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Freytag, Georg Wilhelm, Orientalist (1788-1861).
Eigenh. Vorlesungsankündigung mit Namenszug im Text. O. O. u. D.
1 S. 4to. Vorlesungsankündigung mit dem Ersuchen, "wegen meiner entfernten Wohnung [...] die Namen der zum Besuche der Vorlesungen bei dem H. Oberpedellen Odenkirchen in die Liste einzutragen". - Mit einigen (tls. stärkeren) Einrissen am rechten Rand.
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Friedländer, Julius, Numismatiker (1813-1884).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. II. 1877.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Die Stelle in Beger's Numismata Pontificum Romanorum Cimeliarchii Brandenburgici 1704, auf welche ich mich neulich bezog, lautet so: nachdem er die bekannten Thatsachen erzählt, fährt er fort, Philippus II. Pomeraniae dux mihi testis est, is numisma hoc ad sua usque tempora inter ducum pretiosa asservata Mensae sua artificali, nun ad regem Borussiae devolutae, immisit, cum inscriptione: 'Dies Stugk Goldes ist von Papst Alexandro VI. zu Roma Hertzog Bugschlafen den 10. von Pommern, in seiner F. G. Wiederkunfft vom heiligen Grabe Anno 1497 am H. Christag nach gehaltener Hochmess nebst einem Hertzog-Hut und guldenen Schwerdt verehret, hat an Gewicht 20 Ducaten'. Es folgt dann bei Beger die Abbildung eines anderen grossen Goldstückes von Sixtus IV., also aus derselben Zeit als das erste von Papst Paul II. Das dritte und alle folgenden bei Beger abgebildeten sind vorhanden [...]". - Auf Briefpapier mit blindgepr. Monogrammvignette.
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Friedländer, Ludwig, Altphilologe und Kulturhistoriker (1824-1909).
Eigenh. Brief mit U. Königsberg, 13. X. 1879.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Zur Beantwortung der Frage, was viola ist, kann vieleicht folgendes beitragen. Die Gräber wurden an gewissen Tagen mit violen, an andern mit Rosen geschmückt. Nun setzt eine stadtrömische Inschrift den dies violationis auf den 22 Maerz, den dies rosationis auf den 21 Mai an (wie mir scheint, letzteres sehr spät). So viel ich mich erinnere ist die eigentliche Veilchenzeit in Rom am 22/3 schon vorüber; ist es vielleicht gerade die Zeit der Lewkoienblüthe? Vielleicht können Sie mich darüber belehren; wo nicht, so will ich mich in Rom erkundigen [..]". - Einige Faltspuren.
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Frommann, Georg Karl, Germanist und Sprachforscher (1814-1887).
Schriftstück mit eigenh. U. Nürnberg, 3. VII. 1880.
1 S. 4to. Als zweiter Direktor des Germanischen Museums mit Dank an den Wilhelm Braumüller Verlag mit Dank für dem Museum zugesandte Bücher. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Germanischen Museums.
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Fuchs, Eduard, Kunsthistoriker (1870-1940).
Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 8. VII. 1912.
1 S. 8vo. An den Verleger, Genealogen, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Carl Friedrich Schulz-Euler (1880-1934): "Eine vorübergehende Anwesenheit in Frankfurt möchte ich dazu benützen, Ihnen einen kurzen Besuch zu machen. Vielleicht haben Sie die Liebenswürdigkeit dem Überbringer zu sagen, ob ich Sie belästigen kann u. darf [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Fuchs, Theodor, Geologe, Paläontologe und Kustos (1842-1925).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 5. II. 1883.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den namentlich nicht genannten Botaniker und Paläobotaniker Hermann Theodor Geyler: "Entschuldigen Sie dass ich Sie mit einer Bitte belästige: In Ihrer 'vorläufigen Mittheilung' 'Ueber die Tertiaerflora von Stadecken-Elsheim' (Ber[icht] Senckenb[ergische] Nat[urforschende] Ges[ellschaft] 1875) erwähnen Sie, dass Ihnen aus dem Septarienthon von Flörsheim circa 40 Pflanzenarten bekannt sind, welche Sie im Laufe der 'nächsten' Jahre besprechen zu können hoffen. Da mich im Momente die Flora des Septarienhorizontes besonders interessiert erlaube ich mir die Anfrage ob diese hier in Aussicht gestellte Arbeit einstweilen erschienen ist u. wo? [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des k. k. Naturhistorischen Museums.
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Fürst, Julius, Orientalist (1805-1873).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 16. VII. 1841.
½ S. 8vo. Wohl an den Verleger Friedrich Gottlieb Becker: "Ew. Wohlgeboren bin ich so frei, die Zeitschrift 'Orient' zur gefälligen Anzeige in Ihrem weithin gelesenen Blatte: Anzeiger u. Nationalzeitung der Deutschen [zuzusenden]. Es würde mich ungemein freuen, wenn Ew. Wohlg. einige Worte zur Empfehlung dieses Blattes sagen werden, deren es von seinem Standpunkte aus, wie ich glaube, verdient [...]". - Etwas fleckig und gebräunt und mit einem größeren (alt hinterlegten) Einriss.
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Gaedertz, Karl Theodor, Schriftsteller (1855-1912).
Eigenh. Brief mit U. [Berlin] W. Genthinerstr. 15, 13. XII. 1911.
1 S. auf Doppelblatt. 12mo. An einen namentlich nicht genannten Redakteur: "In der Hoffnung, daß Sie sich wieder ganz erholt haben, erlaube ich mir Ihnen eine Einladung zur Weihnachtsfeier der 'N. Klause' zu behändigen, sollten Sie aber noch nicht so weit hergestellt sein, um der festlichen Sitzung beiwohnen zu können, dann senden Sie die Eintrittskarte bitte Herrn Amtsgerichtsrat Sauermann oder Fräulein Horn. Sehr bedauernd, daß Ihre Krankheit verhinderte, am 28. Nov. Ihnen die Hand zu drücken, bin ich mit besten Wünschen baldiger völliger Genesung [...]".
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Gärtner, Karl Friedrich von, Botaniker (1772-1850).
Eigenh. Brief mit U. Calw, 3. II. 1806.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). An den Verleger Karl Friedrich Enoch Richter in Leipzig: "Endlich erhalte ich am 29. v. M. nach Verfluse [!] von 4 Monathen wieder einen Brief von Ihnen. Sie werden sich leicht denken koennen, wenn Sie sich in meine Stelle se[t]zen moechten, dass mir Ihr so langes Stillschweigen zumahl auf angelegentliche Bitten nicht ganz gleichgütig seyn kann [...] Es thudt mir nun leyd, dass ich im vorigen Jahr meine Arbeit mit so vieler Anstrengung und Eifer auf Kosten meiner Gesundheit betrieben habe, jene war Anfangs Octobers laengst beendigt, haetten Sie Sturm an Taedtigkeit erinnern moegen, so waere der Stich mit dem Druck beendigt worden, denn ich denke die Schnelligkeit, mit welcher die Hefte auf einander folgen, waere für Sie eben so wichtig als für mich. Sturm hatte mir die Beendigung der ganzen Arbeit biss zum neuen Jahr zuverlaessig versprochen und noch stehen mir die lezten 3 Tafeln von ihm aus, waeren seine lezten Arbeiten von Tab. 195-199 nicht mit besonderem Fleiss ausgearbeitet und sosehr [!] zu meiner Zufriedenheit ausgefallen, so haette ich alle Ursache höchst missvergnügt mit ihm zu seyn. Die Sache ist nun einmahl wie sie ist und ich bitte Sie nur noch, mir meine Kupfer Abdrücke sobald als es Ihre übrigen Geschaefte erlauben [...] zu schicken, weil ich ganz zuverlaessig die Beendigung der ersten Centurie auf das neue Jahr erwartet habe, so habe ich meinen auswaertigen Freunden schon davon Nachricht gegeben [...] Zu Ihrem Kauf wünsche ich Ihnen von Herzen Glück, unter diesen Umstaenden nehme ich auch Ihren Vorschlag der Vorziehung meines Saldos an, um Ihnen auch von meiner Seite zu beweisen, dass ich billig denke und Sie auf keine Weise genieren will [...]".
