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Lipsius, Justus Hermann, Altphilologe (1834-1920).
Visitkarte mit 2 eigenh. Zeilen. O. O. u. D.
1 S. Kondoliert einem namentlich nicht genannten Adressaten “zu dem überaus schweren Verluste, der so jäh über Sie verhängt ward”. - Seit 1869 neben seiner Tätigkeit im Schuldienst zugleich an der Universität Leipzig tätig, gab Lipsius 1877 den Schuldienst zugunsten des Ordinariats für klassische Philologie auf; 1891/92 war er Rektor der Universität, 1914 wurde er emeritiert. Lipsius beschäftigte sich fast ausschließlich mit griechischer Philologie, vor allem attischer Prosa, Staats- und Rechtsaltertümern. Als sein Hauptwerk gilt ‘Das attische Recht und Rechtsverfahren’ (3 Bde., 1905-15).
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Littrow, Joseph Johann Edler von, Astronom (1781-1840).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. IV. 1840.
2 SS. Gr.-8vo. An einen Kollegen, nur Monate vor seinem Tod: “Der Ueberbringer dieses, Pauli Adam, den ich schon seit einiger Zeit beynahe täglich sehe, ist ein gar braver, fleißiger und bescheidener, dazu blutarmer Junge. Ob er aber eben viel Anlage zur Mathematik hat, möchte ich wohl bezweifeln. Nun fürchtet er sich, so viel er sich auch mit dem Schulbuche geplagt hat, ganz entsetzlich auf das Examen, welches er nun bey Ihnen machen soll. Wenn es also möglich ist, so nehmen Sie ihn nicht gar zu strenge mit. Was kann er dafür, wenn er keinen Sinn für diese Musik hat, und warum sollen bey uns alle ohne Ausnahme Musikanten werden! Non omnia possumus omnes. - Lassen Sie also Gnade für Recht ergehen und seyen Sie, wenn es sich anders mit den Gesetzen der allgemeinen Biligkeit verträgt, barmherzig, wie Gott im Himmel es mit uns allen ist [...]”. - Littrow gilt als "Begründer des Aufschwungs der österreichischen Astronomie im 19. Jhdt." (Czeike IV, 76) und war seit 1819 Direktor der Wiener Sternwarte sowie Professor der Astronomie und von 1834-37 Professor der höheren Mathematik an der Universität Wien. - Selten.
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Littrow, Joseph Johann Edler von, Astronom (1781-1840).
Eigenh. Brief mit U. [Wien], 3. XII. o. J.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adr. An den Physiker und Mathematiker Andreas Frh. von Ettingshausen (1796-1878): “Eben suchte ich Sie in Ihrem Zimmer (auf der Universität) wie Sie mich in meinem. Ich bitte, beiliegende Schrift zu lesen, und, wenn Sie zustimmen, zu unterzeichnen [...] Zugleich wollte ich Ihnen beiliegenden Brief übergeben, der doch mehr an Sie als an mich gerichtet ist [...]”. - Littrow gilt als “Begründer des Aufschwungs der österreichischen Astronomie im 19. Jhdt.” (Czeike IV, 76) und war seit 1819 Direktor der Wiener Sternwarte sowie Professor der Astronomie und von 1834-37 Professor der höheren Mathematik an der Universität Wien. Vgl. auch Öst. Lex. I, 721.- Andreas Frh. von Ettingshausen war von 1821-35 Professor der höheren Mathematik an der Universität Wien, übernahm später die ordentliche Professur für Physik, angewandte Mathematik und Mechanik, wurde 1837 zum Dr. phil. promoviert und wechselte ein Jahrzehnt darauf als Leiter des Mathematikstudiums an die Ingenieur-Akademie, bis er 1852 Professor der höheren Ingenieurwissenschaften am Wiener Polytechnikum wurde. Seit 1853 war er Leiter des Physikalischen Instituts der Universität Wien. Vgl. Öst. Lex. I, 290 und Czeike II, 226f. - Selten. - Bl. 2 mit kl. Ausr. (keine Textberührung) und Resten einer Verschlußmarke.
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Littrow, Karl Ludwig von, Astronom (1811-1877).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 3. VII. 1857.
1 S. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Professor: “Meinen aufrichtigsten Dank für Ihre Bemühung. Ich sende die Blätter, die ich gestern gleich nach Ihrem Besuche auf der Sternwarte vorfand, in der Beilage zurück [...]”. - Der Sohn des Astronomen Joseph Johann Edler von Littrow war seit 1842 Direktor der Wiener Sternwarte und Professor der Astronomie an der Universität Wien (1870/71 auch deren Rektor). Seit 1853 wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, wurde er 1858 in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen. 1872 erwirkte der Gatte der Frauenrechtlerin Auguste von Littrow den Baubeginn für die große Sternwarte in Wien-Währing. Vgl. Öst. Lex. I, 721 und Czeike IV, 76. - Mit gr. Ausr. (Verlust eines einzelnen Buchstabens).
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Loeschner, Joseph Wilhelm Frh. von, Pädiater und Balneologe (1809-1888).
Eigenh. Brief mit U. O. O. [Karlsbad] u. D.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Nehmen Sie meinen innigsten Dank für Ihre ebenso gütigen als freundlichen Zeilen. Von meinem inneren, Monate langen Leiden bin ich durch die vortreffliche Wirkung der Karlsbader Quellen Gott Lob! geheilt [...]". - Loeschner war 1844 mit eigenen Mitteln am Aufbau des Franz-Joseph-Kinderspitals in Prag beteiligt und wurde 1850 Mitglied der ständigen Medizinal-Kommission bei der k. k. Statthalterei. Seit 1854 Professor der Kinderheilkunde an der Universität Prag, wurde er 1861 Landes-Medizinal-Rat für Böhmen und 1865 Ministerial- und Sanitätsreferent im Staatsministerium. Seit 1866 führte er den Titel eines k. k. ersten Leibarztes. Sein literarisches Werk umfaßt zahlreiche Schriften über die böhmischen Bäder und Heilquellen. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.
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Löwenherz, Leopold, Physiker (1847-1892).
Br. mit eigenh. Grußzeile und U. Berlin, 14. XI. 1880.
2 SS. 4to. An den Wiener Physiker Viktor Edler von Lang (1838-1921), dem er mitteilt, “daß in der Sitzung vom 2. d. Mts. die damals in Berlin anwesenden Mitglieder des Redaktions-Kuratoriums der ‘Zeitschrift für Instrumentenkunde’ die Grundzüge eines mit dem Verlagsbuchhändler Herrn Julius Springer abzuschließenden Verlagsvertrages berathen haben [...]”. - Die erwähnte, von Löwenherz gegründete Zeitschrift erschien erstmals im Jahr darauf und sollte, mit Ausnahme der Jahre 1945-1956, bis 1967 erscheinen. - Löwenherz gehörte 1877 zu den Gründungsmitgliedern einer später zur "Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik" erweiterten Vereinigung Berliner Feinmechaniker, initiierte Kurse in Physik und Fachzeichnen sowie die Einrichtung des Instituts für Präzisionsmechanik an der TH Charlottenburg; 1887 wurde er Leiter der technischen Abteilung an der neugegründeten Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. - Viktor Edler von Lang war Professor für Physik in Graz und Wien; neben Kristallographie beschäftigte er sich mit Lichtbrechungs-, Magnetismus- und Schallphänomenen sowie mit elektromagnetischen Erscheinungen. - Mit kl. Einr. im rechten bzw. Ausr. im linken Rand (minimale Buchstabenberührung).
