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Scharwenka, Xaver, Komponist, Pianist und Musikpädagoge (1850-1924).
Eigenh. Postkarte mit U. [Poststempel: Berlin, 28. IX. 1916].
2 SS. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Schriftsteller Wilhelm Spohr über ein geplantes Konzert: "Heinemann [d. i. der Sänger Alexander Heinemann] ist verreist & kommt erst am 5. Oktbr nach Berlin, dann will ich die Verhandlungen mit ihm gleich anknüpfen; er hat seinen ständigen Begleiter, der übrigens ein sehr tüchtiger Pianist ist. Sonst könnte ich Ihnen Alfred Küntzel warm empfehlen, der jedenfalls in seinen Ansprüchen bescheiden ist. An Frl. v. Götz [d. i. die Sängerin Maria Mora von Götz] habe ich Nachricht bezügl. der Liedertexte etc. gelangen lassen; so hoffe ich, Ihnen das Programm ehestens zugehen lassen zu können [...]".
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Schmeidel, Hermann von, Musikpädagoge, Komponist und Dirigent (1894-1953).
Eigenh. Brief mit U. St. Wolfgang, 18. I. 1947.
2 SS. 8vo. An den Musikverleger Karl Vötterle (1903-75) über die schwierige Lage in Salzburg nach dem Krieg: "Nachdem ich - als Stellvertreter des fast immer in der Schweiz lebenden Paumgartner im Oktober das Mozarteum übernommen hatte, überfielen mich Feinde und Krankheit. Alles kommt jetzt in Ordnung, nur die auch in Salzburg unvorstellbar schwierigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse nicht. Über Ihren heldenhaften Wiederbeginn habe ich mich ungemein gefreut und zolle Ihnen höchsten Respekt! [...] Wie schön, daß man über das Musikleben bei Euch nur Gutes hört & liest!! Wollte Gott, wir kämen hier auch so weit! [...]". - Mit Stempel der amerikanischen Militärzensur. Kleine Randläsuren.
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Scholz, Bernhard, Dirigent (1835-1916).
Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. Main, 7. IV. 1897.
1 S. 8vo. An eine Redaktion über die Beerdigung von Johannes Brahms: "Verehrlicher Redaktion beehre ich mich hiermit Abschrift eines Telegramms zu geben, welches soeben von der Deputation, welche das Dr. Hoch'sche Conservatorium zur Beerdigung von Joh. Brahms nach Wien gesandt hat, den Herren: E. Engesser [d. i. der Pianist Ernst Engesser], Prof. I. Knorr [d. i. der Komponist Iwan Knorr, 1853-1916], L. Uzielli [d. i. der Pianist Lazzaro Uzielli, 1861-1943] eingetroffen ist [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Hoch'schen Konservatoriums. - Mit kleinen Randläsuren.
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Senkrah, Arma, Violinistin (1864-1900).
Brief mit eigenh. U. und eh. Visitkarte. Nürnberg und Weimar, 7. III. 1887 und o. D.
Zus. 5 SS. auf einem Doppelblatt und einem Einzelblatt. 8vo und Visitkartenformat. An eine Redaktion mit der Bitte, in der Zeitung eine Erklärung für die Absage ihres Konzerts zu bringen: "Hochverehrliche Redaction erlaube ich mir im Namen von Frl. Senkrah ergebenst zu benachrichtigen, daß wir heute als bald nach unserer Ankunft [...] in Ihrem Redactionslocal vorsprachen, da wir zu unserer größten Verwunderung erfahren hatten, daß Herr Hofmusikalien-Händler Zierfuss ohne irgend welchen Auftrag erhalten zu haben das Concert abgesat hatte und wir deßhalb bei Ihnen die Bitte anbringen wollten, einige erklärende Zeilen in Ihrer werthen Zeitung zu bringen. Herr Zierfuss hatte angenommen, daß wir, da uns der Zug von München [...] nicht mitgebracht, wir ueberhaupt nicht hier eintreffen würden. Wir möchten nun bitten, daß Sie in der nächsten Nummer eine Notiz darüber veröffentlichen, daß Frl. Senkrah und ihre Begleitung zeitig genug angekommen, also ohne jede Schuld ist. Das Verfahren des Herrn Zierfuss ist uns durchaus räthselhaft; wenn Frl. Senkrah nicht hätte ankommen können, würde dieselbe natürlich abtelegraphirt haben. Frl. Senkrah bedauert es sehr, Sie nicht selbst getroffen zu haben, ebenso, daß sie sich nicht wieder hier hat hören lassen können [...]". - Geschrieben von der Liszt-Schülerin Emma Grosscurth; zusätzlich zur Unterschrift Senkrahs auch diejenigen Grosscurths sowie des Sängers Werner Alberti (1861-1934). Die Visitkarte mit Dankesworten: "Mille remerciments et compliments". - Visitkarte alt auf Trägerkuvert montiert. Das Kuvert auf Papierträger montiert, mit biographischen Notizen von alter Sammlerhand verso.
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Sousa, John Philip, American composer and conductor (1854-1932).
Autograph signature. N. p. o. d.
12mo (99 x 78 mm). Black ink on cardboard. With a minimal stain and a pinch fold to the lower right margin.
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Stern, Julius, Musikpädagoge und Komponist (1820-1883).
Eigenh. Brief mit U. O. O., 2. IX. 1864.
1 S. 8vo. An einen Julius, möglicherweise ein Notenstecher, über Korrekturen: "Nun ist die Fauststelle in Ordnung. Aber die Tempofrage müßte nun noch durch Frau Schumann oder Herrn Bargiel erledigt werden. So wie die Tempobezeichnung jetzt ist, kann Sie unmöglich gemeint sein. Bringen Sie die Stelle in Ordnung […]". Bei dem "Faust" mag es sich um Robert Schumanns "Szenen aus Goethes Faust" gehandelt haben, die komplett (d. h. einschließlich der Ouvertüre) erstmals am 14. Januar 1862 im Kölner Gürzenich-Saal unter dem Dirigat von Ferdinand Hiller aufgeführt worden waren. Clara Schumann hatte bis zum Vorjahr (1863) in Berlin gelebt; ihr Halbbruder Woldemar Bargiel wurde 1864 Leiter der Musikschule der "Maatschappij tot bevordering der Toonkunst" in Rotterdam. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf des von Stern mitbegründeten "Conservatoriums der Musik". Etwas knittrig und mit kleineren Randläsuren.
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Stöhr, Richard, Musiktheoretiker und Komponist (1874-1967).
2 eigenh. Briefe mit U. Wien und o. O., 20. I. und 26. II. o. J.
Zus. 7 SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An die Sängerin Emma über ein Konzert in Berlin, bei dem er sie gerne auftreten sehen würde: "Ich habe gehört, du warst wieder so nett gegen meinen Schüler Brailowsky, der in Berlin konzertirte, daß ich dir doch speziell für deine Liebenswürdigkeit danken muss [...] Weißt du, dass nächste Saison Marteau [d. i. der Komponist Henri Marteau, 1874-1934] mir einen Abend in Berlin veranstaltet, bei welchem nur Werke von mir zur Aufführung gelangen sollen? Ich habe stark daran gedacht, dich zu bitten, dass du an diesem Abend mit Marteau u. Genossen mein neues Klavierquintett spielst. Als ich in Leipzig war u. mit Hertha darüber sprach, zerstörte sie jedoch meine Illusionen u. sagte mir, du spieltest niemals mehr öffentlich. Ist das richtig? Und möchtest du nicht einmal eine Ausnahme machen? [...] Ich komme Anfangs Feber nach Leipzig wo ich viel u. oft musikalische Erfolge habe. Nur Berlin hat sich mir bisher immer verschlossen, umsomehr freue ich mich, endlich auch dorthin zu kommen u. dich in deinem Heim begrüßen zu können [...]". - An dieselbe über Konzerte in Berlin und mit der Aufforderung, mit ihren Chansons in Wien aufzutreten: "Sei nicht böse, dass ich dir auf deinen Brief erst heute antworte. Grund davon ist der, dass ich dir mein Quintett schicken wollte u. es nun erst nicht thun kann, weil inzwischen ein Leipziger Verlag es mir abgekauft hat. Du musst dich also noch gedulden. Ich bin aber ganz überzeugt, dass es dir gut liegen wird [...] Es wird dich vielleicht interessiren, dass am 6. März in Berlin ein grosses neueres Werk für Orchester u. Orgel [...] von mir unter Havemann [d. i. der Violinist und Dirigent Gustav Havemann, 1882-1960] mit dem Blüthnerorchester zur Erstaufführung kommt [...] Da ich nun nicht selbst in Berlin sein kann, läge mir umsomehr daran, wenn du, liebe Emma, hineingingest u. mir dann berichten würdest, wie die Aufführung war [...] Ich freue mich von dir zu hören, dass du mit deinen Chansons soviel Erfolge hast u. möchte dich furchtbar gern in Wien auftreten sehen. Warum versuchst du's nicht? [...]". - Ein Brief mit Absenderstempel. Mit kurzen biographischen Notizen von alter Sammlerhand in Bleistift.
