görtz (1602-77) in Regensburg mit der Aufforderung zur Klärung einer erhofften Sondervergütung, da sich ein Bedienter des Adelsfamilie Berlepsch, Nathanael Jahn, dazu nicht eindeutig geäußert habe: "Ich habe Zwahr, in neuligkeitt, demselben abermals geschriben, undt vermeldet, daß mir, der Nathanael Jahn, Berlepsischer Bedienter, etwas sußpect, undt wangkelmühtig, in seinen berichtten, wegen bewuster, undt vertrösteter gratification, der löbliche, freyen, frängkischen Ritterschaft, vorkähme, undt baldt diß, baldt ein andreß, mich zu persuadieren sich bemühete, also das ich fast nicht weiß, waß ich ihm, dem Nathaneal, (nach so langwieriger gehabter gedultt, und verlangen) zutrauen, und wie ich mich, in diese sache fast schigken, und dieseslbe verstehen soll? [...]". - Christian II. war als "Der Unveränderliche" Mitglied Nr. 51 der "Fruchtbringenden Gesellschaft", Übersetzer und bedeutender Tagebuchschreiber. - Mit Ausschnitt durch Brieföffnung, wenigen winzigen Randausrissen und Sammlernotiz in Blei, das Adressfeld etwas gebräunt, stellenweise etwas braun- und stockfleckig.
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Johann, Fürst von Anhalt-Zerbst (1621-1667).
Eigenh. Brief mit U. ("Johann Fürst zu Anhalt mppria"). Zerbst, 8. VI. 1658.
1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief). Hinsichtlich Schwierigkeiten bei der Rechtssprechung auf den Territorien deutscher Barockfürsten an die Dechanten und die Kapitelgemeinschaft der Erzbischöflichen Domkirche zu Magdeburg mit der Forderung nach rechtlicher Entscheidung zum Vorgehen gegen den Sebastian von Wallwitz wegen Ungehorsams gegen eine gerichtliche Ladung ("contumacia") und Störung der Gerichtsbarkeit ("turbation"). Von Wallwitz war nach einer Klage betreffend unterlassener Pachtzahlung gegen Pächter in Lühe wegen Regens ("starken gewäßers") nicht vor Gericht erschienen und hatte mittels anderer Gerichte eine ordentliche Rechtsprechung unterwandert: "Wir haben unns dahin resolviret, seind auch deßen gnugsam befugt, dem von Walwitz seine pächte die er in dem Ambte Möckern zu fordern, zu arrestiren, und so lange anzuhalten, bis er in denselben Gerichten entweder seine sache, welches er aber nicht thun kan, zu rechte ausgeführet, oder aber die straffe und abtrag, so erkant werden wirdt, abgestattet und caution de non amplius turbando geleistet [...]". - Johann, Fürst von Anhalt-Zerbst war als "Der Wohlgestalte" Mitglied Nr. 398 der "Fruchtbringenden Gesellschaft". - Mit Ausschnitt durch Brieföffnung, Siegelspur, kleinen Papierdurchbrüchen entlang der Faltlinien, Aktenvermerk und Sammlernotizen in Tinte und Blei.
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Johann Casimir, Fürst von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Eigenh. Brief mit U. ("Johann Casimir, F. zu Anhalt"). Dessau, 17. VII. 1621.
½ S. auf Doppelblatt. Folio. Wasserzeichen: Hund im Kreisring. Mit eh. Adresse und Ringsiegel (Faltbrief). Seltener eigenhändiger Brief an den Fürsten Ludwig von Anhalt-Cöthen, den Begründer und Vorsitzenden der "Fruchtbringenden Gesellschaft", zur Abhaltung eines Treffens auf Schloss Plötzkau, mit der Bitte, die Nachricht und Einladung nach Sachsen, Brandenburg und Mainz weiterzusenden: "Hochgeborner Fürst, Freuntlicher, Vielgeliebter Herr Vetter was Der Herr Vetter F. Augustus [d. i. August von Anhalt-Plötzkau, 1575-1653] an Uns wegen einer Zusammenkunf auff den Donnerstag nahe Plötzka gelangen lassen solches werden EHFt aus beiliegendem Schreiben mit mehreren vernehmen, undt will ich mich darnach zu richten wissen, undt benanten tag zu plötzka einstellen, Die Schreiben an Chur Sachsen Brandenburg undt Meintz thue Derselben ich hirmit auch volzogen zuschicken, nicht zweifelnde sie sie an gehöriege orte abschicken werden [...]". - Johann Casimir, Fürst von Anhalt-Dessau, war seit 1617 als "Der Durchdringende" Mitglied Nr. 10 der "Fruchtbringenden Gesellschaft". Fürst August, als "Der Sieghafte" gleichfalls Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft", hatte erst zehn Jahre zuvor Schloss Plötzkau in Nachbesserung der anhaltischen Erbteilung (1606) erhalten und begründete hier die fürstliche Linie Anhalt-Plötzkau. - Mit mehreren kleinen parallelen Einschnitten durch Briefverschluss, geringfügigem Tintenabklatsch, papierbedingt etwas gebräunt und leicht braunfleckig.
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Johann Georg I., Fürst von Anhalt-Dessau (1567-1618).
Brief mit eigenh. U. ("Hans Georg F. z. Anhalt manu ppria."). Dessau, 4. III. 1602.
2¼ SS. Folio. Wasserzeichen: Mond im Kreisring. Mit hs. Adresse (Faltbrief). An die Dechanten und die Kapitelgemeinschaft des Doms von Magdeburg mit der Aufforderung zur Bereinigung eines Vorfalls zwischen dem fürstlichen Rat Sigismund von Lattorff zu Quast (1538 - um 1606) und dem Kämmerer Heinrich Albrecht Münsinger von Frundeck (1564-1613), Sohn des Juristen und Schriftstellers Joachim Münsinger. Münsinger beschuldige Lattorff zu Unrecht, im Amt Möckern Pachten vorenthalten zu haben. Münsinger solle abgemahnt werden und von seinen Beschuldigungen absehen, ansonsten würde gegen Münsinger und dessen Familie auf Dessauischem Gebiete eine Acht verhängt: "Sollte aber gedachter Minsinger in seinem Trotze und ubermuthe beharren, wurden wir uff den Vahle unns der gegenschantze zugebrauchenn, unnd uff Ihn unnd die seinen, in Unnsernn gebiete wieder achtung gebenn zulaßen [...] Sintemahll wir sambtt denn Unnserenn, wieder die Reichsordtnung unndt Abschiede von Münsingernn wollen unnbeschwerett seinn [...]". - Johann Georg I. war als "Der Wohlriechende" das Mitglied Nr. 9 der "Fruchtbringenden Gesellschaft". - Mit Siegelrest, teilweise geringfügigen Randläsuren, kurzen Einrissen entlang der Faltlinie, kleinen Papierdurchbrüchen durch Brieföffnung und kleinen parallelen Einschnitten durch Briefverschluss. Papierbedingt etwas gebräunt und leicht braunfleckig.
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Johann Georg II., Fürst von Anhalt-Dessau (1627-1693).