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Lorent, Eduard, Psychiater und Hygieniker (1809-1886).
Eigenh. Brief mit U. Bremen, 8. III. 1869.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für Ihre geehrte Zuschrift sowie für die beigefügten Photographien und Handschriften. Ich freue mich, daß ich auch bei Ihnen die Unterstützung finde, welche die Kollegen der anderen Universitäten mir erwiesen haben [...]". - Beiliegend zwei hektographierte Rundschreiben an die Kollegen mit dem Ersuchen, sich an einem Bazar zugunsten des in London neu errichteten Deutschen Hospitals zu beteiligen, das seinerseits in finanzielle Kalamitäten geraten war. - Lorent machte sich um die Reformierung des Bremer Allgemeinen Krankenhauses verdient, war bis 1864 dessen medizinischer Direktor und wandte sich nach einer aus gesundheitlichen Gründen erfolgten Demission der Gründung eines Gesundheitsrates zu, dem er bis an sein Lebensende vorsaß. "Er gehörte zu den Gründern und eifrigen Mitgliedern des Vereines für öffentliche Gesundheitspflege in Deutschland und des Vereines der deutschen Irrenärzte" (Biogr. Lex. d. hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, Bd. 3, 19312, s. v.) und trug maßgeblich "dazu bei, daß das Diakonissenhaus zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen und das Kinderkrankenhaus errichtet wurden" (ebd.). - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.
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Lorenz, Ottokar, Historiker (1832-1904).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 14. IV. 1863.
½ S. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Gestern um 12 Uhr Mittags ist meine Frau von einem gesunden Knaben glücklich entbunden worden [...]". - Aus dem "gesunden Knaben" wurde Jahre später der Chemiker Richard Lorenz, der auf elektrochemischem Gebiet sich vor allem der Untersuchung der geschmolzenen Salze widmen und u. a. die Gültigkeit des Faradayschen Gesetzes für Schmelzen nachweisen sollte. - Ottokar Lorenz war Professor für Geschichte an der Universität Wien. "Nachdem [er] wegen eines Artikels in der 'Presse', in dem er mit den Revolutionären von 1848 sympathisiert hatte, 1865 aus dem Archivdienst entlassen worden und nur mit Mühe einem Gerichtsverfahren entkommen war, entwickelte er eine deutsch-nationale, preußen-freundliche Haltung. 1885 folgte er einem Ruf an die Universität Jena. Nach der von ihm entwickelten Generationenlehre können geschichtliche Abläufe durch Perioden von jeweils drei aufeinanderfolgenden Generationen strukturiert werden. Durch seine genealogischen Werke (u. a. 'Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen Genealogie', 1898) hatte Lorenz Anteil an der Entwicklung dieser historischen Hilfswissenschaft" (DBE). - Mit Korrespondenzstempel der Sammlung Doblhoff und einigen Vermerken von alter Hand.
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Lützow, Karl von, Kunsthistoriker (1832-1897).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 19. I. 1894.
2 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Dichterin: "Das Urtheil unserer Lesecommission, das mir erst gestern in definitiver Fassung zugekommen ist, lautet besonders günstig für Ihre Novelle "Mutter und Kind". Aber dieser, höre ich, ist schon in einem bekannten Wiener Journal erschienen u. wir können sie daher nicht bringen. In zweiter Linie stellt sich die Novelle "Nicht verstanden" als für unsere Verwendung passend heraus, auch weil sie kürzer ist [...]". - Lützow habilitierte sich 1859 in München, las als Privatdozent über antike Kunst und Literatur und ging 1863 als Redakteur der "Rezensionen und Mitteilungen über bildende Kunst" nach Wien. Im Jahr darauf wurde er Dozent an der Kunstakademie, 1867 a.o. und 1882 o. Professor für Architekturgeschichte an der Technischen Hochschule. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Literarischen Gesellschaft in Wien".
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Lützow, Karl von, Kunsthistoriker (1832-1897).
Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 15. III. 1894.
1 S. 9:11,4 cm. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: “Bitte, senden Sie mir in meine Wohnung ca. 80 Gastkarten. Ich habe den Vortrag doch auf das Goethedenkmal ausklingen lassen + möchte auch deshalb meine künstlerischen Collegen etc. in größerer Zahl einladen [...]”. - Lützow habilitierte sich 1859 in München, las als Privatdozent über antike Kunst und Literatur und ging 1863 als Redakteur der ‘Rezensionen und Mitteilungen über bildende Kunst’ nach Wien. Im Jahr darauf wurde er Dozent an der Kunstakademie, 1867 a.o. und 1882 o. Professor für Architekturgeschichte an der Technischen Hochschule.
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Mamiani della Rovere, Terenzio, Italian philosopher, writer, and revolutionary (1799-1885).
Autograph letter signed. Genova, 29. XI. 1854.
4to. 1 p. Beautiful and content-rich letter to an unnamed philosopher and theologian who was working on a not further specified theological book. Mamiani apologizes for a delayed response due to an ailment of his eyes and congratulates the recipient on his choice of topic, lauding his erudition extensively: "In voi ho sempre ammirato una perfetta armonia dell'ingegno e dell'animo ne conosco scrittore che ponga negli studi quella intenzione pura del bene e quella religione del vero che si scorge ad ogni pagina de' vostri libri. Io mi rallegro pertanto con voi e con la, filosofia sulla scelta che fatta avete del tema della nuova opera vostra. Voi la compirete del sicuro con gran coscienza e recherà gran lume ad ogni ragion di persone." - Originally attached was a brief outline "of the main strands of religious thought as it is cultivated today in Italy by its few philosophers" and a small publication by Mamiani, "which has some relation to the subject and which has produced a lively impression in Rome itself" (transl.). - As a leading participant in the unrest in Bologna following the election of Pope Gregory XVI in 1831, Mamiani went to exile in Paris until 1848, when the revolutionaries forced Pope Pius IX to allow the Count to return to Rome and become Minister of the Interior in the newly formed government. In the wake of the proclamation of the short-lived Roman Republic in 1849, Mamiani went to Genova, where he committed himself to the project of Italian unification. In 1860, he became minister of education of the Kingdom of Sardinia under Cavour. For the newly established Kingdom of Italy, Mamiani took on diplomatic duties, first in Greece from 1863 and then in Switzerland from 1865 until his retirement in 1867.
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Mascagni, Paolo, Italian physician (1752/5-1815).
Autograph letter signed. "Di Casa" [Florence], 14 Nov. 1805.
Large 8vo. 2 pp. To Carlo (?) Lasicio: "Credo sicuramente di non offender essendo nella invariabil determinazione di fare eseguire preso di me i miei lavori per essere a partata di vedere ciò che occoresse e veder le persone che vi lavorano [...]". - With two small holes and slight paper defects.
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Mayer, Karl von, Mediziner (1830-1883).
Eigenh. Albumblatt mit U. [Wien], 13. VII. 1840.
