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Schlenther, Paul, Publizist und Theaterdirektor (1854-1916).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 15. V. 1909.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Anbei das ominöse Telegramm, an dessen Inhalt ich erst Glauben konnte, als es uns in der Statthalterei bestätigt wurde. Das Ministerium des Innern soll prinzipiell alle auswärtigen Titulaturen ablehnen zu nostrafiziren. Das hat man in unseren Hofämtern offenbar nicht gewusst. Sonst wäre das schon im Winter zur Sprache gekommen. Vielleicht wäre es gescheiter gewesen, wenn man von Koburg gar nicht erst hier angefragt hätte. Ich bin preussischer Staatsangehöriger, und kein Mensch hat sich in Berlin erkundigt, ob ich den österreichischen Hofratstitel annehmen oder führen darf. Trotzdem reden mich preussische Behörden ruhig so an. Nun, ich denke, Sie werden über den dekorativen Zwischenfall hinweg kommen […]". - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493. - Auf Briefpapier mit gepr. Stempel der k. k. Hofburgtheater-Direction.
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Schlenther, Paul, Publizist und Theaterdirektor (1854-1916).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 25. IX. 1901.
2 SS. Qu.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Na, dagegen ist ja nichts zu machen. Also, in Gottes Namen, Montag 14. Oct. Cyprianus mit Hartmann, Montag 21. Oct. Meineidbauer mit Reimers, die Genehmigung der General-Intendanz holen Sie sich noch selber ein, sodaß dann nur noch der formelle Schriftenweg zurückzulegen wäre. Eine sehr dankbare Rolle wird ja die ergebenst gefertigte Direction bei diesem Schrattfestspiel nicht spielen […]". - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493. - Auf Briefkarte mit gedr. Briefkopf der K. u. K. Direction des K. K. Hofburgtheaters.
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Schlenther, Paul, Publizist und Theaterdirektor (1854-1916).
Eigenh. Brief mit U. [Wien, vor dem 29. Okt. 1908].
½ S. 8vo. Auf der Verso-Seite einer Einladung zum Abschiedsfest des Schauspielers Ludwig Martinelli am 29. Oktober 1908 an die Schauspielerin Kathi Thaller (1856-1925): "Bedaure lebhaftestens bei Ihrem Abschied nicht anwesend sein zu können weil ich geschäftlich nach Berlin verreisen muß […]". - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493.
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Schlenther, Paul, Publizist und Theaterdirektor (1854-1916).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 15. IV. 1909.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen Schauspieler des Burgtheaters, bezüglich der Gedenkfeier für den kürzlich verstorbenen Adolf von Sonnenthals (gest. am 4. April 1909), " […] die mit dem Trauermarsch aus der Eroica beginnen soll, möchte ich sehr wünschen, daß Sie ‚die Künstler' von Schiller lesen. Auf den Trauermarsch sollen zunächst einige wenige ganz persönlich gehaltene Verse von Wilbrandt folgen, die Hartmann, als Zeuge der Wilbrandtzeit, sprechen wird. Dann will ich ¼ Stunde in Prosa reden […]". - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493. - Adolf von Sonnenthal wurde 24jährig 1856 von Heinrich Laube an das Wiener Hofburgtheater engagiert, "spielt den Mortimer und fällt durch. Laube lässt sich indes nicht beirren, gibt ihm einen dreijährigen Kontrakt, und ehe der abläuft, ist er zum k. k. Hofschauspieler ernannt [...] er wird zum meistbeschäftigten Mitglied des Burgtheaters: 160 Vorstellungen pro Saison. Heimlich verlobt mit der reichen Pauline Pappenheim, heiratet er sie erst, als die Familie verarmt, er aber schon konsolidiert ist [...] 1881 verleiht ihm Kaiser Franz Joseph die Eiserne Krone I. Klasse, die damals noch mit dem erblichen Adel verbunden ist. Arthur Schnitzler meint Sonnenthal, wenn er im ‚Grünen Kakadu' sagen lässt: ‚Einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle'" (Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 57).
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Schlenther, Paul, Publizist und Theaterdirektor (1854-1916).
Eigenh. Postkarte m. U. O. O., 1. IX. 1911.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An Joseph Weltner (1855-1914): "Herzlichen Dank, viele Grüße und meine Bewunderung für das Gedächtnis selbst auf Reisen […]". - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493. - Joseph Weltner wurde 1878 in das Reichsfinanzministerium versetzt und 1881 zum Offizial bei der Generalintendanz der k. k. Hoftheater ernannt, wo er als Archivar arbeitete. Zu seinen schriftstellerischen Werken zählen das Lustspiel "Auf den ersten Moment" (1880) sowie das Festspiel "Das Weihgeschenk an den Geniu"s (1882). Er gab "Das kaiserlich-königliche Hof-Operntheater in Wien" (1894) sowie "Mozarts Werke und das Wiener Hoftheater" (1896) heraus.
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Sonnenthal, Adolf von, eig. Neckwadel, Schauspieler (1834-1909).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 20. II. 1897.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "ich sage Ihnen besten Dank für Ihre mich hochehrende liebenswürdige Aufforderung, aber leider bin ich dies Jahr nicht mehr im Stande derselben Folge zu leisten, da ich über meine ganze freie Zeit bereits verfügt. Sollte mich aber nächstes Jahr mein Weg nach Ihrer Richtung führen, so werde ich nicht ermangeln mich bei Zeiten anzufragen […]". - Der in Pest geborene Schauspieler wurde 24jährig 1856 von Heinrich Laube an das Wiener Hofburgtheater engagiert, "spielt den Mortimer und fällt durch. Laube läßt sich indes nicht beirren, gibt ihm einen dreijährigen Kontrakt, und ehe der abläuft, ist er zum k. k. Hofschauspieler ernannt [...] er wird zum meistbeschäftigten Mitglied des Burgtheaters: 160 Vorstellungen pro Saison. Heimlich verlobt mit der reichen Pauline Pappenheim, heiratet er sie erst, als die Familie verarmt, er aber schon konsolidiert ist [...] 1881 verleiht ihm Kaiser Franz Joseph die Eiserne Krone I. Klasse, die damals noch mit dem erblichen Adel verbunden ist. Arthur Schnitzler meint Sonnenthal, wenn er im ‚Grünen Kakadu' sagen läßt: ‚Einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle'" (Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 57).