Eigenh. Brief mit U. Cleve, 3. VI. 1661.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Seltener eigenhändiger Brief als Statthalter der Mark im Auftrag des Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm, zu einer Schuldenbegleichung und Übereignung der Ländereien "La Renne". Der Beschluss des Kurfürsten sei unveränderlich, die gesamte Summe müsse in zwei Raten abbezahlt und unter der Bedingung, dass die Ländereien unbelastet durch Hypotheken und Ansprüchen von Gläubigern wären, an Friedrich Wilhelm übergeben werden: "S. A. El. m'a respondû qu'elle ne changera iamais de resolution pour ce qui est de la somme capitale, et vous la fera payer, en deux termes, a condition que vous mettiez le terres de quoy la question en est, entres les mains de S. A. El. toutes libres et hors des debtes, et que vos créanciers, qui ont eu la premiere hypotheque sur les terres nommé la Renne, n'agent [...] d'incommoder et importuner [...]". - Johann Georg II. war General unter Schweden und Brandenburg, Statthalter der Mark, Diplomat und Feldmarschall unter dem Großen Kurfürsten und als "Der Gefüllte" Mitglied Nr. 322 der "Fruchtbringenden Gesellschaft". - Stellenweise leicht braunfleckig. Mit Empfängernotiz verso und längeren Einrissen entlang des Mittelfalzes, diese mit Japanpapier hinterlegt.
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Lebrecht, Fürst von Anhalt-Köthen (1622-1669).
Eigenh. Brief mit U. Plötzkau, 27. IV. 1665.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). Seltener eigenhändiger, persönlich gehaltener Brief an den Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1620-67). Lebrecht erkennt den Baufortschritt einer Burgenpfalz Albrechts an undentschuldigt sich für Neugier zu Gerüchten über das Interesse Albrechts an einer jungen Witwe; Lebrecht könne ein Geheimnis für sich bewahren. Ferner zu dem Tod des Fürsten Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen (1638-65): "Lbd sehr wehrtes vom 21 Martii habe ich allererst vor 2 Tagen bekommen, worauß ich dem ersehe daß Lbd den anfang mit d. Burgen Pfaltz gemacht, und dazumahl schon 4 geschossen haben, zweiffle nicht, Lbd werde es dieses Jahr Zimlich hochbringen, Aus meinem Letzten werden Lbd meines Seel. Vettern von Cöten ableben vernommen haben [...] es scheint wohl daß die Leute immer waß neues gerne schreiben wollen, weil Lbd nun melden daß es an dem benannten ortte ein schön Jung Witweibgen gebe, und daß Lbd auf dem rückwege Ihr beßer aufwartten wolten [...] bitte Lbd thun mir die gnade und möchten mir an vertrauen dero gedancken, es sol bei mir alles wohl verschwiegen bleiben [...] muß vor dieses mahl schlißen, weil noch vil zu schreiben, und auch in die Kuche gehen sol [...]". - Lebrecht war als "Der Angenehme" Mitglied Nr. 321 der "Fruchtbringenden Gesellschaft". Er erbte mit Wilhelm Ludwigs Tod das Fürstentum Anhalt-Köthen und regierte dieses mit seinem Bruder Emanuel. Albrecht heiratete im August 1665 Christine von Baden-Durlach. - Papierbedingt leicht gebräunt. Mit Siegelrest, kleinen Randeinrissen durch Brieföffnung, winzigen Papierdurchbrüchen, Sammlervermerk in Blei und leichtem Tintenabklatsch. Beiliegend ein Kupferstich von Christoph Riegel (Nürnberg 1680) mit einer kleinen Gesamtansicht von "Cöthen" (60:115 mm).
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Leopold Wilhelm, Erzherzog von Österreich und Statthalter der Spanischen Niederlande (1614-1662).
Passierschein mit eigenh. U. Hauptquartier vor Göttingen, 3. XI. 1641.
1 S. Ca. 50:38,8 cm. Mit papiergedecktem Siegel. Für einen Hildesheimer "Bürger und Rathsverwanthen" und dessen "Convoy" hinsichtlich einer diplomatischen Mission nach Goslar, "daß bey sich mit denen daselbst anwesenden fürstl. Callenbergischen gesandten der nothurft nach underreden und nach dessen Verzeihung ungehindert wiederumb nach hauß repaßieren mögen". - Leopold Wilhelm belagerte Anfang November 1641 mit seinen Truppen Göttingen und kontrollierte Teile der welfischen Lande. Die braunschweigischen Truppen hatten ihrerseits 1634 die Kaiserlichen aus Hildesheim vertrieben und hielten die Stadt seither besetzt. Herzog Georg von Braunschweig und Lüneburg, Fürst von Calenberg erhob Hildesheim sogar zu seiner Residenz und verstarb am 2. April 1641 daselbst. Die Vertreter der Stadt und des Hochstifts Hildesheim waren stets darum bemüht, ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen, und sahen offenbar die laufenden Verhandlungen zwischen Ferdinand III. und den Welfen in Goslar als Gelegenheit, ihr Anliegen zu befördern. Erst 1643 wurden die Streitigkeiten zwischen dem Stift Hildesheim und den Herzögen zu Braunschweig und Lüneburg mit dem Hildesheimer Hauptrezess beigelegt, und die Braunschweiger Truppen verließen die Stadt. - Gegengezeichnet von Ferdinand Widmer. An mehreren Stellen wohl aufgrund eines alten Wasserschadens fachmännisch restauriert. Zahlreiche Einrisse mit Textberührung und geringfügigem Textverlust (die U. Leopold Wilhelms ist von einem Einriss mitbetroffen).
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Ludwig I., Fürst von Anhalt-Köthen (1579-1650).
Brief mit eigenh. Zusatz und U. ("E. L. freundwilliger Oheim Ludwig F zu Anhalt"). Köthen, 1. VI. 1649.
1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit hs. Adresse (Faltbrief) und papiergedecktem Siegel. Beiliegend ein Kupferstich von Merian mit einer Gesamtansicht der Stadt Köthen (367:118 mm, Frankfurt um 1650). An Jobst Günter Gf. zu Barby und Mühlingen (1598-1651) mit der Aufforderung, eine alte Schuld von 65 Reichstalern und 7 Groschen für Trauer- und Begräbniskleider an den Pfarrer von Großpaschleben, "Heinricus Lerzius", auszubezahlen, da durch die Ehe mit der Witwe des früheren Hofschneiders Tobias Werner diese Schuld auf ihn übergegangen sei und er diese nun wegen Kriegsnot einfordern wolle: "Es hat Uns der Andächtige Heinricus Lerzius Pfarrer zu großen Paschleben inhalts angefügter Abschrifft unterthänig angelangt, nach dem bey E. Ld. Hofstadt, er wegen seines erfreiten weibes, unsers hiebevor gewesenen Hofschneiders, Tobias Werners hinterlaßenen witben, wegen verfertigter Traur: und Begräbniskleider noch einen rest von 65 Rthl. 7 g. zufodern, das wir ihme hierunter mit einer gnädigen Vorschrifft zustatten kommen möchten [...]". - Ludwig I. war als "Der Nährende" Begründer, Mitglied Nr. 2 und Vorsitzender der "Fruchtbringenden Gesellschaft", Schriftsteller, hochbedeutender Förderer der Dichtung und des Bildungswesens. - Mit Ausschnitt und Ausriss durch Brieföffnung; zwei Einrisse mit Papier hinterlegt. Sammlervermerk in Blei und in Tinte (verso), papierbedingt etwas gebräunt.
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Medici, Caterina de', Prinzessin von Urbino, ab 1547 Königin von Frankreich (1519-1589).
Brief mit eigenh. U. Tredion, 23. V. 1570.