½ S. Qu.-8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Mayer war als Ordinator am Nicolai-Militärhospital in St. Petersburg tätig, bereiste Deutschland und besuchte vor allem die Einrichtung der Diakonissenhäuser, nach deren Muster er nach seiner Rückkehr das „Evangelische Hospital“ gründete. „1877 gründete er eine ‚Evangelische Felddiakonie‘ und zog mit 60 Schwestern und 12 Brüdern in den Krieg“ (Hirsch IV, 180). Als Autor trat Mayer lediglich mit zwei kleineren Schriften hervor. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.
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Michaltscheff, Theodor, Pazifist (1899-1968).
2 Briefe von Schreiberhand. Wien, Mai 1934.
Zusammen 3 SS. 4to und qu.-8vo. An die Schauspielerin Lili Marberg: "Es handelt sich um die Declamation, die Sie gestern abends im Radio ausgeführt haben. Bei uns im Rudolfinerhaus liegt seit einem Monat ein sehr gebildeter Patient, ein ordentlicher Professor der Psychologie u. Logik an der Universität in Sofia, er heißt: Prof. D. Michaltscheff. Er hat die Netzhautoperation glücklich überstanden u. befindet sich jetzt in Rekonvaleszenz [...] Und nun hat er gestern abends Ihren Radio Vortrag gehört u. war so entzückt, daß er heute den ganzen Vormittag unter dem mächtigen Eindruck Ihrer Worte stand. Er sagt nämlich: 'Ich habe so vieles auf dem Gebiete der dramatischen und szenischen Kunst gesehen, ich habe dabei auch die russische szenische Kunst vor dem Kriege, die meines Erachtens das Höchste in der ganzen damaligen dramatischen Welt war, ebenso unmittelbar genossen; für die Declamation, die ich für eine mehr oder weniger unnatürliche Redeweise halte, habe ich nie besondere Neigung gehabt. Aber was ich gestern abends bei diesen 4 Stücken aus der Psychologie der tierischen Seele gehört habe, das war ein Kunstwerk erster Klasse [...]' Wenn es nicht schwer wäre, daß ein Kanzlei-Fräulein diese 3-4 Stücke abschreiben könnte, die selbstverständlich der Hr. Professor gerne honorieren würde, so würde das für ihn eine ungemein große Freude sein. Denn er möchte die Sachen ins Bulgarische übersetzen u. veröffentlichen [...]". - Michaltscheff war nach dem Zweiten Weltkrieg Professor für Philologie in Hamburg und Vorstand des deutschen Zweigs der War Resisters International. - Lili Marberg (1876-1962) gehörte von 1911 bis 1950 dem Wiener Burgtheater an. Seit 1936 auch Ehrenmitglied, spielte sie zunächst in Stücken Wedekinds, Hauptmanns und Ibsens, später vorwiegend Königinnen und mütterliche Frauen und galt weithin als vorzügliche Charakterdarstellerin. Zu ihren Hauptrollen zählten Desdemona, Hedda Gabler und Helena in "Vor Sonnenaufgang". Ihre einzige Filmrolle war die des Fräulein Munk in Walter Reischs "Silhouetten" (1936). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Krankenanstalt.
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Mittermaier, Karl, Medizinalrat (1823-1917).
49 eigenh. Briefe mit U. bzw. Paraphe. Heidelberg, 1864-1870.
Zusammen 108 SS. 8vo. Mit 7 eh. adr. Kuverts. Menschlich wie fachlich reiche Korrespondenz mit dem Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Sie ersuchen mich um meine Ansicht wegen einer Reise nach Egypten. Sehr gerne würde ich es sehen, wenn Sie nach Egypten gingen, um dann gerade aus Ihrem Munde ein neues competentes Urtheil über dies Klima zu vernehmen [...]" (Br. v. 12. IX. 1864). - "Ich habe gegenwärtig einen jungen Mann, Studenten, in Behandlung, welcher nun vor zwei Monaten von Pleuritis dergestalt befallen wurde, daß nahezu die rechte Lunge fast ganz comprimirt wurde. Die Lunge entfaltete sich allmählich wieder [...] Da dies aber sehr langsam geht, so möchte ich den pneumatischen Apparat bei ihm versuchen und ihn nach Johannisberg schicken [...]" (Br. v. 13. III. 1868, S. 2). - Mittermaier, Geheimer Medizinalrath und Ehrenbürger von Heidelberg, war neben seiner ärztlichen Tätigkeit Ehrenvorsitzender der Fortschrittlichen Volkspartei daselbst. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Notiz zum Verfasser von fremder Hand.
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Mittermaier, Karl, Medizinalrat (1823-1917).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 10. IV. 1870.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Kondoliert dem Hauptmann und Historiker Alfred Rt. von Vivenot (1836-1874) zum Tode von dessen Bruder Rudolph (geb. 1833): "Erschüttert bis in's Innerste meines Geistes, ergreife ich die Feder, um dem Bruder des dahingeschiedenen Freundes zu schreiben [...]". - Mittermaier, Geheimer Medizinalrath und Ehrenbürger von Heidelberg, war neben seiner ärztlichen Tätigkeit Ehrenvorsitzender der Fortschrittlichen Volkspartei daselbst. - Alfred Rt. von Vivenot, Sohn des berühmten Arztes Rudolph Rt. von Vivenot, widmete sich nach dem österreichisch-preußischen Krieg, in dem er militärisch geglänzt hatte, vorwiegend wissenschaftlichen Arbeiten und verfaßte zahlreiche Aufsätze und Bücher zu militärhistorischen Themen.
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Mittermaier, Karl, Medizinalrat (1823-1917).
Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 19. IV. 1870.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Kondoliert dem Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884) zum Tode von dessen Sohn gleichen Namens: "Mein Bruder Franz hat schon in meinem Namen an Sie und die Ihrigen dem Gefühl Ausdruck verliehen, was mich seit 10 Tagen beherrscht und niederdrückt [?] [...]". - Mittermaier, Geheimer Medizinalrath und Ehrenbürger von Heidelberg, war neben seiner ärztlichen Tätigkeit Ehrenvorsitzender der Fortschrittlichen Volkspartei daselbst. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.
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Mörath, Anton, Archivdirektor (1848-1910).
6 Briefe mit eigenh. U. Krumau, 12.II. 1907-30.VII. 1907.
Zusammen 6 SS. Folio bzw. 8vo. Begleitbriefe zur Rücksendung von Büchern an die Direktion der Universitätsbibliothek Wien. - Der gebürtige Grazer war Direktor des Fürstlich Schwarzenberg’schen Centralarchivs in Krumau und Verfasser zahlreicher Aufsätze über den Steigerwald, insbesondere die Scheinfelder Gegend; 1902 veröffentlichte er die Monographie über ‘Schloß Schwarzenberg in Franken, das Stammhaus der Fürsten zu Schwarzenberg’. Vgl. DBA I 852, 40-41 und II 904,75. - Alle Briefe mit Stempel des “Fürstl. Schwarzenberg’schen Centralarchivs”.
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Moldenhawer, Karl, Chemiker.
2 eigenh. Briefe mit U. Bad Gastein und Dessau, 1838 und 1839.