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Stokowski, Leopold, British conductor (1882-1977).
Typed letter signed. New York, 18. III. 1968.
Oblong 8vo. 1 page. To Raoul R. Ronson, President of the Okra Music Corporation, thanking for scores: "Thank you for the scores of Sydeman's Oecumenicus and Reif's Fanfare and Fugato. The last is very interesting but the photocopy is difficult to read on some pages. Could another photocopy be made with the notes much blacker? [...]". - On headed stationery. With traces of former stapling.
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Straube, Karl, Organist und Kantor (1873-1950).
Eigenh. Brief mit U. und eh. Postkarte mit U. Leipzig, 1926.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 2 Bll. 4to und qu.-8vo. Die Karte mit eh. Adresse. An den Kirchenmusiker, Dirigenten und Musikwissenschaftler Hermann Poppen in Heidelberg über ein geplantes Konzert des Thomanerchors: "Wegen des Thomanerkonzertes muß ich noch eine Frage mit Ihnen beschreiben und zwar die, ob es Ihnne und Ihrem Vorstand erwünscht wäre, wenn Günther Ramin in dem Konzerte als Orgelspieler mitwirken würde! […]" (Brief v. 20. VIII.). - "Ramin verteuert nicht, kommt also mit. Das Programm lautet […]" (Postkarte v. 2. IX.). - Karl Straube war 1918 als Nachfolger von Gustav Schreck zum Leipziger Thomaskantor berufen worden. Das Amt des Organisten an der Thomaskirche hatte er Günther Ramin übertragen, der 1944 als einer von nur zwei Organisten auf Goebbels' "Gottbegnadeten"-Liste stehen sollte. - Der Brief mit kleinen Randläsuren, die Karte tadellos.
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Toscanini, Arturo, Italian conductor (1867-1957).
Autograph signature. N. p., 27. IV. 1936.
Visiting card format. On autograph card with the lithographed caption "Autograph". With date stamp and collector's signature on verso. - Some foxing.
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Urspruch, Anton, Komponist (1850-1907).
Eigenh. Briefkarte mit U. Frankfurt a. Main, 6. IV. 1895.
1 S. Qu.-8vo. An einen Redakteur mit der Bitte um Aufnahme eines Beitrags: "Sie würden mich sehr verpflichten, wenn Sie die Freundlichkeit haben wollten, der beifolgenden kleinen Notiz eine Aufnahme in der 'Kleinen Presse' zu gewähren. Ich danke Ihnen im Voraus verbindlichst für Ihre Freundlichkeit und verbleibe mit dem Ausdruck meiner Hochschätzung [...]". - Ohne die erwähnte "Notiz". Mit Spuren alter Montage verso.
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Vives i Roig, Amadeo, Komponist (1871-1932).
Eigenh. Brief mit U. Buenos Aires, [13.] VI. 1924.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. In spanischer Sprache an Hilda de Weis über die Partitur seiner Zarzuela "Doña Francisquita" (1923), die er ihr gerne zukommen lassen würde, was ihm allerdings aufgrund der Konkurrenz zwischen den argentinischen und spanischen Verlegern nicht möglich sei, sowie mit dem Angebot, die Partitur in Spanien zu bestellen und sich dieselbe durch einen Freund nach Argentinien schicken zu lassen: "Distinguida señora: Ignoro el medio de proporcionar à V. un ejemplar de la partitura de 'Doña Francisquita'. Yo mismo he querido obtenerla no me ha sido posible. Se parece sino que los editores argentinos y españoles, sostienen un pugilato, para llevar el negocio editorial al maximum del decredito y del desorden. Lo unico que puedo hacer en obsequio à V. es pedir un ejemplar à España. Uno de estos dias escribiré à un amigo encargandole de remitir à Buenos Aires y en cuanto lo reciba tendré sumo gusto en proporcionarselo à V. [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Hotel Cecil in Buenos Aires.
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Volkmann, Robert, Komponist (1815-1883).
Eigenh. Brief mit U. Wien, 9. V. 1855.
2 SS. 8vo. An einen "verehrten Freund" über "die gewünschte Musikbeilage zu Ihrer Zeitschrift", von der er hoffe, dass sie noch rechtzeitig komme: "Ich wünsche, daß Ihnen u. Ihren Abonnenten das Stückchen gefallen möge. Da ich gar keinem Corrector traue, so möchte ich die letzte Revision gern selbst besorgen; Ihr H. Verleger brauchte zu diesem Zwecke den Abdruck nur unter Kreuzband an meine Adresse (Wieden Paniglgasse 54) zu befördern, aber ohne Manuscript, weil dadurch das Porto wohl 20fach vertheuert würde". - Weiters über die im Februar des Jahres von Leopold Alexander Zellner neugegründeten "Blätter für Musik, Theater und Kunst" (die, anders als von Volkmann vermutet, doch immerhin bis 1873 erscheinen sollten), den Pianisten und Komponisten Carl Debrois van Bruyck und den Musikschriftsteller und Musikkritiker Ferdinand Graf Laurencin: "Wie gefällt Ihnen Zellners Musikzeitung? Hier findet man sie im Ganzen matt u. partheiisch (d. h. aus unedeln Motiven); dem Blatte verspricht hier jedermann nur kurze Dauer. (Doch dieses unter uns!) Wie sind Sie mit v. Bruyk zufrieden? Daß Sie auch den Grafen Laurencin nicht vernachlässigen, finde ich ganz gut; er ist passionirter Musikfreund, passionirter Musikliterat, dabei sehr gutmüthig u. dienstfertig, kann Ihnen daher noch von Nutzen sein […]". Verso mit einem kleinen Montagerest, sonst sehr gut erhalten.
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Wagner, Siegfried, Komponist (1869-1930).
Eigenh. Postkarte mit U. B[ayreuth], 6. I. 1922.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An Otto Hödel, Redakteur bei der Grazer Tagespost, mit Dank für seine Unterstützung zur Wiederbelebung der seit dem Ersten Weltkrieg ausgesetzten Bayreuther Festspiele sowie bedauernd, derzeit kein Konzert in Graz geben zu können: "Das liess sich denken, dass unsre famosen treuen Grazer kräftig am Werk sein würden, unsrem armen Bayreuth auch mit auf die Beine zu helfen! Unsern herzlichsten Dank dafür. Was die Frage des Dirigierens in Graz anbelangt, so geht es jetzt leider nicht! Ich bin bis gegen Ende April mit Concert-Dirigieren voll besetzt und nachher muss ich hier sein für die bevorstehenden dringendsten Vorarbeiten! Mit aufrichtigem Bedauern und wärmsten Wünschen für das neue Jahr bin ich Ihr sehr ergebener [...]". - Mit kleinen Randläsuren, teils alt repariert.
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Weissmann, Frieder, Dirigent (1893-1984).
Eigenh. Brief mit U. New York, September 1923.