1 S. Folio (ca. 225:340 mm). Mit Adresse verso. In französischer Sprache an den Politiker und Diplomaten Raymond de Beccarie de Pavie, baron de Fourquevaux (1508-74), dem ihr Schreiben bereits durch ihren Sohn, den französischen König Karl IX., und dessen Diener Musset angekündigt worden war, mit der Bitte, sie über Karls Gesundheitszustand sowie das Wohlergehen ihrer Töchter, der Infantinnen, zu informieren: "Monsieur de Forquevauls, par les lettres que le Roy monsieur mon fils vous escript, et ce que vous dira Musset l'un de ses vallets de chambre, présent porteur, vous entendrez les occasions qui l'ont amené par deçà, dont je ne vous diray rien davantage, seulement vous prieray-je de me faire sçavoir par ce porteur en quel estat et disposition se trouve le Roy Catholique monsieur mon bon fils de la maladie duquel nous avons eu quelques nouvelles icy, et aussy comme se portent les petites Infantes mes filles, ne pouvant recevoir plus d'aise que d'entendre de leurs bonnes nouvelles, desquelles vous me despartirez bien amplement de toutes occurences [...]". - Mit Gegenzeichnung von Sekretärshand. - Randläsuren; etwas braunfleckig. Ediert durch Hector de la Ferrière (1809-96), dem allerdings lediglich eine Kopie des Briefes in der französischen Nationalbibliothek vorlag. Ferrière, Lettres de Catherine de Médicis III, 315.
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Zieten, Hans E. K. Gf. von, Offizier (1770-1848).
Hs. Brief und hs. Bekanntmachung mit 2 eigenh. Unterschriften. Waldenburg, 29. IV. 1842.
2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und Siegel. An die Expedition der schlesischen Zeitung mit der Bitte um Veröffentlichung einer Bekanntgabe, dass die Betreiber der Leinenfabrik, Färberei und Spedition "C. G. Haupt & Söhne" einen Fluss zur Errichtung eines Dampfkessels abfließen und umleiten werden: "Eine Wohllöbliche Zeitungs-Expedition ersuche ich hierdurch ergebenst, die angeschloßene Bekanntmachung zu u. verschiedenen Malen in der dortigen schlesischen Zeitung inseriren laßen zu wollen, die betreffenden Exemplare hierher mitzutheilen, und die Insertions-Gebühren durch Postvorschuß einzuziehen [...] ". - Zieten hatte sich in den Feldzügen gegen Napoleon als Kavallerieführer und Korpsführer bewährt, Ende der 1840er Jahre gehörte er dem "Ersten Vereinigten Landtage" an. "Als Commandirender in Breslau und Besitzer der von ihm erworbenen Herrschaft Adelsbach im schlesischen Kreise Waldenburg besuchte er öfters die ihm benachbarten Kriegsgefährten, Blücher in Krieblowitz, Gneisenau in Erdmannsdorf und Prinz Wilhelm Bruder in Fischbach. Natürlich stand er auch viel mit dem langjährigen Oberpräsidenten Schlesiens, Merkel, in Verkehr" (ADB XLV, 220-25). - Mit Sammlervermerk in Bleistift, Etwas finger- und tintenfleckig. Mit Markierungen und Vermerken in Tinte und Rotstift, mit Ausschnitt durch Brieföffnung am linken oberen Eck etwas lädiert.
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Alison, Sir Archibald, advocate and historian (1792-1867).
Autograph manuscript. No place or date.
8vo. 4 pp. on bifolium. Mounted to larger backing paper. According to a collector's note, these are "References" for his multi-volume work "The History of Europe From the Commencement of the French Revolution to the Restoration of the Bourbons" with passages in Latin, French and English: "At the siege of Toulon, horrible atrocities of the Republicans. They murdered an old man of 84 only because he had 18.000.000. Alors vraiment said Napoleon a un tel spectacle Je me crus a la fin du Monde [...]". - The "History of Europe" proved a huge commercial success: by 1848, 100,000 copies had been sold in the United States alone. It was translated into French, German, and even Arabic. - Added and mounted to the same backing paper is an autograph letter fragment signed by the judge and scholar Lord John Murray (1778-1859): "Yours very respectfully [...]".
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Ford, Richard, travel writer (1796-1858).
Autograph letter signed. [London], 10. VII. 1856.
8vo. 2 pp. Mounted on backing paper. To the writer and judge John A. Murray (1778-1859), explaining that bad weather prevented the Fords from visiting Mr Murray: "Just after we were about to start for your villa, the churlish skies began to spit & a heavy blanket mantled over the Park; alas! what a climate, no one even in July can calculate on any out of door engagement: Mrs. Ford [i. e. Ford's third wife, née Molesworth, 1816-1910] is sadly vexed, as she had looked forward so much to the visit & the pleasant stroll in your garden [...]". - In 1855 Ford had published the third edition of the "Handbook for Travellers in Spain", restored to two volumes and containing much new material, but by this time his health was failing. In the same year he also wrote "Andalucia, Ronda and Granada, Murcia, Valencia, and Catalonia; the portions best suited for the invalid". - With some brownish glue residue where mounted.
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Gorki, Maxim, i. e. Alexei Maximovitch Peshkov, Russian writer (1868-1936).
Portrait post card signed. No place or date.
8vo. With partly autograph address.
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Herzmanovsky-Orlando, Fritz, Schriftsteller und Zeichner (1877-1954).
Eigenh. Brief mit U. Meran, Schloß Rametz, 31. III. 1954.
2 SS. 8vo. An einen ungenannten Freund: "Ich wundere mich, dass Sie noch einen Gaulschreck auftreiben konnten! Ich habe den Redakteur Dr. Karl ... (ZICKE?) sofort freigestellt nach seinem Ermessen etwas aus dem Text und aus den Illustrationen auszuwählen und habe ihm auch die drollige Tatsache mitgeteilt, dass tatsächlich der 'berechtigte und geprüfte Handgänger Peregrinus v. Pratzentanz' einen Nachfolger gefunden hat, einen stellenlosen Chauffeur, von dem das N[eue] W[iener] Journal berichtet, dass er in Begleitung seines 'Trainers (!)' zu einem Marsch auf den Händen von Graz nach Wien gestartet sei [...] Bei dieser Gelegenheit möchte ich mitteilen, dass ich erhoben habe, dass in den Jahren zwischen 1850 u 1860 in Varieteès [!] Plafondgeher aufgetaucht sind die mit Hilfe von Adhäsionsgummischuhen dieses grausige Kunststück vorgeführt haben. Auch in Restaurationsräumen, wo bei Abstürzen der Artisten verschiedentlich Todesopfer unter den schmausenden Zuschauern zu beklagen waren. Ich selbst bin einmal als Student vor den Rektor der Techn. Hochschule befohlen worden, weil ich folgenden Unfug aufgeführt habe [...]". - Im linken Rand gelocht (geringfügige Buchstabenberührung).
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Nabokov, Vladimir, Russian-American writer (1899-1977).
Autograph letter signed ("V. Nabokov"). Harvard College (Cambridge, Massachusetts), 16. IV. 1947.