Zusammen 5 SS. 8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): "Du hast mich auf das angenehmste überrascht durch deinen heute früh erhaltenen lieben Brief. Ich war wirklich etwas besorgt, du habest mich vergessen & ich tröstete mich nur mit der Möglichkeit, mein Jaen[n]arbrief sei etwa gar nicht in deine Hände gelangt, vor meiner Abreise von hier hätte ich dir aber doch noch geschrieben um Gewißheit darüber zu erhalten. Mir ist es seit dem ziemlich bedeutenden & vielleicht etwas kritischen Unwohlsein im Dezbr, wovon ich dir schrieb, im Ganzen leidlich wohl ergangen, wenn auch öfter kleine Neckereien des Magens & der diversen Nerven vorfielen [...]" (Br. v. 6. VII. 1839). - "Erzähle mir von deinem lieben Buben & wie du deine Lebensweise eingerichtet. Du hast mich so eingeweiht in deine nähern Verhältnisse, daß mir jedes Detail nur angenehm sein kann u. mir auch verständlich ist [...]" (Br. v. 20. X. 1838; möglicherweise der Schlußteil). - Karl Moldenhawer verfaßte u. a. "Das Quecksilber und dessen Verbindungen" (1829) und "Chemische Reagentien" (1830). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
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Monro, Alexander (Tertius), Mediziner (1773-1859).
Eigenh. Brief und eh. Albumblatt mit U. Wien, 8. III. 1838 bzw. o. D.
Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „I have great pleasure in accepting your kind invitation for Monday [...]“ (undat. Br.; mit kl. Ausr. durch Siegelbruch: dieses vollständig erhalten und ohne Textberührung). - Monro war Professor für Anatomie und Chirurgie in Edinburg und Verfasser zahlreicher anatomischer, medizinischer und chirurgischer Schriften. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
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Morton, Friedrich, Botaniker und Heimatforscher (1890-1969).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. [Hallstatt], 1. XI. 1967.
1 S. (Qu.-)8vo. Mit eh. Adresse. An Josef Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Friedrich Morton leitete seit 1923 die von ihm gegründete botanische Forschungsstation in Hallstatt und seit 1925 auch das Museum in Hallstatt, das er reorganisierte; "er gründete u. a. eine Bergbauabteilung sowie vorgeschichtliche und ornithologische Einrichtungen [und] arbeitete über die Vorgeschichte Hallsteins sowie die Pflanzengeographie des Dachsteingebirges und des Salzkammerguts" (DBE).
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Mowbray, A. Q. , Mediziner (D. n. b.).
2 ms. Briefe mit eigenh. U. Philadelphia, 1973 und 1975.
Zusammen (½+¾ =) 1¼ SS. auf 2 Bll. 4to. Mit 2 ms. adr. Kuverts. An einen Sammler mit Dank für die Zusendung eines Zeitungsausschnittes (1973) und über sein Buch "The Operation". - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Müller, Johann, Physiker und Mathematiker (1809-1875).
2 eigenh. Briefe mit U. Freiburg i. B., 1849 bzw. 1850.
Zusammen 3 SS. 4to. Ein Br. mit eh. Adresse. An Andreas Frh. von Ettingshausen (1796-1878): "Sie erhalten hierbei ein Exemplar meines 'Berichtes über die neuesten Fortschritte der Physik', welches ich Sie als ein Zeichen meiner Hochachtung anzunehmen bitte [...]" (Br. v. 27. XII. 1849; mit kl. Ausschnitt durch Siegelbruch). - "In der Hoffnung, daß der Gegenstand nicht ganz uninteressant für Sie seyn dürfte, erlaube ich mir Ihnen meine Arbeit über die Gesetze des Electromagnetismus vorzulegen. Die Existenz eines absoluten magnetischen Maximums ist durch meine Versuche wohl als erwiesen anzusehen [...]" (Br. v. 23. X. 1850). - Müller war vor allem auf dem Gebiet der Erforschung von Licht- und Wärmestrahlung tätig und gelangte hier zu neuen Erkenntnissen über ultraviolette Strahlen und die thermische Wirkung des Sonnenspektrums. Besonders erfolgreich war das nach einer französischen Vorlage entstandene "Lehrbuch der Physik und Meteorologie" (1842/43), das - unter dem Titel 'Müller-Pouillets Lehrbuch' bekannt geworden - eine Darstellung der Gaußschen Erkenntnisse über den Magnetismus enthielt und in verbesserter und erweiterter Form bis 1926 mehrfach neu aufgelegt wurde. - Ettingshausen war seit 1853 Leiter des Physikalischen Instituts der Universität Wien und war maßgeblich an der Gründung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt (1847), als deren Generalsekretär er bis 1850 amtierte.
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Mussafia, Adolf, Romanist (1835-1905).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 27. III. 1867.
1 S. auf Doppelblatt. Kl.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten : “Ich schließe Ihnen einen vorläufigen Bericht über die Thätigkeit unseres Vereins bei. Könnten Sie nicht ein oder zwei Mitglieder noch verschaffen. Wir sind gar zu wenig aus Österreich. Zu Ostern erscheint das Jahrbuch [...]”. - Seit 1867 Professor der romanischen Sprachen und Literatur und seit 1871 wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, hatte Mussafia “maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Wiener romanistischen Schule, die in den neunziger Jahren des 19. Jh. Weltgeltung erlangte” (DBE). Sein über 300 Veröffentlichungen umfassendes Werk erstreckt sich über sprach- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen, Studien zum praktischen Gebrauch des Italienischen und des Rumänischen sowie über historische Aspekte der romanischen Sprachen. Zahlreiche altfranzösische und -italienische sowie franco-venetische Texte edierend, fand seine mehrfach aufgelegte ‘Italienische Sprachlehre in Regeln und Beispielen’ (1860) als ‘Neuer Mussafia’ noch lange nach seinem Tod Verwendung. Vgl. Öst. Lex. II, 87 und Czeike IV, 340 (M.-Denkmal).
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Neumann, Julius, Gynäkologe (1868-1926).
Eigenh. Brief mit U. [Wien], 30. VI. 1915.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An Generalobert Conrad von Hötzendorf (1852-1925) mit Glückwünschen "zu der neuerlichen allerhöchsten Auszeichnung". - Neumann habilitierte sich 1900 für Geburtshilfe und Gynäkologie, wurde 1912 tit. a.o.Prof. an der Universität Wien und war über zwanzig Jahre lang als gynäkologischer Konsiliarius bei einer Wiener Krankenkasse tätig. Er befaßte sich vorwiegend mit der Krebsforschung und veröffentlichte u. a. ein "Neues Krebsbuch" (1922). - Auf Briefpapier mit gepr. Adresse.
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Nordenskiöld, Adolf Erik Frh. von, Geograph und Polarforscher (1832-1901).
Brieffragment mit eigenh. U. ("A. E. Nordenskiöld"). Stockholm, o. D.
2 SS. Kl.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten. Da er ein passionierter Sammler alter Werke der Geographie sowie alter Karten sei, wäre er ihm sehr verbunden, wenn sich die Gelegenheit böte, seine Vorliebe nach [Wort fehlt] zu befriedigen. - Die Recto-Seite mit von anderer Hand stammender Numerierung in rotem Farbstift.
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Norvins, Jacques Marquet de Montbreton Baron de, Historiker (1769-1854).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 16. VII. 1827.