1 S. 4to. In englischer Sprache mit einer Empfehlung der niederländischen Mezzosopranistin Ré Koster (1900-96) für eine Lehrstelle: "To whom it may concern: Ré Koster de Jong is to my knowledge one of the most musical woman-singers I ever met. Her knowledge of practically all styles of our art, in any language and of any time, is superb. Her strength of communicating her artistry has always been unforgettable to me. To ensure her services for teaching purposes will be of the greatest advantage to the ones, who are privileged enough to take advantage of Ré Kosters magnificent talent [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Sociedad de la Orquesta Filarmónica de La Habana. Kl. Papierdurchbruch. Mit biographischen Notizen von alter Sammlerhand in Bleistift.
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Wellesz, Egon, Komponist und Musikwissenschaftler (1885-1974).
Eigenh. Brief mit U. Wohl Oxford, 24. I. 1949.
1¾ SS. 4to. An den Klarinettisten und Komponisten Friedrich Wildgans über eine geplante Aufführung seiner Kantate "Das bleierne und das goldene Echo" und seine gegenwärtige Arbeit: "Von meinem Freund Schollum in Linz hörte ich, dass er hoffe, Sie würden in der Linzer Aufführung meiner Kantate […], die Dr. Thanner sehr schön aus dem Englischen übertragen hat, den Klarinettenpart übernehmen. Sie können sich denken, wie mich das freuen würde […] Es ist schon ein halbes Jahr verstrichen, seit wir uns gesehen haben und ich habe die Partitur meiner 2ten Sinfonie beendet und gestern die Partitur eines Oktett[s] in 5 Sätzen, das ich für Professor Boskovsky und seine Vereinigung komponiert habe. Ich wünsche mir sehr eine Aufführung in Salzburg, da das Werk auf eine neue Weise die österreichische Tradition fortsetzt [...]". - Robert Schollum war 1946 Leiter der Linzer Städtischen Musikdirektion geworden; 1952 sollte er Musikberater des Kulturamtes und 1953 städtischer Musikdirektor werden. Der mit Wellesz befreundete Journalist und Übersetzer Erich Thanner sollte später von 1967 bis 1976 die katholische Wochenzeitung "Die Furche" herausgeben und 1979 eine neubearbeitete Übersetzung von Pierre Boulles Erfolgsroman "Die Brücke am Kwai". Der Violinist und Dirigent Willi Boskovsky hatte im Jahr zuvor (1948) sein "Boskovsky-Quartett" gegründet, das sich, durch Kontrabass und Bläser verstärkt, das "Wiener Oktett" nannte und aus Stimmführern der Wiener Philharmoniker bestand. Wellesz' Hoffnung auf eine Aufführung seines Oktetts op. 67 in Salzburg sollte sich erfüllen: Als letztes Kammerkonzert der Salzburger Festspiele 1949 gab das "Boskovsky-Quartett" am 25. August Wellesz' Quartett zusammen mit zwei Werken von Schubert. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
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Woyrsch, Felix, Komponist, Organist und Chorleiter (1860-1944).
Eigenh. Brief mit U. [Hamburg], 15. II. 1920.
2 SS. 8vo. An einen "sehr geehrten Herrn Doctor" mit der Mitteilung von einer Aufführung "meines neuen Oratoriums 'Da Jesus auf Erden ging' [...] Sollte es Ihnen möglich sein, der Aufführung beizuwohnen, so würde es mr eine ganz besondere Freude machen, Sie dort begrüßen zu können, wenn jedoch die heutigen Reiseschwierigkeiten Sie von dem Besuch der Aufführung abhalten sollten, so werde ich mir erlauben, Sie auf der Rückreise von Stuttgart in Heidelberg aufzusuchen".
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Woyrsch, Felix, Komponist (1860-1944).
Eigenh. Briefkarte mit U. Altona, 11. I. 1900.
1 S. 8vo. Mit eh. Adresse. An die Redaktion der Kleinen Presse in Frankfurt mit der Bitte um einige Exemplare der aktuellen Ausgabe: "Mit verbindlichstem Dank für die freundliche Besprechung der Aufführung meiner Passionsmusik (Concert des Rühlschen Vereins am 8. Jan.) bitte ich um gef. Zusendung von 6 Exemplaren der betreffenden Nummer und gestatte mir den Betrag in Postmarken beizufügen [...]". - Spuren alter Montage.
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Mariot, E[lla] (d. i. Margarethe Naumann), Schauspielerin (geb. um 1850).
Eigenh. Brief mit U. Obermais (Meran), Gilmstraße 100, "bei Frau Pilz", 27. IV. 1892.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Herrn Steiner zum Kauf von dessen Münchner Ölbildern: "Wollen Sie mir ein Verzeichniß Ihrer Münchner Oelbilder schicken, mit genauester Preis-Angabe? Ich habe die Sachen einer Dame in Wien empfohlen, welche sich neu einrichtet und gerne eine Gelegenheit benützen möchte etwas 'sehr Schönes und Gutes' zu kaufen [...]". - Die gebürtige Dresdnerin Ella Mariot, eine berühmte Schönheit, spielte u. a. in Berlin, Breslau, München und Wien.
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Bauer, Louis Agricola, Geophysiker (1865-1932).
Eigenh. Postkarte mit U. Washington, D. C., 22. XII. 1901.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. An den Physiker und Seismologen Emil Wiechert: "Wollen Sie mir freundlichst eine Beschreibung Ihres Pendulum Apparates für seismolog. Beobachtungen und wenn möglich den Kosten Preis mitzutheilen [!]? Ich gedenke seismologische Beobachtungen [...] auszuführen [...]". - Im linken Rand gelocht (keine Berührung des geschriebenen Textes).
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Below, Georg von, Verfassungs- und Wirtschaftshistoriker (1858-1927).
Eigenh. Brief mit U. Mit eigenh. Postskriptum mit U. von Erich Marcks. Freiburg i. Br., 13. III. 1922.
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Im Namen der historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an einen Beamten in Stralsund mit der Bitte, im Stralsunder Stadtarchiv einen Archivarsposten zu schaffen, sowie dem Vorschlag, dafür den bei von Below promovierten Historiker Walter Möring (1877-1945) in Betracht zu ziehen: "Als Referent der historischen Kommission bei der Münchener Akademie der Wissenschaften habe ich von Herrn Dr. Möring, der im Sommer 1921 am Stralsunder Archiv tätig war, nähere Mitteilungen über seine dort unternommenen Ordnungsarbeiten erhalten. Diese ergeben, daß das Stralsunder Archiv außerordentlich wertvolle Bestände zur deutschen Städte-, Gewerbe- und Handelsgeschichte in sich birgt. Die historische Kommission würde es überaus im Interesse der allgemeinen historischen Forschung wie insbesondere auch der Stralsunder Geschichtsforschung lebhaft begrüßen, wenn die entsprechenden und anderen wissenschaftlichen Arbeiten am Stralsunder Archiv durch einen ständig dort angestellten Beamten vorgenommen werden könnten. Der Nutzen eines solchen Amts auch für die laufenden Geschäfte des Archivs braucht nur angedeutet zu werden. In vorzüglicher Weise wäre Dr. Möring für ein solches Amt geeignet [...]". - Erich Marcks (1861-1938) stimmt als Sekretär der historischen Kommission in einem Postskriptum vom 15. März 1922 bei: "Ich unterstütze, auch aufgrund meiner persönlichen Kenntnis des Herrn Dr. Möring und seiner Leistung für die historische Kommission, den vorstehenden Antrag des Herrn Geheimrats von Below". - Trotz der prominenten Unterstützer war die Anstrengung offenbar nicht von Erfolg gekrönt, denn Möring, der zuvor für die Historische Kommission der Bayerischen Akademie tätig gewesen war, wurde 1922 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz-Ausgabe. - Mit dem Papiersiegel der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Minimal fleckig.
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Delitzsch, Friedrich, Orientalist (1850-1922).