8vo. 1 p. To the American entomologist George Franclemont concerning the comparison and identification of butterfly specimens: "Dear Dr Franclemont, your "Shawville, Pa[pillio]" lab[eled] 'Keutzingaria' is quite similar to specimens we have, also placed (incorrectly, I think) under that name, from Illinois, Maine and Nova Scotia, your 'Pittsburg, Pa.' lab. 'purpuraria' is extremely close (perhaps a trifle paler limbally) to our 'Packard type' specimen of Keutzingaria, from Maryland, your 'Pittsburg, Pa.' lab. 'nigrescaria' can be easily matched by specimens from Ill. and Maine in our series under that name. I am not returning the specimens until I hear from you - perhaps there are some other comparisons you might want me to make". - During his years as lecturer of comparative literature and Russian at Wellesley College, Massachusetts, from 1941 to 1948, Nabokov also pursued his scientific passion for butterflies, working as the de facto curator of lepidoptery at Harvard's Museum of Comparative Zoology. As a lepidopterist, Nabokov specialized in the Polyommatini tribe of the Lycaenidae family, on which he became an internationally recognized expert. The letter bears beautiful testimony to Nabokov's scientific work at the Harvard Museum. - John George Franclemont (1912-94) served in the Pacific theatre of WWII as an expert in the eradication of mosquitoes. He used his military deployment for entomological research and pursued a scientific career after the war. From 1947 to 1952, Franclemont worked in the Bureau of Entomology and Plant Quarantine in Washington, moving on to become a professor of entomology at Cornell (1953-77), where Vladimir Nabokov was his colleague. Franclemont donated his entomological collection of more than 35,000 specimens to Cornell University. - On stationery with printed letterhead of the Museum of Comparative Zoology. Traces of folds. With a minor rust stain and two holes from a staple.
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Staël, Germaine de, Schriftstellerin (1766-1817).
Eigenh. Brief mit U. O. O., "ce mardi".
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso. In französischer Sprache an Barnazel mit der Frage nach der Anwesenheit Capelles bei einer Abendveranstaltung sowie einer Einladung zu einem Ball bei ihrer Tante, mit der Bitte, seine Antwort dem Überbringer des Briefes mündlich mitzuteilen: "voulez vous avoir la bonté Monsieur, de me dire si Mr. de capelle va ce soir chez Mad. tremblay jacquet. je compte samedi 1er le plaisir de vous voir à mon bal chez ma tante Mad. de germany. l'homme qui vous portera ce billet peut me rapporter votre réponse verbale à fin de vous abréger l'ennui d'écrire [...]". - Leicht knittrig. Spuren alter Montage. Beiliegend eine Portraitpostkarte mit der Reproduktion eines Bildnisses der Schriftstellerin aus dem Musée de Versailles.
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Tagore, Rabindranath, Bengali polymath and Nobel laureate (1861-1941).
Portrait postcard signed. No place, 11. X. 1926.
8vo. With drystamp of the Prague studio Architekt Vanek.
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Widmann, Joseph Victor, Schriftsteller (1842-1911).
7 eigenh. Postkarten mit U. Bern, 1898-1910.
Zusammen 8 SS. auf 7 Bll. (Qu.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse. An die Schriftstellerin Marie Herzfeld, u. a. über ihr "wunderschönes Leonardobuch" (1904) und die Unmöglichkeit, eine Rezension zu schreiben: "Nach all meiner Verehrung für Sie u. meiner Bewunderung Ihrer feinen Bücher muß ich die mir zugedachte Ehre, in der 'N. fr. Presse' über Ihr Werk 'Quellen zur Kulturgesch. der ital. Renaissance' zu referieren, ablehnen. Seien Sie barmherzig mit einem Manne von 69 Jahren, der, bei nicht mehr fester Gesundheit, es schon schwer genug hat, den täglichen Ansprüchen seiner eigenen Zeitung zu genügen, für die er momentan ungefähr 200 der Besprechung harrende Rezensionsbücher liegen hat [...]" (1910).
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Bahr-Mildenburg, Anna, Sopranistin (1872-1947).
Portraitphotographie mit eigenh. Widmung und U. Wien, 1911.
196:110 mm auf etwas größerem Trägerkarton. Aus dem Atelier des k. u. k. Hofphotographen Victor Angerer mit dessen gedr. Signet am Trägerkarton. - Kleine Kratzspuren und eine horizontale Knickfalte.
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Bartók, Béla, Komponist (1881-1945).
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit Notenzeile, Datum und U. Budapest, 26. IX. 1936.
1 S. Qu.-kl.-8vo (88:126 mm). Zusammen mit einer Portraitphotographie auf Untersatzkarton montiert. Vier Takte aus dem zweiten Satz der "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta", die gut vier Monate später, am 21. Jänner 1937, in Basel uraufgeführt wurde. Diese für den Schweizer Dirigenten und Mäzen Paul Sacher geschriebene Auftragsarbeit wurde ein sensationeller Erfolg: "Innerhalb eines Jahres folgten weltweit annähernd 50 Aufführungen unter Dirigenten wie Ernest Ansermet, Wilhelm Furtwängler, Ernst von Dohnányi, John Barbirolli und Eugene Ormándy" (Wikipedia). - Im Titel ein unbedeutender Tintenwischer.
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[Beethoven, Ludwig van, Komponist (1770-1827)].
Anschlagplakat für Beethovens große musikalische Akademie am 2. Jänner 1814 im großen Redoutensaal. Einblattdruck. [Wohl Wien, 1813].
1 S. Qu.-gr.-folio (406:483 mm). Extrem seltener, vermutlich unikaler Aushangzettel, für uns bibliographisch nicht nachweisbar. Am 31. Dezember 1813 hatte Beethoven im "Allgemeinen Intelligenzblatt zur Oesterreichisch-Kaiserlichen privilegirten Wiener Zeitung" (Nr. 209, 1317) unter dem Titel "Musikalische Akademie" folgende Anzeige veröffentlicht: "Der Wunsch zahlreicher, mir sehr verehrungswürdiger Freunde der Tonkunst, meine grosse Instrumental-Composition über Wellingtons Sieg bey Vittoria noch einmahl zu hören, macht es mir zur angenehmen Pflicht, dem schätzbaren Publikum hiermit anzukündigen, daß ich Sonntag den 2. Januar, die Ehre haben werde, mit dem Beystande der vorzüglichsten Tonkünstler von Wien, besagte Composition, mit neuen Gesangstücken und Chören vermehrt, im k. k. Redouten-Saale, zu meinem Besten, aufzuführen". - Auf dem Programm standen: "Erstens: Die neue große Symphonie [d. i. die 7. oder 8. Sinfonie]. Zweytens: Ein neuer feyerlicher Einzugs-Marsch mit Chören [Marsch Nr. 1 in F-Dur, "Yorckscher Marsch"), Drittens: Eine noch nie gehörte Baß-Arie, mit Begleitung des Chors, aus der Oper: Die Ruinen von Athen, die Scene des Oberpriesters im Tempel der Musen, gesungen aus Gefälligkeit für den Conzertgeber von Herrn Weinmüller k. k. Hofkapell- und Kammersänger [d. i. Festspiel nach Kotzebue, op. 113, wohl die Arie des Hohepriesters, "Will unser Genius noch einen Wunsch gewähren"], Viertens: Eine große vollstimmige Instrumental-Composition, geschrieben auf Welllingtons Sieg in der Schlacht bey Vittoria [d. i. "Sinfonisches Schlachtengemälde", op. 91)". - Bei dem im Aushang erwähnten Sänger Weinmüller handelt es sich um den deutsch-österreichischen Bass und Theaterregisseur Carl Weinmüller, dessen vorzüglichste musikalische Tat darin bestand, dass er 1814 zusammen mit Ignaz Saal und Johann Michael Vogl Beethovens weitgehend vergessene Oper "Fidelio" für eine Benefizvorstellung wählte "und den Komponisten damit zu einer grundlegenden Überarbeitung des Werkes anregte. Diese dritte, endgültige Fassung kam am 23. Mai 1814 im Theater am Kärntnertor erstmals zur Aufführung" (Wikipedia). - Etwas fleckig und abgegriffen; gefaltet.
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Berg, Alban, Komponist (1885-1935).
Eigenh. Brief mit U. Wohl Wien, 20. V. 1931.