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Gail, Jean-Baptiste, Hellenist (1755-1829).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 18. V. 1816.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). In französischer Sprache an den Geographen und Kartographen Jean-Denis Barbié du Bocage in St. Germain über eine Passage bei Theokrit, der den Weg der Seefahrer von Ilios zum Hellespont mit Hilfe eines günstigen Südwindes, eine Windrichtung, die er als die vorteilhafteste für diese Strecke beschreibt schildert und ihn bittet, seine Meinung dazu am Ende dieser Seite niederzuschreiben, da beide, als sie miteinander gesprochen hätten, in Eile gewesen wären und er ihn nicht verstanden habe: "Hier je vous soumettois ce passage: 'les navigateurs s'embarquent à Iolios [!], et secondés d'un vent du midi, arrivent à l'Hellespont. ici, vous disois-je le poete indique le vent du midi comme le plus favorable pour aller d'Iolios dans l'Hellespont [...]' Cette remarque, vous ne l'avez point approuvée, vous rien avez donné une raison que je vous prierai de me donner ici, au bas de cette page. Dans le moment où nous causions, nous etions pour deux pressés de te[r]miner, et je ne vous ai pas bien compris [...]". - Leicht stockfleckig und am Mittelfalz mit Papierstreifen hinterlegt.
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Galle, Johann Gottfried, Astronom und Klimatologe (1812-1910).
Eigenh. Albumblatt mit U. Breslau, 28. X. 1880.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "In Gewißheit Ihrer gefälligen Zuschrift vom 20. d., die gewünschte Ergänzung in Ihrer Autographen-Sammlung betreffend, erlaubt sich zu diesem Zwecke sehr gern die vorliegenden Zeilen zu übersenden [...]". - Auf Papierträger montiert, mit biographischen Notizen von alter Sammlerhand. Mit Empfangsvermerk des Sammlers verso, dat. 30. X. 1880.
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Garve, Christian, philosopher (1742-1798).
Autograph quotation signed. Leipzig, 28 Sept. 1771.
Oblong 8vo. 1 p. A three-line Greek quotation from Demosthenes' famous oration "On the Crown": "It behoves the brave to set their hands to every noble enterprise, bearing before them the buckler of hope, and to endure gallantly whatever fate God may allot" (transl.). - On the reverse is an entry by the philosopher Samuel Christian Hollmann (1696-1787): a quotation from Seneca "Vita sine litteris mors est, et hominis vivi sepultura" (dated 13 May 1771). - Slight waterstain in upper corner.
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Gay-Lussac, Joseph Louis, Chemiker und Physiker (1778-1850).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 31. V. 1830.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). In französischer Sprache an Baron Plazanet, Oberst der Pariser Feuerwehren, über den Wunsch seines Sohnes, Jules Alexandre Gay-Lussac, Turnstunden in einer der Feuerwehrkasernen zu nehmen, und mit der Bitte, ihn einem Feuerwehrmann der Kaserne Culture Sainte-Catherine zu empfehlen, mit dem er seine Trainingsstunden koordinieren wird: "Mon fils desire beaucoup prendre quelques leçons de Gymnastique dans une de vos casernes de Pompiers. Je vous prie de le recommander à l'un de vos hommes de la caserne Culture Ste. Catherine. Il s'arrangera ensuite avec le pompier pour les heures dont l'un et l'autre pourront disposer [...]". - Verso 6 eigenh. Zeilen mit U. des Feuerwehrkapitäns Guérin, der in Abwesenheit des Barons Plazanet Kapitän Schreuder bittet, Jules Alexandre Gay-Lussacs noch am selben Tag zu empfangen und zu trainieren: "Monsieur le Baron de Plazanet étant absent M. Guérin prie M. Schreuder d'accueillir le fils de M. Gai-Lussac et le prie de le faire exercer ajourd'hui [...]". - Mit kleiner Fehlstelle durch Siegelöffnung; kein Textverlust.
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Geffcken, Karl Heinrich Johannes, klassischer Philologe (1861-1935).
Eigenh. Postkarte mit U. Rostock, 8. V. 1903.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An den Komponisten Kamillo Horn (1860-1941) in Wien: "Für Ihren freundlichen Brief und die mir darin ausgesprochene, sehr schmeichelhafte Anerkennung meiner Haltung gegenüber Herren Politzer u. Sohn sende ich Ihnen aufrichtigen Dank [...]".
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Gehler, Johann Samuel Traugott, Physiker und Jurist (1751-1795).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 4. II. 1769.
1½ SS. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich übersende Ihnen beyliegend den von mir erforderten Entwurf meiner Gedanken über die eingegebene Hebammen-Apotheke. Da die darauf zu wendende Zeit so kurz bestimmt war, so habe wegen verschiedener Geschäfte nicht so ausführlich darüber urtheilen können, als es vielleicht nöthig. Um aber den von uns Leipzigern gefaßten Verdacht der Bequemlichkeit bey Ihnen nicht zu verstärken habe ich doch lieber nicht recht ausführlich als gar nicht darauf antworten können. Bleiben Sie übrigens mein Freund, und versichern sich daß mir jede Gelegenheit, in welcher ich Ihnen nützlich seyn kan[n], angenehm, seyn wird [...]". - Mit Empfangsvermerk vom 5. II. 1769. Kleine Randläsuren.
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Geiger, Philipp Lorenz, Chemiker und Pharmazeut (1785-1836).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 12. III. 1818.
2½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An den Chemiker Karl Wilhelm Gottlob Kastner, Professor an der Universität Heidelberg: "Beyliegend habe die Ehre Ihnen ein Paar Exemplare meiner Dissertation zu übersenden, mit der Bitte sie Ihrer Durchsicht zu würdigen. Das Sauerkraut ließ ich vors erste liegen, weil es mir zu viele Zeit gekostet hätte, vielleicht nehme ich es späther vor [...] Stehts unvergeßlich wird uns Ihr Hierseyn vorigen Herbstes bleiben, und wir werden die genußreichen Stunden, die wir mit Ihnen verlebten, immer zu den angenehmsten Erinnerungen zählen. Ihr werthes Schreiben vom 15ten Jänner gibt mir die freudige Hoffnung Sie bald wieder bey uns zu sehen. Ich rechne bestimmt darauf, daß wenn Sie in die Rheingegenden kommen Sie uns nicht übergehen werden, und werde es als Maasstab ansehen, wie es Ihnen bey uns gefallen hat. Somancherley [!] wollte ich Ihnen in gewisser Hinsicht schreiben, besonders was das Stoechiometrische betrifft, indem ich die meisten meiner Arbeiten diesen Winter diese Lehre berücksichtigend aufstellte, wobey ich öfter interessante immer die Richtigkeit und das Einflußreiche dieser Entdeckungen auch für die Pharmacie bestättigende Resultate erhielt [...] Könnten Sie mir wohl kein Werk anzeigen, welches die Lehre der chemischen Messungs-Verhältniße in ihrem ganzen Umfang mit allen in den neuesten Zeiten darüber erhaltenen Resultaten klar, deutlich und vollständig enthielte? Ihr treffliches Werk, Grundriß der Chemie, [...] leitete mich bisher vorzüglich, nur, meine ich, sollte es mehr ins einzelne gehen, vielleicht könnte dieses, ohne daß sein Volumen zu sehr vergrößert wird, geschehen? Beyliegend auch einige Kuchenrezepte von meiner Frau [...]". - Kastners "Grundriß der Chemie zum Gebrauche seiner Vorlesung" erschien 1807 bei Mohr und Zimmer in Heidelberg. - Mit Spuren eines Siegels.