Eigenh. Brief mit U. Berlin, 12. II. 1913.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Wohl an den Organisator eines Vortrags betreffend die Diaprojektion: "Dass meine Lichtbilder sämtlich das in Deutschland übliche Format von 8,5 x 10 cm haben, schrieb ich Ihnen wohl bereits. Der Erfolg meines Vortrags hängt wesentlich davon ab, dass die Bilder tadellos auf eine tadellose Leinwand projiziert werden und zwar von vorne [...]". - Friedrich Delitzsch, Sohn des Theologen Franz Delitzsch, "gilt als einer der Begründer der Assyriologie, befaßte sich überwiegend mit der Entzifferung und sprachlichen Erklärung von Inschriften und erkannte früh, daß die babylonischen Inschriften in verschiedenen Sprachen abgefaßt sind. Seine Vorträge zum Thema 'Babel und Bibel' führten zu einer im sogenannten Babel-Bibel-Streit geführten kontroversen öffentlichen Diskussion" (DBE). Neben zahlreichen Arbeiten zum Neuen Testament, zum Assyrischen und zum Sumerischen gab er gemeinsam mit Paul Haupt die "Beiträge zur Assyriologie" (1889-1914) und die "Assyrische Bibliothek" (1881-1920) heraus. - Auf Briefpapier mit gedrucktem Briefkopf der Generalverwaltung der Königlichen Museen. Wohlerhalten.
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Fäh, Adolf, katholischer Priester, Stiftsbibliothekar und Kunsthistoriker (1858-1932).
4 eigenh. Briefe mit U. St. Gallen, 1901-1930.
Zusammen 4 SS. 4to und 8vo. Mit 4 eh. Umschlägen. Drei der Briefe sind an den St. Galler Kaufmann Sigmund Neuburger adressiert, einen Kompagnon des Stickereihändlers Sigmund Bedix, jüngerer Bruder des sog. Stickereikönigs Arnold Bendix Heine. Der früheste Brief vom 22. Mai 1901 betrifft Fähs Recherchen zu einem Beschuldigten: "Trotz meiner eingehenden Nachforschungen über den delinquenten O. Kobler kann ich Näheres über denselben nicht erfahren. Nach Ihren mündlichen Mittheilungen sind die Delikte so gravierend, daß Schonung kaum am Platze sein dürfte [...]". Zwei Briefe an Neuburger vom 2. XI. 1923 und 5. II. 1924 betreffen eine Absage und eine Terminvereinbarung. Die Verbindung zwischen Fäh und Neuburger beruhte zweifellos auf Neuburgers Tätigkeit im Bereich der St. Galler Stickereien, die Fäh kulturhistorisch erforschte. - Am 2. I. 1930 übersandte Fäh ein lithographiertes Empfangsformular der Stiftsbiblothek St. Gallen mit eigenh. Eintragungen an den Schriftsteller Carlos von Tschudi (1867-1935) für dessen Werk "Ein Dankesbuch" (1929). Auf der zweiten Seite des Doppelblatts formulierte Fäh persönliche Glückwünsche zu dem Buch über Tschudis Familiengeschichte: "Meine aufrichtigen Glückwünsche zur Bewältigung eines immensen Stoffes, den Sie in Wort und Bild ihrem 'Dankesbuch' einverleibt haben. Mit besonderer Freude verweilte ich bei den großen Gestalten Ihrer Familie Aegidius und Dr. Hugo von Tschudi, welch' letzten ich noch persönlich gekannt und sehr verehrt habe. Dem Dargestellten auf S. 147 und dem Lockenkopfe S. 149 entbiete besondere Grüße. Als Glückwunsch zum Jahreswechsel wiederhole Ihre eigenen Worte: Verzage nicht an Gottes Walten, / Es wird doch alles wohl bestellt!". Das heute berühmteste Mitglied der Schweizer Familie von Tschudi ist der im Brief erwähnte Kunsthistoriker und Kunstsammler Hugo von Tschudi (1853-1911), dessen sog. Tschudi-Spende den Anstoß für die Sammlung von impressionistischen und postimpressionistischen Gemälden in der Müchner Neuen Pinakothek gab. - Die Briefe von 1923 und 1924 auf Briefpapier mit geprägtem Briefkopf der Stiftbibliothek St. Gallen. Das lithographische Formular mit Registraturvermerk in Buntstift und Sammlervermerk in Blei. Die Briefe an Neuburger minimal fleckig und knittrig, der Brief an Tschudi mit Formular gelocht, minimal fleckig und gebräunt und mit minimalem Seiteneinrissen.
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Fischer, Kuno, Philosoph (1824-1907).
Eigenh. Postkarte mit U. Heidelberg, 22. X. 1890.
1 S. Postkartenformat. An den späteren Juristen und Ornithologen Walther Bacmeister (1873-1966) in Cannstatt, der Fischer um ein Autograph gebeten hatte: "Mit Vergnügen erfülle ich Ihren Wunsch indem ich Ihnen auf dieser Karte in diesen Zeilen meine Handschrift sende". - Der junge Walther Bacmeister war offenbar ein eifriger Autographensammler: Theodor Fontane erfüllte Bacmeisters Wunsch nach einer Schriftprobe, als dieser noch Schüler in Geislingen war, mit dem Gedicht "Geislingen". Die beliegende zeitgenössische Photographie eines Erinnerungsreliefs des späten 19. Jahrhunderts für Christian Friedrich Daniel Schubart, der von 1763 bis 1769 in Geislingen als Lehrer gewirkt hatte, zeugt von Bacmeisters Schulzeit. - Minimal fleckig.
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Gutschmid, Alfred Frh. von, Historiker und Orientalist (1831-1887).
Eigenh. Postkarte mit U. Tübingen, 7. III. 1882.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An R. Krauss in Tübingen mit einer Einladung zum Mittagessen: "[Woll]en Sie mir und meiner Frau das Ver[gnügen] machen, Donnerstag den 9ten um 1 Uhr mit uns zu Mittag zu essen? Nur im Falle einer Verhinderung bitte ich um gefällige Antwort [...]". - Mit kleiner Fehlstelle durch Ausschnitt der Briefmarke. Beiliegend biographische Notizen von alter Sammlerhand mit Verweis auf die Sammlung W. Bacmeister.
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Hartmann, Julius von, Historiker (1836-1916).
Gedr. Briefkarte mit eigenh. U. Stuttgart, 25. V. 1916.
1 S. Qu.-12mo. An Freunde und Familie mit Dank für Glückwünsche zu seinem Geburtstag: "Die Vielen, die am 22. meiner so freundlich gedachten, darf ich wohl bitten, von dem Achtzigjährigen, der sich langsam von einer Krankheit erholt, seinen tiefgefühlten Dank auf diesem Wege entgegennehmen zu wollen [...] [dies gedruckt] Ihr alter Freund [...]". - Beiliegend biographische Notizen von alter Sammlerhand mit Verweis auf die Sammlung W. Bacmeister.
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Hedin, Sven, Swedish explorer and geographer (1856-1952).
Personal memories of Alexei Nikolevich Kuropatkin. Autograph manuscript signed. Stockholm, 10 Oct. 1904.
180 x 230 mm. 50 ff. 50 pages written by Sven Hedin in Swedish; last sheet signed and dated. - Kuropatkin was a general of the Russian army and minister of war. During his tenure, tensions with Japan increased, leading to the Russo-Japanese War in 1904/05. Hedin first met Kuropatkin in Ashgabat in 1880, and "I met him several times later, at Samarkand, Tashkent, and St. Petersburg; and I remember his name with gratitude, for he was one of the men who made travelling easier for me" (My Life As An Explorer, trans. by Alfhild Hübsch. New Delhi and Madras, Asian Educational Services, p. 87). - Hedin's reminiscences of Kuropatkin were first published, in a very similar version, in the newspaper "Stockholms Dagblad" on 17 September 1904; a German translation appeared on the same day in the journal "Die Woche" (38, pp. 1663-1667). Abridged versions appeared in more than 100 daily papers, e.g. in "Lunds Tagblad" (20 September: "Sven Hedin om Kuropatkin och kriget"). The "Times" (1 November 1904) ran a version omitting the comparison between Lord Roberts and Kuropatkin, inserting instead a new paragraph about Lord Curzon. The present Swedish version could not be traced in print.