2 SS. 8vo. An einen "liebwerten Herrn Generalmusikdirektor", d. i. Hugo Balzer, damals Generalmusikdirektor in Freiburg i. Br., mit Dank "für Ihr Telegramm, das mich sehr gefreut hat. Ich bin sehr begierig Näheres darüber zu hören. Vielleicht sind Sie so gut u. veranlassen, daß mir ein, zwei Programm(bücher)e gesandt werden und ev. auch Kritiken u. Bühnenbilder. Wenn ich auch nicht dabei sein konnte, so ist meine Anteilnahme an Ihrer Tat (denn das ist es!) doch genau so rege, als wenn ich mitgearbeitet hätte [...] Empfehlen Sie mich bitte auch unbekannterweise Ihrem Intendanten Dr. Krüger u. allen den Künstlern die am 'Wozzeck' teilhatten". - Bergs "Wozzeck" war am 17. Mai d. J. in der Inszenierung von Walter Felsenstein unter der Leitung von Hugo Balzer (Bühnenbild: Carl Kolter ten Hoonte) in Freiburg aufgeführt worden. Der erwähnte Max Krüger war von 1924 bis März 1933 Intendant des Freiburger Theaters gewesen; nach der schicksalshaften Reichstagswahl vom 5. März 1933, bei der die NSDAP mit großem Abstand die stimmenstärkste Partei wurde, folgte ihm im April Albert Kehm nach. - Mit gestempeltem Briefkopf. Tadellos erhalten.
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Britten, Benjamin, Komponist (1913-1976).
Zwei eigenh. musikalische Albumblätter mit Notenzitat (1 Takt) und U. O. O. u. D.
Je 1 S. Qu.-8vo. Beide Bll. mit jeweils einem kleinen Portrait (Zeitungsausschnitt) und zusammen auf Untersatzkarton montiert. Ein durch die zwei Bilder äußerst humorvolles Ensemble, das den Komponisten einmal nachdenklich vor dem Klavier und dann überlegend in die Tasten greifend zeigt.
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Bruckner, Anton, Komponist (1824-1896).
Eigenh. Brief mit U. Steyr, 2. X. 1893.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen "hochwolgeborenen Herrn Director", d. i. der Komponist und Dirigent Eduard Kremser, der von 1869 bis 1899 als Chormeister des Wiener Männergesangvereins wirkte: "Bauend auf Ihre Güte bitte ich innig, mich wissen lassen zu wollen: Wann und wo findet die letzte Probe von 'Helgoland' statt! Derselben möchte ich doch so gerne beiwohnen, wenn irgend möglich [...]". - "Helgoland", Bruckners weltliche Kantate für Männerchor und großes Orchester in g-Moll, war 1893 als Auftragswerk für die 50-Jahr-Feier des Wiener Männergesang-Vereins komponiert worden. Da Bruckner seine Neunte Sinfonie unvollendet hinterließ, gilt "Helgoland" als das letzte vollendete Werk des Komponisten, das einige Tage nach diesem Brief, am 8. Oktober, unter der Leitung von Eduard Kremser uraufgeführt wurde.
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Casals, Pablo, Cellist (1876-1973).
Eigenh. Brief mit U. 20 villa Molitor [Paris], "Mercredi".
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. In französischer Sprache an einen Kollegen mit Bedauern, das Konzert des Cellisten René Schidenhelm (1871-1961) verpasst zu haben, da er zeitgleich zu einem Auftritt in Darmstadt unterwegs war, und mit der Bitte um ein Exemplar seines Konzertstücks, sofern dasselbe bereits ediert sei: "Je vous remercie de votre lettre. Malheureusement je n'ai pu assister au concert de Monsieur Schidenhelm étant en voyage et ayant moi même joué à Darmstadt le même jour 1er mars. Votre Concert-Stück est-il édité? Si oui je sérais très heureux de le voir! [...]".
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Dukas, Paul, French composer (1865-1935).
Autograph musical quotation signed ("Paul Dukas"). [Paris, 8 Dec. 1908, postmark].
Oblong 8vo. 1 p. With autograph envelope. Beautiful musical quotation from Dukas's opera "Ariane et Barbe-Bleube", addressed to Mademoiselle Linette Chalupt. The quotation comprises 6 bars on a system of 3 staves (voice with lyrics and piano) of Ariane's aria "Mes pauvres, pauvres sœurs ! Pourquoi voulez-vous donc qu’on nous délivre si vous adorez vos ténèbres" ("My poor, poor sisters! Why do you want us to be delivered if you worship your darkness") from Act II of the opera that had premiered at the Opéra Comique on 10 May 1907. Dukas added performing directions "trés moderé et soutenu" and adapted a famous quote from Corneille's "Le Menteur" to flatter the recipient: "Votre façon de demander vaut mieux que ce qu'on donne" ("Your manner of asking is worth more than the gift"). - Linette Chalupt (1892-1918) was the younger sister of the poet and critic René Chalupt. Several pieces were dedicated to the young pianist, most importantly Erik Satie's valse "Son binocle" from his "Valses distinguées du précieux dégoûté" in 1914. - Traces of folds. Envelope very slightly browned.
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Furtwängler, Wilhelm, Dirigent und Komponist (1886-1954).
Eigenh. Musikmanuskript. Skizzen. O. O., um 1905.
In Bleistift. 14¾ SS. auf 9 Bll. Notenpapier im Hochformat. Folio. Seltene Jugendkompositionen, betitelt Quintett, Alegretto, Allegro, I. Durchführung, III. Durchführung, Violino. - Mit einigen eh. Korrekturen und Streichungen (meist mit Blei-, und gelegentlich mit Blaustift). Stellenweise gegen den Rand etwas staubfleckig und teils stärkere Randläsuren.
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Kodály, Zoltan, Komponist (1882-1967).
Eigenh. Brief mit U. ("Z. Kodály"). Budapest, 3. VII. 1966].
¾ S. 4to. Auf bläulichem Luftpostpapier mit eh. Adresse. An den Schriftsteller, Publizisten, Regisseur und Dramaturgen Ludwig (Lutz) Besch, mit dem zusammen Kodály sein Buch "Mein Weg zur Musik" herausgebracht hatte (Zürich, Verlag Die Arche, 1966): "Dankend für Ihre Zeilen vom 22. Juni muss ich Ihnen mitteilen, dass das Buch bis heute nicht angekommen ist. Da ich morgen früh auf 3 Monate nach Amerika muss, werde ich es erst Ende September sehen, ausser sie können den Verleger veranlassen mir ein (oder einige) Exemplare nachzusenden [...]".
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Korngold, Erich Wolfgang, Komponist (1897-1957).
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit Widmung und U. Wien, März 1917.
1 S. Qu.-12mo (76:97 mm). Zwei Takte aus seiner im Jahr zuvor uraufgeführten Oper "Violanta".
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Mendelssohn Bartholdy, Felix, Komponist (1809-1847).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 15. VIII. 1843.
