|
|
|
Villemessant, Hippolyte de / Bourdin, Gustave.
L'autographe. Paris, Bureaux de l'Autographe, 1864-1872.
3 vols. Oblong folio (ca. 325 x 470 mm). (4), 208, VIII, 209-408 pp. VIII, 404 (instead of 408) pp. (4), IV, 224 (instead of 232), (16), 208 pp. Title-pages printed in red and black. With numerous facsimile drawings. - III (Bound with vol. II): The same. L'autographe au salon de 1864. Ibid., [1864]. (2), 32 pp. - IV: The same. L'autographe au salon de 1865 et dans les ateliers. Ibid., [1865]. (2), 98 (instead of 104) pp. One volume in half red morocco over red cloth, with giltstamped title to cover and spine; two volumes in half calf over black cloth with giltstamped spine and spine titles. Marbled endpapers. First editions. - A considerable run of the semi-monthly (and later weekly) periodical of autograph facsimiles, issued by the French journalist Villemessant between 1863 and 1872 as a supplement to Le Figaro, in a decorative three-volume set. The encompassing set reproduces the handwriting of many prominent figures of history, including Napoleon Bonaparte, Horatio Nelson, Giuseppe Garibaldi, and Lord Palmerston, as well as such artists as Leonardo da Vinci and Michelangelo, writers like Alexandre Dumas, the composers Hector Berlioz and Franz Liszt, and scientists like Alexander von Humboldt. In addition, momentous documents such as the warrant of execution of Mary, Queen of Scots are included. - An original autograph by the French politician Adolphe Cochery is pasted to p. 196 of vol. III, next to a facsimile letter by Cochery. Vol. II wants pp. 219-222. The 1865 journal bound with volume II lacks pp. 61f. and 65-68. Vol. III. wants pp. 121-128. Red binding somewhat rubbed, extremities bumped; small edge flaws to half-title and title-page. Interiors very well preserved throughout, slightly foxed in places. - A rich source of study and reference and an asset to any autograph collection. Cf. OCLC 759781138.
|
|
|
Zita of Bourbon-Parma, last Austrian Empress (1892-1989).
Autograph manuscript (fragment). [Bad Wiessee, probably 1960s].
8vo. 2 pages. In ballpoint. Reading notes commenting on and occasionally contradicting passages in a biography about her late husband Karl. - Excerpt from a larger sheet with slightly trimmed letterhead from the Jägerwinkel private clinic in Bad Wiessee am Tegernsee, a sanitarium popular with contemporary celebrities such as Peter Alexander, Heinz Rühmann, Zarah Leander, and Ilse Werner. - Numbered "1" on recto.
|
|
|
Bechstein, Ludwig, Schriftsteller (1801-1860).
Eigenh. Brief mit U. ("Bechstein"). Meiningen, 18. XII. 1850.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Mit Bezugnahme auf meinen Brief vom 6. d. sende ich Ihnen die in Rede stehende Autographensammlung, deren Werth Sie selbst ermessen werden, zur Ansicht und behufs eines Angebotes. Dieselbe besteht aus 33 Fürsten des Mittelalters / 8 Sachsenfürsten / 13 hohe Geistliche / 10 fürstl. Frauen / 56 Grafen, Ritter u. Herren / 51 Fürsten, Führer u. Räthe im 30j. Krieg / 59 Theologen u. Reformatoren [...] Außerdem noch ein Buch mit Luthers Autographen. Wenn Sie die Sammlung Liebhabern zeigen, wünschte ich, nicht als Besitzer oder Eigenthümer genannt zu sein. Eine Empfangsanzeige erwarte ich umgehend, können Sie in Kürze das Geschäft abschließen, d. h. mir Ihr höchstes festes Gebot thun, so wäre mir es angenehm. Wenn wir uns einigen, so empfangen Sie von mir als Prämie einen ganz eigenhändigen Brief Franzens von Sickingen, von dem wohl nur in sehr wenigen Privat- oder fürstlichen Sammlungen etwas befindlich sein dürfte. Die Sammlung moderner Autogr. von Gelehrten etc. habe ich nicht mitsenden wollen, sie ist nicht sehr erheblich und hätte das ohnehin starke Paket nur noch mehr vergrößert. Es ist dazu später immer noch Zeit, falls Sie darauf reflectiren sollten. Bei längern Tagen habe ich Aussicht auf neue Zufuhr aus Franken, deren Aussendung viel Zeit in Anspruch nimmt, Sie sollen dann Nachricht über das empfangen, was ich abtreten kann [...]". - Mit einigen Anmerkungen des Adressaten in Bleistift; knittrig und mit teils stärkeren Randläsuren.
|
|
|
Benedix, Roderich, Komödiendichter (1811-1873).
Eigenh. Brief mit U. [Poststempel: Frankfurt a. M., 11. XI. 1855].
1 S. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Direktor des Königstädtischen Theaters Franz Wallner in Berlin: "Die Gesellschafterin ist auf dem könig[lichen] Theater angenommen worden. Dagege[n] kann ich Ihnen: 'Auf dem Lande' [bieten, wo]von ich Ihnen zwei Exemplare san[dte]. Am 4ten war das Stück an der Burg in [Wien] mit entschiedenem Beifall. Ihre Condit[ionen] sind mir genehm. Bitte die Einlage per Stadtpost an ihre Adresse gelangen zu lassen. Glück und Heil Ihrem Unternehmen [...]". - 1855 wurde Benedix Theaterintendant des Stadttheaters Frankfurt am Main. - Mit größerem Ausriss durch Siegelöffnung (etwas Textverlust) und Siegelresten "Intendant des [...]".
|
|
|
Chamberlain, Houston Stewart, Schriftsteller (1855-1927).
Eigenh. Brief mit U. ("Houston S. Chamberlain"). Florenz, 26. I. 1879.
12 SS. auf 6 (= 3 Doppel)Blatt. Gr.-8vo. An eine "liebe Elise" von der zusammen mit seiner neuvermählten Frau Anna unternommenen Europareise: "[...] die Zeitungen berichten daß mein Onkel, Sir Neville, auf seiner Reise mit dem Vizekönig nach Calcutta gefährlich erkrankt ist. Dies ist überhaupt eine schlimme Sache, denn er dirigirt den ganzen Krieg in Afghanistan, - und die meisten übrigen erfahrenen Männer sind mit im Feldzuge, können folglich mit ihrem Rathe nicht beistehen [...] Ach, wie oft wünschte ich, liebe Elise, ich könnte Dich einmal an einem solchen Tage nach Bello Sguardo oder nach den Höhen von der Via dei Colli hinaufführen; ich glaube Du würdest wie unsre Paolina ausrufen: ‚Es scheint ein Paradies!' - Die entferntren Berge sind alle tief mit Schnee bedeckt, dann kommen die grünen Hügel mit alten italienischen Landhäusern, ein jedes mit einem thurmartigen Aufbau, - und zu Füßen, das sich lang ausdehnende Thal des Arno's, dicht besetzt mit fröhlichen Dörfern und Kirchthürmen. Gott, welch ein Kontrast, dieses lachende Leben, der trostlosen schlesischen Ebene gegenüber [...]". - Papierbedingt leicht gebräunt und stellenweise mit kleinen Randläsuren.
|
|
|
Engel, Fritz, Schriftsteller (1867-1935).
Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 26. IX. 1915.