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Sontag, Karl, Schauspieler (1828-1900).
Eigenh. Widmung mit U. Graz, 19. X. 1882.
1 S. Qu.-8vo. "Liegt das Gestern klar und offen, Wirkst Du heute kräftig frei, darfst auch auf ein Morgen hoffen, Das nicht minder glücklich sei. (Goethe) […]". - Karl Sontag, ein junger Bruder der gefeierten Sopranistin Helene Sontag, debütierte 1848 am Hoftheater in Dresden, kam drei Jahre später an das Hofburgtheater in Wien, spielte später an den Hoftheatern Schwerin, Dresden und Hannover und trat anschließend nur noch gastierend in Deutschland und Amerika auf. 1898 feierte er am Dresdener Residenztheater sein fünfzigjähriges Bühnenjubiläum. Daneben versuchte er sich auch mehrfach und nicht ohne Erfolg als Schriftsteller: Sein Theaterstück "Frauenemanzipation" (Hannover 1875) war auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen zu sehen; ein sehr rückhaltlos urteilendes autobiographisches Werk unter dem Titel "Vom Nachtwächter zum türkischen Kaiser" (1887) war Grund für seine Entlassung aus dem Verband des hannoverschen Hoftheaters.
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Sontag, Karl , Schauspieler (1828-1900).
Eigenh. Widmung mit U. Graz, 16. X. 1882.
1 S. Qu.-8vo. "Liegt das Gestern klar und offen, Wirkst Du heute kräftig frei, darfst auch auf ein Morgen hoffen, Das nicht minder glücklich sei. (Goethe) […]". - Karl Sontag, ein junger Bruder der gefeierten Sopranistin Helene Sontag, debütierte 1848 am Hoftheater in Dresden, kam drei Jahre später an das Hofburgtheater in Wien, spielte später an den Hoftheatern Schwerin, Dresden und Hannover und trat anschließend nur noch gastierend in Deutschland und Amerika auf. 1898 feierte er am Dresdener Residenztheater sein fünfzigjähriges Bühnenjubiläum. Daneben versuchte er sich auch mehrfach und nicht ohne Erfolg als Schriftsteller: Sein Theaterstück "Frauenemanzipation" (Hannover 1875) war auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen zu sehen; ein sehr rückhaltlos urteilendes autobiographisches Werk unter dem Titel "Vom Nachtwächter zum türkischen Kaiser" (1887) war Grund für seine Entlassung aus dem Verband des hannoverschen Hoftheaters.
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Sontag-Rossi, Henriette , Sängerin (1806-1854).
Dokument mit eigenh. U. Koblenz, 3. XII. 1851.
1 S. 8vo. Vorgedrucktes Quittungsformular Koblenzer Postamtes zur Bestätigung eines erhaltenen Briefes. - Die Tochter von Franziska Sontag, Schwester von Nina Sontag und Halbschwester von Karl Sontag trat bereits sechsjährig in Darmstadt in Kinderrollen auf, erhielt ihre Gesangsausbildung am Konservatorium in Prag und gab hier 1821 ihr Bühnendebüt als Prinzessin in Boieldieus Jean de Paris. 1822 kam Sontag nach Wien, wo sie großes Aufsehen erregte, übernahm 1832 bei der Uraufführung der Oper Euryanthe von Carl Maria von Weber am Wiener Theater am Kärntnertor die Titelpartie und sang 1824 in der Akademie in Wien die Sopransoli in der Uraufführung von Beethovens 9. Symphonie. 1825 gab Sontag in Berlin die Isabella in Rossinis Italiana in Algeri, gastierte 1826 in Paris, feierte 1828 Triumphe in London und sang 1829/30 am Théâtre-Italien in Paris. Nach ihrer Heirat mit dem Diplomaten Graf Carlo Rossi gab sie ihre Bühnenkarriere auf, lebte mit ihrem Mann in Den Haag, St. Petersburg und Berlin und trat nur mehr gelegentlich in Hofkonzerten auf. Als das Vermögen ihrer Familie infolge der politischen Unruhen 1848 dahinschwand, nahm Sontag ihre Sängerlaufbahn wieder auf und gab zahlreiche Gastspiele in den europäischen Metropolen und seit 1852 in Nordamerika. Sontag starb an der Cholera. - Gefaltet.
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Sontheim, Heinrich, Sänger (1820-1912).
Dokument mit eigenh. U. Wien, 10. V. 1871.
1 S. Folio. Quittung über 500 Gulden, "welche der Unterzeichnete, für eine geleistete Rolle, in der Oper Die Jüdin als Gast, aus der k. k. Hof. Operntheater Cassa richtig erhalten hat […]". - Sontheim debütierte 1839 am Hoftheater in Karlsruhe als Pollione in Bellinis "Norma" und wurde 1850 Mitglied der Hofoper in Stuttgart. Zu den Glanzrollen seines umfangreichen Repertoires zählten der Tamino in der "Zauberflöte", der Raoul in den "Hugenotten" und der Max im "Freischütz"; nach Beendigung seines Engagements in Stuttgart trat er noch regelmäßig als Gast auf und sang 1890 als Abschiedspartie den Vasco in Meyerbeers "L'Africaine". - Beschnitte. Mit Kassa- und Registraturvermerken in Buntstift.
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Sorma, Agnes, Schauspielerin (1862-1927).
Eigenh. Brief mit U. O. O., [11.XI.1881].
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. "Will Ihnen jeden Gagetag fünf bis zehn Mark auf Abschlag senden. Sind Sie damit einverstanden? […]".
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Spielmann, Melanie, Schriftstellerin und Schauspielerin (1885-1927).
Eigenh. Widmung mit U. Wien, 28. IX. 1898.
½ S. 8vo. auf Trägerkarton. "Beglückt, wer des Lebens Rolle spielt / Dass, wenn der Vorhang fällt man keine Reue fühlt".
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Appun, Karl Ferdinand, Botaniker (1820-1872).