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Hertzberg, Gustav, Historiker (1826-1907).
Eigenh. Postkarte mit U. Halle a. d. Saale, 19. V. 1891.
1 S. Qu.-8vo. Mit Adresse verso. An den Primaner Walther Bacmeister in Geislingen mit einem Schillerzitat: "Gern erfülle ich Ihren freundlichen Wunsch obwohl ich leider mit meiner Handschrift schon lange nicht mehr 'Stat machen' kann, wie es bei uns heißt. Darf ich als Autograph das schöne Schillersche Wort aufschreiben: 'Ans Vaterland, ans theure, schließt Euch an! Da sind die starken Wurzeln unsrer Kraft!' [...]". - Mit Spuren eines Poststempels. Beiliegend biographische Notizen von alter Sammlerhand mit Verweis auf die Sammlung Bacmeister.
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Hescheler, Karl, Zoologe und Begründer der Paläontologie an der Universität Zürich (1868-1940).
Eigenh. Postkarte mit U. und eh. Briefkarte mit U. Zürich und Baden, 4. IV. 1910 und 25. I. 1918.
Zus. 3 SS. auf 2 Bll. Qu.-8vo und qu.-12mo. Die Postkarte mit eh. Adresse verso. An den Kaufmann und Schriftsteller Carlos von Tschudi (1867-1935) in Vorfreude auf eine gemeinsame Bierverkostung: "Mit grossem Vergnügen habe ich Deine Bierkarte studirt. Ich bin natürlich ganz Deiner Meinung, oder vielmehr ich schlage vor, dass wir beim zweitletzten eine Flasche, beim letzten aber deren zwei trinken. Leider sitze ich gegenwärtig in Baden fest wegen Nachwehen von Influenza, Rheumatismus ect. Glücklicherweise hat die Geschichte mit dieser Woche ein Ende [...]". - An denselben in St. Gallen mit Dank für seine Arbeit: "Herzlich danke ich Dir für die gütige Zusendung des flott geschriebenen Berichtes über die Volksküche, dessen Lektüre mich ausserordentlich interessirt hat. Sehen wir uns bald wieder? [...]" (Zürich, 25. I. 1918). - Beiliegend ein eh. adr. Kuvert an Tschudi mit dem Vermerk "Drucksache".
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Hinzpeter, Georg Ernst, Pädagoge (1827-1907).
Eigenh. Brief mit U. Bielefeld, 16. II. 1894.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An den Journalisten und Schriftsteller Paul Lindenberg (1859-1943) mit Dank für sein Buch über den Kaiserhof zu Berlin: "Ich verfehle nicht, Ihnen meinen verbindlichsten Dank abzustatten für die Aufmerksamkeit, die Sie mir durch die Uebersendung Ihrer Schrift 'Am Kaiserhofe' erwiesen haben [...]".
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Hoffmann, Otto, Indogermanist und Politiker (1865-1940).
Eigenh. Brief mit U. Königsberg, 3. III. 1896.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Physiker und Seismologen Emil Wiechert mit der Bitte um einen Vortrag über Röntgenstrahlen: "Ich traf heute den Rosencrantz und der läßt Ihnen durch mich folgende Bitte übermitteln: einige Herren unseres Clubs, darunter z. B. der chemische Direktor von Damkrug Dr. Seltsam, möchten sich gern über die Röntgen-Strahlen informieren, aber nicht durch einen längeren Vortrag (da sie z. T. die Tatsachen kennen), sondern durch eine kurze Explikation, bei der sie auch eine Zwischenfrage stellen können - also vielleicht 10-15 Minuten. Diese Herren wenden sich nun an Sie mit der Bitte, ob Sie vielleicht bereit wären, ihnen im physikalischen Institute eine kurze Erklärung zu geben [...]".
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Janssen, Johannes, katholischer Priester und Historiker (1829-1891).
2 eigenh. Briefe mit U. und eh. Briefkarte mit U. Frankfurt, 1880-1886.
Zus. 4¼ SS. auf 2 Doppelbll. und einem Einzelblatt. 8vo und qu.-12mo. An den Bruder seines verstorbenen Freundes, dessen Gedichte er posthum veröffentlichen will: "Hochverehrter Herr, gestern habe ich die sehr schöne Photographie nach dem Steinle'schen Blatte, welche Sie aus dem Nachlaße Ihres sel. Bruders mir gütigst zum Andenken auswählten, richtig erhalten. Ich spreche Ihnen dafür meinen herzlichsten Dank aus [...] Kommen Sie vielleicht im Sommer in hiesige Gegend? Wie viel Stoff zum Gespräche würde uns der selige Bruder geben. Ich habe von ihm noch zwei ungedruckte Gedichte an mich [...] Auf den Wunsch mehrerer Freunde [...] will ich sie drucken lassen und werde mir erlauben Ihnen davon ein Exemplar zu schicken [...]" (18. II. 1880). - An einen Historiker mit Dank für Material zu seinem Hauptwerk, der achtbändigen "Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters" (1878-94): "Hochverehrter Herr Rath! mit herzlichstem Danke sende ich Ihnen beifolgend das mir gütigst geliehene Werk zurück, aus welchem ich manches werthvolle Material für den vierten Band der Geschichte geschöpft habe. Ich bitte um Entschuldigung, daß die Rücksendung wegen eines längeren Unwohlseins, an dem ich laborirte, nicht eher erfolgen konnte. Mehrere ehrverletzende Angriffe gegen mein Werk nöthigen mich zu einer Broschüre: 'Zur Verteidigung [...]' wie sehr ich auch sonst jede persönliche Polemik fliehe [...]" (29. V. 1882). - Mit Dank für ein Buch: "Verehrtester! vielen Dank fürs soeben erhaltene Buch. Hofftl. wird unsere nächste persönl. Begegnung nicht eine so kurze sein [...]" (13. V. 1886).
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Meyer, Eduard, Althistoriker, Ägyptologe und Altorientalist (1855-1930).
1 eigenh. Brief und 1 eh. Postkarte mit U. Berlin, 24. II. 1924 und 27. V. 1926.
Zusammen 2 SS. 4to und Postkartenformat. Mit 1 eh. Umschlag. An den Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh in Zusammenhang mit einem 1926 erschienen biographischen Artikel über den Ägyptologen und Bibliothekar Richard Pietschmann (1851-1923). Der Brief vom 24. Februar 1924 enthältt eine Darstellung von Pietschmanns Studienzeit in Leipzig, wo er bei Georg Ebers promovierte: "Pietschmann kam im J. 1873 nach Leipzig, wo wir uns alsbald in den Vorlesungen kennenlernten. Er war etwa drei Jahre älter als ich, und hatte vorher in Berlin studiert. Im Mittelpunkt seiner Interessen stand die Anthropologie [...]. Im Sommer 1874 promovierte er mit einer ägyptologischen Dissertation (Hermes Trismegistos) und hat dann Leipzig verlassen, um zunächst sein Dienstjahr zu absolvieren. Dann hat er bekanntlich die Bibliothekscarriere ergriffen. [...] Seine weitere Laufbahn ist Ihnen ja bekannt. Zu großen wissenschaftlichen Werken ist er nicht gekommen; das lag nicht in seiner ganzen mehr receptiven Art [...]". - In der Postkarte vom 25. Mai 1927 dankt Meyer Leyh für die Biographie seines frühverstorbenen Kollegen: "Haben Sie herzlichen Dank für die freundliche Zusendung des vortrefflichen Lebensbildes Pietschmanns, das ich mit großem Interesse und enormer Teilnahme gelesen habe. Sie haben sein Wesen und seine Bedeutung vollkommen zutreffend [...] gezeichnet". - Nach seiner Studienzeit in Leipzig arbeitete Meyer kurzfristig als Erzieher im Haus des englischen Generalkonsuls in Konstantinopel. 1879 habilitierte er sich in Leipzig und arbeitete mehrere Jahre als Privatdozent für Alte Geschichte. In dieser Zeit entstand sein Plan für eine Gesamtgeschichte des Altertums, sein späteres Hauptwerk. Es folgten Professuren in Leipzig, Breslau, Halle und Berlin, wo er 1930 starb. - Die Postkarte minimal angeschmutzt. Vgl. G. Leyh, Richard Pietschmann zum Gedächtnis, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 43 (1926), S. 213-235.