1 S. Qu.-8vo. "'Noch lächeln, wenn das Herz erbebt, das ist der Mutter Meisterstück!' Aus dem Gedicht 'das Meisterstück' [...]". - Mit Lochspur alter Heftung, Rundstempel und Inventarnummer ("1960") der Handschriftensammlung J. K. Riess. Beiliegend ein kl. Zeitschriften-Portrait (38:53 mm).
|
|
|
Fastenrath, Johannes, Schriftsteller und Übersetzer (1839-1908).
Eigenh. Brief mit U. Wien, Hotel Tegetthof, 24. III. 1883.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Kollegen: "Es freut meine liebe Braut und mich ungemein, daß Sie nebst Ihrer liebenswürdigen Frau Gemahlin der Feierlichkeit unserer Trauung beiwohnen werden, und nehmen wir stillschweigend an, daß Sie beide auch bei unserem Hochzeitsmahl (um 3 Uhr im Hotel Impérial) nicht fehlen. Wenn ich also keine weitere Nachricht empfange, so zählen wir fest auf Ihr und Ihrer lieben Gemahlin gütiges Erscheinen [...]".
|
|
|
Fleischer, Richard, Publizist (1849-1937).
12 eigenh. Briefe mit U. Dresden, 1878-1882.
Zusammen 20 SS. auf 2 Doppelbll. und 11 Einzelbll. 8vo. Alle an einen namentlich nicht genannten Politiker, dem er Ausgaben der von ihm herausgegebenen Monatsschrift "Deutsche Revue" schickt und den er um Beiträge für dieselbe bittet: "Sehr dankbar wäre ich Ihnen wenn Sie die Güte hätten, einzelne wichtige Episoden aus Ihrem politischen Leben in Form einer Abhandlung an die Deutsche Revue zu schicken [...]" (4. VII. 1878). - "Sollte es Ihnen [...] möglich sein mir schon bis Anfang May oder April einen Beitrag zu senden, so würde mich dies hoch erfreuen [...]" (4. II. 1879). - "Sie würden mir einen außerordentlich großen Gefallen erweisen, wenn es Ihnen möglich wäre mir schon bis 15. oder 18. August den lang ersehnten Beitrag für die Revue zu senden. Es wird mir alles von Ihnen [...] hoch willkommen sein [...]" (14. VII. 1879). - "Ich beehre mich Ihnen das Augustheft der Revue zu übersenden. In dem nächsten oder Oktoberhefte werden u. a. auch Memoiren des [...] Grafen v. Prokesch Osten [d. i. der General, Diplomat und Reiseschriftsteller Anton Prokesch von Osten] veröffentlicht werden [...]" (31. VII. 1879). - "Das Januarheft werden Sie wohl schon erhalten haben und hoffentlich hat die Abhandlung 'Bismarck u. [T]westen' in diesem Hefte Ihren Beifall [ge]funden [...]" (4. II. 1880). - "Wenn es Ihnen möglich wäre, im Laufe dieses Sommers meinen innigen Wunsch, von Ihnen Erinnerungen aus Ihrem Leben oder einen anderen Beitrag in der Revue veröffentlichen zu können, zu erfüllen, so würden Sie [...] hiedurch mir große Freude bereiten [...]" (3. V. 1880). - "Die Revue bringt [...] Memoiren bedeutender Männer. Dabei vermisse ich recht sehr die seit langer Zeit von mir gewünschten Erinnerungen aus Ihrem politischen Leben oder einen ähnlichen Beitrag. Nichts würde hier mit größerem Interesse gelesen werden als Schilderungen von einem in Deutschland so hochverehrten Politiker, wie von Ihnen [...]" (30. V. 1881). - "Es wäre sehr nützlich, wenn ein so hervorragender Politiker, wie Eu[e]r Excellenz gerade in jetziger Zeit, in der das deutsche Element in Österreich so viel zu leiden hat, Erinnerungen aus dem politischen Leben oder wenigstens einzelne wichtige Episoden aus demselben zu veröffentlichen geneigt wäre [...]" (28. III. 1882). - Fast alle auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Deutschen Revue". Mit Rundstempel und Inventarnummer der Handschriftensammlung J. K. Riess. Etwas angestaubt.
|
|
|
Gaudy, Alice Freiin von, Schriftstellerin und Lyrikerin (1863-1929).
Eigenh. Albumblatt mit U. Blasewitz, 25. IV. 1913.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. "Trauer und Schatten hüllen die Welt so dicht, / Blumen und Kinder sehnen sich fort ins Licht / Gib ihnen Wärme, gib ihnen Sonnenschein, / Liebe und Pflege dankt bald ihr froh Gedeihn [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Familienwappen.
|
|
|
Geißler, Max, Redakteur und Schriftsteller (1868-1945).
Eigenh. Briefkarte mit U. Weimar, Am Horn, 21. XI. 1908.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An den Schriftsteller Anton Ohorn in Chemnitz: "Zu diesem meine herzlichsten Wünsche mit heißem Danke für die mancherlei Liebenswürdigkeiten, die Sie mir in der letzten Zeit von neuem erwiesen haben, ohne daß ich für jetzt Gelegenheit hätte, Ihnen durch die Tat zu quittieren. - Für 1909 habe ich ein gutes deutschen Versbuch vor und meinen besten Roman. Beide, so hoff ich, gehen hier aus fröhlichem Wohlsein ab und treffen dort auf Gesundheit und Glück. Sobald ich nach Chemnitz komme, bitte ich mir zu gestatten, daß ich den im Sommer missglückten Versuch wiederhole, Sie persönlich kennen zu lernen und eine flüchtige Stunde mit Ihnen zu verplaudern [...]". Geißler brachte 1909 zwei Bücher heraus, "Die Rose von Schottland, eine Dichtung" (Leipzig: L. Staackmann) und "Der Douglas" (Mainz: Scholz). - Bei der Adresse die Hinzufügung "Dort oben auf dem Berge...". Mit gepr. Bordüre.
|
|
|
Gottschall, Rudolf von, Schriftsteller (1823-1909).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 23. II. 1866.
1 S. 8vo. An den Historiker Ottokar Lorenz in Wien: "Wir erfahren [...], daß Sie nicht abgeneigt wären, für 'Unsere Zeit' eine Biographie und Charakteristik Schmerlings [d. i. der Politiker Anton von Schmerling] zu schreiben. Wenn Sie den Wunsch hegen, daß Ihr Artikel nicht vor April veröffentlicht werde, so sind wir gern bereit, denselben zu erfüllen. Auch versprechen wir, Ihren Namen als ein Redaktionsgeheimnis zu bewahren, mit einziger Ausnahme eines eintretenden gerichtlichen Verfahrens, zu welchem Ihr Artikel hoffentlich keine Veranlassung bieten wird. Wir sind überzeugt, daß Sie demselben jene streng objektive Haltung geben werden, welche wir in unserer Zeitschrift durchweg zu behaupten suchen. Das Honorar für den Bogen beträgt 32 Thlr. Sind Sie mit diesen Bedingungen einverstanden, so werden wir uns freuen, den Artikel im Laufe des folgenden Monats von Ihnen zu erhalten, und hoffen [...] überhaupt mit Ihnen in fruchtbringender Verbindung zu bleiben [...]". - Auf Briefpapier des Verlagshauses F. A. Brockhaus, in dessen Besitz sich die von Gottschall herausgegebenen Zeitschriften "Unsere Zeit" und "Blätter für literarische Unterhaltung" befanden.
|
|
|
Grossmann, Stefan, Schriftsteller (geb. 1875).
Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, 11. IV. 1912.
2 Zeilen. Visitkartenformat. "Nur keine Autogramme! [...]". - Mit Rundstempel, Inventarnummer ("460") der Handschriftensammlung J. K. Riess und Lochspur alter Heftung.
|
|
|
Haller, Hermann, Schriftsteller und Theaterdirektor (1871-1943).