Eigenh. Brief mit U. Bunzlau, 7. XII. 1868.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An den Geographen Karl Andree (1808-1875), Gründer der Zeitschrift "Globus": "Bereits am 19 Octbr. sandte ich einen Aufsatz über die ‚Neger' für den Globus, der jedoch bis jetzt noch nicht abgedruckt worden ist. Haben Sie irgend ein Bedenken diesen Artikel zum Abdruck zu bringen, so bitte dies mir gefl. mitzutheilen um im Falle abzuändern wo Sie es wünschen […]". - Auf Veranlassung Alexander von Humboldts und mit Unterstützung des Königs von Preußen reiste Appun 1849 zu einer zehn Jahre dauernden botanischen Expedition nach Venezuela. Seine dort zusammengetragene Hölzersammlung gewann auf einer Londoner Industrieausstellung zwei Preise. Im Auftrag der britischen Regierung durchwanderte er dann Guayana und Demerara und erforschte auf eigene Faust weite Teile Brasiliens. Von dort sandte er Berichte an deutsche Zeitschriften. Nach seiner Rückkehr 1868 schrieb er sein Hauptwerk, den umfassenden Reise- und Forschungsbericht "Unter den Tropen" (2 Bde., 1871).
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Blomeyer, Adolf, Agrarwissenschaftler (1830-1889).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 29. XI. 1882.
1½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. Bezüglich eines bevorstehenden Vortrags: "Sehr verehrter Herr! So werde ich demm am 15. n[ächsten] M[onats] in Ihrer sehr verehrlichen Oeconom[ischen] Societät über die Neilson'sche Ernte-Methode sprechen und zu dem Zwecke rechtzeitig um 5 Uhr in dem von Ihnen bezeichneten Locale erscheinen. Ich werde den sehr verehrten Vorstand um 1 St[unde] Zeit für den Vortrag bitten; kürzer zu sprechen würde ich für ebenso unbescheiden wie inopportun für mich selber halten. Muß daher ganz anheim stellen, ob noch ein anderer Gegenstand auf die Tagesordnung gesetzt wird [...]". Mittig quer gefaltet. - Blomeyer, der in Heidelberg und Marburg Jurisprudenz studiert hatte, folgte 1869 einem Ruf an die Universität Leipzig und "gründete ein landwirtschaftliches Institut, dem er als Leiter bis zu seinem Tode vorstand. Zeitlebens pflegte er intensive Kontakte mit Landwirten. Viele Jahre war er neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer gleichzeitig Wirtschaftsberater größerer Güter in Posen und Pommern. Sein Rat in allen Fragen des Landbaus hatte im Königreich Sachsen besonderes Gewicht. Meisterhaft verstand er es, wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Erfahrungswissen aus der Praxis des Landbaus zu verbinden" (Wikipedia).
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Blumenbach, Johann Friedrich, German physician, naturalist, physiologist, and anthropologist (1752-1840).
Autograph document. No place, [after 1835].
Oblong small 4to. ¾ p. "Starks meteorol[ogisches]s Jahrbuch [...] / Cuviers Thierreich, von Voigt [...] / annales de Mines [...] / de Kirckhoff hist. des maladies observées à l'armée française [...] / address of Earl Stanhope to the medico-botanical Society".
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Carnall, Rudolf von, Geologe (1804-1874).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 22. X. 1853.
1 S. 4to. An einen Herrn Gurlt, einen "Hütten Expectanten": "Der Oberhütteninspector Nath zu Messingwerk soll plötzlich nach England reisen, um die Anfertigung messingener Siederöhren […] ohne Löthung kennen zu lernen. Da derselbe nicht englisch spricht, so habe ich dem Herrn Handels-Minister vorgeschlagen, Sie, mein lieber Herr Gurlt, den H Nath begleiten zu lassen. Die Reise wird etwa 4-5 Wochen in Anspruch nehmen, d. h. längstens. Es versteht sich, dass Ihnen die Kosten erstattet werden. Indem ich annehmen darf, daß Sie kein Bedenken gegen die Sache haben, ersuche ich, ohne allen Verzug hierher zu kommen, da die Reise sobald als möglich angetreten werden soll. Mündlich mehr […]". Beiliegend eine Abschrift eines Briefes des Handels- und Finanzministers August von der Heydt (1801-1874) an den Hütten Expectanten Herrn Gurlt in Braunschweig vom 1. November 1853: "Auf den Vorschlag des geheimen berg Rath von Carnall, welcher mich von Ihrer brieflichen Erklärung vom 25ten d. M. in Kenntniß gesetzt hat, habe ich bestimmt, daß Sie den Ober-Hütten Inspector Nath von Messingwerk auf seiner, in den nächsten Tagen anzutretenden, Reise nach Belgien und England, wo derselbe die Anfertigung der messingenen Siederöhren aus dem Ganzen kennen zu lernen suchen soll, begleiten […]"(1 S. Folio, gefaltet).
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Cölln, Friedrich von, Publizist (1766-1820).
Eigenh. Brief mit U. Altenburg, 4. X. 1810.
½ S. 4to und 1 S. Qu.-8vo. "Ew Wohlgebohren übersende ich anliegend die Rezension von Herrn Schwandts neuer Theorie des Geldes welche sehr fehlerhaft copiert ist […]". Cölln war Kammerreferendar in Minden, 1800 Kriegs- und Steuerrat des zweiten Glogauischen Departements und 1805-07 Assessor der Oberrechnungskammer in Berlin. Seit 1806 leitete er als Herausgeber und Hauptbeiträger den "Preußischen Staatsanzeiger". 1807/08 veröffentlichte er die Vertrauten Briefe über die inneren Verhältnisse am preußischen Hof seit dem Tode Friedrichs II.; er wurde des Landesverrats angeklagt und nach Glatz gebracht. Nachdem er 1810 von dort fliehen konnte, erhielt Cölln 1815 eine Anstellung im Büro des Staatskanzlers Karl August von Hardenberg in Berlin.
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Crelle, August Leopold, mathematician (1780-1855).
Autograph letter signed ("Crelle"). Berlin, 14 March 1851.