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Müller, Karl, Theologe (1852-1940).
3 eigenh. Briefe mit U. und 1 eigenh. Postkarte mit U. Tübingen und Achern, 19. XI. 1924, 16. VI. 1926, April 1926 und o. J.
Zusammen 3 SS. Unterschiedliche Formate. Korrespondenz mit dem Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh (1877-1968) betreffend Einladungen, Ausleihen und die Verwendung von Mitteln der sogenannten Notgemeinschaft. Letzteres thematisiert Müller in einem längeren Brief, datiert April 1926: "Indem ich mir erlaube, Ihnen die Wünsche zu übermitteln, die ich zur Zeit an ausländischer Literatur der letzten Jahre habe, kann ich nicht umhin, einige Gedanken vorzutragen, die sich mir ja mehr und mehr aufgedrängt haben und für die ich Ihrem Ermessen anheimgeben möchte, ob Sie sie für geeignet erachten, weiter an zuständige Stelle vorgelegt zu werden. Die großen Summen, die die Notgemeinschaft für die Theologie der hiesigen Universitätsbibliothek zuwendet, sind ausserordentlich dankenswert. Wir können auch diesmal wieder unseren Bedarf an ausländischer Literatur in höchst wünschenswerter Weise ergänzen. Aber ich kann andererseits nicht die Bemerkung unterdrücken, daß wir auf diesem Weg zu einer unverhältnismäßigen Begünstigung der Literatur des Auslands [...] kommen [...] Im Hinblick darauf erlaube ich mir nun aber die Frage, ob denn die Gaben der Notgemeinschaft unbedingt auf die ausländische Literatur der letzten Jahre beschränkt werden müssen [...]". - Auf der Adressseite eines undatierten Briefes zur Annahme einer Einladung notierte Georg Leyh eine Liste der erwarteten Gäste in Blei. Vereinzelte kl. Einrisse; insgesamt wohlerhalten.
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Norden, Eduard, klassischer Philologe und Religionshistoriker (1868-1941).
2 eigenh. Briefe mit U. Berlin, 2. XI. 1925 und 29. XII. 1927.
Zusammen 1 S. 4to. An einen nicht namentlich genannten Direktor, vermutlich einen Bibliothekar, mit der Bereiterklärung zur Leistung einer Unterschrift (2. November 1925) und mit Dank für übersandte Dissertationen: "Für die gütigst übersandten Dissertationen und das Begleitschreiben vom 18. d. Mts. spreche ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank aus". - Eduard Nordens überaus erfolgreiche akademische Karriere mit Professuren in Greifswald, Breslau und ab 1906 Berlin wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten bald beendet. Zunächst selbst Anhänger Hitlers, leistete Norden am 27. August 1934 den Treueeid, wurde aber aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung nach und nach aus allen Gremien entfernt und schließlich 1935 emeritiert. Unter dem Eindruck der Novemberpogrome 1938 stellte Norden einen Ausreiseantrag für die Schweiz. Im Juni 1939 konnte Norden mit seiner Frau in die Schweiz emigrieren, wo er 1941 verstarb. - Wohlerhalten.
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Oncken, Wilhelm, Historiker (1838-1905).
Titelblatt mit eigenh. Widmung und U. O. O., [ca. 1885].
2 Zeilen. 8vo. Widmung an "Herrn Hofrath Dr. Richter in Jena" auf dem Titelblatt von Onckens Publikation "Gießener Studien auf dem Gebiet der Geschichte. III. Beiträge zur neueren Geschichte. Zur Maria-Stuart-Frage" (Gießen: Ricker, 1885). - Angeschmutzt mit kleineren Randeinrissen.
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Otto, Walter, Althistoriker (1878-1941).
Eigenh. Postkarte mit U. München, 11. XI. 1925.
1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso. An den Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh in Tübingen anlässlich der Pensionierung des Generaldirektors der Preußischen Staatsbibliothek Fritz Milkau (1859-1934): "Ich freue mich der geplanten Ehrung von Generaldirektor Milkau und bitte Sie meinen Namen mit unter die Adresse setzen [?] zu wollen, von der ich mir ein Exemplar erbitte [...]".
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Pastor, Ludwig von, Historiker (1854-1928).
Eigenh. Postkarte mit U. Rom, 15. IV. 1926.
1 S. Postkartenformat. An den Kirchenhistoriker Karl Bihlmeyer in Tübingen mit der Bitte um die Zusendung von Eduard Lubwoskis Dissertationsschrift "Gio.Lorenzo Bernini als Architekt und Dekorator unter Papst Urban VIII." (Tübingen, 1919). - Ludwig von Pastor gilt als einer der bedeutendsten katholischen Historiker seiner Zeit, war jedoch aufgrund seines streng katholischen Standpunkts als Forscher umstritten. Von 1901 bis zu seiner Pensionierung leitete er das Österreichische Historische Institut in Rom, wo er an seiner 16-bändigen Geschichte der Päpste arbeitete. - Leicht fleckig.
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Pauli, Reinhold, Historiker (1823-1882).
Eigenh. Brief mit U. Göttingen, 19. X. 1870.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Freund mit Dank für ein übersandtes Nachschlagewerk und enthusiastischen Bemerkungen zum Deutsch-Französischen Krieg: "Ich darf es nicht länger hinausschieben dir für dein schönes Geschenk und den ausführlichen Brief zu danken, der es begleitete. Du hast mir mit beiden eine große, unverdiente Freude gemacht [...] Wenn wir uns in den ungeheuersten Tagen, Wochen und Monaten, die ein jeder stolz sein muss erlebt zu haben, nicht geschrieben, so liegt das in der Macht der Dinge, die kaum gestatten wollten, so Gewaltiges in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Um so inniger aber sind sich die Gedanken begegnet nicht bloß in Erinnerung an eine ähnliche gemeinsam durchlebte Zeit, sondern recht eigentlich Angesichts dessen, was jetzt daraus erwächst und immermehr erwachsen muß. Deine speciellen Mittheilungen über Wendung und Haltung der Gegensätze in Württemberg nun hat mir zu ganz besonderer Belehrung gedient, auch nachdem C. Weizsäcker [d. i. der Theologe Carl Heinrich Weizsäcker, 1822-99] wenige Tage zuvor mich mit einer ähnlichen Auseinandersetzung der Zustände erfreut hatte [...] Die Zukunft der demokratisch-republikanischen Träume hat, wie mir scheinen will, nie so niedrig im Credit gestanden als gegenwärtig. Sie werden umsonst von den Franzosen in die Welt hinausgefeuert [...] Aber welcher Erfolg unserer Waffen! Und was dürfen wir mit Fug und Recht noch von dem ungeheuren Unternehmen gegen Paris erwarten? Ich habe in militärischen Dingen das allerfesteste Vertrauen und preise jeden glücklich, der berufen ist im Felde mitzumachen [...] Wenn nur auch Alles eben so sicher und glücklich im inneren Staatswesen des deutschen Vaterlands von der Stelle gehen sollte [...]".
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Reincke-Bloch, Hermann, Historiker (1867-1929).
Eigenh. Bildpostkarte mit U. Breslau, 9. II. 1928.