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Gerhard, Eduard, Archäologe (1795-1867).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 14. V. 1854.
2½ SS. auf Doppelblatt. 12mo. An den Juristen und Dante-Forscher Karl Witte: "Dr. Julius Friedländer [d. i. der Numismatiker Eduard Julius Theodor Friedländer] [...] Attaché am hiesigen kgl. Münzkabinet, scheint das Mögliche gethan zu haben um in der Beilage die Auskunft über Deine Chiffren der Dantemedaille zu geben, erbittet aber öffentlichen Gebrauch, sofern die ausständigen Vergleichungen nicht vorher erledigt werden können [...] Mein Band I Mythologie ist zwar im Buchhandel, ein zweiter Band aber noch ausständig. Wirfst du auf jenen ersten einen Blick, so wirst du den Zuschnitt eines nützlichen Buches erkennen das mehr gebraucht als besehen zu werden Anspruch macht [...] Es bleibt mir eine nachhaltig werthe Reiseerinnerung [?] Euch bei meinem neulichen Besuch so schön zusammengefunden zu haben, auch tuht es doch sehr gut daß ich, zusammenreisend, Mariechens Bräutigam näher kennen zu lernen und dieser Verbindung noch mehr mich zu freuen Gelegenheit hatte. Das junge Paar scheint also in Magdeburg seine Laufbahn beginnen zu sollen? Da kann ein wenig Poesie die zwei Liebende mitbringen noch recht viel Platz finden, Euch würde die Nähe willkommen sein [...]". - Gerhards zweibändige "Griechische Mythologie" erschien 1854-55 bei Reimer in Berlin.
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Gersdorf, Ernst Gotthelf, Historiker und Bibliothekar (1804-1874).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 22. XII. 1859.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Herrn Professor: "Indem dem gegebenen Versprechen gemäß ich im beigehenden Paquet Ihrem Archiv für die Geschichte Graubündens Bd. 1, 2. [sowie] Codex diplomaticus hist. Raeticae Tom I, II. aus der hiesigen Universitätsbibliothek zur Benützung übersende, bitte ich die erneuerte Versicherung aufrichtiger und inniger Hochachtung zu genehmigen [...]".
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Gerstner, Clara von, Reiseschriftstellerin (1813-1881).
Eigenh. Brief mit U. Miletitz, 6. IV. 1842.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. An Christian Gottlieb Hüttner, Oberpostdirektor des sächsischen Postwesens: "Ich nehme mir die Freiheit Ew. Hochwohlgeboren beiliegend ein Exemplar meiner kleinen Americanischen Reisebeschreibung zu übersenden. Ich hätte dieß so gern schon früher gethan, allein ich mußte ziemlich lange warten bis ich in Wien meine Exemplare erhielt, und später erlitt ich eine zweite Verzögerung durch den Buchbinder welcher mir erst dieser Tage meine gebundenen Bücher übersandte. Eine Dame[,] welche entfernt von einer größeren Stadt einsam und allein lebt, ist in dieser Beziehung übel daran, da die Kauf- und Handwerksleute die Bestellungen auf das Land gewöhnlich so lange wie möglich hinausschieben, und kommen dieselben obendrein von einer Dame, so ist man schon völlig verloren. Ich habe es einzig und allein der Güte Ew. Hochwohlgeboren zu danken, daß meine kleine Schöpfung ins Leben getreten ist, und es wird mich unendlich freuen wenn die Durchlesung meiner Reisebeschreibung, Ew. Hochwohlgeboren und Ihrer verehrten Frau Gemahlin einige heitere Stunden verschafft. Als ich in dem schönen Lande jenseits des Meeres anfieng [!] meine Journalien zu schreiben, glaubte ich nicht daß der Schluß derselben so tief in die innersten Seiten meines Lebens eingreifen [...] würde. Meine kleine Philadelphia ist ein recht liebes interessantes Kind und plaudert so viel böhmisch, daß sie ihre eigene Mama oft nicht versteht [...]". - Gerstners Reise durch die USA, die sie an der Seite ihres Ehemannes, des Eisenbahnpioniers Franz Anton von Gerstner, unternahm, resultierte in ihrer viel beachteten "Beschreibung einer Reise durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika in den Jahren 1838 bis 1840: in Gesellschaft des Ritters Franz Anton von Gerstner unternommen" (Leipzig, Hinrichs, 1842). - Mit kleinen Randläsuren sowie einem kleinen Papierdurchbruch im Mittelfalz.
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Gerstner, Franz Anton von, Ingenieur und Eisenbahnpionier (1796-1840).
Eigenh. Brief mit U. Prag, 1. V. 1830.
1½ SS. auf Doppelblatt. 4to. An die 1786 gegründete Prager Buchhandlung des Johann Gotthold Calve: "Bereits vor einigen Monathen hat Sie mein Vater ersucht, für das technische Institut zu Prag die Verhandlungen des Gewerbsvereines für Preußen pro 1828 et 1829 zu liefern. Als wir hierauf die Antwort erhielten, diese Verhandlungen würden nicht verkauft, schrieb ich an den Vorsitzenden des Vereines [...] v. Beuth [d. i. der Obersteuerrat und Begründer des "Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen", Christian Peter Wilhelm Beuth] und erhielt gestern die anliegende Antwort vom 27ten Aprill, worinn wie Sie sich überzeugen können, der Verkauf der obigen zwey Jahrgänge zu dem Preise von 10 rth. cour. per Jahrgang als zulässig erklärt wird. Ich gedenke daher noch heute einen Wechsel auf den betreffenden Betrag ausgestellt, nach Berlin zu senden, ersuche Sie jedoch, mir einige Zeilen zu schreiben, daß Sie das Werk für das Institut in Prag nun nicht mehr kommen lassen, damit es dann nicht 2 mal vorhanden sey. Zugleich bin ich so frey, Sie zu bitten, uns den Betrag anzugeben, welcher für die Versendung der 4000 Ankündigungen in das Ausland zu berichtigen kommt, ingleichen glaube ich für meine Person etwas bezahlen zu müssen. Dagegen wollen Sie aber auch gefälligst uns die Angabe der Exemplare des Handbuches der Mechanik angeben, worauf bei Ihnen pränumerirt wurde, damit der Betrag hiervon in Abrechnung kommen kann [...]". - Seit 1822 erschienen als Periodikum die "Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen" in ungebrochener Folge bis 1929, fortgesetzt vom "Beuth-Tisch" von 1939 bis etwa 1944.
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Girard, Heinrich, Geologe und Mineraloge (1814-1878).
Eigenh. Brief mit U. O. O., "Donnerstag".