4to. 1 p. on bifolium with integral address panel. To the Königsberg mathematician Otto Hesse (1811-74) who had submitted contributions for his "Journal für die reine und angewandte Mathematik", informing him that all his five treatises are going to press as he writes: "[...] Ihre Abhandlungen sind jetzt so eben unter der Preße (Fünf an der Zahl. Ich glaube, das sind sie alle). Die erste, größeste, ist schon gedrukt, und die übrigen werden unmittelbar und sehr rasch folgen. Ich hoffe, Ihnen in wenigen Wochen die besonderen Abdruke durch Buchhändlergelegenheit zu senden. Ich bitte, erhalten Sie dem Journale und mir ferner Ihre Gewogenheit und senden Sie recht bald neue Beiträge. Dieselben sollen jetzt nicht mehr so lange auf den Abdruk warten. Ihre Absicht, das Mitzutheilende in kleinere Abhandlungen zu theilen, scheint mir ungemein angemeßen [...]". - Seal cut out. The address side shows mathematical calculations in another hand, very likely that of the recipient.
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Darwin, Charles, English naturalist (1809-1882).
Autograph letter signed ("Ch. Darwin"). Down, Beckenham, Kent, 7 Sept. [1874].
8vo. 2 pp. on bifolium. To the British architect William Cecil Marshall (1849-1921), whom Darwin engaged to build an extension to Down House on the north side (a billiard room with dressing room and bedroom above) in 1876, thanking him for some Pinguicula leaves, from which he has picked off sixteen seeds: "My dear Mr Marshall, I am very grateful to you. Your observations are excellent, & are put most clearly & will be very useful to me. I have picked off 16 seeds from this lot! The plant is certainly to a certain extent graninivorous also somewhat graminivorous, though mainly insectivorous. The rain, I know washes off the secretion & with it captured insects (& as you say seeds), which are retained by the incurved edges, which then become more incurved. It is a pretty experiment to put a row of flies or cabbage seeds on one margin of a flat leaf & see how the edge of the side curls over in from 12 to 24 hours. With cordial thanks, Yours very sincerely [...]". - Traces of folds; professionally repaired. On stationery with printed address. Darwin Correspondence Project no. 9627F.
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Dingler, Johann Gottfried, Chemiker (1778-1855).
Eigenh. Brief mit U. Augsburg, 18. I. 1828.
¼ S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An Christian Carl André (1763-1831) in Stuttgart: "Wenn Sie den Aufs[atz] v[on] mir und den des anderen Correspondenten nicht in die erste Nummer des Hesperus aufnehmen können oder wollen, dann haben Sie die Güte, beide mit Wendung der Post zurück zu senden […]". - Nach einer Apothekerlehre in Oppenheim/Rhein wurde Dingler 1793 Feldapotheker in Minden, bevor er 1800 als Apotheker nach Augsburg übersiedelte. Anschließend eignete er sich in Mülhausen (Elsaß) Kenntnisse der Zeugdruckerei an und gründete 1806 in Augsburg eine Fabrik chemischer Produkte, die deutsche, österr. und schweizer. Kattunfabriken belieferte. 1822 errichtete Dingler eine eigene Kattunfabrik in Augsburg, die er bis 1848 betrieb. Sein Lebenswerk war die Gründung und Herausgabe des "Polytechnischen Journals", deren erster Band 1820 im Cotta-Verlag erschien.
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Eucken, Rudolf, Philosoph (1846-1926).
Eigenh. Brief mit U. Jena, 12. VI. 1898.
2 SS. 8vo. An den Philosophen Walther Arnsperger: "Ich möchte Ihnen auch direkt aussprechen, wie sehr Ihre Habilitationsschrift und auch Ihre Antrittsrede mir gefallen haben, sie zeigen zugleich mit der Gründlichkeit der Forschung eine geistvolle Behandlung aus großen Gesichtspunkten, wie sie ja leider in unserer Zeit vorwiegender Detailforschung sich recht selten findet. Hoffentlich kommen Sie in nicht zu langer Zeit zum Abschluß eines größeren Werkes über Wolff, es würde das sicherlich viel erwünschte Aufklärung bringen und vielen willkommen sein; mir persönlich aber, der ich für jene Zeit schon der Terminologie wegen besonderes Interesse habe, würde es alsdann ein Vergnügen sein, für ein solches Buch nach bestem Vermögen einzutreten [...]". - Walther Arnspergers (1871-1902) Habilitationsschrift "Christian Wolffs Verhältnis zu Leibniz" war 1897 im Druck erschienen. Das größere Werk über Christian Wolff kam nicht zustande.
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Flamsteed, John, English astronomer (1646-1719).
Autograph document signed ("John Flamsteed, MR"). [London, probably 1 April 1712].
Oblong 8vo. 1 p. Previously unknown payment certificate for his assistant Joseph Crosthwait, written to the Ordnance Office: "I doe hereby certify that Joseph Crosthwaite has been employed as an extraordinary laborer under me from the last day of December past to the last day of March of this present year 1712 at the Observatory in Greenwich Park by Order of the Board. Being 90 days at 18 d a day - 6.15.00". "A number of similar documents, certifying Crosthwait's quarterly pay at various times, survives in different institutions (though they should properly be part of the Public Records)" (Forbes, p. 931, citing a total of seven known specimens in the Library of the British Astronomical Association, London, Staatsbibliothek Berlin, Edinburgh University Library, Historical Society of Pennsylvania, Columbia University Libraries, and at a 1983 Drouot Sale. - Flamsteed, the first Astronomer Royal, catalogued more than 3000 stars, accurately calculated the solar eclipses of 1666 and 1668, and was responsible for several of the earliest recorded sightings of the planet Uranus. Joseph Crosthwait was his longest serving assistant, remaining with the Observatory from 1708 until Flamsteed's death in 1719. At this point, the whole of the first volume of Flamsteed's "Historia Coelestis Britannica" had been printed together with much of the second. Crosthwait saw the second volume through to completion and organised the preparation and printing of the third. Cf. Eric C. Forbes (ed.), The Correspondence of John Flamsteed (Bristol/Philadelphia 2002), vol. 3, p. 930f.
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Hamm, Wilhelm von, Agrarwissenschaftler und Politiker (1820-1880).
Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 6. I. 1864.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An eine Redaktion: "Verehrte Redaction | beehre ich mich anbei, nach langer Pause, wieder einmal einen Beitrag zu übersenden. Er behandelt ein interessantes Thema ‚die Vogelsprache' und dürfte sich wohl des Beifalls erfreuen. Da ich wieder gänzlich zur Feder zurückgekehrt bin, so würde es mich sehr freuen, wenn Sie mir einige neue Aufträge geben oder mir erlauben wollten, Ihnen von Zeit zu Zeit einen Artikel einzusenden. Sollten Sie den heutigen verwenden wollen, so bitte ich, das Honorar stehen zu lassen, bis es von mehreren zusammen kommt; im gegentheiligen Fall darf ich wohl von Ihrer mir oft bewiesenen Freundlichkeit Rücksendung des Manuscripts erwarten […]". - Hamm wurde 1843 Prof. der Chemie und der Landwirtschaft in Hofwyl, 1844 Direktor der Ackerbauschule in Rütihobel bei Bern und redigierte seit 1847 die "Agronomische Zeitung". 1867 kam er nach Wien und trat in den österr. Staatsdienst ein. Zunächst Chef des Departements für Landwirtschaft, trat er 1868 in das neugegründete Ackerbauministerium ein und redigierte die Landwirtschaftszeitung der Wiener "Neuen Freien Presse". - Auf Briefpapier der Agronomischen Zeitung. Gefaltet.
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Husserl, Edmund, German philosopher and mathematician (1859-1938).
Autograph postcard signed. Freiburg im Breisgau, 15 Jan. 1926.
Oblong 8vo. 1 page. With autogr. address on reverse. To the German philosopher Eberhard Zwirner (1899-1984, later a well renowned phonetician), thanking for sending him an essay.
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Kukula, Wilhelm, Botaniker und Schuldirektor (1833-1909).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 20. IX. 1884.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. "Ich ersuche, uns auf Rechnung der Schülerlade 20 Kukula, Zoologie und 21 Kukula, Botanik zu senden und entweder einen größeren Rabatt zu gewähren oder aber den üblichen Rabatt mit 4-5 Gratisexemplaren zu bewilligen […]".
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Lanckoronski-Brzezie, Karl Graf, Kunstsammler und Archäologe (1848-1933).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 4. VI. 1880.
2 SS. 8vo. An einen Hofrat: "Hier das Packetchen für Freiherrn von Brenner in Warschau, das ich Ihrer Gefälligkeit empfehle. Je eher es hingelangen kann, um so lieber ist es mir natürlich […]". - Graf Lanckoronski-Brzezie unternahm 1882-84 eine archäologische Forschungsreise nach Kleinasien, begab sich dann mit dem Hans Makart nach Ägypten und unternahm später eine Weltreise. Er war Präsident der Gesellschaft für Denkmalpflege, Kurator des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Vizepräsident des Staatsdenkmalamtes und Generalkonservator Galiziens; daneben trat er als Förderer Makarts, Viktor Oskar Tilgners und Kaspar von Zumbuschs hervor. Vgl. Czeike III, 667. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf. Gefaltet.
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Laurop, Christian Peter, Forstwissenschaftler (1772-1858).
Eigenh. Brief mit U. Karlsruhe, 17. XI. 1819.
4 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. An einen Verleger: "Die überschickten Freyexemplare des 2 Heftes habe ich erhalten und werde Ihrer Bestimmung gemäß den für mich berechneten Honorar-Antheil, durch Anweisung auf Sie erheben. Sehr auffallend war mir aber in der Abrechnung die Anrechnung der Verlagshandlung von 11f 45x. Porto, wahrscheinlich wegen des derselben zum Druck zugesandte Manuskript. Eine solche Anrechnung ist mir noch nie von einer Buchhandlung und ich habe schon mit vielen in Verbindung gestanden, gemacht worden. Es war immer stillschweigende Bedingung und es ist auch ganz natürlich daß der Verleger alle Nebenkosten tragen muß […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf: "Die Herausgeber der Beiträge zur Kenntniß des Forstwesens in Deutschland. Oberforstrath Laurop zu Karlsruhe und Forstmeister Frhr. von Wedekind zu Darmstadt". Knittrig.
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Peez, Alexander von, Politiker, Industrieller und Nationalökonom (1829-1912).
Eigenh. Brief mit U. Velden am Wörthersee, 28. IX. 1881.
1¾ SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Kollegen: "Diese Zeilen sollen nur Begleiter sein einer Ihnen unlängst zugegangenen Brochüre über die Amerikanische Concurrenz. Bestehn auch zwischen uns verschiedne Ansichten über Handelspolitik, so bitte ich doch die kleine Schrift als Zeichen besondrer Hochschätzung zu genehmigen [...]". - Der versierte Ökonom Alexander von Peez war Verfasser zahlreicher einschlägiger Werke über ökonomische und politische Fragen der Zeit, darunter u. a. das wiederholt aufgelegte "England und der Kontinent" (Berlin, Borussia, 1910).
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Schlick, Moritz, Physiker und Philosoph (1882-1936).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. ("M. Schlick"). Millstatt, 23. VII. 1932.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An Karl Trötzmüller: "Lieber Herr Trötzmüller, hier sehen Sie das stille Plätzchen wo ich mich zu erholen suche.Es gelingt auch ziemlich gut, obgleich die Sonne wenig dazu mithilft. Hoffentlich scheint sie bei Ihnen freundlicher. Es muss sehr schön in Churwalden sein wenn Ihre Karte einen richtigen Begriff von Ihrer Gegend gibt. Ich danke Ihnen herzlich dafür. Saxophonblasen ist sicherlich sehr lustig; hoffentlich bekommt es Ihnen gut [...]". - Die Bildseite mit einer Ansicht der Baumblüte am Millstättersee; leichte Verwischungen.
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Schwerz, Johann Nepomuk von, Landwirt (1759-1844).
Eigenh. Brief mit U. Hohenheim, 17. VII. 1824.