¾ S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An seinen Verleger Friedrich Kistner über Korrekturen an seiner Kantate "Die erste Walpurgisnacht" (op. 60, MWV D 3): "Beiliegend die Partitur der Walpurgisnacht, die ich mit Schmerzen durchgesehn und von Henschkeschen Menschlichkeiten möglichst befreit habe. Auch die der Concert-Direction gehörigen Orchesterstimmen sende ich Ihnen hiemit; wollen Sie sie zum Stich benutzen, so müssen Sie versuchen ob Sie (der Verleger) sich mit sich (dem Concert-Director) darüber verständigen können; wo nicht, so geben Sie sie Griel, daß er sie wieder in den Schrank thut [...]". - Amadeus Eduard Anton Henschke war Mendelssohns Notenkopist in Leipzig; Griel war Konzertdiener am Leipziger Gewandhaus. Kistner selbst war "wegen seiner großen organisatorischen Fähigkeiten [...] 1835 in die Konzert-Direktion des Leipziger Gewandhauses [berufen worden], wo er das Geldwesen und die Organisation der Gewandhauskonzerte übernahm. 1843 wurde er auch Schatzmeister des von Mendelssohn begründeten Leipziger Konservatoriums und 'Deputierter aus der Klasse der Musikalienhändler' beim Buchhändler-Verein in Leipzig" (Elvers, s. u.). - Mendelssohn schrieb seine Kantate nach Goethes gleichnamiger Ballade 1831/32. "Zehn Jahre später, 1842/43, arbeitete Mendelssohn sein Werk grundlegend um. Diese zweite Fassung fand ihre Uraufführung, wie die vorige einstudiert und geleitet vom Komponisten, am 2. Februar 1843 im Leipziger Gewandhaus. Unter den Zuhörern waren Robert Schumann und Hector Berlioz, der sich besonders begeistert über das Werk äußerte. In dieser zweiten Fassung wird das Werk heutzutage üblicherweise aufgeführt" (Wikipedia). - Mit kleinem Ausriss durch Siegelbruch, dieses selbst - schwarz und mit Mendelssohns Initialen versehen - gut erhalten; leicht knittrig und eingerissen. Ediert in: Sämtliche Briefe, Bd. 9, Nr. 4057. Vgl. R. Elvers, Art. "Kistner, Friedrich", NDB XI (1977), 690.
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Mendelssohn Bartholdy, Felix, Komponist (1809-1847).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 17. II. 1846.
¾ S. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Leipziger Buchhändler, Kunsthändler und Verleger Theodor Oswald Weigel über den Erwerb von Beethoven-Manuskripten: Mendelssohn sei durchaus bereit, "für die beiden Convolute von Manuscripten Beethovens welche ich neulich auf Ihrem Comptoir sah die geforderte Summe von 25 Louis d'or zu zahlen. Einen höheren Preis zu geben würden mir allerdings meine Mittel nicht erlauben und würde ich vom Kaufe abstehen müssen, wenn die Besitzer über diese Bedingungen andern Sinnes würden. Doch hoffe ich dies um so weniger, als Sie mir dieselben ja in ihrem Namen mitgetheilt haben und als ich demnach wohl bestimmt annehmen kann, daß es dabei bleibt […]". - Mendelssohn besaß eine ganze Reihe von Autographen Beethovens und anderer, die er zum Teil von Giacomo Meyerbeers Bruder Heinrich, dem Enfant terrible der Familie, bekommen haben dürfte. "Obwohl die Familien Beer und Mendelssohn sich nicht mochten", liefert eine Bemerkung Heinrich Heines in seinen "Geständnissen" (in den 1854 erschienenen "Vermischten Schriften") einen Hinweis darauf, "daß Heinrich Beer und Mendelssohn sich gekannt haben. So ist es dem Sonderling Beer durchaus zuzutrauen, daß er die Partitur der 7. Symphonie Felix Mendelssohn schenkte; ob auch alle andern genannten Stücke kann vorerst nicht ermittelt werden. Jedenfalls befindet sich Heinrich Beers Autographen-Sammlung, zu der auch Mozarts 'Entführung aus dem Serail' gehörte, später bei [Felix' Bruder] Paul Mendelssohn, vermehrt um Stücke von Bach, die nachweislich wiederum Felix gehört hatten. Sowohl in den zahlreich hinterlassenen Papieren von Felix als auch in denen von Paul gibt es keinen Hinweis auf diese Sammlung. Es ist zu vermuten, daß Felix seine Autographe an Paul schenkte, denn Paul galt als der 'Wächter' der Familie, nicht nur in Geldangelegenheiten" (Elvers, s. u.). Mendelssohns Beethoven-Autographen gelangten schließlich 1908 durch eine Stiftung von Ernst von Mendelssohn Bartholdy, dem Sohn von Paul, in den Besitz der Königlichen Bibliothek in Berlin. - Leichte Gebrauchsspuren. Elvers, Rudolf: Felix Mendelssohns Beethoven-Autographe. In: Carl Dahlhaus u. a. (Hrsg.): Bericht über den Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongreß Bonn 1970. Kassel, Bärenreiter, [1973], S. 380-382, hier S. 380f.
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Meyerbeer, Giacomo, Komponist (1791-1864).
Eigenh. Brief mit U. O. O., "Mardi".
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An Wertheimber in Paris mit einer Einladung für den folgenden Vormittag: "En rentrant j'ai trouvé le petit mot que Vous m'avez fait l'honneur de m'adresser. Si Vous voulez me faire l'honneur de votre visite demain mercredi matin à 10 heures, j'aurais l'honneur de vous recevoir avec beaucoup de plaisir [...]". - Beiliegend eine Biographie Meyerbeers von alter Sammlerhand nach dem Lexikon Larousse.
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Prokofjew, Sergei, Russian composer, pianist and conductor (1891-1953).
Autograph musical quotation signed (twice). No place, 1934.
8vo. ½ page. Two bars from an unidentified work.
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Reger, Max, Komponist und Dirigent (1873-1916).
Eigenh. Brief mit U. Berg am Starnberger See, 24. VIII. 1904.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den befreundeten Violinvirtuosen Waldemar Meyer in Berlin über einige seiner Werke und seine Musikauffassung: "Für Ihren Brief besten Dank! Op 72 u. 74 ist 'nicht leicht zu behalten', gewiß, Sie haben Recht! Allein gestatten Sie mir: ich bin seit frühester Jugend Musiker, habe zu einer Zeit als ich noch nicht 10 Jahre alt war, den großen, großen Sebastian in seinen größten Orgelschöpfungen 'auf' der Orgel gespielt, u. kurzum, daß ich meine eigenen Wege gehe - das ist kein Fehler; ich bin nicht 'Umstürzler' aus Prinzip - es kann nicht leicht einen glühenderen Bewunderer der alten Meister als mich geben - u. gerade die großen alten Meister, u. die Erkenntnis, daß seit Brahms' Tode unsere Komponisten immer mehr im 'Sumpf' der symphonischen Dichtung untergehen u. sogar schöne Begabungen an diesem 'Irrlicht' zu Grunde gehen - gerade diese 2 Gründe haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin! Glauben Sie mir, niemand wünscht mehr als ich das Wiedergeboren-werden eines Mozart, der mit göttlich-leichter Hand aufräumt mit all dem Wust, den mißverstandener Wagner, Liszt u. R. Strauss gezeitigt haben! Mein op 77b ist nun fabelhaft einfach u. klar; ich hab' damit all denen, die mir immer vorwerfen ich könnte nicht einfach schreiben, eine kleine Lektion erteilt! Ich bin Ihnen aufs Herzlichste verbunden, wenn Sie Sich nun meiner neuen Sachen annehmen wollen! Ich habe sofort nach Leipzig geschrieben u. hoffe sehr, daß es möglich sein wird, dort einen Abend mit dem Essener Programm zu machen […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Shostakovich, Dimitri, Russian composer (1906-1975).
Autograph signature ("Shostakovich"). N. p. o. d.
12mo (110 x 89 mm). Blue ballpoint on cardboard. Cyrillic. Well preserved. With collector's notes in pencil verso.
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Sibelius, Jean, Komponist (1865-1957).