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Kollegen: "Könnten Sie vielleicht die Buch'sche Abhandlung über den Hagel auch ein Paar Tage missen [?], so würde ich bitten sie dem Boten einzuhändigen, sie steht nachher wieder gern zu Diensten [...]". - Die vielfach gelobte und häufig zitierte "Abhandlung über den Hagel" des Geologen Leopold von Buch war 1794 in Dresden erschienen.
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Glocker, Ernst Friedrich, Geologe (1793-1858).
Eigenh. Brief mit U. Breslau, 24. II. 1853.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Herrn Präsidenten: "Sie haben mir eine große Freude gemacht! Die übersandten Schriften der geologischen Reichsanstalt der Kaiserl. Königl. apostolischen Majestät, deren 'glorreiche' Regierung Hl. Haidinger [d. i. der Geologe und Mineraloge Wilhelm von Haidinger, seit 1849 Direktor der k.-k. geologischen Reichsanstalt] auf allen Seiten preist, daß Einem Angst u. Bange wird, enthalten gerade das, was ich wünschte. Ich habe mich mit der Durchsicht so sehr als möglich beeilt und sende nun hier für jetzt die Jahrgänge 1850 und 1851 des Jahrbuchs der geol. Reichsanstalt mit den beiliegenden 3 Einzelabdrucken mit dem allergrößten Danke zurück. Erlauben Sie mir, den 3ten Jahrg. 1852, Nr. 1-3, so wie den 1sten Band der Abhandlungen derselben Anstalt, noch einige Tage zur Benützung behalten zu dürfen. Mit dem gewünschten Krystall will ich sehr gerne dienen, muß aber bemerken, daß die an beiden Enden zugespitzten alle nur sehr klein sind, die großen aber sind nur am einen Ende ausgebildet. Es wird das Beßte seyn, wenn ich Ihnen selbst Exemplare zur Auswahl überbringe, was in einigen Tagen geschehen wird. Wenn es nur solange Verzug hat! Meine Vorlesungen erfordern jetzt viele Zeit, da sie sich ihrem Schluße zuneigen [...]".
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Gmelin, Christian Gottlob, Chemiker (1792-1860).
Eigenh. Brief mit U. [Ort unleserlich], 7. IX. 1855.
1 S. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Euer Hochwohlgeboren beeile ich mich, nach meiner Zurückkunft [...] die Acten zurückzuschicken. Mein Sohn, der gestern seine Urlaubsreise angetreten hat, fand keine Zeit, die Acten zu lesen u. ich selbst mag sie ohnedieß nicht lesen da ich jedenfalls nichts zuzusetzen wüßte. Mir scheint eben das infam zu seyn, daß die Mitglieder der Unterpfandsbehörde mir offenbar absichtlich verhehlten welch schlechtes Subject der Sales Merz ist u. mich dadurch zu etwas indecirten [!] was ich sonst ganz bestimmt unterlaßen haben würde [...]". - Mit kleinen Randläsuren. Gefaltet.
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Gmelin, Leopold, Chemiker (1788-1853).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 6. VI. 1828.
1 S. 4to. An einen Freund: "Seit gestern befindet sich hier ein Tyroler Mineralienhändler. Die Mineralien sind reychlich: Stilbit, Mesotyp, Analcim, [...] Gehlenit, Vesuvian, [...] Colophonit, der jedoch derselbe Vesuvian zu sein scheint, Spodumen, Zeilonit, sehr großer Krystall, Mesonit etc. etc. Die Stücke sind zum Theil von besonderer Schönheit, besonders die Ichthyrophthalme, die ich beinah vergeßen hätte. Der Mann ist ziemlich billig und läßt sich auch auf Tausch ein, doch nimmt er natürlich nur beßten Sachen an, des Transportes wegen. Nächsten Donnerstag will er noch hier bleiben. Finden Sie es convenabel [...] Kauf- oder Tauschgeschäfte mit ihm zu machen, so würde mir dadurch zugleich das seltene Vergnügen Ihres Besuchs [erwachsen]. Mit der Bitte, mich Ihrer Frau Gemahlin zu empfehlen [...]". - Mit kleinen Randläsuren.
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Gneist, Rudolf von, Jurist und Politiker (1816-1895).
Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, Juni 1881.
1 S. Qu.-12mo. "Ich fürchte daß der Autograph nicht Viele interessieren wird [...]". - Auf Briefpapier des Deutschen Reichstags.
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Gneist, Rudolf von, Jurist und Politiker (1816-1895).
Eigenh. Brief mit U. B[erlin], 24. IV. 1862.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Geehrter Herr, wollen Sie versuchen, ob Brockhaus das beifolgende Exemplar wieder annimmt? Schlimmstenfalls bin ich bereit persönlich an den mir bekannten Hrn. v. Brockhaus [?] wegen eines neuen Umschlags zu schreiben [...]".
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Gomperz, Theodor, klassischer Philologe (1832-1912).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 1. V. 1905.
1 S. 12mo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Löblicher Vorstand, für den genußreichen Abend, den mir Ihre freundliche Einladung verschafft hat, sage ich meinen ergebensten Dank. Für die Zwecke, denen diese Feier gewidmet war, erlaube ich mir anbei den Betrag von Kr. 20 (zwanzig) zu widmen [...]".
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Gomperz, Theodor, klassischer Philologe (1832-1912).
Schreiben mit eigenh. U. Wien, 15. IV. 1912.
1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Über ein neu geschaffenes Reise- und Ausbildungsstipendium an der Wiener Universität: "Ehemalige Schüler, Leser und Leserinnen meiner Bücher, Mitforscher, Kollegen, Freunde und Verwandte haben mir in wetteifernder Güte die Mittel geboten, über das Grab hinaus die Studien zu fördern, denen mein Leben gewidmet war. Ihnen insgesamt sei hierfür wärmster, innigster Dank gezollt! Auch im Namen all derjenigen, die aus der Frucht ihres Bemühens in naher und ferner Zukunft unmittelbaren oder mittelbaren Nutzen zu ziehen bestimmt sind. Jene Widmung soll meinem Wunsche gemäß in der Weise verwendet werden, daß ihr Zinsenertrag in Zwischenräumen von zwei, drei oder noch mehr Jahren, je nach den Wandlungen des Zinsfußes und der Kaufkraft des Geldes, angehende Altertumsforscher in den Stand setze, die Stätten des klassischen Altertums durch eigene Anschauung kennen zu lernen oder auch die Vollendung ihrer an der Wiener Universität begonnenen oder fortgesetzten Studien an anderen Hochschulen zu suchen [...] Es soll eine obere Altersgrenze festgesetzt werden, damit auch Jüngere vom Genusse dieses Bildungsmittels nicht ausgeschlossen werden, was gar leicht geschehen könnte, wenn Verdienste und Leistungen die alleinigen Entscheidungsgründe bilden würden. Einer Beschränkung des Stipendiums auf Bearbeiter einzelner Gebiete der klassischen Altertumswissenschaft hingegen widerstrebe ich darum, weil ich nicht dazu beitragen möchte, durch irgendeinen [...] äußerlichen Anreiz das allein gedeihliche freie Spiel individueller Neigungen und Begabungen zu beirren [...]".
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Grünhut, Karl Samuel, Jurist (1844-1929).
Eigenh. Brief mit U. Marienbad, 5. VIII. 1924.
1 S. auf Doppelblatt. Kl.-8vo. An den Bankier Alphonse Thorsch: "Herzlichen Dank Ihnen und Ihrer hochverehrten Gemahlin für Ihre Glückwünsche! Ich gedenke in Treue der ersten leider vorzeitig hingeschiedenen Altersgenossin […]".