½ S. Postkartenformat. Mit eh. Adresse. An den Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh (1877-1968) mit Dank für einen Brief: "Lieber Herr Direktor! Sie haben mir mit ihrem Gruß eine echte Freude bereitet, für die ich Ihnen herzlich danke. Wir waren Ende Juli zum ersten Mal wieder einen Tag in Straßburg und standen in schmerzlichem Gedenken an unser Häuschen in der Ruprechtsau. Dass Sie so schnell aus Halle nach Tübingen entschwunden, habe ich um des Wiedersehens Willen recht bedauert". - Hermann Reincke-Bloch lehrte von 1896 bis 1904 zunächst als Privatdozent für mittlere und neuere Geschichte und ab 1901 als ao. Professor an der Universität Straßburg. 1904 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Rostock, der er 1914/15 als Rektor vorstand. 1923 wechselte Reincke-Bloch an die Universität Breslau, wo er die Ausbildung von Geschichtslehrern leitete. Als Vorsitzender des Deutschen Historikerverbandes organisierte er 1926 den Deutschen Historikertag in Breslau, bei dem ihm die schwierige Aufgabe zukam, die internationale Zusammenarbeit mit Historikerkollegen aus vormals verfeindeten Ländern wiederaufzunehmen. - Georg Leyh wurde 1920 Direktor der Universitätsbibliothek Halle, verließ diese jedoch schon 1921, um die Tübinger Universitätsbibliothek zu übernehmen, die er bis zu seiner Pensionierung 1947 leitete. - Die Postkarte zeigt das Pfisterhaus in Colmar als Reproduktion einer Federzeichnung von Otto Becker. Mit Sammlervermerk in Blei. Minimal fleckig und knittrig.
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Rieker, Karl, Rechtswissenschaftler und Rechtshistoriker (1857-1927).
3 eigenh. Briefe mit U. Leipzig, 1899.
Zus. 11 SS. auf 3 Doppelbll. 8vo. An einen Dekan über sein kirchenrechtliches Werk "Grundsätze reformierter Kirchenverfassung" (Leipzig 1899) mit der Bitte, das Buch in verschiedenen Zeitungen anzuzeigen: "In einigen Wochen wird von mir eine 13 Bogen starke Schrift erscheinen, die den Titel trägt: 'Grundsätze reformierter Kirchenverfassung', in der ich mit Ausschluß des Zwinglianismus das kirchliche Verfassungssystem des Calvinismus auf seine Grundsätze und Grundgedanken zurückzuführen suche. Würden Sie nun die große Güte haben, dieses Buch in einem geeigneten Organe (Kirchlicher Anzeiger oder Staatsanzeiger) anzuzeigen und dadurch meine württb. Landsleute darauf aufmerksam zu machen? [...]" (8. III. 1899). - Mit Dank für die Bekanntmachung seines Werks sowie Bedauern, dass die reformierten Kirchenordnungen nicht im Druck erscheinen werden: "Empfangen Sie meinen herzlichen Dank für die liebenswürdige und eingehende Anzeige, die Sie von meinem Buche den Lesern des Kirchl. Anzeigers erstattet haben! Hoffentlich haben Sie nicht allzu viel Mühe und Arbeit daran gehabt [...] Sie haben ganz Recht, wenn Sie es als ein Bedürfnis begreifen, daß die reformierten Kirchenordnungen zusammengestellt und gedruckt würden; aber, wie Sie selbst sagen, es wird sich kein Verleger dafür finden [...]" (24. VI. 1899). - Mit Dank für eine Rezension sowie Anteilnahme am Tod des Reichsgerichtsrats Karl von Ege (1837-99): "Sie waren so liebenswürdig, mein Buch auch im Württb. Staatsanzeiger zu besprechen und dadurch zur Kenntnis auch anderer Kreise als der lediglich theologischen zu bringen; haben Sie vielen Dank dafür! [...] Ich erlaube mir noch nachträglich Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin meine herzliche Teilnahme an dem Tode Ihres Schwagers, des Hrn. Reichsgerichtsrats Ege, auszusprechen [...]" (17. VII. 1899). - Beiliegend biographische Notizen von alter Sammlerhand mit Verweis auf die Sammlung W. Bacmeister.
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Ritter, Gerhard, Historiker (1888-1967).
2 ms. Briefe mit U. und 1 ms. Postkarte mit U. Freiburg i. Br., 1947-1949.
Zusammen 3 SS. 4to und Postkartenformat. Mit 2 ms. adr. Umschlägen. Interessante Korrespondenz mit dem Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh (1877-1968) zur Lage der deutschen Bibliotheken nach dem Zweiten Weltkrieg sowie im Vorfeld des Deutschen Historikertags 1950. Am 24. März 1947 schreibt Ritter: "Haben Sie verbindlichsten Dank für die liebenswürdige Zusendung Ihres Aufsatzes über die Lage der wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands. Ich habe ihn mit grossem Interesse und vertieftem Entsetzen über die Zerstörungen deutscher Bücherschätze und Einrichtungen gelesen. Als ich im vorigen Herbst drei Wochen in der Schweiz war, und dabei Gelegenheit hatte, auf der Basler Universitätsbibliothek zu arbeiten, wurde mir bereits der ganze Jammer unserer deutschen Bibliotheksverhältnisse bewusst. Sieht man das Ganze, wie Sie es jetzt schildern, vor Augen, so zweifelt man daran, ob vor 30 bis 40 Jahren überhaupt noch ein ernsthafter, mit dem Ausland konkurrenzfähiger Wissenschaftsbetrieb aufgebaut werden kann. Auf einer Zusammenkunft mit Historikern in Göttingen im November v. J. wurde mir deutlich, dass an vielen Universitätsorten der Wissenschaftsbetrieb in Wahrheit nur noch Schein ist, und dass vielerorts an die Wiederaufnahme irgendwelcher Forschung nicht einmal gedacht werden kann. [...]". - In der Postkarte vom 11. November 1947 bedankt sich Ritter bei Leyh für ein Buch, zweifellos "Die deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Krieg" (Tübingen 1947), und kündigt eine eigene Publikation an: "Vielleicht komme ich dazu, in nächster Zeit einen Bericht über den Wiederaufbau deutscher Geschichtswissenschaft nach dem Kriege in einer französischen Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Dabei wird mir der Hinweis auf den Zustand unserer Bibliotheken von besonderem Nutzen sein". - Am 31. Mai 1949 lädt Ritter in seiner Funktion als Vorsitzender des 1949 gegründeten Deutschen Historikerverbandes Leyh dazu ein, einen Vortrag zur Lage der deutschen Bibliotheken am Deutschen Historikertag in München 1950 zu halten: "Wir wünschen uns sehr am Nachmittag des zweiten Tages einen kurzen Bericht über den gegenwärtigen Zustand der deutschen Bibliotheken. Ich bin von unserem Vorstand beauftragt, Sie um dieses kurze Referat zu bitten. Da noch weitere Kurz-Referate über den Zustand der Archive und der Publikationsinstitute folgen sollten, müssten wir das einzelne Referat notgedrungen auf 20 Minuten beschränken, [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. Wohlerhalten.
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Schäfer, Dietrich, Historiker (1845-1929).
Eigenh. Postkarte mit U. Heidelberg, 6. XI. 1897.
½ S. Postkartenformat. Mit eh. Adresse. An den Historiker Manfred Eimer (1871-1951) mit Glückwünschen zur Publikation von dessen Dissertation: "Meinen herzlichsten Glückwunsch zur stattlichen Drucklegung Ihrer Arbeit und besten Dank für freundliches Gedenken". - Eimer wurde mit seiner Arbeit "Die politischen Verhältnisse und Bewegungen in Strassburg im Elsass im Jahre 1789" vermutlich von Dietrich Schäfer promoviert, der jedenfalls eine Rolle bei der Promotion gespielt hatte. Nach seiner eigenen Promotion in Göttingen 1872 unterrichtete Schäfer zunächst an der Hauptschule in Bremen. 1877 wurde er Honorarprofessor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Jena. 1885 folgte der Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Breslau, 1888 an die Universität Tübingen und 1896 nach Heidelberg. Schließlich übernahm Schäfer 1903 den Lehrstuhl von Paul Scheffer-Boichorst an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, wo er bis 1921 lehrte. Als Schüler Heinrich von Treitschkes teilte er dessen stark antisemitische Positionen; 1908 verhinderte er mit einem antisemitischen Gutachten die Berufung Georg Simmels an die Universität Heidelberg. Die Nationalsozialisten betrachteten den 1929 verstorbenen Historiker als einen ideologischen Vorkämpfer und ehrten ihn 1934 mit der Umbenennung eines Weges in Berlin-Steglitz. - Mit Sammlervermerk in Blei. Leicht gebräunt.