Portraitphotographie mit eigenh. U. O. O. u. D.
158:127 mm. Auf Trägerpapier montiert. Das Portrait stammt aus den späten 1940er oder frühen 1950er Jahren. Die Unterschrift mit Bleistift am Trägerpapier (dieses etwas fleckig).
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Skrjabin, Alexander, Pianist und Komponist (1872-1915).
Eigenh. Brief mit U. Vesenaz (Schweiz), 2. IV. 1904.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An Franz Schäffer, den Chef der Leipziger Niederlassung des Musikverlags von Skrjabins Mäzen Mitrofan Beljajew: "Ich sende Ihnen die Revisionen (nur einigen) und werde bald auch die übrige senden. Da ich hier wänigstens ein Jahr bleiben hoffe, so bitte ich Sie die Abzüge, wie auch die 5 Exemplare der schon gedrückten Compositionen mir nach Vesenaz zu schicken [...]". - Bl. 1 mit einem kleinen Einriss am rechten Rand.
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Straus, Oscar, Komponist (1870-1954).
"Valse lente". Eigenh. Musikmanuskript mit U. O. O. u. D.
1¼ SS. Folio. 48 Takte in sieben zweizeiligen Systemen, links oben bezeichnet "III". Mit einer getilgten Zeile unterhalb der Unterschrift.
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Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).
8 eigenh. Briefe mit U. Garmisch, Dresden und Berlin, 1912-1916.
Zusammen 9¾ SS. auf 18 Bll. 8vo. Jeweils mit eh. adr. Kuvert. An den Konzertagenten Arthur Bernstein in Hannover bezüglich Termin- und Programmgestaltung: "Unter 1500 M. kann ich nicht in Hannover dirigiren, in Kriegszeit, Nota bene! Wenn Sie dieses Honorar acceptiren u. Ihr, bitte umgehend zu bestimmendes Datum, eventuell 25. Oktober, 26. Oktober, 30., 31. Oktober, mir paßt, komme ich gerne, aber nur um diese Zeit. November u. Dezember unmöglich […] (4. VII. 1915). - "Bevor ich Ihnen Programmvorschläge mache, muß ich wissen, welche meiner Werke das Blüthner-Orchester in seiner jetzigen Verfassung leisten kann. Bitte, fragen Sie daselbst an! Slezak könnte eventuell Friedenserzählung u. Schlußgesang aus Guntram, oder Gesänge mit Orchester u. Lieder mit Klavier singen […]" (13. VIII. 1915). - Das Blüthner-Orchester war ein 1907 in Berlin gegründetes Sinfonieorchester, das ab 1925 als Berliner Symphonie-Orchester weitergeführt wurde. Richard Strauss bevorzugte für sich und sein Spiel mit der Dresdner Hofkapelle in Berlin und Dresden die "Concertdirektion Artur Bernstein Hannover, Holzgrabenstr. 6". - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf bzw. Adresse (u. a. Landhaus Richard Strauss / Garmisch" und "Hotel Bellevue Dresden").
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Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).
Albumblatt mit eigenh. U. von R. Strauss und Maria Jeritza. O. O., wohl 1930er Jahre.
1 S. 8vo. Mit einem montierten Zeitungsausschnitt, der die beiden zeigt. - Etwas fleckig und kleine Gebrauchsspuren.
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Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).
Eigenh. Brief mit U. Garmisch, 17. IV. 1914.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An die "hochverehrteste, geliebte Ariadne, Chrysothemis, Mariandl, Diemut u. was Sie wohl noch Alles von mir singen wollen u. werden", d. i. Maria Jeritza, Strauss' bevorzugte Sängerin, mit der Bitte um eine Benefizvorstellung: "Wollen Sie so grossartig sein u. einmal um Gottes Lohn für die armen Musikanten singen? Ich war lange Jahre Vorsitzender des Vereins, bin jetzt zum Ehrenpräsidenten 'arriviert' u. wäre Ihnen auch meinerseits von Herzen dankbar, wenn Sie den Wunsch der 'Lohnkünstler' [...] erfüllen würden [...]". - Richard Strauss war in den Jahren 1903 und 1904 Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Musikvereins gewesen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).
Eigenh. Brief mit U. Wohl Garmisch, 10. IX. 1918.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den namentlich nicht genannten Dirigenten und Komponisten Otto Lohse, damals Direktor der Oper Leipzig, der sich wegen "einer neuen Strausswoche" an ihn gewandt hatte: "Ihr lieber Brief war der erste Morgengruß an meinem 24. Hochzeitstage, der nicht schöner eingeleitet werden konnte. Herzlichen Dank, auch für die Absicht einer neuen Strausswoche, bei der ich natürlich mit vielem Vergnügen mitmache, in welcher Weise: bitte ich Sie selbst zu bestimmen. Als Zeit könnte für mich nur Mitte Dezember in Betracht kommen, die einzige Zeit über die ich noch frei verfüge […]". Es folgt eine Aufzählung von anstehenden Verpflichtungen und ein Programmvorschlag: "Freitag den 13ten Feuersnot | Salome | Sonntag des 15ten Rosencavalier | Montag den 16ten Elektra | Dienstag den 17ten Ariadne | Donnerstag den 19ten eventuell Gewandhausconzert, wo Nikisch schon mir einmal ein paar meiner Werke vorspielen wollte, falls er Lust hat u. es Ihnen paßt […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Strauss, Richard, composer (1864-1949).
Autograph letter signed. Montreux, 4 Dec. 1948.
8vo. 2 pp. With addressed envelope. In German. To the opera director Bruno von Niessen, offering him a letter of recommendation for the Wiesbaden theatre: "The mayor of Wiesbaden has invited me to a Strauss week at the end of May, and I have agreed in principle, my health permitting. I have engagements in Paris from May 20th to 30th and could be in Wiesbaden on June 1st, where it would be my pleasure to see you as director of the theatre. I am happy to confirm to the gentlemen of the government and to the American High Command at any time that they could not choose a better man. You have all the requirements necessary for a director of a house and stage of such quality [...]" (transl.). In spite of Strauss's efforts, Niessen would ulimately not become director at Wiesbaden. - On stationery with printed letterhead of the "Montreux Palace" hotel.
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Strawinsky, Igor, Russian (and later French and American) composer, pianist, and conductor (1882-1971).
Autograph musical quotation signed. Prague, 12. XI. 1924.
Oblong small 8vo. 1 page. Three bars of his "Octuor for Wind Instruments" as a "petit souvenir de Igor Strawinsky". - Mounted.
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Toscanini, Arturo, Dirigent (1867-1957).
Portraitphotographie mit eigenh. Widmung und U. O. O., 22. II. 1928.
270:185 mm auf etwas größerem Untersatzkarton. Schönes sepiafarbenes Portrait aus dem Atelier Daghi, Parma, mit dessen blindgepr. Signet. Die Widmung gilt einem Otto Bursik.
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Verdi, Giuseppe, Italian composer (1813-1901).
Autigraph letter signed ("G. Verdi"). Genoa, 1. IV. 1883.