1 S. auf Doppelblatt. Mit eh. Adresse. In französischer Sprache an Monsieur Tourlon. - Der Historiker, Gründer und Chefredakteur des ‘Moniteur Westphalien’ und kgl. westfälischer Staatssekretär des Kriegsministeriums war einer der vehementesten Fürsprecher Napoleons während Restauration und Julimonarchie sowie Verfasser der ersten zuverlässigen Biographie des Kaisers (‘Histoire de Napoleon’, 1827). Ingres’ schönes Portrait von Norvins zeigt diesen bezeichnenderweise in der auf Napoleon verweisenden Pose mit unters Revers gesteckter linker Hand. Vgl. DBA I 789, 429-432. - Mit kl. Ausriß durch Öffnen der Verschlußmarke (keine Textberührung); in altem Sammlungsumschlag.
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Obersteiner, Heinrich, Neurologe und Psychiater (1847-1922).
Eigenh. Brief mit U. [Wien], 13. X. 1908.
2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Dein freundlicher Brief mit der Einladung nach Biedermannsdorf kam mir erst Sonntag Abend, also nach Schluß des Kongresses zu, so daß eine Verlautbarung dieser Einladung nicht mehr möglich war, nicht einmal auf mündlichem Wege. Wenn Du es für angezeigt hältst, würde ich meinen Dank an Grafen Gudenus für seine Liebenswürdigkeit persönlich schreiben [...]". - Obersteiner war bereits als im Laboratorium Ernst Brückes tätig und habilitierte sich 1873 für Anatomie und Pathologie des Nervensystems. Seit 1885 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, initiierte er die Einrichtung des Wiener Universitätsinstituts für Anatomie und Physiologie des Zentralnervensystems, das seit 1900 Neurologisches Institut hieß. Seit 1872 führte er gemeinsam mit seinem Schwiegervater Maximilian Leidesdorf die Leitung der Oberdöblinger Anstalt; von 1892 bis zu seinem Tod gab er 22 Bände der "Arbeiten aus dem Neurologischen Institut der Wiener Universität" heraus. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.
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Oberth, Hermann, Raumfahrtpionier (1894-1989).
2 (1 ms. u. 1 eigenh.) (Bild-)Postkarten mit eigenh. U. Feucht, 9. VIII. 1974 bzw. 22. XII. 1977.
Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. I.) Ms. Postkarte mit eh. Unterschrift (Feucht, 9. 8. 1974): "Liebe Frau Sax! Herzlichen Dank für Ihre freundliche Geburtstagsgratulation. Mit freundlichen Grüssen Hermann Oberth". - An zwei Ecken kl. Spuren von entf. Klebestreifen. - II.) Eigenh. (Adresse ms.) Postkarte mit U. (Feucht, 22. 12. 1977): (Kartenaufdruck: Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr) "wünschen Ihnen Mathilde und Hermann Oberth". - Oberth, der schon 1917 eine mit Alkohol und Sauerstoff getriebene Rakete entworfen hatte, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Raumfahrt-Wissenschaften und der Raketentechnik. Mit seinen Frühwerken (‘Die Rakete zu den Planetenräumen’ und ‘Die Wege zur Raumschiffahrt’) schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen einer neuen Technologie, die den Flug zu den Sternen ermöglichen sollte. Genau beschrieben sind darin beinahe alle bis heute Wirklichkeit gewordenen Raumfahrtkonzepte: die ersten Raketen und Satelliten bis hin zur Landung auf dem Mond; interplanetare Raumsonden und wiederverwendbare Raumfähren bis hin zur international bemannten Raumstation.
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Oberth, Hermann, Physiker und Raumfahrtpionier (1894-1989).
3 eigenh. Bildpostkarten mit U. Feucht, 1960-1967.
Zusammen 3 SS. 8vo. Mit einem ms. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm wiederholt übersandte Neujahrswünsche. - Oberth, der schon 1917 eine mit Alkohol und Sauerstoff getriebene Rakete entworfen hatte, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Raumfahrt-Wissenschaften und der Raketentechnik. Mit seinen Frühwerken (‘Die Rakete zu den Planetenräumen’ und ‘Die Wege zur Raumschiffahrt’) schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen einer neuen Technologie, die den Flug zu den Sternen ermöglichen sollte. Genau beschrieben sind darin beinahe alle bis heute Wirklichkeit gewordenen Raumfahrtkonzepte: die ersten Raketen und Satelliten bis hin zur Landung auf dem Mond; interplanetare Raumsonden und wiederverwendbare Raumfähren bis hin zur international bemannten Raumstation.
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Oberth, Hermann, Physiker und Raumfahrtpionier (1894-1989).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. Feucht, [21. XII. 1960].
1 S. (Qu.-)8vo. Wünsche zu Weihnachten und Neujahr an Josef Wesely. - Oberth, der schon 1917 eine mit Alkohol und Sauerstoff getriebene Rakete entworfen hatte, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Raumfahrt-Wissenschaften und der Raketentechnik. Mit seinen Frühwerken (‘Die Rakete zu den Planetenräumen’ und ‘Die Wege zur Raumschiffahrt’) schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen einer neuen Technologie, die den Flug zu den Sternen ermöglichen sollte. Genau beschrieben sind darin beinahe alle bis heute Wirklichkeit gewordenen Raumfahrtkonzepte: die ersten Raketen und Satelliten bis hin zur Landung auf dem Mond; interplanetare Raumsonden und wiederverwendbare Raumfähren bis hin zur international bemannten Raumstation.
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Oesterreicher, Tobias, Geograph und Admiral (1831-1893).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 21. I. 1879.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den namentlich nicht genannten Diplomaten und Schriftsteller Joseph Doblhoff-Dier (1844-1928), Gründer des in Wien ansässigen ‘Wissenschaftlichen Clubs’ (1876): “Ich habe soeben die Einladung zur A. H. Hoftafel für 23. um 6 Uhr erhalten und würde daher nicht in der Lage sein, vor 8 Uhr Abend meinen Vortrag zu beginnen [...]”. - Sich “derart rühmlich” im Kriege von 1866 hervortuend, wurde der Kontre-Admiral mit dem Ritterkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet, 1869 zum Linienschiffskapitän befördert und 1872 in den Ritterstand erhoben. Von 1867-73 war er Leiter der Küstenaufnahme an der Adria, “jenes bedeutenden Unternehmens, aus welchem das große und vortreffliche Kartenwerk über die Adria hervorging” (Wininger, Große jüd. National-Biographie IV, s. v.). - Der ehemalige Diplomat und Weltreisende Doblhoff-Dier gründete 1876 den "Wissenschaftlichen Klub", widmete sich in Lausanne archäologischen Studien und war Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde an. Seit 1899 wieder in Wien, wurde er Bibliothekar der Geographischen Gesellschaft. - S. 1 und S. 2 sowie der tls. eingerissene Umschlag mit Korrespondenzstempel der Sammlung Doblhoff und alt in zeitgenössischem Sammlungsumschlag montiert.
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Oettinger, Ludwig, Mathematiker (1797-1869).
Eigenh. Albumblatt mit Namenszug und U. Wien, 3. IX. 1833.
1 S. Qu.-8vo. Wohl für den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Oettinger war Privatdozent an der Universität Heidelberg und seit 1836 an der Universität Freiburg sowie Inspektor der Gewerbeschule und Beirat der Regierung des Oberrheinkreises in Gewerbeschulsachen. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - Mit kl. Einr. am linken Blattrand (keine Textberührung).
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Oppolzer, Johann Rt. von, Internist (1808-1871).
2 (davon 1 eigenh. und 1 hs.) Briefe mit U. Prag bzw. o. O., 22. V. 1846 und 27. VIII. 1853.