Ms. Brief mit eigenh. U. Berlin, 4. IV. 1916.
¾ S. Gr.-4to. An den Autographensammler J. Riess in Krumau an der Moldau: "Falls nicht ein schlechter Scherz vorliegen sollte, kann ich nur annehmen, dass es sich um einen Irrtum handelt. Die wenig literarischen Possen, welche ich geschrieben habe, rechtfertigen wohl nicht den Wunsch nach einem Autogramm. Wie dem aber auch sei, auf alle Fälle habe Sie ein solches auch untenstehend [...]". - Mit Briefkopf des Carl Schultze-Theaters in Hamburg, Rundstempel und Inventarnummer "2347" der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|
Heiberg, Hermann, Schriftsteller (1840-1910).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 1. IV. 1891.
1 S. 8vo. auf Doppelblatt. An einen namentlich nicht genannten Herrn: "Mit großem Vergnügen werde ich gelegentlich Ihrer mich sehr ehrenden Aufforderung folgen [...]". - Mit Rundstempel und Inventarnummer ("6876") der Handschriftensammlung J. K. Riess. Etwas fleckig.
|
|
|
Heigel, Karl August von, Dichter (1835-1905).
Eigenh. Briefkarte mit U. Riva, 9. V. 1889.
1 S. Qu.-Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich telegrafirte am Sonntag, fürchte aber nunmehr ein Mißverständniß. Ich würde den Aufsatz nur gegen das gewiß nicht übermäßige Honorar überlassen können, da ich wenigstens meine Wagenkosten decken will. Selbstverständlich werde ich mich in den Abzug beim Honorar der Erzählung fügen. Ich bitte, mir im günstigen Fall der Annahme des Aufsatzes das Honorar von 20 fl. gef. zu überschicken, andernfalls das M.S. zurückzusenden [...]". - Mit Rundstempel und Inventarnummer ("6880") der Handschriftensammlung J. K. Riess. Mit Spuren alter Faltung, etwas angestaubt.
|
|
|
Heindl, Anton, writer and educator (b. 1859).
2 autograph letters signed. Constantinople, 25 Nov. & 8 Dec. 1890.
8vo. Together (3+3½ =) 6½ pp. on 2 bifolia. To an unidentified recipient, providing colourful accounts of his sojourn in Istanbul, where Heindl spent two years as private tutor to the children of the Austro-Hungarian ambassador, Baron Calix: "Der Eindruck, den C. bei der Ankunft auf mich machte, ist eigentlich ein ganz unbeschreiblicher [...] Hier kannte mich Niemand [...] und ich kannte Niemanden. Da stürzte bei der Ankunft ein [...] Türke mit Säbel u. Pistolen im Gürtel auf den von Wien mitgehenden Wagen und schrie mit mächtiger Stimme: monsieur Heindl, worauf ich mich ihm durch ein bejahendes Zeichen zu erkennen gab. Conversation war kaum möglich, da er nur Türkisch spricht, er rief also einen Lastträger herbei der meine Bagage eilenden Schrittes davontrug so dass mir darum schon Bange wurde, und wies mich durch Zeichen auf den Karren, wo ein ganz netter Jüngling [...] mich erwartete [...] Dann giengs holter polter [...] in die Botschaft [...] Ich habe 2 Zimmer mit der Aussicht auf den Bosporus nach Kleinasien u. die Prinzeninseln, wovon ich mir vor 3 Wochen nichts hätte träumen lassen [...] Gestern Sonntag habe ich es [...] gewagt, abends in die grande rue de Pera, die vornehmste Straße in C. zu gehen, welche aber von der Wiener Ringstraße ziemlich verschieden ist [...]" (25 Nov. 1890). - "Ihr freundliches Schreiben [...] hat mir Freude gemacht und ich beeile mich, Ihnen die erwünschten Daten [...] bezüglich der Vorbereitung Tonis mitzutheilen. Der Oberstlieutnant Regierungsrath Volkmer [i. e. Ottomar von Volkmer], Vice Director der Staatsdruckerei hat sich bei der mit ihm gehaltenen Unterredung bereit erklärt, diese Vorbereitung zu übernehmen u. z. soll Toni nach Ostern eintreten. Selbstredend ist, dass er dann seine ganze Zeit mit dem gehörigen Ernst und Nachdruck nur dem Studium widmen muß [...] Herr Dr. Seewald möge ja nicht glauben, dass es sich viel 'ausschweift', ich habe im Gegenteil eine Stadt, wo halbweg verwöhnte Ansprüche an unsolide Weiblichkeit so wenig Befriedigung finden wie hier, nicht bald gesehen [...] Bordells sind angefüllt mit polnischen Jüdinnen, halbweg besseres kostet immenses Geld [...] Vorigen Sonntag war ich in der Aja Sophia; der Eindruck, den das colossale Bauwerk trotz aller Verstümmelung [...] machte, war ein großartiger. Ungemein störend wirken die rechteckig gemusterten Teppiche, die den ganzen Boden [...] bedecken [...] Wir haben jetzt Winter, d. h. Regen und Nordwind, und ich speciell einen gut ausgewachsenen Schnupfen, infolge dessen wahrscheinlich dieser Brief von einem stilistischen Meisterwerk ziemlich weit entfernt ist [...]" (8 Dec. 1890). - On stationery with mounted views of the Yedikule and the Obelisk of Theodosius. From the manuscript collection of J. K. Riess and stamped accordingly.
|
|
|
Hesekiel, Johann George Ludwig, Journalist und Schriftsteller (1819-1874).
Eigenh. Brief mit U. ("George Hesekiel"). Altenburg, 25. V. 1845.
4to. ½ S. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Verleger und Buchhändler Christian Ernst Kollmann in Leipzig: "So eben erfahr ich aus dem Wöchentlichen Anzeiger, daß Schwaning bereits erschienen ist - wenn nur nicht viele Druckfehler darin sind! - Darf ich Sie bitten mir meine 6 Freiexemplare unfrankirt per Post zuzusenden! Ich hätte sie gern bald. Kurz vor, oder zu, Johannis hoffe ich Ihnen mein neuestes Buch zur Ansicht übersenden zu können. Ich hatte erst den Plan es einer deutschen Zeitung für ihr Feuilleton anzubieten, weil ich glaubte diese französische Sitte würde mehr und mehr Mode werden in Deutschland [...]". - Mit papierbedingten Einrissen entlang der Faltlinien und Randläsuren sowie einer Fehlstelle durch Brieföffnung (minimaler Textverlust).
|
|
|
Heyse, Paul, Schriftsteller (1830-1914).
"Tantalus". Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O., [4. II. 1901].
92 SS. auf 23 losen Doppelbll. Kl.-4to. Vollständiges Manuskript der Novelle "Tantalus", 1901 bei Carl Krabbe in Stuttgart erschienen. Auf dem Titelblatt der Vermerk des Verlegers in roter Tinte: "Mspt an den Autor zurückgegeben". - Tinte auf festem Papier, zahlreiche Korrekturen und Streichungen im Text und auf den breiten linken Rändern; unbeschnitten; das Doppelblatt mit den Seiten 41 bis 44 durchtrennt.
|
|
|
Molo, Walter von, Schriftsteller (1880-1958).
Eigenh. Brief mit U. Murnau, 12. XII. 1937.