3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Je me sers de l'occasion d'un voyageur agronome polonais (Mr. Fritzinski) pour répondre à la lettre obligeante, dont vous avez voulu m'honorer en date du 8 Juillet, et pour vous supplier de présenter mes profonds hommages et remerciement à la Société tant de la Collection de ses Mémoires, qui m'est parvenu par la voie de M M Treutel et Wurtz, que du livre, qui m'a été annoncé par votre lettre. - Je me trouverai honoré par l'insertion de quelques extraits de mes écrits dans les annales de l'agriculture française. J'ai l'honneur de joindre ici à cette même fin, pour autant que M M les Rédacteurs le jugeront à propos, un éclaircissement, que j'ai publiée, il y a quelque tems, dans une feuille allemande, touchant la comparaison des trois charrues par M Pictet, insérée dans les cahiers Septr et Octbr 1822 de la Bibl. universelle […]". - Nach dem Abbruch des Studiums der Rechtswissenschaften war Schwerz als Hauslehrer in Brabant tätig und widmete sich seit 1801 der Bewirtschaftung des Hofguts. Seine durch theoretische Studien und zahlreiche Reisen vertieften agrarwirtschaftlichen Kenntnisse führten ihn 1806 als landwirtschaftlichen Berater des französischen Präfekten nach Koblenz und Straßburg. 1815 von Ludwig Vincke mit der Beschreibung der Landwirtschaft der neuen preuß. Provinzen Westfalen und Rheinland beauftragt, wurde er 1818 Direktor der ersten deutschen Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Hohenheim bei Stuttgart, die er bis 1829 leitete. Schwerz gilt neben Albrecht Daniel Thaer als einer der Begründer der modernen Landwirtschaftswissenschaften.
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Soemmerring, Samuel Thomas von, Anatom und Anthropologe (1755-1830).
Eigenh. Brief mit U. ("Soemmering"). Frankfurt a. M., 3. III. 1826.
1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An Johann Gottfried Bremser, Arzt, Parasitologe und Kustos des k. k. Naturalienkabinetts in Wien (später Naturhistorisches Museum): "[...] Vor einigen Tagen ist eine große Kiste mit naturhistorischen Kostbarkeiten für Ihr k. k. Cabinett abgegangen. Bitte, nicht den mir versprochenen Medaillon meiner schönen Schwägerinn [sic] zu vergeßen, welcher nun auch in Paris großes Lob sich erworben hat [...] Trösten Sie Sich über Ihr Asthma mit mir, weil es mich denn doch bis ins 72ste Jahr zu tretten nicht hindern konnte. Ich leide weit länger daran, freylich das ein leidiger Trost socios habuisse malorum [...]". - Die Adreßseite mit schwarzem Lacksiegel; mit kleinem Ausschnitt durch Siegelbruch; kleine Randeinrisse.
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Stöckhardt, Ernst Theodor, Agrarwissenschaftler (1816-1898).
Eigenh. Brief mit U. Chemnitz, 10. I. 1859.
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten bezüglich seines Werkes "Der angehende Pachter. Die wichtigsten Lehren aus Praxis und Wissenschaft für den angehenden Landwirth zusammengestellt von E. Stöckhardt und A. Stöckhardt (Völlig umgearbeitete Auflagen des gleichnamigen Buches von G. H. Schnee. 6. Aufl. Braunschweig 1859, 7. Aufl. ebd. 1869): "Bei der Einsendung unserer Schrift: Der angehende Pachter an die hochgeehrte ökonomische Gesellschaft, erlaube ich mir gleichzeitig ein Exemplar zu Ihrer eigenen Benutzung beizulegen nicht nur als Zeichen meiner Hochachtung, sondern auch als Zeichen, dass ich mit dankbarer Erinnerung der Zuvorkommenheit gedenke, mit welcher Sie mir die Bibliothek Ihrer Gesellschaft eröffneten als ich die erste Idee zu dem Werkchen fasste, deren ursprüngliche Richtung ich freilich liegen laßen und somit die ganze Anlage fallen laßen musste. Erst nach Jahren nahm ich den Gedanken wieder auf und so entstand das Büchlein […]".
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Burton, Richard Francis, English explorer and diplomat (1821-1890).
Autograph letter signed ("R. F. Burton" and in Arabic). [London], 15. X. 1885.
16mo. 4 pp. on bifolium with United Services Club embossed letterhead. In custom quarter morocco folder. To Colonel Montgomery, referencing the success of the "Arabian Nights": "[...] To my great astonishment The Nights has hit the public taste: it has of later years been so stuffed with goody-goody, namby-pamby Maria-Matilda that it wants 'strong meat' and by Jove it has got it. We had the pleasure of seeing my good friend Thayer here and I (unhappily) forgot to put his name down for the Athenaeum Club - London without a club is like a park without games. We are both living well under influence of beef and port (wine) and shudder at the lean flesh pots of Trieste (veal) [...]". - Burton published his famous translation of the "Arabian Nights" ("The Book of the Thousand Nights and a Night") in a private printing for the Kama Shashtra Society in 1885. The private publication, by subscription only, was necessary to avoid Victorian obscenity strictures. - Reinforcement at fold, a little smudging to signatures.
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Beethoven, Ludwig van, composer (1770-1827).
Fidelio. Eine Grosse Oper in 2 Aufzügen. Vienna, Artaria, [1814].
Oblong folio. Engraved piano score with the text. Untrimmed. First printing of the first edition of Beethoven's only opera; of the utmost rarity. Inscribed on the title page, in Beethoven's own hand, to his benefactor Pasqualati (1777-1830), in whose house the composer then lodged: "Seinem werthen Freunde Baron von Pasqualati vom Verfasser" ("To his dear friend Baron Pasqualati, from the author"). - No more than three copies of this first edition bearing Beethoven's autograph inscription are known; the present one is described by Kinsky/Halm as follows: "This copy from the collection of the Society of Friends of the Music in Vienna (cf. no. 893 in the guide-book to the Centenary Exhibition, Vienna 1927) was presented to the conductor Arturo Toscanini by the Austrian Government on 1 November 1934 on the occasion of a performance of Verdi's 'Requiem', directed by him, as a gift of honour (cf. 'Philobiblon' VIII, 6)". - Professionally cleaned with repairs to gutter. Collection stamp of the Society of Friends of the Music in Vienna on title page and verso of final leaf. Beethoven's autograph inscription pencilled across the blank margin of the title page. - The present dedication copy was not publicly shown since the great 1927 exhibition in honour of the centennial of Beethoven's death; it was latterly considered lost (as are the other two dedication copies of "Fidelio" described in the catalogue of Beethoven's works). We acquired it directly from Toscanini's estate in spring 2016. Literature (all referencing this copy): Beethoven und die Wiener Kultur seiner Zeit (= Führer durch die Beethoven-Zentenarausstellung der Stadt), Wien 1927, 893. Philobiblon VIII (1935), 6. Kinsky/Halm, Werkverzeichnis Beethoven, 184.