Zusammen 1½ SS. 8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): "Ich mußte plötzlich nach Leipzig und sofort nach Hamburg, ich werde daher erst nach mehren Tagen zurückkehren [...]" (Br. v. 27. VIII. 1853). - "In Beziehung des Gebrauches der Teplitzer Bäder beim Grafen Anton Chotek bin ich ganz mit Ihrer Ansicht einverstanden, was ich auch in dem beiligenden Brief an Exiellenz [!] Grafen bemerke [...]" (Br. v. 22. V. 1846; ohne die erwähnte Beilage). - Oppolzer war bis 1839 Assistent bei Julius Vinzenz von Krombholz an der Prager Medizinischen Klinik, wo er sich 1839 habilitierte. Sich anschließend als praktischer Arzt niederlassend, "gehörte [er] bald zu den renommiertesten Ärzten Prags" (DBE) und wurde 1841 als Ordinarius und Primararzt im Allgemeinen Krankenhaus Prag Nachfolger von Krombholz. 1848 folgte er einem Ruf nach Leipzig, war dort als klinischer Lehrer am Jacobs-Hospital tätig und wurde 1850 Professor der medizinischen Klinik in Wien und Primararzt des Allgemeinen Krankenhauses. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
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Parkinson, Cyril Northcote, Historiker, Soziologe und Publizist (1909-1993).
Eigenh. Brief mit U. St. Martins (Guernsey), 8. I. 1973.
1 S. Kl.-4to. Mit eh. adr. Kuvert. "In reply to your letter of 18th Dec. 1972 I send you the following quotation for your collection: - 'Some of the worst damage is done through organisations - state, local, academic - having too much money. Our common mistake is to think that more money means better service. The truth is that paying too much buys less and and paying much too much usually buys nothing.' C. Northcote Parkinson. | I hope that will do! And please make your public library obtain my books in Swedish [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse.
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Parola, Luigi, Mediziner (geb. 1805).
2 eigenh. Briefe mit U. Berlin und Coni [wohl Cuneo], 13. VII. 1840 und 23. VIII. 1850.
Zusammen 2½ SS. 4to und 8vo. Ein Br. mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Parola war seit 1838 als Arzt am Zivilhospital in Cuneo tätig, im Jahr darauf wurde er Direktor des neu errichteten Hospitals für chronische Krankheiten. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
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Paschkis, Rudolf, Mediziner (1879-1964).
Eigenh. Briefkarte mit U. [Wien], 1. I. 1938.
2 SS. Qu.-8vo. An Herrn Bial: “Anläßlich des Trauerfalls bitte ich Sie, meiner wärmsten Anteilna[h]me versichert zu sein. Ihrer w. Frau Gemahlin u. Ihnen selbst danke ich noch besonders für die (mir bekannt gewordene) so [...] freundschaftliche Stellungsna[h]me für mich die mir unter den gegebenen Verhältnissen so sehr zutrost war [...]”. - Der Sohn des Pharmakologen Heinrich Paschkis war als Assistent Otto Zuckerkandls am Rothschildspital tätig, habilitierte sich 1915 für Urologie und wurde 1928 Leiter der Urologischen Ambulanz des Kaiser-Franz-Joseph-Spitals. 1938 emigrierte er nach Großbritannien, 1940 in die USA, wo er später wieder als Urologe tätig war. Vgl. DBE. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Pasini, Giuseppe Luca, Italian classicist (1687-1770).
Autograph letter signed ("G. Pasini"). Turin, 27. I. 1725.
Large 8vo. 2 pp. on bifolium. With autograph address and seal. Highly interesting letter to the famous Italian physician and naturalist Antonio Vallisneri (1661-1730) in Padua, describing the illness of a princess as an inexplicable series of medical crises and seeming recoveries that almost leave Parenti at a loss for words: "Non so più che scrivere a V.S. Ill.ma della maladia della Signora Principessa: ella è sì varia, sì incostante, sì indiavolata che i medici non la sanno intendere. Dopo la mia ultima [visita] la Signora Principessa ha avuto un attacco improvviso violentissimo che si stimava già spedita all'altro mondo. Si è di poi risvegliata ed a tal segno rimessa, che quasi quasi si diceva fuori di pericolo; quando martedì della presente settimana le sorprese un'ardentissima febbre [...]". - In the second part of the letter, Parenti mentions that Vallisnieri had praised an edition of Pliny by an unidentified Count. Despite the glory that this judgment provided him with, the Count was suspicious of the general praise, thus asking Vallisneri through Parenti about his "true feelings" concerning his work: "V.S. Ill.ma ha scritto elogi del Plinio del Signor Conte di [Callo] a tal segno che questo onestissimo uomo ne va glorioso per tutta la città, ma non è contento di cotesta sua lode in generale; desidererebbe qualche cosa di particolare e perciò per mezzo mio prega V.S. Ill.ma di dargli il vero suo sentimento [...]". Parenti closes the letter with the acerbic remark: "Quanto mai ognuno si compiace delle cose sue - sino la scimmia con i suoi bruttissimi scimmiotti!" ("In any case, everyone is pleased with his own things, even the monkey with his ugly monkeys!"). - The letter is captioned in a contemporary hand, possibly that of Vallisneri, "Stravaganze del male della Principessa" ("Extravagances of the Princess's illness"). - Traces of folds. With a tear to the address leaf from breaking the seal.
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Pasquier, Ernest, belgischer Physiker und Astronom (1849-1926).
Gedr. Visitkarte mit mehreren eigenh. Zeilen. O. O. u. D.
2 SS. An Eduard Frh. von Haerdtl (1861-97) mit der Einladung zur Besichtigung der Umlaufbahn des Kometen Winnecke in Erinnerung an Haerdtls verstorbenen Lehrer Ferdinand Oppolzer. - Pasquier war Professor für Astronomie in Löwen. - Der österreichische Astronom Eduard Frh. von Haerdtl war seit 1892 Professor für theoretische Astronomie an der Universität Innsbruck. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge in wissenschaftlichen Periodika, u. a. in den ‘Astronomischen Nachrichten’; 1884 erschienen seine ‘Astronomische Beiträge zur assyrischen Chronologie’; daneben verfaßte er eine Monographie über den von dem Straßbuger Astronomen Friedrich August Theodor Winnecke entdeckten und benannten Kometen. - In altem Sammlungsumschlag.
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Pasteur, Louis, French chemist and microbiologist (1822-1895).
Autograph letter signed (“L. Pasteur”). No place, after 1871.
1 p. in ink, on recto of half lettersheet (126 x 183 mm). Oversize cloth folding case. The eminent chemist and microbiologist Louis Pasteur writes to an unidentified recipient, addressed simply as "Monsieur", requesting some changes in an unspecified manuscript (evidently of a partially biographical nature). "Monsieur, Je vous serais obligé d'accepter toutes ces corrections qui ne changent rien à la force de vos arguments, mais qui en diminuent le ton un peu irrité. Surtout ne dites pas: 'puisque M. Pasteur n'a jamais voulu prendre un brevet'. C'est une erreur. J'en avais pris un et même je m'étais occupé de la btion [?] en vue d'y trouver un gagne-pain pour ma famille, après la guerre, pendant la commune, à un moment où l'effondrement de notre chère France paraissait irrémédiable". - With a two word insertion, and several words at the conclusion inked through. - Very faint creasing at corners, tiny pinhole touching descender of one letter, otherwise very good.