3 SS. auf 2 Einzelbll. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Schriftstellerin: "Ich bitte um Entschuldigung, daß ich heute erst auf Ihren Brief vom 9/11 schreibe - ich habe sehr schwere Arbeit gehabt, die mich nicht losließ. Gestern ist die Erstschrift meines neuen Buches fertig geworden. Ich finde Herr H. Mayer's [?] Brief klug, vom Standpunkt der heutigen Verwendungsmöglichkeiten aus. Aber, schreiben Sie noch Ihr neues Buch und dann, wenn Sie Lust und Zeit haben, sehen Sie die Dialoge usw. im 'Kampf um Kohle' durch - ich fürchte Mayer hat recht, dass nur ein frisch abgeschriebenes, 'fehlerfreies' Manuskript Aussicht hat, gelesen zu werden. Ich hoffe Sie in guter Arbeit und Gesundheit. Denken Sie auch an den neu aufgezogenen Verlag Bong u. Co. in Berlin! Freuen Sie sich über die englische Ehrung, das ist etwas! - Von mir ist zu berichten, dass Minister Goebbels mich in Weimar (Buchwoche) unerwartet ansprach, sehr nett zu mir war, mir viel Gutes über meine Bücher sagte, wenn ich 'noch Hemmungen' hätte, sollte ich jeden einzelnen Fall ihm persönlich melden - und er lud mich zu gründlicher Aussprache über die Fragen des Schrifttums zu sich ein. Ich bin im Januar bei ihm und dann wohl öfter. Februar Ende werde ich wahrscheinlich wieder in Berlin sein, aber das sehe ich noch in etwa 4 Wochen, ich gebe dann, wenn eine Vorlesung im Februar-Ende möglich ist, Nachricht. - danke f. d. Empfehlung des 'endlosen Zuges' [...] Bibliotheken der Grenzland-Büchereien [...] Ihre Arbeit über die Erzieherin Friedrich des Großen muss doch Interesse finde, was sagt Herr Mayer dazu? - Fühlen Sie sich wohl in Jena? Ich wünsche Ihnen das von Herzen und ebenso gute Arbeit, sie ist und bleibt die Trösterin und der Inhalt des Lebens. Sie ist es auch allein, die besteht und alle Widerstände besiegt - bloss darf man nicht ungeduldig fragen: wann - dann, wenn es das Gesetz über uns will, nicht wann wir wollen - aber dass es einmal will, das wissen wir, die wir des Lebens Auf- und Niedergänge kennen, mit denen es sich und uns in Bewegung hält [...]". - Trotz Unterzeichnung einer Ergebenheitsadresse 1933 drohte Molo der Ausschluss aus der Sektion Dichtung der Preußischen Akademie der Künste (J. Dyck, Der Zeitzeuge, Göttingen, 2006, S.115f). Er lebte bis 1945 zurückgezogen auf seinem Gut bei Murnau, da seine Werke kaum noch gedruckt wurden, und versenkte aus Angst vor Hausdurchsuchungen unter anderem seinen Briefwechsel mit Stefan Zweig im Gartenteich (C. Wurm, Zur Biographie eines Vertreters der "inneren Emigration", Berlin, 2004, S. 81-89). Der Verfasser historisch-biographischer Romane trat erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. als Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz an die Öffentlichkeit. - Beide Bll. gelocht.
|
|
|
Reimann, Hans, Schriftsteller (1889-1969).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 1. II. 1919.
1½ SS. 8vo. An die Gesellschaft für Literatur und Kunst zu Chemnitz: "Da ich in Berlin und in Leipzig mit meinen ersten Vorlesungen so grosse Erfolge erzielt habe, mich aber gern an ein literarisch interessiertes Publikum wenden möchte, frage ich hiermit bei Ihnen an, ob Sie geneigt wären, mich im Laufe der nächsten Zeit zu einem weiteren Vortrags-Abend zu verpflichten. Auf Wunsch stelle ich Ihnen gern Kritiken zur Verfügung, aus denen Sie entnehmen mögen, dass nicht nur meine Schriften ein Niveau haben, sondern auch, dass ich mich als Vortragender neben unseren bekanntesten Rezitatoren wohl hören lassen darf [...]". - Der Humorist und Dramatiker Reimann ist am bekanntesten durch seine mehrfach verfilmte Komödie "Das Ekel" (1924); mit Heinrich Spoerl arbeitete er an Vorstufen der "Feuerzangenbowle" zusammen, zu deren Erstverfilmung (1934) er auch das Drehbuch lieferte. - Im Rand etwas angestaubt und fleckig.
|
|
|
Ring, Max, Arzt, Journalist und Schriftsteller (1817-1901).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 7. VI. 1897.
1½ SS. 8vo. An einen Herrn Doktor: "Den besten Dank für Ihre freundliche Mitteilung und Anfrage. Herr Kohut ersuchte mich vor einiger Zeit für eine von ihm beabsichtigte biographische Skizze zu meinem bevorstehenden achtzigsten Geburtstag um einiges Material. Darunter befanden sich die Ihnen von ihm angebotenen Briefe, zu deren Veröffentlichung er sich von mir die gewünschte Erlaubniss erbat und auch von mir erhielt. Von Seiten der Angehörigen dürfte ich um so weniger einen Einspruch erwarten, als ich schon vor mehreren Jahren einige Bruchstücke aus diesen Briefen in meinen 'Erinnerungen' für die Nationalzeitung mitgeteilt habe und von der verwittweten Frau Dr. [Karl] Gutzkow dafür ein anerkennendes Dankschreiben bekam. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn die verehrte 'Vossische', deren langjähriger Mitarbeiter ich gewesen bin, bei dieser Gelegenheit meiner freundlich gedächte [...]". - Mit gepr. Monogramm. Vgl.: Adolph Kohut, "Max Ring. Zu seinem 80. Geburtstage", in: Allg. Zeitung des Judenthums, Berlin, Nr. 31 (30. Juli 1897), S. 369f.
|
|
|
Rollett, Hermann, Schriftsteller und Archivar (1819-1904).
Eigenh. Albumblatt mit U. Jena, 5. I. 1846.
½ S. Qu.-8vo. "Wenn einst der Geist der schweren Traube gleicht, / Das Wort dem Honigseim, - dann will ich rufen: / Gelobtes Land, nun hab' ich dich erreicht". - Wegen revolutionärer Gesinnung polizeilich verfolgt, floh der Vormärz-Lyriker Rollett 1845 nach Deutschland und später in die Schweiz. 1854 vorübergehend nach Österreich zurückgekehrt, promovierte er 1857 in Gießen zum Dr. phil. und studierte später Pharmazie in Wien. Rollett gehört neben Moritz Hartmann und Hermann Jellinek zu den bekannteren Vertretern der Bewegung "Junges Österreich" und bekannte sich zum Deutschkatholizismus.
|
|
|
[Ronacher, Anton] - Eckstein, Julius, Journalist und Verleger (1856-1907).
4 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Visitenkarte. Wien und Berlin, 1887-1892.