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Schüssler, Wilhelm, Historiker (1888-1965).
Eigenh. Brief mit U. Rostock, 8. IV. 1928.
1 S. 8vo. Wohl an die Universitätsbibliothek Tübingen mit der Anfrage, "ob der lit. Nachlaß Robert v. Mohl zusammen mit dem Manuskript seiner Lebens-Erinnerungen vielleicht in Ihrer Bibliothek vorhanden ist".
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Sigwart, Christoph von, Philosoph (1830-1904).
Gedr. Dokument mit eigenh. Eintragung und U. Tübingen, 4. VII. 1900.
1 S. Qu.-12mo. Entlehnschein der Universitätsbibliothek Tübingen mit der Eintragung: "Archiv für experim. Pathologie & Pharmakologie Bd XXI, 1886". - Christoph von Sigwart ist heute vor allem durch seine 1873 veröffentlichte Logik bekannt, die als bedeutender Beitrag zur Philosophie des späten 19. Jahrhunderts gilt. - Mit Bibliothekarsvermerken in Blei und Tinte. Geringfügiger Seiteneinriss.
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Stadelmann, Rudolf, Historiker (1902-1949).
Eigenh. Brief mit U. Freiburg i. Br., o. J.
2 SS. 8vo. An einen Direktor in Tübingen, wahrscheinlich den Bibliothekar Georg Leyh, betreffend eine Publikation: "Verzeihen Sie, dass ich so lange Ihre liebenswürdigen Zeilen unbeantwortet gelassen habe. [...] Es freut mich, wenn Sie als Buchkunst-Fachmann [...] befunden haben u. [...] dass Sie den Aufsatz Ihrer Sammlung einfügen wollen [...]". - Nach seinem Geschichtsstudium in Tübingen, Heidelberg, München und Berlin wurde Stadelmann 1924 bei Gerhard Ritter in Tübingen promoviert. 1936 erhielt er eine ordentliche Professur an der Universität Gießen, 1938 wechselte er nach Tübingen. Trotz seiner nationalsozialistischen Gesinnung blieb Stadelmann nach dem Krieg Ordinarius in Tübingen. - Mit Sammlervermerk in Blei. Wohlerhalten.
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Staehelin, Felix, Althistoriker und Philologe (1873-1952).
Eigenh. Postkarte mit U. Basel, 26. VI. 1941.
1 S. Postkartenformat. Mit eh. Adresse. An den Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh (1877-1968) mit einer bibliographischen Auskunft zu einer Publikation Staehelins: "'Die vorrömische Schweiz im Lichte geschichtlicher Zeugnisse und sprachlicher Tatsachen' ist kein gesondertes 'Werk', sondern ein mit Anmerkungen unterkellerter Vortrag, der in der Zeitschr. f. schweizerische Geschichte 15 (1935), Seite 337-368 erschienen ist". - Nach seiner Promotion in Berlin unternahm Staehelin eine ausgedehnte Forschungsreise nach Italien und Griechenland, wo er u. a. den Archäologen Otto Rubensohn kennenlernte. 1902-1907 arbeitete er als Gymnasiallehrer in Winterthur. Ab 1907 war Staehelin Privatdozent, ab 1917 außerordentlicher und 1931-37 ordentlicher Professor für Alte Geschichte an der Universität Basel. - Wohlerhalten.
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Steinmann, Ernst, Kunsthistoriker (1866-1934).
2 eigenh. Briefe mit U. München, 25. VIII. und 31. VIII. 1925.
Zusammen 3½ SS. 4to. Charmante Briefe an einen Professor in Tübingen, der von der Bibliotheca Hertziana bei der Erledigung von Formalitäten für eine Italienreise unterstützt wurde. Steinmann war zu diesem Zeitpunkt in München und erhielt die Anfrage seines Kollegen aufgrund der Ferien in Italien mit Verspätung: "Als alter Römer hätten Sie eigentl. wissen sollen, dass ab 15. Juli in Rom alles ruht. Ihr Brief ist ausserdem dem Römer entgangen, der mir am 1. August die Correspondenz nachsandte ehe er selbst auf Urlaub ging; so habe ich ihn erst morgen mit der Röm. Correspondenz erhalten. Ihr Gesuch ist sofort per Express nach Rom weitergegeben worden. Die Sache ist an sich ja sehr einfach u. ich hoffe, dass d. Permesso in 8 Tagen in Ihren Händen sein wird. Hoffentlich haben Sie bis dahin Ihre Reise nicht schon angetreten [...]" (München, 25. August 1925). - Am 31. August konnte Steinmann die gute Nachricht übermitteln: "Aus Rom höre ich, dass der Permesso sofort an Sie abgesandt wurde: [...] Ich freue mich, dass es für alle Pläne rechtzeitig eintreffen wird u. hoffe sehr, dass Sie Ihre Italienfahrt auch auf Rom ausdehnen werden u. ich so die Freude habe, jemanden vom Neckar-Ufer die Hand zu drücken. Mein erstes Semester habe ich in Tübingen nichtstuend und schuldenmachend so angenehm verbracht, dass mir die Erinnerung an diesen Jugend-Sommer noch immer besonders lieb ist". - Der Brief vom 25. August mit Empfängernotiz in Tinte. Beide Briefe mit Sammlernotizen in Blei. Gebräunt. Mit kleineren Seiteneinrissen.
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Steinmetz, Heinrich, Generalleutnant, Chef der Preußischen Landesaufnahme (D. n. b.).
Brief mit eigenh. U. Berlin, 28. VII. 1903.
1 S. auf Doppelblatt. Folio. An das Geophysikalische Institut der Universität Göttingen mit der Mitteilung, "daß der in Frage stehende Band der Abrisse, Coordinaten und Höhen spätestens im Laufe des Jahres 1905 veröffentlicht werden wird [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Chefs der Landes-Aufnahme; im linken Rand gelocht (keine Buchstabenberührung).
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Vogt, Joseph, Althistoriker (1895-1986).
Gedr. Brief mit eigenh. Widmung und U. O. O., [1955].
2 SS. 8vo. Dankschreiben für Glückwünsche zu Vogts sechzigstem Geburtstag mit einem gedruckten Text: "Zu meinem Geburtstag sind mir so gute Wünsche, so liebe Geschenke, so freundschaftliche Begegnungen zuteil geworden, daß ich ganz beglückt bin. Die Stimmen der alten Freunde, der mir nah verbundenen Kollegen und der treuen Schüler haben mich tief bewegt. Die Studenten, die den Tag so schön durch einen Fackelzug beschlossen haben, bleiben die Gefährten meines Lebens [...]", einem dreistrophigen Gedicht unter dem Titel "Herbst" und der eigenh. Widmung an einen nicht namentlich genannten Direktor: "Haben Sie vielen Dank für Ihre und Ihrer verehrten Frau Gemahlin freundliche Glückwünsche. Zugleich möchte ich Ihnen für die Anteilnahme, die Sie mir immer erwiesen haben, aufrichtig Dank sagen. Dass man auch nach diesem Wendepunkt noch wirken kann, das zeigt uns Ihr Beispiel". - Nach Studien in Tübingen und Berlin wurde Vogt 1921 von Eduard Meyer promoviert. 1923 folgte die Habilitation in Tübingen, wo er 1926 als Professor für Alte Geschichte berufen wurde. Weitere Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn waren Würzburg (1929), Breslau (1936), abermals Tübingen (1940) und Freiburg im Breisgau (1944). Aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft und seiner Mitarbeit im nationalsozialisitischen "Institut zur Erforschung der Judenfrage" wurde Vogt 1945 zunächst suspendiert; bereits 1946 konnte er an seinen Tübinger Lehrstuhl zurückkehren. - Minimal angeschmutzt.
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