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Pastor, Ludwig von, Historiker und Diplomat (1854-1928).
Eigenh. Brief mit U. Wohl Innsbruck, 8. V. 1900.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich habe Ihre Arbeit genau durchgesehen. Dieselbe kann in d. Erläuterungen zu Sachsen [?] aufgenommen werden, wenn Sie die daselb[st] beiliegenden Corrigenda berücksichtigen [...]". - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand.
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Peschel, Oscar, Geograph (1826-1875).
Eigenh. Brief mit U. Augsburg, 17. XI. 1868.
2 SS. 8vo. An Karl Sonklar von Innstädten: “Eben erhalte ich Ihre Arbeit über die Ostalpen und lasse sogleich die dazu gehörigen Diagramme von dem Holzstecher ausführen. Der Abdruck wird aber nicht vor der ersten oder zweiten Dezembernummer erfolgen können, da bereits die letzte Novembernummer in der Presse ist [...]”. - Oscar Peschel war als Korrespondent, später als Redakteur der ‘Augsburger Allgemeinen Zeitung’ tätig, bis er 1854 die Leitung der landes- und völkerkundlichen Wochenzeitschrift ‘Ausland’ übernahm. 1871 wurde er Professor für Geographie in Leipzig. Zu seinen Werken gehört u. a. eine ‘Völkerkunde’ (1874) und eine ‘Physische Erdkunde’ (1879-81). - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-85) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).
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Petritsch, Ernst Felix, Elektrotechniker (1878-1951).
Eigenh. Gruß und Widmung auf gedr. Flugzettel. Wien, 1948.
2 SS. 4to. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Der Flugzettel, “Sonderdruck aus Elektrotechnik und Maschinenbau’ (65. Jg., H. 5), aus Anlaß des 70. Geburtstages des Technikers mit dessen gedr. Portrait und einer zweiseitigen Würdigung von Heinrich Mache. - Petritsch wurde 1920 Chefingenieur des Reichstelegraphen in Holland und war als holländischer Deligierter im Internationalen Ausschuß für Telegraphie, Telephonie und Funkwesen tätig. 1928 übernahm er einen Lehrstuhl für elektrische Fernmeldetechnik an der TH Wien, wo er das Institut für Schwachstromtechnik aufbaute. Nach dem "Anschluß" seines Amtes enthoben und nach Kriegsende wieder in Amt und Würden gesetzt, erweiterte er sein Institut um ein Labor für geoelektrische Untersuchungen, Elektro-Akustik und Tonfilm. Vgl. Öst. Lex. II, 185.
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Pfeiffer, Franz, Germanist (1815-1868).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 15. V. 1867.
2 SS. 8vo. An einen Hofrat: “Das freundliche Wohlwollen, das Sie gegen mich und meine gelehrten Arbeiten stets an den Tag gelegt haben, läßt mich hoffen, daß Sie Gleiches auch dem anliegenden Buche werden angedeihen lassen [...] Mit herzlicher Theilnahme habe ich die Nachrichten der öffentlichen Blätter über Ihr Befinden in Mentona und Meran verfolgt und mich jedesmal gefreut, wenn sie Günstiges darüber brachten. Hoffentlich haben Sie sich vollständig von Ihrem Leiden erholt und sind nun in der Lage, mit voller Frische des Körpers und Geistes Ihre segensreiche Thätigkeit wieder aufnehmen zu können [...]” . - Ehedem Schüler des Philologen Hans Ferdinand Maßmann, wußte sich Pfeiffer durch die Herausgabe älterer deutscher Literatur verdient zu machen. Privatgelehrter in Stuttgart, Sekretär des Literarischen Vereins und Professor sowie zweiter Bibliothekar der Kgl. öffentlichen Bibliothek, folgte er 1857 einem Ruf auf den Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur in Wien. Früh schon kritisierte er die Berliner Schule um Karl Lachmann, Moritz Haupt und Karl Müllenhoff, fand jedoch in Karl Bartsch, Wilhelm Wackernagel sowie in Jacob und Wilhelm Grimm und Ludwig Uhland Mitstreiter und gründete 1856 die Zeitschrift ‘Germania’. Als einer der ersten Germanisten widmete sich Pfeiffer der Edition mhd. und frühnhd. Prosatexte und Fachliteratur (darunter ‘Deutsche Mystiker des XIV. Jahrhunderts’, 1845-57). - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.
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Pfeiffer, Franz, Germanist (1815-1868).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 1. V. 1865.
1 S. Gr.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Indem ich von der unter meiner Leitung erscheinenden Sammlung 'Deutscher Classiker des Mittelalters' den IIten Band (Kudrun) Ihnen zu überreichen mich beehre, bitte ich denselben, obwohl die Bearbeitung von anderer Hand ist, ebenso freundlich aufzunehmen wie den ersten [...]". - Franz Pfeiffer war seit 1857 Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien. "Er kritisierte schon früh die Berliner Schule mit Karl Lachmann, Moritz Haupt und Karl Müllenhoff an der Spitze, fand in Karl Bartsch und Wilhelm Wackernagel sowie in den Brüdern Grimm und Ludwig Uhland Mitstreiter und gründete 1856 die Zeitschrift 'Germania'" (DBE). Pfeiffer gab zahlreiche Werke erstmals heraus, darunter "Barlaam und Josaphat" von Rudolf von Ems (1843), und widmete sich als einer der ersten Germanisten der Edition mittelhochdeutscher und frühneuhochdeutscher Prosatexte und Fachliteratur. Sein Sohn war der Kunsthistoriker Berthold Pfeiffer. - Mit Korrespondenzstempel der Sammlung Doblhoff und einigen Vermerken von alter Hand.
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Philippovich von Philippsberg, Eugen, Nationalökonom (1858-1917).
Nachlasskonvolut. Wien und Karlsruhe, 1886-1904.
1 gedruckte und 1 kalligraphische Urkunde sowie 1 Dienstschreiben des Großherzogs Friedrich von Baden an Philippovich, 1 zeitgenössische Karikatur und 1 Portrait desselben in Heliogravure. Die großformatige Aufnahmeurkunde der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mit der prachtvollen gedruckten goldenen Umrahmung datiert vom 1. Oktober 1904 und informiert den bedeutenden Nationalökonomen Philippovich über seine Aufnahme in die Philosophisch-Historische Klasse, die kalligraphische Urkunde vom 20. November 1896 entstand anläßlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft eines Wiener Universitätsvereins. Die vorliegende originale Bleistiftzeichnung karikiert Philippovich in einem Laboratorium der "Social Politik" und ist offenbar als Entwurf für ein Plakat anläßlich eines außeruniversitären Vortrags ("Heute Freitag") entstanden. Friedrich I. von Baden (1826-1907) bewilligt als oberster Dienstherr der Universität Freiburg dem dort als ordentlichen Professor tätigen Philippovich eine Gehaltserhöhung in der Höhe von 400 Mark (Brief m. eh. U. v. 14. Jänner 1891). - Philippovich habilitierte sich 1884 in Wien für politische Ökonomie und trat im folgenden Jahr eine Professur an der Universität Freiburg i. B. an. Er "geriet in Freiburg in den Bannkreis der historischen Schule, deren sozialpolitische Konsequenzen seinem Charakter entgegenkamen, deren Theoriefeindlichkeit er jedoch im Geiste der Wiener Schule ablehnte [...] Philippovich erkannte als erster die Notwendigkeit, die unter kapitalistischen Bedingungen sich deckenden Prozesse der Einkommensbildung und Einkommensverteilung analytisch auseinanderzuhalten" (ÖBL V, 43f.). "1893 kehrte er zurück nach Wien, wo er 1905/06 auch Rektor der Universität war. Als Mitglied des Vereins für Socialpolitik und des Kreises der Wiener Fabier gehörte Philippovich zu den geistigen Vätern der 1896 gegründeten Sozialpolitischen Partei. Er war im Arbeitsbeirat des Handelsministeriums tätig und beschäftigte sich auch in vielen seiner Publikationen mit sozialen Mißständen. Als sein Hauptwerk gilt ein ‘Grundriß der Politischen Ökonomie’ (2 Bde., 1893-1907)" (DBE).