Zusammen 9¼ SS. auf 7 Bll. Visitkartenformat und Folio. 1 Brief mit eh. Adresse verso (Faltbrief). I. An den Brauer Anton Dreher (1849-1921) in Schwechat (27. XII. 1887): "Eingedenk der vielfachen Beweise freundlichen Wohlwollens, dessen ich mich von Seiten Ew. Wohlgeboren seit Jahren zu erfreuen habe, drängt es mich in dankbarer Verehrung für Ihr Haus, Ew. Wohlgeboren in Bezug auf H. Anton Ronacher eine vertrauliche Mittheilung zu machen, von welcher ich glaube, daß Sie Ihr Interesse vollauf in Anspruch nehmen wird. Ich harre nun Ihres Rufes [...]". Mit Briefkopf der "Verlags-Expedition des Adolf Eckstein in Wien". - II. An einen namentlich nicht genannten Adressaten (25. VII. 1892): "In Angelegenheit des 'Parlament' hatte ich vor Jahren die Ehre mit Ihnen, sehr geehrter Herr in persönlichem, angenehmen Verkehr zu stehen. Indem ich dies vorausschicke, um mich Ihnen in Erinnerung zu bringen, gestatte ich mir mitzutheilen, daß ich seit Jahren der Leitung unserer Zweiganstalt in Berlin vorstehe und von dort lediglich zu dem Zwecke hier eingetroffen bin um von Ihnen, sehr geehrter Herr, in Sachen der Anton Ronacher'schen Erben, deren berathender Freund ich bin, mir Unterredung zu erbitten [...]". - III: An einen Doktor, zur Verhandlung eines Ausgleichs mit Anton Dreher: "[...] Auf den Gegenstand unserer Besprechung übergehend, beehre ich mich Ihnen mitzutheilen, daß ich nicht verfehlte, den Erben Ronachers über den Stand der Dinge Bericht zu erstatten an der Hand der Daten, die Sie die Freundlichkeit hatten mir zu Verfügung zu stellen. Die Erben sowohl als auch deren Rechtsfreund in Berlin sind trotzdem der festen Ansicht, daß, im Falle der Process von ihnen gewonnen wird, die Leistungen des Herrn Anton Dreher im Hinblick auf die Werthe von damals (und nicht vom Tage der Urtheilsverkündigung), ferner auf den Verlust, welcher durch Geschäftsentgang entstanden ist, ferner auf die Zinsen und Zinseszinsen während einer langen Reise von Jahren etc. ganz bedeutende sein werden [...]". Mit Briefkopf "Eckstein's Verlags-Anstalt, Berlin" und einem Entwurf eines Antwortschreibens, worin der Ausschluss eines Ausgleichs begründet wird. - IV. An einen Doktor (5. VIII. 1892): "[...] Im Gegenteil würde daraus hervorgehen und zwar durch die Form, wie sie mir vorschwebt, daß Herr Anton Dreher nur einen Akt der Humanität begangen hat [...]". Mit Briefkopf "Eckstein's Verlags-Anstalt, Berlin". - V. An einen Doktor: "Vertraulich theile ich Ihnen mit, daß der 'Proceß Dreher' die Grundlage einer Credit-Operation bildet, welche dem Abschluß sehr nahe ist. Ich stehe dieser Transaction vollkommen ferne, und steht heute die Angelegenheit so, daß, falls die angedeutete Credit-Operation zu Stande kommt, die Kapitalisten den Proceß weiter und zu Ende zu führen haben. Da ich nur dann einen persönlichen Vortheil habe, wenn ein Ausgleich durch mich zu Stande kommt, so glaube ich, Ihnen diese neueste Wendung rechtzeitig mittheilen zu sollen [...]". - Der Vergnügungsunternehmer Anton Ronacher (1841-92) hatte bei Dreher ein Darlehen aufgenommen, das Ronacher zum lebenslangen Bezug ausschließlich Dreher’schen Biers verpflichtete. 1885 mündete die Vereinbarung in eine Auseinandersetzung, die endlich vor Gericht landete: "Zur Sicherstellung des Darlehens wurden Kauf- und Pachtverträge über Ronachers Lokale abgeschlossen, doch ob es sich dabei um einen Scheinkauf handelte oder diese in den Besitz Drehers übergegangen waren, wurde Gegenstand eines lang andauernden Prozesses [...] Ronacher wurde der Ehrenbeleidigung für schuldig befunden und zu einer dreitägigen Arreststrafe verurteilt. Im Mai 1886 kündigte ihm Dreher die Pacht des Dritten Kaffeehauses und des Restaurants auf der Schottenbastei" (E. Offenthaler, Zum 175. Geburtstag Anton Ronachers. ÖAW, Biographie des Monats Jänner 2016, online). - Die Briefe mit Rundsiegel und jeweils mit Inventarnummer ("4951"-"4955") der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|
Silberstein, August, Schriftsteller und Revolutionär (1827-1900).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 31. XII. 1858.
3½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen schlesischen Schriftsteller: "Bei Ihrer freundlichen Theilnahme für die gesammte Literatur, darf ich auch hoffen, daß Sie der heimathlichen österreichischen einige Aufmerksamkeit zugewendet haben u. so der 'Österr. illustr. Volkskalender' (Wien, Sommer, 14. Jahrgang 1858) in Ihre Hände gekommen sein dürfte. Andererseits ist es leicht möglich, dass bei Ihrer vielseitigen Beschäftigung letzteres nicht der Fall gewesen, u. so erlaube ich mir blos Sie aufmerksam zu machen, daß in dem letzten Jahrgange, nebst meiner Wenigkeit, meine literar. Freunde Alex. Baumann (+!), Mor. Bermann, Castelli, Dudumi, Kaltenbrunner, Fürst Schwarzenberg, Stamm, Constant-Wurzbach etc. vertreten sind. In diesen Kreis eintreten zu wollen, ergeht meine Bitte an Sie. [...] Sie sind der Einzige der nach beiden Seiten (In- u. Ausld.) Schlesien literarisch repräsentirt [...]". - Auf blauem Briefpapier mit gepr. Monogramm. - Geprägt durch das ländliche Leben schrieb Silberstein Geschichten über das Dorfleben und veröffentlichte populäre Fabelsammlungen. Die Gedichte des "österreichischen Auerbach" beeinflussten Zeitgenossen wie Peter Rosegger. Mit seinem Satiremagazin "Leuchtkugeln" engagierte er sich für die Revolution von 1848; 1851 floh er nach Deutschland. Nach seiner Rückkehr wurde er 1854 vor ein Kriegsgericht gestellt und zu fünfjähriger Festungshaft auf dem Spielberg verurteilt, jedoch nach zwei Jahren amnestiert.
|
|
|
Stern, Maurice von, Schriftsteller (1860-1938).
Eigenh. Brief mit U. (Aussersihl-Zürich), 27. X. 1890.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An die Redaktion der Zeitschrift "Daheim" in Leipzig: "Beigeschlossen offerire ich Ihnen mein Original-Gedicht 'Chor der Verzweifelten, Chor der Hoffenden'. Sollten Sie das Gedicht acceptiren, dabei aber Anstoß am Titel nehmen, so überlasse ich Ihnen die Wahl eines besseren Titels. Mit der Bitte, mir von Ihrer geneigten Entschließung gelegentl. brieflich Kenntniß geben zu wollen [...]". - Auf kariertem Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
|
|
|
Streicher, Gustav, Dramatiker und Schriftsteller (1873-1915).
Eigenh. Brief mit U. Linz, 23. IV. 1903.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Gestatte mir Ihnen mitzuteilen, daß Samstag den 25. April am hiesigen Theater meine Bauerntragödie 'Stephan Fadinger' zur Erstaufführung gelangt. Herr Oberregisseur Lenoir [d. i. der Schauspieler und Regisseur Rudolf Lenoir] aus Graz inszeniert das Stück. Es wurden hiezu von der Direction prachtvolle Dekorationen geschaffen u. die historisch. Waffen, Fahnen etc. sind von dem hiesigen Museum beigestellt. Das Haus ist bereits seit einigen Tagen gänzlich ausverkauft. Ich habe 2 Logen für die Wiener Gäste reserviert. Ich wage es nicht, Sie [...] zur Aufführung einzuladen. Vielleicht könnten Sie aber den Direktor des Raimundtheaters bestimmen, der Aufführung beizuwohnen [...]". - Das naturalistische Theaterstück "Stephan Fadinger" über den oberösterreichischen Bauernkrieg ist an Gehard Hauptmanns Revolutionsdrama "Florian Geyer" (1896) angelehnt. - Leicht angestaubt. Mit Rundstempel und Inventarnummer der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|
Sturm, August, Jurist und Schriftsteller (1852-1923).