8vo. 3 pp. on bifolium. To the pianist and composer Ferdinand von Hiller (1811-85) concerning an invitation to the Lower Rhenish Music Festival and rumours about the composition of "Otello". Verdi assumes that it was Hiller who sent him the festival programme and thanks him warmly for it but declines an invitation to participate due to the distance, his age, and lack of time: "Voi potete immaginare quanto piacere ne avrei a potervi assistere; ma voi capite altresì che io sono tanto lontano, che ho molti anni che pegano e rendono difficili i viaggi, e che anche il tempo mi manca". He will think of him during the festival, which will "bring back happy memories of joyful hours in your company", and asks Hiller to inform him about the "surely excellent result" upon its conclusion. After a few words about the weather and his plans to go to the countryside, Verdi goes on to deny rumours that might have reached Hiller about having written "Otello": "Caso mai aveste sentito dire che io st. facendo qualche cosa, o che io abbia terminato un Iago, un Otello et ca, non credete niente. Io non ha fatto nulla, assolutamente nulla" ("If you heard that I am doing something, or that I have finished an Iago, an Otello etc., do not believe anything. I have not done anything. Absolutely nothing"). - While Verdi only started composing "Otello" in early 1884, he had first seen Arrigo Boito's draft for the libretto in the summer of 1881, commented on it, and appears to have been intrigued. Verdi's reluctance and secrecy are due to his official retirement after the success of "Aida" in 1871 and his fear of adverse criticism of what might be his last work. When "Otello" finally premiered in Milan on 5 February 1887, it proved a resounding success. - In 1877, Verdi had followed Ferdinand von Hiller's invitation to conduct his "Messa da Requiem" at the 54th Lower Rhenish Music Festival in Cologne. Hiller retired from the directorate of the Gürzenich Orchestra Cologne and the organisation of the Lower Rhenish Music Festival in 1884; he did not live to see the premiere of "Otello". - Traces of folds. Some yellowing to the first page.
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Walter, Bruno, Dirigent (1876-1962).
Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D.
8vo. Aus dem Atelier Trude Fleischmann, Wien, mit dessen blindgepr. Signet.
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Webern, Anton von, Komponist (1883-1945).
Eigenh. Postkarte mit U. sowie mit Namenszug im Absender. [Wien, 1. IV. 1920].
2 SS. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An Alban Berg in Ossiach am See mit Dank für dessen Ostergruß, privaten Mitteilungen und Nachrichten über Arnold Schönberg: "[...] Ich freute mich sehr, daß Du von Dingen sprichst, die mir, je älter ich werde, immer wichtiger werden. Darüber müssen wir wieder ein Mal ausführlich sprechen. In diesem Zusammenhang: Ich las jetzt 'Sylva sylvarum'. Wie schön diese Beziehungen. Letzten Endes Entsprechung zwischen alldem in der 'Natur' u. der 'Kunst'. Kein Gegensatz. Du warst wieder krank. Kannst Du nicht herausfinden, wie Du Dich zu verhalten hättest, um Dir diese Leiden zu ersparen? Wir ziehn morgen wieder nach Mödling, Neusiedlerstr. 58. Schönberg ist noch nicht zurück. Er dirigierte noch 2 Konzerte in A[msterdam]. Von ihm selbst habe ich keine Nachricht. Vermutlich kommt er dieser Tage zurück. Wie steht es mit Deinen Angelegenheiten? Schreib mir bald. Ich möchte noch sagen: laß Dir einmal das kirchliche Ostern dort am Land recht bewußt werden. In meiner Jugend war ich fast immer am Gut meines Vaters um diese Zeit. Und was ich dort erfuhr, ist mir unvergeßlich [...]". - Bei "Sylva Sylvarum" handelt es sich entweder um Francis Bacons 1627 unter dem Titel "Sylva sylvarum: or, A natural history, in ten centuries whereunto is newly added the history naturall and experimentall of life and death" posthum veröffentlichte Sammlung naturhistorischer Beobachtungen und Experimente oder um August Strindbergs 1895 erschienene Naturstudien. - Durch die Förderung Wilhelm Mengelbergs konnte Schönberg in Amsterdam mit dem Concertgebouw-Orchester zwischen März 1920 und März 1921 sieben Konzerte eigener Werke dirigieren, darunter am 19. und 20. März 1921 seine "Gurre-Lieder". Einen Monat nach seiner Karte reiste Webern zusammen mit Schönberg, Guido Adler, Hugo Botstiber, Emil Hertzka, Alma Mahler-Werfel, Felix Salten, Richard Specht, Paul Stefan, Egon Wellesz und zahlreichen anderen Freunden und Repräsentanten des Wiener Kulturlebens nach Amsterdam, wo Wilhelm Mengelberg das Gustav Mahler Festival Amsterdam 1920 veranstaltete (6. bis 21. Mai). - Mit einem kleinen Antwortvermerk aus Bergs Hand. Weberns Unterschrift durch eine Briefmarke etwas überdeckt.
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Wolf, Hugo, Komponist (1860-1903).
Eigenh. Brief mit U. Oberdöbling (Wien), 12. I. 1891.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den befreundeten Pianisten, Komponisten und Zahnarzt Heinrich Potpeschnigg über eine ausfallende Zusammenkunft und Ärger mit dem Notenkopisten: "Sie dürfen der Versicherung trauen, dass ich mit einiger Sehnsucht schon dem morgenden Tage entgegensah, der mir wieder das seltene Vergnügen bringen sollte im intimsten Kreise liebenswürdigster Menschen der bösen Welt außen zu vergessen, um im Raube einiger flüchtiger Stunden das Leben mit vollem Behagen zu geniessen, als Ihre erschreckende Hiobspost die schönsten Gespinnste [sic] meiner Phantasie mit einem zu nichte machte u. mich von meinem gemüthlichen Schaukelpferd der Zukunftsträume recht unsanft auf den harten Erdboden der Wirklichkeit warf. Welcher böse Geist musste wieder sein düsteres Panier aufpflanzen an einer Stätte wo, ging es mit Rechtem zu, stets nur der 'Freude Flagge' zu wehen hätte? Das Schicksal scheint mit Ihnen eine schlechte Tragödie spielen zu wollen, da es Leiden über Sie verhängt, die offenbar in keinem Verhältniss zur Schuld stehen können. Hoffentlich jedoch bleibt es Ihnen erspart die Suppe so heiss essen zu müssen, als sie Ihnen gekocht wird. Das wünsche ich von ganzem Herzen. Theilen Sie mir doch baldigst mit wie es mit dem Befinden Ihrer lieben Frau steht, deren Leidensstationen ich mit dem innigsten Antheil folge, und die, so Gott will, baldigst und für alle Zeiten überwunden sein mögen. Sobald Sie mir die Erlaubniss ertheilen werden persönlich in Ihrem Hause erscheinen zu dürfen will ich mich unverzüglich bei Ihnen einfinden. [...] N.B.: die Brandstätter'sche Angelegenheit dürfte in Bälde zur beidseitigen Zufriedenheit erledigt werden. Spanische und Keller'sche sind noch immer nicht erschienen, doch wurde mir von letzteren 5 Hefte zugeschickt, leider mit ziemlich vielen und sehr sehr bösartigen Fehlern behaftet […]". - Hugo Wolfs "Spanisches Liederbuch" nach Paul Heyse und Emanuel Geibel, eine Sammlung von 44 Liedern für Singstimme und Klavier, sollte noch im selben Jahr erscheinen. Obgleich von Wolf nicht als Zyklus gedacht, wurden die 10 geistlichen und 34 weltlichen Lieder doch als solche zusammengefaßt und aufgeteilt in männliche und weibliche Stimme; die maßstabsetzende Aufnahme ist jene der Deutschen Grammophon mit Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau (Klavier Gerald Moore) a. d. J. 1966/67. Wolfs "Alte Weisen. Sechs Gedichte von Gottfried Keller für eine Frauenstimme und Klavier" sollten bald nach diesem Brief bei Heckel in Mannheim erscheinen. - Aus dem Besitz bzw. Nachlass von Dietrich Fischer-Dieskau.
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