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Degas, Edgar, Maler und Bildhauer (1834-1917).
Autograph letter signed ("Degas"). No place or date, "mercredi".
8vo. 1 p. To an unknown recipient, wishing a happy New Year and stating that health problems prevented him from joining them that evening: "Ces souhaits de bonne année, chère Madame, je ne puis que vous les envoyer. Hier soir j'étais si courbaturé que je n'ai pas osé sortir […]". - Small traces of mounting.
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[Boxer Rebellion].
Two field postcards of a soldier ("Emil") of the German troops at the second international expeditionary force in China. China, 1901.
(Oblong) 8vo. Altogether (1+1 =) 2 pp. on 2 fol. Each with autogr. address and a fine watercolor. Interesting documents from the China campaign on the occasion of the Boxer Uprising (aka Righteous Harmony Society Movement). The author reports to his cousin in Munich about the advance of the troops and various military operations, especially those in Tshang-cheng in March 1901, illustrating the battle in the mountains near the city. The other map shows the city walls of Beijing, represented "by a German painter." - Small damages to edges, slight kink fold and slightly browned.
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Liszt, Franz, Austro-Hungarian composer (1811-1886).
Autograph letter signed ("FL"). [Rome, c. 1863-1865].
Small 8vo. ½ p. In French. To an unknown recipient, giving him the address of the French composer Louis Delâtre: "Voici l'adresse de M. Louis Delâtre: 73, Via della Scala, Firenze: et une infinité de remercimens […]". - Provenance: Robert Bory, musicologist.
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Rossini, Gioachino, composer (1792-1868).
Autograph letter signed ("G. Rossini"). Bologna, 31. III. 1843.
8vo. 1 p. on bifolium. To Sig. Campieri at Mantova, a letter of recommendation for a clarinet player: "[...] io ve lo raccomando col massimo calore [...]". - Somewhat browned and spotty, and some damages to edges.
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Hedin, Sven, Swedish explorer and geographer (1856-1952).
Autograph portrait postcard signed. [Stockholm, 1945].
(Oblong) 8vo. 1 p. With autogr. address. Sending greetings to Mr. Herrn H. J. von Kleist. - Stamp cut out; picture side with printed signature.
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[Erster Weltkrieg - Kaindl, Hans, k. u. k. Soldat (D. n. e.)].
Portraitpostkarte. O. O. u. D.
1 S. 8vo. Verso von zeitgenöss. Hand bezeichnet: "Herr Hans Kaindl, Wien. / schwer verwundet in Galizien im August 1915. / Aufnahme bevor er ins Feld gieng". - Die Bildseite mit einer ganzfigürlichen Portraitaufnahme, die Textseite etwas angestaubt.
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[Oginski, Michal Kazimierz, polnischer Komponist (1728-1800)]. - Pelican, Wenceslaus, Musiker im Dienste Oginskis (fl. um 1790).
Eigenh. Brief mit U. Slonim, Litauen (heute Weißrussland), 15. X. 1802.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An seine Schwester und deren Mann, bezüglich der Abhandlung des Nachlasses des polnischen Fürsten und Musikers Michal Kazimierz Oginski, Großhetman von Litauen, und der politischen Verhältnisse nach der Dritten Polnischen Teilung 1795: "Hiermit bekenne den Empfang Ihres [...] Schreibens, welches ich mit vielem Vergnügen den 2ten Augusti erhalten habe und daraus ersehen, wie Sie zwar gesund sind, aber daß es Ihnen nicht nach Wunsche ergeht, welches letztere mir sehr unangenehm war zu vernehmen. Sobald ich so glücklich seyn werde mein Vermächtnis von dem Seel. Grafen Oginski in meine Hände zu bekommen, so werde ich trachten auch Ihnen samt meiner lieben Schwester etwas mitzutheilen. Es sind schon 2½ Jahre vorbey daß der Graf gestorben ist, und noch bis dato ist das Testament nicht ausgeführt worden. Einige Diener des Seel. Grafens die in Warschau waren, sind schon befriediget, aber weil hier in Lithauen noch viele Schulden zu tilgen sind, so müssen erst diese befriediget werden, und dann wird erst das Vermächtniß Statt haben, dieses kan aber noch eine Zeit dauern, also haben Sie noch Geduld, bis hier in Lithauen die glückliche Stunde schlagen wird, alsdann werde ich auch meine Liebste Schwester gewiß nicht vergessen [...] In unserem Lande ist alles bey der alten Einrichtung geblieben, das Land wird so regiret wie es vor diesem war, als noch Pohlen existierte, der Kayßer von Rußland hat denen Prowintzen (die Er in Besitz genohmen hat) alle Ihre alten Rechte, und Privilegien gelassen, wir därfen hier über nichts klagen, und besonders ich als ein Ausländer, und Musicus von der freyen Kunst, denn diese sind von allen Abgaben frey [...]". - Der Musiker, Dichter und Staatsmann Oginski beherrschte die Violine, Klarinette und Harfe (der Artikel über letzteres Instrument in Diderots "Encyclopédie" stammt von ihm); er trat als Komponist von Opern, Balletten, Liedern und Tänzen hervor. "From 1771 Oginski maintained an opera company with ballet and orchestra at his residence at Slonim, Lithuania; it had a large repertory of Polish, Italian, French and German operas and symphonies" (New Grove XIII, 518).
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Munch, Edvard, Norwegian painter (1863-1944).
Autograph calling card signed ("EM"). N. p. o. d.
Calling card format. 1 p. To his relative, the Norwegian painter Ludvig Orning Ravensberg (1871-1958), who also helped Munch with some of his exhibitions.
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Cervelli, Fortunato, Unternehmer (1683-1755)
Eigenh. Brief mit U. Ferrara, 12. XII. 1734.
½ S. Folio. In italienischer Sprache an einen nicht ermittelten Adressaten: "Si porto il Sig. Gov. di Argenta a Ferrara, ed ho subito parla e riparlai a S. Cm. dimodoche vedra l'acluso viglietto al quale non ho datto risposto [...]". - Stärker fleckig und mit Feuchtigkeitsspur, bis in die Unterschrift reichend.