Eigenh. Brief mit. U. Naumburg an der Saale, [um 1920].
½ S. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich überreiche Ihnen mein Buch Neuland, wenn Sie können, bitte ich um Kritik. Chemnitz stand mir einst durch den Bruder nahe! [...]". - Sturms Werk "Neuland. Die Lieder von Gott, die Lieder vom Tode, die Lieder von der Welt und die Lieder vom Vaterlande" erschien vermutlich 1920 in Amelangs Taschenbibliothek.
|
|
|
Sturm, Julius, Dichter (1816-1896).
Eigenh. Gedicht "Still beglückt" mit U. O. O. u. D.
1 S. Kl.-Qu.-8vo. "Der Vogel singt / Und fragt nicht, wer ihm lauscht; / Die Quelle rinnt / Und fragt nicht, wem sie rauscht; / Die Blume blüht / Und fragt nicht, wer sie pflückt: / O sorge Herz, / Dass gleiches Thun dir glückt [...]". - Frank Valentin van der Stucken vertonte Sturms "Still beglückt", op. 2 (Drei Gesänge für vierstimmigen Männerchor) no. 3, 1879 (Leipzig, Kistner).
|
|
|
Voß, Johann Heinrich, Dichter (1751-1826).
Fünf eigenh. Gedichte. O. O. u. D.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Vorliegend die Gedichte "Sappho’s Ode aus dem Longin", "Horazens 1ste Ode des 1. B[uches] An Mäcenas", "In einer Sommernacht", "An Wehrs" und "In des älteren Grafen Reventlau Stammbuch". Weiters enthält das Blatt noch zwischen dem vorletzten und letzten Gedicht den Text von und Anmerkungen zu "Veränderung. Horazens 3 Ode des 1 B[uches]".
|
|
|
André, Johann Anton, Komponist und Musikverleger (1775-1842).
Eigenh. Brief mit U. Offenbach, 18. XI. 1824.
1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und papiergedecktem Siegel. An Friedrich Christian Lossius, den Prokuristen der Becker'schen Buchhandlung zu Gotha, dem er bis Jahresende die Begleichung seiner Schulden für die Zusendung des "Allgemeinen Anzeigers der Deutschen" zusagt und den er bittet, ihm fehlende Monate und Register aus den Jahren 1814-1816 und 1820 zukommen zu lassen: "Ferner, könnte ich für die Folge dem allg. Anzeiger im Tausch gegen Werke meines Verlages beziehen? Meine Bibliothek kostete mich schon so viel, u. ich halte ihn mehr dafür, als zum täglichen Durchlesen [...]". - Am Briefrand links der Antwortvermerk "Nein". - Johann Anton André hatte 1799 für seinen Verlag den handschriftlichen Nachlass Mozarts von dessen Witwe Constanze erworben, nachdem der Breitkopf & Härtel abgelehnt hatte. Die Sammlung war in den folgenden Jahrzehnten die Grundlage für die Mozart-Editionen des Verlags André und von großer Bedeutung für Mozarts Werkrezeption. - Aus der Sammlung Künzel.
|
|
|
Brüll, Ignaz, Komponist und Pianist (1846-1907).
Eigenh. Brief mit U. Gmunden, 19. VIII. 1871.
½ S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Haben Sie die Güte mir sobald als möglich 6 Abzüge meiner Photographie mit Postnachnahme nach Gmunden senden zu wollen [...] ". - Mit in Blau gepr. Monogramm, Empfängernotiz verso, Spuren alter Faltung, Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess und der Inv.-Nr. "3188".
|
|
|
Hanslick, Eduard, Musikwissenschaftler und -kritiker (1825-1904).
Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 23. IX. 1895.
1 S. Qu.-8vo. Auf der Rückseite einer gedr. Dankeskarte anlässlich seines siebzigsten Geburtstages: "Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für Ihr freundliches Telegramm, - dazu aber auch eine Bitte! Ich hörte, dass mich Sie auch mit einer Notiz über meine 'böse 7' geehrt haben und da ich mir das betreffende Blatt nicht verschaffen kann, möchte ich Sie recht sehr darum bitten [...]". - Mit Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|
Hellmesberger, Joseph d. J., Komponist (1855-1907).
Eigenh. Schriftstück mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. "Ersuche höflich um gütige Vormerkung von vier Parquet Sitzen zu 'Fledermaus'". - Mit kleinen Montagespuren und Läsuren.
|
|
|
Kennedy, Daisy, Violinvirtuosin (1893-1981).
Albumblatt mit eigenh. U. [Wien, 15. IV. 1912].
1 Zeile. Visitkartenformat. Nur die Unterschrift. - Mit Lochspur alter Heftung und Rundstempel und Inventarnummer ("500") der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|
Kienzl, Wilhelm, Komponist und Musikschriftsteller (1857-1941).
Eigenh. Postkarte mit U. Graz, 11. XI. 1899.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An Ludwig Koch, den Generalsekretär der Gesellschaft der Musikfreunde: "Für heute nur in aller Kürze herzlichen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Ich kann warten! [...]". - Mit kleinen Spuren alter Montage.
|
|
|
Kleeberg, Clotilde, Pianistin (1866-1909).
Eigenh. Brief mit U. Madrid, 6. XII. 1904.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich erlaube mir Ihnen mitzutheilen dass ich in Bilbao, Madrid, Porto, grosse Triumphe feierte, und mit meinen belgischen Collegen ausserdem 5mal in der hiesigen Philharmonischen Gesellschaft folgende Kammermusikwerke zu Gehör brachte, welche meistentheils zum ersten Male gespielt wurden: Trios von Lalo, Arensky, Schubert [...]. Es wäre mir sehr angenehm wenn Sie die Güte hätten einige Worte in den Signalen darüber zu schreiben. Mit bestem Dank [...] Violine: Mathieu Crickboom | Alto: L. Van Hout | Cello: Elsa Ruegger". - Verso mit Vermerk von alter Hand. Mit Spuren alter Faltung.
|
|
|
Komzák, Karl, Komponist und Dirigent (1850-1905).
Eigenh. Brief mit U. Baden bei Wien, 22. II. 1905.
1½ SS. 8vo. Zwei Monate vor seinem tödlichen Unfall an einen Oberst mit "Glückwünschen zur Vermählung Ihres holdseligen Töchterchens [...] Möge der liebe Gott das junge Paar in seinen väterlichen Schutz nehmen - mögen sie das ersehnte Glück finden! Die Versäumniß meiner Gratulation liegt ganz allein in der Erkrankung meiner lieben Gattin; schon über 4 Wochen liegt sie - wohl ist ihr schon wohler, doch so entsetzlich schwach, daß sie der sorgfältigsten Pflege bedarf [...]". - Verso mit einer kleinen Notiz zum Verfasser: "Kapellmeister u. Componist; verunglückt zu Baden den 23./4. 1905, indem er vom Eisenbahnzuge gerädert wurde". - Gering fleckig und mit kleinen Montagespuren.
|
|
|
Koschat, Thomas, Komponist und Chorleiter (1845-1914).
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit U. [Wien, 8. X. 1906].