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Pichler, Ernst, Neurologe und Psychiater (geb. 1907).
Ms. Brief mit eigenh. U. Graz, 10. IV. 1959.
2 SS. 4to. An den Chirurgen und Krebsforscher Leopold Schönbauer: "Da die Sache mit der hiesigen Nervenklinik wegen der leidigen Holzer-Affäre sich wohl noch endlos hinziehen wird, kommt für mich lokal nur die zweite mögliche Position in Betracht, nämlich die Direktion der hiesigen Heil- u. Pflegeanstalt Am Feldhof[,] die durch Pensionierung des jetzigen Direktors mit Ende dieses Jahres frei wird. Ich glaube, man muß rechtzeitig sozusagen placiert werden, um im üblichen Kräftespiel der Parteien kompensatorisch entsprechende Partner zu bekommen. Von sozialistischer Seite sind mir wohl gewisse Zusagen gemacht worden. Man meint dort aber, daß ich unbedingt die Klinik anstreben müsse und daß der Feldhof für mich gleichsam zu minder sei. Diese Auffassung wäre für mich an sich schmeichelhaft, wenn ich nicht wüßte, daß dies einer Vertagung ad calendas Graecas gleichkommt - abgesehen davon, daß ich dabei wohl kaum eine entsprechende Unterstützung von politischer Seite erwarten dürfte - und vor allem, daß ich mit 51 Jahren und so manchen Enttäuschungen am Buckel mich überhaupt mit einer eher erreichbaren Möglichkeit zufriedengeben muß [...] Der Grund, warum ich Sie [...] noch vor den Wahlen bitten möchte, doch etwas für mich zu tun, ist einmal der, daß die Gemüter von Politikern erfahrungsgemäß vor der Wahl zugänglicher sind als nachher. Vor allem ist der Grund aber der, daß Sie[,] Herr Professor, jetzt 'nur' der Professor Schönbauer sind, während Sie nachher alle Voraussicht nach auch Politiker sein werden [...]". Ersucht des weiteren um eine Empfehlung an Bundesrat Reinhard Machold (1879-1961). - Ernst Pichler habilitierte sich 1939 in Wien und wurde 1949 Leiter der Ambulanz für Nervenkrankheiten der Gebietskrankenkasse Graz. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; im linken Rand gelocht (minimale Buchstabenberührung auf S. 2). - Beiliegend ein Durchschlag von Schönbauers Empfehlungsschreiben an Machold (dat. 16. IV. 1959. 1 S. 4to) sowie ein Durchschlag von Schönbauers Antwortschreiben an Pichler (dat. 15. IV. 1959. 1 S. 8vo).
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Pundschu, Karl, Militärarzt (1823-1875).
Eigenh. Brief mit U. Stockerau, 21. X. 1868.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "In Beantwortung Ihrer so freundlichen Zeilen [...] muß ich vor Allem betonen, daß die, in meinem Aufsa[t]ze über Ihr Werk ausgesprochene Ansicht, der Ausdruck meiner wahrsten Überzeugung ist, und es freut mich zufällig jetzt in der Lage zu sein, dies dem Autor wiederholen zu können [...]". - Pundschu war seit seiner Promotion als Regimentsarzt tätig; ein Jahr vor seinem Tod wurde er zum Stabsarzt befördert. "Lungenleidend erreichte er seine Versetzung in das mildere Klima von Trient, wo er nach halbjährigem Aufenthalte starb. In weiteren Kreisen ist der ungewöhnlich thätige Arzt durch die mehrjährige Herausgabe des Jahrbuchs der Militärärzte bekannt geworden" (ADB XXVI, 710). - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.
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Rabot, Charles, Reisender und Forscher (1856-1944).
3 eigenh. Briefe mit U. Turin und Paris, 1878-1884.
Zusammen 8½ SS. 8vo. In französischer Sprache an Karl Sonklar von Innstädten, dem er u. a. von einem Brief an König Vittorio Emanuele II. und über eine Publikation des Französischen Alpenklubs berichtet. - Charles Rabot gelang die Erstbesteigung des 2111 m hohen Mont Kebnekaise in Schweden; daneben veröffentlichte er zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften und übersetzte Roald Amundsen und Fridtjof Nansen vom Norwegischen ins Französische. - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-85) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Scrambling Club. - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).
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Ranzoni, Em(m)erich, Schriftsteller und Journalist (1823-1898).
4 eigenh. Briefe mit U. und 2 Visitenkarten mit jeweils einigen eh. Zeilen. Schottwien bzw. o. O., 1898 bzw. o. D.
5½ SS. auf 9 Bll. (Gr.-)8vo und Visitkartenformat. Freundschaftliche Korrespondenz mit Redakteur Spiegel vom "Pester Boten": "Da ich noch immer unwo[h]l bin und zwar höchst peinlich, so bitte ich Dich, wenn es Dir möglich ist, mich zu besuchen; auch würde es mich sehr freuen wenn Du mir das epische Gedicht [...] der delle Grazie, wie Du mir zugesagt, zukommen lassen würdest [...]" (Br. v. 20. I. 1898). - "Da ich leider, wie Du weißt, durch Krankheit verhindert bin, der Generalversammlung beizuwohnen, so bitte ich Dich über meine Stimme zu verfügen. Besten Gruß an die Collegen! [...]" (Br. v. 7. II. 1898). - Der im niederösterreichischen Unternalb geborene Bruder des Malers Gustav Ranzoni wandte sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften dem Journalismus zu, schrieb 1848 für oppositionelle Zeitungen wie den "Der Radikalen" oder "Die Reform", wandte sich aber nach kurzer schauspielerischer Tätigkeit 1850/51 als Mitglied des Hofburgtheaters erneut einer schriftstellerischen Tätigkeit zu und wurde Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen ("Ost-Deutsche Post", "Tribüne", "Der Wanderer", "Der Salon"), in denen seine Gedichte, Erzählungen, Romane und Feuilletons erschienen. Seit ihrer Gründung war Ranzoni für die "Neue Freie Presse" tätig, bis 1873 als Leiter der "Kleinen Chronik", dann als Kulturberichterstatter. 1891 veröffentlichte der Vater des Malers Hans Ranzoni drei Erzählungen unter dem Titel "Jagd- und Schießstand". - Die Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf bzw. Monogramm; tls. etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren; stellenweise gering fleckig.
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