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Cranz, Christl, Skirennläuferin (1914-2004).
Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. Mit ms. adr. Kuvert. Die Aufnahme zeigt die "dominierende Läuferin der 1930er Jahre" (Wikipedia) zusammen mit einem nicht identifizierten NS- Funktionär.
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Franz II. (I.)., röm.-dt. (österr.) Kaiser (1768-1835).
Eigenh. Antwortentwurf mit U. Schönbrunn, 29. V. 1834.
¼ S. im Halbbruch (Fragment). Entwurf zu einem vom Sekretär auszufertigenden Handschreiben an Vincenz Eduard Milde (1777-1853), Erzbischof von Wien: "Ich werde sie mit Vergnügen Samstag den 31ten May vormittags von 9 Uhr frühen, wenn es ihnen am gelegensten ist, in Schönbrunn empfangen, und wünsche übrigens daß ihnen die Kur in Karlsbad gut bekomme". - Links im Halbbruch einer Supplik oder eines Berichts Mildes vom 20. Mai, dessen Schluss (von Schreiberhand) noch erhalten: "Ich werde alle wichtigeren Geschäfte auch während dieser Zeit von dort aus selbst besorgen [...]" (darunter Mildes eigenh. Courtoisie und Unterschrift). - Gefaltet.
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Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen, später als Friedrich III. deutscher Kaiser (1831-1888).
Empfehlungsschreiben mit eigenh. U. Karlsbad, 10. V. 1870.
1 S. auf Doppelblatt mit Blindprägung. Kl.-Folio. An den preußischen Generalmajor der Infanterie Hermann Heinrich Theodor von Tresckow (1818-1900): "Beikommend übersende Ich Ihnen ein an Mich gerichtetes Gesuch des Majors von Rothenburg vom 7ten Ostpreußischen Infanterie-Regiment No. 44, welcher Mir aus seinem früheren dienstlichen Verhältniß im 2ten Armee-Corps persönlich bekannt ist, worin derselbe um Versetzung in ein anderes Regiment respective um zur Dispositionstellung unter gleichzeitiger Ernennung zum Landwehr-Bezirks-Commandeur bittet, unter dem Anheimstellen dieses Gesuch zu berücksichtigen, falls eine paßende Gelegenheit sich finden sollte [...]". - Erledigungsvermerk; etwas angestaubt bzw. fleckig; Faltspuren. Ohne die erwähnte Beilage.
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Hadschi Loja, volkstümlicher Name für Salih Vilajetovic (1834-1887).
Blatt mit eigenh. Namenszug (arabisch). [Theresienstadt, 1879].
1 S. Qu.-8vo. 2 Zeilen in arabischer Schrift, hs. unterlegt in lateinischer Schrift: "Mohamed Hafiz Hatschi Loja / alt Jahr 49 Sarajewo Bosnien". - Ein beiliegendes Kuvert mit dem hs. Vermerk: "Aus der Gefangenenschaft Hadschi Lojas in Theresienstadt 1879" und kurzen biographischen Notizen. - Hadschi Loja (hadschi = Mekkapilger, kroatisch lojar = Talgarbeiter, Unschlittbereiter), war ein fanatischer bosnischer Moslem, der bereits 1872/1873 seine Glaubensbrüder gegen die Errichtung der christlich-serbischen Kirche in Sarajewo aufwiegelte. Gewalttaten an Christinnen und Christen, wie Plünderungen, Raub und Totschlag, im Kampf für den Islam und die alte bosnische Freiheit - wobei er sich offenbar auch persönlich bereicherte - ließen ihn beim einfachen Volk zum Freiheitskämpfer werden. Seine Agitation gegen die "Ungläubigen" erreichte vor und während der Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch die Österreicher (1878) ihren Höhepunkt. Am 27. September 1879 erkannte ihn das Garnisonsgericht Sarajewo nach dem Standrecht wegen "des Verbrechens wider die Kriegsmacht des Staates und der öffentlichen Gewaltthätigkeit durch Erpreßung schuldig, und verurtheilte ihn zum Tode durch den Strang". Aufgrund einer Anordnung Franz Josephs I. vom 7. Juli 1879 wurde die Todesstrafe ausgesetzt; das Gericht wandelte sie in eine fünfjährige schwere Kerkerstrafe um, die der Hadschi in Theresienstadt verbüßte. Durch die verhältnismäßig kurze Kerkerstrafe sollte vermieden werden, aus dem Gefangenen einen politischen Märtyrer zu machen. 1884 schickte man ihn ins Exil, zu dem er mit seiner Familie Mekka wählte.
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Hadzi Lojo, Bosnian Muslim folk hero (i. e. Salih Vilajetovic, 1834-1887).
Leaf signed in Arabic. [Theresienstadt, 1879].
Oblong 8vo. 1 page. Two lines in Arabic. - The fanatical Bosnian Muslim Vilajetovic, popularly known as "Hadzi Lojo", repeatedly incited his fellow believers to violence agains Bosnian Christians and their churches. His fearless struggle for a conservative, backwards-oriented Islam and the old Bosnian freedoms, fought by way of murder, theft and plunderings which made him wealthy, spread his fame and made him a popular hero. His agitation against the "unbelievers" climaxed during the Austrian occupation of Serbia and Herzegovina, which the Ottoman sultan had relinquished at the Congress of Berlin in 1878. Hadzi Lojo led a mob to the pasha's residence in Sarajevo and called upon Muslims to turn against Ottoman rule and resist the coming of the Habsburg army. He was sentenced to death in 1879, but the sentence was committed to a short prison term in Theresienstadt (Terezin in Bohemia), as Emperor Franz Joseph did not wish to create a political martyr. In 1884 he was released and sent into exile, as which he chose Mecca.
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Hübler, Anna, Eiskunstläuferin (1885-1976).
Portraitpostkarte mit eigenh. U.und eh. Briefkarte mit U. O. O. u. D.
1 S. Qu.-8vo. Die Briefkarte zur Übersendung der Portraitpostkarte an Staatsbankinspektor Max Gantner.
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Maresuke, Nogi, japanischer General (1849-1912).
Blatt mit japanischem Schriftzug. Beiliegend zwei Zeitungsausschnitte. O. O. u. D.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
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