1 S. Qu.-8vo. Auf einer Portraitpostkarte mit eh. Adresse. Drei Takte aus seinem bekanntesten Werk, dem 1871 entstandenen und in 18 Sprachen übersetzten Lied "Verlåssen, verlåssen bin i". - Gering fleckig und an einer Stelle etwas angerissen.
|
|
|
Lehár, Franz, Komponist (1870-1948).
Eigenh. Schriftstück mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. Zettel zur Reservierung von "2 Sitzen" im "Theater an der Wien". - Mit Adressstempel und kleinen Montagespuren.
|
|
|
Lehár, Franz, Komponist (1870-1948).
Eigenh. Schriftstück mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. Zettel zur Reservierung von "3 Sitzen" im Theater an der Wien. - Mit Adreßstempel und kleinen Montagespuren.
|
|
|
Marx, Joseph, Komponist (1882-1964).
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit U. Wien, April 1933.
1 S. Qu.-8vo. Drei Takte aus seinem Lied "Windräder" a. d. J. 1906. - Etwas fleckig und knittrig.
|
|
|
Orff, Carl, Komponist (1895-1982).
Eigenh. Brief mit Initialen. Dießen am Ammersee, 7. XII. 1969.
1½ SS. Qu.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An Dr. K. Bauer in Göppingen: "[...] Ich bin immer noch sehr angeknaxt & muß demnächst wieder für Wochen ins Sanatorium. Mit den Veilchen werde ich in Dießen wieder aufblühen [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
|
|
|
[Pente, Emilio, Komponist und Violinist (1860-1929)].
Korrespondenzalbum mit 69 montierten Briefen, Karten und Visitenkarten von u. a. Antonio Bazzini, Angelo Ferni, Joseph Joachim, Paul Klengel, Pietro Mascagni, Cesare Pollini und Giacomo Puccini. Berchtesgaden, Berlin, Bologna, Brüssel, Cerignola, Cincinnati, Florenz, Genua, Leipzig, London, Mailand, Neapel, New York, Padua, Rom, St. Petersburg, Treviso, Triest, Wien und Wiesbaden, 1880-1909.
Zusammen 133 SS. auf 109 Bll. Verschiedene Formate. In grünem Leinenalbum mit goldgepr. Deckeltitel. 4to. Pentes Album versammelt (wie es am Titel heißt) "authoritative opinions on the Violin studies by Emilio Pente" von einigen der großen Solisten und Komponisten seiner Zeit, darunter Marco Anzoletti, Leopold von Auer (2), Antonio Bazzini (3), Arnaldo Bonaventura, Giuseppe Buonamici, Salvatore Cajati, V. Corbellini, Arturo Cuccoli, Ricardo Drigo, Angelo Ferni, Carlo Fiorilli, Giuseppe Franchi-Vernay, G. Gabardi, Giuseppe Gallignani (2), Luigi Stefano Giarda, Giovacchino Giovacchini, Jakob Grün, Joseph Joachim, Paul Klengel (10), Giuseppe di Leva, A. di Leva (2), Francesco Lurani (2), Francesco Manzato, Filippo Marchetti, Pietro Mascagni, Tito Monachesi, J. Monarchi (2), Bruni Muggelini, Vittorio Polacco (2), Cesare Pollini (5), Giacomo Puccini, Émile Sauret, Émile Sauret (3), Carlo Schmidl, Camillo Sivori, Giovanni Tebaldini, César Thomson (2), Louisa Thomson und Pier Adolfo Tirindelli (3). Neben den Stimmen zu Pentes eigenem Schaffen - zu dem viele Stücke für Violine zählen - finden sich immer wieder auch Nachrichten vom aktuellen Schaffen seiner Korrespondenzpartner und über deren Pläne. Paul Klengel etwa kündigt die Veröffentlichung zweier Pente gewidmeter Kompositionen für Violine und Klavier an, die bei Leuckart in Leipzig erscheinen sollen, nämlich "Legende" und "An der Wiege" (zusammen Op. 19), deren erste Abzüge Pente frisch von der Druckerei erhalten solle und die diesem hoffentlich nicht missfallen werden. Klengel intendiert, noch ein paar Jahre in New York zu bleiben, würde allerdings sehr gerne nach Europa zurückkehren und sehnt sich nach der dortigen künstlerischen und im Vergleich zu den USA weniger kommerziellen Atmosphäre und muss bekennen, sich oft wie ein Fisch außerhalb seines Elements zu fühlen (New York, 14. I. 1902). - César Thomson lobt Pentes Romanze, seine Polonaise sowie sein Ungarisches Capriccio und kündigt an, daß er Pentes Quartett in A-Dur nach Tartini im kommenden Winter bei einer Vorstellung alter Musik aufführen werde, dankt für ein ihm gewidmetes Konzert und bekräftigt seine nicht nur kollegiale, sondern freundschaftliche Verbundenheit mit Pente, die vor allem von deren gemeinsamer Verehrung Giuseppe Tartinis herrührt (Brüssel, 21. VI. 1898). Besonders um das Werk des letztgenannten hatte sich Pente bleibende Verdienste erworben, da er während eines Studienaufenthaltes in Padua rund vierzig verschollen geglaubte Kompositionen Tartinis entdeckt hatte. - Einige Schreiben stellenweise etwas fleckig; Bindung stellenweise etwas gelockert, der Buchblock etwas abgelöst, aber dennoch fest verankert. Am vorderen Innendeckel Händleretikett der Buchbinderei E. C. Ottolenghi, Padua. Stempel der Slg. Dr. Manfred Wilk am Titelblatt. - Detaillierte Verlistung auf Anfrage.
|
|
|
Schmidt, Franz, Musiker und Komponist (1874-1939).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
1½ SS. Kl.-8vo. An einen "hochverehrten Herrn Direktor" über eine Terminverschiebung: "Durch verschiedene Machenschaften, über die ich nichts genaueres weiss, wackelt der Termin (26. d. M.) des französischen Concerts und käme hierfür der 31. d. M. in Betracht. Ich habe mich in der Oper nach dem Repertoire erkundigt und erfahren, dass Ariadne ist und sowol Frau Kiurina als auch Hr. Slezak frei wären. Ich erlaube mir nun im Auftrage der französischen Mission anzufragen, ob Sie [...] Ihre Zusage auch für diesen Termin gelten lassen würden? Ihre Antwort wird noch im Laufe der nächsten Stunden abgeholt werden [...]". - Etwas fleckig und leicht knittrig.
|
|
|
Strecker, Heinrich, Komponist (1893-1981).
Eigenh. musikalisches Albumblatt mit U. Wien, 24. VI. 1944.
1 S. Großes Visitkartenformat. Einige flüchtig hingeworfene Noten aus seinem Wienerlied "Drunt’ in der Lobau". - Stärker angeschmutzt und ein kleiner Einriss am rechten Rand.
|
|
|
Strecker, Heinrich, Komponist (1893-1981).
Portraitphotographie mit eigenh. Widmung und U. O. O., 3. XII. 1968.
225:164 mm auf etwas größerem Papier (294:212 mm). "Meinem lieben Kollegen[,] dem genialen Komponisten Ferry Gebauer". - Ferdinand Wilhelm Gebauer war Schöpfer von über 2000 Werken, davon etwa 1000 Märsche und zahlreiche Wienerlieder, und betrieb daneben einen Musikverlag. - Verso mit alt montierter Expertise.
|
|
|
Wellesz, Egon, Komponist und Musikwissenschaftler (1885 - 1974).
"Moderne Musik". Eigenh. Manuskript mit Paraphe ("W"). O. O., [um bzw. nach 1925].