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Grünhut, Karl Samuel, Jurist (1844-1929).
Eigenh. Postkarte mit U. Wien, 7. II. 1885.
1 S. Qu.-8vo. An den Kunstverlag Heck: "Es wäre angezeigt auch Herrn Regierungsrath Prof. Dr. Ullmann, der erst seit Oct. 85 hier docirt, zur Theilnahme an dem projectirten Tableau einzuladen […]".
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Gruithuisen, Franz von Paula, Arzt und Astronom (1774-1852).
Eigenh. Brief mit U. O. O., [1846].
2 SS. auf Doppelblatt. Kl.-8vo. An den Astronomen Palm Heinrich Ludwig von Boguslawski in Breslau: "[…] Was Sie mir von Ihren Arbeiten zusenden werden, wird ohnfehlbar mein Interesse in Anspruch nehmen, und ich werde im VIII Bande meines naturwissenschaftlich-astronomischen Jahrbuchs für 1847, oder im nächstfolgenden, wenn es nicht vor Ende Juli l. Js. hier eintreffen sollte, desseben würdigend gedenken, oder es einrücken, wenn es in einem Originalschreiben enthalten ist. Ich bitte mir alles unfrankirt zuzusenden; ich bin von unserer Universität mit Genehmigung des Königs für mein Jahrbuch hinlänglich mit Geldmitteln unterstützt und wünsche nur, es in meinem vorgerückten Alter von 72 Jahren noch lange fortsetzen zu können, wofür es mir weder an Material noch bis jetzt an Kraft gebricht […]". - Mit dem Rest eines kleinen Montagestreifens.
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Güßfeldt, Paul, Geograph, Forschungsreisender und Alpinist (1840-1920).
Eigenh. Brief mit U. (Initialen). O. O., 17. X. o. J.
2 SS. 8vo. An den Forschungsreisenden und Vulkanologen Wilhelm Reiss: "Mit dem Durchlesen Ihres Briefes habe ich einen kleinen Lebens-Rubicon überschritten! Die Würfel sind nun gefallen, und damit auch die Zweifel. Lassen Sie uns nun also mit vereinten Kräften losgehn, mit wenig Lärm und viel Nachdruck […]".
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Gumplowicz, Ludwig, Jurist und einer der Gründerväter der europäischen Soziologie (1838-1909).
Eigenh. Brief mit U. Graz, 9. IV. 1905.
2¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Besten Dank für die freundl. Auskunft über den Autor des 'Gleichgewichts-Gesetzes'. Nun kann ich ruhig schlafen. Der Hof- und Gerichtsadvocat kann mit m[einer] Besprechung zufrieden [sein,] wenn ich ihn auch nicht in eine Linie mit Darwin stelle. Wenn mir die löbl. Redaction nur die Sache nicht zu lange liegen läßt! Bezüglich der Frage die Sie an mich hier richteten will ich Ihnen noch Eines sagen. Sozialpolitik (Arbeitsvermittlung, Frauenrecht etc.) ist eine schöne Sache - aber für eine Zeitschrift gefährlich - denn wer Sozialpolitik lesen will kriegt ja um 10 kr monatlich ein dickes Heft (Soziale Rundschau) vom hohen Ministerium! Mit diesen Heften kann Niemand konkurrieren - dort hat man Sozialpolitik in Hülle u. Fülle. Lauter schöne Sachen aber schrecklich langweilig. Das Publikum, das eine Wochenschrift abbonirt, will darin Interessantes, Aktuelles auch Wissenschaftliches - aber nicht Humanitäts-Duselei! […]".
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Gurlitt, Ludwig, Reformpädagoge (1855-1931).
Eigenh. Brief mit U. Oranienburg, 30. III. 1912.
1 S. Gr.-4to. An die österreichische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Grete Meisel-Heß (1879-1922): "Der Roman heißt: 'Wiltfeber der ewige Deutsche' und ist von Hermann Burte (Pseudonym) (Gideon Karl Sarasin, Leipzig 1912). Schnitzlers Roman heißt 'Liebelei', der Vater sagt, daß er seine Tochter so bewahrt habe vor jeder Gefahr … Ihren 'Roman der Moderne' werde ich mir sehr gerne zur Besprechung erbitten […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf von Gurlitts Jugenderholungsheim am Lehnitzsee; mit stärkeren Läsuren am rechten Rand.
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Heger, Franz, Ethnologe (1853-1931).
25 eigenh. Briefe mit U. Wien, Marseille, Jakarta u. a., 1895-1904.
Zusammen 49½ SS. auf 47 Bll. Verschiedene Formate. Überwiegend an einen nicht ermittelten Freund namens Loebell. Im frühesten Brief erweist sich Heger als unermüdlicher Mehrer der ethnographischen Sammlung des naturhistorischen Hofmuseums. Er berichtet einem Dr. Johann Frank von einer Sammlung präkolumbianischer Artefakte aus Mittelamerika, die in Paris verkauft werden sollte, mit der Bitte den Mäzen Georg Edler von Haas darauf hinzuweisen: "Die altamerikanischen Sammlungen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums haben seit Jahren keinen grösseren Zuwachs zu verzeichnen gehabt. Ihre Vermehrung blieb von Anfang an weit hinter jener der anderen Sammlungsgruppen zurück, so dass sie heute zu den schwächsten Partien der ethnographischen Sammlung zählen und sich lange nicht mehr auf der Höhe der anderen Theile befinden. Speciell aus den in Rede stehenden centralamerikanischen Gebieten hat die Sammlung des Hofmuseums so gut wie nichts aufzuweisen. [...] Ich stelle daher an Euer Hochwohlgeboren das Ersuchen, Herrn Georg Haas auf diese bedeutende Sammlung aufmerksam zu machen und ihm mitzutheilen, dass auf die Acquisition derselben ein besonderer Werth gelegt wird, [...]" (Wien, 7. X. 1895). - Von besonderem Interesse sind vier Briefe von Exkursionen Hegers nach Vietnam und Kambodscha (1902/03) und zu den Sundainseln im Malaiischen Archipel (1904). Die erste der beiden Reisen endete aus Geldmangel früher als erhofft; auf dem Schiff am Weg nach Saigon bittet Heger seinen Freund um eine Zahlungsanweisung: "Ich habe bereits die Rückreise von Hanoi nach dem Süden angetreten. In Saigon gedenke ich mich einige Wochen aufzuhalten um den Versuch zu machen, die berühmten alten Ruinen von Angkor in Siam zu erreichen, dann bin ich mit meinem Latein am Ende und muss trachten, auf dem kürz. Wege nach Hause zurückzukehren und alle die schönen Dinge, die sich unterwegs noch bieten, links liegen zu lassen, wenn du mir nicht als deus ex machina nochmals hilfreich beispringst [...]" (Linienschiff "La Gironde", 5. I. 1903). - Die Expedition zu den Sundainseln wollte Heger mit seinem 20jährigen Sohn Ferdinand unternehmen, bei dem auf der Hinfahrt allerdings Tuberkulose diagnostiziert wurde: "Ich habe entbehrungsreiche Zeiten durchgemacht und bekam anfangs sogar Malaria, die ich nun zum größten Teil überwunden habe. Die Reisen welche ich ausführen mußte, waren sehr schwierig und anstrengend. Tagelang zu Pferd in Tropensonne und Tropenregen, auf schauderhaften Gebirgswegen und bei mangelhafter Verpflegung [...]. Ich habe auf diese Reise meinen 20jährigen Sohn Ferdinand (er ist Chemiker an der technischen Hochschule) zu meiner Hilfe mitgenommen. Schon auf der Herfahrt auf dem Kriegsschiffe zeigte eine ärztliche Untersuchung, daß er tuberculos sei. Ich ließ ihn daher hier auf Java in guter Pflege und das Übel, welches sich erst in den Anfangsstadien befand, hat sich so weit gebessert, daß die Ärzte bei entsprechender Behandlung eine vollkommene Heilung in Aussicht stellen. Sie verlangen aber nach der Rückkehr nach Europa vollkommene Schonung über den Winter, womöglich in einem Sanatorium [...]" (Jakarta, 3. VII. 1904). - Als langjähriger Leiter der anthropologisch-ethnographischen Abteilung des naturhistorischen Hofmuseums legte Franz Heger mit seiner Sammlungstätigkeit den Grundstein für die 1928 erfolgte Schaffung des Museums für Völkerkunde (heute Weltmuseum). Die vorliegende Sammlung zeugt von Hegers unermüdlichem Einsatz für die Erweiterung der Sammlung und der damit verbundenen Reisetätigkeit. - Insgesamt in hervorragendem Zustand; jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.