2 SS. Kl.-4to. Wohl die Druckvorlage zu einem der seit 1925 von Wellesz gestalteten Radiovorträge über musikgeschichtliche Themen: "Im Laufe der letzten Jahre ist es wohl auch dem der Musikübung Fernerstehenden erkennbar geworden, dass diese Kunst in mannigfacher Weise durch die bei den Schwesternkünsten aufgezeigten Strömungen berührt wurde. Es ist nicht zu vermeiden, dass diese Veränderungen unter diesem oder jenem Schlagwort zusammengefasst werden, das immer nur einem Teil des Wesenhaften gerecht werden kann. Jedenfalls aber zeigt sich als stärkstes Merkmal in der Musik der letzten Jahre - mag es sich um eine Oper, ein Konzertstück, einen Tanz, einen Song handeln - der Wille zu knapper preziser [!] Gestaltung, zur Vermeidung des Episodenhaften, zur Vermeidung des formlos Ausströmenden. Es ist nun hier der Versuch gemacht, an Hand einiger Grammophonplatten einen kleinen Überblick über Musikstücke zu geben, in denen etwas von dem Geist der neuen Zeit zum Ausdruck kommt. Man war dabei an die ungemein kleine Zahl der in den Katalogen der führenden Gesellschaften vorkommenden Aufnahmen von Werken moderner Musiker gebunden. Man wird leicht erkennen, dass nicht alles sich gleichermaßen gut auf der Platte abhören lässt; gerade Wirkungen, die im Konzertsaal besonders gut klingen, versagen auf der Platte, und umgekehrt. So wird es in Zukunft sicherlich dazu kommen, dass sich eine eigene Orchestrationstechnik für mechanische Aufnahmen herausbilden wird. Ansätze dazu sind bereits bei jenen Kompositionen bemerkbar, die auf Bestellung einiger deutscher Sender eigens für die Zwecke des Rundfunks komponiert wurden". - Mit einer redaktionellen Bemerkung an den Setzer in blauem Farbstift und der Erweiterung des Titels von "Musik" zu "Moderne Musik"; gleichfalls recto eine Bleistiftnotiz zum Schriftgrad ("Gar[a]mond") und rechts oben die Numerierung "2"; ein kleiner Stecknadeldurchstich.
|
|
|
Adler, Gusti, Max Reinhardt's personal assistant (1890-1985).
Correspondence by and to Gusti Adler, as well as correspondence by third parties, including manuscripts, typescripts, visiting cards, greeting cards, envelopes etc. Various places, 1900-1984.
Catalogued as 450 items, totalling ca. 1400 pp. The present correspondence archive includes, among many other items, 6 letters or cards by Peter Altenberg, 1 by Richard Beer-Hofmann, 10 by Lili Darvas, 2 by Kasimir Edschmid, 13 by Anton Faistauer, 1 by Egon Friedell, 1 by Heinrich Friedjung, 1 by Hermann Hesse, 54 by Max Kalbeck, 1 by Alma Mahler-Werfel, 3 by Ernst Matray, 1 by Max Mell, 5 by Princess Clementine Metternich-Sándor, 1 by Bella Paalen, 2 by Alfred Polgar, 1 by Erich Reiß, 74 by Ernst Schütte, 1 by Rudolph Slatin-Pascha, and 1 by Max Slevogt. - A very extensive segment of 92 letters is formed by the correspondence with Josef Maria Auchenthaller, amplified by 29 from his wife Emma and 15 from their daughter Maria Josepha, who took her own life in 1914, aged only 20. In a highly interesting autobiographical typescript written a year or two before her death, Gusti Adler recounts how her own family met that of the famous artist and how she, then only 14 years old, had fallen in love with Auchenthaller, 25 years her senior. - Gusti Adler, born in Brixen in 1890, was the daughter of the painter Maria Adler and the country squire and later journalist Heinrich Adler, brother of Victor Adler, the founder of the Social Democratic Worker's Party of Austria; her sister was the artist Marianne Adler. Trained as a sculptor under Richard Kaufungen in Vienna, she later focused on painting as well as on arts and crafts, in 1913 beginning to write criticism for the "Wiener Fremdenblatt". After relocating to Berlin she wrote for Viennese and local newspapers, using the pseudonym "Christoph Brandt", and edited works by Jean Paul and Georg Forster. - Through the intermediation of her childhood friend Helene Thimig she met Max Reinhardt in 1919 and soon embarked on a two-decade-long career as his private secretary and aide, organising not only the numerous details of the great director's private life but also most of his theatre productions, especially at the Salzburg Festival. In 1939 she followed Reinhardt to the USA and was an active member of his "Workshop for Stage, Screen and Radio". After Reinhardt's death in October 1943 she joined the documentation department of Warner Bros. in Hollywood, where she remained until her 80th year. - In 1946 she published her biography of Max Reinhardt, followed in 1980 by the sequel "… aber vergessen Sie nicht die chinesischen Nachtigallen". Gusti Adler passed away in Hollywood in 1985. - A detailed catalogue is available.
|
|
|
Haas, Cornelia, Schauspielerin (1830-1916), Ziehtochter von Heinrich Laube.
Eigenh. Brief (Entwurf) mit U. O. O. u. D.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand. Stark überarbeiteter Briefentwurf an einen Publizisten: "Die letzte Nummer der 'Illustrierten Zeitung' macht mich auf einen Artikel aufmerksam, welcher in Nr. 37 der Allgemeinen Theater-Chronik mit Ihrer Unterschrift erschienen ist. Sie theilen Ihren Lesern darin mit, dass die Angehörigen Laubes die Absicht haben die Büste des Verstorbenen einfach auf den bereits über dem Familiengrabe befindlichen Grabstein setzen zu lassen, nachdem die ihn krönende Ornamentik [abgenommen worden]. Ich darf wohl bitten diese Angelegenheit, welche doch eigentlich nur die Familie angeht, da sie einmal durch Sie der Öffentlichkeit übergeben ist, auch genau darzustellen. Der auf dem Familiengrabe befindliche Stein wurde von Heinrich u. Iduna Laube im Jahre 1864, im Todesjahre ihres einzigen Sohnes Hans Laube, mit dem ausdrücklichen Bemerken gesetzt, dass er für alle in der Gruft Beigesetzten als Denkmal bleibe. Der Stein ist seines Schmuckes beraubt worden; und die drei Worte 'und Heinrich Laube' sind nach dem 1. August eingemeißelt worden. Was Ihre Aufforderung anbelangt, so ist sie wohl nicht im Geiste des Verstorbenen, der niemals, weder von seinen Schülern, Mitgliedern, oder Anhängern pekuniäre Opfer verlangte, damit man ihn verherrliche [...]".
|
|
|
Theren, Mila, Schauspielerin (1872-1946).
Eigenh. Visitenkarte mit U. O. O., 7. XII. 1903.
2 SS. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich wollte mir gestern das Vergnügen machen Sie persönlich zu besuchen und Ihnen eine Karte zu unserm am 16. stattfindenden Ball des Theaters a. d. Wien überbringen. Leider hab ich Sie nicht angetroffen und so erlaube ich mir heute Ihnen hiermit die Karte zu übersenden, mit der Bitte selbe im Interesse des wirklich sehr wohlthätigen Zwecks gütigst anzunehmen und uns die Ehre Ihres Besuchs zu schenken. Das Reinerträgniss gehört für die Ferien der armen Chorleute und werden Überzahlungen je mehr je lieber dankbarst angenommen [...]". - Mit Inventarnummer der Handschriftensammlung J. K. Riess.
|
|
|