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Masius, Hector Gottfried, Theologe (1653-1709).
Eigenh. Brief mit U. [Paris, Oktober 1683].
1 S. Qu.-kl.-8vo. An einen nicht identifizierten Empfänger mit der Bitte um dienstliche Vetretung: "Wan ich wüße [!], daß derselbe es seinen affaires halber thun könte, dürfte ich dienstlich bitten mir den gefallen zu erweisen, u. zukünftigem Sontag eine predigt auf sich zu nehmen; Imfal es ihm aber nicht commod fült, wolle er nur sincere es heraussagen, [...]". - Der aus Lübeck stammende Masius studierte unter anderem in Gießen, Basel und Kopenhagen Theologie. Von 1682 bis zur Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 war er Prediger an der dänischen Gesandtschaft in Paris. 1686 wurde er als deutscher Hofprediger nach Kopenhagen berufen. An der dortigen Universität lehrte er als Professor und amtierte mehrfach als Rektor. Theologisch profilierte sich Masius als streitbarer Verfechter der Lutherischen Orthodoxie und verfasste zahlreiche Streitschriften gegen Katholiken und Reformierte. - Leicht knittrig und mit Spuren alter Montage.
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Niemeyer, August Hermann, evangelischer Theologe, Pädagoge und Dichter (1754-1828).
Eigenh. Brief mit U. Halle, 12. II. 1828.
3 SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen nicht namentlich genannten Empfänger: "Dünkt es mich doch fast Jahrelang daß ich von Ihnen, mein hochgeehrter Freund, und eben so auch von meinen übrigen Gönnern und Freunden in Ihrer Umgebung gar nichts gehört habe, als was mir nicht etwa zufällig durch Reisende oder andere öffentliche Nachrichten zugekommen ist [...] Ich muß endlich einmal das lange Stillschweigen brechen und wende mich an Sie [...] mit der Bitte, in einer freyen Stunde, deren Sie nicht viel haben mögen, meinem Verlangen, doch einige Kunde aus Ihrem Kreise zu erlangen, freundlich zu genügen. Denn es ist doch noch sehr ungewiß, ob ich in d[iesem] Sommer selbst werde nachfragen können, ob ich noch bey Ihnen Allen, die ich ehre und liebe, im Andenken bin und ob Ihnen Allen - auch Ihren ehrwürdigen Vorderen - Gott Gesundheit und Kräfte und guten Muth erhält, wie ich dieß, und recht aufs neue seit meinem vorjährigen Feste zu rühmen habe. Denn auch im 12ten Lehr-Lustrum habe ich [...] lehren, lesen (bey ungeschwächten Augen) und schreiben können [...] Dem wunderlichen vielgestaltigen Treiben, besonders auf dem Gebiet der Theologie, sehe ich ruhig zu, obwohl oft mit Erstaunen, was wir noch alles erleben müßen. Ich hätte wohl Lust, noch so manche Beobachtungen über fremde Menschen und Länder[,] auch noch Beobachtungen über meine durchlebte pädagogisch-theologische Zeit zu schreiben. Aber ob es mögl. seyn wird - ach das steht bey dem, der unsre Tage gezählt hat [...]". - Weiters über die Besetzung offener Stellen im Schuldienst: "Bey Ihrem letzten Aufenthalt äußerten Sie, daß noch oft in Ihrer Provinz Stellen zu besetzen wären, naeml. auch an gelehrten Schulen. Sie hatten, dünkt mich, selbst einige Namen bey uns angestellter Lehrer auf Ihrer Liste - irre ich nicht so Rüger und Stette. Sollte nicht, für sie und noch manch andre, die hier sehr mäßige Stellen haben, bey Ihnen Aussicht seyn?" - Etwas knittrig und mit kleinen Randläsuren.
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Pelikan, Anton, Mineraloge und Petrograph (1861-1918).
Hektogr. Brief mit eigenh. U. Prag, o. D.
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Kollegen: "In der Anlage erlauben wir uns, Ihnen die von uns herausgegebene Schrift, Prag als deutsche Hochschulstadt zu überreichen, die dazu dienen soll, den Besuch der Prager Hochschulen zu heben. Als ehemaliges Mitglied des Prager akademischen Lehrkörpers bitten wir Sie, der wirksamen Verbreitung der Schrift Ihre tätige Unterstützung zu leihen. Leider vermögen wir uns der Einsicht nicht zu verschließen, dass wir auf die werbende Hilfe weiterer Kreise angewiesen sind, wenn unsere Prager Hochschulen nicht zur Bedeutungslosigkeit herabsinken sollen. Während die meisten anderen Hochschulen deutscher Zunge, namentlich die großstädtischen, ein schnelles, starkes Anwachsen der Studentenzahl zu verzeichnen haben, ist dies bei uns nur mäßig, und das bedeutet bei der Ausdehnung der andern ein Herabsinken. Ähnlich ist unser Verhältnis gegenüber den hiesigen tschechischen Hochschulen [...] Unsere Schrift soll ein Weckruf und ein Hilfsmittel für die Werbetätigkeit unserer Freunde sein. Sie kennen unsere Studieneinrichtungen aus eigener Anschauung. Sie wissen selbst, dass unsere Hochschulen jedem Studenten mit gutem Gewissen empfohlen werden können und wir brauchen Ihnen gegenüber dies nicht zu betonen. Wir bitten aber, uns eine Anregung zu gestatten. Das Semester neigt sich dem Schluss zu und zahlreiche Studenten erwägen, welche Hochschulen sie im Winter beziehen sollen. Wenn Sie in einer der letzten Vorlesungen ein Wort für Prag einlegen würden, und wenn das alle früheren Mitglieder unseres Lehrkörpers täten, so kann der Erfolg kaum ausbleiben. Für Ihren engeren Schülerkreis oder für sonstige Kandidaten steht Ihnen die Werbeschrift in beliebiger Anzahl zur Verfügung [...]". - Weiters mit einer gestemp. U. des Rechtswissenschaftlers Emil Pfersche. Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Ortsrat Prag". Etwas knittrig.
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Petzold, Christian Friedrich, Theologe und Logiker (1743-1788).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 20. VIII. 1777.
3 SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen nicht namentlich genannten Empfänger in Beantwortung einer Anfrage zur Beurteilung der Promotion eines Theologen: "Was ich auf die von Ew. Excell. im gnädigen Vertrauen an mich ergangene Frage ehrlich und gewissenhaft zu antworten habe, ist dieses, daß Herr D. Schubert mit denen bey der Promotion hier exhibierten Speciminibus weder außerordentlich schlecht bestanden, noch auch sich besonders distinguirt oder einen vorzüglichen Beyfall und Ruhm erlangt, und, was insonderheit das examen oder sogenannte colloquium betrifft, mir so viel wohl erinnerlich, daß der sel. Herr D. Crusius nicht eben sehr damit zufrieden gewesen, sondern vielmehr gegen mich im Vertrauen seine Unzufriedenheit über die dabey gezeigten Blößen geäußert. Mit dem Lateinreden beym Disputiren gieng es ziemlich, nur schade, daß die geschriebene Disputation nimis tenuis et jejunus libellus zu seyn schien. Von einer so genannten Doctorpredigt pflegt man hier allemahl und auch wohl mit Recht sehr viel zu erwarten, und ich weiß nicht ob die vielleicht zu großen Erwartungen und Forderungen oder auch gewisse dem hiesigen Geschmak nicht gefallende Dinge im Äußerlichen mit die Ursachen gewesen, daß die Schubertische Doctorpredigt keinen sehr merklichen Beyfall fand. Mir hat sie doch noch beßer gefallen, als ein paar nachher gehaltene Doctorpredigten [...]". - Der im Brief erwähnte Philosoph und Theologe Christian August Crusius (1715-75) war Petzolds wichtigster Lehrer und späterer Kollege an der Universität Leipzig. Petzold studierte nach Besuch der Landesschule Pforta in Leipzig Theologie; 1767 erlangte er den Magistergrad und wurde Prediger an der Universitätskirche. Ab 1774 lehrte er als außerordentlicher Professor Philosophie an der Universität Leipzig, 1782 folgte der Ruf als Professor der Logik. 1787 promovierte er zum Doktor der Theologie. - Etwas gebräunt. Mit minimalen Spuren alter Registratur.
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Schenkel, Daniel, Theologe (1813-1885).
3 eigenh. Briefe mit U. Heidelberg, 1866 bis 1869.
(1+1½+1 =) 3½ SS. auf 3 Doppelbll. Gr.-4to. Drei Begleitschreiben zur Übersendung eigener Schriften an den badischen Staatsminister Julius Jolly: "Euer Hochwohlgeboren erlaube ich mir in der Anlage meine neueste kleine Schrift über Ernst Moritz Arndt, mit der Bitte um wohlwollende Aufnahme, zu übersenden. Da die Studien über den religiösen Charakter Arndts in derselben neu sind, so dürfte sie vielleicht der Aufmerksamkeit von kirchlicher Seite nicht ganz unwürdig sein [...]" (27. IV. 1866). - Zur Übersendung einer Publikation über Friedrich Schleiermacher: "Euer Exzellenz haben der kirchlichen Entwicklung unseres deutschen Vaterlands stets eine so lebhafte Theilnahme zugewandt, daß ich mir wohl erlauben darf, meine eben im Druck erschienene Schrift über den größten Theologen und Kirchenmann, den Deutschland seit der Reformation hervorgebracht und dessen hundertjährige Geburtsfeier noch in diesem Jahr bevorsteht, Ihnen zu wohlwollender Aufnahme ergebenst zuzusenden. Wie mir in diesen Tagen Männer, wie C[arl] Schwarz in Gotha, A[lexander] Schweizer in Zürich und M[oriz] Carriere geschrieben haben - wohl die ersten Kenner Schleiermachers und seiner Schriften gegenwärtig in Deutschland, so dürfte meine Schrift nicht ganz ungeeignet sein, nun die unbefriedigenden kirchlichen Zustände zu erklären, zu deren befriedigender Weglegung Schleiermacher schon vor 50 Jahren erfolglos tief gedachte Vorschläge machte [...]" (23. IV. 1868). - Begleitbrief zu einem publizierten Vortrag: "Euer Exzellenz erlaube ich mir in der Anlage meine neueste Schrift 'Brennende Fragen in der Kirche der Gegenwart' ganz ergebenst zu übersenden. Bei dem Aufsehen, welches die von mehr als 20.000 Personen besuchte Wormser Protestanten-Ansammlung vom 31. Mai d. J. auch in weiteren Kreisen machte, darf ich mir vielleicht schmeicheln, daß der daselbst von mir gehaltene und in der übersandten Schrift abgedruckte Vortrag von einigem Interesse für Sie sein könnte [...]" (11. VI. 1869). - Nach Studien in Basel und Göttingen wurde Daniel Schenkel zunächst Pfarrer am Schaffhausener Münster. 1849 übernahm er eine Professur in Basel, zwei Jahre später folgte der Ruf nach Heidelberg, wo Schenkel auch als Seminarleiter und Universitätsprediger fungierte. 1856/57 stand er der Universität als Rektor vor. - Alle Briefe mehrfach gefaltet und mit geringen Randeinrissen.
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Schweinfurth, Georg, Afrikaforscher (1836-1925).
Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D.
1 S. 12mo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Sie können den beiliegenden Empfehlungsbrief bei Ihrem Antrage beilegen oder selbst überreichen [...]".
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Semler, Johann Salomo, Theologe (1725-1791).
Eigenh. Brief mit U. Halle, 19. X. 1772.
3 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit einer Beilage (s. u.). An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich kann auf dero gütige Denkungsart rechnen, wenn ich mir diese Freiheit nehme, wegen einer großen Angelegenheit, die einen Wechsel für die Cassa [...] angehet, (wodurch ich als theolog. Ephorus mit Herrn Prof. Stiebriz [d. i. der Philosoph Johann Friedrich Stiebritz], als philosoph. Ephorus, gleichsam eine Probe erstellen kann), an E. H. mich zu wenden, und zu bitten gütige Nachfrage thun zu laßen, ob der Wechsel [...] wirklich gezahlet wird? Hl. Prof. Stiebriz ist zu furchtsam und bedenklich, weil Er mit diesen Sachen nicht umgegangen ist, ich überne[h]me es, um H. Archidiaconus Thinckel in Breslau [d. i. Johann Friedrich Thinckel], der die Einna[h]men der Gelder hatte, des Verlust[s] zu überheben, da Ihm sonst der Wechsel zurück geschickt wird, weil freilich die preußische Cassa nicht Ursache hätte dergleichen Umstände, statt baren Geldes, zu überne[h]men [...]". - Beiliegend: Eigenh. Notiz mit U. Eine Liste mit den Titeln verliehener Bibliothekswerke und der zugehörigen Signaturen, teils gestrichen, einmal der Zusatz "nicht zurückgekommen", datiert 17. XII. 1785. Jeweils mit kleinen Montagestreifen.
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Strandiger, Otto Lorentzen, Theologe (1650-1724).
Eigenh. Brief mit U. Hamburg, 13. XI. 1716.
2 SS. 4to. An den Halleschen Theologen August Hermann Francke (1663-1727), Begründer der Franckeschen Stiftungen, mit der Bitte um Auskunft über einen jungen Mann, der sich zu verehelichen gedenke: "Wünsche von Herzen, daß dieses Sie im Wolstande, Seelen u. Leibes etc. antreffen, u. der Allerhöchste Sie seiner Kirche etc. zum besten lange, lange gnädigl. erhalten u. stärken wolle! Ferner, l. Hr. Prof., ob ich wol weiß, daß Ihre Zeit theuer u. edel, so habe doch nötig funden, im Mangel anderer Hülfe u. Raths, folg[endes] an Sie gelangen zu laßen u. zu bitten, neml.: Es soll ein Gastwirth, auch dabey Rahtsherr Nahmens Kraut in Halle wohnen, deßen Sohn Carol Kraut suchet allhir sich mit Frl. Leuten durch ein Mariage einzulaßen, da hätte man nun gern, wie ja nöhtig, vertrauliche Nachricht: 1 [...] was für eine Profession od. Handwerk er gelernet, 2 wie er sich aufgeführt, oder wie sein Leben u. Wandel gewesen, 3 ob er auch in Kriegesdiensten gestanden, 4 ob er seinen Eltern schuldigen Gehorsahm geleistet[,] 5 wie lange u. ob er treul. gedient habe, 6 ob er noch [...] Mittel zu hoffen habe? Bitte nun sehr, sonderl., weil die Persohn mit welcher gedachter Carol sich ehel. einzulaßen verlanget, mit meinem l. H. Hospiti nahe verwandt, u. darin nichts resolviert wird, ehe man zuverläß. Nachricht hat [...]". - Gebräunt bzw. braunfleckig und mit zwei kleinen Montagestreifen von alter Registratur.
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Venturini, Karl Heinrich Georg, Theologe und Historiker (1768-1849).
Eigenh. Brief mit U. Hordorf bei Braunschweig, 5. XII. 1810.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten in Erinnerung an gemeinsam verbrachte Stunden sowie über versprochene Rezensionen, eine Geldangelegenheit und die Besteuerung von Warenimporten: "Mit inniger Dankbarkeit gedenke ich noch immer der Güte, womit Sie und Ihre verehrungswürdige Gattin mir den Aufenthalt in Halle so glücklich und freudenvoll gemacht haben. Könnte ich doch nur die Hoffnung hegen, Ihnen in meiner ländlichen Hütte einstens auch einige frohe Tage zu bereiten! Meine Frau sehnt sich fast noch mehr als ich darnach, Sie hier einmahl zu sehen, aber diese Gelegenheit ist zugleich mit einer geheimen Bangigkeit verknüpft, daß ihre Kochkunst dann einen schweren Stand haben möchte, und daß ich dann noch größere Pretensionen machen würde, als nach meiner Rückkehr aus Halle, wo ich allerley Recepte zu Pudings ff. angab, die aber in der Ausführung nicht recht reussiren wollten, und von denen meine Frau kategorische behauptet, ich habe die Contenta aus dem Munde der Frau Hofräthin, gar nicht recht aufgefaßt [...] Ich habe die Recension eines merkwürdigen Buchs, der Memoires de Frederique Sophie Willh. Margrave de Bareith [...] beygelegt, und ersuche Sie [...] diese Recens. bald abdrucken zu lassen [...] Die Recensionen der übrigen mir übertragenen und mitgegebenen Schriften sollen mit Ende dieses Monats erfolgen [...] Nun noch eine Bitte! Dem Schneider Kühne in Halle[,] dessen Bruder der Sergeant Kühne Ihnen diesen Brief überreichen wird, müssen in Halle von einem Bauer hier zu Hordorf, namens Heinrich Herwig Otte, wegen Stellvertrettung des Ottenschen Sohns, noch 25 crt ausgezahlt werden, wollten Sie wohl die Güte haben dem Mann gegen Quit[t]ung die 25 crt preuß. Courant auf meine Rechnung auszuzahlen [...]? Die unglückliche Maaßregel wegen der Englischen Fabrikate und Colonial Waaren, verursacht auch in Br[aun]schweig die heftigsten Erschütterungen des Handels, die bedeutendsten Handelshäuser wanken [...] In Br[aun]schweig erwartet man mit Ende des Jahres den König welcher 3 Monate in Br[aun]schweig residiren will, ob dieser königl. Aufenthalt für die Stadt ein wahres Glück seyn werde, steht sehr zu bezweifeln [...]". - Gering fleckig und mit kleinen Montagestreifen. F. K. J. Schütz (Hg.), Christian Gottfried Schütz. Darstellung seines Lebens [...] nebst einer Auswahl aus seinem litterarischen Briefwechsel mit den berühmtesten Gelehrten und Dichtern seiner Zeit, Bd. 2 (Halle 1835), S. 512f.
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Blaas, Julius Rt. von, Maler (1845-1923).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 26. I. 1883.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An eine Frau von Wiedmann: "Ich weiß nicht auf welche Art ich mich bei Ihnen gnädige Frau entschuldigen kann ob meines gestrigen Vergehens. Ich mußte gestern 12 Uhr zu Angerer, hatte dem Hausmeister den Auftrag gegeben die Herrschaften im Falle sie kommen sollten in's Atelier zu bitten, und ihm ausdrücklich gesagt, daß ich spätestens 2 Uhr zurückkommen würde. - Dieser vergaß seiner Frau meinen Auftrag zu hinterlassen, und so entstand die confusion. - Sie haben volles Recht mich als sehr ungezogen zu halten [...]".
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Blaas, Julius Rt. von, Maler (1845-1923).
Eigenh. Visitenkarte. O. O., 17. IV. 1889 [?].
2 SS. Visitkartenformat. "Julius Ritter von Blaas [dies gedruckt] nimmt mit herzlichsten [!] Dank die Glückwünsche an, u. küßt Frau v. Wiedmann die Hände, grüßt Bestens [!] Herrn Wiedmann und läßt ihm sagen daß die Junggesellenlaunen nach und nach verschwinden werden".
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Horovitz, Leopold, Maler (1837-1917).
Eigenh. Briefkarte mit U. O. O., "Donnerstag", 29. X. o. J.
1¾ SS. 8vo. An eine Dame: "Ich bitte mir Übermorgen [!] Samstag 10 Uhr eine Sitzung geben zu wollen und soll es mich freuen wenn Ihnen Tag und Stunde passend sein werden. Wenn bis Freitag (Morgen) Abend keine Absage kommt so erwarte ich Sie zu der eben angegebenen Zeit [...]". - Mit einem kleinen Einriss im Mittelfalz.
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Horovitz, Leopold, Maler (1837-1917).
Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 2. XI. 1896.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Indem ich Ihnen den Empfang des Honorars für das Portrait Ihrer Frau Gemahlin anzeige, danke ich Ihnen herzlichst für die Worte freundschaftlichster Befriedigung, welche Ihnen das Portrait eingeflößt hat. Es ist für mich ein großes Vergnügen Ihnen und den Ihrigen mit demselben so viel Freude gemacht zu haben [...]".
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Meggendorfer, Lothar, Maler, Zeichner und Illustrator (1847-1925).
Eigenh. Portraitzeichnung, signiert. O. O. u. D.
In Bleistift. Ca. 110:100 mm. Ausgeschnitten und auf Trägerpapier montiert. Sauber ausgeführte Zeichnung der Büste einer etwa 50jährigen Frau. - Mit kleinen Montagespuren.
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Menzel, Adolf von, Maler, Zeichner und Illustrator (1815-1905).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 17. III. 1898.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Hrn. Schultz: "Beifolgend erhältst Du nun den Rest Deiner schwarzen Drucke des Dramenwerks nebst Text, welches ich gegen Ende vorigen Jahres in aller Form beendigt habe. Einen Theil des 3ten Bandes wirst Du seiner Zeit durch Deinen Sohn Rudolph erhalten haben; mit der heutigen Parthie ist derselbe nun vollständig [...]". - Das unbeschriebene Bl. 2 mit kleinem Ausriss und Montagespuren.
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